19. Gaffel Kölsch

Heute ist es endlich so weit: Mein Lieblings-Kölsch ist an der Reihe: Gaffel. Mit knapp 400.000 hl Ausstoß und einem Marktanteil von 33% in der Gastro bzw. 15% in Einzelhandel ist Gaffel das Kölsch #2. Der Name leitet sich von der kölschen Bezeichnung für Gabel(spieß) ab, wonach auch die politischen Vereinigung der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Zünfte und Handelsherren benannt wurden, welche sich allabendlich zu Speis und Trank trafen. Treffpunkt des Stammtischs war das älteste Gebäude am Alten Markt, das deshalb so genannte Gaffel Haus.  Seit Anfang des 14. Jahrhunderts wird dort Bier gebraut, seit 1908 auch wieder unter den Namen Gaffel. Seitdem entstand auch ein zweites Brauhaus am Dom und die Bierproduktion wurde in die Nähe des Hauptbahnhofs verlegt. Dies war insbesondere aus Marketing-Sicht clever, da man bei Einfahrt in den Hbf gar nicht umhin kommt den großen Gaffel-Schriftzug der Brauerei wahrzunehmen. Inzwischen wird jedoch in Porz gebraut und das Gebäude nur noch zur Verwaltung genutzt. Die Flaschenabfüllung findet interessanterweise aus Kapazitätsgründen in Korschenbroich bei Bolten und in der Königshofer Brauerei in Krefeld statt.

Nun will ich aber mal der Anweisung auf der Flasche folgen:

„Genießen Sie mit Gaffel Kölsch ein vollmundiges, einzigartiges Kölsch mit frischem, feinherben Geschmack aus der Familienbrauerei Gaffel.“

Steckbrief

19_Gaffel Kölsch-Steckbrief

Bewertung

19_Gaffel-Kölsch

  • Flaschendesign + Kronkorken

Vielleicht ist Gaffel mein Lieblings-Kölsch geworden, weil es in regelmäßigen Abständen und zu Events wie WM oder EM neue Kronkorken herausbringt, sodass ich hier ohne viel Mühen meinen Fundus erweitern kann. Auch die heutige Flasche wurde zugegebenermaßen auch nur aus diesem Grund gekauft. Auf dem Photo vielleicht nicht ganz erkennbar ist auf dem Kronkorken ein mittelalterlicher Kölner Braumeister abgebildet, welcher auch das Wappen der Brauerei ziert. Während dieser also vollends überzeugt, finde ich die Flasche selbst fast schon unauffällig, wobei ich dem blau schon mehr abgewinnen kann als der Vergoldung.

  • Aussehen

Alles fast wie gehabt. Aber nur fast. Meiner Ansicht nach noch etwas gold-gelber als die anderen Kölsch und auch der relativ haltbare Schaum ist noch ein wenig feinporiger als die Konkurrenz.

  • Geruch

Erwartungsgemäß kriecht einem hier ein recht hopfenbetonter Geruch die Nase hoch. Ein Vorgeschmack auf die bereits angekündigte feinherbe Geschmacksnote. Allerdings ist da auch irgendetwas was mich irritiert. Ich kann es schwer in Worte fassen, möchte auch gar nicht den Begriff „Spüli“ verwenden, aber irgendwas stört mich am Gesamtgeruchserlebnis.

  • Geschmack

Wie mir und wahrscheinlich auch 99% aller Gaffel-Trinker bewusst, handelt es sich beim Gaffel und eines, wenn nicht das herbste Kölsch. Begleitet mit einer dem Geruch entsprechenden Hopfennote erinnert es wenig an die anderen klassischen Kölsch auf meiner bisherigen Reise. Vor allem bin ich jedoch überrascht. Bei genauem Hinschmecken fällt mir nämlich auf, wie unharmonisch das Gaffel (zumindest heute) auf mich wirkt. Auch den schlanken und wenig spritzigen Eindruck hatte ich so eigentlich nicht so in Erinnerung (wobei ich auch nie einen derartigen Vergleich zu anderen Kölsch-Marken gezogen hatte).

  • Fazit

Immer eine Familienbrauerei in Privatbesitz bevorzugend und vielleicht auch aus Gründen der „pilsigen“ Geschmackserziehung , war das Gaffel in der Vergangenheit meine erste Wahl – auch für meine Bier-Mix-Cocktails. Heute muss ich allerdings feststellen, dass es rein „objektiv“ nicht in der Spitzengruppe mitspielt. Eventuell ist mein Geschmack aber auch durch die vielen eher süffigen Kölsch in den vergangen Wochen etwas vernebelt. Nichtsdestotrotz vergebe ich für das Gaffel 11 Pkt bzw. eine glatte 2.

19_Gaffel Kölsch-Bewertung

Mehr Informationen zum Gaffel Kölsch und den anderen Produkten (Gaffel stellt auch diverse Liköre her), den Gaffel Brauhäusern, der Geschichte oder dem Brauprozess unter: http://www.gaffel.de/Startseite.html?ActiveID=1511

Prost!

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