Archiv für den Monat: April 2016

Blogbier, die II.

Hier einige Impressionen vom Grillen bei Freuden in Gütersloh sowie zu Besuch in Kaufungen:

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Bierfacts:

Vielen Dank nochmals an alle Beteiligten für die Bewirtung! 🙂

55. Hohenthanner Hell

Das dritte und letzte Helle im Bunde der Reinheitsgebots-Schlossbrauereien kommt aus Hohenthann. Ein kleines Örtchen südöstlich von der Reinheitsgebots-Metropole Ingolstadt.

Ähnlich wie die vorherigen Brauereien ist die Schlossbrauerei Hohenthann eine vollständig unabhängige Privatbrauerei mit handwerklichem Einschlag. Und auch hier vereinigt sich die Dreifaltigkeit aus Brauerei, Gaststätte und Pension. Außerdem bringt die Brauerei zweimal jährlich das Bierblattl raus. Eine Hauszeitung, die über aktuelle Veranstaltungen, Geschichten aus der Region, aber auch Wissenswertes rund um die Brauerei und das Bier informiert. In der letzten Ausgabe (wie sollte es auch anders sein) stand das 500-jährige Jubiläum des Reinheitsgebots im Mittelpunkt. Besonders attraktiv finde ich zudem den sogenannten Schnaklbier-Bus. Ein restaurierter und umgebauter VW-T2-Bulli mit Multimedia-Einrichtung zum Verleih für Feten oder andere Veranstaltungen. Warum allerdings keine Zapfanlage eingebaut wurde scheint mir recht schleierhaft…

Bei einem Portfolio von mehr als 15 Bieren, braut man dank eines Biersommeliers im Team auch Craft-Biere. Das Tanner Hell hingegen ist noch ein Klassiker aus guten alten Zeiten:

„Helles Gold, weißer, etwas gröberer Schaum. Der Duft erinnert an eine frische Blumenwiese und ein wenig an Zitrusfrüchte. Mild in der Kohlensäure, sehr angenehm. Der Geschmack hält, was der Duft verspricht. Auch der Nachhall ist beachtlich, zumal für ein Bier dieses Stils. Leichte, feine Bittere und Zitrusnoten bleiben lange in Erinnerung.“

Das war den Juroren vor drei Jahren zumindest eine Goldmedaille beim European Beer Star wert. Schaun ma also mal, ob ich das bestätigen kann.

Steckbrief

55_Hohentanner Hell-Steckbrief

Bewertung

55_Hohentanner Hell

  • Flaschendesign + Kronkorken

Da ist sie ja wieder meine Lieblingsflaschenform. Aber auch der Rest des Designs überzeugen mich durchaus. Gerade die umfangreichen Informationen auf der Rückseite finde ich sehr positiv. Lediglich bei der Logo-Gestaltung hätte vielleicht etwas mehr Kreativität oder Pathos angewandt werden.

  • Aussehen

Ähnlich hell und klar wie die beiden Vorgänger, aber mit einer beachtlichen Schaumhaltbarkeit.

  • Geruch

Hier differiert dann interessanterweise jedes der drei Hellen. Denn im Vergleich zu 54. ist es hier wieder etwas mehr hopfenbetont und auch leichte Fruchtnoten sind tatsächlich erkennbar. Die angesprochene Blumenwiese bleibt mir jedoch verborgen. Könnte aber daran liegen, dass sich mir spontan keine eindeutige Geruchsassoziation dazu einfällt.

  • Geschmack

Nicht verwunderlich ist auch hier die enorme (und angenehme) Süffigkeit. Hinsichtlich, Malzaroma, Karamellsüße und Bitterkeit orientiert sich das Tannen Hell aber eher am 53.. Der versprochene markante Abgang kann wirklich bestätigt werden. Zwar ist es weit weniger dominant wie bei anderen Biertypen, aber im Vergleich zur Konkurrenz verbleibt eine deutlich spürbarere Feinherbigkeit.

  • Fazit

Insgesamt liegen zwischen allen drei getesteten Hellen teils Nuancen. Das Tannen Hell überzeugt mit einer etwas eigenen Interpretation eines süffigen Hellen, wobei insbesondere das tolle Flaschendesign hervorzuheben ist. Alles in allem würde ich dem Hellen aus Hohenthann zum Abschluss des Reinheitsgebotsmonats April eine gute 2+ (12 Pkt.) vergeben.

55_Hohentanner Hell-Bewertung

Für weitere Infos rund um die Hohentanner Schlossbrauerei siehe http://www.hohenthanner.de/brauerei/unsere-philosophie.php, zum Schnaklbier-Bus auf http://www.hohenthanner.de/schnaklbier.php und das aktuelle Bierblattl gibt´s unter http://www.hohenthanner.de/media/Aktuelles/Bierblattl/Hohenthanner_Bierblatt_01_2016.pdf.

Prost Reinheitsgebot!

54. Löwenbrauerei Passau – Urtyp Hell

Vor dem Hellen ist nach dem Hellen – und so geht es heute mit einem Urtyp weiter. Diesmal aus der Löwenbrauerei in Passau. Nicht nur das Bier, sondern auch die Brauereien aus Autenried und Passau haben dabei vielerlei Ähnlichkeiten.

1874 durch Erwerb von Franz Stockbauer gegründet, musste man bereits 1892 in die heutige Braustätte umziehen, da die einstigen Kapazitäten nicht mehr ausreichten. 1904 erfolgte nach einem schweren Brand des Sudhauses die Umwandlung in die Bayerische Löwenbrauerei Franz Stockbauer AG. Die Expansion der Brauerei nahm ihren Weg zwischen 1953 und 2001, indem man vier Brauereien des Umlandes übernahm und diverse Niederlassungen errichtete. Auch die Löwenbrauerei hat sich dem Umweltschutz verschrieben. So steht die Vermeidung und Verwertung von sog. Reststoffen im Mittelpunkt. Außerdem ist man Teil einer regionalen Kreislaufwirtschaft und erzeugt durch Wärmerückgewinnung Energie. Auch das Reinheitsgebot wird als Teil dieses Umweltmanagements gesehen:

„Kaum ein Produkt ist so sauber und rein wie das Bier. Nur natürliche Zutaten dürfen es sein, chemische Zusätze sind verboten. Das fordert das Reinheitsgebot. Und eine traditionsreiche und traditionsbewusste Brauerei wie die Löwenbrauerei Passau, für die der Begriff Heimat noch etwas zählt, verbindet mit dem „Reinheitsgebot“ mehr, als die Qualität ihrer Produkte. Für sie sind die Erhaltung der ostbayerischen Kultur- und Erholungslandschaft sowie die aktuellen Umweltfragen keine Schlagworte, sondern angewandte Unternehmensphilosophie.

Ob allerdings tatsächlich keine Hilfsstoffe zum Einsatz kommen und inwieweit das hervorgehobene Umweltbewusstsein mehr als die Einhaltung von gesetzlichen Rahmenbedingungen ist, kann ich an dieser Stelle leider nicht nachprüfen.

Dafür kann ich aber das Bier genauer unter die Lupe nehmen:

„Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Einzelteile.
Ausgewählte regionale Rohstoffe- Traditionelle Herstellungsverfahren mit Unterstützung modernster Technik – Sorgfältig ausgeübtes Handwerk unserer Mitarbeiter – Leidenschaft für die Braukunst.
Ergebnis: Charaktervolles Bier mit unverwechselbarem Geschmack und herrlich, hell leuchtender Farbe.“

Dabei soll das Urtyp „mild, ausgewogen und vollmundig“ sowie „heller als manch andere Vertreter seiner Gattung“ sein – mehr noch: „Heller geht nicht!“ Während das Autenrieder Urtyp noch mit silbernen Medaillen Vorlieb nehmen musste, erreichte der Vertreter aus dem Hause Löwenbrauerei Passau 2x Gold im European Beer Star (2009,2010) sowie einmal (2012) im World Beer Cup.

Steckbrief

54_Löwenbrauerei Passau Urtyp Hell_Steckbrief

Bewertung

54_Löwenbrauerei Passau Urtyp Hell

  • Flaschendesign + Kronkorken

Hier kann das Urtyp etwas besser überzeugen als sein Vorgänger. Auch die Rückseite ist ziemlich passabel.

  • Aussehen

Heller Geht es nicht, tönt es aus den Passauer Mündern. Und ich muss sagen: Tatsächlich könnte es sogar noch eine Nuance heller als die Konkurrenz aus Autenried sein. Aber deutlich ist der Unterschied keineswegs. Auch die Schaumbildung ist etwas besser.

  • Geruch

Hier gibt’s nun keine Überraschung. Auch wenn ich ein Helles weiterhin malziger in Erinnerung habe, überwiegt hier zumindest nicht der Hopfenanteil.

  • Geschmack

Ebenso süffig, aber noch malzaromatischer und karamellsüßer als das Autenrieder grenzt es schon fast an bieriger Geschmacklosigkeit. Selbst Bitternoten sucht man hier vergebens. Dafür ist es etwas spritziger und beim Abgang könnte man sich eine ganz feine Herbe einbilden.

  • Fazit

Als Hell-Liebhaber kommt mir dieseR Urtyp natürlich genau recht. Es bedient alle Klischees, die ein Helles so mitbringt und schmeckt herrlich süffig. Auch das Äußere kann recht gut überzeugen. Nur eines ist es wahrlich nicht: Vollmundig. Hier muss die Löwenbrauerei (aber auch viele andere) nochmals in die Sensorik-Schulung. Trotzdem gibt´s hier und heute sehr gute 13 Pkt. (1-).

54_Löwenbrauerei Passau Urtyp Hell_Bewertung

Für weitere Infos rund um die Löwenbrauerei Passau siehe http://www.loewenbrauerei.de/brauerei.php und zum Urtyp Hell auf http://www.loewenbrauerei.de/produkte_bier.php?bid=5.

Prost Reinheitsgebot!

53. Autenrieder Urtyp Hell

Nach den Feierlichkeiten rund um das Bierjubiläum geht das Fest an dieser Stelle mit der Reinheitsgebots-Bier-Box weiter. Heute am Start ein Helles aus bayrisch-Schwaben:

„Autenrieder Bier – dem Guten verpflichtet seit 1650“

In eben diesem Jahr von Heinrich de Lapiére gegründet war die Schlossbrauerei bis 1912 adelig. Dann erfolgte der Verkauf an Alois Rudolph, in dessen Familienhände sie bis heute weilt. Die Schlossbrauerei Autenried zeichnet sich insbesondere durch ihren Beitrag zur Regionalität und Kreislaufwirtschaft aus. Dabei beruht das Wirtschaftssystem und Umweltmanagement auf folgendem Schema:

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Folgende Punkte sind weitere Alleinstellungsmerkmale:

  • eigene Mälzerei
  • alte Familienrezepte
  • ausschließliche Verwendung von Naturhopfen
  • keine künstlichen Stabilisierungsmittel
  • eigene Geräteherstellung

Darüber hinaus kann die Brauerei auch mit der Dreifaltigkeit aus Brauerei, Gaststätte und Hotel aufwarten. Neben dem Urtyp Hell, welches 2009 den silbernen European Beer Star Award erhielt und wie folgt umschrieben wird

„Goldgelb glänzend mit vollmundigem Geschmack, weich und würzig zugleich und mit feinhopfigem Aroma, so schätzen Kenner und Genießer Autenrieder Urtyp Hell als traditionelle urbayrische Spezialität.“

braut man noch knapp 20 weitere Biere, darunter 2 Craft-Varianten.

Steckbrief

53_Autenrieder Urtyp Hell_Steckbrief

Bewertung

53_Autenrieder Urtyp Hell

  • Flaschendesign + Kronkorken

Naja, äußerlich jetzt nicht abschreckend, aber auch nicht besonders einladend. Eher auffällig unauffällig mit Verwendung der Adelssymbolik und Landschaftsmalerei von Autenried.

  • Aussehen

Selbst für ein Helles erstaunlich sehr hell-gelb und kristallklar mit leichter, feinporiger aber relativ haltbarer Schaumbildung.

  • Geruch

Es kann am verkostungsunfreundlichen Glas liegen, aber das Urtyp riecht eigentlich mehr einem Pils als nach einem Hellen. Der Hopfeneinschlag überwiegt deutlich dem Malzanteil.

  • Geschmack

Hier kommt dann aber doch die Wahrheit ans Licht. Wie für ein Helles typisch sehr schön süffig, lecker malzaromatisch mit einer guten Note Karamelsüße und nur wenigen Bitternoten. Resenz und Abgang sind kaum vorhanden.

  • Fazit

Um es vorweg zu nehmen: Ich liebe Helles. Helles ist mein Lieblingsbiertyp. Und so verwundert es mich nicht, dass mir auch dieses schmeckt. Auch wenn Flaschen- und Bieräußeres nicht zusagt und auch der Geruch wenig an ein Helles erinnert, können sowohl Geschmack als auch die Brauerei überzeugen. Und da das meines Erachtens die entscheidenden Punkte sind, gibt es heute für das Urtyp Hell aus den Autenrieder Hause 12 Pkt. (2+).

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Für weitere Infos rund um den die Schlossbrauerei Autenried siehe http://www.autenrieder.com/index.php?content=21.

Prost Reinheitsgebot!

Holy Craft Beer Messe Walberberg

23. April 2016 – 500 Jahre deutsches Bierreinheitsgebot!

Um den gestrigen Tag der Tage auch gebührend zu begehen, half das Schicksal ein wenig mit. Denn just an diesem Wochenende fand die erste „Holy Craft Beer Messe“ in Bornheim Walberberg statt. Veranstaltungsort war die Domäne Walberberg. Eine historische Klosteranlage im Bornheimer Westen – ideal also für Brühler erreichbar. Die Ausstellung selbst fand in der ehemaligen Klosterkirche statt – deshalb der Zusatz „Holy“, auch wenn der Anblick einer Biertheke als Altar schon etwas gewöhnungsbedürftig war.

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Insbesondere vor dem Hintergrund des historischen Bierjubiläums, war es ein perfekter Zeitpunkt, um zu zeigen, was es auch noch jenseits von Bitburger, Krombacher & Co. gibt. Für mich und den anderen Markus war es aber auch einfach nur sehr schön um der deutschen und internationalen Biervielfalt zu frönen.

Folgende Aussteller gaben sich die Ehre:

Britische Biere BrauArt Düsseldorf_I Britische Biere BrauArt Düsseldorf_II

  • BeernerdBottleshop für Australische Biere aus Bielefeld
    (www.beernerd.de)

Prancing Pony Australia_I Prancing Pony Australia_II

Craftbeer Corner Coeln_i

Von FreudeDaneben gab es noch einen weiteren Stand mit diversen deutschen und internationalen (Craft-)Bieren. Außerdem standen an einer Stelle auch ausgewählte Hopfenpellets und Gerstenmalz zur Duft- und Fühlprobe bereit:

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Glücklicherweise war der Besucherstrom auch nicht übermäßig, sodass man tatsächlich auch die schiere Menge an über 200 unterschiedlichen Biere auf sich wirken lassen konnte. Egal ob deutsche, britische, niederländische, belgische, österreichische, estnische, dänische, norwegische, südafrikanische, US-amerikanische oder australische: Es war einfach herrlich eine derartige Vielfalt zu bewundern und zu probieren. Von sauer bis süß, salzig bis würzig, fruchtig bis kaffeeartig, von leicht bis schwer, von sanft bis bitter, von hell bis dunkel war alles dabei. Und es war wieder einmal der Beweis, dass das Reinheitsgebot wie es heute gilt, einer dringenden Reformation bedarf, damit endlich hochqualitative aber eben nicht Mainstream-Biere eine echte Chance haben. Neben der Verkostung von so vielen unterschiedlichen Biergeschmäckern, hatte man auch die Gelegenheit sich mit den Ausstellern ins Gespräch zu kommen. Dabei ließ sich nicht nur über Bier und Biervielfalt, sondern auch über die persönlichen Geschichten philosophieren.

Meine probierten Biere an dem Abend waren:

Außerdem hatte ich die Gelegenheit genutzt und mir ein paar australische und hamburgische Craft-Biere erstanden. Den Craftbeer Corner Coeln, der ja eigentlich in Hürth stationiert ist, werde ich demnächst mal ansteuern, um auch die vielen weiteren Biere, die ich nicht verköstigen konnte, genießen zu können. Die über 30 Kronkorken, die ich an den einzelnen Ständen ergattern konnte, rundeten den Abend sehr schön ab.

Hier einige Impressionen:

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Mein Fazit:
Es tut gut, dass die Craft-Bier-Bewegung nun auch in Deutschland Fuß gefasst hat. Damit wird die deutsche Biervielfalt nach einer (im Vergleich zu den USA nicht ganz so starken) Zentralisierung in den vergangenen Jahrzehnten hoffentlich wieder regionalisiert und erhöht. Dass dabei auch auf hochqualitative Zutaten wert gelegt wird ist ein netter Nebeneffekt. Allerdings sollte bei der ganzen Bewegung auch nicht der Kern der Sache außer Acht gelassen werden: Der Geschmack. Bei aller Experimentierfreude, bringt es freilich wenig, wenn es am Ende nicht schmeckt. Auch sollte differenziert werden, wer sich hier auf dem Markt tummelt. Denn nicht selten sind es nur findige Unternehmer, die aus dem Hype Kapital schlagen wollen und selbst überhaupt keinen Bezug zum Bier und zum Brauen haben.

Weitere Infos gibt es übrigens unter:
https://www.facebook.com/holybeermesse/,
http://www.general-anzeiger-bonn.de/besser-leben/genuss/gastro-aktuell/Geschmack-abseits-des-Reinheitsgebots-article3232292.html und
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bier-craft-beer-brauer-leiden-unter-schlechter-hopfen-ernte-a-1084836.html

Beim Genuss des Reinheitsgebots-Bieres par excellence Herrnbräu Tradition im urigen Schmitz-Mönk-Krug (aus meiner Heimatbrauerei in Willich-Anrath) verabschiede ich mich in den Abend und wünsche ein weiteres Mal Prosit Reinheitsgebot!

23.04.1516 – 23.04.2016: 500 Jahre Reinheitsgebot – (K)ein Grund zum Jubeln?

Heute ist es nun soweit: Das „Reinheitsgebot“ (wie es heutzutage genannt wird) feiert seinen 500. Geburtstag! Höchste Zeit also für eine Hülle und Fülle an Gratulationen und Glückwünschen?! Ich würde sagen ja, aber…

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Damals wie heute ist dieses Reinheitsgebot nicht unumstritten. War es damals noch die scheinbare Preissicherheit und die Zentralisierung des Braurechts bei der herrschenden Elite, ist heute vor allem die aktuelle Rechtslage sowie die Abnutzung des Begriffs als Marketinginstrument größter Kritikpunkt der Gegnerschaft. Bei all der Kritik wird allerdings häufig vergessen, dass wir in Deutschland mit der vielfältigsten und hochwertigsten Bierlandschaft der Welt gesegnet sind, die sicher zu einem großen Teil auf die nun schon 500 Jahre bestehenden Beschränkungen des Bierbrauens zurückgeht. Was ist also dran an all der Kritik, die sich insbesondere in diesem Jubiläumsjahr im Netz und in den Medien ausbreitet?

Festzuhalten bleibt, dass es das (deutsche) Reinheitsgebot so nicht gibt. Erst einmal hat es viele Jahrhunderte gebraucht bis sich das Gebot in ganz Deutschland durchsetzen konnte, wobei es im Laufe der Zeit immer mal wieder modifiziert wurde. Dabei gab es (siehe Beispiel DDR) und gibt es bis heute immer wieder Ausnahmen vom „strengen“ Reinheitsgebot. Zudem ist die derzeitige Biergesetzgebung derart inkonsequent, dass das Label „gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot“ eigentlich kaum noch ein wirkliches Qualitätsmerkmal ist. Ohne mich in die lange Reihe der Kritiker einreihen zu wollen, muss alleine ganz grundsätzlich bemängelt werden, dass es eine derart unterschiedliche Regelung zu unter- und obergäriger Brauart gibt. Es ist kaum vermittelbar, warum in untergärigen Bieren bis heute nur Gerstenmalz, Hopfen und Hefe eingesetzt werden darf, wohingegen bei obergärigen Bieren auch Weizen, Roggen und Hafer sowie Rohr-, Rüben-, Invert- und Stärkezucker, Süßstoffe und daraus hergestellte Farbstoffe Verwendung finden dürfen. Der größte Kritikpunkt hingegen ist wohl, dass trotz dieser reinlichen Vorschrift die Möglichkeit besteht allerhand sogenannter Lebensmittelzusatzstoffe beizumengen, um beispielsweise die Naturtrübung des Bieres zu entfernen. Vor allem die Diskrepanz zwischen der erlaubten Verwendung von chemischen Hilfsstoffen und alleine des Verbots von anderen Getreidegattungen wie Reis, Mais oder Hirse, unterstreicht für mich die Fragwürdigkeit des heute geltenden Biergesetzes.

Meiner Ansicht nach Bedarf es also einer Reform (nicht Revolution) des heutigen Reinheitsgebots. Dabei sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:

1. Genehmigung der Verwendung aller Formen von Getreidemalz – dabei gelten folgende Pflanzen als Getreide:

  • Gerste
  • Weizen und dessen Arten wie z.B. Einkorn, Emmer oder Dinkel
  • Roggen
  • Hafer
  • Reis
  • Mais
  • Hirse (Rispen- und Kolbenhirse, Sorghum sowie alle weiteren Arten)
  • sowie alle daraus entstandenen Kreuzungen wie Triticale oder Secalotricum

2. Möglichkeit der zusätzlichen Verwendung von allen oben genannten Getreiden als Rohfrucht

3. Klare Vorgabe zur ausschließlichen Verwendung folgender Zusatzstoffe:

  • Direkte Getreideprodukte (z.B. Maltose)
  • Zucker nur aus direkter landwirtschaftlicher Erzeugung (incl. Honig)
  • weitere natürliche Zutaten wie Gewürze oder Früchte

4. Ausschluss bzw. strenge Begrenzung der (chemischen) Lebensmittelzusatzstoffe, welche in der Bierherstellung Verwendung finden dürfen

5. vollumfängliche Kennzeichnung und Ausweis aller verwendeten Hauptinhalts- sowie Zusatzstoffe

Dabei soll es niemals darum gehen strenge Vorschriften zur Lebensmittelqualität aufzuweichen, sondern die heutzutage stark dezimierte Biervielfalt Deutschlands wiederzubeleben und mit dem fraglos sehr hohen Brau-Know-How deutscher Bierproduzenten neue hochwertige Biere zu kreieren. Die Reform des Reinheitsgebots würde überdies auch Vorteile für die deutschen Brauer bereithalten. So könnte man mit Reis- oder Maisbieren einen ganz neuen Massenmarkt für günstigere Biere eröffnen. Gleichzeitig würden die „klassischen“ Biere nach dem traditionellen Reinheitsgebot aufgewertet. Zudem hätte man mit modernen kreativen Bieren eine wohl weitaus größere Chance die Jugend (aber auch Erwachsene) wieder zum Bier trinken zu gewinnen, als mit irgendwelchen Biermischgetränken.

Ein Vorschlag zur Güte wäre meiner Meinung nach deshalb eine Kategorisierung von Bieren. Je nach Verwendung von Hauptinhalts- oder Zusatzstoffen (unabhängig der Brauart), wird es einer von sechs Klassen zugeordnet. Folgende Übersicht soll das einmal verdeutlichen:

Dabei wird je nach Rezeptur zwischen Reinheitsgebotskonform oder nicht unterschieden. Darüber hinaus dürfen sich Biere der ersten drei Klassen noch mit einem zusätzlichen Gütekriterium versehen lassen.

Im Fokus des Bierbrauens sollte auch in Zukunft unabhängig des Bieres die grundsätzliche Verwendung von hochwertigen Zutaten stehen. Ein neues für alle Reinheitsgebotskonformen Biere geltendes Gütesiegel könnte dabei für mehr Verbrauchersicherheit sorgen. Eine Arbeitsversion könnte in etwa so aussehen:

Alle weiteren in Deutschland produzierten Biere könnten sich selbstverständlich auch Bier nennen (auch das ist heute noch nicht möglich), insofern sie bestimmte weitere Kriterien (wie Malzanteil, Verwendung von Hopfen oder Hefe etc.) erfüllen. Zudem sind natürlich alle aktuell geltenden Ausnahmen von dieser Regelung weiterhin ausgenommen. Meiner Ansicht nach sollte überdies angestrebt werden, diese allumfassende Regelung auch auf die importierten Biere aus dem Ausland anzuwenden, um dem Verbraucher eine möglichst hohe Transparenz und Sicherheit zu geben. Da diese Regelung deutlich internationaler orientiert ist, sollte dies auf geringen Widerstand stoßen.

Nur somit kann das Reinheitsgebot wieder das sein, was es seit jeher sein sollte, aber durch unterschiedlichste Missbräuche niemals so recht wurde: Ein Qualitätsmerkmal für allerhöchste Braukunst und hochwertigste Zutaten.

Weitere Informationen zum Reinheitsgebot an dieser Stelle unter: 45. & Das Reinheitsgebot

Zudem hier noch einige ausgewählte interessante Links zum Thema:

http://reinheitsgebot.de/startseite/

http://www.welt.de/icon/article153626650/Warum-man-das-Reinheitsgebot-endlich-kippen-sollte.html

http://www.welt.de/sonderthemen/bierreport/article148093684/Warum-sollte-das-Reinheitsgebot-noch-aktuell-sein.html

http://blogs.faz.net/bierblog/

http://deutschekreativbrauer.de/das-natuerlichkeitsgebot/

http://www.taz.de/Zum-Start-der-Gruenen-Woche/!5265757/

http://www.bier1516.bayern/biergeschichten.html

http://www.online-beilage.idowa.de/beilagen/archiv/20160122_reinheitsgebot/index.html#1

http://www.lieblingsbier.de/2015/04/23/wir-brauchen-ein-reinheitsgebot-2-0/

http://www.slowfood-hamburg.de/reinheitsgebot/

http://www.besser-bier-brauen.de/so-siehts-aus/das-reinheitsgebot-die-reine-wahrheit/

http://bier-scout.de/500-jahre-bayerisches-reinheitsgebot-kein-grund-zum-feiern/

http://www.besser-bier-brauen.de/kolumnen/so-siehts-aus/das-reinheitsgebot-die-reine-wahrheit/

http://www.beerkeeper.news/neues-zum-thema-reinheitsgebot

http://www.transgen.de/datenbank/lebensmittel/2095.bier.html

In diesem Sinne also nochmals alles Gute zum 500-Jährigen!

Ein Prosit auf das Reinheitsgebot!

500!

500Liebes Reinheitsgebot,

herzlichen Glückwunsch zu Deinem 500. Geburtstag. Lass Dich ausgiebig und feucht-fröhlich feiern und genieße Deinen Ehrentag.

Hier ein kurzer Überblick über die Feierlichkeiten:

https://www.google.de/search?q=500+jhare+reinheitsg&ie=utf-8&oe=utf-8&gws_rd=cr&ei=WGobV7TuFcepsAHJpZSgBQ#q=500+jahre+reinheitsgebot&tbm=nws

Wir wünschen Dir alles Gute für die Zukunft. Auf, dass Du in neuer Form zur alten Stärke zurückkehrst.

In tiefer Verbundenheit

Dein Team vom Bierjubiläum

Prost!

52. Irlbacher Premium Hefe-Weißbier

Das dritte Weißbier im Bund meiner Reinheitsgebotsreihe ist das Irlbacher Premium Hefe Weißbier (ebenfalls aus der REWE-Bier-Box). Wer Irlbach nicht so genau kennt, dem sei folgende Beschreibung ans Herz gelegt:

„Dort, wo das niederbayerische Hügelland in die Ebene der Donau fließt, reifen seit Generationen in den tiefen Kellern der Schlossbrauerei die Irlbacher Bierspezialitäten. Handwerkliche Braukunst, streng nach dem bayerischen Reinheitsgebot und erstklassige Rohstoffe aus dem Herzen des Gäubodens prägen den Charakter des „Irlbachers“, das zu den besten Bieren Bayerns zählt.“

Gegründet wurde die schon zweite Schlossbrauerei aus der Reihe im Jahre 1811. Im Vergleich zum Grünbacher ist die Besitzer-Geschichte allerdings sehr kurz: Seit Gründung bis heute ist das Unternehmen im Familienbesitz der Grafen von Bray-Steinburg bzw. der Freiherrn von Poschinger-Bray. Inzwischen aber braut man nicht mehr in Irlbach selbst, sondern im nahegelegenen Moos. Neben den eigenen Marken findet auch gelegentlicher Lohnbrau statt. Zudem ist man mit einem Festzelt beim Gäubodenvolksfest in Straubing vertreten. Mit über 120.000 Besucher täglich und einem gesamten Bierausstoß von etwa 8.000 hl gilt es als das zweitgrößte Volksfest Bayerns.

Zum Irlbacher Bier heißt es im Biershop Bayern:

„Gerste und Weizen aus eigenem Anbau, bester Holledauer und Tettnanger Hopfen und das kristallklare Wasser der brauereieigenen Tiefbrunnen geben dem Irlbacher Bier seinen so typischen Charakter. Das Können unserer Braumeister verleiht den Irlbacher Bierspezialitäten ihren unvergleichlichen Geschmack. Irlbacher Bier hat Bayerns Biergeschichte mitgeschrieben.“

Dass daran tatsächlich etwas sein kann, werde ich nicht nur gleich selbst testen, sondern konnte auch schon zweimal durch die Auszeichnung des European Beer Stars bewiesen werden (European Beer Star 2010 Silber Medaille für das Irlbacher Premium Schlossherrn Weisse Dunkel in der Kategorie South-German Style Hefeweizen Dunkel; Bronze Award beim European Beer Star 2011 in der Kategorie German Style Hefeweizen Hell für das Irlbacher Premium Hefe-Weissbier).

Steckbrief

52_Irlbacher Premium Hefe-Weißbier-Steckbrief

Bewertung

52_Irlbacher Premium Hefe-Weißbier

  • Flaschendesign + Kronkorken

Hier ist der adelige Design-Einschlag wie ich finde deutlich zu erkennen. Eher verschnörkelt und altmodisch mit Abbild der beiden Adelshäuser. Richtig ansprechend finde ich es nicht gerade, aber auch nicht total zum Weglaufen.

  • Aussehen

Im Gegensatz zum Grünberger ist hier wieder die Weißbier-typische goldene Farbgebung mit klassischer Hefetrübung vorhanden. Auch die Schaumbildung ist deutlich besser und sehr haltbar.

  • Geruch

Auch hier ist im Vergleich zum Grünberger mehr Weißbier-Klassik da. Noch etwas bananiger und weniger hopfig. Auch die zu vermutende Frische ist bereits erkennbar.

  • Geschmack

Hier dann die kleine Überraschung: Geschmacklich ist das Irlbacher dem Grünbacher ähnlicher als gedacht. Zwar tatsächlich bananiger und vollmundiger, ist es auch recht bitter und leicht hefig. Der Titelzusatz Export kommt auch im Geschmack durch. In der Tat habe ich das Gefühl neben einem üblichen Weißbier, auch einen Hauch Export zu schmecken. Auch im Abgang gibt es immer wieder herbe Spitzen. Dafür ist das Bier sehr frisch und spritzig.

  • Fazit

„Adel verpflichtet.“ heißt es auf der Flasche. Aber ähnlich wie beim Grünberger Weißbier brauche ich wohl noch etwas Zeit um mich an die altbayrische Brauart zu gewöhnen. Allerdings muss ich sagen, kommt mir das Irlbacher doch noch etwas mehr entgegen. Deshalb erhält es mit 11 Pkt. (2) auch einen Punkt mehr.

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Für weitere Infos rund um den die Schlossbrauerei Irlbach siehe http://www.irlbacher.de/de/ (derzeit aber leider in Wartung). Ansonsten für weitere Infos siehe auch http://www.biershop-bayern.de/ostbayern/schlossbrauerei-irlbach.html.

Prost Reinheitsgebot!

51. Grünbacher Altweisse Gold

Nach dem gestrigen Einstieg in die Reinheitsgebotswochen, starte ich heute mit einem Mitbringsel auf dem hiesigen REWE-Markt:

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Mit in der Box waren ein „Reinheitsgebots-Glas“ sowie eine Ausgabe der Reinheitsgebotsurkunde.

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Alleine daran wird deutlich, dass das Bierjubiläum auch nicht spurlos am Handel vorbeigeht und dass hier natürlich auch die Marketingtrommel gedreht wird. Allerdings bin ich etwas erstaunt, dass das Thema zumindest in der Region Köln-Bonn noch nicht viel mehr ausgeschlachtet wird. Außerdem hätte ich insbesondere von den Marktführern mehr Präsenz zu diesem Ereignis erwartet. Auch spezielle Festbiere hierzu hätten mich nicht verwundert. Andererseits vielleicht aber auch ein Indiz für die fehlende Flexibilität der Großbrauereien.

Um auf dem Weißbier-Weg zu bleiben, möchte ich heute mit dem Grünberg Altweisse Gold beginnen. Besagtes Grünberg liegt einen Katzensprung östlich von Erding und beheimatet nach eigenen Angaben etwa auch seit 500 Jahren ein eigenes Brauhaus. Die erste schriftliche Erwähnung ist auf 1590 datiert. Seit der Erteilung der Braugerechtigkeit in 1723, hat die Brauerei eine spannende Geschichte durchlebt. Nach mehrfachem Besitzerwechsel ging die Brauerei 1927 insolvent, um ein Jahr später durch die Familie Noll neben dem Grünberger Schloss wiederaufgebaut zu werden. Kurze Zeit darauf übernahm die bekannte Paulaner Brauerei den Betrieb und veräußerte ihn gleich ein Jahr später wieder. Unter dem Namen „Weißes Bräuhaus Erding“ ging die Schlossbrauerei 1929 dann erneut Konkurs. Auf Initiative von Hermann Noll wurde die Brauerei daraufhin zu einer GmbH umgewandelt, wo sich in der Folge eine Vielzahl an umliegenden Brauereien beteiligten. Dass die Brauerei niemals endgültig unterging, hatte sie offensichtlich ihrer überdurchschnittlichen Weißbier-Qualität zu verdanken, welches sich zu dieser Zeit auf dem aufsteigenden Ast befand. Noch vor seinem Tod 1969 schaffte es Noll alle Gesellschafter auszulösen und aus der Brauerei eine Körperschaft zu machen. Seitdem ist es gelungen das Brauhaus, welches seit 2014 auch unter dem Namen Grünbacher Weißbier Manufaktur agiert, in nunmehr fünfter Generation im Familienbesitz zu führen.

Beschrieben wird das Altweisse Gold auf der Flasche so:

„Nach urbairischer Rezeptur. Original Flaschengärung. Hoher Weizenanteil. Volles Hefearoma für fruchtigen Geschmack. Ohne Wärmebehandlung hergestellt, Naturtrüb, da unfiltriert.
Grünbacher. Unser Handwerk. Ihr Genuss.“

Dann bin ich mal gespannt, wie die Tradition nun im Glas schmeckt…

Steckbrief

51_Grünberg Altweisse Gold-Steckbrief

Bewertung

51_Grünberg Altweisse Gold

  • Flaschendesign + Kronkorken

Flasche, Etikett und Kronkorken finde ich grundsätzlich sehr schön, auch wenn hier nicht der besondere Funken überspingt.

  • Aussehen

Hier hält es schon mal, was es verspricht. Ein wirklich helles Weißbier – wohl das hellste deutsche, was ich bisher zu Gesicht bekam. Zudem schön naturgetrübt. Die Schaumbildung ist hingegen etwas enttäuschend.

  • Geruch

Wie es sich für ein Weißbier gehört, dominiert hier natürlich die Banane. Aber lange nicht so stark, wie man es von den „üblichen“ Kandidaten gewohnt wäre. Vielmehr kommen auch noch andere Zitrusfruchtnoten hervor. Auch eine Prise Malz und Hopfen ist erriechbar.

  • Geschmack

Auch hier kann man einen Eindruck bekommen, wie Weißbier noch vor Hundert Jahren gebraut wurde. Weniger bananig und vollmundig, dafür klar und fast schwach im Geschmack. Eine gewisse Malzetonung und leichte Bitterkeit runden das interessante Geschmacksbild ab. Im Abgang ist es schön feinherb. Sowohl Geschmack als auch Frische errinern sogar eher an den belgischen Bruder Witbier, als an ein übliches deutsches Weißbier.

  • Fazit

Das goldene Altweisse aus dem Schloss Grünberg hat eine wahrlich bewegte Geschichte hinter sich. Und ist somit wohl noch ein Relikt aus früheren Zeiten. Aber entweder bin ich schon zu sehr vom üblichen Weißbiergeschmack geblendet oder ich kann es aus anderen Gründen nicht wertschätzen, aber alles in allem gibt es hier leider zu viele Negativpunkte, die keine sehr gute Wertung zulassen. Vor allem das äußere Erscheinungsbild und der eher flaue Geschmack führen letzenendes zu einer immer noch guten 2- (10 Pkt.).

51_Grünberg Altweisse Gold-Bewertung

Für weitere Infos rund um den die Schlossbrauerei Grünbach siehe http://www.schlossbrauerei-gruenbach.de/.

Prost Reinheitsgebot!

50. 20 – HopfenWeizenBock

Noch keine Woche ist das Ereignis des Jahres mehr entfernt. Zeit also um in die heiße Phase des Bierjubiläums einzusteigen. Und das werde ich gebührend einläuten mit einem Geschenk vom Brühler Biersommelier Markus Weick, den ich ja zur Bierverköstigung in diesem Monat zum Thema 500 Jahre Reinheitsgebot unterstützte. Dabei handelt es sich um zwei Biere, die anlässlich dieses Jubiläums von Junior-Brauern des Verbandes Privater Brauereien kreiert wurden.

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Der Verband Private Brauereien organisiert eigenständige mittelständische Brauereien in ganz Deutschland. Da diese tatsächlich zumindest von der Anzahl her gesehen noch eine breite Mehrheit der Brauereien ausmachen, ist der Verband entsprechend stark besetzt. Unter anderem engagiert sich der Verband für die folgenden Interessen:

  • Förderung regionaler Rohstoffe ohne Gentechnik
  • Engagierter Einsatz für den Erhalt der Biervielfalt
  • Konsequente Beibehaltung des Reinheitsgebots von 1516
  • Aktives Mitwirken an Gesetzesvorlagen, national und in der EU
  • Erhalt der Biersteuermengenstaffel, damit auch in Zukunft kleine und mittelständische Privatbrauereien eine wirtschaftliche Basis haben
  • Veranstalter des internationalen Bierwettbewerbs „European Beer Star

Organisiert in vier Regionalverbänden bietet der Verband diverse Dienstleistungen für seine Mitglieder an. Unterstützung wird auf folgenden Gebieten gegeben:

  • Betriebswirtschaft
  • Marketing/Vertrieb
  • Recht
  • Versicherung
  • Arbeitsschutz/Betriebssicherheit
  • Technik
  • Umweltschutz
  • Ausbildung
  • Seminare

Die jungen Brauer der Verbandsbrauereien haben anlässlich des Bierjubiläums das Projekt 2016 ins Leben gerufen. Dabei wollen sie zeigen, dass das Reinheitsgebot aktueller und innovativer denn je ist. Zu den bekannten 4 Rohstoffen Wasser, Malz, Hopfen und Hefe fügen sie ihre Kreativität und ihr brautechnisches Know-How als fünftes Element hinzu und kreieren – wie sie es bezeichnen – zwei klasse innovative Genussbiere.

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Beginnen möchte mit der 20. Einem sogenannten Hopfen-Weizen-Bock, das auf dem Rücklabel wie folgt beschrieben wird:

„Unser HopfenWeizenBock vereint das Beste aus zwei Welten: Fruchtige Aromen, sowohl von der charaktervollen obergärigen Hefe, als auch vom feinen Aromahopfenspiel, ein vollmundiger Körper mit edlem Prickeln und eine dezente Bitternote, die so richtig Lust auf den nächsten Schluck macht.
Über dem Bier thront ein fester, cremiger Schaumhimmel, das schönste Zeichen für ein perfektes Weißbier – wohl bekomm’s“

 

Steckbrief

50_20-Steckbrief

Bewertung

50_20

  • Flaschendesign + Kronkorken

Als Kronkorken-Sammler ist der „Plöpp“-Verschluss der natürliche Feind. Heute habe ich mich dazu entschlossen, mich mit diesem in ganz christlicher Manier zu verbrüdern. Eine sehr schöne kleine Bügelflasche mit einem ebenso schönen Etikett.

  • Aussehen

Ein sattes und naturtrübes bernstein-gold, gepaart mit einer weizen-typischen sehr guten Schaumbildung. Also auch hier kaum etwas auszusetzen.

  • Geruch

Es wird immer spannender. Sieht man vom Hopfenweisse von Schneider Weisse ab, habe ich noch nie einen derarigen hopfigen Geruch beim Weißbier vernommen. Zudem kommen die schon versprochenen Zitrusfrucht-Noten deutlich heraus.

  • Geschmack

Interessanterweise dominieren die Hopfennoten den Geschmack nicht derart. Vielmehr ist es malzsüßlich und leicht alkoholaromatisch. Was bei knapp 9 Umdrehungen ja auch nicht ausbleibt. Herbere hopfige Zwischentöne werden von einer dumpfen Fruchtnote unterstrichen. Leider ist es nicht ganz so frisch, wie versprochen, Dafür ist der Abgang erstaunlich harmonisch. Recht ölig und süßlich, kommt erst ganz spät eine gewisse Herbe durch.

  • Fazit

Wer über Biervielfalt im Bierjubiläumsjahr philosophiert, für den ist das 20 definitiv das Non-Plus-Ultra. Hintergrund und Präsentation sind in der Tat auch erstklassig. Dass es jedoch auch hier nicht die Bestnote gibt, liegt an dem Umstand, dass mir das Bier tatsächlich doch etwas zu experimentell und alles in allem auch zu süßlich ist. Nichtsdestotrotz erreicht es verdientermaßen herausragende 14 Pkt. (1).

50_20-Bewertung

Für weitere Infos rund um den Verband Private Brauereien siehe http://www.private-brauereien.de/de/index.php.

Zum Projekt 2016 der Junioren geht hier entlang:  http://www.private-brauereien.de/de/private-brauereien/projekt-2016-der-junioren/index.php.

Zudem bietet der Verband auch umfangreiche interessante Informationen zum Reinheitsgebot: http://www.private-brauereien.de/de/reinheitsgebot/index.php.

Und vielen vielen Dank nochmals an Markus! (http://wordpress.99biere.de)

Prost Reinheitsgebot!

Blogbier, die I.

Hier einige Impressionen vom Angrillen bei meinem Kollegen Matthias in Brühl:

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Bierfacts:

  • Königshofer Pils (5%)
    – aus der größeren der beiden Krefelder Brauereien
    – als Billigbier verschrien, hat es in Wirklichkeit ein erstaunlich gutes Preis-Leistungsverhältnis und ist auch nicht wesentlich schlechter als höherpreisige Fernsehbieralternativen
    http://www.brauereikoenigshof.de/web/?page_id=233
    – die kleinere Krefelder Brauerei Gleumes ist aber noch mehr zu empfehlen!
  • Allgäuer Büble Edel Weißbier (5,3% / 12.8 °P)
    – aus Kempten am Bodensee
    – im Antrunk spannenderweise einem belgischen Witbier sehr ähnlich, danach abr bananiger und auch ein wenig gehopft
    http://www.allgaeuer-brauhaus.de/bueble-bier/?beer=edelweissbier
  • Kazematten Grotten Santé (6%)
    – aus dem wallonischen Ypern
    – dunkles belgisches „Grottenbier“, das kühl inm tiefen Untergrund gelagert wird
    – geschmacklich (vermutlich durch den Zuckerzusatz) recht malzig süß
    http://kazematten.be/en/beers/grotten-sant%C3%A9
  • Hoegaarden Spéciale (5,6%)
    – Witbier aus dem flandernschen Hoegaarden an der Grenze zu Wallonien
    – schmeckte angenehm süffig, nicht zu süß, nicht zu herb
    http://hoegaarden.com/beer/speciale/
  • Weltenburger Barock Dunkel (4,7% / 12.5°P)
    – aus der vermutlich ältesten Brauerei (zumindest aber die älteste Klosterbrauerei) der Welt direkt an der Donau in der Nähe von Regensburg
    – das erste und nun meistverkaufte Bier der Eule
    – schmeckte in der Tat auch nicht schlecht – schön malzig-herb
    http://www.weltenburger.de/biergenuss/die-weltenburger-biere/barock-dunkel/

Und vielen Dank nochmals an Matthias für die belgischen Mitbringsel! 🙂

49. EB Premium

Den (voraussichtlich) endgültigen Abschluss meiner Zentralosteuropareise und Ende der Verlängerung bildet wieder ein polnisches Bier. Das im ehemaligen westpreußischen Elbing ansässige EB Premium kann dabei wie so oft auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Den Anfang machte die Gründung der Elbinger Aktien-Brauerei im Jahre der deutschen Reichsgründung. Nur acht Jahre später wurde diese wieder geschlossen und als Brauerei Englisch-Brunnen umfirmiert. Der Name ist auf einen Engländer zurückzuführen, der am späteren Brauereistandort eine Trinkwasserquelle entdeckte. Erst mit der Zerstückelung Westpreußen nach dem 1. Weltkrieg und dem wirtschaftlichen Niedergang im 2. Weltkrieg endete die erfolgreiche Geschichte des englischen Brunnens. Nach Jahren der kommunistischen Planwirtschaft, konnte die nun inzwischen Elbrewery Co. Ltd. genannte Brauerei erst Mitte der Neunziger an die alten Erfolge anknüpfen. Mit dem Mehrheitserwerb durch einen australischen Investor konnte damals sogar eine neue Rekordmarke des Bierausstoßes in Polen erreicht werden. Seit 2004 gehört das Unternehmen der Zywiec-Gruppe und somit dem Heineken-Konzern an.

Steckbrief

49_EB Premium-Steckbrief

Bewertung

49_EB Premium

  • Flaschendesign + Kronkorken

Das äußere Erscheinungsbild haut mich erstmal nicht vom Hocker. Trotz der patriotischen Farbgebung, muss zudem bezweifelt werden, dass es sich bei dem Bier tatsächlich um ein „Original Polish Recipe“ handelt. Vielmehr ist anzunehmen, dass hier die deutsche Brautradition fortgeführt wurde.

  • Aussehen

Auch hier fällt der Hocker nicht um. Gelblich, blank und wenig Schaum.

  • Geruch

Hier kommen wir der Sache schon näher. Recht hopfenbetont mit einer leichten Fruchtsüße kommt es daher.

  • Geschmack

Glücklicherweise kann in der wichtigsten Kategorie der Bestwert erreicht werden. Überraschend süffig, leicht und ausgewogen sowie feinherb im Abgang macht es einen wirklich guten Geschmackseindruck. Da kann man dann auch über die fehlende Frische hinwegsehen.

  • Fazit

Der Nachfolger des hellbayrischen Lagers der Englisch-Brunnen Brauerei hat Glück, dass er sich mit jeder Kategorie sukzessive verbessert. Auch wenn ein Lager sicher kein großes Charakterbier sein kann und somit selten aus der Masse heraussticht, ist sehr gut trinkbar. Aufgrund der mäßigen ersten Kategorien gibt es allerdings für das EB diesmal mit 9 Pkt. „nur“ eine 3+.

49_EB Premium-Bewertung

In Ermangelung einer eigenen Website sei für die historischen Hintergrundinfos der Brauerei Englisch-Brunnen auf http://www.aefl.de/ordld/englischbrunnen/englischbrunnen.htm verwiesen.

Erst jetzt am Ende meiner Reise ist mit eines aufgefallen: Betrachtet man die zentralosteuropäische Brauereilandschaft ist zweifelsohne festzustellen, dass ein erheblicher deutscher Einfluss herrscht. Alle getesteten Biere waren ehemalige deutsche Brauereien in Böhmen, Schlesien oder Preußen. Auch hieran wird deutlich wie tief verwurzelt das Bierbrauen mit der deutschen Kulturgeschichte ist. Kaum eine andere Nation kann eine derartige historische Bedeutung und Vielfalt des Bieres vorweisen. Allein deshalb ist es meiner Ansicht nach das Gebot eines jeden deutschen Biertrinkers diese Vielfalt und Qualität zu erhalten.

Prost!

48. Březňák Original Böhmisch Pils

Nach dem gestrigen Schwarzbier nehme ich heute das original böhmische Pils von Březňák unter die Lupe. Hoffentlich wird hier etwas stärker auf Klasse statt auf Masse gesetzt…

Steckbrief

48_Březňák Pils-Steckbrief

Bewertung

48_Březňák Pils

  • Flaschendesign + Kronkorken

Siehe 47.. Allerdings passt Farbgebung und Flaschenform hier irgendwie besser.

  • Aussehen

Pils-typische Färbung, die mir aber recht gut gefällt, da sie schon sehr gold-gelb ist. Auch der feine Schaum kann überzeugen, auch wenn er lange nicht so haltbar ist wie beim Schwarzbier.

  • Geruch

Insgesamt recht unauffällig, wobei der Geruch erwartungsgemäß hopfiger als malzig ist.

  • Geschmack

Wo ich beim Schwarzbier hier noch negativ überrascht wurde, ist es beim Pils anders herum. Auch wenn ich kein hochqualitatives Bier vor mir habe, schmeckt es typisch pilsig, ohne dabei jedoch deutsch zu wirken. Der Geschmack ist interessanterweise malziger als der Geruch. Sowohl Spritzigkeit als auch Abgang sind nah dran am Schwarzbier, wobei letzterer etwas angenehmer wirkt.

  • Fazit

Glücklicherweise kann das original böhmische Pils deutlich besser überzeugen als das Schwarzbier. Auch wenn es sicher nicht herausragend ist und vielleicht ein Schwarzbier nicht als Schankbier geeignet ist, ist es beruhigend, dass man mit einem tschechischen Pils scheinbar nichts falsch machen kann. Nach dem Motto: Schuster bleib bei deinen Leisten, gibt´s hier eine gute 2 (11 Pkt.).

48_Březňák Pils-Bewertung

Weitere Informationen über den Deutschland Vertrieb unter http://www.drinksunion.de/. Wer mit Tschechisch-Kenntnissen aufwarten kann, dem sei http://www.breznak.cz/ zu empfehlen.

Damit verabschiede ich mich ein zweites Mal aus Tschechien .

Prost!

47. Březňák Schwarzbier

Weiter geht es in der Zentralosteuropareisenverlängerung. Station heute: Březňák. Genauer gesagt. Das kleine schwarze aus diesem Hause. Die Brauerei selbst kann auf eine über 250-jährige Historie zurückblicken. Deute ich das tschechische Etikett der Flasche jedoch richtig, wird das Schwarzbier erst seit 1909 gebraut. Zunächst erst im nordböhmischen Großpriesen gebraut, wurde der Betrieb inzwischen von Krušovice übernommen, wo das Bier heute produziert wird. Seit 1996 wird der deutsche Vertrieb von der Drinks Union Deutschland GmbH vertrieben. Diese behaupten, dass es sich bei Březňák um das meistverkaufte internationale Bier in Deutschland handle. Dies würde ich angesichts der Konkurrenz aus Polen, Niederlande, USA oder Tschechien selbst zwar bezweifeln, bin trotzdem aber gespannt, ob es das Bier auch wert ist.

Steckbrief

47_Březňák Schwarzbier-Steckbrief

Bewertung

47_Březňák Schwarzbier

  • Flaschendesign + Kronkorken

Bei älteren Herren auf dem Etikett scheiden sich glaube ich die Geister. Ich finde, es muss halt passen. Hier passt es zwar grundsätzlich, aber irgendwie will ich nicht warm werden mit dem zigarrerauchenden und biertrinkenden Glatzkopf. Auch ansonsten ein eher mittelmäßiges Design.

  • Aussehen

Mit einer schwarz-rötlichen Farbe endlich mal wieder etwas farbliche Abwechslung im Glas. Zudem positiv zu bewerten die ordentliche und feinporige Schaumbildung.

  • Geruch

Insgesamt kommt das Malz stärker als der Hopfen durch, aber zusammengenommen ein recht ausgewogenen unaufgeregten Geruch.

  • Geschmack

Hier bin ich nun doch etwas enttäuscht. Wie für ein Schwarzbier üblich sind hier natürlich die Röstmalze im Fokus, allerdings ist es mir viel zu wässrig und geschmacksarm. Hinzu kommt eine kaum merkbare Spritzigkeit. Im Abgang vernehme ich dann noch eine leichte trockene Herbe. Zwar kommt der Geschmack mit dem Trinken und das zweite Glas ist tatsächlich besser als das erste, aber nichtsdestotrotz ist das zu wenig.

  • Fazit

Natürlich ist es nicht immer ganz fair unterschiedliche Biergattungen zu vergleichen. Und so kann natürlich ein Schankbier nicht ebenso vollmundig sein wie ein Starkbier. Allerdings kann man hier auch noch nicht mal sagen, dass es besonders süffig ist, da man nun mal auch nicht viel hiervon trinken wollen würde (also das gilt zumindest für mich). Mit etwas Wohlwollen gibt es deshalb für das Březňák Schwarzbier nur 8 Pkt. (3).

47_Březňák Schwarzbier-Bewertung

Weitere Informationen über den Deutschland Vertrieb unter http://www.drinksunion.de/. Wer mit Tschechisch-Kenntnissen aufwarten kann, dem sei http://www.breznak.cz/ zu empfehlen.

Prost!

 

46. Krušovice Imperial

Aufgrund enormer Nachfrage geht meine Zentralosteuropareise in eine Verlängerung. Für die Extra-Spielzeit stehen drei tschechische und ein weiteres polnisches Bier auf dem Programm.

Beginnen möchte ich mit dem zweiten großen Bier aus dem Hause Krušovice. Neben dem Černé ist das Imperial das meistverkaufte Bier der tschechischen Brauerei. Auf der hauseigenen Website wird dieses so angepriesen:

„Ein helles, elegantes feinherbes Premiumbier, das durch die hervorragende Qualität und das besondere Aroma des Saazer Hopfens in seinem Geschmack überzeugt und zu den süffigsten Lagerbieren aus Tschechien zählt. Untergärig eingebraut, nach der typisch böhmischen Brauart, erlebt man mit unserem Imperial höchste Vollendung im Geschmack.“

Zudem hat es diverse internationale Auszeichnungen erhalten. U.a. war es „World‘s Best Czech Pilsner 2014“ – allerdings ist mir nicht ausreichend bekannt, wie seriös diese Wettbewerbe und Auszeichnungen sind.

Steckbrief

46_Krušovice Imperial-Steckbrief

Bewertung

46_Krušovice Imperial

  • Flaschendesign + Kronkorken

Ähnlich wie beim Černé auch beim Imperial als recht positiv zu bewerten, ohne wirklich aufzufallen.

  • Aussehen

Für ein Lager keine Überraschungen. Nur die Haltbarkeit des mäßigen Schaums ist mir positiv aufgefallen.

  • Geruch

Beim Geruch dominiert ganz klar der Hopfen. Außerdem vermittelt der Geruch eine gewisse Frische. Malz hingegen ist nur schwer zu erkennen.

  • Geschmack

„Herbwürzig und hopfig, frisch und spritzig“ – so heißt es bei Krušovice. Es kann sein, dass ich inzwischen an einer gewissen Geschmacksverirrung leide, aber meiner Meinung nach bleibt vom Hopfengeruch im Geschmack nicht mehr viel übrig. Im Gegenteil dominiert eine malzige Note, welche freilich immer wieder von bitteren Zwischentönen unterbrochen wird. Die Frische und Spritzigkeit kann ich dagegen bestätigen (zumindest im Vergleich zu den bisherigen anderen Bieren). Im Abgang bleibt zunächst das Malz dominant, erst spät erreicht einem ein gewisse trockene Herbe.

  • Fazit

Das imperiale Krušovice ist alles in allem meiner Ansicht nach ein sehr passables Lager. Irritierend ist jedoch die geschmackliche Komponente, welche sich nicht so ganz zwischen Bitterkeit und Süffigkeit entscheiden kann. Somit kommt das Imperial auf 11 Pkt. (2) – also einen Punkt schlechter als sein schwarzer Bruder.

46_Krušovice Imperial-Bewertung

Weitere Informationen über das „Königliche“ u.a. auf: http://www.krusovice.de/#home.

Prost!

45. 500 Jahre Reinheitsgebot – Bierverköstigung April

Schneider Weisse Tab 5 – Meine Hopfenweisse | Ayinger Jahrhundert Bier | Herrnbräu Tradition | Bolten Ur-Alt | Lausitzer Porter | Weißenoher Classic Export | Maisels & Friends Pale Ale | Aecht Schlenkerla Rauchbier Märzen | La Trappe Witte Trappist | Tripel Karmeliet

Anlässlich des Bierjubiläum-Monats stand vergangenen Montag ein ganz besonderes Thema zur Bierverköstigung in der Kierberger Eule an: 500 Jahre Reinheitsgebot. Besonders war aber vor allem auch, dass nicht nur Markus Weick durch den Abend führte, sondern auch ich die Gelegenheit hatte Biere zu präsentieren und zum Thema Reinheitsgebot zu referieren. Folgerichtig, wenn man sich das Bierjubiläum anschaut ;). Als Gast durfte ich außerdem Alex begrüßen, der den weiten Weg aus Osnabrück auf sich genommen hatte, um diesem historischen Ereignis beizuwohnen.

Bei den letzten Vorbereitungen der Präsentationsfolien, wärmten wir uns schon einmal mit einem Schneider Weisse Tab 5 – Meine Hopfenweisse auf. Ein wahrlich interessantes Bier. In Zusammenarbeit einer US-amerikanischen Craft-Beer-Brauerei wurde dieser Doppelbock entwickelt und zeichnet sich ganz besonders durch die Kalthopfung aus, welche dem Bier eine besondere Hopfennote verleihen, sodass man die mehr als 8% Alkohol gar nicht so sehr merkte. Die Kalthopfung (auch Hopfenstopfen genannt) wurde übrigens erst nachträglich in den vergangenen Jahren als Reinheitsgebots-konform zugelassen – womit wir auch schon gleich beim Thema wären.

Nach einer guten Schnitzel-Stärkung vom Wirt des Hauses ging es dann auch mit dem ersten offiziellen Bier los: Das Ayinger Jahrhundert Bier.

Ayinger Jahrhundert Bier

Der Name ist daher begründet, dass es in den 1970ern zum 100-jährigen Bestehen der Brauerei eingebraut wurde. Es muss derart erfolgreich gewesen sein, dass man es ins permanente Sortiment mit aufnahm. Das Besondere an diesem Bier ist der Bierstil des Export Hell. Halb Export, halb Hell vereint es eine recht hohe Würzigkeit mit einer gewissen Süffigkeit. Den Einstieg in das Thema Reinheitsgebot bot dabei das Etikett, welches das in Bayern übliche „gebraut nach dem bayrischen Reinheitsgebot“ trug.

Das war dann auch mein Einstieg mit der Präsentation des Herrnbräu Tradition. Ein Bier, welches nicht passender sein könnte für einen Abend wir diesen. Zum Einen kommt es aus der Geburtsstadt des heutigen Reinheitsgebots Ingolstadt, zum Anderen wird es anlässlich des Jahrestages des Bierjubiläums im April gebraut.

Herrnbräu Tradition

Geschmacklich konnte es mich auch überzeugen, ohne, dass eine besondere Klasse herausstach. Eine Flasche für zu Hause durfte ich mir dann sogar auch noch mitnehmen. Ich wüsste auch schon eine Gelegenheit, wann ich mir diese zu Gemüt führe…

Was folgte, war eine grundsätzliche Einführung in die Fragestellung: Was ist eigentlich genau das Reinheitsgebot und wie hat es sich in den vergangenen 500 Jahren entwickelt.

Reinheitsgebot - UrspungReinheitsgebot - Entwicklung

Insbesondere der Unterschied zwischen unter- und obergäriger Brauart sowie die historischen Hintergründe wurden dabei thematisiert. Dabei sei auch nochmals hervorzuheben, dass es sich beim Reinheitsgebot nicht nur um ein Verbraucherschutzgesetz handelte, sondern auch früher wie heute als Marketinginstrument zur Abgrenzung zu ausländischen Bieren herhält. Profitiert haben deshalb nicht nur die Biertrinker, sondern in erster Linie die Politik und Bierwirtschaft (früher Wittelsbacher – heute Braukonzerne).

Bevor es aber mit einer juristischen Vertiefung weiterging, durfte ich endlich das kölsche Land missionieren. Ohne selbst auf die Idee gekommen zu sein und auch ohne provozieren zu wollen, hatte ich die Ehre mit dem Bolten Ur-Alt das älteste Altbier der Welt unter die Leute zu bringen.

Bolten Ur-Alt

Das Alt wird übrigens tatsächlich deshalb so bezeichnet, da es einer der ältesten noch verbliebenen Bierstile Deutschlands ist. Auch wenn es natürlich unverbesserliche Kölsch-Liebhaber gab, kam das Bier zu Recht insgesamt sehr gut an.

Anknüpfend an die theoretischen Ausführungen zum Reinheitsgebot, ging ich dann auf die deutsche Gesetzgebung zum Bier ein.

Deutsche Bier Gesetzgebung

Dabei seien zwei geographische Besonderheiten herauszustellen, die darauf basieren, dass die Interpretation der Biergesetzte und -verordnungen bis heute Ländersache ist. Während in den südlichen Bundesländern weiterhin das strengste aller Reinheitsgebote gilt und Zucker dort grundsätzlich verboten ist, kann dieser und weitere Zutaten aus historischen Gründen bei speziell zugelassenen Bierstilen in der ehemaligen DDR verwendet werden (glücklicherweise sind jedoch nicht mehr alle damals jenseits des Eisernen Vorhangs zugelassenen Zutaten erlaubt). So ist es bis heute nicht gelungen für Gesamtdeutschland eine einheitliche juristische Norm zu finden, sodass im Einzelfall immer wieder Ausnahmeregelungen zum traditionellen Reinheitsgebot vor Gericht erstritten werden (müssen). Als interessanten Hintergrund erläuterte Markus, dass das Bewerben oder Vermarkten des heute recht beliebten Hausbrauens bis in die 1990ern in Deutschland verboten war. Untersagt war sowohl der Verkauf von Zutaten oder Hilfsmittel als auch die Inumlaufnahme von Anleitungen zum Hausbrauen.

Neben der Leipziger Gose ist eines der bekanntesten der besagten Ausnahmen das Lausitzer Porter.

Lausitzer Porter

Während bei anderen Bieren der zugesetzte Zucker kaum oder gar nicht herausschmeckbar ist (siehe 34.), ist dieser beim Lausitzer Porter leider derart dominant, dass es höchstens zum Dessert eine gute Figur machen würde.  Aber im Sinne der Biervielfalt sicher eine gute Idee.

Jenseits des Reinheitsgebotes stellte Markus, dann auch noch weitere Zutaten vor, die häufig (außerhalb des deutschen Biergesetztes) zur Bierherstellung verwendet werden:

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Den Abschluss der offiziellen Verköstigung bot das Weißenoher Export Classic. Seines Zeichens ebenfalls ein Export Hell, womit der Kreis des Abends geschlossen wäre.

Weißenoher Export Classic

Das Besondere am Export Classic ist jedoch etwas Anderes. Als Bio-Bier definiert es die Maßstäbe von Reinheit ganz neu und öffnet somit die Perspektive eines ganz neuen Reinheitsgebotes. Geschmacklich konnte es zwar nicht mit den ersten drei Bieren mithalten (was aber auch an dem zuvor getrunkenen Porter liegen konnte), allerdings ist zu erwarten, dass der Markt von und für Bio-Biere auch in Zukunft weiter wachsen wird.

Zu Übersicht nochmals alle präsentierten Biere:

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Da ich selbst zu sehr mit der Präsentation beschäftigt war, an dieser Stelle die Hitliste von Alex:

  1. Bolten Ur-Alt
  2. Ayinger Jahrhundert Bier
  3. Herrnbräu Tradition
  4. Lausitzer Porter
  5. Weißenoher Classic Export

Es folgen Impressionen vom Abend:

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Im Anschluss an die große Verköstigung hatte ich dann noch die Gelegenheit mit Alex zwei weitere Biere aus dem reichhaltigen Sortiment der Eule zu probieren: Das Maisels & Friends Pale Ale und das Aecht Schlenkerla Rauchbier Märzen. Auch wenn ich beide bereits kannte, sind dies doch zwei sehr schöne Beispiele, wie groß die Biervielfalt selbst unter dem Reinheitsgebot sein kann.

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Als Absacker des Abends genehmigten wir beide uns dann noch zwei Biere aus meiner kleineren aber doch auch recht vielfältigen Bierauswahl:

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Während sich Alex das Witte Trapist von La Trappe einverleibte, hatte ich mit dem Tripel von Karmeliet vorliebgenommen. Zu diesem sei gesagt, dass es nicht nur vom Bierstil her ein Tripel ist, sondern auch mit Gersten-, Weizen- und Hafermalz gebraut wurde. Auch wenn ich die Verwendung von weiteren Getreidesorten wie Hafer, Reis, Mais oder Hirse ausdrücklich befürworte und hoffe, dass es hiervon zukünftig mehr auf dem Markt gibt, konnte das Karmeliet leider nicht sehr überzeugen, da es zu viel Malzsüße besaß. Das Trappist hingegen war für ein belgisches Bier außerordentlich bekömmlich.

Wie wichtig das Thema Reinheitsgebot auch medial wahrgenommen wird, zeigt das folgende Beispiel, dass Alex auf der Rückreise aus Brühl nach Osnabrück im Zug gefunden hat:

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Ein Glück, dass ich meinen Bart vor dem Abend noch gestutzt hatte… 😉

Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend. Prost!

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

 

44. Main Seidla Amber Spezial

Im Monat des Reinheitsgebotsjubiläums gibt es heute ein Bier, welches Tradition und Moderne in besonderer Art kombiniert. Auf der einen Seite haben wir eine noch sehr junge fränkische Brauerei und auf der anderen einen sehr alten (meist noch in England verbreiteten) Bierstil. Das Brauhaus Binkert umschreibt diesen Umstand so:

„Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die meisten Biere nach obergäriger Brauart gebraut. Mit Einführung der Hefereinzucht und der untergärigen Pilsner Brauart wurden die obergärigen Biere mehr und mehr verdrängt.

Bis heute haben sich in Deutschland das Weißbier, das Kölsch und das Alt Bier gehalten. In England hielt man in Form der Ales und Stouts an der Obergärung fest.

Aus Amerika entwickelte sich in den letzten Jahren durch die Entstehung von zahlreichen neuen Kleinbrauereien ein Gegentrend zu dem Einheitsgeschmack der Großbrauereien. Auch in Deutschland und Bayern entwickeln sich derzeit neue Geschmackskreationen.

Unser naturtrübes Amber Spezial ist die fränkische Antwort auf diesen Trend. Wir verwenden auch hierfür ausschließlich einheimischen Hopfen aus den fränkischen Anbaugebieten.“

Darüber hinaus wird das Amber Spezial kaltgehopft, es wird also der Hopfen nicht nur im Sudprozess, sondern auch bei Gärung und Lagerung zugesetzt. Neben der Verwendung des regionalen Spalter und Hersbrucker Hopfen, baut Binkert sogar auf dem Brauereigelände seinen eigenen Hopfen an. Dieser wird dann zu einem Jahrgangssud zusammengebraut.

Neben dem deutschen/bayrischen verschreibt sich die Brauerei auch einem sogenannten fränkischen Reinheitsgebot. Dieses hat die Nachhaltigkeit des Brauens zum Ziel. So wird nicht nur auf regionale Produkte zurückgegriffen, sondern auch nur mit Ökostrom produziert und mit Holzpellets aus der regionalen Forstwirtschaft geheizt. Als zwei i-Tüpfelchen bietet die Brauerei außerdem regelmäßig ein Mitmachbrauen an und bezieht die Produktionsanlagen von der ältesten Brauereimaschinenfabrik der Welt: Kasper Schulz aus Bamberg mit einer Geschichte von über 335 Jahren.

Die aus dem Bamberger Landkreis stammende Brauerei schafft es immerhin schon auf 2.000 hl jährlichen Ausstoß. Und so bin ich sehr gespannt wie der mir vorliegende halbe Liter so schmeckt.

Steckbrief

44_Main Seidla Amber Spezial-Steckbrief

Bewertung

44_Main Seidla Amber Spezial

  • Flaschendesign + Kronkorken

Die erste Kategorie fängt schon mal gut an. Das bisher schönste Flaschen- und Kronkorkendesign meiner kleinen aber feinen Auswahl. Lediglich mehr Informationen zum Bier wären wünschenswert gewesen

  • Aussehen

Auch hier mal etwas ganz anderes. Eine Mischung aus Orange, Bronze und Gold, die zumindest bei mir sehr gut ankommt. Auch die Schaumbildung und -haltbarkeit ist mehr als zufriedenstellend.

  • Geruch

Trotz der Kalthopfung treten hier zunächst (Röst-)Malze und Zitrusnoten in Erscheinung. Erst in dritter Instanz kommt dann doch ein klarer Hopfengeruch durch. Ein Geruch, der mich nicht vollends glücklich macht, aber durchaus mit einem besonderen Charakter überzeugt.

  • Geschmack

Nachdem ich nun fast das erste Glas leer habe verstetigt sich mein guter erster Eindruck. Röst-malzig und leicht bitter im Antrunk, könnte man das Amber Spezial als ein recht vollmundiges Bier bezeichnen. Dabei ist es etwas dumpf und wenig prickelnd, macht aber nie einen unfrischen Eindruck. Der Abgang gestaltet sich erwartungsgemäß herb und gleichzeitig etwas ölig und trocken.

  • Fazit

Gerade im untergärig und hell dominierten Deutschland kommen solche Biere zu Recht immer besser an. Auch wenn mich das Amber Spezial von Main Seidla nicht zu 100% überzeugen konnte und es auch kein Bier für den ganzen Abend ist, tut es gut mal wieder etwas mehr Vielfalt zu genießen. Top Bier + top Brauerei + top Philosophie = 14 Pkt. / 1. Und somit einen sicheren Platz in meinen persönlichen Reinheitsgebots-All-Stars.

44_Main Seidla Amber Spezial-Bewertung

Weiter Infos zur Brauhaus Binkert und den (anderen) Main-Seidla Bieren unter: http://www.mainseidla.de/home.html.

Prost!

43. German Beer Culture

Tegernseer Hell | Pilsner Urquell  | Dortmunder Kronen Export | Tegernseer Spezial | Crew Republic German Pale Ale | Weltenburger Barock Dunkel | Bolten Ur-Alt | Störtebecker Schwarz-Bier | Andechser Bergbock Hell | Rittmeyer Rauchbier | Weißenoher Green Monkey Mandarin | Schneider Weisse Kristall | Göller Rauchbier | Amphora Lvsitania | Marc Chocolate Bock | Aktien Zwickl | Rittmeyer Hallendorfer Kellerbier | Weißenoher Classic Export | Fuller’s Golden Pride Superior Strength Ale | Störtebecker Scotch Ale | Grünhopfen Pils | Schönramer Pils | Spezial Rauchbier

German beer culture

Between Easter and the next regular beer tasting, beer sommelier Markus Weick organized for the first time an English-speaking beer event. The occasion was the visit of a Texan couple in the Rhineland.

Even if I could arrive an hour after the official start and thus missed the first beer, the evening offered still ample opportunity to deepen the subject „German beer culture“. Here Markus went on fundamental (technical) background of beer as well as it is on the history of different beer styles. In addition along a really wide variety of different German beers from all over the country, German beer variety was shown. Between this interesting facts, anecdotes and developments of German beer culture were interspersed repeatedly, although of course also the German „Reinheitsgebot“ came up.

But above all, the evening offered a very good opportunity for the exchange of beer cultural understandings on both sides of the Atlantic. So the craft beer movement was discussed, which indeed in the US took its rise and has begun to grain ground in Germany as well. However, both sides also emphasized a critique of the hype, that not always produces a good quality of beer. Particularly in the US people seems to be more interested in possible exceptional brew instead of producing actually drinkable and marketable beers.

German beer culture 201602 v0.02 extract

In the course of the entire evening these following beers were tasted:

  1. Tegernseer Hell (4.9% – unfortunately missed)
  2. Pilsner Urquell (now tried for the third time)
  3. Dortmunder Export (5.1% – as an example of an almost extinct beer style from the Ruhr which was very popular in the past)
  4. Tegernseer Spezial (5.6% – a Hell with more body / wort)
  5. Crew Republic German Pale Ale (5.6% – the German equivalent to the American Craft Beer movement)
  6. Weltenburger Barock Dunkel (4.7% – from the well-oldest brewery in Germany thitherto the first and best-selling beer of the Eule)
  7. Bolten Ur-Alt (4.9% – for the first time an Alt and that in enemy territory – but it could even convince an experienced Kölsch drinker)
  8. Störtebecker Schwarz-Bier (5% – was tasted in an one on one comparison with two different drink temperatures)
  9. Andechser Bergbock Hell (6.9% – one of the few bright Bock beers in Germany)
  10. Rittmeyer Rauchbier (4.9% – to a much repeated request of the audience)
  11. Weißenoher Green Monkey Mandarin (5.9% – see 42.)
  12. Schneider Weisse Kristall (5.3% – I have left it to the Texans)
  13. Göller Rauchbier (4.9% – yes, there were present true lovers of smoke beer)
  14. Amphora Lvsitania (6% – a beer that Markus bought at a beer festival in Portugal holiday and brought back)
  15. Marc Chocolate Bock (7.5% – one of three signature beers of Maisel’s friends)
  16. Aktien Zwickl (even drank at the March tasting)
  17. Rittmeyer Hallendorfer Kellerbier (5% – not yet tasted in March – although Franconian specialty)
  18. Weißenoher Classic Export (5% – one of the Franconian classics of perhaps Germanys second oldest brewery)
  19. Fuller’s Golden Pride Superior Strength Ale (8.5% – more for the ladies of the round – the cognac under the Fuller)
  20. Störtebecker Scotch Ale (9% – is possibly still presented by Alex)
  21. Grünhopfen Pils (5.4% – a Craft Beer from the house Schönramer)
  22. Schönramer Pils (5% – the classical counterpart)
  23. Spezial Rauchbier (4.9% – to my completion again another smoke beer from the German beer capital Bamberg)

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And please always keep rule # 11 in mind: keep on drinking! So: Cheers!

More informations about the Eule, to the actions and the beer sommelier Markus Weick under: http://wordpress.99biere.de/