205. Steamworks Killer Cucumber Ale

Heute geht es endlich mal wieder auf Bierurlaub. Zumindest gedanklich. Wartet doch mit dem mörderischen Gurken-Bier heute ein Bier aus dem schönen Kanada auf mich. Dabei ist das Bier in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich. Zum Einen natürlich aufgrund der Extra-Zutat Gurke, die ich zumindest so noch nicht in Bieren gesehen geschweige denn geschmeckt habe. Ein weiteres geschmackliches Experiment also, worauf ich sehr gespannt bin. Zum zweiten ist das Bier – wie es der Name schon verrät – ein sogenanntes Dampfbier. Zwar ist dies kein offizieller Bierstil, charakterisiert aber die Art und Weise der Herstellung, die bei Steamworks Tradition und Historie hat.

So geht die Geschichte der Brauerei bis in die 1930er Jahre zurück, als sich Teile der österreichischen Familie Gershkovitz aufmachten und ihr Glück im kanadischen Ottawa suchten. Zwei Generationen und einen Umzug an die Westküste ins schöne Vancouver später, suchte der kanadische Familienteil wieder stärkeren Kontakt nach Europa und sie unternahmen eine Rundreise. Dort kamen sie erstmals mit dem Bierbrauen in Berührung und erwarben in der Folge 1995 einen historischen Brewpub in Vancouver. Dieser beinhaltete noch ein seltenes altes Dampfheizsystem, was jedoch Jahre nicht mehr benutzt wurde und womit sich Eli Gershkovitz nicht auskannten. Doch die Bierbegeisterung war groß genug um lange genug zu experimentieren und im Selbststudium die erste und bisher einzige Dampfbierbrauerei Kanadas zu eröffnen. Da es Eli zwecks Rezepturinspiration immer wieder in die alte Heimat zog, beschlossen er und sein österreichisches Pendant Herbert Ottenschläger – der im Tourismuswesen seine Brötchen verdient – 2014 bei einem gutem Glas Bier eine transatlantische Kooperation einzugehen.

Dieser habe ich es nun zu verdanken, dass ich das heutige interessante Bier proBieren darf. Es ist zwar nicht das erste dieser spannenden Brauerei (ich erinnere mich sehr gerne an das White Ale mit Gerstenflocken, Hafermalz, Haferflocken sowie gerösteten Kakao- & Kaffeebohnen), aber immer wieder auch etwas Besonderes. Und um die Transnationalität auf die Spitze zu treiben, kommt in dieses kanadisch-österreichische Gurken-Dampfbier auch noch belgische Bierhefe hinein.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Dampf-Gewürzbier
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Gurke, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .   –
Alkoholgehalt. . . . . . 4,7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Vancouver / Kanada
Erscheinungsjahr. . .
2015

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___8
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: würzig, hopfig, gemüsig-grasig, frisch
Geschmack: würzig, süffig, leicht herb, süß-herber Abgang, tatsächlich gurkig und hefig
Gesamt: Während die Gurke in der Cocktail-Welt bereits vor einigen Jahren Einzug gehalten hat, zeigt sich mit diesem Bier, dass dies zu Unrecht bisher auch nicht im Brauwesen stattgefunden hat. Ein wirklich leckeres, frisches und ja auch anderes Bier. Es hat zwar bis auf den leicht gurkigen Geschmack von keiner klassischen Geschmackskomponente keine herausragende Eigenschaft, ist aber in der Gesamtheit derart ausbalanciert, dass es mich völlig überzeugt. Überzeugt nochmals in der Ansicht, dass das „Reinheitsgebot“ durch eine Alternative ersetzt werden muss. Denn dieses Bier ist mit 12 Pkt. (2+) wirklich hochqualitativ, innovativ und natürlich und es gibt keinen Grund, dass so etwas nicht auch in Deutschland gebraut werden darf.

Weitere Infos zur Brauerei unter: https://www.steamworks.eu/seiten/brauerei/
und zum Bier unter: https://www.ratebeer.com/beer/steamworks-killer-cucumber-ale/329085/1/1/.

Prost!

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