Archiv für den Monat: September 2016

„Oktoberfest“ in Brühl

Im Rahmen des ersten „Oktoberfestes“ im Brühler Bermuda-Dreieck, habe ich mir dann auch mal ne Maß Oktoberfestbier gegönnt:

„Seit 1818 brauen wir zur Wiesnzeit unser untergäriges Festbier – das beliebteste Oktoberfestbier Deutschlands und eine echte Münchner Institution. Eine Maß voll Oktobersonne, kraftvoll und golden. Im Geschmack die perfekte Balance von leichter Hopfennote und kräftigem Malz. Festlich, vollmundig, wunderbar süffig. Ein Bier, das es nur zur Wiesn gibt.“

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99. Nittenauer Hopfenzwerg

Nach dem gestrigen Negativerlebnis sind meine Hoffnungen für das heutige Bier entsprechend deutlich höher. Schließlich habe ich es mit einem Kreativbier aus einer gestandenen Brauerei zu tun. Dabei macht der Webauftritt schon mal einen guten Eindruck. Die 1762 gegründete Brauerei befindet sich im nord-östlich von Regensburg gelegenen Ort Nittenau und braut neben den deutschen bzw. bayrischen Bierklassikern seit einigen Jahren auch Bierspezialitäten mit internationalen Zutaten her.

„Unser bayerisch Pale Ale ist die Kombination des Rezeptes eines American style Pale Ales mit einem traditionellen bayerischen Brauverfahren.“

Bei der Herstellung des Hopfenzwerges werden deshalb australische mit bayrischen Hopfensorten vermengt. Neben dem Hopfenzwerg gibt es seit letzten Jahr auch eine Kreativbierreihe namens Hopfenkreuzfahrt. Hier werden einem Lager je eine aus vier unterschiedlichen Hopfensorten zugesetzt und abgefüllt. Zudem gibt es eine Sorte in der alle vier Hopfensorten vereinigt werden.

Das Besondere der Nittenauer Biere ist außerdem, dass sie das Siegel „Solarbier“ tragen. Dieses wird von der TU München kontrolliert und verliehen und ist jedem Bier verfügbar, welches zu mindestens 25% aus regenerativer Energie produziert wurde. In Nittenau liegt man mit 94% deutlich darüber. Außerdem positiv hervorzuheben ist die bierige Dreifaltigkeit aus Brauerei, Gasthof und Hotel, welche dem Brauhaus Jakob Nittenau zu eigen sind. Zudem gibt es sogar einen Brauereigetränkemarkt. Alles also was das Bierherz begehrt.

Steckbrief

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Bewertung

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  • Flaschendesign + Kronkorken

Sieht man einmal von der großen Gesichtsabbildung ab, ein meiner Meinung nach nahezu perfektes Label mit einem besonderen Kronkorken.

  • Aussehen

Schön orange-gelb-hellkupferfarben mit einer geringen Trübung und einem recht haltbarem Schaum.

  • Geruch

Fruchtig, Süß, blumig! Ich bilde mir dabei folgende Früchte ein zu riechen: Ananas, Maracuja, Litschi, Melone und Erdbeere.

  • Geschmack

Auch geschmacklich recht fruchtig. Auch wenn hier die waldig-hopfige Note deutlicher hervorsticht. Eine frische Herbe und eine unaufgeregte Süße im Abgang komplettieren den Geschmackseindruck.

  • Fazit

Insgesamt also ein sehr solides Craft-Bier mit den üblichen Hopfeneinschlägen. Mehr als 12 Pkt. (2+) kann und möchte ich aber nicht geben, da hier für Laien zu wenige individuelle Besonderheiten erkennbar sind. Trotzdem ein großes Lob an die Brauerei, die offensichtlich den Spagat zwischen Tradition und Moderne geschafft hat.

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Weitere Infos zum Bier unter: http://www.nittenauer-bier.de/kreativbiere.php?landing=brauerei&main=produkte&l_id=0#1.

Prost!

98. Canny Pils

Über das heutige Bier musste ich einige Zeit grübeln. Auch aus dem „von-Freude-Six-Pack“ stammend, war ich sehr hin und hergerissen, ob es im Bierjubiläum einen Platz finden soll. Denn mit der Zugabe von Hanfsamen-Extrakten bietet das Canny Pils einerseits eine herausragend besondere Eigenschaft, welche ich bei „neuen Bieren“ gerne unterstütze. Andererseits wurden leider auch natürliche Aromen hinzugefügt, von dem ich bei jedem Bier eigentlich großen Abstand nehmen möchte. Um zumindest aber auch mal ein Gegenbeispiel zu haben, habe ich mich doch entschlossen es zu kosten und zu rezensieren. Obgleich die verwendeten Aromen sicherlich (auch bei gutem Geschmackseindruck) schon vorab eine gute Gesamtnote verhindern werden, bin ich trotzdem gespannt wie sich dieses innovative Bier präsentiert. O-Ton Website:

„In Zusammenarbeit mit der renommierten Klosterbrauerei Neuzelle haben wir ein wirklich besonderes Getränk für Sie kreiert! Basierend auf einem klassischen Pilsener Bier ist Canny das erste Biermischgetränk Deutschlands, das mit natürlichem Hanfsamen-Aroma verfeinert wird. Genießen Sie diesen außergewöhnlichen Drink mit allen Sinnen. Schon der leichte Duft nach Honig, nachdem Sie eingeschenkt haben, ist einzigartig. Im Mund erwartet Sie dann eine Geschmacksexplosion. Im ersten Moment noch ein klassisches Pils, entfalten sich unmittelbar im Anschluss die unvergleichlichen Aromen der Hanfpflanze.“

Um nicht ins Visier von Drogenfahndern zu geraten werden hier lediglich die kaum psychoaktiven cannabidiol-haltigen (CBD) Hanfzusätze aus der weiblichen Hanfpflanze verwendet. Im Gegensatz zu den THC-Cannabinoiden sollen diese entkrampfend, beruhigend, entzündungshemmend, antiepileptisch, angstlösend und/oder gegen Übelkeit wirken.

Steckbrief

98_Canny Pils-Steckbrief

Bewertung

98_Canny Pils

  • Flaschendesign + Kronkorken

Im Gegensatz zum innovativem Inhalt lässt das Design meiner Ansicht nach einige Wünsche offen. Zu flippig, zu hip und natürlich zu wenige Informationen.

  • Aussehen

Klassisch goldgelb mit ganz leichter Trübung und geringer schlieriger Schaumbildung.

  • Geruch

Hier hat es mich fast erschlagen. Auch wenn ich mit gewissen Hanfnoten gerechnet habe, war ich auf diese Hanfwolke nicht gefasst. Sie überlagert zudem alle weiteren Pils-typischen Gerüche.

  • Geschmack

Auch im Geschmack kommt der Hanfgeschmack voll durch. Zwar ist auch eine leichte malzige Bitterkeit schmeckbar und auch der Abgang ist recht pilsig, doch ist der Hanf schon sehr dominant.

  • Fazit

Wie bereits beschrieben bin ich schlichtweg überrascht – und das leider nicht positiv. So viel Hanf habe ich nicht erwartet. Der Geruch erinnert eher am Hanf-Dämmstoff für den Hausbau und der Geschmack ist ebenso „stallig“. Nicht nur aufgrund der Aromen-Zugabe hat das Bierjubiläum mit gesamthaften 4 Pkt. (4-) nun ein neues Schlusslicht. Dabei möchte ich nochmals betonen, dass ich die Verwendung von natürlichen Zutaten durchaus befürworte. Das Hanfbier trifft jedoch überhaupt nicht meinen Geschmack.

98_Canny Pils-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.cannydrinks.com/canny-pils/. Nur bitte nicht wundern, dass dort ja gar nichts steht: Ein cleverer Webdesigner hat hier nämlich weiße Schrift auf weißem Grund verwendet…

Prost!

97. von Freude Boulevard

Frisch erholt aus dem Urlaub zurück geht es wieder ans Bier-Werk. Auf mich wartet das zweite Six-Pack, was ich mir zum Bierjubiläum von der Craft-Bier-Messe mitgenommen hatte. Genauer gesagt stammt es vom Stand des Unternehmens „von Freude“ aus Hamburg. Das Just Pils konnte ich bereits vor Ort genießen und nun ist der Boulevard dran:

„Das sonnengelbe Boulevard [ein Session-IPA – also ein sehr leichtes India Pale Ale] kommt frisch und leicht daher. Beide darin verwendeten Hopfen – Kazbek und Comet – stammen von wilden Hopfen-Vätern. Ein in der Hopfenzucht eigentlich zu vermeidender Unfall. Doch diesem Zufall sind die großartigen Zitrusnoten dieser beiden Hopfensorten zu verdanken.“

Auch wenn man über die Authentizität des Brauunternehmens streiten kann und natürlich nicht jedes Craft-Bier auch Qualität bedeutet, werde ich mich dem Boulevard nun aber unvoreingenommen widmen.

Steckbrief

97_von Freude Boulevard-Steckbrief

Bewertung

97_von Freude Boulevard

  • Flaschendesign + Kronkorken

Also zumindest design-mäßig ist dem Bier kaum etwas vorzuwerfen. Klasse Optik, lediglich ein paar mehr technische Daten wären wünschenswert.

  • Aussehen

Trotz guter Schaumbildung bin ich hier etwas enttäuscht, da die hell-gelb-goldene Farbe doch recht blass daherkommt. Auch die Trübung hätte etwas stärker sein können.

  • Geruch

Die versprochene fruchtig-hopfige Note nach Zitronengras und Holunder würde ich mit meinem Laienwissen bestätigen.

  • Geschmack

Geschmacklich soll es schlank, wenig bitter und ein erkennbares aber nicht dominantes Hopfenaroma sein. In meiner nicht repräsentativen Stichprobe kann ich das tatsächlich auch so bestätigen und würde nur einen leichten Malzton hinzufügen. Recht gut spritzig, breitet sich die Herbe erst im Abgang ein wenig aus.

  • Fazit

Ich weiß gar nicht genau, warum ich überrascht bin, aber dieses Bier ist besser als ich erwartet hätte. Gerade im ausklingenden Spätsommer ein erfrischendes und interessantes Bier mit einer sehr ausgewogenen Mischung aus Kalthopfung und Milde. In Punkten ergibt das dann satte 13 (1-).

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Weitere Infos zum Bier unter: https://vonfreude.de/boulevard/.

Neben weiteren Bieren braut man übrigens auch ein Kaffee-Bier, welches mit Fair-Trade-Kaffee aus Brasilien versetzt wird.

Prost!

Urlaub im Hochschwarzwald

Hier einige bierige Impressionen von unserem Urlaub rund den Feldberg:

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  • Feierling Inselhopf & Bruno (5%):
    – seit 1877 unabhängige Hausbrauerei im Herzen der Freiburger Altstadt mit Sudhaus im Gastraum, sodass stets der leckere Geruch der Maische in der Nase ist
    – Prädikat: absolut empfehlenswert!
    http://www.feierling.de/

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  • Lenzkircher Pils (11.7°P; 4,9%), Zwickl, Dunkel (11.8°P; 45,2%) & Weizen (12.6 °P; 5,2%):
    – aus der 1846 gegründeten Familienbrauerei Rogg in Lenzkirch, welche ich selbstverständlich besuchen musste
    – in der Brauereigaststätte gab es alle vier im tollen ProBierle
    – die zwei weiteren Bio-Biere sowie das Rogg Zipfel habe ich mir dann als Flasche mitgenommen
    – angeschlossen am Brauerei-Gelände ist ein Camping-Platz
    http://www.brauerei-rogg.de/start_01.html

SAM_0771 IMG_20160923_124229 IMG_20160923_124859Daneben habe ich mir noch das ein oder andere Bier aus meinem Craft-Bier-Fundus mitgenommen:

  • Brooklyn East IPA (6,5%):
    – obergäriges IPA mit Weizenmalz aus einer der älteren Craft-Beer-Brauereien der USA (mit Gründung 1988)
    http://brooklynbrewery.com/

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  • Ratsherrn Pale Ale (5,6%):
    – das Ganze un-imperial aus dem Hause Ratsherrn in Hamburg
    http://ratsherrn.de/de/

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  • Ingelmunster Kasteel Rouge (8%):
    – aus der 1900 entstandenen Castle-Brauerei van Honsebrouck im westflämischen Izegem
    – enthält neben der Weizenrohfrucht auch Kirschen und Stevia
    http://www.vanhonsebrouck.be/kasteel-rouge/

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  • Maredsous Abbaye Blonde (6%):
    – geht auf die Abtei Maredsous im wallonischen Denée zurück, wird jedoch in der Brauerei Mortgaart im flämischen Puurs produziert
    – Abteibier nach Benediktiner-Tradition und mit Glukosesirup, welches laut Wikipedia nie in der besagten Abtei gebraut wurde
    http://www.maredsousbieres.be/

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  • Camba Hop Gun (14.6°P; 6,4%):
    – Brown Ale aus dem Hause Camba im bayrischen Truchtlaching
    – Best American Brown Ale World Beer Awards 2016
    – Craft-Brauerei des Jahres 2014
    – eines von wirklich sehr vielen traditionellen und modernen Bieren der Brauerei
    http://www.camba-bavaria.de/internationale-biere/camba-hop-gun/

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  • Hanscraft & Co Backbone Splitter (17.2°P; 6,6%):
    – IPA aus der Craft-Bier-Brauerei Hanscraft in Aschaffenburg
    http://hc-co.de/de/

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Beim Schreiben dieser Zeilen hat mich darüber hinaus folgendes Bier begleitet:

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Nicht probiert aber gesehen habe ich folgende Brauerei:

http://www.martinsbräu-freiburg.de/ (2. Hausbrauerei Freiburgs)

Bierige Grüße also aus dem deutschen Südwesten 🙂

96. Rheinische Bierstile – Bierverköstigung September

Mühlen Kölsch | Bönnsch | Früh Kölsch | Schlüssel Alt | Füchsen Alt | Gaffel FAB4 | Bolten Ur-Alt | Uerige Alt | Stroud Big Cat Stout

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Letzte Woche wiederholte sich zum bereits neunten Mal in diesem Jahr der erste Montag im neuen Monat. Und das heißt natürlich wieder Eulen-Zeit, was diesmal ein richtiges Heimspiel war. Schließlich ging es um rheinische Bierstile. Beschränkt man das Rheinland auf dem Nordrhein gibt es zwar keine Hülle und Fülle von unterschiedlichen Bierstilen, trotzdem gab es eine variantenreiche Auswahl von Alt, Kölsch und Wiess. Auch wenn ich natürlich schon einige dieser im Rahmen des Bierjubiläums verköstigt habe, war es trotzdem interessant und lehrreich.

Zur Unterstützung des Sommeliers Markus (Weick) nahm diesmal Sommelier Michael (Busemann) – seines Zeichens freiberuflicher Pressesprecher von Gaffel – eine aktive Rolle ein.

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Das erste Bier des Abends war das Mühlen Kölsch (siehe 11.):

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Hierzu gab es von Michael dann auch gleich einen kurzen Exkurs zum Thema Kölsch im Allgemeinen:

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Bier #2 war ebenso ein alter Bekannter und erinnerte mich an den Beginn des Bierjubiläums:

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Und wie ich dann auch lernen durfte, ist das Bönnsch offiziell dem Bierstil Wiess zuzuordnen. Dies kann sozusagen als der Vorgänger des Kölsch bezeichnet werden. Es ist ebenso hell, (hochvergoren, hopfenbetont) und obergärig, jedoch unfiltriert und daher naturtrüb. Dieser Gruppe wäre dann im Übrigen auch das Bischoff Karthäuser-Bräu hier aus Brühl zuzuordnen. Wiess mit der Bezeichnung Wiess werden nur noch wenige in Köln gebraut. Vor allem die Braustelle Ehrenfeld und das Weissbräu stechen hier positiv hervor.

Weiter ging es mit einem ebenso spannenden wie aktuellen Thema: Eine Studie der FH-Düsseldorf zum Thema Biervergleich Alt vs. Kölsch in der Blindverköstigung (siehe auch https://www.welt.de/wissenschaft/article157930100/Bier-Studie-entlarvt-Koelsch-und-Alt-schmecken-gleich.html).

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Hierbei wurden je 50 Düsseldorfer und Kölner zum Blindvergleich von Früh Kölsch und Schlüssel Alt geladen. Neben der allgemeinen Bewertung sollte auch bestimmt werden, ob es sich beim verköstigten Bier um Kölsch oder Alt handele. Aufgrund des Umstandes, dass die Trefferquote nur 50% betrug und somit ein Zufall unterstellt werden kann, wurde daraus geschlossen, dass offensichtlich Alt und Kölsch gleich schmecken müssen. Um die Schwächen der Studie offen zu legen und gleichzeitig den Gegenbeweis anzustellen folgte nun auch in der Eule der Blindvergleich zwischen diesen beiden Bieren.

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Dabei konnte ich (aber auch alle anderen Auserwählten) selbstverständlich das richtige Bier zuordnen. Dass die Kölner und Düsseldorfer dies nicht konnten, liegt aber eher daran, dass der gemeine Biertrinker aus diesen Städten so gut wie keinerlei Berührungspunkte mit dem jeweils Konkurrenzbier hat und vermutlich auch schon seit vielen Jahren nur eine Alt- oder Kölsch-Sorte trinkt. Daher weiß man gar nicht mehr wie überhaupt andere Marken, geschweige denn andere Stile schmecken.

Mein Eindruck vom Schlüssel Alt (zum Früh siehe 16.):

– Geruch: sehr karamell-malzig
– Geschmack: röstmalzig, dumpf, trocken-bitter

Hierzu noch einige interessante Eckdaten:

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Das letzte Bier der offiziellen Verkostung war dann das Füchsen Alt:

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– Geruch: neutrale Süße, klarer Malzgeruch, blumig
– Geschmack: süßbitter, leicht sauer, trocken-karamell-röstmalzig

Im Anschluss gab dann Michael noch einen aus und spendierte jedem eine Probe des anlässlich des Bierjubiläums gebrauten Bieres Gaffel FAB4:

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– Geruch: sauer fruchtig, gehopft, kein Malz
– Geschmack: matt fruchtig (Melone, Litschi, Ananas), kein Malz, trockener Abgang, kaum Resenz

Dabei habe ich insbesondere auch über den tollen Kronkorken gefreut.

Dass es neben Alt, Kölsch und Wiess noch weitere rheinische Bierstile gibt, darauf wies Markus auch noch hin. Dabei sollte dem regelmäßigen Eulen-Besucher zumindest das Altbock bzw. Altdoppelbock ein Begriff sein:

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Das Knupp-Bier hingegen ist inzwischen fast in der Versenkung verschwunden und wird derzeit kaum mehr gebraut. Hervorzuhebende Ausnahmen siehe http://braumagazin.de/article/koelsches-knuppbier-noch-nie-gehoert/ sowie http://koelnerbierhistoriker.org/historische-biere/koelnisches-knupp/.

Meine persönliche Gesamtwertung der Biere sieht dann so aus:

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Im Rahmen einer größeren Blindverköstigung im Anschluss gab es dann noch das Uerige Alt zu verköstigen:

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Markus und ich teilten uns dann noch folgendes Biere aus der mehr als reichhaltigen Auswahl der Eule:

  • Stroud Big Cat Stout
    – aus der 2006 gegründeten Brauerei Strout im Stadtteil Thrupp des gleichnamigen Ortes nordöstlich von Bristol
    – im Geruch recht frisch, röstmalzig, klar und leicht nach Schinken
    – im Geschmack schön malzig und karamell-kakao-süß
    – obergärig, 4,5%
    http://www.stroudbrewery.co.uk/seasonal-beers-old/big-cat/

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Beim Schreiben dieser Zeilen hat mich im Übrigen das Black Dog Mild (obergärig, 9.2°P, 3,6%, Zutaten u.a.: Weizenmalz, geröstete Gerste, Invertzucker und Lakritz) aus dem Hause Elgood´s (Gründung 1795 aus Wisbech/England) begleitet, welches ich mir noch mit nach Hause genommen habe .

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Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

Kulturelles vom Wochenende IX

Vergangenes Wochenende feierte meine allerliebste Schwiegermutter ihren 55. Geburtstag in meiner Heimatbrauerei Schmitz-Mönck in Anrath. Schmitz-Mönck-1 Schmitz-Mönck-2IMG_20160910_183615

Dort kam ich den Genuss folgender drei Bierköstlichkeiten:

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  • Schmitz-Mönck Alt (5,4%), Kellerbier (5,2%) & Weizen:
    – zusammenfassender Eindruck:
    Alt | recht trocken
    Kellerbier | herrlich sommerlich
    Weizen | wirklich besser als viele große Konkurrenten
    – 1897 zunächst als „Hotel&Brauerei zum Löwen“ von Wilhelm Schmitz gegründet, entstand im Laufe der Jahre der Begriff Schmitz-Mönck
    – Der Begriff ging auf den hinckenden Gang des damaligen Steuereintreibers Mönck zurück, dessen Gang Wilhelm Schmitz‘ sehr ähnelte
    – zunächst wurde das Bier vom „Großbrauereibesitzer“ Josef Hausmann aus Willich bezogen – dieser ist im Übrigen auch ein ehemaliger Besitzer der Marke Hannen Alt
    – doch seit 1903 wird „zu Hause“ in Anrath gebraut
    – 2x im Jahr gibt es zusätzlich das Mönck Bock-Starkbier
    http://schmitzmoenk.de/index.html

95. Delirium Argentum

Das heutige Bier ist ebenfalls ein Mitbringsel meines Kollegen Matthias. Diesmal aus Antwerpen. Dabei ist das Delirium Argentum aus der 1654 gegründeten Familien-Brauerei Huyghe, mit Sitz in der Nähe von Gent, eine limitierte Edition zum 25-jährigen Jubiläums der Marke Delirium. Der in der Zutatenliste zu findende Weizen ist zwar nicht mit dem „offiziellen“ deutschen „Reinheitsgebot“ konform, erfreut mein Getreide-Herz aber umso mehr. Übrigens, für alle diejenigen, die es nicht wissen (auch ich musste kurz recherchieren), Argentum ist der lateinische Begriff für Silber…

Steckbrief

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Bewertung

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  • Flaschendesign + Kronkorken

Klar, mit einem solchen Design fällt man auf. Dabei ist die gesamte Delirium-Reihe mit diesen Keramik-aussehenden Flaschenäußeren ausgestattet. Auch der rosa Elefanten-Kronkorken ist bereits zu einem bekannten Markenzeichen geworden.

  • Aussehen

Klares rotorange-Kupfer-Bronze mit einer wirklich außerordentlichen Schaumkrone.

  • Geruch

Versprechen: Würzig, zitrusartig, Grapefruit und ein wenig Karamell.
Eindruck: Fruchtig-hopfig, leicht grasig, bitter und malzig.

  • Geschmack

Versprechen: vollmundig, intensiv, leicht karamellig, würzig, Zitrus-Bitterkeit, frisch und kräftig betont bitter im Abgang.
Eindruck: Fruchtige Süße, bitter, leicht malzig und normal vollmundig, tatsächlich sehr frisch und auch bitter im Abgang.

  • Fazit

Entgegen den Erwartungen der Marke Delirium, wovon ich bereits das ein oder andere schwierigere Bier trinken „durfte“ , finde ich das Jubiläums-IPA erstaunlich lecker. Auch die 7 Umdrehungen merkt man dem Bier kaum an. Deshalb gibt es meiner Ansicht nach zu Recht satte 13 Pkt. (1-).

95_Delirium Argentum-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.delirium.be/en/world-of-delirium.

Darüber hinaus gibt es in Brüssel noch eine Delirium-Bar mit fast 2500 unterschiedlichen Bieren aus aller Herren Länder. Also fast aller Herren Länder. Denn wo es selbst Bier aus Ländern wie Grönland gibt, sucht man vergebens nach einem deutschen Bier. Auch auf der Website der Brauerei kann man aus beachtlich vielen verschiedenen Sprachen auswählen – nur deutsch steht nicht zur Auswahl. Mehr als merkwürdig, wie ich finde…

Prost!

94. Browar Amber Piwo Żywe

Zwischen den ganzen „Craft“-Bieren gibt es heute nochmal eine Premiere für das Bierjubiläum, die mir freundlicherweise von meinem Kollegen Matthias aus seinem Usedom-Urlaub zur Verfügung gestellt wurde.  Denn mit dem Piwo Żywe hält das erste offizielle Slow-Food-Bier ins Blog Einzug. Gleichzeitig ist es auch das erste polnische Bier, was eine Slow-Food Empfehlung erhielt. Gebraut wird es von der 1994 gegründeten Brauerei Amber in der Nähe von Danzig. Aufgrund der fehlenden Pasteurisierung ist es mit 35 Tagen vergleichsweise kurz haltbar.

Steckbrief

94_Piwo Zywe-Steckbrief

Bewertung

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  • Flaschendesign + Kronkorken

Direkt in der ersten Kategorie gibt es fast die Bestnote. Eine individuelle Flasche, schöne Etiketten und zu guter Letzt ein wunderschöner Relief-Kronkorken ergeben ein vorbildliches Design.

  • Aussehen

Keine großen Aufreger: Klassisches Goldgelb ohne Trübung und mit schlieriger Schaumbildung.

  • Geruch

Ungewohnt ist hier eine dominante grasige Note mit geringen zitrus-hopfigen Nuancen.

  • Geschmack

Im Antrunk und im Abgang ziemlich süß. Dazwischen leicht malzig ohne einen Hauch Bitterkeit, aber trotzdem irgendwie erfrischend ohne einen Prickelfakor zu bieten.

  • Fazit

Trotz dessen, dass mich der Geschmack nicht wirklich überzeugen kann – es ist mir für ein Lager schlicht zu süß – würdige ich mit den gesamthaften 10 Pkt. (2-) zum Einen das tolle Äußere und zum Anderen den Slow-Food-Gedanken.

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Weitere Infos zum Bier unter: http://www.browar-amber.pl/de/unsere-biersorten/zywe/.

Prost!

93. Prancing Pony Hopwork Orange

Das vorerst letzte australische Bier kommt ebenfalls aus dem Pony-Stall. Das Hopwork Orange ist ein American Pale Ale und somit zumindest aber nicht ur-australisch. Auch dieses Bier – wie alle anderen Biere der Brauerei – ist „fire-brewed“, also unter offenem Feuer gebraut. Als Hopfen wurde vom deutschen Braumeister und Mitbegründer Frank Simons unter anderem der Mandarina Bavaria verwendet.

Steckbrief

93_Prancing Pony Hopwork Orange-Steckbrief

Bewertung

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  • Flaschendesign + Kronkorken

siehe 92.

  • Aussehen

Hellorange-Gelbgold ohne Trübung, dafür mit recht guter Schaumbildung.

  • Geruch

Tatsächlich kann man ein gewisses Orangen-Aroma feststellen. Dazu aber auch viele weitere Fruchtnuancen, wie Papaya, und Grasnoten.

  • Geschmack

Süßlich-bitter, dumpf-fruchtig und leicht malzig kann man es zusammenfassen, wobei Antrunk und Abgang identisch sind.

  • Fazit

Gerade für einen lauen Sommerabend wie heute zum Wochenendstart ein passend erfrischendes Bier. Sicher nicht sehr herausragend, aber gerade für ein Craft-Bier gut ausgewogen zwischen Gewöhnlichkeit und Hopfenbitterkeit. Deshalb in Summe 12 Pkt. (2+).

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Weitere Infos zum Bier unter: http://prancingponybrewery.com.au/.

Prost!