Archiv für den Monat: August 2017

229. Brunehaut Bio Blanche Wit

Nach etwas längerer Abwesenheit heute nun zurück zum wichtigen Teil des Lebens: Bier – besonderes Bier. Nach der zurückliegenden Halbzeitpause gibt es hier noch drei weitere glutenfreie Biere, bevor es in den Endspurt meiner Jahresreihe „Alternative Getreide“ geht.

Den Anfang macht heute das Witbier aus dem wallonischen Hause Brunehaut. 1890 gegründet wird neben glutenfreiem Bio-Bier aus Biere der Marke Abbaye de Saint-Martin gebraut, welche auf eine Abtei des 11. Jahrhunderts zurückgehen. Wie die letzten Biere ist auch das heutige nachweislich glutenfrei, trotz dessen, dass hier auch mit Gerstenmalz gebraut wurde. Das Gluten wird in diesem Falle im Laufe des Brauprozesses durch verschiedene Methoden mehrfach entzogen und rausgefiltert (beschrieben in den letzten Beiträgen). Interessant macht dieses Witbier – was vom Stile her sowieso schon mit Gewürzen gebraut ist – die Beigabe von Hirse (Millet) und Buchweizen.

Ich bin also sehr gespannt, wie mir mein zweites glutenfreies Bio-Witbier schmeckt.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Witbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Rispenhirse, Buchweizen, Gewürze, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Rongy / Belgien
Erscheinungsjahr. . .
2009

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________7
  • Geruch:______________________9
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Geruch: sauer-fruchtig, spritzig, leicht würzig-getreidig
Geschmack: spritzig, süffig, leicht angesäuert, leicht gewürzt nach Koriander, ein wenig fruchtig nach Orange, plus ein Hauch Nuss, Abgang unauffällig
Gesamt: Auch dieses glutenfreie Bier überzeugt mich nicht vollends. Insgesamt bleibt es leider etwas unaussagekräftig. Insbesondere im Vergleich zu den Witbier-Benchmarks fällt ein gewisser Qualitätsunterschied auf. Auch wenn das Bier als solches durch die Beigabe von Hirse und Buchweizen interessante Noten bekommt, hätte ich mir einfach mehr Charakter gewünscht. So bleibt es bei 10 Pkt. (2-).

Weitere Infos zum Bier unter: http://brunehaut.com/en/products/brunehaut.html.

Prost!

Blogbier, die XX.

Zum Grillfest meiner Abteilung habe ich mich erdreistet folgende Biere mitzubringen. Allesamt kommen aus dem ersten Paket meines gewonnenen KALEA-Bierabos:

  • Karmeliten Kloster Gold:
    – 5,1%; 12.6°P; untergäriges Export
    – aus der 1367 gegründeten Klosterbrauerei Karmeliten zu Straubing
    – schmeckt herrlich süffig malzig
    http://www.karmeliten-brauerei.de/deutsch/produkte/bier-spezialitaeten/kloster-gold.html
  • Zwönitzer Rauchbier:
    – 5%; 13°P;  untergärig
    – aus der 1997 gegründeten Kleinbrauerei des Erzgebirges
    – schmeckt im Vergleich zu den Bamberger Rauchbiergrößen etwas schwach & dünn
    http://www.brauerei-zwoenitz.de/index.php bzw. https://www.bierselect.de/zwoenitzer-rauchbier/
  • Gräflich von Mengersen’sche Dampfbrauerei Rheder Schloßbräu Original Pils:
    – 4,9%; untergärig
    – von der durch Christian Falcko Freiherr von Mengersen, Durch Erteilung des Braurechts vom Fürstbischof von Paderborn, 1686 gegründeten Brauerei am Rittergutes Rheder  in Ostwestfalen
    – klasse feinherber Antrunk mit ein paar Schwächen zum Ende hin
    – wohl das Bier mit dem längsten Namen auf Bierjubiläum
    http://www.schlossbrauerei-rheder.de/brauerei/produkte.htm
  • Hohenthanner Schlossbrauerei Hallertauer Polarsommer:
    – 5%; 11.8°P; untergärig
    – hopfengestopftes Kellerbier
    – schön fruchtig-hopfig-herb
    – sehr passend zum mehr als durchwachsenen diesjährigen Sommer & in der Tat gern gesehener Gast auf jeder Grillparty
    http://www.hohenthanner.de/posts/das-neue-hallertauer-craft-bier-polarsommer-ist-da-57.php
  • Golser Rotgold: – 5%; 11.9°P; untergäriges Dunkles
    – von der 2007 gegründeten Privatbrauerei am Neusiedler See aus dem Burgenland (Ausstoß aktuell bei 8.000 hl per anno)
    – „Berechtigt zur dauernden Führung des burgenländischen Landeswappens“
    – gebraut wird nach einem innovativen Reinheitsgebotsverständnis (die Produktpalette beinhaltet u.a. auch ein Kastanienbier)
    – eines der besten Bierjubiläum-Vorbilder, das Regionalität, Qualität, Natürlichkeit Tradition, Vielfalt & Transparenz herausragend in Einklang bringt
    http://www.golserbier.at/products-rotgoldseidl.php

Nach Abschluss meiner Jahresreihe „Alternative Getreide“ werde ich hier noch von weiteren „KALEA-Bieren“ berichten.

Blogbier, die XIX.

Das dieswochenendliche Blogbier ist ausnahmsweise nicht ganz selbst getrunken sondern eine „Spende“ aus meinem bierbegeisterten Bekanntenkreis:

  • Nesselwanger Bierspezialitäten: Dunkel, Gold, Weizen & Bock
    – 4,9%; 11°P; untergäriges bayrisch Dunkel
    – 5,1%; 12°P;  untergäriges Export
    – 4,9; 11°P; obergäriges Weißbier
    – 6,5; 16°P; untergäriges Bockbier
    – Klassik-Linie der 2013 gegründeten Braumanufactur Allgäu, die widerum aus der örtlichen Post-Brauerei hervorgegangen ist
    – gebraut werden daneben auch „Edel-Biere“, wie u.a. das Cat on a Camel, dass als Freundschaftssud mit israelischem Dattelhonig gebraut wurde
    http://www.brau-manufactur-allgaeu.de/
  • Käuzle Ingwer-Limette:
    – 2,7%; untergärig
    – als Biermischgetränk eigentlich nicht für das Bierjubiläum zugelassen, hat mich aber durch die fermentierte Limonade überzeugt, die mit dem Bier gemixt wird
    – Zutaten: Bier, Limetten-Limonaden-Fermentat, Wasser, Zucker, natürliches Aroma
    – aus dem 1809 gegründeten Kauzen Bräu in Ochsenfurt
    – erstes „Bier“ des gewonnenen KALEA-Bierabos
    http://www.kauzen.de/1_fakten.php

Vielen Dank auf diesem Wege nochmals an meine Schwiegereltern für die bierige Spende.

228. Green´s Discovery

Als 800. Bierjubiläumsbier habe ich mir für heute wieder ein ganz besonderes Bier ausgewählt. Es ist das erste britische Bier aus alternativen Getreiden und ohne Gluten. Was selbst heutzutage noch ein klares Nischenprodukt ist, war in den 1980ern noch gar nicht denkbar. Derek Green – Vater des heutigen Brauunternehmens – stand jedoch vor dem persönlichen Problem Bier sehr gerne zu trinken, aber kein Gluten vertragen zu können. So machte er sich aus dem Vorort von Manchester Hazel Groove in ganz Europa auf Reisen und suchte nach einem glutenfreien Bier. Erst 2003 hatte er dann endlich Glück und geriet an einem belgischen Professor für Brauwesen, dessen Tochter ebenfalls an Zöliakie erkrankt war. Beide starteten als klassische Entrepreneurs Selbstversuch um Selbstversuch um mit Getreiden abseits von Gerste, Weizen, Roggen und Hafer ein vernünftiges Bier zu kreieren. Nach ungefähr einem Jahr kam dann der Durchbruch und mit dem Discovery war der alternative und glutenfreie Pionier Großbritanniens geboren. 2008 gelang es den beiden dann auch Gluten aus „normalen“ Bieren ausreichend rückstandsfrei zu filtern, um es als glutenfrei verkaufen zu können.

Neben den beiden Hirsearten Sorghum und Millet wird dieses Bier mit braunem Reis und Buchweizen gebraut. Buchweizen zählt zu den sogenannten Pseudogetreiden, da er zwar gewisse Getreideeigenschaften – wie Körnung, Mehligkeit oder Nährwertzusammentzung – besitzt, aber als Knöterichgewächs keine Eigenbackfähigkeit mitbringt. In Asien wird er bereits seit etwa 4.500 Jahren kultiviert und kann heutzutage aufgrund seiner geringen Vegetationszeit noch nach der Getreideernte im Spätherbst angebaut werden. Buchweizen ist nahrhaft, schmeckt leicht nussig und kann gegen Venenleiden und hohen Blutzuckerspiegel eingesetzt werden.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Märzen
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Mohrenhirse, Rispenhirse, Buchweizen, brauner Reis, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Stockport / England [Lochristi / Belgien]
Erscheinungsjahr. . .
2004

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________9
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Geruch: nussig, würzig, waldig-harzig, ganz leicht unangenehm seifig, matt und spritzig zugleich
Geschmack: süß-sauer, geringe Fruchtigkeit, süffig, geringer Körper, würzig-trockener Abgang
Gesamt: Als alternative Getreide-Sommelier behaupte ich jetzt mal sowohl die Hirse, den Reis als auch den Buchweizen herausschmecken zu können. Dieses Bier bereichert definitiv den Markt und ist für Zöliakie-Erkrankte eine gute Alternative. Im Vergleich zu „normalen“ Bieren wirkt es aber zugegebenermaßen etwas dünn und unausgewogen. Insgesamt ergibt das 10,5 Pkt. (2(-)).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.glutenfreebeers.co.uk/shop/product/discovery/.

Prost!

227. Damm Daura Märzen

Mit dem heutigen Bier verlassen wir Deutschland auch schon wieder und begeben uns ins aktuell leider aus anderen Gründen in den Schlagzeilen stehenden Barcelona. Dort ist durch die Gründung eines Elsässer seit 1876 die Brauerei Damm ansässig, die insbesondere auch für Touristen für ihr Flaggschiff Estrella Damm bekannt ist. Was selbst ich aber bisher nicht wusste: Seit 2006 gibt es von dort auch eine ausschließlich glutenfreie Produktlinie. Unter dem Namen Daura wurde dort das erste spanische Lager ohne Gluten entwickelt, welches bis heute mit über 30 internationalen Auszeichnungen das erfolgreichste glutenfreie Bier der Welt ist. In 2014 wurde die neue Linie dann durch das Märzen erweitert. Dieses besteht neben knapp 18% Gerstenmalz auch aus Reis und Mais. Um eine garantierte Glutenfreiheit von unter 3 ppm zu gewährleisten, wird besonders glutenarmes Malz verwendet. Zudem erfolgt während des Brauvorgangs jeweils eine doppelte Protein-Filtration und hydrolytische Aufspaltung des Proteins Gluten. Das A im Logo von Daura soll übrigens dieses aufgespaltene Glutenprotein symbolisieren.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Märzen
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten
. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Reis, Mais, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Barcelona / Spanien
Erscheinungsjahr. . .
2014

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________9
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: süßlich-würzig, herzhafter Lebkuchen, leichte karamellige Bitterspitzen
Geschmack: süffig, würzig, karamellig-süß, etwas bitter zwischendrin, leicht öliger Abgang, matt & wenig Prickelfaktor
Gesamt: Da bin ich doch glatt überrascht. Sicher lässt der Bierstil Märzen eine relativ große Bandbreite an Geschmacksvariationen zu, aber wie es die Katalanen hier in glutenfreier Variante interpretieren ist schon ziemlich erstaunlich. Ich hätte nicht gedacht, dass man so tiefe und würzige Karamellnoten durch glutenfreie Gerste, Reis und Mais erzeugen kann. Gelten die letzten beiden doch eher als verwässernd ohne Charakter. Deshalb mit Recht 12 Pkt. (2+).

Weitere Infos zum Bier unter: http://dauradamm.com/en/#daura-marzen-double-malt.

Prost!

226. Schnitzer Bräu Hirsebier

Unterbrochen vom kurzen Abstecher nach China geht es hier gleich weiter mit dem zweiten Hirsebier binnen fünf Tagen. Somit kann man praktisch fast vom Direktvergleich des heutigen Schnitzer Bräu mit dem letzwöchigen Riedenburger sprechen, wobei es als drittes Hirsebier dieses Jahr natürlich auch in starker Konkurrenz zum Alzeyer Hirsetrunk steht. Erworben habe ich es beim Online-Shop glutenfrei-bier.com, von dem ich in den kommenden Tage auch weitere Biere vorstellen werde.

Schnitzer wurde 1968 vom Zahnarzt Dr. Schnitzer in St. Georgen (Baden-Württemberg) gegründet und ist ein seit Anbeginn ein Lebensmittelunternehmen, das sich der Vollwert-Philosophie verschrieben hat. Neben der Produktion von Getreidemühlen, war Schnitzer ein Vorreiter der heutigen Vollwert-Backwaren-Produktion. In den 1990ern wurde die Produktpalette um Bio-Vollwert-Backwaren erweitert und in den 2000ern folgte die Sparte „Glutenfrei“. 2003 erfolgte der Umzug nach Offenburg am Rhein und nur drei Jahre später brachte man im Rahmen der glutenfreien Serie das erste Bio-Bier ohne Gluten, dafür aber mit Hirse auf den Markt. Ebenso wie beim Riedenburger erfolgt hier für das Bier auch keine enzymatische Nachbearbeitung, dafür werden Erbsenproteine zugesetzt. Außerdem findet sich auf der Zutatenliste auch das Antioxidationsmittel Ascorbinsäure, was mich leider etwas enttäuscht.

Im Zusammenhang mit meiner Jahresreihe „Alternative Getreide“ empfehle ich auch einen Blick auf die Website von Schnitzer, auf der recht übersichtlich die verschiedenen Getreide (Gerste, Weizen, Roggen, Hafer, Dinkel, Emmer, Einkorn, Reis, Mais, Hirse) und Pseudogetreide (Amaranth, Buchweizen, Canihua, Quinoa) vorgestellt und beschrieben werden. Ob das Bier ebenso empfehlenswert ist zeigt sich jetzt.

Offiziell heißt es übigens: German-Hirse-Premium, da es sich gemäß „Reinheitsgebot“ nicht Bier nennen darf. Hat aber gleichzeitig auch den Vorteil, dass es sich so besser ins Ausland (wie bspw. Australien oder Kanada) vermarkten lässt.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Hirsebier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten
. . . . . . . . . . . Hirsemalz, Erbsenprotein, Ascorbinsäure, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Offenburg
Erscheinungsjahr. . .
2006

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___6
  • Aussehen:____________________6
  • Geruch:______________________7
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Geruch: sehr sehr würzig, spritzig, süßliche Noten von Gemüse
Geschmack: süßlich, weich, süffig, wenig Spritzigkeit
Gesamt: Insgesamt bisher leider das schwächste Hirsebier. Die inzwischen vom Hirse bekannte Süße ist bei diesem Bier leider etwas zu dominant, auch wenn sie dem Bier grundsätzlich eine sehr bekömmliche Note verleiht. Trotzdem hätte ich mich mehr Geschmacksvariation und Charakter gewünscht. So bleibt ein leider etwas eindimensionaler Eindruck, der leider auch nur mit 8 Pkt. (3) bewertet werden kann.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.schnitzer.eu/language/de/produktwelten/#Braeu.

Prost!

Blogbier, die XVIII.

Letztes Wochenende fand die Hochzeits(nach)feier meines Kollegen Matthias in Damme statt. Dort gab es zwar mit Krombacher nur Monobier vom Fass – dafür hat man mir aber wenigstens ein Alternativbier aus Fernost serviert. Das entspricht zwar auch nicht wirklich meinen Vorstellungen von einem authentischen hochqualitativen Bier, war aber mal die Gelegenheit meine Bierkarte um ein weiteres großes „Land“ zu erweitern. Deshalb nun mit etwas Widerwillen folgendes Bier:

  • Tsingtao (青島啤酒):
    – 4,7%; untergärig
    – Pilsener-Flagschiff der zweitgrößten Brauerei Chinas und 6. größten der Welt im Sitz im heutigen Qingdao
    – 1903 in der damaligen deutschen Koloniestadt Tsingtau am Gelben Meer von deutschen Siedlern gegründet
    – 1914 von Briten zerschlagen und nach dem zweiten Weltkrieg verstaatlicht
    – nach der Teilprivatisierung in den 1990ern hält der Staat noch 45% der Anteile, 30% gehen an die japanische Braugruppe Asashi, die ihren Anteil wiederum von ABInBev erlangte
    – mit 50% Anteil meist exportiertes Bier der Volksrepublik
    – jährlicher Ausstoß: etwa 70 Mio. hl
    – ursprünglich nach dem deutschen „Reinheitsgebot“ gebraut, wird es heute auch mit Reis versetzt
    – durfte ich bereits 2010 bei einer China-Reise im Perl-Fluss-Delta praktisch vor Ort proBieren – interessanter sind aber eigentlich die weiteren Biere der Brauerei
    https://www.tsingtaobeer.com/ bzw. https://en.wikipedia.org/wiki/Tsingtao_Brewery
    – als weitere Lektüre zum Thema: http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-57119188.html

Vielen Dank auf diesem Wege auch nochmals an Rebekka & Matthias für die schöne Feier.

225. Riedenburger Hirsebier

Zum Abschluss der Riedenburger Bierwoche gibt es nochmal ein wirklich ganz besonders interessantes Bier: Mein erstes Bier, das ausschließlich aus Hirsemalz gebraut wurde.

Hirse ist ein Sammelbegriff für etwa 10 Gattungen von Spelzgetreiden. Unterschieden werden diese vor allem in die beiden Hauptgruppen Sorghum und Millet. Mit dem niedrigsten Ertrag aber höchstem Fettanteil aller Getreidearten, kommt Hirse auf Platz 5 der weltweiten Anbaumengen. In Deutschland wurde die erste Nutzung des ursprünglich afrikanischen Getreides auf etwa 5.000 v.Chr. datiert und war im Altertum und Mittelalter zwischenzeitlich sogar wichtigstes Korn der Welt.

Auf dem gesamten afrikanischen Kontinent gehört Hirsebier-Brauen zu einer Jahrtausende alten Tradition: Je nach Region gibt es für das Bier unterschiedliche Hirsegattungen, Herstellungsverfahren und Bezeichnungen: Dolo aus Westafrika, Pombe aus Ostafrika, Merissa im Sudan oder Tella aus Äthiopien und Eritrea. Alkoholgehalt und Geschmack variieren jedoch teilweise sehr voneinander, so dass man diese Biere kaum unter einem Stil zusammenfassen kann. Sogar in Südwesteuropa gab es in der Geschichte einmal ein „Hirsebier“ namens Boza, welches heute aber auch mit weiteren anderen Getreiden gebraut wird.

Aufgrund seiner relativen Ertragsarmut geht der Anbau von Hirse bis heute stetig zurück. Die Verwendung in Lebensmittel für Gluten-unverträgliche Menschen hat in den letzten Jahren aber wieder zu einer vermehrten Nachfrage, vor allem außerhalb von Afrika gesorgt.

In meinem Vortrag zum Thema „Alternative Getreide“ in der Brühler Eule letzten Juni hatte ich bereits mein erstes Hirsebier überhaupt proBieren dürfe. Dort wurden jedoch noch Teile von Gerstenmalz verwendet. Wie ich dort auch schon erwähnte gibt es diverse Vor- und Nachteile bei der Verwendung von Getreiden außer Gerste und Weizen. So enthält Hirse zwar viele wertvolle Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine und Eisen jedoch kaum das für den Brauvorgang notwendige Enzym Amylase. Dieses wird beim Maischen zur Umwandlung der Getreidestärke in Zucker benötigt. Interessanterweise behauptet Riedenburg für dieses Bier lediglich natürliche Zutaten verwendet zu haben, was für mich den Einsatz von chemischen Enzymen ausschließt.

In jedem Falle freue ich mich aber auf diese „besondere“ Bier und bin gespannt, ob es meine hohen Ansprüche an den „Geschmack“ erfüllen kann.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Hirsebier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten
. . . . . . . . . . . Hirsemalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  11.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 4,7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Riedenburg
Erscheinungsjahr. . .
2007

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___10
  • Aussehen:____________________6
  • Geruch:______________________8
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: sehr fruchtig nah Ananas, Litschi & etwas Zitrone, ganz leicht auch malzig-süß
Geschmack: sehr erfrischend, schön fruchtig-süß, ebenso fruchtig süßer Abgang, ganz leicht sauer, grasige & blumige Noten
Gesamt: Was soll ich sagen? Nach einem optischen Eindruck von Flasche und Bier sowie dem Biergeruch hätte ich nicht mehr erwartet ein so gutes Bier trinken zu dürfen. Tatsächlich erinnert es mich an den Alzeyer Hirsetrunk, ist aber deutlich fruchtiger und spritziger. Aber auch hier ist eine klare Süße und blumig-grasige Note erkennbar. Insgesamt leider aufgrund von Optik und Olfaktorik „nur“ 11 Pkt. (2), jedoch (fast) uneingeschränkt empfehlenswert.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.riedenburger.de/startseite/biere/riedenburger-biere/unsere-urgetreidebiere/glutenfreies-hirsebier.html.

Prost!

224. Riedenburger 5-Korn Urbier

Vorgestern Emmer, gestern Einkorn und heute? Richtig, Dinkel! Zur Komplettierung des Urkorn-Trios gibt es gleich alle drei sowie Gerste und Weizen zusammen in einem Bier.

Dinkel ist die jüngste Urgetreideart und hat sich aus dem Emmer und Wildgräsern entwickelt. Ungefähr auf das 6. Jahrtausend vor Christi werden die ersten Dinkel-Funde datiert. Auch sie stammen noch aus dem vorderasiatischen Raum und breiteten sich im Laufe der Zeit in ganz Europa aus. Doch auch dem Dinkel erlangte das gleiche Schicksal wie seinen Verwandten Einkorn und Emmer: Infolge der Industrialisierung steigenden Bevölkerungsentwicklung wurde es nach und nach von ertragsreicheren Weizensorten verdrängt.  Während jedoch Einkorn und Emmer bis dato noch ein Nischendasein fristen, konnte sich die Dinkelproduktion wieder auf ein relativ hohes Niveau erholen und ist heute das meist angebaute Urgetreide. Im Gegensatz zum Weizen wird Dinkel jedoch nur als Wintergetreide angebaut.

Neben dem reifen Dinkel wird übrigens oft auch das unreife Korn – Grünkern genannt – u.a. zur Herstellung von Eintöpfen verwendet. Zudem findet Dinkel auch im Getreide- oder Malzkaffee immer häufiger Verwendung. Aufgrund der historischen und biologischen Bedeutung gibt es eine relativ große überdauerte Dinkelbier-Brau-Tradition. Auch wenn ich es nicht als eigenen Bierstil definieren würde, gibt es zahlreiche (meist südliche) Brauereien, die analog zum Weizenbier ein Dinkelbier brauen. Das 1866 gegründete Riedenburger Brauhaus verwendet für ihre Dinkelbiere übrigens die Sorte Oberkulmer Rotkorn – eine ungekreutzte Urform des Dinkel aus der Schweiz.

Die „große“ Hildegard von Bingen (heute würde man sie als Bierenthusiastin beschreiben) charakterisierte das Urkorn in ihrem Buch Heilkraft der Natur ›Physica‹ so:

„Der Dinkel ist das beste Getreide, und er ist warm und fett und kräftig, und er ist milder als andere Getreidearten, und er bereitet dem der ihn ißt, rechtes Fleisch und rechtes Blut, und er macht frohen Sinn und Freude im Gemüt des Menschen.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Historisches Urkornbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten
. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen-, Einkorn-, Emmer- & Dinkelmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Riedenburg
Erscheinungsjahr. . .
2000

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: sehr malzig & würzig, frisch, grasig, leicht erdig
Geschmack: weich, mild, klar malzig & würzig, ganz leicht angeröstet, leicht süßlicher Abgang, geringe Noten von Hefe
Gesamt: Auch das dritte Urkorn-Bier überzeugt mich voll und ganz. Zwar sind Bierstil-bedingt (irgendwas zwischen Alt und Dunkel) keine außergewöhnlichen Überraschungen im Sinne eines enormen Notenausschlags zu verzeichnen, allerdings stellt sich mir nach diesen Bieren ernsthaft die Frage, warum noch jemand auf „normale“ Gersten- & Weizenbiere zurückgreift, wenn er mit Urkörnern eine deutlich bessere und ausdrucksstärkere Qualität haben kann. Deshalb erneut fast sehr gute 12,5 Pkt (2++).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.riedenburger.de/startseite/biere/riedenburger-biere/unsere-urgetreidebiere/5-korn-urbier.html.

Prost!

223. Riedenburger Einkorn-Edelbier

Nach Emmer folgt Einkorn. Wie gestern schon erwähnt braut das Riedenburger Brauhaus als eine von ganz wenigen Brauereien in Deutschland diverse Urgetreidebiere. Eines davon ist das Einkorn-Edelbier, welches neben Gersten- auch mit einem hohen Anteil von Einkornmalz gebraut ist.

Einkorn gilt als das erste Getreide der Welt, welches außerhalb von Amerika (Mais), Afrika (Hirse) und Asien (Reis) entstanden ist. Bereits vor etwa 10.000 Jahren soll es erstmals in der Mittelmeer-Region und Mesopotamien domestiziert worden sein. Aus dem ursprünglichen Einkorn entstand mit der Zeit Emmer, Dinkel und das heutige Weizen. Im Vergleich zu diesem ist Einkorn aber deutlich anspruchsloser und resistenter gegen viele Schädlinge wie Wurzelfäule oder Korn-Pilze. Zudem kann es sich besser gegen Ackerunkräuter durchsetzen und kann mit folgenden positiven Eigenschaften aufwarten:

„Durch den hohen Anteil an Carotinoiden, Mineralstoffen und essentiellen Aminosäuren gilt Einkorn als besonders wertvoll und von edlem Geschmack. Bei Bier und Gebäck entsteht eine ungewöhnlich milde, elegante, an Vanille erinnernde Geschmacksnote.“

Dass Einkorn in der heutigen Landwirtschaft kaum noch eine Rolle spielt liegt jedoch an seinem Ertrag. Gegenüber moderner Weizen-Saat kann Einkorn kaum wirtschaftlich angebaut werden, hat sich inzwischen aber wieder eine (Bio-)Nische erarbeitet. Es sind u.a. Brauereien wie die aus Riedenburg, die dem Urkorn wieder Leben eingehaucht haben und uns so wieder unsere eigene Geschichte und Werte zurückholen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Historisches Urkornbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten
. . . . . . . . . . . Gersten- & Einkornmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Riedenburg
Erscheinungsjahr. . .
2000

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: malzig, frisch, zurückhaltend, leichte Würze
Geschmack: sehr mild, weich, Vanille-Aroma, etwas würzig, süffig, etwas getreidig
Gesamt: Wer mal ein richtig gutes (naturtrübes) Helles trinken will, sollte hier zuschlagen. Zwar auch kein Überflieger in Sachen Kreativität, aber die versprochene Milde und Süße des Einkorn wirkt enorm lecker. Zudem bringt das Korn eine tolle Harmonie in das Bier, welches ich bisher sonst nur von Frischhopfen kannte. Also auch hier wieder völlig verdiente 12,5 Pkt. (2++).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.riedenburger.de/startseite/biere/riedenburger-biere/unsere-urgetreidebiere/einkorn-edelbier.html.

Prost!

222. Riedenburger Historisches Emmerbier

Nun ist es also so weit: Der Höhepunkt meiner Jahresreihe „Alternative Getreide“ beginnt mit dem heutigen historischen Emmerbier des Riedenburger Brauhauses.

Emmer gehört zu den ältesten Getreiden der Erdgeschichte. Es ist eine Kreuzung von Einkorn – dem ältesten bekannten Urgetreide – und Wildgras. Das auch „Zweikorn“ genannte Süßgras hat seinen Ursprung vor 8.000 v.Chr. in Mesopotamien und Ägypten. Bis ins Mittelalter waren Emmer und Einkorn (wie auch Dinkel) wichtige Getreide für Brei, Brot und Bier. Doch bereits in der Bronzezeit um 1.000 v.Chr. gingen Anbau und Bedeutung zurück, da mit Gerste, Roggen, Hafer und Weizen immer ertragreichere Arten entdeckt und entwickelt wurden. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft in den letzten Jahrhunderten wurden die Urgetreide dann vollständig verdrängt. Die letzte landwirtschaftliche Nutzung von Emmer wird auf die 1930er-Jahre datiert. Erst vor etwa 20 Jahren begann man sich auf die „alten“ Qualitäten“ des Urgetreide zu besinnen und begann erneut (im kleinen Maßstab) diese historischen Art anzubauen. Aufgrund seiner grundsätzlichen Anspruchslosigkeit und Resistenz gegenüber vielen Krankheiten eignet sich der Emmer vor allem in der ökologischen Landwirtschaft und erhöht dort die lokale Biodiversität. Doch auch aus weniger „romantischen“ Gründen ist der Emmer von Vorteil: Im Vergleich zum heutigen „Industrie-„Weizen wartet er mit mehr Eiweiß, Magnesium sowie Eisen auf und hat durch einen erhöhten Anteil von Aminosäuren positiven Einfluss auf den Nervenstoffwechsel.

Kurzum: „Es ist das Getreide der Bibel und der Römer und ernährte die Menschen als Grundnahrungsmittel über viele Jahrhunderte. „

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Historisches Urkornbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten
. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen-, Emmer- & Dinkelmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12.8°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Riedenburg
Erscheinungsjahr. . .
2000

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: sehr würzig, nussig, grasig, leicht röstmalzig, trotzdem frisch
Geschmack: vielschichtig, sehr süffig & mild, würzig, ganz leicht röstig, malzig, getreidig, dezente Frucht-Süße, samt-weich, matte Spritzigkeit
Gesamt: Wie versprochen ein wirklich vielseitiges und hochqualitatives Bier. Eine derartige milde Würzigkeit habe ich bis dato noch nicht so komplex geschmeckt. Fast wirkt das Bier etwas fad in Zeiten von extremer Röstung oder Hopfung in aktuellen Craft-Bieren. Aber gerade deshalb finde ich es eine absolut empfehlenswerte Alternative zum Feierabend- oder Kneipen-Standard-Bier. Bierstil-technisch würde ich es in der Nähe des fränkischen Dunkel rücken, wobei es deutlich milder und weicher ist. Kurzum: Genau mein Geschmack – und deshalb hochverdiente 13 Pkt. (1-).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.riedenburger.de/?id=80.

Prost!

Craftbeer Corner Coeln, die III.

Veedels Weizen | Veedels IPA | Victory Brewing Sour Monkey | Freigeist+BrauArt Apricot Fest | Freigeist Monarchy Methusalem | Against the Grain Muy Fuerte | Lervig Zipper | Bevog Rudeen | Brewski Conan | Stigbergets Children Village | Bevog Ond | Kompaan 39 Bloedbroeder | Freigeist Prussian Imperial Stout | Great Divide Brewing Yeti | Braustelle White Cardigan W | AndUnion Steph Weiss | Tilmans das Helle | Nøgne Ø #100 | Kloster Andechs Weißbier | De Molen Tsarina Esra | La Trappe Quadrupel

 

 

 

 

 

 

 

Letztes Wochenende war es (endlich) wieder soweit: C³-Time. Nach dem privaten Tasting am Vorabend mit meinem alten Studienkollegen David, reiste am Samstag erneut Nils aus Osnabrück an, um dann gemeinsam ins Craft-Bier-Zentrum Kölns zu fahren. Seit meinem letzten Besuch sind zwei neue Hausbiere (das Weizen und das IPA) hinzugekommen, die ich natürlich proBieren musste. Außerdem war die Taplist darüber hinaus auch sehr interessant und ausgewogen bestückt. Grund genug also für unser Trio uns (erneut) durch die weite Welt der Kreativbiere zu trinken. Hier also meine Impressionen aus dem Herzen der Biervielfalt in Kölle.

Bierfacts:

  •  Veedels Weizen:
    – obergärig; 5%
    – fruchtig frisches Hausweizen der CCC mit Yellow-Sub-Hopfen
    – gebraut durch Freigeist in Stolberg
  • Veedels IPA:
    – obergärig; 5,5%
    – blumig-frische Haus-IPA der CCC mit den Hopfensorten Nelson Sauvin, Apollo & Bravo
    – saisonal wechselnde Interpretation dieses Stils am Hahn 3
    – gebraut durch Freigeist in Stolberg
  • Victory Brewing Sour Monkey:
    – obergärig; 5,5%
    – Sour Tripel der 1996 gegründeten in Downingtown / Pennsylvania (USA) beheimateten Victory Brewing Company
    – geschmacklich besser als geruchlich
    http://www.victorybeer.com/beers/sour-monkey/
  • Freigeist+BrauArt Apricot Fest:
    – obergärig, 6%
    – diesjährige Collaboration Gose von Freigeist Bierkultur & BrauArt Sausenheim in Grünstadt in der Pfalz
    – gut fruchtig, aber zu sauer
    https://www.ratebeer.com/beer/brauart–freigeist-apricot-fest/499886/1/3/
  • Freigeist Monarchy Methusalem:
    – obergärig; 10%
    – Reaktivierung eines fast vergessenen Bierstils: Das Dortmunder Adambier – ein starkes saures Altbier
    – in Stolberg bei Vormann gebraut
    – neben der sauren auch eine schöne röstige & fruchtige Note
    https://www.ratebeer.com/beer/the-monarchy-methusalem/212801/
  • Against the Grain Muy Fuerte:
    – obergärig; 6,8%
    – belgisches Rauchbier aus Louisville / Kentucky (USA)
    – unangenehmer Geruch, leicht fruchtig, aber nicht der Knaller
    http://www.atgbrewery.com/Menu/Beer/2/Smoke/2/Muy-Fuerte/592
  • Lervig Zipper:
    – obergärig; 5,6%
    – American Pale Ale aus dem Hause Lervig (Stavanger, Norwegen) in Koorperation mit Stigbergets (Göteborg, Schweden)
    – auch als Einstiegsbier gut geeignet
    http://lervig.no/en/brewery/#beer
  • Bevog Rudeen:
    – obergärig; 7,4%
    – Black IPA aus Bad Radkersburg in Österreich
    – recht rauchtig mit fruchtigem Geruch
    https://bevog.at/beer/monster-line/rudeen/
  • Brewski Conan:
    – obergärig; 8%
    – Double IPA aus der 2014 gegründeten schwedischen Brauerei in Helsingborg
    – wenig fruchtig, recht grasig
    http://brewski.se/
  • Stigbergets Children Village:
    – obergärig; 11%
    – Imperial IPA aus Göteborg / Schweden (Brauereigründung 2012)
    – sehr lecker & stark fruchtig
    http://www.stigbergetsbryggeri.se/
  • Bevog Ond:
    – obergärig; 6,3%
    – österreichisches Rauch-Porter
    – harmonisch rauchig
    https://bevog.at/beer/monster-line/ond/
  • Kompaan 39 Bloedbroeder:
    – obergärig; 10%
    – Rum-Barrel-Aged Russian Imperial Stout aus der 2016 in Den Haag (Niederlande) gegründeten Brauerei Kompaan
    – starker toller Rumgeruch, im Geschmack dezenter aber gut
    http://kompaanbier.nl/beer
  • Freigeist Prussian Imperial Stout:
    – obergärig; 8%
    – Imperial Stout von Sebastian Sauer aus Stolberg nahe Aachen
    – malzig, sauer & Bitter
    https://www.ratebeer.com/beer/freigeist-prussian-imperial-stout/487243/
  • Great Divide Brewing Yeti:
    – obergärig; 9,5%
    – Imperial Stout aus der 1994 in Denver / Colorado (USA) gegründeten Craftbeer-Brewery
    – auf Preiselbeeren gelagert
    – sehr schön geschmeidig & malzig-süß
    https://greatdivide.com/beers/yeti-imperial-stout/

  • Braustelle White Cardigan W:
    – obergärig; 6,8
    – Weizenbock im Whisky-Fass gelagert
    – von Kölns kleinster aber vielfältigster Brauerei in Ehrenfeld
    – recht sauer, leicht ölig, aber lecker
    http://www.braustelle.com/homeneuigkeiten.html
  • AndUnion Steph Weiss:
    – obergärig; 5%
    – Weißbier der seit 2007 in München ansässigen Brauunternehmer, die in Kooperation mit kleinen traditionellen Brauereien arbeiten
    – „MODERNIST BAVARIAN CRAFT BEER“
    – würzig-süße Banane, harmonisch-weich
    http://www.andunion.com/de/product/steph-weiss/
  • Tilmans das Helle:
    – untergärig; 5,1%, 12.3°P
    – vom am Tag des deutschen Bieres 2014 gegründeten Münchner Brauunternehmen in der Brauerei Gut Forsting im Landkreis Rosenheim gebraut
    – schön malzig-süß & erfrischend
    http://www.tilmansbiere.de/

  • Nøgne Ø #100:
    – obergärig; 10%; 22.5°P
    – Barley Wine aus der 2002 in Grimstad / Norwegen gegründeten „nackten-Insel-Brauerei“
    – 2004 zur 100-Jahr-Feier der Auflösung der Personalunion von Norwegen & Schweden auf den Markt gebracht
    – absolut top, malzig-süß, röstig & Getreide im Abgang
    – als erste & einzige Brauerei produziert Nøgne auch Sake
    https://www.nogne-o.com/our-beers/
  • Kloster Andechs Weißbier:
    – obergärig; 5,5%
    – 1993 von der oberbayrischen Klosterbrauerei eingeführt
    – größte von nur noch wenigen authentischen Klosterbrauereien, die eine existierende Ordensgemeinschaft konzernunabhängig führt
    – gehört zu den Benediktinern von St. Bonifaz in München & Andechs
    – fruchtig, süß, würzig & frisch
    http://andechs.de/die-klosterbrauerei/unsere-biersorten/weissbier-hell/

  • De Molen Tsarina Esra:
    – obergärig; 10,1%; 23.4°P
    – Imperial Porter von der 2004 in Boidegraven / Niederlande am Oude Rijn gegründeten Brauerei
    – bis 2041 „haltbar“
    – noch harmonischer & weicher als das #100
    http://brouwerijdemolen.nl/beers

Fazit:

Auch nach meinem dritten Besuch hat die Faszination CCC noch nicht viel Glanz verloren. Sicher muss man hier bei vielen Bieren etwas tiefer in die Tasche greifen, aber dafür ist sowohl Auswahl als auch Qualität der Biere  in der westlichen Millionenstadt aber auch darüber hinaus absolut unschlagbar. Das regelmäßig wechselnde Fassbierangebot sorgt für immerwährende Kurzweile, wobei es beachtlich ist mit welcher Sorgfalt die jeweiligen Biere ausgewählt werden. Schließlich findet hier jeder ein (sehr gutes) Bier nach seinem Geschmack und erhält zudem auch noch fachkundige Informationen und Beratung.

Auf dem Weg nach Hause sind wir dann noch auf einen Absacker im Brühler Seasons eingekehrt:

Es war also auch diesmal wieder ein herrlicher Bierabend. Und wenn Ihr auch mal Biervielfalt live erleben wollt, kann ich euch das CCC erneut wärmstens ans Bierherz legen.

Weitere Informationen zur CCC unter: http://www.craftbeercorner.de

Blogbier, die XVII.

Letztes Wochenende hat mich mein alter Studienkollege David besucht und mit mir folgende Biere verköstigt:

Vielen Dank nochmals auch auf diesem Wege an David für den schönen (Bier-)Besuch. Mit Freunden trinkt man eben gerne ein gutes Bier.

221. Uiltje Rice Rice Baby

Bevor es hier nächste Woche mit den Höhepunkten meiner Jahresreihe „Alternative Getreide“ aus Riedenburg weitergeht gibt es heute noch ein ganz spannendes Reisbier.

Gebraut von der 2012 im niederländischen Haarlem gegründeten Uiltje-Brauerei, wird diesem Imperial oder Double IPA 20% Reis zugesetzt. Dabei ist es eines von aktuell knapp 20 entwickelten Bieren – historisch sind es trotz des so jungen Daseins bereits über 175! Dabei wird immer mal wieder auch gerne mit befreundeten Brauereien zusammengearbeitet – stets aber dem Motto:

„Our mission is pretty much monomaniacal: to brew f*cking good beer. We call it craft-y beer because the owl’s got a sharp, uncompromised tongue and a penchant for mischief.“

Vor 2 Jahren konnte dann auch die eigene Braustätte mitsamt Taproom in Haarlem eröffnet werden. Zudem existiert noch eine Uiltje-Bar in Haarlem, in der ganze 30 Fassbiere angeboten werden. Übrigens: Uiltje heißt auf Deutsch kleine Eule.

Darf ich also gespannt sein, wie mein zweites Bierjubiläum-Reisbier überzeugen kann.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Imperial IPA
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Reis, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Haarlem / Niederlande
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: klar hopfig-fruchtig-frisch, Maracuja-, Mango- & Ananasaromen, grasig, leicht malzig
Geschmack: würzig-nussig, voller Körper, leicht ölig, aber nicht schwer, leicht bitter, nur wenig alkoholaromatisch, leicht karamellig, relativ spritzig, ölig-trockener Abgang
Gesamt: Auch das letzte Bier der Woche ist außergewöhnlich gut. Vor allem die nussige Würze in Verbindung mit der ölig-trockenen Basis sind sehr interessant. Spannend auch: Geruch und Geschmack stehen sich eigentlich diametral gegenüber. Ist es in der Nase noch hopfig-fruchtig, kommt auf der Zunge klar das Malz und der Reis durch. So viel Neues hat sich dann auch gute 12 Pkt. (2+) verdient. Auch wenn das Comic-Design der Etiketten ziemlich gewöhnungsbedürftig ist.

Weitere Infos zur Brauerei unter: https://www.uiltjecraftbeer.com/brewery-our-mission/.

Prost!

220. Einstök Icelandic Toasted Porter

Als ausgleichende Gerechtigkeit zum gestrigen Tee-Bier gibt es heute wieder mal ein Kaffee-Bier. Während mit Tee weitaus seltener experimentiert wird, durfte ich alleine im Rahmen des Bierjubiläums schon diverse Biere mit Kaffee verkosten. Dabei handelte es sich ausnahmslos um Porters oder Stouts. So ist auch das heutige ein Porter – zugleich das zweite isländische Einstök-Bier binnen einer Woche für mich. Mit Verweis auf das Wee Heavy gehe ich deshalb an dieser Stelle nicht weiter auf die tolle Brauerei des Nordens ein. Es sei nur so viel geschrieben: Die Erwartungen an das heutige Bier sind höher denn je. Schließlich schnitten einerseits alle bisherigen Einstök-Biere hervorragend ab. Andererseits hatte ich den jüngeren Vergangenheit durchaus die ein oder andere Enttäuschung in Sachen Kaffee als Extra-Zutat. Oftmals wirkt dieser eher verwässernd und lässt das Bier dann tatsächlich nach kaltem Kaffee schmecken. Ausnahmen bestätigen hier natürlich die Regel, so konnte mich beispielsweise das Milk Stout von Mikkeller sehr überzeugen.

Da das Toasted Porter neben der Verwendung von Kaffee auch Schoko-Malz einsetzt darf ich mit berechtigte Hoffnung machen, dass das Bier die Serie der positiven Bewertungen nicht abreißen lässt. Zudem kann es mit drei internationalen Auszeichnungen aufwarten:

  • Gold bei der Los Angeles International Beer Competition 2015
  • Silber beim Meiningers International Craft Beer Award 2015
  • sowie ebenfalls Silber bei der International Beer Challenge London 2014

Bevor es nun also zu spät wird und ich nicht mehr schlafen kann, mal ran ans Werk…

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Porter
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Kaffee, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Akureyri / Island
Erscheinungsjahr. . .
2014

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: frisch, röstig, dunkelmalzig, leichte Spuren von Zartbitter & Kaffee
Geschmack: süffiger als gedacht & doch auch ein wenig ölig, tatsächlich gute Harmonie von Kaffee & Schokolade, süß-malzig &  schön röstiger Abgang
Gesamt: Es ist wahrlich beeindruckend mit welch scheinbarer Leichtigkeit die Isländer immer wieder derart hochqualitative Biere kreieren. Eine solch exakte Harmonie von Röstung und Kaffeebeigabe ist wirklich bemerkenswert. Sicher muss man den Themen Porter und Kaffee grundsätzlich aufgeschlossen sein, aber für meinen Geschmack ist das Bier erstklassig. Leider schrammt es mit 13,5 Pkt (1(-)) denkbar knapp an der Jahresbestwertung vorbei, nimmt aber einen bisherigen würdigen Rang 3 ein.

Weitere Infos zum Bier unter: http://einstokbeer.com/our-ales/icelandic-toasted-porter/.

Prost!

219. Next Level Five O’Clock – Earl Grey IPA

Heute darf ich endlich eines der interessantesten Biere meines Fundus proBieren. Mein erstes Teebier. Genauer gesagt handelt es sich um ein IPA mit Zusätzen von Earl-Grey-Tee. Es kommt von der erst im November 15 in Wien gegründeten Braugemeinschaft Next Level Brewing. Diese besitz zwar keine eigene große Brauerei, kann aber bei „guten Freunden“ in die Produktion gehen. Zunächst werden hierfür aber im 20l-Maßstab selbst Rezepte so weit entwickelt, bis sie das „next level“ erreicht haben. Im Gegensatz zu vielen anderen „Brauereien“ halten sie mit diesem Umstand aber nicht hinter dem Berg, sondern weisen es transparent auf jedem Etikett aus. Das heutige Bier wurde zum Beispiel in der Privatbrauerei Loncium aus Kärnten gebraut.

Im Gegensatz zu vielen anderen Kollegen möchten sich die Wiener auch eher ungern als Craft-Brewer bezeichnen. Schließlich sei dieser Begriff kaum definierbar und oftmals auch schon von Großbrauereien missbraucht worden. Vielmehr verstehen sie unter dem Begriff Craftbeer ein Mindset, das mit dem Ziel verbunden ist hochqualitatives, außergewöhnliches und geschmackvolles Bier herzustellen. Nur am Codex Alimentarius Austriacus (dem österreichischen Lebensmittelgesetz) gebunden wollen sie Freiheit und Unabhängikeit verkörpern und symbolisieren dies mit dem Kraken im Firmen-Emblem.

„Craft is dead, long live Indie Beer!“

Als selbst bezeichnete Indie-Brauerei betonen sie außerdem glücklicherweise nicht an das deutsche Reinheitsgebot gebunden zu sein, welches ihre Kreativität nur einschränken würde:

„Als österreichische Brauerei sind wir nicht durch das deutsche Reinheitsgebot eingeschränkt. Das erlaubt uns über den Tellerrand hinauszublicken und kreativere Biere zu brauen. Für unsere Meisterwerke lassen wir uns vielseitig inspirieren. Verwendet werden allerdings ausschließlich natürliche Zutaten. Wenn wir spannende Aromatik durch Früchte, Tee, Kaffee, Blüten oder Gewürze ins Bier holen, so setzen wir niemals Extrakte oder Konzentrate ein. Wir befürworten ein Natürlichkeitsgebot!“

Für mich absolut nachvollziehbar und unterstützenswert, für die meisten Biertrinker jedoch wohl oftmals immer noch ein Affront gegen die gute alte „Bierkultur“. Doch der Erfolg scheint den jungen Brauern Recht zu geben. Denn bereits im ersten Jahr konnte man sowohl Platin beim Meininger Craftbeer Award erringen, als auch best new Austrian Brewer bei ratebeer.com werden. Nun kann das verschiedenste Gründe haben, die auch nicht unbedingt ausschließlich mit der Qualität der Next-Level-Biere zu tun haben könnte, aber es ist zumindest ein großes Ausrufezeichen. Und vielleicht wird ja auch demnächst mal in eine eigene Brauerei investiert.

Das Fünf-Uhr-IPA ist dabei ein klassisches Beispiel von Natürlichkeit außerhalb des Reinheitsgebots. Mit der Kombination aus Tee und britischem Hopfen möchte man eine Hommage an die britische Genusskultur senden:

„Inspiriert durch britische Kultur haben wir Earl Grey Tee mit britischen Hopfensorten in einem India Pale Ale verheiratet. Earl Grey hat wie IPA eine Geschichte in der Seefahrt. Auf See vermischte sich im Laderaum Bergamotteöl mit Schwarztee. Das Ergebnis war vorzüglich. Die Bergamottearomatik, ergänzt um klassischen britischen Hopfen mit seinen würzig, orangigen Noten ergibt eine traumhafte Kombination im Bier. Die Schwarzteebittere ergänzt die Hopfenbittere zu einem sehr trockenen Finish.“

Und auch dieses Bier konnte sofort nach Einführung im letzten Jahr den sog. STAATSMEISTER-Titel in der Kategorie IPA bei der Austrian Beer Challenge erringen. Es lasten nun also enorme Erwartungen auf die mir vorliegende Flasche.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Earl-Grey-Tee, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  14.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Wien [Kötschach-Mauthen] / Österreich
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: süß-sauer-fruchtig nach Blutorange & Grapefruit, leicht dumpf-süß malzig nach Karamell, frisch & spritzig
Geschmack: würzig, sowohl fruchtig-hopfig als auch leicht malzig-grasig, kaum Bittere, weich, sehr ausbalanciert trotz vielen Geschmackseindrücken, leicht sauer, Noten von Schwarztee klar erkennbar, erfrischend, im Antrunk noch vollmundig wird es immer süffiger
Gesamt: INTERESSANT! Ein Bier wie ich es noch nicht erlebt habe. Selbst als Laie wird man gerade zu überrannt mit Geschmackseindrücken. Man hat das Gefühl es gibt von allem etwas. Fruchtig, süß, sauer, malzig, grasig, würzig, bitte gepaart mit einer unverkennbaren Note von Schwarztee. UND GUT! Auch wenn es nicht ganz meinen optimalen Geschmack trifft, merkt man dem Bier definitiv seine Botschaft und Qualität an. Das Bier ist ein einziges Alleinstellungsmerkmal und in vielerlei Hinsicht höchst empfehlenswert. Deshalb auch von mir starke 13,5 Pkt. (1(-)).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.nextlevelbrewing.at/portfolios/five-o-clock-earl-grey-ipa/.

Prost!

218. Kees Double Rye IPA

Nach einem schönen aber wie immer auch recht anstrengenden Familien-Wochenende gönne ich mir heute Abend ein Roggen-IPA. Genauer gesagt ein Doppel-Roggen Imperial IPA. Ausgewählt im Rahmen meiner Jahresreihe „Alternative Getreide“ ist es in vielerlei Hinsicht spannend. Zum Einen ist es das erste Bier der noch relativ jungen niederländischen Craft-Brauerei Kees, zum Anderen ist es auch mein erstes Imperial IPA mit Roggen. Außerdem kommt es aus Middelburg in Zeeland – der Urlaubsregion meiner früheren Jahre.

Nachdem der heutige Braumeister im Rahmen des Studiums 1996 mit dem Heimbrauen in Berührung kam packte ihn derart die Faszination für Biere außerhalb des Mainstreams, dass es bis 2007 schaffte Meister-Brauer in der Emelisse Kamperland-Brauerei zu werden. Weitere sieben Jahre und viele Brauerfahrungen später, wagte er den Schritt in eine eigene Brauerei.

„All our beers are crafted with a passion for brewing and to delight our discerning beer-loving customers.“

Inzwischen ist das Kees in gut sortierten Getränkemärkten fast schon zum Teil des Standard-Sortiments geworden, sodass es Zeit wird endlich auch mal was vom leidenschaftlich gebrauten Bier zu probieren. Das Roggen-IPA verspricht derweil folgenden Steckbrief:

„With a spicy, earthy and dry character!“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Imperial IPA
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Roggen, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 8,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Middelburg / Niederlande
Erscheinungsjahr. . .
2015

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: lecker grasig, fruchtig, hopfig, leicht bitter, trocken, karamell-malzig, spriztig
Geschmack: erstaunlich süffig und klar, trocken-bitter, karamell-malzig, Noten von Gras und Frucht, trotzdem auch ein wenig ölig im Abgang, Alkoholaroma gerade so nicht störend, sondern interessant
Gesamt: Wahrlich ein hervorragendes Bier. Ein tolles Zusammenspiel von Karamell-Malzen, klassischen IPA-Hopfen und der Roggenrohfrucht, die dem Ganzen ihren Stempel aufdrückt. Während gewöhnliche IPAs eher hopfig-fruchtig daherkommen, ist das Imperial-Roggen-IPA klar süßlich, trocken-bitter und grasig geprägt. Zudem schafft es Kees das Alkoholaroma an der Grenze der Verträglichkeit zu behalten. Insgesamt deshalb fast sehr gute 12,5 Pkt. (2++).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.brouwerijkees.nl/Double_Rye_IPA_-_English.html.

Prost!

International Beer Day 2017

Bierjubiläum wishes all beer friends around the world a happy International Beer Day 2017!
• Gather with friends and enjoy the taste of beer
• Celebrate those responsible for brewing and serving beer
• Unite the world under the banner of beer, by celebrating the beers of all nations together today!
Cheers!

Bei mir gab’s heute zur Feier des International-Beer-Day ein wirklich leckeren Weißbier- und Schwarzbier-Sour mit meinem selbstgemachten Biersirup:

 

 

 

 

 

 

Auf die Natürlichkeit, Vielfalt, Qualität, Regionalität & Transparenz!

217. Einstök Icelandic Wee Heavy

Auch beim heutigen Bier wird wieder tief in den Gewürzschrank gegriffen. Mit dem Wee Heavy darf ich gelichzeitig wieder einmal ein Bier der wohl nördlichsten Brauerei der Welt trinken. Nur 60 Meilen vom Polarkreis entfernt braut die Einstök Ölgerð seit wenigen Jahren sehr erfolgreich isländischen (Craft-)Bier. Einstöck Ölgerð bedeutet übrigens so viel wie einmalige Brauerei, wobei das Wort für Brauerei und für Paradies auf isländisch identisch sind.

„There, the water flows from rain and prehistoric glaciers down the Hlíðarfjall Mountain and through ancient lava fields, delivering the purest water on Earth, and the perfect foundation for brewing deliciously refreshing craft ales.“

Im heutigen Scotch-Ale befindet sich neben gerösteter Gerstenrohfrucht auch ein wenig isländischer Angelikawurzel. In Deutschland auch unter dem Namen Engelwurz bekannt, soll das Kraut u.a. gegen Appetitlosigkeit, leichte Magen- und Darmkrämpfe, Völlegefühl und Blähungen wirken. Die ätherische Öle, die auch gegen Schlafstörungen und Rheuma helfen sollen, sind auch Bestandteil einiger Kräuterlikören und Bitterschnäpse. Und mit der Frucht der Pflanze wird zudem bspw. Wermutwein, Gin und Chartreuse aromatisiert. Äußerst vielfältig dieses Kraut also – umso verwunderlicher, dass es bisher kaum (wieder) den Weg ins Bier gefunden hat. Aber gut der Anfang ist gemacht, hoffentlich schmeckt´s denn dann auch – eine gute Portion Alkohol hat es schon mal, so wie es sich für einen harten Wikinger eben gehört:

„Time for the vikings to conquer Scotland again.“

Interessant im Übrigen auch: Nicht nur, dass sich Wikinger und Schotten eine Historie teilen, auch der Braumeister von Einstöck hat im schottischen Edinburgh studiert.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Scotch-Ale
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Gerste, Angelikawurzeln, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Akureyri / Island
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: klar, karamell-röst-malzig, schön grasig-süßlich
Geschmack: auch hier eindeutig karamell-röstig-malzig, wenig Bittere, sehr vollmundig bis ölig, weicher süßlicher Abgang, dezentes Alkoholaroma
Gesamt: Also so langsam entwickeln sich die Isländer zu meinem Lieblingsvolk. Nicht nur die höchst sympathischen Fußballer auch die Brauer des Landes verstehen offensichtlich ihr Handwerk hervorragend. Auch wenn man eine gewisse Affinität zu dunklen schweren Bieren mitbringen sollte um dieses Bier genießen zu können, ist es einfach gut hergestellt. Außer, dass es selbst mir einen etwas zu großen Körper aufweist, kann ich kaum nennenswerte Kritikpunkte feststellen. Deshalb zu Recht verdiente 13 Pkt. (1-) incl. Kaufempfehlung.

Weitere Infos zum Bier unter: http://einstokbeer.com/our-ales/.

Prost!

216. Bierserker Sourange

Nach Bierbörse, Bierfest und bierigen Besuchen bei Freunden, komme ich heute endlich wieder dazu meine Jahresreihe „Alternative Getreide & weitere natürliche Zutaten“ fortzusetzen. Den Wiederanpfiff macht dabei das Sourange von Bierserker, zu dem ich endlich eine Einzelrezension schreiben darf.

Hinter Bierserker verbirgt sich Ulrich Karl Tröger aus Bonn, der sich als Bier-Krieger – analog zu den Wikingern – gegen die übermächtigen Gegner der Großbrauereien stellt:

„Als „BIERSERKER“  möchte ich mich gegen die scheinbare Übermacht des gleichen und langweiligen Geschmackes der meisten angebotenen Biere stellen. Dafür verwende ich ganz natürliche, hochwertige und reine Zutaten wie Kräuter, Früchte oder Gewürze. Früher waren diese Zutaten selbstverständlich und haben über viele Jahrhunderte die Entwicklung des Bieres begleitet. Ganz bewusst verzichte ich auf den Einsatz von Stabilisierungs- und Filtrationshilfsmitteln oder einer Pasteurisation, auch wenn diese offiziell zugelassen sind.“

Ein wohl höchst löblicher und unterstützenswerter Ansatz, wie ich finde. Auch wenn das ein oder andere Bierexperiment auch schon mal etwas zu viel des Guten war, ist eine solche Brauphilosophie selbst in Zeiten der sog. Craft-Bier-Welle hervorhebenswert. Von den vielen Bieren, die Tröger über die Zeit braut ist das Sourange derzeit das einzige im „Standard-Sortiment“. Gebraut wird es aus Kapazitätsgründen im Siegburger Brauhaus, das bereits anfangs auch Ale-Mania aushalf. Und für die Orangenschalen im Bier ist die „Heuschrecke“ aus Troisdorf verantwortlich.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Sauerbier
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Orangenschalen, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  12.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bonn/Siegburg
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________7
  • Geruch:______________________9
  • Geschmack:__________________8
Fazit

Geruch: sehr fruchtig, nach Blutorangen und Grapefruit, ein wenig Malz
Geschmack: sehr sauer & bitter, zudem gemischt fruchtig, spritzig, etwas vollmundig
Gesamt: Wie Bierserker selbst schreibt ist das Bier eine Gradwanderung, da bittere Säure eigentlich ein geschmackliches No-Go sind. Die Fruchtigkeit verhindert hier aber Schlimmeres, wobei mir trotzdem der rote Faden fehlt. Nachdem ich zuletzt immer mal wieder das ein oder andere Sauerbier trinken konnte, bin ich dem irgendwie aber auch etwas überdrüssig geworden habe ich das Gefühl. Für Fans dieses Bierstils sicher ein Geheimtipp, da es wohl wenige Sauerbiere  mit einer solchen Fruchtigkeit gibt. Für alle anderen jedoch mehr als gewöhnungsbedürftig und vielleicht sogar abschreckend. Da es mich in keiner Kategorie so wirklich überzeugen konnte gibt es heute leider nur 9 Pkt. (3+).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.bierserker.de/Was/Sourange.

Prost!