Archiv für den Monat: Mai 2017

195. Störtebeker Arktik Ale

Nach dem gestrigen wissenschaftlichen Teil geht es heute wieder in die freie Wirtschaft. Genauer zu einer Wirtschaft, die zu eine der größten Biermarken der Bierneuzeit zählt. Die Störtebeker Braumanufaktur – hervorgegangen aus der Stralsunder Brauerei – ist im Bereich klassisch (nord-)deutsche Biere eine der führenden neuen Handwerksmarken. Sie bedient nicht nur die klassisch deutschen Bierstile von Pils über Schwarzbier bis Hefeweizen, sondern auch eher nordisch-hansische Ales oder Porters. Zudem wird unter Leitung des gelernter Brauer und Diplom-Biersommeliers Christoph Puttnies etwas experimentiert (siehe Roggen-Weizen, Scotch-Ale oder auch das Glühbier) .

„Der englische Bierstil „Ale“ bezeichnete ursprünglich ein ungehopftes Bier. Zu Zeiten der Hanse wurde der Hopfen in England eingeführt und es entstanden die heute bekannten englischen Ales, die vor allem für Ihre starke Hopfung und lange Haltbarkeit berühmt sind.“

„Das Arktik-Ale basiert auf dem Atlantik-Ale und überzeugt durch eine sehr kräftige Hopfenaromatik und Herbe. Die zusätzliche Kalthopfung mit den Sorten Lemondrop und Simcoe sorgt für einen fruchtigen Duft nach Ananas, Zitrusfrüchten und dunklen Beeren, kombiniert mit einer leichten harzigen Note.“

Neben Lemondrop und Simcoe sind bereits im Atlantik-Ale die Hopfensorten Tradition, Perle, Cascade, Amarillo und Citra vorhanden und verbinden sich mit Münchner-, Distilling-, Pilsener- und Weizenmalz.
Bei ratebeer.com zählt das Arktik-Ale kurz nach Einführung schon zu den TOP 50 Eisböcken. Mal schauen, ob sich das nun auch hier bestätigt.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Eisbock (Pale Ale)
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . .
8,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Stralsund
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: Volle Fruchtigkeit aus gelben Früchten wie Ananas oder einem Zitrus-Mix plus eine trockene Grasigkeit und matte Süße.
Geschmack: Sehr intensiv fruchtig-malzig-süß. Im Verlauf ansteigende Bitterkeit und Alkoholaroma. Ein sehr interessanter trocken-bitterer und fruchtiger Abgang. Ansonsten insgesamt wenig spritzig, leicht ölig und mit einem satten Körper.
Alles in allem also ein wirklich interessanter Eisbock, der auch aufgrund der Pale Ale-Basis sicherlich schon ein Alleinstellungsmerkmal ist. Besonders die ersten Eindrücke auf der Zunge sind schon überraschend kreativ. Im Verlaufe verschwimmt diese Wahrnehmung zwar etwas unter den typisch bockigen Eigenschaften, allerdings kann ein hohes Niveau gehalten werden. Die Mühen von Hr. Puttnies haben sich also gelohnt: 12,5 Pkt. (2++).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.stoertebeker.com/de_de/arktik-ale/.

Prost!

194. TUM Weihenstephan Pale Ale

Heute und hoffentlich die kommenden Abende möchte ich mich den Bieren aus meiner Bierhandwerk-Bestellung widmen. Den Anfang macht dabei ein wirklich besonderes Bier. Besonders deshalb, weil es aus keiner regulären Brauerei kommt, sondern aus der einzig mir bekannten deutschen „Forschungsbrauerei“ stammt. Diese entstammt der offiziell ältesten Brauerei Deutschlands und der Welt aus Weihenstephan und ist der Technischen Universität München angegliedert. Diese bietet neben dem klassischen Brauer-Diplom auch technischere Studiengänge wie Brau- und Getränketechnologie oder Technologie und Biotechnologie der Lebensmittel an. Außerdem beschäftigen sich noch diverse Arbeitsgruppen in der Forschung mit Themen wie Getränke- und Getreidebiotechnologie, Getreidetechnologie und -verfahrenstechnik oder Rohstofforientierte Brau- und Getränketechnologie. Neben der klassischen Lehre bietet die Forschungsbrauerei noch einige interessante Weiterbildungsangebote an. So gibt es Workshops z.B. zu Sensorik oder einen Brauer-Cursus – alles selbstverständlich mit TUM-Zertifikat. Eine Institution also, die eminent wichtig für Brauwirtschaft aber auch Hobbybrauer zu sein scheint, ist doch die Welt der Biere bisher wissenschaftlich recht dezentral und unkoordiniert behandelt worden.

Gerade als Akademiker (mit Niveau) bin ich deshalb umso mehr gespannt, wie sich nun ein wissenschaftliches Bier präsentiert.

„Das Pale Ale „WPA“ aus Weihenstephan ist ein von der Forschungsbrauerei Weihenstephan entwickeltes Bier.
verwendetes Malz: Pilsner; Münchner Typ II; Carahell
verwendete Hopfensorten: Taurus; Hersbrucker; Mittelfrüh; Tradition [100 % Hallertauer Hopfen]
IBU 49.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  14.3°P
Alkoholgehalt. . . . . .
6,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Freising
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Olfaktorisch: Erst klare Fruchtnoten von Ananas, Maracuja, Mango und Papaya, dann ein Mix aus leichten Aromen von Gras und bitterem Karamalz
Gustatorisch: Weniger Fruchtigkeit als vermutet. Eher fruchtig-bitter, leicht grasig mit unterschwelliger dunkler Malzigkeit. Ansonsten recht süß und süß-bitter im Abgang. Bei mittlerem Körper eher gering spritzig.
VAGO*: Ein wahrlich überraschendes Pale Ale, das wirklich malziger und vollmundiger ist als viele reguläre Biere des Stils. Hier hat sich die Forschung gelohnt und ein Alleinstellungsmerkmal hervorgebracht. Auch wenn die Biere der TUM selbstverständlich nicht ausschließlich aus Absatzgründen gebraut werden und somit nicht Eingang in den „Massenmarkt“ finden werden. Dennoch oder gerade deshalb wohl verdiente 13 Pkt (1-).

Weitere Infos zur Forschungsbrauerei unter: https://www.tum.de/studium/studinews/ausgabe-052011/show-052011/article/30531/, http://lbgt.wzw.tum.de/index.php?id=5 & http://lbgt.wzw.tum.de/index.php?id=133#c143.

Prost!

*Visuell, Auditiv, Gustatorisch & Olfaktorisch

193. Starij Melnik Svetloe

Zum Wochenstart gibt es heute wieder mal ein Novum für mich und das Bierjubiläum. Zum ersten Mal gibt es ein russisches Bier. Das liegt vermutlich nicht daran, dass in Russland kaum Bier (und nur Wodka) getrunken wird, sondern wohl eher an der mangelnden Vermarktung und Marktpräsenz im Allgemeinen. Das Starij Melnik ist neben Baltika, die wohl in (West-)Europa bekannteste russische Biermarke. Gebraut wird das Lager prinzipiell durch die Pivovarnya Moskva-Efes, allerdings ist mein Exemplar durch Efes Deutschland in Köln produziert worden. Zwar ist es sicher alleine schon aufgrund der Markendimension kein Qualitätsbier, aber für mich trotzdem interessant genug, um es mal zu probieren. Die Marke wurde kurz vor dem Millennium von Efes eingeführt, was sie genau bedeutet bleibt für einen deutschen Bierblogger jedoch zunächst weitgehend im Verborgenen. Meine Recherchen haben lediglich hervorgebracht, dass „Starij“ für „alt“ steht und dass „Melnik“ so viel wie „Müller“ heißt.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Lager
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . .
5,7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Moskau / Russische Föderation [Köln]
Erscheinungsjahr. . .
1999

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___5
  • Aussehen:____________________8
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Sowohl in der Nase als auch am Gaumen erstaunlich (malzig-)würzig. Neben trocken-erdigen Nuancen zwischendurch immer wieder auch süßliche Töne. Für den Alkoholgehalt recht vollmundig und auch relativ weich. Der Abgang ist weniger auffällig herb. Zwar zeichnet das Bier keine besondere Spritzigkeit aus, aber dafür sorgt es für einen überraschend angenehmen Eindruck. Auch wenn mir etwas der rote Faden zu fehlen scheint, bin ich wirklich erstaunt, wie wenig industriell dieses Bier schmeckt. Sicher ist es auch nicht wirklich charakterstark, aber für ein internationales Lager definitiv mit mehr Seele als viele Konkurrenten. Auch wenn es natürlich für den ein oder anderen Punkt Abzüge geben muss, möchte ich die kontinuierliche Steigerung durch die Kategorien würdigen und werte es gesamthaft mit 10 Pkt. (2–) ein.

Für Menschen mit Russisch bzw. Kyrilisch-Kenntnissen gibt es weitere Infos zum Bier unter: http://www.efesrussia.ru/brands/b13.html.

Prost!

191.-192. Hofbräu Helles & Arcobräu Mooser Liesl

Während sich viele Bierbegeistere gestern und heute in Köln zum Festival der Bierkulturen trafen, werde ich mich dem Thema mit einer erneuten Vergleichsverkostung widmen. Da ich aus persönlichen Gründen dieses Jahr noch nicht teilnehmen konnte, möchte ich heute die beiden Hellen in meinem Kühlschrank gegeneinander antreten lassen. Auf der einen Seite das neue Helle aus dem großen Münchner Hofbräuhaus, das seit 1939 unter staatlich-bayrischer Führung steht.  Auf der anderen Seite das runderneuerte Mooser Liesl aus dem Gräflichen Brauhaus Arcobräu, seit jeher Privatbrauerei.
Ersteres ist offiziell eine Markenneueinführung, fußt jedoch auf das schon lange gebraute Hofbräu Original. Die Vermarktung setzt dabei klar auf Historie und den Lokalpatriotismus der Bayrischen Hauptstadt:

„Münchner Heimatbier!
Mehr München geht nicht: Echt Münchner Bier, echt Münchner Brauerei und echtes Hofbräuhaus.“

Letzteres hingegen kommt da eher etwas provinziell daher:

„Geh Liesl, bring ma no a so a guads Hells! So hieß es einst, als das Bier in unserer Schlosswirtschaft noch aus der Kanne ausgeschenkt wurde. Viele Gäste kamen nur wegen dem guten Hellen, das es hier gab. Nicht wenige aber auch wegen der feschen Liesl. So war es kein Wunder, dass bald beide, die Liesl und das Brauhaus mit seinem Bier, weit über die Grenzen von Moos bekannt und die Liesl für viele Jahre zum Markenzeichen der Brauerei wurde.“

Dabei geht die freie Brauerei Arcobräu auf eine geschichtsträchtige Familientradition zurück – mehr Infos hierzu unter 57..

Mal schauen also, wer die Nase (bzw. die Zunge) vorn hat: Die Metropole oder die Provinz…

Steckbrief (Hofbräu | Arcobräu)

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Helles
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . .
5,1% | 5,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . München | Moos
Erscheinungsjahr. . .
2016 (1589) | 2015 (1789)

Bewertung (Hofbräu | Arcobräu)
  • Flaschendesign + Kronkorken:___11 | 12
  • Aussehen:____________________10 | 10
  • Geruch:______________________9 | 9
  • Geschmack:__________________8 | 9
Fazit

Rein optisch leichte Vorteile für die Liesl. Zwar sind beide Bierfarben nahezu identisch gold-gelb, dafür ist jedoch die Arcobräu Flasche nicht nur im Design, sondern vor allem auch in Flaschenform ein echter Hingucker. Auch wenn das Hofbräu Helle in der Bierjubiläums-Edition überrascht.
Olfaktorisch schenken sich beide nichts. Das Arcobräu ist überraschend hopfig-blumig – fast schon pilsig, aber auch klassisch karamalzig und frischer. Das Hofbräu hingegen ist näher am typischen Geruch eines Hellen, wenn auch würziger und matter.
Auch geschmacklich ist es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Allerdings unter vertauschten Vorzeichen. Während die Liesl in der Nase noch einem Pils ähnelte, ist sie geschmacklich (glücklicherweise) wieder näher dran am gewünschten Bierstil. Insgesamt unaufdringlich, süffig mit wenig Körper, etwas würzig, etwas süß, kaum herb und kein bisschen bitter, wobei die Malzigkeit zum Abgang hin zunimmt. Das Hofbräu hingegen wirkt deutlich hopfiger bis bitterer, weniger süß, weniger malzig, mehr Körper, allgemein spritziger und bei ähnlicher Würze mit einem herberen Abgang.
Alles in allem hauen mich aber ehrlich gesagt beide Helle nicht vom Hocker. Obwohl Helle eigentlich zu meinen Lieblings-Stilen gehören, vermisse ich bei beiden die klare Malzsüße auf der Zunge. Außerdem wirken sie beide auch etwas unausgewogen. In diesem nun dritten „Beer-Battle“ kann sich aber auf gutem bis mittelmäßigen Niveau in Summe die Liesl aus Moss gegen den großen Münchener Bruder knapp mit 10 Pkt (2-) zu 9 Pkt (3+) durchsetzen.

Weitere Infos zu den Bieren unter: http://hofbraeuhaus-hell.de/ & http://www.arcobraeu.de/de/mooser-liesl.

Prost!

190. Dinkelacker Frühlingsfestbier

Bevor sich der Frühling endgültig zugunsten des Sommers verabschiedet, möchte ich der manchmal recht kurzen aber schönen Jahreszeit mit dem heutigen Festbier huldigen. Es stammt aus der Stuttgarter Dinkelacker-Schwaben-Bräu – eine der wenigen Brauereien, die es geschafft haben sich nach der Einverleibung der großen ABInBev wieder vollständig unabhängig zu machen. Neben Dinkelacker und Schwaben-Bräu, welche 1994 fusionierten, zählen auch Wulle und Sanwald zu den Marken der Familienbrauerei. Mit einer solchen Markenbreite fällt die Brauerei ebenfalls aus dem Raster der klassischen Familienbrauereien. Das Frühlingsfestbier ist dabei eines von drei Festbieren. Im Herbst wird das Volksfestbier zur Wasn ausgeschenkt und im Winter gibt es noch ein Weihnachtsfestbier.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Märzen
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze. . . . . .  13.3°P
Alkoholgehalt. . . . . .
5,7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Stuttgart
Erscheinungsjahr. . .
2013

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Im Geruch klar malzig-grasig mit nur wenigen Frucht-Hopfen-Aromen ist es geschmacklich wohl das Paradebeispiel für ein herbes aber nicht bitteres Bier. Im Stile des Märzen kommt eine deutliche malzige Herbe durch, die durch grasige bis getreidige Noten unterstrichen wird. Bei trocken-herben Abgang ist es insgesamt leicht vollmundig und spritzig. Trotz sattgoldener Farbe optisch (aber auch nasal) mit Luft nach oben, kommt es aber zumindest meinem Geschmack nach einem guten Bier sehr nahe. Auch wenn es für solch ein Festbier fast schon zu warm draußen ist, gebe ich diesem re-privatisierten Bier gute 12 Pkt. (2+).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.familienbrauerei-dinkelacker.de/fruehlingsfestbier.html.

Prost!

189. Mönchshof Zoigl

Zum heutigen Vatertag (f.k.a. Christi Himmelfahrt) gibt es ein Bier aus der recht neuen Biermanufaktur Mönchshof in Kulmbach. Während die Braukunst des ehemaligen Zisterzienserklosters bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht, entstand die Manufaktur der Brauerei Kulmbach erst in den letzten Jahren, um u.a. auch dem recht mäßigen Markenimage etwas aufzuhelfen. Dem Trend nach mehr Handwerk im Bier folgend, konzentrierte man sich seither verstärkt darauf auch etwas aufwendigere und historische Biere zu brauen. Eines davon ist das Zoigl, das sich selbst am besten beschreibt:

„Zoiglbier ist ein echtes Kind traditioneller Braugeschichte. Es hat seinen Ursprung in der bayerischen Oberpfalz, wo es über Jahrhunderte hinweg als Bier der „brauberechtigten Bürger“ meist in Kommunbrauhäusern eingebraut wird.

Der jeweilige „Zoigl“ wird in einem großen Fass zum Keller des „Zoiglbrauers“ gefahren, dort mit untergäriger Hefe angestellt und für die Gärung und Reifung im Keller gelagert.

Um anzuzeigen, wo gerade fertig ausgereifter „Zoigl“ frisch vom Fass ausgeschenkt wird, hängt man einen Reisigbesen, Fichtenbusch oder sechszackigen Brauerstern vors Haus.
Von diesem „Bierzeiger“ – dem sogenannten „Zoigl“ – leitet sich auch der Name des Bieres ab.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Export
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  12.3°P
Alkoholgehalt. . . . . .
5,4%
Herkunft. . . . . . . . . . . Kulmbach
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Geruch: Malzig-frisch, karamellig und leicht blumig mit einer trüblichen industriell-metallischen Note
Geschmack: Auch hier ist eine leichte industrielle Note zu schmecken. Ansonsten ganz klar karamell-malzig (leicht angeröstet), ein klein wenig bitter mit einem süßlich-herben Abgang. Insgesamt nicht so vollmundig wie ich dachte und leider auch etwas unausbalanciert.
Da ich selbstverständlich nicht nachvollziehen kann, wie ein historisches Ziogl geschmeckt hat, fällt ein solcher Vergleich schwer. Vorstellen kann ich mir jedoch aber, dass Mönchshof bzw. Kulmbach mit diesem Bier ziemlich nah an das Original herangekommen ist, wenn man einmal die leichten Industrie-Noten abzieht. Wenn es dann noch in Zukunft mehr „roten Faden“ bekommt, würde mir das Bier aber noch besser gefallen. So gibt es zunächst „nur“ 11 Pkt (2).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.mönchshof.de/manufaktur/manufaktur-biere/zoigl-naturtrueb.html.

Prost!

188. Hellers Wieß

Regionsbier #2 ist heute das Wieß aus dem Hause Hellers, gelegen zwischen Rathenau- und Barbarossaplatz in unserer westlichen Millionenstadt Kölle. Nachdem es jahrzehntelang in Köln fast ausschließlich Kölsch gab, bin ich froh, dass dort auch immer mehr andere Sorten gebraut werden. Hellers liegt dabei mit seinem Wiess nicht nur voll im Trend sondern beweist sogar großen Mut und braut seit 2013 mitten in Köln ein Altbier. Das einzige Alt aus Köln, wie mir bekannt ist. Wer also mal über eins stolpert, darf es mir gerne mitbringen ;). Eine weitere Besonderheit der Brauerei ist die doch immer noch recht seltene Bio-Zertifizierung, die sie seit Gründung 1991 inne hat. Somit darf ich heute also mein erstes Bio-Wieß probieren.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Wieß
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . .
4,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Köln
Erscheinungsjahr. . .
1991

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___6
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Malzig, leicht fruchtig-würzig, wirklich sehr blumig und klar und frisch präsentiert es sich in der Nase. Malzig, leicht bitter-würzig, vollmundiger und mittel-spritzig bei malzig-süßem Abgang liegt es dann auf der Zunge. Auch das Hellers ist meiner Meinung nach wieder ein Beweis, dass Wieß die besseren Kölsch sind. Einfach mehr Charakter, mehr Geschmack und mehr Tiefe. Trotz verbesserungswürdigem Äußeren, dass wohl nicht jeden Kunden anspricht, gibt es für das Hellers Wiess verdiente 12 Pkt. (2+).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.hellers.koeln/hellers-biere/#wiess.

Prost!

187. Vulkan Pils

Heute und (hoffentlich) morgen wird es bei mir wieder etwas regionaler mit zwei Bieren aus Köln und der Eifel. Genauer gesagt aus der östlichen Vulkan-Eifel – der seit etwa 50 Mio. Jahren vulkanisch aktivsten Landschaft Westdeutschlands. Hier (in der Nähe des Laacher Sees) befindet sich seit 1875 die Vulkan-Brauerei, von der ich bereits das Pale Ale verkosten durfte. Eine Brauerei, die nicht nur regionale Produkte verwendet und dadurch mit dem Siegel „Regionalmarke Eifel“ ausgezeichnet ist, sondern auch keines ihrer Biere filtriert. Somit habe ich es heute also nach (inter-)nationalen Standards nicht wirklich mit einem Pils zu tun, da dieses stets blank und ungetrübt sein muss. An anderer Stelle findet man für solche Biere die Bezeichnung Keller-Pils, da auch Kellerbiere naturtrüb sind. Für ihr Bourbon Barrel Doppelbock bereits mit dem Meininger International Craft Beer Award „Craft-Bier des Jahres“ ausgezeichnet, darf auch beim unfiltrierten Pils auf hohe Qualität zu hoffen sein.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . (Keller-)Pils
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . .
4,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Mendig
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___9
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________12
Fazit

In der Nase noch klar grasig, blumig, malzig und herb ist das etwas andere Pils geschmacklich etwas indifferent. Einerseits Pils-typisch mit seinem charakterlichen hopfig-herben Grundaroma, andererseits aber auch klar malzig-getreidig-blumig. Auch im Abgang ist neben der erwartbaren Herbe auch eine leichte Süße erschmeckbar. Insgesamt hat es die Vulkan-Brauerei also geschafft das zumindest in Deutschland nördlich des Weißwurst-Äquators sehr verbreitete Pils nochmals neu zu interpretieren. Für mich ist und bleibt es aber wahrscheinlich genau wegen dieses hohen Marktanteils kein besonders herausragender Bierstil. Deshalb kann ich dem qualitativ wirklich guten (Keller-)Pils nicht mehr als 11 Pkt. (2) geben.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.vulkan-brauerei.de/2016/10/26/neue-sorte-vulkan-pils/.

Prost!

186. Theodor König Zwickl

In den kommenden Tagen möchte ich an dieser Stelle (soweit möglich) meinen Biervorrat nach und nach vorstellen. Das heutige Bier habe ich noch im letzten Jahr in Rheda-Wiedenbrück im TrinkGut als kostenloses Give-Away eingeheimst. König Pilsener hat mit dem Zwickel zu den anderen großen Brauereien Deutschlands, wie Becks, Krombacher oder Warsteiner, aufgeschlossen und versucht ebenfalls ein „handwerkliches“ an den Mann zu bringen. Interessanterweise scheint der Trend dabei klar zu den Kellerbieren zu gehen, wenn man nicht gleich, wie Bitburger, mit einer ganzen neuen Marke ins Kreativ-Bier-Geschäft einsteigt. Nicht nur deshalb, habe ich nicht allzu große Erwartungen an das heutige Bier. Ebenso ist es dem Umstand geschuldet, dass das Pils aus selbigem Haus meiner Ansicht nach eines der schlechtesten unter den großen deutschen Biermarken ist. Aber ich bin ja durchaus offen für alles und gebe natürlich auch diesem Bier eine faire Chance.

„Ursprünglich erlernte Theodor König, Sohn einer Bauernfamilie, die Landwirtschaft. Während seiner Lehr- und Wanderjahre, packte ihn die Leidenschaft für das Brauhandwerk. Er lernte auf seinen Reisen verschiedenste Braumeister und Brauarten kennen. Inspiriert von diesen Entdeckungen gründete er 1858 die “Bayrische Bierbrauerei Theodor König” in Beeck nahe Duisburg. Da er die in der Region bis dato unbekannte untergärige Brauart einführte, galt er als Braupionier. Mit Herz und Seele braute er besonders leckeres Bier für die durstigen Arbeiter der umliegenden Zechen. So wurde das Haus König schnell über die Stadtgrenzen bekannt.
Auch heute noch brauen wir mit dieser Hingabe und sind uns sicher, dass jeder Schluck, der den Hof verlässt, den hohen Ansprüchen unseres Gründers Theodor König genügen würde und auch ihm geschmeckt hätte. Daher tragen die Produkte sein Gesicht, seine Unterschrift und werden mit dem besonderen TK-Siegel versehen.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kellerbier
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  12.8°P
Alkoholgehalt. . . . . .
5,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Duisburg
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Schon in der Nase die erste Überraschung: Bei einer mehr grasigen als röstigen Malznote und leicht bitteren karamellsüßen Nuancen ist es weit weniger industriell als befürchtet. Auch am Gaumen hat es qualitativ wenig mit dem großen Pils-Bruder gemein. Malzig-süß, wenig Hopfenbittere, trotzdem frisch und sehr weich mit einem herb-süßen Abgang. Aber insgesamt – und das muss man dazu sagen – auch irgendwie uniform mit wenig spezifischem Charakter. Trotzdem qualitativ und geschmacklich gut und deshalb auch 11 Pkt. (2) wert.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.theodor-koenig.de/.

Prost!

185. Plankstettener Maibock

Nach dem gestrigen Altenmünster folgt heute der zweite Maibock. Diesmal aus den wirklich herausragenden Brauhaus Riedenburg aus dem Altmühltal. Warum herausragend? Nunja nicht nur weil hier seit 1994 in Bioqualität höchste traditionelle Braukunst zelebriert wird, Bier-Mix-Cocktails nichts Unbekanntes sind, auch das 200.000 hl per anno umfassende Sortiment der 1866 gegründeten Brauerei ist derart vielfältig, dass es neben den klassischen bayrischen Bieren auch moderne Biere im Stile der Craft-Bewegung sowie besondere Bierspezialitäten, aus Urgetreiden wie Emmer, Einkorn und Dinkel oder auch Hirse, gibt. Seit einiger Zeit wird das Sortiment auch durch die Biere der Benediktinerabtei Abtei Plankenstetten erweitert. Das bis ins 12. Jahrhundert reichende Kloster beliefert das Riedenburger Brauhaus mit ihren Bio-Getreiden, welches dann daraus die Biere nach klösterlichem Rezept braut. Jedes Jahr Ende April veranstaltet die Abtei dann ein traditionelles Maibockfest mit Anstich des ersten Fasses, Biergartenolympiade und Tanz in den Mai. Nichts weniger als ein ebenso herausragenden Maibock erwarte ich dann aber auch…

Erworben habe ich das Bier übrigens auf dem Anrather Stautenhof – einem Demonstrationsbetrieb für ökologischen Landbau mit Metzgerei, Bäckerei und angeschlossenem Hofladen und Bistro. Wer also einmal im schönen Willich oder niederrheinischer Umgebung weilt, sei ein Besuch in jeglicher Hinsicht sehr zu empfehlen. Selbst für die Kleinen ist mit einem Outdoor-Spielbereich gesorgt.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Maibock
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  16.5°P
Alkoholgehalt. . . . . .
6,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Riedenburg
Erscheinungsjahr. . .
1904

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Der ungewöhnlich dunkle Maibock zeichnet sich in der Nase durch eine ausgeprägte dunkelmalzige Note aus, die leicht angeröstet, grasig-würzig und ein wenig nach Schokolade riecht. Auf der Zunge ist es dann ähnlich röstmalzig, leicht alkoholaromatisch und karamellsüß mit einem bitteren Unterton. Insgesamt wirkt es vollmundig, weich und wenig spritzig bei einem trocken-herben Abgang. Ist es also so herausragend wie erhofft? Nunja zumindest ist es überraschend, bayrisch verwurzelt und qualitativ hochwertig. Zwar nicht unbedingt das, was man sich gerade als West- oder Norddeutscher unter einem Maibock vorstellt, aber in jedem Falle eine sehr interessante Interpretation. Deshalb gibt es Summe gerechtfertigte 12 Pkt. (2+).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.riedenburger.de/startseite/biere/plankstettener-biere/plankstettener-maibock.html.

Zum Riedenburger Online-Shop (den ich wärmstens ans Bierherz lege) geht’s hier lang: http://www.riedenburger.de/startseite/onlineshop/produkte.html.

Prost!

184. Altenmünster Maibock Hell

Nachdem mich mein Großer heute ausnahmsweise mal früh entlassen hat, ergreife ich die Chance – bevor der Mai zu Ende geht – auch endlich ein Maibock zu verköstigen. Eine Gattung Bier, die mir irgendwie zuletzt nicht wohl gesonnen war. So lag ich doch just zu der Zeit letztes Jahr flach als in der Brühler Eule die Maiböcke thematisiert wurden. Und nun ist auch schon wieder dreiviertel des Monats rum ohne ein Maibock. Mit dem Verweis auf die Zusammenfassung der Bockbierveranstaltung im Februar des letzten Jahres, möchte ich mich nun dem Bier widmen. Vorweggesagt, es ist leider kein authentisches Original. Der Ursprung der Marke lässt sich auf den ersten und zweiten Blick nicht herausfinden. Zumindest existiert in Altenmünster (Bayrisch Schwaben) noch ein Braustüberl, auf das Namen und Wappen zurückgeht. Gebraut wird es zumindest seit der Neuzeit vom Allgäuer Brauhaus, welches wiederum zur Radeberger Gruppe gehört. Diese Vorbehalte aber mal ausgeblendet versuche ich mich möglichst unvoreingenommen auf das Bier einzulassen. Gerne verweise ich an dieser Stelle auch an ein anderes Altenmünster, was zu Beginn des Bierjubiläums bereits von Nils getestet wurde.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Maibock
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt
Stammwürze. . . . . .  16.2°P
Alkoholgehalt. . . . . .
7,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Marktoberdorf-Leuterschach
Erscheinungsjahr. . .
2002

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________7
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Olfaktorisch zunächst die Bestätigung meiner Befürchtung: Bei leicht grasigen Nuancen und hopfenbitteren Spitzen dominiert ein allgemeiner industrieller Duft. Gustatorisch hingegen die kleine positive Überraschung: So stark industriell wie es riecht, kommt es zum nicht auf der Zunge daher. Es ist im Allgemeinen vermutbar vollmundig und leicht alkoholaromatisch. Allerdings eben auch blumig-grasig, hopfig bitter und dezent fruchtig. Alles das, was ein Maibock eigentlich ausmacht. Man muss also konstatieren: Job gemacht. Der leicht ölige Abgang macht das Bier sogar auch etwas individuell. Trotz der Verwendung von Hopfenextrakt, kann ich mich in der Gesamtwertung aber nicht zu einer 3 durchringen. Vielleicht ist es die Freude über einen (bisher) ruhigen Abend nach einem anstrengenden Tag, vielleicht ist es aber auch nur die Freude am Bier und am Maibock – aber das Altenmünster hat heute Glück und erhält mir 10 Pkt. noch eine 2–.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.altenmuenster-brauerbier.de/beer/maibock-hell/.

Prost!

183. Störtebeker Bernstein-Weizen alkoholfrei

Fast zwei Monate nach der Geburt meiner Tochter versuche ich mich mal wieder an einer Rezension. Unter widrigen Bedingungen eines schlafverweigernden Sohnes taste ich mich vorsichtig an das Thema mit einem Alkoholfreien heran. Da mir eigentlich nur gute Erinnerungen an der alkoholhaltigen Variante des Bernstein-Weizens aus dem Hause Störtebeker im Gedächtnis sind, bin ich frohen Mutes, dass auch die alkoholfreie Variante ein würdiger (sukzessiver) Wiedereinstieg in das Bierbloggen ist.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Hefeweizen
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  12.9°P
Alkoholgehalt. . . . . .
<0,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Stralsund
Erscheinungsjahr. . .
2008

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________7
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Das erste Bier nach längerer Abstinenz schmeckt natürlich immer etwas merkwürdig. Das gilt auch für ein alkoholfreies. Gerade im Geruch erscheint es mir schon sehr unauffällig und dezent. Erkennbar sind aber vor allem grasige und wenige Hopfen-Noten. Geschmacklich spielt es jedoch in der ersten Liga der alkoholfreien klassischen Hefeweizen. Sehr frisch und erfrischend, grasig und schön dumpf malzig, sehr weich, etwas Bananenaroma mit einer leichten Süß-Sauer-Note erinnert das Bier ziemlich stark an die Konkurrenz aus Erding, allerdings mit dezent stärkeren Charakterspitzen. Auch wenn der Vergleich zu anderen alkoholvollen Varianten in gewisser Weise hinkt, gibt es trotzdem gute 11 Pkt. (2) für eine gute Alternative für Autofahrer, Fastende oder Alkoholverweigerer aus anderen Gründen.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.stoertebeker.com/de_de/bernstein-weizen-alkoholfrei/.

Prost!

Biersirup

Anlässlich des heutigen Tages der Arbeit war ich auch nicht untätig und habe zum ersten Mal selbst Biersirup für meine HausMannBar hergestellt. Als Basis dienten mir dabei zum Einen das Original-Weißbier von Schneider Weisse und zum Anderen das Köstritzer Schwarzbier. Und da ich sowieso mal ausprobieren wollte, wie ein Blend-Bier schmeckt, habe ich ganz Reinheitsgebots-inkonform beide Restbiere zusammengekippt:

Neben dem Bier und Rohrohrzucker (weißer für das Cervisia Blanca, brauner für das Cervisia Nigra) im Verhältnis 1:1 kamen übrigens noch 2cl Drambui und eine Prise geheime Biergewürze zum Einsatz.

Doch wofür braucht man denn eigentlich Biersirup? Nunja einerseits kann er natürlich als Bierersatz in dem ein oder anderen Biermix-Cocktail herhalten. Andererseits aber bereichert er auch die „unbierige“ Cocktail-Karte um interessante  Geschmackskomponenten. Hier nur einmal zwei Cocktail-Rezepte mit Biersirup:

Weißbier Sour*:
2cl Wodka
1cl Bananenlikör
2cl Grapefruitsaft
2cl Zitronensaft
2cl Weißbier-Sirup
(+ Weißbier-Espuma)

Duits-Hollands Sour**:
6cl Oude Genever
3cl Zitronensaft
2cl Schwarzbier-Sirup
1/2 Eiweiß
+ eine Prise geriebene Muskatnuss

* by Dietmar Petri, Cortiina Bar, München
** by Helmut Adam, Jeny Hasenbein & Bastian Heuser from Coktailian

Weitere Infos zum Thema gibt es auch hier. Gerne verweise ich in diesem Zusammenhang auch nochmals auf meine kleine Auswahl an Biermix-Cocktail-Rezepten:

Bier-Mix-Cocktails

Achso: Das schwarz-weiße Blend-Bier war in der Tat interessant. Da keine der beiden Biere dominierte, war es sowohl leicht hefig-bananig als auch röstig-malzig. Zugegebenermaßen sind die Unterschiede dieser beiden Bierstile trotzdem wohl aber zu groß, als dass sie sehr gut harmonieren würde. Und: Ein Blend-Bier, dass bereits beim Brauvorgang entsteht entwickelt sicher weitmehr ausbalancierte Geschmackselemente. Aber einen Versuch war es allemal wert.

In diesem Sinne also auf die Bier-Mix-Cocktails!