Bierbörse Bonn 2017

Letztes Wochenende lud Bonn wieder zur alljährlichen Bierbörse in den Rheinauen ein. Mit dabei auch diesmal über 700 Biere von über 80 Ausstellern. Auch wenn es sich hierbei um viele alte Bekannte eines jeden halbwegs gut sortierten Getränkemarktes handelt, waren auch diesmal wieder interessante weitere Brauereien vor Ort, die ich mir natürlich nicht entgehen lassen konnte. War es doch für mich und meinen Kollegen Matthias nur ein kurzer Fußmarsch vom Feierabend hinein ins Bier-Wochenende.

Hier eine kleine Überblicks-Impression:

Folgende Biere haben es in unsere Auswahl geschafft:

  • Palma Louca:
    – internationales Lager aus dem brasilianischen Jacareí (4,5%; untergärig)
    – leicht grasig und heuartiges sonst nichtssagendes Pilsener-Lager aus der Kategorie Heineken
    – mit Mais gebraut
    http://palmalouca.com.br/a-palma-louca/
  • Xingu Black:
    – 4,6%; untergärig
    – ebenfalls in Jacareí (Brasilien) durch FEMSA Cerveja Brasil gebraut
    – Marke wurde 1987 gegründet
    – „bestes Schwarzbier der Welt“
    – der Name von einer der ersten Craft-Marken Brasiliens leitet sich von einem Amazonas-Zufluss ab, wo bereits im 17. Jahrhundert schwarzes Bier von den Ureinwohnern aus Mais & Maniok gebraut wurde
    http://xingubeer.com/#beer

  • Platan Protivínský Granát:
    – 4,6%iges dunkles untergäriges Lager aus dem tschechischen Protivín
    – gegründet 1540 wird es nach Verstaatlichung und Verkauf von der Pivovary Lobkowicz hergestellt
    – dieser Bierstil hat in Tschechien einen eigenen Namen: Polotmavý
    – karamell-malzig-süß
    http://www.pivovar-protivin.cz/de/product/41-protivinsky-granat

  • Schinner Braunbier:
    – seltenes Braunbier aus der Privatbrauerei Schinner in Bayreuth (5,4%; untergärig)
    – die Brauerei geht zurück auf die 1860 gegründete Kommunbrauerei Bürgerbräu
    – röstig, trocken, grasig
    „Die Bierrarität „Original Braunbier“ wird weltweit nur von uns nach überlieferten Rezepten und ausschliesslich mit bestem bayerischen Malz und Hopfen traditonell eingebraut. Der Ursprung dieser Spezialität geht auf Bayerns Herzog Wilhelm V. zurück. Dieser ließ bereits 1590 auf Burg Trausnitz Braunbier für seinen Hofstaat brauen.“
    http://www.buergerbraeu-schinner.de/schinner.html

  • Stiegl Paracelsus Zwickl:
    – naturtrübe Bierspezialität (12°P; 5%; untergärig) aus der 1492 gegründeten Salzburger Brauerei
    – benannt nach dem Salzburger Arzt: „Bier ist eine wahrhaft göttliche Medizin!“
    – süffig, malzig, matt
    – mit dem Stiegl Gut Wildshut hat die Brauerei das erste Bier-Gut Österreichs gegründet, in dem auch Urgetreide angebaut und verarbeitet wird
    https://www.stiegl.at/de/biere/haupt-sortiment/stiegl-paracelsus-zwickl

Und aus dem Haus der 131 Biere gab es dann abschließend noch diese Biere:

  • Avilys Lithuanian Honey Beer:
    – Honig-Bier aus der litauischen Hauptstadt Kaunas (6%; untergärig)
    – unter Lizenz durch die Brouwerij Strubbe im belgischen Ichtigem gebraut
    – interessanterweise Witbier-ähnlich, süß-sauer
    http://avilys.lt/en/brewery-and-tours/
  • Phoenix:
    – Lager aus der größten Brauerei von Mauritius Phoenix Beverages in Vacoas-Phoenix
    – 1963 als Marke eingeführt
    – herb, trocken, wenig malzig
    http://phoenixbev.mu/index.php/en/phoenix-13
  • Polar Pilsener:
    – Lagerbier (4,5%) von der Cervecería Polar (gegründet 1941) in Caracas aus Venezuela
    – importiert aus Aruba & Curaçao durch die Florida Brewery in Auburndale (USA)
    – rel. geschmacksfrei, süffig, leicht grasig
    http://empresaspolar.com/negocios-y-marcas/cerveceria-polar/polar-pilsen
  • Red Horse:
    – dunkles Starkbier (6,9%) aus dem phillipinischen Mandaluyong (Manila)
    – 1982 von San Miguel eingeführt
    – gebraut mit Mais
    – alkohol-aromatisch, karamell-malzig
    http://redhorsebeer.com/index.php/rhb

Fazit:
Insgesamt ist die Bierbörse eine sehr gute Institution. Gerade für die Zielgruppe der Bierlaien ein guter Flaschenöffner zur Erweiterung des Bierhorizontes. Wenn nun noch weniger große (deutsche) Brauereien und dafür mehr kleine (und internationale) Bierbrauer am Start wären, wäre es auch für Bierkenner wie mich noch interessanter. Aber auch so ist die Auswahl schon größer, als man an einem Abend trinken könnte. Deshalb habe ich mir auch diesmal wieder ein paar Biere nach Hause mitgenommen – dazu an dieser Stelle später mehr.

Weitere Infos zur Bierbörse auch unter: http://www.bierboerse.com/city/bonn.htm

Auf die weltweite Biervielfalt! Prost!