Archiv für den Monat: Januar 2017

158. Ennert Bräu Kaminfeuer

Bevor es demnächst an dieser Stelle mit vermarkteten „Craft“-Bieren weitergeht, zunächst nochmals ein Blick zur ehemaligen Hauptstadt Bonn. Dort, genauer gesagt in Beuel auf der rechten Rheinseite, befindet sich Das Ennert-Bräu. Ein recht unscheinbares Brauhaus am Waldesrand, das man wohl nicht zufällig finden würde, wenn man es nicht genau ansteuert. Hier wird jedoch bereits seit 1997 handwerklich gebraut. So gibt es neben dem Evergreen Lokalpatriot immer mal wieder ein wechselndes weiteres Biersortiment. Für jedes Bier gilt dabei: Wer es haben will muss den Weg nach Pützchen auf sich nehmen. Es gibt ausschließlich einen Hausverkauf, sonst ist es nirgendwo zu erwerben. Das hat mich natürlich nicht aufgehalten, im Gegenteil eigentlich noch mehr motiviert, dort auch einen Abstecher hin zu machen. Da das bereits Ende November war und das Bier frisch und ohne Pasteurisieren hergestellt wird, wird es höchste Zeit es auch die anderen Biere zu probieren. Außerdem passt das Kaminfeuer auch hervorragend zu dem kalten Schmuddelwetter, was sich aktuell über Brühl ausbreitet.

„- handgebraut –
– handabgefüllt –
– nach dem deutschen Reinheitsgebot -„

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Dunkles Lager
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . .
5,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bonn
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________8
  • Geschmack:__________________10
Fazit

In der Nase passend hölzern, waldig, trocken-malzig und leicht fruchtig. Auf der Zunge dann leicht röstig und fruchtig-bitter mit trocken-süßmalzigen Abgang. Insgesamt mit recht geringem Körper und dadurch ziemlich spritzig und süffig. Also alles in allem ein durchaus solides und nicht uninteressantes dunkles Lager, welches mit kleinem Handwerks-Bonus auf gute 11 Pkt. (2) kommt.

Weitere Infos zum Bier unter: http://wir-brauen-bier.de/index.php?%26nbsp%3B%26nbsp%3B%0A%09Wir_brauen.

Prost!

Blogbier, die XII.

Zur Einläutung des Wochenendes gab es zum Kinderbesuch bei meinem Kollegen Matthias folgende zwei Biere aus unserem jeweiligen Fundus:

  • Störtebecker Roggen-Weizen:
    – 12.9°P; 5,4%; obergärig
    – eine lecker süßliche Roggen-Variante des Weizens aus der Stralsunder Brauerei
    – schmeckt ungewollt auch den Kleinsten ganz gut 😉
    https://www.stoertebeker.com/de_de/roggen-weizen/

  • Wildwuchs Fastmoker Pils:
    – 12°P; 4,9%; untergärig
    – von der vom Diplom- Braumeister & Biersommelier Friedrich Carl Richard Matthies 2014 gegründeten Hamburger Kreativbrauerei
    – craftig-fruchtiges Pils
    – der Name kommt übrigens von den alten Festmacherbooten (heute Schlepper genannt) im Hamburger Hafen
    http://www.wildwuchs-brauwerk.de/

Vielen Dank nochmals auch auf diesem Wege an Rebekka und Matthias für die nette Gastfreundschaft.

Craftbeer Corner Coeln

Veedels Ale | Freigeist Berlin-Mate | Ale Mania Aprigose | Magic Rock Salty Kiss | Freigeist Room 101 | Rogue Dead Guy Ale | To Øl Surt Til | Ale Mania Imperial IPA | Ale Mania Imperial Red Ale | Saugatuck Blueberry Maple Stout | Ale Mania Milk Stout | North Coast Old Rasputin | Põhjala Joulöö | Steamworks White Stout

 

 

 

 

 

 

 

Am gestrigen Donnerstag war es endlich so weit: Mit meinem Kollegen Matthias ging es zur neuen Craftbeer Corner von Coeln (in der Nähe vom Heumarkt). Dem Mekka für Kreativbier-Bars in Köln. Ein einmaliges Angebot von 15 Fassbieren und etwa 70 Flaschenbieren scheint bei den Kölnern (und auch Nicht-Kölnern) sehr gut anzukommen, schließlich war der Laden nach Feierabend sehr gut besucht. Ursprünglich als Verkaufsecke in einem Hürther Getränkemarkt gestartet, haben sich die drei Kreativen vom CCC im letzten Jahr ein Bierherz gefasst und die erste Craftbeer-Bar mit derart großer (Fass-)Bier-Auswahl im ganzen Kölner Umland eröffnet. Ein absolutes Muss also für alle diejenigen, die gerne mal was Neues ausprobieren möchten. Glücklicherweise hatte am vergangenen Sonntag Fritz Wülfing, der Mann hinter der Bonner Biermarke und Brauerei Ale Mania, im CCC aufgelegt und noch einige Fässer dagelassen. Und glücklicherweise muss man auch nicht gleich ein ganzes Glas bestellen, sondern kann sich ein Pro-Bier-Set aus 5×0,1l frisch gezapftem Bier zusammenstellen.

Bierfacts:

 

  • Veedels Ale:
    – obergärig, 5,5%
    – Imperial Wiess = Basis Wiess + amerikanische Aromahopfen
    – dat Hausbier der CCC
  • Freigeist Berlin Mate:
    – obergärig, 4,5%
    – Berliner Weisse aus der Vormann Brauerei in Stolberg
    – erfrischend spritzig als Neutralisator

    https://www.facebook.com/freigeistbierkultur/
  • Magic Rock Salty Kiss:
    – untergärig, 4,1%
    – Stachelbeer-Salz-Gose aus dem englischen Huddersfield
    – nicht nur fruchtig frisch, sondern v.a. im Abgang wirklich salzig – mal was anderes
    https://www.magicrockbrewing.com/beer/salty-kiss/
  • Ale Mania Milk Stout:
    – obergärig, 5,8%
    – mit Laktose eingebraut
    – schmeckt zwar nicht so überragend wie die Konkurrenz von Mikkeller, aber trotzdem sehr toller Milchkaffee
    http://www.ale-mania.de/sorten/

  • Põhjala Joulöö:
    – obergärig, 8%
    – Imperial Porter im Vanille-Eichenholz-Fass gereift
    – aus der estnischen Hauptstadt Tallinn
    – nicht nur vanillig, sondern auch lecker schokoladig
    http://pohjalabeer.com/en/beers-specials.html

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  • Steamworks White Stout:
    – obergärig, 5,1%
    – Stout mit Gerstenmalz, Gerstenflocken, Hafermalz, Haferflocken, Hopfen, Hefe, gerösteten Kakao- & Kaffeebohnen
    – aus dem kanadischen Burnaby (in der Nähe von Vancouver)
    – grandiose Interpretation eines Stouts, genau nach meinem Geschmack
    http://saugatuckbrewing.com/beer/blueberry-maple-stout-2/

Nach diesem überaus überzeugenden Abend wird es wohl nicht der letzte Besuch gewesen sein. Wenn Ihr also auch Biervielfalt live erleben wollt, tut es mir nach und kommt zur CCC.

Weitere Informationen zur CCC unter: www.craftbeercorner.de/

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157. Welde Bourbon Barrel Bock

Nach der badischen Gose gibt es heute das zweite Kreativbier aus dem Hause Welde nahe dem badischen Brühl: Das Bourbon Barrel Bock. Dieses zeichnet sich vor allem durch seine Lagerung in Whiskey-, Rum- und Tequilafässern aus:

„Fassgereiftes Bockbier mit feiner Bourbon-Kopfnote. Drei Monate Lagerzeit in Bourbon-, Rum-, und Tequila-Fässern verleihen diesem Cuvée-Bier seinen besonderen, komplexen Geschmack.“

Gerade als Besitzer einer kleinen aber feinen Hausbar, bin ich natürlich sehr gespannt, wie die Aromen der Spirituosenfässer auf das Bockbier übergegangen sind.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Bock
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  16°P
Alkoholgehalt. . . . . .
6,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Schwetzingen-Plankstadt
Erscheinungsjahr. . .
2015

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Süße leicht matte Fruchtigkeit nach Mango, Litschi, Ananas und Zitrone liegen in der Luft. Bei höheren Temperaturen kommt dann immer mehr die Bock-typische Karamellsüße durch. Auf der Zunge dann sehr ausgewogen und weich sowie moderat bitter mit hopfigen Spitzen. Die matte Fruchtigkeit bleibt einem ebenfalls erhalten und bei noch niedrigen Temperaturen kann der geübte Gaumen tatsächlich alle drei Basisspirituosen Whiskey, Rum und Tequila herausschmecken. Der Abgang ist dagegen fast langweilig feinherb. Insgesamt ein Bier, dass in fast allen Kategorien sehr hohen Ansprüchen genügt. Absolut zu Recht daher auch sehr gute 13 Pkt. (1-).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.welde.de/product/bourbon-barrel-bock/.

Prost!

156. Maisel & Friends Citrilla

Das heutige Bier stammt noch aus meinem Herbst-Einkauf vom REWE und ist eine kleine Besonderheit. Denn es verbindet die beiden großen Bierstile Weißbier und India Pale Ale:

„Beim Maisel & Friends Citrilla trifft bayerische Lebensfreude auf die Sonne Kaliforniens.“

Zu erwarten ist also eine Kombination aus hefiger Süße und herber Fruchtigkeit. Gebraut wird es von Maisels aus dem oberfränkischen Bayreuth, die daneben noch etliche weitere Kreativbiere herstellen. Unter anderem gibt es auch streng limitierte (lokale) Bierexperimente – zum Teil auch mit befreundeten Brauereien oder mit dem Team vom Cocktailian. Der Name leitet sich übrigens von den beiden verwendeten Hopfensorten Citra und Amarillo ab.

Auch zum Thema Reinheitsgebot haben die leidenschaftlichen Brauer eine Meinung:

„Seit 500 Jahren ist das Reinheitsgebot Garant für die außerordentliche Qualität deutscher Biere und die Verbraucher verlassen sich zurecht darauf. Wir halten das Reinheitsgebot daher für unbedingt schützenswert. […] Allerdings sind für einige traditionelle, internationale Bierstile und moderne Rezepturen Zutaten wie beispielsweise Koriander und Orangenschalen erforderlich. […] Zuvor muss allerdings gewährleistet sein, dass auch diese Spezialitäten einer rechtsverbindlichen Grundlage bzw. einem ‚Reinheitskodex‘ unterliegen, damit ausschließlich reine, natürliche Zutaten verwendet werden. […]
Wir haben die Initiative ergriffen und eine Arbeitsgruppe mit Brauerkollegen, Verbänden und Behörden gegründet. Unser gemeinsames Ziel ist, das Bayerische Reinheitsgebot zu bewahren. Gleichzeitig möchten wir einen verbindlichen Rahmen für die Bierstile schaffen, zu deren Herstellung vom bayerischen Reinheitsgebot nicht zugelassene, natürliche Zutaten unerlässlich sind.“

Gerne würde ich natürlich mehr über die diese Initiative erfahren und mich auch konstruktiv einbringen. Allerdings ist dieses Thema gerade in Bayern höchst umstritten und selbst ein Jahr nach Start der Initiative scheint noch kein Ergebnis in Sicht. Bleibt also zu hoffen, dass die Arbeit erfolgreich sein wird und auch den Weg an die Öffentlichkeit findet.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Weizen-IPA
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  13.8°P
Alkoholgehalt. . . . . .
6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bayreuth
Erscheinungsjahr. . .
2014

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________13
Fazit

„Ein fruchtiges Bouquet aus Ananas, Limette, Zitrus und reifer Banane strömt in die Nase und steigert die Vorfreude auf den ersten Schluck ins Unermessliche. Im Mund wird unser Citrilla zu einem wahren Biererlebnis und einer regelrechten Fruchtbombe, denn ein ganzer Obstkorb aus reifer Mango, Zitrusfrüchten und Ananas macht sich im Mund breit.“ – heißt es auf Seiten des Herstellers.

In der Tat kann ich neben einer erwartungsgemäß hefigen und überraschend waldigen Note auch eindeutig Ananas und Banane herausriechen. Geschmacklich bleibt aber nur die Mango hängen. Ansonsten sehr mild und weich sowie dumpf-fruchtig mit leicht bitteren Zwischentönen. Im Abgang trocken-fruchtig. Wirklich ein sehr interessantes „Crossover“-Bier, welches zwar nicht der absolute Knaller ist, aber mit 13 Pkt. (1-) ausreichend gewürdigt werden muss.

Weitere Infos zum Bier unter: http://maiselandfriends.com/biere/session/citrilla/.

Prost!

Gleumes

Gestern haben wir es endlich mal wieder ins Krefelder Gleumes geschafft, nachdem wir vor 2 Jahren aus der Niederrhein-Stadt ausgezogen sind. Die letzte private Brauerei der ehemaligen Samt- und Seidenstadt hat eine bemerkenswert turbulente Geschichte mit unterschiedlichsten Eigentümern hinter sich, wobei man sich u.a. zur Jahrtausendwende wieder reprivatisierten konnte (siehe Links unten).  Heute glänzt das Brauhaus aber wieder mit sehr leckerer und preisgünstiger deutscher Küche, was sich inzwischen so gut herum gesprochen hat, dass am Wochenende der Laden bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Zudem gibt es natürlich auch zwei wirklich tolle Biere:

  • Gleumes Hell & Lager:
    – 4,9%; obergärig
    – das Helle ist vom Stile her ein Kölsch und ähnlich malzig wie z.B. Mühlen-Kölsch
    – das Lager wird offiziell als Altbier geführt und ist definitiv das beste Krefelder Bier

Weitere Infos zur Brauerei und zum Ausschank unter: http://brauerei-gleumes.de/ und http://ausschank-gleumes.de/.

Vielen Dank nochmals auch auf diesem Wege an Katrin und Lars für diesen schönen Abend.

155. Westheimer Winterbier (#22)

And last but hopefully not least: The Westheimer Winterbier. Das letzte Bier aus dem Bieradventskalender setzt eine Klammer zu Silvester, bei dem ich schon ein ganzes Six-Pack kennen lernen durfte. Mit dem in der Gräflich zu Stolbergsche Brauerei Westheim gebrauten Winterbier, habe ich nun fast das ganze Sortiment durch. Da mir die anderen Biere in guter Erinnerung geblieben sind, bin ich auch frohen Mutes für dieses.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Dunkel
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . .
4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Marsberg-Westheim
Erscheinungsjahr. . .
1840

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___10
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________8
Fazit

Was sich mit einer leicht röstmalzigen, zitronigen sowie dezent grasigen frischen Duftnote ankündigt, hat leider nciht das Potential um an andere gute Winterbiere anzuknüpfen. Im Körper zu dünn und im Geschmack insgesamt zu wenig aromatisch. Hauptsächlich sind malzige und leicht herbe sowie süße Noten erkennbar. Auch der trockene Abgang erhöht das allgemeinen Geschmackserlebnis nicht wirklich. In Summe aller Kategorien deshalb 10 Pkt. (2-).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.westheimer.de/front_content.php?idart=1095.

Prost!

154. Löwenbrauerei Passau Löwenpils (#12)

Das vorletzte Bier auf den Zielgerade des Bieradventskalenders kommt aus der deutsch-österreichischen Grenzstadt Passau im tiefsten Südwesten unserer Republik. Interessant an der Löwenbrauerei ist die Tatsache, dass das Unternehmen mehrheitlich von der Franz und Maria Stockbauer’sche Stiftung geführt wird. Diese geht auf den Brauerei-Gründer zurück und investiert zudem in soziale, karikative und kulturelle Zwecke in der Region Passau. Ausgezeichnet als Pils-Europameister 2015 (Gold-Medaille European Beer Star Award in der Kategorie „German Style Pilsner“), hätte auch das vorliegende Pils das Zeug mehr als nur Mainstream zu sein.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pils
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt
Stammwürze. . . . . .  11.6°P
Alkoholgehalt. . . . . .
4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Passau
Erscheinungsjahr. . .
1874

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___4
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________12
Fazit

In der Tat gar nicht so schlecht.  In der Nase typisch hopfig-herb und spritzig sowie leicht würzig-scharf. Am Gaumen dagegen überraschend weich und nur wenig bitter. Für ein Pils verhältnismäßig gering gehopft, sehr frisch und trotzdem wenig spritzig und leicht trocken. Der Abgang ist wieder überraschend malzig. Als Fan von Hellen, ist dieses Pils auch meiner Meinung nach Europameister-würdig. Da aber vor allem die äußere Erscheinung des Bieres stark zu wünschen übrig lässt, kann ich nicht mehr als 10 Pkt. (2-) geben.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.loewenbrauerei.de/produkte_bier.php?bid=11.

Prost!

153. Bucher Bräu Bären Gold (#5)

Und weiter geht’s mit dem Endspurt des Bieradventskalenders. Heute an der Reihe: Das Bären Gold des niederbayrischen Bucher Bräu. Am bayrischen Wald gelegen, trifft man vielleicht sogar auch hin und wieder in der Umgebung von Grafenau auf (Problem-)Bären.  Das als Bierspezialität geführte Bier soll durch seine verwendeten Spezialmalze auf sich aufmerksam machen. Bleibt also zu hoffen, dass sich das Bären-Gold nicht auch als Problem-Bär herausstellt…

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Helles
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . .
5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Grafenau
Erscheinungsjahr. . .
1843

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___8
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________9
Fazit

„Böhmisch gebraut“ ziert das Etikett der Flasche; und ich kann bestätigen: das kommt hin. Alleine der frische süßmalzige und butterige Geruch erinnert doch stark an das Pilsner Urquell. Im Geschmack irgendwo zwischen Hellem und Pils stecken geblieben überzeugt es grundsätzlich mit einer ausgewogenen Mischung aus Malz- und Hopfennoten. Dazu leicht würzig und leicht bitter mit einem feinherben Abgang. Insgesamt aber erstens zu beliebig und zweitens besonders geschmacklich zu uneindeutig. Deshalb von mir „nur“ 10 Pkt (2-).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.bucher-braeu.de/de/produkte/bier/spezialitaeten.html.

Prost!

152. Hirschbräu Doppel-Hirsch (#18)

Auch heute geht es wieder an die Dezimierung des Bieradventskalenders. Diesmal wartet Törchen Nr. 18 auf mich. Der Doppelhirsch vom Hirschbräu. Wie jedes Bier des Kalenders stammt auch dieses aus einer Privatbrauerei (Höss). Der „Allgäuer Doppelbock“ kann zusätzlich auch mit einem Gold Award des World Beer Cups aus dem Jahre 2012 in der Kategorie „Traditionelle deutsche Bockbiere“ aufwarten.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Doppelbock
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze. . . . . .  18.5°P
Alkoholgehalt. . . . . .
7,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Sonthofen
Erscheinungsjahr. . .
1657

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___10
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Geruchlich klar karamell-röst-malzig mit Noten von dunklen Früchten, einer leichter Bittersüße und nur gering alkoholaromatisch. Auch auf der Zunge entfalten sich die über 7 Umdrehungen nur wenig. Vielmehr dominiert auch hier die Karamellsüße. Zudem höchstens nur geringe Bittersüßelemente. Zum kaum vorhandenen Abgang paart sich eine sehr geringe Spritzigkeit. Insgesamt frischer, süffiger und weniger Körper als für einen Doppelbock zu erwarten. Für meinen Gaumen etwas zu süß, deshalb auch etwas strenge 11 Pkt. (2).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.hirschbraeu.de/doppel-hirsch-dunkel/.

Prost!

150.-151. Einbecker Kellerbier (#16) & Hohenthanner Kellerbier Hell (#20)

Nachdem es „zwischen den Jahren“ so gut funktioniert hatte, gibt es erneut eine Doppel-Vergleichsverkostung. Auch diesmal bediene ich mich des KALEA-Bieradventskalenders, den ich ja bekanntermaßen nicht vollständig austrinken konnte.

Am Start sind die beiden Kellerbiere des Kalenders aus den Häusern Einbeck und Hohenthann. Ersteres sollte weithin bekannt sein durch seine Erfindung des Bockbieres, letzteres hingegen durch den Hallertauer Hopfen und demnächst auch in Sachen Craft-Biere. Da beides von mir geschätzte Brauereien sind, sollte einem Duell auf Augenhöhe nichts im Wege stehen. Auch wenn man meinen könnte, dass ein klein wenig Äpfel mit Birnen verglichen werden, da es sich beim Hohenthanner Kellerbier um ein explizit helles handelt. Es sei aber gesagt, dass es bei beiden Bieren kaum Farbunterschiede geben wird.

Steckbrief Einbecker Kellerbier

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kellerbier
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  11.5°P
Alkoholgehalt. . . . . .
4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Einbeck
Erscheinungsjahr. . .
1378

Steckbrief Hohenthanner Kellerbier Hell

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kellerbier
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  11.8°P
Alkoholgehalt. . . . . .
5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Hohenthann
Erscheinungsjahr. . .
1864

Bewertung Einbecker Kellerbier
  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________8
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________11
Bewertung Hohenthanner Kellerbier Hell
  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________8
  • Geruch:______________________9
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Wahrlich ein Duell auf Augenhöhe. Während das Hohenthanner erstaunlich sauer-fruchtig im Geruch ist, überrascht das Einbecker mit einer gewissen Nussnote. Geschmacklich unterscheiden sich beide dahingehend, dass im Hohenthanner die Hefe deutlicher hervorkommt und die Säure wieder im Abgang auftaucht, während das Einbecker milder, malziger, weniger süßlich und trockener schmeckt. Beide sind auf ihre Weise abgerundet süffig. Und beide können in keiner Kategorie wirklich herausragendes leisten. Da sich Defizite und Stärken also bei beiden ausgleichen endet das Duell auch Unentschieden: 2x 11 Pkt. (2).

Weitere Infos zu den Bieren unter: http://www.einbecker.de/bierspezialitaeten.html & http://www.hohenthanner.de/biere.php.

Prost!

149. Hannen Alt

„Entspannen mit Hannen.“ – so heißt der wohl bekannteste Werbespruch der Altbiermarke. Weniger bekannt dürfte seine Geschichte sein. So war es eine Brauerei Hausmann aus Willich, die den Grundstein zur heutigen Marke Hannen Alt legte:

„1725 wurde in Willich eine Brauerei Hausmann erwähnt. Sie war die älteste der Willicher Brauereien Hausmann, Schmitz und Dicker, die sich 1917 zur ‚Vereinigte Willicher Brauereien GmbH‘ zusammenschlossen. Diese übernahmen 1920 die Hannen-Brauerei in Korschenbroich. Das Unternehmen mit Sitz in Willich nannte sich von ‚Vereinigte Willicher Brauerein und Hannen Korschenbroich GmbH Willich‘ in ‚Hannen-Brauerei‘ um und erlangte in den nachfolgenden Jahrzehnten eine marktbeherrschende Stellung im Altbiermarkt.“

Nachdem man die beiden Braustätten Willich und Korschenbroich 1975 zu Gunsten einer größeren neuen Brauerei in Mönchengladbach-Neuwerk aufgegeben hatte, stieg Hannen zum Marktführer bei Altbieren auf. Dies konnte jedoch nicht langfristig gesichert werden, sodass nach einer wirtschaftlichen Talfahrt in den 1980ern der Verkauf an der Carlsberg-Gruppe – dem heute viertgrößten Braukonzern der Welt – vollzogen wurde. Heute wird Hannen von und in der Brauerei Königshof fremdgebraut und abgefüllt.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Alt
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfenextrakt
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . .
4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Krefeld (Mönchengladbach)
Erscheinungsjahr. . .
1725

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___9
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Da ich lange kein Hannen mehr getrunken habe, war ich abermals überrascht, dass ein „Fremdprodukt“ doch noch so gut abschneiden kann. Schöne Mahagoni-Farbe im Äußeren und malzig, würzig sowie grasig im Inneren. Zwischendrin etwas bittere Süße und im Abschluss wieder grasig-trocken-süßlich. Zudem mit gutem Körper ausgestattet. Alles in allem also wirklich ein gutes Produkt und zurecht auch Altbier meiner Wahl in meiner Biercocktail-Karte. Inklusive Herkunfts- und Namensbonus ergeben das dann gute 12 Pkt. (2+).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.hannen.de/frameset_portrait.html.

Prost!

148. Diebels Alt

Zum Wochenende gibt es heute ein Altbier, mit dem ich wohl auf immer meinen Heimatverein Borussia Mönchengladbach verbinde. Denn just zu der Zeit meines „Fan-Werdens“ zierte das Trikot jahrelang den Schriftzug der Marke. Nicht nur deshalb, habe ich eigentlich positive Assoziationen zu dem Bier. Auch die Werbung für Diebels in den 1990er-Jahren ist mir manchmal wie ein Ohrwurm im Gedächtnis geblieben. Gegründet wurde die Brauerei ebenfalls in den Gründerjahren, spezialisierte sich aber erst ziemlich genau 100 Jahre danach auf die Sorte Alt. Diese strategische Entscheidung war offensichtlich die richtige – schließlich konnte man bereits Anfang der 1980er zum Hektoliter-Millionär werden. Heute ist man relativ klarer Marktführer für Altbiere. Allerdings ist dies auch durch die Einverleibung des Bier-Giganten ABInBev Anfang der 2000er-Jahre begünstigt. Bin ich also mal gespannt, ob dies auch gerechtfertigt ist.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Alt
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . .
4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Issum
Erscheinungsjahr. . .
1878

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________9
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Das bisher beste Alt aus 2017. Im Geruch würzig-frisch und interessant fruchtig-malzig. Geschmacklich ähnlich würzig-herb, ausgewogen süffig und ein leicht süßlicher Abgang. Für meinen Geschmack etwas zu geringer Körper und etwas zu industriell angehaucht. Insgesamt kann es also schon die Erwartungen erfüllen und erhält mit kleinem Retro-Bonus 11 Pkt. (2).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.diebels.de/wissenswertes/diebels_alt_und_pils.php.

Prost!

147. Schlösser Alt

Weiter geht es im Alt-Programm. Heute: Das Schlösser. Ursprünglich zur Gründerzeit in der Düsseldorfer Altstadt vom Bäcker Namens Schlösser gegründet, gehört es heute leider zur Radeberger Gruppe und somit zum Oetker-Konzern. Dafür, dass die Eigenständigkeit jedoch bereits in den 1930ern aufgegeben wurde, ist zumindest positiv zu bewerten, dass die Marke nicht untergegangen ist. Das könnte u.a. daran liegen, dass Oetker über Schlösser ein umfangreiches Sponsoring für den Düsseldorfer Karneval, Eishockey oder Schützenfeste leistet. Mit dem neuen Quartier Bohème – einer Restaurant-Bar im kreativen Stil – will man aber wenigstens wieder an alte Düsseldorfer Zeiten erinnern.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . .  Alt
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . .
4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Dortmund (Düsseldorf)
Erscheinungsjahr. . . 1873

Bewertung

147_Schlösser Alt

  • Flaschendesign + Kronkorken:___6
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________8
  • Geschmack:__________________7

Fazit

Die äußere Erscheinung ist zwar ähnlich mäßig wie beim Gatz, dafür kann das Schlösser aber in Sachen Geruch und Geschmack etwas mehr punkten. Alt-malzig, würzig-frisch und leicht trocken-röstig im Geruch. Würzig-malzig auch im Geschmack, wobei hier eine zum Teil leider unangenehme Bittere dazu kommt. Bei mittlerem Körper gibt’s einen feinherben Abgang. Gerade im Vergleich zu Top-Altbieren, wie Uerige oder Füchsen ist der industrielle Einschlag leider zu stark spürbar, sodass es auch hier nicht mehr als 7 Pkt. (3-) in der Gesamtwertung geben kann.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.schloesser.de/unser_alt.

Prost!

Bier: Frisch oder Reif?

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Am letzten Dienstag durfte ich Biersommelier Markus Weick zu einer besonderen Veranstaltung begleiten. Im Pfarrheim der katholischen Gemeinde von Sechtem referierte er zum Thema „Bier: reif oder frisch“. Ein Aspekt, der im Rahmen der Betrachtung von Bieren in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus geraten ist. Sogenannte Vintage Biere, also Biere die das ursprüngliche MHD bereits (weit) überschritten haben, werden heutzutage zu hohen Preisen verkauft. Ein guter Grund also sich der Sache mal anzunehmen und selbst zu testen, inwiefern sich „frische“ (also vor MHD befindliche) und „reife“ (also kurz vor oder nach MHD befindliche) Biere unterscheiden.

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Vor Beginn der Veranstaltung gab es für Markus und mich aber zum Aufwärmen noch ein interessantes Bier vom Bonner Brauer Bierserker:

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  • Bierserker Tristan & Isolde:
    – 12.5°P; 5,2%; vermutlich untergärig
    – eingebraut mit Rosenknospen aus Troisdorf
    – schmeckt selbst für meine inzwischen recht experimentierfreudige Zunge zu sauer, blumig und unbierig
    http://www.bierserker.de/Was/Tristan-und-Isolde

Zum offiziellen Beginn der Veranstaltung gab es dann sozusagen als Aperitif für jeden der zahlreich erschienenen Gäste eine Lindemans Geuze. Immer wieder gern genommen um aufzuzeigen, welch unterschiedliche Bierstile es gibt und wie groß die Bierwelt ist.

Mit dem Hinweis auf diverseste Flaschen, die Markus zur Veranstaltung mitgebracht hatte und die besondere MHD-Besonderheiten von einem Monat bis über einem Jahrzehnt Haltbarkeit aufwiesen, ging es mit der Vergleichsverkostung von drei Bieren weiter. Dabei wurden unterschiedlich alte Biere in zwei Gläsern eingeschenkt und blind versucht zu erriechen bzw. zu erschmecken, welches welches ist:

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Im Anschluss notierte Markus dann jeweils die Vermutung des Alters und die davon unabhängige persönliche Präferenz. Dabei kam ein höchst differenziertes Bild heraus: 1. Weder die frischen noch die reifen Biere konnten sich klar durchsetzen, wobei ein leichter Vorteil bei den reiferen Bieren lag. 2. Die Einschätzung des Alters konnte zumindest beim dritten Bier verbessert werden, nachdem Markus ein wenig aufgelöst hatte worauf dabei zu achten wäre.

Dem aufmerksamen Betrachter dürfte aufgefallen sein, dass es sich bei den obigen Bieren ausschließlich um dunkle Bier handelt. Dies hat den Hintergrund, dass sich dunkle bis schwarze Biere ab idealerweise einem Alkoholgehalt von ca. 8% am besten zur Lagerung und somit Reifung eignen.

Weiter ging es dann mit einem für diesen Abend somit bestens geeigneten Bier, welches von der Brauerei bereits seit einigen Jahren als Jahrgangsbock (meist mit einem Alter von mind. 3 Jahren) verkauft wird:

  • Schneider Weisse Mein Aventinus
    siehe 24.

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Nach der offiziellen Verkostung gab es zum Abschluss noch ein spannendes Experiment. Markus hatte vor knapp zwei Jahren ein Reissdorf Kölsch im Keller eingelagert und nun (wieder im Vergleich mit einem frischen Kölsch) probiert. Erstaunlich war dabei, dass entgegen der Vermutung, dass sich helle Biere nur mäßig für eine Reifung eignen, das reife Kölsch auf jeden Fall nicht schlechter schmeckte als das frische.

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Alles in allen also ein höchst interessanter Abend mit der Erkenntnis, dass das MHD bei richtiger Lagerung durchaus auch mal ignoriert werden kann um dem Bier einen ganz anderen Reifegrad zuzuführen. Anwesend war übrigens auch ein bierbegeisterter Sechtemer, der im Laufe des Jahres selbst eine Mikro-Brauerei starten möchte. Seien wir also gespannt.

Weitere Informationen zur Kierberger Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

146. Gatz Alt

Analog zur letztjährigen Kölsch-Verköstigungsreihe soll es in den kommenden Tagen fairerweise auch nochmals verstärkt um das Altbier gehen, schließlich ist doch meiner Ansicht das weitaus schmackhaftere unter den beiden großen Niederrhein-Bieren. Dabei habe ich mich jedoch nur noch auf die Biere konzentriert, die ich noch nicht bereits in anderen Zusammenhängen beleuchtet hatte.

Den Anfang macht das Gatz Alt. Dieses hat entgegen erster Vermutungen ein lange und nicht uninteressante Geschichte hinter sich. Zurück geht es auf Carl Gatzweiler aus Neuss, der 1936 die Brauerei Zum Schlüssel in Düsseldorf übernahm. Dabei konnte er auf eine Familientradition blicken, die bereits seit 1313 ununterbrochen im Brauereiwesen tätig war. In einer neu errichteten Großbrauereianlage in Heerdt braute er neben der Kern-Marke Schlüssel-Alt auch die Massenmarke Gatzweiler Alt. Nachdem jedoch der Absatz dieser Marke in den 1990ern extrem einbrach, wurde die Großbrauerei verkauft und die Marke Gatz an den Carlsberg-Konzern abgestoßen. Heute wird dieses in der Krefelder Königshof-Brauerei produziert.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Alt
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfenextrakt
Stammwürze
. . . . . .  
Alkoholgehalt. . . . . .
4,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Krefeld (Düsseldorf)
Erscheinungsjahr. . .
1963

Bewertung 146_gatz-alt

  • Flaschendesign + Kronkorken:___5
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________6
  • Geschmack:__________________7

Fazit

Wie vermutet, ist es eines der schwächeren Altbiere. Zwar nicht ungenießbar, aber in allen Kategorien höchstens nur halbherzig. Die äußere Aufmachung ist altbacken und überzeugt nur noch durch die Farbwahl. Auch der Geruch ist zu industriell und nur leicht malzig. Und geschmacklich ist es eben auch nur leicht trocken-herb und malzig, nur wenig typisch Alt-Bittere vorhanden und ein nur gering süßlicher Abgang. Auch sonst nur ein geringer Körper für ein Alt. Deshalb kann es nicht mehr als 6 Pkt. (4+) geben.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.gatz.de/frameset_portrait.html.

Prost!

145. Kierberger „Stärk antrinken“

Ammerndorfer Bock | Main Seidla Bockbier | Brauerei Wagner Bock hell | Müllerbräu Neuöttinger Bockser | Brauerei Simon Schwarze Kuni | Laško Special Striptis | Gansbräu Bock | Weiherer Bock | Spalter Bockl | Veldensteiner Saphir Bock

Titel

Normalerweise hatte es ja in diesem Januar aufgrund der schwierigen Lage des ersten Montags im Kalender ausnahmsweise keine Bierverköstigung in der Kierberger Eule gegeben. Dafür hat Biersommelier Markus Weick jedoch eine alternative Veranstaltung angeboten: Das 1. Kierberger Stärke antrinken. Eine Tradition, die Ihren Ursprung in der fränkischen Bierkultur hat und dort auch vorwiegend praktiziert wird. Das Ziel dessen ist es sich für das anstehende Jahr Kraft und Gesundheit in Form von Bockbieren anzutrinken. Die eigentliche Schlagzahl von 12 Bockbieren pro Person wurde jedoch dem Zeitgeist angepasst. So konnte sich jeder der Runde einmal ein Bier aussuchen und es mit den Übrigen teilen.

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Den Weg zu mir fanden dabei folgende Böcke*:

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  • Main Seidla Bockbier:
    – untergärig, 7%
    – aus dem noch jungen (2012) Brauhaus Binkert in Breitengüßbach
    – schmeckt sehr spannend getreidig und wenig süß oder alkoholaromatisch
    – mit dem Amber Spezial ist bereits ein 14 Pkt.-Bier aus 2016 gelistet

    http://www.mainseidla.de/home.html

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  • Merkendorfer Bock Hell:
    – untergärig, 16.8°P; 7,5%
    – von der 1797 gegründeten Brauerei aus dem Landkreis Bamberg
    – European Beer Star Gold 2013
    – aber mir etwas zu industriell
    http://wagner-merkendorf.de/?page_id=86

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  • Müllerbräu Neuöttinger Bockser:
    – untergärig, 8,9%
    – dunkler Doppelbock von der 1768 gegründeten Privat-Brauerei
    – ein sog. „Vintage“-Bier auf Empfehlung von Markus, da es bereits (etwas weiter) über MHD ist
    – schmeckt aber wirklich gut, da spritzig süß und leicht schokoladig
    http://www.muellerbraeu.de/bier_bockser.html

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  • Brauerei Simon Schwarze Kuni:
    – untergärig, 16.8°P; 7,5%
    – von der 1875 gegründeten Brauerei aus Lauf
    – benannt nach der Kaiserin Kunigunde, die der über 500 Jahre alten Kirche ihren Namen gab
    – „Jedes Jahr reitet als Kaiserin Kunigunde verkleidet eine junge Frau in königlichem Ornat zur Kirchweih auf den Kunigundenberg“
    http://www.brauerei-simon.de/index.php/biere.html

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  • Laško Special Striptise:
    – untergärig, 18°P; 8,3%
    – dunkler Doppelbock von der 1825 gegründeten Brauerei aus dem Slowenischen Tüffer (erstmals gebraut 1956)
    – ein besonders in Deutschland selten zu bekommenes Bier, das aber Dank Markus den Weg nach Brühl geschafft hat
    – schmeckt für ein Doppelbock dieser Umdrehung noch recht frisch
    http://www.laskospecial.eu/en/

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  • Weiherer Bock:
    – untergärig, 16.3°P; 6,6%
    – von der 1975 gegründeten Brauerei Kundmüller
    – ausgestattet mit der fränkischen Dreifaltigkeit
    – u.a. wird auch eine Sondersud-Serie gebraut, die mit den Kriterien „Hopfengestopft. Barrel-aged. Champagnerflasche. Limitiert.“ glänzt
    https://www.brauerei-kundmueller.de/weiherer-bier/klassiker/weiherer-bock/

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Beim Schreiben dieser Zeilen begleitet mich mit dem Veldensteiner Saphir Bock (7,8%; 1929; Neuhaus a.d. Pegnitz) auch wieder ein Mitbringsel aus der Eule (siehe auch http://www.veldensteiner.de/index.php/veldensteiner-raeucherl.html):

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* bereits gelistete Biere sind hier nicht aufgeführt

Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

144. Luther Reformationsbier

1517-2017: 500 Jahre Reformation

Nach 500 Jahren Reinheitsgebot folgt in diesem Jahr gleich das nächste große Jubiläum. Luther’s Thesenanschlag an die Schlosskirche zu Wittenberg und die darauf folgende Reformation mitsamt Aufspaltung der christlichen Kirche in katholisch und protestantisch jährt sich das 500. Mal. Dass Martin Luther auch passionierter Biertrinker war, ist weithin bekannt und durch viele Zitate belegt:

„Wer kein Bier hat, hat nichts zu trinken!“

Eines seiner Lieblingsbiere war das seiner Frau, welche selbst das Brauen gelernt hatte und in den heimischen Räumlichkeiten praktizierte. Aber auch sonst war er großer Fan insbesondere der Mitteldeutschen Biere, wie z.B. dem heutigen Einbecker. Glücklicherweise bin ich per probiershop.com zu diesem feierlichen Anlass auch an das passendste Bier des Jahres gekommen: Das Luther Reformationsbier. Das wird zwar nicht mehr von seiner Frau hergestellt, dafür aber von der Brauerei Neunspringe, die neben diesem Bier noch drei weitere im Aufgebot hat.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . .  Pilsner
Brauart. . . . . . . . . . .
untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Wasser, Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze. . . . . .  –
Alkoholgehalt. . . . . .
4,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Leinefelde-Worbis
Erscheinungsjahr. . . (1517)

Bewertung

144_Luther Reformationsbier

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________7
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________8

Fazit

Für ein Pils recht wenig hopfig-herb, dafür sowohl im Geruch als auch im Geschmack recht malzig und ein wenig würzig. Auch die Rezenz ist ganz ordentlich. Im Abgang überraschend frisch und leicht sauer. Leider kann das Bier insgesamt aber nicht mit der historischen Lebensleistung des Hr. Luther mithalten, ist jedoch ein passables und gut trinkbares Bier. Und darauf kam es doch 1517 schließlich an – deshalb in Summe 9 Pkt. (3+).

„Dies Übel regiert am meisten in denen, die etwas voraus zu haben glauben vor anderen und ein ehrbares Leben führen und mehr Gnade haben. Die blähen und brüsten sich; was ihnen nicht gleich ist, das muss sinken, das richten sie, das verachten sie, und sie sind das hübsche Kätzlein im Hause.“ (Martin Luther)

Weitere Infos zum Bier unter: http://lutherbier.de/produkte_pils.html.

Prost und auf die Ökumene!

1516-2016: Bier-Jubiläum – Ein Fazit

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>>>500 Jahre deutsches „Reinheitsgebot“
>>>500 Biere aus knapp 40 Ländern von jedem Kontinent
>>>In Summe über 125 Liter Bier

Das ist das Ergebnis aus einem Jahr Bier-Blog. Ein Jahr, das einem großen Jubiläum gewidmet war: 500 Jahre Reinheitsgebot für deutsches Bier. Dabei hat dieses Reinheitsgebot nicht nur eine bewegte Vergangenheit hinter sich, weshalb sowohl die 500 Jahre als auch deutsches Bier bei genauerer Betrachtung natürlich nicht ganz korrekt und klar abgrenzbar sind. Und auch der Begriff „Reinheitsgebot“ ist sowohl historisch als auch buchstäblich kritisch zu sehen. Schließlich hat es in den letzten 500 Jahren vielerlei Entwicklungen in der deutschen (und natürlich auch internationalen) Bierwelt gegeben, die die stets die Herausforderung mit sich brachten, Bier in möglichst hoher Qualität genießbar zu halten. Allerdings hat sich der Anspruch hierüber immer wieder verändert. Wurden in den ersten Jahrhunderten noch viele Experimente mit dem Bier gewagt, kam es nach der Einführung des „Reinheitsgebots“ in ganz Deutschland nach der Reichsgründung zu einer sukzessiven Uniformierung und auch Zentralisierung. Erst neue Einflüsse aus Übersee haben auch in Deutschland wieder zu einem Umdenken geführt. So entstehen auch hierzulande immer mehr neue Brauereien, die wieder für mehr Vielfalt sorgen.

Diese Vielfalt gerät allerdings immer wieder im Konflikt mit dem „Reinheitsgebot“, welches sich u.a. im vorläufigen Biergesetz niederschlägt und den Brauern z.T. nur wenig Handlungsspielraum einräumt. Dies sei grundsätzlich auch gar nicht zu kritisieren, wenn nicht aber auf der anderen Seite eine Vielzahl an künstlichen (chemischen) Zusatz- oder Hilfsstoffe erlaubt werden, welche so gar nicht zur Vorstellung eines „reinen Bieres“ passt. Außerdem ist auch die Differenzierung zwischen unter- und obergärigen Bieren nicht nachvollziehbar.

>>>Wie erging es dem Bierjubiläum?

Eine große Erkenntnis aus einem Jahr Bierjubiläum ist sicherlich, dass es ohne Netzwerk und Vitamin B kaum eine Möglichkeit gibt auf Seiten des Gesetzgebers Druck aufzubauen, diese Situation zu verbessern. Schade finde ich insbesondere, dass auch Verbände, wie die Privaten Brauer oder die Association of Craft Beeer Brewers, keinerlei Reaktion auf meine Kontaktanfragen zeigen. Dabei ist eine grundlegende Reform des „Reinheitsgebots“ längst überfällig. Einen Vorschlag hierzu hätte ich auch schon erarbeitet. Allerdings scheint hier (noch) die Macht und der Lobby-Einfluss der „Kartell-Brauereien“ enorm groß zu sein. Aber auch die (neue) Craft-Bier-Szene – so mein Eindruck – verleiht einer Weiterentwicklung der gesetzlichen Grundlagen kaum Nachdruck. Vielleicht auch, weil sie sich immer wieder auf Ausnahmegenehmigungen verlassen und darauf hoffen, dass der Markt hier die Dinge regeln wird. Trotzdem möchte ich auch nicht an Kritik gegenüber den Craft-Brauern sparen, welche sich allzu oft nur im Marketing verlieren und nur darauf aus sind immer extremere Biere auf dem Markt zu werfen. Ziel sollte es sein Biere in gleichbleibend hoher Qualität mit hochwertigen natürlichen Bier-Zutaten zu brauen und diese dabei nicht „pseudo zu veredeln“. Aspekte, wie Regionalität, Saisonalität oder Tradition sollten hierbei eine ebenso große Rolle spielen. Und warum probiert man eigentlich nicht auch mal Blend-Biere aus? Vielleicht schafft es das „deutsche Reinheitsgebot“ auch dann in die Liste der UNESCO-Weltkulturerben. Ein Beispiel sollten uns hier die Belgier sein, die es mit ihrem Bier bereits in die Liste geschafft haben.

>>>Warum nochmal das Ganze?

Ziel meines Blogs soll dabei aber weiterhin langfristig sein, diese Strukturen aufzubrechen und einen Reform-Prozess anzustoßen bzw. meinen Beitrag dazu zu leisten. Kurzfristig möchte ich wenigstens die Leser zu diesem Thema sensibilisieren um somit ggf. einen Multiplikator-Effekt zu erzielen. Beides ist jedoch effektiv nur mit einem halbwegs großen Netzwerk möglich, welches mir aktuell noch nicht wirklich zur Verfügung steht.

>>>Die Highlights?

Vor diesem Hintergrund gab es trotzdem zahlreiche Höhepunkte, die das Bierjubiläum-Jahr säumten. In erster Linie sind da die regelmäßigen Verkostungsrunden in der Kierberger Eule zu nennen, die jedes Mal interessant und lecker zugleich waren. Herauszustellen ist sicherlich mein eigener Auftritt im April zum Thema 500 Jahre Reinheitsgebot. Aber auch der regelmäßige Austausch mit Biersommelier Markus Weick war sehr inspirierend und lehrreich. Am Tag der Tage – dem 500. Tag des Bieres fand die Craft-Bier-Messe in Walberberg statt, die mir nochmals die Größe der Craft-Bier-Welt aufgezeigt hat. Dass aber auch die traditionelle Bierwelt da mehr als mithalten kann, zeigte sich dann im Juli auf der Bierbörse in der Bonner Rheinaue. Der wohl aber bierigste Höhepunkt des Jahres war die Franken-Bier-Tour im August, wo wir (Alex, Nils und meine Wenigkeit) innerhalb einer Woche an 6 Stationen zusammen 100 unterschiedliche Biere genießen durften. Und sogar in meinen Urlauben an der Ostsee und im Schwarzwald konnte ich glücklicherweise viel Braukultur hautnah erleben. Unerwähnt bleiben sollte zudem natürlich auch nicht mein Start auf Facebook gegen Ende des Jahres.

>>>Was waren meine ganz persönlichen Erfahrungen in 2016?

Nunja, in erster Linie musste ich feststellen, dass Blogschreiben deutlich mehr Aufwand bedeutet als anfänglich vermutet. Dass dadurch andere Dinge kürzertreten mussten, habe ich aber meistens gerne in Kauf genommen. Auch musste ich feststellen, dass Projekte mit mehreren Leuten nicht immer funktionieren. Gerade nach dem entmutigenden Ausscheiden der anderen Co-Autoren habe ich lange mit mir gerungen, ob ich das Blog überhaupt weiter fortführe. Im Prinzip hat mich schließlich nur die Kierberger Eule daran gehindert. Konsequenterweise habe ich dann auch (vielleicht etwas zu spät) den Weg in die sozialen Medien gesucht und gefunden. Hier bietet mir Facebook zumindest eine erkennbare Plattform um mich, das Blog und das Thema etwas sichtbarer zu machen. Persönlich würde ich mir jedoch nach wie vor mehr direkte Rückmeldungen wünschen. Denn hin und wieder kommen Zweifel bei mir auf, ob das Interesse überhaupt groß genug ist, hier so viel Zeit zu investieren. Aber dann kommen immer wieder wertschätzende Momente, wie mein letzter Beitrag zum Bierjubiläums-Bier, welcher mehr als 1100 Leute in über 30 Ländern erreichte, die mich weiter motivieren.

>>>Und sonst?

Auch nach über 500 Bieren in einem Jahr, was mir gleichzeitig über 300 neue Kronkorken bescherte, muss ich konstatieren, dass die riesige (deutsche) Bierwelt nahezu unentdeckbar zu bleiben scheint. Auch wenn ich inzwischen viele Biere und Brauereien wiedererkennen kann, bleibt doch alleine die schiere Masse überwältigend. Etwas verloren gegangen ist dabei aber die Faszination für Craft-Biere. Nicht, weil diese qualitativ minderwertig sind, sondern weil auch hier oftmals kopiert oder in zu kleinen Nuancen gearbeitet wird. Kann aber auch sein, dass ich einfach meine Geschmacksknospen in diesem Jahr zu sehr beansprucht habe. Schließlich konnte ich gegen Ende durchaus feststellen, dass eine differenzierte Bewertung immer schwieriger wurde. Dies lag aber auch daran, dass ich natürlich vorwiegend Biere rezensiert habe, die mir persönlich zusagten bzw. besonders interessant waren. Dadurch ist auch zu erklären, dass es zu einen recht guten Punktedurchschnitt von 11 Pkt. gekommen ist. Insgesamt kann ich aber auch festhalten, dass sich mein Geschmack für Biere geändert hat. So bin ich inzwischen deutlich offener für Bierstile, die sich recht weit vom deutschen Mainstreamgeschmack bewegen.

>>>Wie geht es also weiter?

Natürlich werde ich weiterschreiben und posten. Vermutlich aber nicht mehr in der Intensität wie noch in 2016. Alleine unser familiärer Zuwachs Anfang April wird (zunächst) für eine Prioritätenverschiebung sorgen :). Und wer weiß vielleicht geht auch irgendwann mein kleiner Lebenstraum in Erfüllung und auch ich eröffne eine eigene Brauerei, in der dann nicht nur spannende Biere aus den verschiedensten Getreidesorten (ja es gibt mehr als Gerste und Weizen – und ja Reis, Mais und Hirse sind auch Getreide ;)) sondern auch leckere Bier-Mix-Cocktails entworfen und serviert werden…

Am Ende möchte ich mich nochmals recht herzlich bei Euch allen bierinteressierten Lesern bedanken und nochmals meine Einladung erneuern, gerne jederzeit auch Beiträge in Form von Bildern, Videos, Audios oder kurzen Artikeln beizusteuern.

Bis dahin verbleibe ich mit bierigen Grüßen aus Brühl

Euer Markus

PS: Für weitere Infos zu meinen Gedanken zur Reinheitsgebotsreform verweise ich gerne nochmals auf  23.04.1516 – 23.04.2016: 500 Jahre Reinheitsgebot – (K)ein Grund zum Jubeln?

Silvester 2016

Die letzten Stunden und Minuten des Bierjubiläum-Jahres (sowie die ersten des Folgejahres) wurden mit dieser Bierauswahl begangen:

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Bierfacts:

  • Westheimer Weizen (5%), Pilsener (4,8%), Pilsener Alkoholfrei (<0,5%), Helles Obergäriges (4,8%) & Graf Stolberg Dunkel (4,8%):
    – aus der Gräflich zu Stollberg´sche Brauerei Westheim im sauerländischen Marsberg unmittelbar an der Grenze zu Hessen
    – ein Geschenk noch aus meiner Elternzeit
    http://www.westheimer.de/front_content.php?idart=1014&idcat=772

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  • Shepard Neame Christmas Ale:
    – 7%; obergärig
    – Festbier von der ältesten Brauerei Groß-Britanniens (Gründung 1698) aus Faversham im südostenglischen Kent
    – recht malzaromatisch, aber auch süßer als deutsche Weihnachstbiere
    https://www.shepherdneame.co.uk/beer/christmas-ale

Vielen Dank nochmals auch auf diesem Wege an Sabrina und René für die hervorragende Gastfreundschaft und die schönen Abende.

Kulturelles zum Jahresabschluss

„Zwischen den Jahren“ gab es noch einmal einen Besuch im Brühler Seasons:

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Bierfacts:

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Bierfacts:

  • Murphy´s Irish Stout:
    – 4%; obergärig
    – von der 1856 gegründeten Murphy-Brauerei aus dem irischen Cork (gebraut durch Lady’s Well Brewery)
    http://www.murphys.com/beers/