Archiv für den Monat: Mai 2016

64. Steinfelder Klosterbier

Zum Abschluss meiner kleinen Eifel-Bier-Reihe wird es spirituell. Denn neben den Gemünder Spezialitäten hat die Brauerei seit vielen Jahren auch die Herstellung des Steinfelder Klosterbieres übernommen.

Das Steinfelder Kloster in der Nähe von Urft wurde bereits im Mittelalter erbaut und seit seiner Bestattung dem heiligen Hermann Joseph (von Steinfeld) gewidmet. Nach etwas längerer Vakanz in der jüngeren Vergangenheit, wurde das Kloster 1923 vom Salvatorianer-Orden neu besiedelt. Die 1881 gegründete Gesellschaft des Göttlichen Heilandes beruft sich in ihrer Spiritualität auf das Johannesevangelium:

„Das ist das ewige Leben: Dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den Du gesandt hast.“ (Joh 17,3.)

sowie auf ihren Gründervater Pater Jordan:

„Alles zur größeren Ehre Gottes und zum Heil der Seelen“

Auch wenn im Kloster früher auch Wein fermentiert wurde, war besonders für das alltägliche Wohl das Klosterbier sehr willkommen. Das im Vergleich zu den anderen Bieren der Reihe der Abwechslung halber mal dunkle Bier wird vom Kloster so beschreiben:

„Das Steinfelder Klosterbier – ein dunkles, untergäriges, unfiltriertes Qualitätsbier, mit kräftigem Geschmack, wird aus besten Eifeler Zutaten gebraut. Die Braugerste stammt aus der Region und wird vor Ort zu Braumalz verarbeitet. Zusammen mit dem hervorragenden Wasser der Eifel und streng nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 entsteht dieses süffige Bier in der Gemünder Brauerei, nach einem abgewandelten Rezept mit dem schon früher die Mönche in Steinfeld ihren Gerstentrunk herstellten „

Bleibt also abzuwarten, ob Gott dieses Bier auch gefallen würde. Ich versuche mich mal einer Antwort auf diese Frage zu nähern.

Steckbrief

64_Steinfelder Klosterbier-Steckbrief

Bewertung

64_Steinfelder Klosterbier

  • Flaschendesign + Kronkorken

Trotz, dass das Bier in der Gemünder Brauerei hergestellt wird, lässt das äußere Erscheinungsbild keinen Zweifel an der Herkunft des Bieres. Sowohl Farbgebung, als auch Anmutung, als auch die Verwendung des klösterlichen Ordenswappens auf Label und Kronkorken – welcher wie ich finde besonders gut gelungen ist – drücken die Verbindung zum Steinfelder Kloster aus.

  • Aussehen

Wie schon beschrieben, mal ein dunkles Bier. Die bernsteinbronzene und klare Farbe wird nur durch eine recht schlechte Schaumbildung getrübt.

  • Geruch

Wie für ein dunkles üblich riecht es sehr malzsüß. Nur eine gewisse nicht näher definierbare Fruchtnote ergänzt den Eindruck.

  • Geschmack

Tatsächlich ist dieses Klosterbier süffig. Allerdings könnte man bei der Würze, der leichten Herbe und Rauchigkeit den Eindruck bekommen es mit einem vollmundigen Bier zu tun zu haben. Bei einem guten Prickelfaktor ist der Abgang feinherb und trocken.

  • Fazit

Zusammengefasst kann man sagen, dass das Steinfelder Klosterbier zwar nicht göttlich ist, aber sicher dem Herrn gefallen würde. In jeder Kategorie im guten Bereich, gibt es auch in Summe eine glatte 2 (11 Pkt.).

64_Steinfelder Klosterbier-Bewertung

Bei all dem gilt es jedoch immer zu beachten:

„Wenn Sie also das gute Steinfelder Klosterbier trinken, denken Sie daran: Es soll Ihnen Freude bereiten und seien Sie dankbar für das, was uns der Herrgott durch die Natur geschenkt hat.“

Für weitere Infos zum Bier siehe http://gemuender-brauerei.de/index.php/unsere-biere/steinfelder-klosterbier.

Weiter Infos zum Salvatorianer Kloster Steinfeld unter http://www.kloster-steinfeld.de/de/Willkommen.

Prost!

63. Gemünder Spezial

Das 4. Bier der Eifel-Reihe lässt sich kaum von den bisherigen unterscheiden. Ebenfalls hell, untergärig, offene Gärung und mit 5,1%. Umso mehr bin ich gespannt, wie es sich von den anderen abheben kann. Das nicht weiter einem Bierstil zugeordnete Spezial wird wie folgt beschrieben:

„Helle, untergärige Bierspezialität, vollmundig, weich und würzig, mit angenehm abgerundeter feiner Bittere. Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516 in offener Gärung.“

Also, dann mal ran ans Bier.

Steckbrief

63_Gemünder Spezial-Steckbrief

Bewertung

63_Gemünder Spezial

  • Flaschendesign + Kronkorken

Die erste Abweichung gleich beim Flaschendesign: Dieses hebt sich nämlich deutlich von den anderen Bieren der Brauerei ab, während der Kronkorken jedoch identisch ist. Ich könnte schwer sagen, welches Design mir besser gefallen würde, wohl eher aber dieses hier.

  • Aussehen

Ähnlich wie die anderen Biere der Reihe, nur etwas dunkel gold-gelber und mit mäßiger Schaumbildung.

  • Geruch

Der Geruch ist klar von einer bitteren Hopfennote geprägt. Außerdem sind noch wenige klare Kräuteraromen riechbar. Vom Malz ist hingegen wenig zu riechen. Interessanterweise kommt mir auch ein merkwürdiger Klebstoff-Geruch in die Nase. Das kann aber auch nur eine situative Verirrung sein.

  • Geschmack

Auch im Geschmack hebt sich das Spezial etwas ab. Grundsätzlich ist zwar die würzige Note auch hier schmeckbar, aber deutlich dominanter als bei den anderen Bieren. Außerdem wirkt es vollmundiger und weniger sauer. Wie schon im Geruch ist auch hier die Bitterkeit der Malzsüße klar überlegen. Bei geringem Prickelfaktor bleibt die herbe Note auch im Abgang erhalten.

  • Fazit

„Das kernig-köstliche Bier aus der Eifel“ heißt es auf dem Etikett. Das würde ich zwar grundsätzlich auch unterschreiben, allerdings will bei mir der Funken nicht überspringen. Irgendwie habe ich das Gefühl hier weder Fisch (Helles) noch Fleisch (Export) vor mir zu haben. Deshalb reicht es auch „nur“ zu einer guten 3+ (9 Pkt.).

63_Gemünder Spezial-Bewertung

Für weitere Infos siehe http://gemuender-brauerei.de/index.php/unsere-biere/ur-gemuender-obergaerig.

Prost!

Kulturelles vom Wochenende III

Hier einige Impressionen vom ersten Grillen bei uns auf’m Balkon:

XX_20160522_143843 XX_20160522_155058 XX_20160522_171021  Bierfacts:

Auf die deutsche Biervielfalt! 🙂

62. Ur-Gemünder Obergärig

Nummer 3 der Eifel-Bier-Reihe ist ein besonderes Bier. Besonders deshalb, weil es eines der wenigen Biere außerhalb Kölns ist, welches nach Kölscher Brauart gebraut wurde, aber aufgrund der Kölsch-Konvention nicht Kölsch genannt werden darf. Deshalb wird es wie folgt beschrieben:

„Helle, obergärige Bierspezialität mit einen kernig, würzigen, typisch obergärigen Geschmack, mit angenehmen milden Hopfenaromen, gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516.“

Was auch immer ein typisch obergäriger Geschmack ist (wenn ich da an Alt und Hefeweizen denke), will ich dann mal genauer unter den Gaumen nehmen.

Steckbrief

62_Ur-Gemünder Obergärig-Steckbrief

Bewertung

62_Ur-Gemünder Obergärig

  • Flaschendesign + Kronkorken

Auch hier keine weiteren Anmerkungen zu 60..

  • Aussehen

Im Vergleich zu 60. und 61. leider etwas weniger Schaumbildung und -haltbarkeit, aber ansonsten viel Ähnlichkeit.

  • Geruch

Selbst nach mehrfachen Versuchen ist das Ur-Gemünder wahrlich kein „Geruchsmonster“. Die geringe Geruchsentwicklung ist wenn, dann eher säuerlich-hopfenbitter.

  • Geschmack

Der Geschmack ist klar, malzig, süß-herb und tatsächlich auch würzig. Leicht prickelnd gibt es dann noch einen klassisch feinherben Abgang.

  • Fazit

Was auch immer kernig in Bezug auf dieses Bier bedeuten soll, hier trifft es bestimmt nicht zu. Allerdings ist auch hier die Gemünder Brauart herauszuschmecken, zwar nicht ganz so lecker wie bei den beiden Vergleichsbieren, aber immer noch passabel (insbesondere für eine Privatbrauerei). Trotz der schlechten Geruchswertung gibt es deshalb (incl. eines Regionalbonus) immerhin noch gute 10 Pkt. (2-).

62_Ur-Gemünder Obergärig-Bewertung

Für weitere Infos siehe http://gemuender-brauerei.de/index.php/unsere-biere/ur-gemuender-obergaerig.

Prost!

61. Gemünder Naturtrüb

Weiter geht es in der Eifel-Bier-Reihe mit einem recht ähnlichen Bier wie in 60. Zwar handelt es sich hier um ein Pils, aber auch dieses ist naturtrüb und in offener Gärung gebraut. Außerdem werden natürlich auch nur Zutaten aus der Region verwendet, welches die Regionalmarke Eifel bestätigt.

„Naturtrübe, untergärige, unfiltrierte Bierspezialität Pilsener Brauart mit feinstem Hopfenaroma, gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516, natürlich in offener Gärung. Erleben Sie den reinen Geschmack und die ursprüngliche Frische dieses Bieres.“

…heißt es auf der Website der Brauerei – und genau das mache ich jetzt auch.

Steckbrief

61_Gemünder Naturtrüb-Steckbrief

Bewertung

61_Gemünder Naturtrüb

  • Flaschendesign + Kronkorken

Aufgrund der mehr als deutlichen Ähnlichkeit zum Eifeler Landbier ist hier 60. nicht viel hinzuzufügen. Allerdings bekommt die grüne Longneck-Flasche leichte Pluspunkte.

  • Aussehen

Trotz unterschiedlicher Biertypen ist hier ebenfalls kein nennenswerter Unterschied zu 60. festzustellen.

  • Geruch

Der Geruch ist erwartungsgemäß pils-mäßig. Weiche Hopfennoten und aromatisch milder Malzgeruch wechseln sich dabei ab.

  • Geschmack

Auch hier ist die Pilsener Brauart herauszuschmecken. Allerdings ist es dabei ziemlich süffig und hopfig-sauer-herb. Der Prickelfaktor ist angenehm erfrischend und im Abgang bleibt eine überraschend malzige Süße.

  • Fazit

Wenn ich zurückblicke auf die Blindverköstigung der drei Pils-Sorten aus dem Schnupperkurs zur Biervielfalt, dann ist das Gemünder Naturtrüb eine gute Mischung aus allen probierten Pils (Tannenzäpfle, Urquell & Moritz Fiege). Eine Pils-übliche Herbe gepaart mit einer süß-säuerlichen Note. Sicherlich nicht das allerbeste und spannendste Bier der Welt, aber gerade für ein Pils erfrischend anders. Nicht nur durch den Regionalbonus deshalb starke 13 Pkt. (1-) für das Naturtrüb aus Gemünd.

61_Gemünder Naturtrüb-Bewertung

Für weitere Infos siehe http://gemuender-brauerei.de/index.php/unsere-biere/gemuender-naturtrueb.

Prost!

60. Eifeler Landbier

Nachdem die Reinheitsgebotsfeierlichkeiten ein Ende genommen haben, möchte ich an dieser Stelle die Reihe „Biere aus meiner Region“ fortsetzen. Nach der großen Kölsch-Verköstigung (siehe Beiträge 1123) und dem ein oder anderen Bonner Bier, folgt nun eine kleine Reihe Biere aus der Eifel.

Alle werden sie gebraut von der Gemünder Privatbrauerei an der Urft in der Nordeifel. Die im Jahre 1961 gegründete Brauerei hat sich von Beginn an zum Ziel gesetzt der „Biereinheit“ der großen deutschen Produzenten regionale urtümliche Bierspezialitäten entgegen zu halten.

Und so geht es heute los mit dem meistverkauften Bier der 20.000 hl Ausstoß per anno – dem Eifeler Landbier. Das nicht weiter definierte Landbier zeichnet sich insbesondere durch seine „Unfiltriertheit“ aus.

„Das Eifeler Landbier ist eine besondere Bierspezialität und liegt als Trinkerlebnis im Trend der Zeit. Es ist für den innovativen Gastronomen wie auch für den qualitätsbewusten Biertrinker und Bierkenner eine willkommene Alternative zu den bekannten Konsumbieren.

Der gehaltvolle Biergeschmack, die feinperlige, natürliche Kohlensäure, das urige Aussehen und vor allem die angenehme Bekömlichkeit lassen das Eifeler Landbier schnell neue Stammkunden gewinnen. Maßvolles und genüssliches Biertrinken wird zum Erlebnis.“

Als qualitätsbewusster Biertrinker und -kenner sollte das also dann ein Selbstläufer werden…

Steckbrief

60_Eifeler Landbier-Steckbrief

Bewertung

60_Eifeler Landbier

  • Flaschendesign + Kronkorken

Die Zielsetzung des Unternehmens wird auch auf dem Flaschenäußeren sichtbar. Das Design ist gewollt altertümlicher gehalten, ebenso der Kronkorken. Zudem prangert das Eifeler Kulturgut-Symbol auf dem Etikett. Auch wenn es meiner eher schlichteren Bevorzugung nicht entgegenkommt, finde ich es auch nicht sehr ausladend.

  • Aussehen

Aufgrund der unfiltrierten Ankündigung hätte ich mit etwas mehr Naturtrübung gerechnet. Die Schaumbildung und -haltbarkeit hingegen war phänomenal.

  • Geruch

Hier erleben meine Geruchsknospen eine Mischung aus Karamellsüße, Hopfencitrus, Röstmalze und roten Früchten. Also alles andere als gewöhnlich und sehr einladend zum Antrunk.

  • Geschmack

Auch hier eine kleine Überraschung: Eines der sauersten Biere meiner Rezensionen. Trotz dieser Säure (die aber bei weitem noch nicht an einer Gose rankommt) ist es aber auch recht süffig und weich. Zudem paart sich zur Säuerlichkeit eine gewisse Süße (ohne aber gleich an eine chinesische Platte zu erinnern). Eine Spritzigkeit und der Abgang sind kaum spürbar.

  • Fazit

Ob ich nun Stammkunde werde, kann ich noch nicht sagen, aber das erste Bier der Eifeler Reihe macht schon mal einen guten Eindruck. Vor allem die säuerliche Note überzeugt, da dies in der Tat nicht häufig in guten Bieren zu finden ist. Jedoch ist es auch Geschmackssache, sodass das genüssliche Biertrinken sicher nicht jedem liegen wird. Mit mehr als soliden 12 Pkt. (2+) nimmt es eine gute Ausgangsposition ein.

60_Eifeler Landbier-Bewertung

Für weitere Infos siehe http://www.eifelerlandbier.de/.

Prost!

Maiwoche Osnabrück

Am Pfingstsamstag hatte ich die Gelegenheit Alex und Nils in Osnabrück zu besuchen. Anlass war unter anderem der Besuch der dortigen Maiwoche. Das ist eine typisch Osnabrücker Veranstaltung um die feierfreie Zeit zwischen Ostern und den Sommerferien zu überbrücken. Seit den 1970ern wird dabei mit einer gewachsenen Anzahl an Gastro-Buden, Musikacts sowie weiterem Kulturprogramm dem nahenden Sommer gehuldigt. Weshalb die Maiwoche nun hier Erwähnung findet, liegt an der Tatsache, dass sie zum Anlass genommen wird verschiedenste Maiböcke (aber auch weitere Biere) anzustechen und auszuschenken.

Zuvor hatte ich mich hingegen mit zwei Kölsch „aufgewärmt“ (mussten weg):

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  • Colonius Kölsch (4,8%)
    – das neue Netto-Kölsch (Markteinführung vor einigen Monaten)
    – gebraut von Sünner- allerdings nicht wirklich lecker
  • Dom Kölsch (4,8%)
    – alte Marke mit neuem Design, was mir im Übrigen sehr gefällt
    – die Dom-Brauerei ist seit vielen Jahren Besitzer des ehemaligen Brühler Giesler Kölsch
    http://domkoelsch.de/#gastro

Auf dem Weg zur Maiwoche gab´s dann noch zwei weitere mehr oder weniger Köstlichkeiten im bottled auf dem Adolf-Reichwein-Platz:

XX_20160514_162303 XX_20160514_170257Bierfacts:

Auf der Maiwoche selbst, welche sich über die gesamte Innenstadt Osnbrücks erstreckt, gab es dann folgende Spezialitäten:

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  • Herforder Maibock (6,6% / 16.4 °P / 63 kcal/100ml)
    – eines der bekanntesten (weil populär vermarkteten) Maiböcke aus Westfalen
    – auf dem Bild übrigens auch zu sehen: die Osnabrücker Maibowle – gehört wie das Maibock ebenso zur Maiwoche
    http://barre.de/produkte/biere/barre-pilsener
  • Rampendahl Spezial (5,2% / 12.5 °P)
    – aus der letzten Hausbrauerei Osnabrücks in der Hasestraße
    – die ereignisreiche Geschichte des Hauses geht bis in 1430 zurück, als der Anführer eines Ratsaufstandes, welche die Brauerei geründet hatten, hingerichtet wurde
    – wie die meisten anderen Biere von Rampendahl sehr empfehlenswert
    – im Hintergrund zu sehen: Das Osnabrücker Rathaus
    http://hohenfelder.de/unsere-biere/hohenfelder-pilsener-05-l/
  • Osnabrücker Pils (4,8%)
    – das ehemalige Osnabrücker Original
    – 1983 wurde die Osnabrücker Actien-Brauerei jedoch von Mehrheitsaktionär Oetker aufgelöst und der Dortmunder Actien-Brauerei zugeschlüsselt
    – Seither wird das Osnabrücker Pils in Dortmund gebraut und nur in wenigen Osnabrücker Gastronomien ausgeschenkt. In der Flasche ist es gar nicht zu bekommen.
    – im Hintergrund zu sehen: Die evangelische Marienkirche
    https://de.wikipedia.org/wiki/Osnabr%C3%BCcker_Aktien_Brauerei

Mehr Infos zur Maiwoche zudem unter: http://www.osnabrueck.de/maiwoche/start.html

Vielen Dank auf diesem Wege nochmals an Alex für die überaus köstliche Gastfreundschaft! 🙂

59. 16 – BlackImperialBock

Zum Abschluss der Reinheitsgebots-Festwochen schließt sich der Kreis zur Eröffnung (siehe 50.). Denn mit dem Black Imperial Bock der Junioren der Privaten Brauereien handelt es sich um das zweite Bier, das anlässlich des Bierjubiläums von Junior-Brauern des Verbandes Privater Brauereien kreiert wurde.

Die jungen Brauer der Verbandsbrauereien hatten anlässlich des Bierjubiläums das Projekt 2016 ins Leben gerufen. Dabei wollten sie zeigen, dass das Reinheitsgebot aktueller und innovativer denn je ist. Zu den bekannten 4 Rohstoffen Wasser, Malz, Hopfen und Hefe fügten sie ihre Kreativität und ihr brautechnisches Know-How als fünftes Element hinzu und kreierten – wie sie es bezeichnen – zwei klasse innovative Genussbiere.

„Brauen mit dem Reinheitsgebot heißt seit 500 Jahren etwas G´scheites, Echtes, nichts Gepanschtes, eben Bierbrauen nur mit Wasser, Malz, Hopfen und Hefe.
Dazu kommen wir – der fünfte Rohstoff. Die frische Kreativität von 21 jungen  PrivatbrauerInnen aus ganz Süddeutschland. Wir sind Braumeister und Getränkebtriebswirte, leidenschaftliche Profis. Wir wissen, was wir tun, wir brauen in richtigen Sudhäusern. Entstanden sind zwei Genussbiere mit Trafition und frischer Kreativität, eben Biergenuss für den besonderen Anlass.“

So möchte ich die Festwochen nun mit der 16 schließen. Einem sogenannten Black-Imperial-Bock, das auf dem Rücklabel wie folgt beschrieben wird:

„Schwarz und charakterstark, so präsentiert sich unser BlackImperialBock. Eine Versuchung für jeden besonderen Anlass. Schon in der Nase begrüßen Sie intensive Schokoladen- und Karamellaromen, gefolgt von kernigen Kaffeenoten und einem Hauch von Rauch im Geschmack. Feine Aromahopfen runden das Geschmacksfeuerwerk im Mund ab, und am Ende bleibt nur ein Lächeln und die Freude auf den nächsten Schluck“

Steckbrief

59_16-Steckbrief

Bewertung

59_16

  • Flaschendesign + Kronkorken

Hier ist dem in 50. geschilderten Äußerungen fast nichts hinzuzufügen. Insbesondere aber die Farbkombination aus Gelb und Grün gefällt mir bei den beiden Bieren.

  • Aussehen

Endlich mal wieder ein dunkles Bier. Neben der dunklen Kastanienfarbe und der vermutlichen Naturtrübung fällt die enorme Schaumbildung und lange Haltbarkeit sehr positiv auf.

  • Geruch

„Schon in der Nase begrüßen intensive Schokoladen- und Karamellaromen…“ heißt es in der Beschreibung. Und in der Tat ist eine feine Zartbitter-Schokoladennote erkennbar. Viel stärker sticht allerdings ein rauchiger und röstmalziger Geruch heraus. Die Karamellsüße kann ich demgegenüber nicht erkennen.

  • Geschmack

„… gefolgt von kernigen Kaffeenoten und einem Hauch Rauch im Geschmack.“  heißt es weiter. Der schon zuvor identifizierte Rauch zieht sich auch im Geschmack durch. Ebenso die Röstmalznoten. Zudem kommt immer wieder eine aromatische Bitterkeit und eine dumpfe fruchtige Süße durch. Selbst den Kaffee kann man erstaunlich gut herausschmecken. Die Resenz ist nur mäßig, der Abgang aber umso intensiver. Süß und gleichzeitig herb und vor allem recht ölig bleibt das 16 in Erinnerung.

  • Fazit

Wer über Biervielfalt im Bierjubiläumsjahr philosophiert, für den ist nicht nur das 20 definitiv das Non-Plus-Ultra, auch das 16 kann da ebenso mithalten. Hintergrund und Präsentation selbstverständlich ebenfalls erstklassig. Leider kann mich aber auch dieses Bier nicht in Gänze überzeugen, da ich mir einfach von einem solch besonderen Produkt noch etwas mehr Kreativität und Geschmacksvielfalt erwartet hätte. Nichtsdestotrotz erreicht es gleicher- und verdientermaßen sowie herausragende 14 Pkt. (1).

59_16-Bewertung

Für weitere Infos rund um den Verband Private Brauereien siehe http://www.private-brauereien.de/de/index.php.

Zum Projekt 2016 der Junioren geht hier entlang:  http://www.private-brauereien.de/de/private-brauereien/projekt-2016-der-junioren/index.php.

Zudem bietet der Verband auch umfangreiche interessante Informationen zum Reinheitsgebot: http://www.private-brauereien.de/de/reinheitsgebot/index.php.

Und vielen vielen Dank nochmals an Markus! (http://wordpress.99biere.de)

Prost Reinheitsgebot!

58. Falkenfelser Festbier – 500 Jahre Reinheitsgebot

Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen für das Bierjubiläum vollständig auf einerseits die sogenannten Fernsehbiere und andererseits die Discount-Biere zu verzichten. Im Rahmen meiner Recherchen bin ich dann aber auf das obige Bier aus dem Netto-Markt gestoßen und konnte daran nun schlecht vorbeigehen ohne es zu kaufen. Nicht nur der Anlass war ein Kaufgrund, auch bietet sich die einmalige Gelegenheit das Discount Produkt mal mit der Konkurrenz zu vergleichen – auch wenn ein 1:1-Vergleich aufgrund der Biersorte natürlich nicht möglich ist. Außerdem gab es zeitgleich auch noch eine Rabattaufkleberaktion bei Netto, sodass mir dieses Bier tatsächlich nur 39 ¢ gekostet hat. Also auf ein gutes Gelingen.

Steckbrief

58_Falkenfelser Festbier-Steckbrief

Bewertung

58_Falkenfelser Festbier

  • Flaschendesign + Kronkorken

Zugegebenermaßen gefällt mir das Flaschendesign besser als für ein Discount-Bier vermutet. Die Schlichtheit kommt mir grundsätzlich entgegen, auch wenn hier natürlich schon erkennbar ist, dass man es nicht mit einem hochwertigen Produkt zu tun hat.

  • Aussehen

Farblich und hinsichtlich Schaumbildung ist dem Festbier auch kein großer Vorwurf zu machen. Dass nicht (mehr) viele Biere naturtrüb hergestellt werden, habe ich ja bereits erleben dürfen und gehört einfach zu verschiedenen Bierstilen dazu.

  • Geruch

Hier bin ich zunächst positiv überrascht, da eine klare Röstmalz-Note heraussticht. Auch erriechbar ist eine grundsätzlich fruchtig-hopfige Note. Allerdings fällt schon ein leicht industrieller Einschlag auf, der das Geruchserlebnis etwas trübt.

  • Geschmack

Im ersten Moment bin ich ebenfalls positiv überrascht. Die Karamellmalzige Süße verbindet sich zunächst sehr schön mit der hopfigen Bitterkeit. Allerdings wird diese im Verlaufe immer unrunder und äußert sich dann in einem herben lang anhaltenden und z.T. stechenden Abgang. Zwar nehmen diese Irritationen mit der Zeit ab – ein merkwürdiges Gefühl aber bleibt.

  • Fazit

Wie fast zu vermuten schlägt sich das Discount-Festbier erstaunlich gut. Klar, kann man bei 39 ¢ keine Geschmacksexplosion erwarten und auf eine handwerkliche Braukunst hoffen. Aber gerade für den kleinen Geldbeutel ein mehr als anständiges Bier und vermutlich besser als die anderen Produkte der Reihe. Insgesamt hat es bei mir daher mit 11 Pkt. eine gute 2 verdient.

58_Falkenfelser Festbier-Bewertung

Prost 500 Jahre Reinheitsgebot!

57. Arcobräu Urfass

Zum Abschluss des Reinheitsgebots-Pakets gibt es nochmal einen richtig edlen und prominenten Vertreter seiner Art. Denn das Urfass aus dem niederbayrischen Hause Arcobräu geht nicht nur auf eine lange adelige Geschichte und Tradition zurück, sondern ist bis heute wahrlich royal geführt.

Der Beginn wird auf 1567 datiert, als Johann Albrecht Graf von Preysing die Mooser Brauerei von seinem Schwiegervater Stephan Trainer übernahm. 1789 erfolgte die Grundsteinlegung der heutigen Braustätte. Die in 1887 eingeleitete Mechanisierung erreichte 1993 bzw. 2006 ihren vorläufigen letzten Höhepunkt mit der Installation einer eigenen Hefezucht- respektive der Inbetriebnahme einer Entalkoholisierungsanlage. Vor 190 Jahren erfolgte aber bereits der erste Weißbier-Brauversuch und 1910 wurde schon das erste Helle gebraut. 1922 nach dem ersten Weltkrieg errichtete die damalige Schloßbrauerei Moos dann das erste Festzelt auf dem Straubinger Gräubodenfest.

In den Wirren des zweiten Weltkriegs erfolgte schließlich die Übernahme des Hauses Preysing von den Arcos. Nach dem Tod des Grafen Kasper von Preysing trat 1940 seine Schwester Maria Theresia Gräfin von und zu Arco-Zinneberg (geborene Gräfin von Preysing-Lichtenegg und Moos und Enkelin vom letzten bayrischen König Ludwig III.) das Brauerei-Erbe an. 20 Jahre später fasste Graf Ulrich Philipp von und zu Arco-Zinneberg sämtliche Brauereien, die bis dato im Besitz der gräflichen Familie stand, unter dem bis heute gültigen Namen Arcobräu in dem Mooser Stammhaus zusammen.

Das Zeichen der neuen Marke wurde das Familienwappen der Grafen von und zu Arco-Zinneberg. Dieses bildet den Doppeladler des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation ab, da der damalige Kaiser Sigismund 1415 die Reichsunmittelbarkeit und den erblichen Grafenstand an die Familie der Grafen Arco verlieh. Zudem zeigt es die stilisierte Burg Arco vom Ursprungssitz der Arcos am Gardasee. Dieses Symbol der Grafschaft Arco in Nord-Italien wurde übrigens bereits von Albrecht Dürer auf seiner Italien Reise in einem Aquarell festgehalten und befindet sich heute im Louvre in Paris.

Heute wird die Brauerei (Ausstoß 2010: 140.000 hl) im Übrigen von Riprand Graf von und zu Arco-Zinneberg sowie seiner Kaiserlichen Hoheit Marie Beatrice, Erzherzogin von Österreich geführt. Nicht nur adelig, sondern wahrlich royal eben…

Unter dem Motto:

„Bewährtes bewahren, ohne den Fortschritt aus den Augen zu verlieren“

hat sich das Brauunternehmen und seine Angestellten folgenden 7 Leitlinien verschrieben:

  1. Freiheit durch Unabhängigkeit
  2. Persönliche Verantwortung
  3. Einzigartige Vielfalt
  4. Höchste Qualität
  5. Saubere Umwelt
  6. Echte Tradition
  7. Gelebte Heimatverbundenheit

„Tradition hat nicht nur etwas mit dem Alter zu tun, sondern auch mit der Einstellung. Als privat geführte Brauerei wird unser Handeln nicht vom Aktienkurs bestimmt, sondern von den Wünschen und der Zufriedenheit unserer Kunden. Wir fühlen uns den Menschen unserer Region persönlich verpflichtet. Ob als Arbeitgeber, als Förderer der regionalen Wirtschaft oder als Garant für niederbayerische Brautradition mit ihrer Geschmacksvielfalt an regionalen Bier-Spezialitäten.“

Bei dieser wirklich außerordentlichen Historie und Einstellung bin ich gespannt, ob auch das Bier einen Adelstitel verdient hat.

Steckbrief

57_Acrobräu Urfass-Steckbrief

Bewertung

57_Acrobräu Urfass

  • Flaschendesign + Kronkorken

Fast schon erwartbar war das eher traditionelle und unaufgeregte Flaschendesign. Wahrlich kein Ausreißer nach oben aber gespickt mit feinen Details wie dem schon beschriebenen Adelswappen. Auch die Angabe der Stammwürze auf der Rückseite finde ich außerordentlich. Unter der silbernen Glanzfolie des Kronkorkens verbirgt sich übrigens tatsächlich das edle und traditionsreiche Familienemblem.

  • Aussehen

Auch hier gibt es keine Überraschungen. Für ein Helles gewohnt hell und klar. Der Schaum ist zwar zufriedenstellend aber wenig haltbar.

  • Geruch

Hier ist dann schon die erste Besonderheit spürbar. Im Vergleich zu anderen Hellen deutlich hopfiger, wenig malzig und leicht fruchtig im Geruch.

  • Geschmack

„Würzig im Geschmack mit einer besonders abgerundeten Bittere“ wird das Urfass beschrieben. Und tatsächlich kann ich dem beipflichten. Für ein Helles ungewöhnlich bitter und wenig malzig-süß. Eigentlich ähnelt es eher einem Export. Trotz der relativ großen Bitterkeit ist es aber jederzeit sehr süffig.

  • Fazit

Das Urfass soll auf die lange traditionsreiche Braugeschichte des Hauses hindeuten. Leider werden durch die Bezeichnung als helles Bier hier falsche Erwartungshaltungen erzeugt. Denn klassisch hell ist dieses Bier wohl nicht. Da sei wohl eher auf das Mooser Liesl oder das Schloss Hell zurückzugreifen. Auch die web-seitige Beschreibung als „vollmundig süffig“ muss ich als klassischen Fauxpas werten, der einer versierte Brauerei nicht passieren dürfte. Nichtsdestotrotz habe ich es hier mit einem überdurchschnittlichen Bier aus privater Brauhand zu tun, welches durch seine besondere Verknüpfung von Bitterkeit und Süffigkeit besticht. Einschließlich eines Sonderpunktes für besondere Geschichtsträchtigkeit erhält das Arcobräu Urfass von mir in Summe deshalb 12 Pkt. (2+).

57_Acrobräu Urfass-Bewertung

Für weitere Infos zur Brauereigeschichte und zur Familienchronik der niederbayrischen Grafen und österreichischen Erzherzögen mit heiliger, römischer und deutscher Tradition unter http://www.georgenbraeu.de/home-62.html.

Prost Reinheitsgebot!

56. St. Georgen Bräu Keller Bier

Nach genau einer Woche Zwangspause, in der mich die berüchtigte Männergrippe zur Bierabstinenz zwang, möchte ich mich mit meiner Reinheitsgebotsbox-Reihe zurückmelden.

Am Start ist heute das Kellerbier aus dem fränkischen Hause St- Georgen Bräu. Zur Abwechslung mal wieder keine Schlossbrauerei, aber auch privat geführt. Und mit 40.000 hl die größte Brauerei aus dem Landkreis Bamberg. 1624 gegründet, war es von 1814 bis 2009 in der Hand der Familie Modschiedler. Seitdem ist es vom damaligen Braumeister Norbert Kramer übernommen und modernisiert worden. Im Fokus stehen alte fränkische Bierklassiker.

Besonderheit dieses Kellerbiers (sowie auch weiterer fränkischer Kellerbiere) ist, dass es ungespundet ist. Das bedeutet, dass das Spundloch des Reifefasses nicht verschlossen ist und somit die Gärkohlensäure fast vollständig entweichen kann. Somit ist das Bier erheblich kohlensäureärmer als vergleichbare Biere.

In der Hoffnung die ausklingende Seuche nimmt mir nicht alle Sinnesnerven, bin ich gespannt wie das erste Bier nach einer Woche schmeckt.

Steckbrief

56_St.Georgen Bräu Kellerbier-Steckbrief

Bewertung

56_St.Georgen Bräu Kellerbier

  • Flaschendesign + Kronkorken

Positiv: Die historisch anmutende Gestaltung mit der Darstellung der alten Braustätte und der altdeutschen Schrift. Negativ: zu unprofessionell wirkend, zu wenige Rahmeninformationen.

  • Aussehen

Wie oben ersichtlich eine dunkelgoldene bis kupferne Farbe. Von der versprochenen Hefetrübung ist zunächst allerdings wenig zu erkennen. Der wenig aufbauende Schaum hält sich jedoch recht lange.

  • Geruch

Was meine noch leicht angeschlagenen Riechkolben wahrnehmen ist eine interessante Mischung auch einer malzig-brotigen und einer Südfrucht-Note.

  • Geschmack

Auch wenn meine Zungenknospen noch etwas verzerrt und aus dem Training sind, will ich behaupten, es mit einem doch recht bitteren Bier zu tun zu haben. die trockene Malzigkeit aus dem Geruch verbindet sich mit einem erdigen Grundgeschmack. Die Herbe Note verbleibt auch bis zum Abgang. Erwartungsgemäß ist nur eine wirklich sehr geringe Resenz spürbar.

  • Fazit

Vor dem Hintergrund meiner noch abklingenden Seuche kann es durchaus zu Geschmacksverirrungen kommen, aber entweder ist das Kellerbier an sich nichts für mich oder mein Schmeckorgan muss sich heute erst mal wieder an Bier gewöhnen. Auf die Gefahr hin, dass ich dem Kellerbier aus Buttenheim ein großes Unrecht tue und es in Wahrheit exzellent schmeckt, kann ich heute aber nicht mehr als 8 Pkt. (3) vergeben.

56_St.Georgen Bräu Kellerbier-Bewertung

Für weitere Infos siehe http://www.georgenbraeu.de/home-62.html. Zudem hat sich die Brauerei die Website www.kellerbier.de gesichert, welche auch ebengenannte Seite weiterleitet.

Prost Reinheitsgebot!