Archiv für den Tag: 8. Juni 2017

197. Butcher´s Tears The Last Possession

Die Woche ausklingen lassen möchte ich mit zwei Schätzchen aus dem guten P&M-Getränkemarkt in Bad Godesberg. Da beide im Angebot waren und handlich ausschauten, landeten sie bei einer meiner letzten Abstecher auch in die Tasche. Vom Bier und Brauerei hatte ich bis dato aber noch nichts gehört.

Dabei handelt es sich um eine sogenannte Mikro-Brauerei aus dem südwestlichen Stadtteil Schinkelbuurt gegenüber des Amsterdamer Olympiaviertel, die es sich zum Ziel gesetzt hat anders zu sein:

„Our aim is to enrich the beer culture rather than repeating what other brewers are already doing. We take a lot of inspiration from historical brewing documents and half-forgotten traditions but we also like to make way forward by forging together elements from different beer cultures as well as through pure experimentation.“i

Mit dem Last Possession zum Beispiel verband man nicht nur die beiden Bierstile Amber Ale und Pale Ale, man nutzte auch drei historische Hopfensorten (Bullion, Bramling Cross und Brewer’s Gold) zur Herstellung. Diese fand übrigens aus Kapazitätsgründen in den Räumlichkeiten der Brauerei Gulden Spoor im belgischen Gullegem statt.

Bei so viel Herzblut, Kreativität und Sinn für die Geschichte bin ich sehr gespannt, wie mir das Bier auch in der Praxis gefällt. Eine Besonderheit kommt dabei hinzu: Da das MHB bereits seit letztem November überschritten ist, handelt es sich hierbei sozusagen um die Vintage-Variante.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Amber Pale Ale
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . .
>5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Amsterdam / Niederlande [Gullegem / Belgien]
Erscheinungsjahr. . .
2014

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___10
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________5
  • Geschmack:__________________6
Fazit

Im Geruch wirklich extrem spritzig und frisch sowie auch bittersüß angehopft. Im Geschmack ähnlich frisch obwohl auch recht vollmundig. Ansonsten karamellsüßlich, würzig herb, leicht holzig-rauchig und bitter. Im Abgang eher alkoholaromatisch, was auf eine allgemein fortgeschrittene Flaschennachreifung schließen lässt.
Leider habe ich keinen Direktvergleich mit einer frischen Flasche oder idealerweise einem Fassbier. Denn ich will vermuten, dass ein solches Bier aus einer solchen Brauerei so frisch wie möglich getrunken werden muss. So tut es mir fast leid, dass ich dem Bier wahrscheinlich unrecht tue und mit 6 Gesamtpunkten (4+) eine relativ schlechte Note geben muss. Nichtsdestotrotz soll das nicht darüber hinweg täuschen, dass mit dem Bier tatsächlich ein gutes Kreativbier gelungen ist, dass ganz neue Geschmackskomponenten zusammenbringt. Wer also mal die Gelegenheit hat in Amsterdam zu weilen, dem empfehle ich einen vor-Ort-Besuch.

Weitere Infos zum Bier unter: http://butchers-tears.com/beers.

Prost!