Archiv für den Monat: Oktober 2017

262. Reformator Pfloschenbier

31.10.1517 – 31.10.2017: 500 Jahre Reformation

So, nun ist es also soweit: 500 Jahre Reformation. Heute vor genau einem halben Jahrtausend soll der Theologe, Jurist und Mönch Martin Luther mit seinem Anschlag der 95 Thesen für eine erneuerte Kirche an die Schlosskirche zu Wittenberg den Beginn der Reformation markiert haben, aus der die bis heute bestehende Trennung der christlichen Kirche in die römisch-katholische und evangelisch-lutherische Konfession resultierte. Aus diesem historischen Anlass ist der Reformationstag zum ersten Mal in der Geschichte der BRD ein außerordentlicher und einmaliger bundeseinheitlicher Feiertag. Auch wenn sich heutzutage die beiden größten Konfessionen des Christentums wieder allmählich annähern, wurde ganz Europa durch die Reformation gespalten und geprägt. Mit seiner Kritik des Ablasshandels und der Entfernung der Kirche von den ursprünglichen Zielen der Lehre Jesu Christi sorgte Luther schon zu Lebzeiten für weitreichende Veränderungen der theologischen, politischen und gesellschaftlichen Struktur auf dem europäischen Kontinent. Nachdem er als erster Mensch die Bibel in Gänze in die deutsche Sprache übersetzte, musste er sich später unter falscher Identität auf die Eisenacher Wartburg zurückziehen, da er als vogelfrei erklärt wurde. Im Rahmen seines Untergrund-Wirkens machte er sich eine bedeutende Erfindung der damaligen Zeit zu Nutze: Im 15. Jahrhundert entwickelte der Mainzer Goldschmied Johannes Gutenberg den modernen Buchdruck. Mit diesem Medium erreichte Luther eine für damalige Verhältnisse enorme Reichweiten seiner Thesen und konnte sich so effektiver mit seinen Unterstützern verbinden. Dabei war es niemals Luthers Ziel die Kirche zu spalten, doch führte die Reformation (und Gegenreformation) noch lange Zeit zu kriegerischen Auseinandersetzungen, bei denen viele Menschen ihr Leben lassen mussten. Heute beschränkt sich die Spaltung zum Glück nur noch auf den theologischen Bereich und lässt zusehends mehr Ökumene zu.

„Wer kein Bier hat, hat nichts zu trinken.“

Zeit seines Lebens war aber auch Bier stets ein enger Begleiter Luthers.  Offensichtlich verwöhnt von den hervorragenden heimischen Braukünsten seiner Frau (denn damals war das Bierbrauen noch fast vollständig in Frauenhand) hatte Luther auf Reisen immer recht hohe Ansprüche an den Gerstensaft. So sind bis heute viele Kommentare und Anekdoten über seine bierigen Reiseerlebnisse überliefert. Offensichtlich führte es mancherorts und zu mancher Zeit sogar dazu, dass er sich das heimische Bier abfüllen und nachschicken ließ. Das heutige Bier soll diesem nachempfunden sein. Dabei hat man sich für ein helles Bier entschieden. Da vor allem die Heimbraubiere damals recht volatil in ihrer Rezeptur waren und auch noch keinen konkreten Bierstil besaßen ist es natürlich schwierig ein solches Bier originalgetreu historisch nachzubrauen. Oftmals wurde nur zwischen einem untergärigen (Winter-)Braun- und einem obergärigen (Sommer-)Weißbier unterschieden, sodass man die heutigen Bierstile nicht als Maßstab anlegen kann. Allerdings beschleicht mich das Gefühl, dass hier aus fehlendem Mut zur historischen Kreativität schlicht ein Pils oder Helles gebraut wurde. Ein weiteres Indiz ist der Umstand, dass das Bier von der Brauerei Neuspringe, welche auch die anderen Luther-Biere produziert, für die bierundmehr GmbH gebraut wurde und somit nur als „Marketing-Gag“ herhalten muss. Aber lassen wir uns wie immer überraschen und feiern trotzdem dieses historische Ereignis gebührend mit diesem Reformator-Reisebier.

„Auf seinen Reisen musste der Reformator Martin Luther oft Bier trinken, dass diesen Namen nicht verdiente. Als er wieder einmal so ein übles Gebräu trinken musste, schrieb er an seine Frau Katharina von Bora, die selbst eine vorzügliche Braumeisterin war: ‚Gestern hatt ich einen bosen Trunk gefasset. Und sie möge doch ein Pfloschen ihres Bieres zu ihm schicken so oft sie könne.‘

Auch im stillen Gedenken an die vielen Opfer der Reformation & Gegenreformation.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pils
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Leinefelde-Worbis/Landsberg
Erscheinungsjahr. . .
(1517)

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Geruch: hopfig, grasig, blumig, hellmalzig, etwas matt
Geschmack: „steinig“, hopfig-herb, süffig, mittelschwacher Körper, feinperlig, wenig Malz, klar, herber Abgang
Gesamt: Von den bisher proBierten Bieren der Luther Reihe mit dem Reformationsbier vom Beginn des Jahres sicher das Beste. Zwar kann ein Pils – und als solches ist dieses Bier deklariert – kein historisches Lutherbier sein, da das Pilsner erst 1842 entwickelt wurde, aber dafür ist es qualitativ völlig in Ordnung und stilgerecht. Sicher kann man auch hier von einer gewissen Verbrauchertäuschung sprechen, da man im Idealfall wirklich eine Originalrezeptur erwarten möchte, aber davon will ich an diesem heutigen Feiertag einmal absehen. Deshalb mit 500. Reformationstags-Bonus heute 10 Pkt. (2-).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.lutherbier.de/produkte_pfloschenbier.html.

Prost & auf die Ökumene!

261. Luther Starkbier

Das dritte Luther-Bier um Bunde ist ein für die damalige Zeit recht unübliches Bier. So wurden damals Starkbiere meist nur zu besonderen Anlässen oder Jahreszeiten gebraut. Noch heute gibt es die Tradition im Mai oder Herbst stärkere Bockbiere zu brauen, die noch auf die Zeit zurück gehen, wo es verboten war im Sommer (zumindest untergärige) Biere zu brauen. Daneben kamen Starkbiere auch oft zum Einsatz, wenn man das Bier über längere Distanzen vertreiben wollte. Die meisten Biere (wie im Übrigen auch Weine) der damaligen Zeit jedoch hatten eher noch weniger Umdrehungen als heutzutage. Da Bier aus hygienischen Gründen nicht nur sprichwörtlich als Grundnahrungsmittel genutzt wurde, durfte es nur wenig Alkoholgehalt haben, damit man auch die tägliche Arbeit noch erledigen konnte. Auf der anderen Seite hatte es aber immer noch genug Stärke um den harten Alltag ertragen zu können. Wer das Glück hatte und weniger körperliche Anstrengung erfahren durfte, dem half das Bier zumindest aber bei Kreativität, Diplomatie oder Geselligkeit weiter.

„Wer die Musik verachtet, wie denn alle Schwärmer tun, mit denen bin ich nicht zufrieden. Denn die Musik ist eine Gabe und Geschenk Gottes, nicht ein Menschengeschenk.“

Mehr zum Thema Bockbiere auch in meinem Bericht zum damaligen Tasting in der Brühler Eule.

Das Luther-Starkbier war übrigens das Bier des Jahres 2015 des ProBier-Clubs.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Bock
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Leinefelde-Worbis
Erscheinungsjahr. . .
(1517)

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________7
  • Geschmack:__________________8
Fazit

Geruch: (metallisch, industriell) würzig, ganz leicht karamellig, alkoholaromatisch
Geschmack: vollmundiger, leicht bitter, dunkelmalzig, aber wenig Karamell, alkoholaromatisch, süßlich-herber Abgang
Gesamt: Insgesamt leider auch hier keine absolut hochqualitative Braukunst. Aber zumindest wird das Bier mit jedem Schluck besser. Wahrscheinlich handelt es sich hier um das Starkbier auf Basis des Reformationsbieres, das den Bierjubiläums-Rezensions-Beginn dieses Jahr markierte. Alles in allem hätte ich mir hier mehr Tiefe und Variation gewünscht. Aber zumindest im Vergleich zum gestrigen „Porter“ eine kleine Steigerung: 9 Pkt. (3+).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.lutherbier.de/produkte_stark.html.

Prost!

260. Luther Porter

Nach dem gestrigen Urtyp folgt heute Reformations-Einleitungsbier #2. Namentlich handelt es sich hierbei eigentlich um ein Porter. Ein Bierstil, der vor allem im nördlichen Europa weit verbreitet war und teilweise noch ist. Dabei werden grundsätzlich die Familien des britischen und baltischen Porters unterschieden. Ersterer wird obergärig, letzterer untergärig gebraut. Zudem beinhaltet der britische mehr Röstaromen, während der baltische etwas süßer daherkommt. Zwischen diesen beiden Formen hat sich in früheren Zeiten aber auch eine deutsche Abwandlung des Porters entwickelt, der vor allem in Mitteldeutschland sehr beliebt war. Dieser wurde je nach Brauerei und Möglichkeit ober- oder untergärig gebraut und konnte auch geschmacklich variieren.

So wäre es für mich auch zu vermuten gewesen, dass ich es heute auch mit ebene diesem zu tun habe. Aber weit gefehlt: Die Brauerei Neuspringe, die das Bier herstellt, nennt als Bierstil hier „gesüßtes Schwarzbier“. Leider bestätigt dies auch der Blick auf die Zutatenliste, in der Invertzuckersirup auftaucht. Natürlich war mir klar, dass die Luther-Biere keine wirklich hochqualitative Braukunst darstellen, aber es ist schon schade, wie auch hier der Verbraucher etwas getäuscht wird. Auch wenn diese sich dabei auf eine alte Rezeptur beruft und es lieblicher Schwarztrunk nennt, entsteht doch der Eindruck, dass ein Porter ein gesüßtes Schwarzbier sei. Keineswegs möchte ich die historische Herkunft des Bieres grundsätzlich in Frage stellen, aber vielleicht hätte man es klarer formulieren können. Interessant wäre für mich auch zu wissen, wie dies mit dem hochgelobten „Reinheitsgebot“, das nur ein Jahr vor Luthers Thesenanschlag zumindest in Bayern verabschiedet wurde, vereinbar ist. Dürfen doch wenigstens in untergärigen Bieren (und das „gesüßte“ Schwarzbier gehört dazu) bis auf chemische Hilfsstoffe nur Gerstenmalz, Hopfen und Hefe eingesetzt werden. Nicht, dass ich an die heutigen Gesetzgebungen festhalten will – im Gegenteil – aber hier wird auch ohne expliziten Verweis auf das „Reinheitsgebot“ zumindest unbewusst getäuscht. Ein Blick auf die Flasche zeigt dann hier die Lösung: Es ist einfach als „Biermischgetränk“ deklariert… Auf Basis dessen wirkt folgendes Luther-Zitat auf der Website etwas unaufrichtig:

„Wie viele gibt es jetzt, die das Evangelium rühmen und um desselben willen einen Heller willig verlieren oder ihren Geiz und Mutwillen lassen? …. Ebenso machte kein Bürger, könnte er sein Dünnbier für Bier verkaufen, sich ein Gewissen davon.“

Aber ich will natürlich nicht vorschnell urteilen und lasse mich gerne auch eines Besseren belehren.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . (Schwarzbier)
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Invertzuckersirup, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Leinefelde-Worbis
Erscheinungsjahr. . .
(1517)

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________9
  • Geschmack:__________________7
Fazit

Geruch: (metallisch, industriell,) malzig, matt, süßlich, getreidig, wenig waldig
Geschmack: zuckersüß, dunkelmalzig, etwas rotfruchtig, leicht bitter, sehr süffig, wenig Körper, wenig spritzig, süßlich-herber Abgang
Gesamt: Also wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich behaupten hier handelt es sich um alkoholhaltiges „Malzbier“. Während der Geruch noch wenig Süße erahnen lässt, kommt der Zuckersirup am Gaumen voll durch. Ich verstehe zwar immer noch nicht, warum man so etwas unter solch einem Titel braut, aber hieran erkannt man zumindest die historische Verknüpfung von früheren und heutigen Malzbieren. Gibt es heutzutage fast ausschließlich nur alkoholfreie Varianten, war früher die Biersüßung in Teilen auch recht üblich bei normalhaltigen Bieren. Im Sinne des Vielfaltsgedankens also tatsächlich löblich. Doch: Bei diesem Bier verschwimmen die Grenzen zwischen Porter, Schwarzbier und Malzbier, die der Bierlaie nicht mehr nachvollziehen kann. Deshalb mit 8 Pkt. (3) vielleicht auch ein etwas hartes Urteil.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.lutherbier.de/produkte_porter.html.

Prost!

259. Luther Urtyp

So, dann wolln ma mal. Start meiner Bierjubiläum-Festwoche zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation. Nachdem ich letztes Jahr ja selbst den Anlass eines 500-jährigen Jubiläums für meinen Blog genutzt hatte, freue ich mich umso mehr heute und in der kommenden Woche diesem historischen Ereignis die entsprechende Würde zukommen zu lassen. Dabei greife ich die Verbindung von Reformation und Bier ganz bewusst auf, schließlich war es Martin Luther selbst der ein leidenschaftlicher Bierfreund war und sich von seiner Frau regelmäßig mit hauseigenem Bier versorgen ließ. Aber auch darüber hinaus ließ er sich auf Reisen nicht ganz unerheblich vom Gerstenbräu inspirieren, ohne dem – kühn behauptet – wohl keine Reformation zustande gekommen wäre. Auch wenn diese selbstverständlich erst nach Luthers Tod seinen Lauf nahm und leider bis heute nicht aufgelöst ist, war doch das Bier ein mitentscheidendes Medium der Luther’schen Kreativität, die überhaupt erst den theologischen Diskurs in dieser Form möglich machten.

Bereits zu Beginn des Jahres widmete ich meinen ersten Beitrag dem Reformationsbier der Marke Luther. Zwar handelt es sich selbstverständlich nicht mehr um ein wirklich authentisches Luther-Bier – wird es doch inzwischen von der Brauerei Neuspringe gebraut – dafür ist es die einzige Marke, die dem ehemaligen Juristen und Mönch ein Bier widmet. Und zumindest wird es überregional auch in der Nähe der Lutherstadt Wittenberg im thüringischen Worbis hergestellt. Außerdem ist es vom Bierstil an diejenigen orientiert, die Luther auch damals getrunken und gemocht hatte. Vor allem dunkel und etwas stärker im Alkoholgehalt. Steigen wir also ein in die Welt Luthers des 16. Jahrhunderts:

„Ach, ich weiß leider sehr genau, dass Ärgernisse kommen müssen, und es ist deshalb kein Wunder, wenn ein Mensch fällt. Das aber ist ein Wunder, wenn ein Mensch aufsteht vom Falle und danach stehen bleibt.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Schwarzbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Leinefelde-Worbis
Erscheinungsjahr. . .
(1517)

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Geruch: klar malzig, röstig, Karamellsüße, aber auch ein wenig blumig-frisch
Geschmack: weniger Körper als erwartet, trotzdem vollmundig, kaum Hopfen, dafür viel dunkles Malz, ein wenig Schokolade, wenig spritzig, süßlicher Abgang
Gesamt: Sicher kann man hier keine High-Class-Kreativitätsbraukunst erwarten, aber ich war schon überrascht wie süffig-süß und weich ein Schwarzbier schmecken kann. Es ist wohl ein Beispiel eines Schwarzbieres am Rande eines Dunkel oder Porters mit klar süffiger Ausrichtung. Leider kann man ja nicht mehr genau nachvollziehen, welche Biere Luther damals getrunken hat, aber es ist vorstellbar, dass ein solches dabei war. Für den Einstieg in die Reformations-Festwoche wohl aber ein würdiges Bier: 10 Pkt. (2-).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.lutherbier.de/produkte_urtyp.html.

Prost!

258. Uiltje Grandma’s Cooking Recipes Vol. 2- Lemon & Vanilla Cheesecake Witbeer

Bevor es morgen in die historische Luther-Woche des 500-jährigen Reformationsjubiläums geht, wird es heute nochmals etwas experimenteller.

Dabei geht es wieder mal in eines der niederländischen Bierzentren nach Haarlem. Dort wird seit 2012 kreativ mit natürlichen Zutaten gebraut. Wie es sich für eine moderne Craftbier-Brauerei gehört sind dabei schon unzählige Biere entstanden, die regelmäßig die Regale von guten Bierhändlern füllen. So im Übrigen auch im Bad Godesberger P&M-Getränke, die immer eine gute Auswahl vorrätig haben. Nach dem Rice Rice Baby ist es für mich mein zweites Bier dieser Brauerei, die hervorragend in meine Jahresreihe „Alternative Getreide & weitere natürlich Zutaten“ passt. Von daher kann man das heutige Bier sozusagen als Nachzügler bezeichnen. Zwar heißt es Witbier, ist streng genommen aber kein richtiges. Denn selbst in Belgien, wo man zum Glück kein Reinheitsgebot hat gibt es eine Stildefinition dafür, die hier eigentlich Koriander und Orangenschalen vorsehen. Uiltje hingegen hat diese beiden Zutaten substituiert und Zitrone sowie Vanille mit in den Sudkessel geworfen, sodass ein Geschmackserlebnis nach Omas gutem alten Käsekuchen versprochen wird.

„All natural? Check! Painstakingly authentic? Check, check, double check! – A NY-style creamy cheese cake boiled down to a summer like refreshing wit beer. – Welcome to the big apple! Again 100% Granny proof.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Witbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Weizen, Zitrone, Vanille, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Haarlem / Niederlande
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___7
  • Aussehen:____________________7
  • Geruch:______________________8
  • Geschmack:__________________9
Fazit

Geruch: sehr spritzig-zitronig, säuerlich, leicht blumig
Geschmack: wenig säuerlich, dumpf-fruchtig-süß nach Litschi, Zitrone, Mango & Limette, wenig Körper aber nicht süffig, etwas bitter, feinperlig, säuerlicher Abgang
Gesamt: Grundsätzlich war ich ja schon vorher skeptisch, inwiefern ein Witbier zu Omas Käsekuchen passen kann. Und meine Skepsis war nicht ganz unangebracht. Zwar ist es in der Tat zitroniger und süßer als die traditionelle Witbier-Verwandtschaft, aber ist in etwa so weit entfernt von einem Käsekuchen wie China von einer lupenreinen Demokratie. Sicher ist es löblich sich auch mal an solche Experimente zu wagen, aber vielleicht sollten einige Craft-Brauer doch wieder verstärkt auf Qualität, denn auch Quantität setzen. Obschon dies selbstredend eine individuelle persönliche Einschätzung ist, die viele bestimmt nicht teilen und das Bier empfehlen würden. Trotzdem kann ich hier nicht mehr als 8 Pkt. (3) vergeben.

Weitere Infos zum Bier unter https://www.uiltjecraftbeer.com/brewery-our-mission/.

Prost!

257. Louis Barre Imperial Bouquet Lager

Beim heutigen Bier war ich freudig überrascht als ich es in meinem letzten KALEA-Beertasting.Club-Abo-Karton entdeckte. Da ich fünf Jahre meines noch vergleichsweise überschaubaren Lebens in Osnabrück verbrachte, ist mir die Familienbrauerei Barre ein guter Begriff und hat auch schon zu dieser Zeit in der Region herausgestochen. Gab und gibt es doch in Ostwestfalen kaum noch eine privat geführte Brauerei mit überregionaler Popularität.

Während ich damals noch den Eindruck hatte, dass es sich um eine traditionelle aber etwas angestaubte Brauerei handelt, muss ich heute den Eindruck revidieren. Denn gemäß des aktuellen Slogans „Traditionell · Modern · Unabhängig“ hat man sich auch bierig der Moderne geöffnet, ohne jedoch dabei die traditionellen Wurzeln zu vergessen, die das Unternehmen bereits seit genau 175 Jahren und sechs Generationen tragen.

Nachdem Ernst Johann Barre 1842 die Brauerei am Wiehengebirge förmlich in den Steinhang schlug, ging Louis Barre als sein Nachfolger als Pionier in die Firmengeschichte ein. War es doch der „lange Louis“, der als erste Brauer des Norddeutschen Bundes nach seiner Übernahme 1881 eine Kältemaschine zum brauen einsetzte. Das heutige Imperial Bouquet Lager wurde zu seinen Ehren anlässlich der 175-Jahr-Feier kreiert. Es soll nach alter 130-jähriger Rezeptur gebraut worden sein, die auch schon der alte Braumeister für seine neuartigen untergärigen Biere verwand. Durch die schon damals angewandte Kalthopfung erreichte er eine so große Haltbarkeit, dass die Biere via Bremerhaven mit dem Norddeutschen Lloyd über die ganze Welt hinaus verschifft werden konnten.

Auch nach Louis Barre erhielt man sich einen gewissen Innovationsgeist und führte 1981 als erste deutsche Brauerei die schon fast in Vergessenheit geratene Bügelverschlussflasche wieder ein. In den 2000ern war es dann wieder Barre, die die erste Fassbrause auf dem Markt brachten. Wie in bereits viele gute Brauereien, hat sich inzwischen auch bei Barre der Braumeister zum Biersommelier weitergebildet und entwickelt vor allem zum Jubiläumsjahr neue Bierspezialitäten wie einem (Eis-)Bock, einem Porter Westfalica oder einem Winter Amber Ale. Neben einem Online-Shop kann die Brauerei darüber hinaus auch ein eigenes Biermuseum sein Eigen nennen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . .  12.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,4%
Herkunft. . . . . . . . . . . Lübbecke
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: frisch, spritzig, würzig, hopfig-grasig, leicht buttrig, ein wenig Honig
Geschmack: vollmundiger als gedacht, malzig-würzig, hopfig-herb, recht spritzig, schön würziger Abgang
Gesamt: Wie auch schon gestern wurde ich beim heutigen Bier ebenfalls nicht enttäuscht. Zwar könnte man böswillig schreiben, es handle sich hier nur um ein besseres Pils, das wird dem Bier aber nicht gerecht. Vielmehr erinnert es ein wenig an seine tschechische Verwandtschaft des Pilsner-Urquells. Und doch zeigt es auch Anwandlungen eines Hellen oder internationalen Lagers – allerdings auf hohem qualitativem Niveau. Insgesamt definitiv ein Bier, das es auch nach 2017 geben sollte. Inclusive Regionalitäts-, Traditions- und Unabhängigkeitsbonus auch hier und heute in Summe 13 Pkt. (1–). Auch wenn ich mir unter dem Biernamen zunächst eigentlich etwas ganz anderes vorgestellt hatte.

Weitere Infos zum Bier unter: https://louis-barre.de/.

Prost!

256. Ámbar Especial

Von Osteuropa heute einmal quer über den Kontinent in den Südwesten zur spanischen autonomen Region Aragonien. In der dortigen Hauptstadt Zaragoza existiert seit der vorletzten Jahrhundertwende die bis heute unabhängige Fábrica de Cerveza, Malta y Hielo. Die Gründer Ladislao Goizueta y Díaz und Enrique Lacadena y Laguna hatten bereits zu Beginn den Fokus auf die deutsche Braukultur gelegt und wollten in Spanien Biere deutscher Brauart produzieren. So begann man mit Unterstützung des deutschen Entwicklers Charles Schlaffer (der bis heute das Etikett ziert) Pils und Helle zu brauen. Diese Tradition hat sich prinzipiell bis heute gehalten, wobei inzwischen auch weitere nicht-deutsche Biere angeboten werden. In den 1970ern brachte man als eine der ersten ein alkoholfreies und im aktuellen Jahrzehnt ein glutenfreies Bier heraus. Die heutige empresa cervecera aragonesa La Zaragozana ist nicht nur eine Cervecería sondern beinhaltet als eine der wenigen spanischen Brauereien auch noch eine (historische) Maltería. Als eine recht große Brauerei mit etwa 50 Mio. l Ausstoß pro Jahr ist dieser Umstand umso ungewöhnlicher und erfreulicher. Zu Recht wird das Ensemble deshalb auch seit der Jahrtausendwende mit einem Bier-Museum komplettiert.

Beim Ambar Especial handelt es sich nach eigenen Angaben um ein Pilsener mit rotbraunem Einschlag. Interessant ist zudem die Verwendung von Mais und Gerste als Rohfrucht.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Wiener Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Gerste, Mais, Hopfen
Stammwürze
. . . . . .  13°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Saragossa / Spanien
Erscheinungsjahr. . .
1900

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: klar malzig, getreidig, grasig, leicht würzig, holzig & buttrig
Geschmack: erfrischend, süffig mit gutem Körper, weich, harmonisch, dunkelmalzig, malzsüß, malzwürzig, herber Abgang
Gesamt: Ich weiß nicht, ob ich mal wieder ein filtriertes Lager brauchte, aber das Especial aus dem Hause Ambar trifft heute irgendwie genau meinen Geschmack. Zwar in seiner Kreativität begrenzt, aber für seinen Bierstil, den ich als Wiener Lager interpretiert habe, wirklich eine sehr gute Brauleistung. Sowohl in der Nase als auch auf der Zunge überzeugend anders. Deshalb auch ganz knappe 13 Pkt. (1–) in der Endwertung.

Weitere Infos zum Bier unter: https://ambar.com/cervezas/especial/.

Prost!

255. Pravda Svyato

Nachdem Syla Anfang des Monats folgt heute das zweite ukrainische Bier – ebenfalls aus dem Hause des Pravda Beer Theatres. Interessanterweise handelt es sich hierbei offiziell um ein Dubbel, das aber mehr Umdrehungen hat als das Syla, welches als Tripel geführt wird. Svyato heißt übrigens auf deutsch heilig. Leider konnte ich im Rahmen meiner Recherche nicht mehr über das Bier und seinen Hintergrund herausfinden – vielleicht weiß einer von Euch ja mehr???

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Dubbel
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  17.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 8,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Lemberg / Ukraine
Erscheinungsjahr. . .
2015

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___6
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: spritzig, würzig, hefig, klare Karamellsüße
Geschmack: lecker süß, leicht würzig, ein Hauch rote Früchte, leicht alkoholaromatisch & bitter, feinperlig, mittlerer Körper, vollmundig, würzig-süßer Abgang
Gesamt: Na das ist doch schon mal etwas besser als Ukraine-Bier #1. Zwar kommt dieses Dubbel noch nicht an die guten belgischen Originale heran, ist aber absolut gut trinkbar und lecker. Mit einer klaren Fokussierung auf die Karamellsüße überzeugt es in der Stilinterpretation. Prädikat: Durchaus empfehlenswert. Gesamtwertung: 12 Pkt (2+).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.pravda.beer/en/shop/svyato/.

Prost!

254. AleMania Ginger Ninja

Zum Wochenstart gibt es heute auch mal einen besonderen Kick mit Ingwer, Koriander und Orangenschalen.

Eigentlich habe ich ja meine Jahresreihe „Alternative Getreide & weitere natürliche Zutaten“ beendet, aber hin und wieder laufen mir dann doch wieder interessante Biere über den Weg, an denen ich einfach nicht vorbei komme. So geschehen auch beim heutigen Ginger Ninja vom guten Fritz Wülfing aus der Bundesstadt Bonn. Da ich zu ihm bereits an diversen Stellen im Bierjubiläum schreiben durfte, hier nur einmal eine Zusammenfassung vom craftbeer-dealer:

„Geschmacksvielfalt statt Einheitsbrei – Bier kann mehr sein, als es das Reinheitsgebot vorgibt und Genuss ist nicht an Ge-, Ver- oder gar Sonderangebote gekoppelt. Lange Zeit wurde das Bier in deutschen Landen unkritisch getrunken, doch jetzt ist es Zeit für mehr Geschmack und bewussteren Genuss. Genau das will auch Fritz Wülfing: Neues kreieren statt Gewohntes zu kopieren. Natürlich verwendet er dabei keine Zusatzstoffe zur Stabilisierung, Konservierung oder zur Verlängerung der Haltbarkeit. Ein gutes Bier braucht Zeit und Ruhe, daher sind auch nicht immer alle Sorten stets verfügbar. Dabei gibt es nicht nur IPAs und Stoutvariationen, sondern auch völlig neue Kreationen wie Gosen und andere Biere mit historischem Hintergrund. Alle eint: anders und lecker!“

Mit dem Ginger Ninja versucht sich der Mitbegründer der Deutschen Kreativbrauer ein Stilmix aus einem Belgisches Blonde bzw. Tripel und einem Witbier, das traditionell Koriander und Orangeschalen beinhaltet. Zudem noch eine gute Portion Ingwer hinzugefügt und schon ist das Bonner Kreativbier fertig. Genannt wird es dann laut Fritz „Asian Belgian Ale“ und ist das erste Fritz-Ale mit einem eigenen Namen. Wohl bekomms!

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Asia Belgian Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Ingwer, Koriander, Orangenschalen, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  15°P
Alkoholgehalt. . . . . . 7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bonn
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________7
Fazit

Geruch: sehr frisch, Ingwer & Orangen dominieren, Koriander kaum riechbar, dumpf malzig
Geschmack: interessanter Mix aus fruchtig, blumig, malzig, würzig, bitter, herb, karamellig und vor allem sehr gemüsig, leicht alkoholaromatisch, kaum Abgang
Gesamt: Was für ein Bier!… Ich bin zwar nun kein Bier-Anfänger mehr, aber selten hat mich ein solches derart überfordert. Ist der Geruch noch erwart- und beschreibbar, fehlen mir beim Eindruck auf der Zunge wahrlich die Worte. Noch nie habe ich derartiges in einem Bier geschmeckt. Es könnte zeitweise mehr an ein Dressing oder eine kreative Sauce erinnern, wenn dann doch nicht eine klare Hopfennote zugegen wäre. Zwar schmeckt man grundsätzlich die wesentlichen Komponenten (Ingwer, Koriander, Orange, Weizenmalz) heraus, doch ist es schon erstaunlich welches Ergebnis dieser völlig neuartige Mix aus Bierstilen und Zutaten ergibt. Auch wenn ich solche Kreativität auf natürlich Basis absolut befürworte, braucht ein solches Bier selbst für mich noch etwas Zeit – deshalb heute zumindest nur 9 Pkt (3+).

Weitere Infos zum Bier unter: https://fritz0830.wixsite.com/15168465/sorten.

Prost!

Blogbier, die XXI.

Anlässlich meiner Privataudienz bei meinem Kollegen Matthias, der sich gerade in Elternzeit befindet, haben wir unseren jeweiligen (internationalen) Bierfundus fusioniert und getilgt. Mit dabei auch Biere des letzen Pakets meines gewonnenen KALEABeertasting.Club-Bierabos:

  • Blonde of Saint-Tropez:
    – 5,6%; obergäriges belgisch Blonde
    – von der „Brasserie des Légendes“ (BST Breweries SA.) aus Brüssel
    – eine wirklich interessante Hefenote, die ich bisher so noch nicht geschmeckt habe
    http://www.blondeofsainttropez.com/our-beer/
  • Leffe Rituel 9°:
    – 9%; obergäriges belgisches Starkbier
    – aus einer der ältesten und bekanntesten belgischen Brauereien (Gründung 1240 in Dinant)
    – mit Mais
    – schmeckt wie zu erwarten hochklassig
    http://www.leffe.com/en/beers/leffe-rituel-9deg
  • Asahi Super Dry:
    – 5%; untergäriges Lager
    – von der 1889 gegründeten Asahi Beer K.K. aus dem japanischen Sumida – Produkteinführung 1987
    – der Name heißt auf deutsch Morgensonne
    – mit Reis & Mais
    – ersteres klar herauszuschmecken
    http://asahibeer.co.uk/products/
  • Urstrom – das natürliche Ale:
    – 5,5%; obergäriges German Pale Ale
    – Craft-Bier aus der 2011 entstandenen Sauer & Hartwig Brauerei in Flensburg
    – einziges hopfengestopftes Bier des Abends
    http://www.sauer-hartwig.de/privatbr/index.php/urstrom-das-natuerliche-ale.html
  • frastanzer s’dunkle:
    – 5,6%; 12.6°P; untergäriges Dunkles
    – von einer der wenigen heute noch bestehenden Genossenschaftsbrauereien der Welt aus dem österreichischen Frastanz im Vorarlberg
    – neben über 150 institutionalisierten Mitgliedern (v.a. frühere Brauereien) sind seit dem letzten Jahr auch 1.000 Privatpersonen Teil der (elektronischen) Genossenschaft
    – während des 2. Weltkriegs wurde aus Rohstoffmangel auch mit Mais, Reis oder Zuckerrüen gebraut
    – gewohnt röstmalzig
    https://frastanzer.at/produkt/sdunkle
  • Mariestads Klass II:
    – 3,5%; untergäriges Lager
    – von der 1848 gegründeten Spendrups Bryggeri AB aus dem schwedischen Varby
    – recht gefällig
    http://www.spendrups.se/varumarken/mariestads/
  • Schwarzbräu Bayrisch Hell mini:
    – 4,8%; 11.4°P; untergäriges Helles
    – von der 1648 gegründeten Brauerei (incl. Mälzerei) aus Zusmarshausen in Bayrisch-Schwaben
    – unspektakulär lecker
    https://www.schwarzbraeu.de/de/biere/sortiment/unsere-biere/bayerisch-hell-mini

Vielen Dank also auch nochmals an Matthias für den netten Abend und die beigesteuerten Biere.

253. Paulaner Zwickl

Gegen das heutige Bier sprechen eigentlich genug Gründe um es nicht vorzustellen.

Der erste ist recht augenscheinlich: Die Brauerei. Gegründet 1634 von Mönchen des Paulaner-Ordens, ging die Brauerei nach Auflösung des Klosters um 1800 bereits früh den Weg der Expansion. So folgten im 20. Jahrhundert die ein oder andere Fusion und Brauereierweiterung. Da jedoch das alte Klostergelände für die Produktion irgendwann nicht mehr ausreichte, würde 2014 mit einem Neubau der Brauerei begonnen, die in letzten Jahr bezogen werden konnte. Als einer der größten und bekanntesten Braumarken Deutschlands ist Paulaner heutzutage aber nicht mehr in eigener Hand. Zwar ist man Kopf der sechstgrößten Braugruppe des Landes, gehört seit diesem Jahr jedoch zu 30% Heineken und zu 70% der Schörghuber Unternehmensgruppe. Diese ist recht „vielfältig“ aufgestellt und in den Geschäftsfeldern Getränke, Hotel, Lachszucht und -verarbeitung sowie Bauen & Immobilien national und international tätig. Damit haben wir es hier weder mit einem handwerklichen Bier noch mit einer eigenständigen Brauerei zu tun.

Ein weiterer Grund ist das Bier selbst. Schließlich ist zu vermuten, dass es wieder mal ein recht unkreativer Versuch einer Großbrauerei ist, sich der schwindenden Nachfrage zu entziehen, indem man ein vermeintliches innovatives Produkt an den Mann/Frau bringt. Damit will ich nicht sagen, dass ein Kellerbier kein gutes Bier sein kann, aber allein die Fokussierung vieler Großbrauereien (wie WarsteinerKrombacher oder auch König-Pilsner) auf diesen Stil zeigt wie hilflos man eigentlich der „Craft-Bier-Welle“ entgegentritt. Sicher muss man von einer Münchner Brauerei kein IPA erwarten, aber dass ein Kellerbier auserkoren wurde liegt wohl vor allem daran, dass dieses recht frei interpretierbar und vor allem auch leicht im schon vorhandenen (großindustriellen) Brauprozess implementierbar ist.

Ein dritter Grund ist da weniger offensichtlich und auch eher persönlich. So unterstützt Paulaner doch schon seit vielen Jahren den FC Bayern München, was mir als grüner Borusse doch etwas sauer aufstößt ;).

Bei aller Kritik muss aber auch etwas wirklich Positives hervorgehoben werden, was trotz der Popularität der Marke kaum einer weiß: Die Paulaner-Mönche waren die ersten in Bayern die ein Bockbier in seiner heutigen Form gebraut haben. Der heutige Salvator ist damit der erste bayrische Doppelbock und hat bereits ein fast 400-jährige Geschichte hinter sich. Auf seinem seit 1899 patentierten Namen gehen noch heute zahlreiche Bockbiervarianten des Landes zurück.

Und da ich schließlich auch den anderen deutschen Großbrauereien hier eine Chance gegeben habe, möchte ich auch das Paulaner nicht ausschließen. Interessant ist übrigens auch die Flaschengröße: 0,4l habe ich bisher noch von keinem deutschen „Großbier“ gesehen. Paulaner beschreibt das Bier übrigens wie folgt:

„Mit feinstem Hersbrucker Hopfen im historischen Dreimaischverfahren gebraut und direkt aus dem Lagertank unfiltriert abgefüllt.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kellerbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . München
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___9
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________7
Fazit

Geruch: süd-fruchtig, bananig, spritzig, malzig-hefig, weich-getreidig, buttrig
Geschmack: süffig, kaum Körper, etwas matt, leicht würzig, mehr Malz als Hopfen, leicht herber & trockener Abgang
Gesamt: Viel- und nichtssagend zugleich. Nachdem mit der Geruch noch sehr positiv überrascht hat, kommt geschmacklich kaum Charakter rüber. Es fehlt im Allgemeinen am geschmacklichen Profil, auch wenn das Bier wirklich trinkbar ist. Aber ich erwarte einfach von einem solch vermarkteten Bier mehr als ein absoluten 08/15-Geschmack. Für so viel Gefälligkeit incl. Industrie-Malus kann ich dann auch nicht mehr als 7 Pkt. (3-) geben.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.paulaner.de/produkte/paulaner-zwickl.

Prost!

252. Beura Kellerbier

Zur Wochenmitte möchte ich endlich ein Bier vorstellen, was zugegebenermaßen auch schon etwas länger bei mir liegt. Im Grunde ist es eines von vielen Manufaktur-Bieren neuerer Art. Da ich allerdings mit der Herkunft persönliches verbinde, möchte ich dies heute einmal hervorheben.

Es handelt sich um ein Kellerbier der seit letztem Jahr existierenden Mikrobrauerei Beura aus Osnabrück. Diese ist die nun schon zweite Osnabrücker Brauerei. Daneben gibt es noch die Hausbrauerei Rampendahl, die demgegenüber jedoch auf eine jahrhundertelange Geschichte zurückblicken kann. Wann sie genau gegründet wurde, lässt sich heutzutage kaum noch ergründen, aber es gibt Schriftstücke die eine Brauwirtschaft an selbiger Stelle bereits im 15. Jahrhundert verorten. Nachdem 1987 die letzte größere Brauerei der Stadt dicht machte, war das Rampendahl jahrelang die einzige verbliebene Brauerei der Stadt – bis nun letztes Jahr Osnabrück auch seine Craft-Brauerei bekam.

Diese hat inzwischen neben dem Kellerbier auch ein Schwarzbier (das ich an dieser Stelle bereits kurz präsentiert hatte), ein Dunkel und ein IPA. Das Interessanteste an der Brauerei ist jedoch das Geschäftskonzept. Um weite Transportwege zu vermeiden, die das unpasteurisierte Bier ggf. negativ beeinflussen, bietet Unternehmenskopf Michael Freymuth ein Franchise-Konzept an. Hier kann man im ganzen Bundesgebiet als Franchise-Nehmer selbst eine Brauerei leiten oder an einer Mitarbeiten, die nicht nur Beura gehört sondern auch „extern“ geleitet wird. Dabei ist es sicher nicht das erste Konzept einer Franchise-Brauerei. Mitte des Jahres war ich bei einem Besuch in Hamburg ja bereits bei Johann Albrecht – auch eine „Brauerei-Kette“. Abgesehen von der fehlenden Unabhängigkeit und der geringeren Authentizität trotzdem wohl ein interessantes Konzept, um ggf. auch risikoaverse Brauinteressierte den Weg in die Selbstständigkeit einfacher zu machen. Leider ist bei alldem jedoch das sog. deutsche Reinheitsgebot Voraussetzung für jedes gebraute Bier. Das heißt, wer hier mit mehr natürlichen Zutaten experimentieren will muss draußen bleiben.

Draußen bleibt dann jetzt auch das Kellerbier – also aus dem Kühlschrank…

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kellerbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  13°P
Alkoholgehalt. . . . . . 4,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Osnabrück
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___7
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________6
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: säuerlich, spritzig, fruchtig-bitter, leicht dunkel-malzig
Geschmack: (karamell)süß, weich, würzig, leicht röstig, mittelstarker Körper, kaum Spritzigkeit, trocken-süßer Abgang
Gesamt: Also so ein Bier hatte ich auch noch nicht. Nachdem die ersten drei Kategorien eigentlich schon nichts Gutes verhießen, schwante mir Übles auf der Zunge. Doch Überraschung: Das Kellerbier schmeckt (selbst nach MHD-Überschreitung von 3 Monaten) wirklich gut. Sicher ist dieser Bierstil noch relativ frei auslegbar und man merkt dem Bier sein Alter auch etwas an – schließlich dominiert hier klar die Malzsüße – aber nichtsdestotrotz eine gute Interpretation. Trotz altem Heimat-Bonus und Aufwertung aufgrund MHD-Überschreitung kann ich allerdings aufgrund der schlechten anderen Einzelkategorien nicht mehr als 9,5 Gesamtpunkte (3++)vergeben.

Weitere Infos zum Bier unter: https://beura.jimdo.com/http-www-beura-de/.

Prost!

251. HBH Basaltbier – Rhöner Heimatbier

Nach einem wirklich wunderbar schönen Sommertag mit der Familie und einem leckeren Alt am Benrather Rheinufer, gibt es heute das versprochene zweite Steinbier des Wochenendes.

Befand sich im gestrigen Bier noch das Granit, wird hier Basalt aus der Rhön verwendet. Diese beiden Gesteine unterscheiden sich alleine schon von ihrer Entstehung. So ist Granit ein magmatisches Tiefengestein (Plutonit), während Basalt als Vulkanit beim Erguss einer Vulkaneruption entsteht. Er enthält neben Magnesium auch Calcium und Eisen und ist in Europa sogar weiter verbreitet als Granit, welcher aber auch in den meisten Mittel- und Hochgebirgen Mitteleuropas zu finden ist. Basalt hingegen gibt es auch außerhalb Europas und wurde sogar schon auf extraterrestrischen Gesteinsformationen nachgewiesen.

Und da es eben auch zahlreich in der Rhön am Dreiländereck von Bayern, Hessen und Sachsen vorkommt, war es naheliegend diese heimatliche Steinquelle für ein Steinbier heranzuziehen. So geschehen vom Hohmanns Brauhaus aus Fulda, das zwar traditionellen Anstrich hat aber mit Gründungsjahr 2008 eher zu den jüngeren Brauereien Deutschlands gehört. Dabei versuchen die Hessen den Spagat zwischen traditionellen deutschen Bieren und Kreativbieren, wie auch Honig- oder Kaffeebier. Zumindest mit dem Steinbier hat man sich aber ein kleines Alleinstellungsmerkmal geschaffen, das es nun gilt auszuproBieren.

„Nach uraltem Brauverfahren. Urtümlich wie die Rhön.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Steinbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  11.9°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Fulda
Erscheinungsjahr. . .
2008

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: mineralisch, kohlensäure-artig, malz-süß, karamellig, spritzig
Geschmack: weich, mineralisch, süffig, schwacher Körper, waldig, trocken-herb, wenig spritzig, trocken-erdiger Abgang
Gesamt: Insgesamt scheint mit Basalt etwas besser zu liegen als Granit. Vor allem merkt man meiner Ansicht nach hier den Steinbier-Charakter noch stärker. Ein tatsächlich irgendwie mineralischer Geschmack lässt einem wirklich an Steinen denken. Zudem natürlich positiv hervorzuheben, dass hier regionale Gesteine zum Einsatz kommen. Deshalb mein Fazit noch etwas positiver als schon beim gestrigen Steinbier: 12 Pkt. (2+).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.braumeister-edition.de/home~basaltbier_.

Prost!

250. Leikeim Steinbier

Weiter geht es mit den besonderen Bieren. Standen bislang oft die Zutaten im Mittelpunkt der Betrachtung geht es heute und morgen mehr um den Brauprozess. Auch wenn dieser in aller Regel heutzutage sowohl bei Industrie- als auch bei Manufaktur-Bier recht standardisiert ist, gibt es die ein oder andere Brauerei, die etwas mehr experimentiert oder sich auf historische Verfahren zurückbesinnt.

Letzteres hat die private Familienbrauerei Leikeim getan und seit einigen Jahren wieder ein sogenanntes Steinbier auf den Markt gebracht. Steinbiere waren in frühen Brauzeiten relativ üblich, wenn man nicht ausschließlich über offenem Holzfeuer brauen wollte bzw. konnte. So wurden in einigen Gegenden Europas (wie vor allem Skandinavien und Österreich) vor allem Holzgefäße zum brauen verwendet, welche kein offenes Feuer erlaubten. Anstatt dessen wurden in der Regel Granitsteine über Feuer auf bis zu 800°C erhitzt und mit Hilfe eines Steinkorbs in die Maische eingebracht, um sie zum Kochen zu bringen. Dort karamellisierte sich der Malzucker an den Steinen und setzt sich als feine Schicht ab. Nach Abschluss der Hauptgärung, wurden die Steine dem Jungbier erneut zugefügt, um nochmals für eine karamellmalzige und rauchige Aromatisierung zu sorgen. Noch bis ins 19. Jahrhundert war diese Brauweise in manchen Regionen die am meist verbreitete.

Umso schöner, dass Leikeim seit 2007 als erste europäische Brauerei wieder auf diese Weise ein Bier herstellt. Schließlich gilt Tradition und Innovation nicht nur das was, sondern auch das wie.

„Geschaffen durch Feuer und Stein, nach einem der ältesten Brauverfahren.“

Mit Dank an meine Kollegin Birgit, die mir das Bier aus ihrem hiesigen Dursty mitrachte,  bin ich also auf mein erstes Bier dieser Art sehr gespannt…

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Steinbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12.8°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Altenkunstadt
Erscheinungsjahr. . .
2007

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___10
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: malzbetont, leichte Süße, frische Würze, etwas grasig, wenig fruchtig
Geschmack: „steinig“, leicht rauchig, würzig, leicht süßlich, wenig hopfig, etwas herb, trockener Abgang
Gesamt: Bevor man solche besonderen Biere trinkt macht man sich ja schon Gedanken, ob diese ihrem Ruf überhaupt gerecht werden. Beim Steinbier kann ich aber beruhigenderweise bestätigen, dass man hier tatsächlich einen Unterschied schmeckt zu einem „normal“ gebrauten Bernstein-Lager. Sicher ist es in der Geschmacksvielfalt nicht sehr ausgeprägt, aber in seinem leicht rauchigen und wirklich auch steinigen Aromen wohl einzigartig. Deshalb auch verdiente 11 Pkt (2).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.leikeim.de/de/.

Prost!

249. Jopen Koyt Gruitbier

Auch das heutige Bier ist mir beim letzten Besuch des Godesberger P&M-Getränkemarkts zum Glück über den Weg gelaufen. Während das gestrige Bier frischen Hopfen enthielt, ist heute wieder ein Bier gänzlich ohne Hopfen an der Reihe.

Bevor der Hopfen seinen Weg ins Bier gefunden hatte, wurde noch vielerlei andere Kräuter zum Bierbrauen verwendet, so zum Beispiel Gagel wie im heutigen Gruitbier von Jopen aus Haarlem. Nachdem sich der Hopfen mehr und mehr als Biergewürz durchsetzte verblieb nur noch in Teilen Westdeutschlands und Benelux eine kleine Tradition des Kräuterbierbrauens übrig. In Deutschland war diese zeitweise sogar in Gänze ausgestorben.

Nach einem offiziellen Brau-Rezept aus dem Jahre 1407 wird nun auf Basis eines obergärigen Rotbraunbiers mit Hafer die Tradition des Kräuterbiers weitergetragen.

„Jopen Koyt is brewed with gruit, a medieval blend of herbs in which sweet gale picked according to ritual was essential. Legend has it that, to avoid its hallucinogenic properties, sweet gale could only be picked at full moon by nude witches.
This reddish-brown beer is a reproduction of a Haarlem beer and is brewed according to the brewer’s statute (recipe regulated by the council) of 1407. Deliciously risky.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Gruitbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hafer, Gewürze, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 8,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Haarlem / Niederlande
Erscheinungsjahr. . .
1407

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: malzig-süß, sehr würzig, sehr dunkel & stark, leicht fruchtig
Geschmack: sehr dunkelmalzig, vollmundig, leicht ölig, karamellig, fruchtig-würziger Unterton, leicht waldig, würzig-bitterer Abgang, etwas alkoholaromatisch
Gesamt: Gerade nach den letzten Erfahrungen mit Kräuterbieren, hätte ich diesmal nicht ein solch wahrlich vollmundiges Bier erwartet. Es ist eine wirklich gute Komposition aus Karamellmalzigkeit, Würze und einem öligen Wald – alles gebunden mit einer guten Portion Umdrehungen. Und während ich hier so trinke und meine beiden bisher bestplatzierten Biere (das Jrön & das Baltic Rye Porter) auf meiner Fensterbank sehe, frage ich mich, ob das Kuyt auch seinen Platz dort verdient hat. Schweren Herzens entscheide ich mich im letzten Moment aber dagegen – insgesamt ist mir das Koyt dann doch noch einen Hauch zu unrund und leicht zu stark alkoholaromatisch. Mit starken 13,5 Pkt. (1(-)) hat es aber wohl einen Platz in den diesjährigen Top-Ten sicher.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.jopenbier.nl/en/bieren/jopen-koyt/.

Prost!

248. Pyraser Hopfenpflücker Pils

Bei einem der zuletzt seltener gewordenen Abstecher ins Godesberger P&M-Getränke ist mir das heutige Hopfenpflücker Pils von Pyraser über den Weg gelaufen. Bereits Anfang des Jahres hatte ich schon das ein oder andere Frischhopfen-Bier präsentiert – der Unterschied heute: Nicht nur der verwendete Hopfen ist frisch, auch das Bier ist noch recht frisch abgefüllt. Schließlich findet die Hopfenernte meist im September statt und ist somit noch keinen Monat her. Ein Trend hinzu vermehrten Frischhopfen-Bieren vermag ich zwar noch nicht erkennen, dafür gibt es aber wieder mehr Brauereien, die ihren Hopfen zumindest zum Teil selbst anbauen.

So auch die Pyraser Brauerei. Jedes Jahr um diese Zeit veranstaltet diese das Niederfall-Fest, bei der die über 70 Hopfenstöcke aus dem hauseigenen Hopfengarten händisch gepflückt und für den Frischhopfen-Sud vorbereitet werden. Um die Aromen des frischen Hopfens noch besser zur Geltung kommen zu lassen verzichtet die Brauerei dann auch darauf das eigentlich klare Pils zu filtrieren. Zudem wird für jedes Pyraser-Bier stets Mineralwasser aus der eigenen Quelle verwendet – deswegen auch die Flasche mit dem Drehverschluss.

„Aus den duftenden Pyraser Dolden wird ein ganz spezieller Sud angesetzt. Daraus entsteht ein naturtrübes Pils, frisch und voller Hopfenaromen – eine edle (und in der Menge limitierte) Spezialität für Liebhaber.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . (Keller-)Pils
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Frisch-Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  11.8°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Pyras
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Geruch: sehr frisch & klar, würzig, sehr sehr grasig & blumig, leicht fruchtig
Geschmack: frisch, würzig, grasig, herb, schlank, feinperlig, hopfig-getreidiger Abgang
Gesamt: Gerade im Pils-Land #1 Deutschland kann man anhand eines solchen Bieres zwei Dinge deutlich erkennen: 1. Hefe ist wertvoll, 2. Frischer Hopfen tut dem Bier unheimlich gut. Im Unterton die klare Pyraser Malznote, kommen die grasig-blumigen Hopfenaromen hier schön zur Geltung und unterstreichen den herben Charakter des Pils. Handwerklich gut gemacht und besonders beim ersten Schluck eine wirklich positive Überraschung. In Summe macht das mit kleinem Frischhopfen-Bonus super 12 Pkt. (2+).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.pyraser.de/produkte/Hopfenpfluecker-Pils. Lesenswert ist dort übrigens auch das Statement zum Thema Reinheitsgebot.

Prost!

247. Maisel & Friends | Christian Moerlein Brewing Tele-Porter

Als Nachtrag zum vorgestrigen Tasting in der Eule möchte ich heute gesondert ein Bier vorstellen, dass ich freundlicherweise von Eva Ploß aus Bayreuth zur Verfügung gestellt bekam. Da es mit 0,75l zu groß war um es ausschließlich selbst genießen zu müssen, hatte ich es zum Biermontag mitgenommen. Das erfreute dann nicht nur meinen Biersommelier des Vertrauen Markus Weick, sondern auch die anwesenden Gäste, die das Glück hatten auch etwas von diesem limitierten Bier proBieren zu können. Dazu aber im Fazit mehr.

Limitiert ist das Bier deshalb, weil es exklusiv für das diesjährige CRAFT Brauer Festival von Maisel & Friends in Kooperation mit Christian Moerlein Brewing in der Bayreuther Bier-Erlebnis-Welt gebraut wurde. Dabei verbindet diese beiden Brauereien mehr als man schon aufgrund der Namen vermuten mag. Denn beide Brauereien haben ihre Wurzel im fränkischen Bayreuth. Während die Familie Maisel sich dort in den letzten Jahrzehnten zu einem der vielfältigsten und vielschichtigsten Brauereien Deutschlands entwickelte, zog es Christian Moerlein vor über 150 Jahre in die neue Welt über den Atlantik. Dort – genauer in Cincinnati/Ohio – gründete der Franke seine eigene Brauerei, die bis heute Bestand hat, was angesichts des großen Brauereisterbens in der Mitte des letzten Jahrhunderts keine Selbstverständlichkeit ist.

Beide Brauereien verbindet bis heute die Leidenschaft nach dem sog. deutschen Reinheitsgebot zu brauen, sodass es an der höchsten Zeit war endlich mal ein gemeinsamen Brauprojekt zu realisieren:

„In unserer Brauwerkstatt haben wir mit der CMB das TELEPORTER kreiert. Es ist unseren Wurzeln gewidmet und trägt den Genießer durch die Zeit und über die Kontinente hinweg.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Imperial Porter
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bayreuth
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________14
  • Geschmack:__________________14
Fazit

Geruch: brotig, sehr trocken-herb, leicht vanillig-süß, grasig-würzig, kohleartig, nur leicht fruchtig
Geschmack: dunkel-malzig, herb-würzig, getreidig-süß, Noten von Schokolade & Vanille, feinperlig, weich, leicht ölig, starker Körper, trocken-süß-herber Abgang
Gesamt: Tiefschwarz, komplex & kräftig – der Teleporter ist wohl einer der stilprägendsten Imperial Porter, der je gebraut wurde. Einfach einmalig in seiner Vielfalt, aber gleichzeitig auch definierend in seinem Stil. Wo bei anderen Porters und Stouts die Grenze verschwimmt, zeigt der Teleporter, was ein richtiger Imperial Porter ist. Dieses Bier kann mit Fug und Recht als Alleinstellungsmerkmal beider Brauereien gesehen werden. Nicht nur ich kann deshalb diesem Bier völlig zu Recht 14 Pkt (1) einräumen, auch die Gäste in der Eule und unser Brühler Biersommelier waren sich einig: Ein wirklich außergewöhnlich gutes Bier.

Weitere Infos zum Bier unter: http://maiselandfriends.com/biere/limited/teleporter-spacetime/.

Prost & Danke nach Bayreuth!

246. Biere in Frankreich – Bierverkostung Oktober

Kronenbourg Original | Kronenbourg  1624 Millesime | Duyck Jenlain Ambrée| Saint Sylvestre 3 Monts | Fischer Tradition | Pietra Ambrée | La Chapelle Cervoise Yggdrasill | [Maisel & Friends + Christian Moerlein Brewing Tele-Porter]

Gestern war es endlich wieder soweit: Eulen-Zeit. Da der erste Montag im Monat Oktober aufgrund des Brückentags diesmal auf den zweiten verschoben wurde, mussten wir uns etwas mehr als üblich gedulden. Aber die Geduld sollte sich auszahlen, denn diesmal thematisierte Biersommelier Markus Weick etwas, dass zumindest in Deutschland noch etwas belächelt wird: Bier aus Frankreich. Offensichtlich war das Thema aber auch interessant genug um einen neuen Gästerekord für die allmontäglichen Bierverkostungen aufzustellen.

Das Vorurteil, Frankreich könne zwar hervorragende Weine produzieren aber kein Bier brauen, hat tatsächlich einen fundierten Hintergrund. So ist Frankreich nicht nur statistisch sondern auch kulturell ein eindeutiges Wein-Land. Zudem war auch Frankreich im letzten Jahrhundert von der weltweiten Biermarken-Konzentration betroffen, sodass in den schlimmsten Zeiten in den 1970ern nur noch 32 Brauereien in ganz Frankreich existierten. Zwar ist unser südwestliches Nachbarland bis heute noch mehr Wein- als Bierland, dafür existieren auch dank der sog. Craftbeer-Welle heute wieder etwa 800 Brauereien. Die meisten kommen (auch historisch-geographisch bedingt) aus dem Elsass und Französisch-Flandern.  Beide Regionen haben durch den Einfluss der deutschen bzw. der belgischen Bierkultur stets eine lebendige Bierkultur erhalten können. So gibt es zwar im Elsass auch exzellente Weine, doch können Wein und Bier dort auch gut koexistieren:

Vor der eigentlichen Verkostung ging es erst einmal weiter im Kölsch-Projekt, bei dem Markus bis 2019 (da wird die Kölsch -Konvention 33 Jahre) alle Kölsch vorgestellt und durchprobiert haben will. Diesmal stand das Richmodis-Kölsch an, das zwar eine alte Tradition hat heute aber eine Marke der REWE-Gruppe ist und wird von Gaffel als Lohnsud gebraut. Richmondis ist zumindest historisch eines der wenigen Kölsch, das außerhalb von Köln und zwar in Koblenz beheimatet ist.

Danach ging es dann aber los mit den französischen Bieren, die Markus fast alle in seinem letzten Urlaub vor Ort eingekauft hat. Den Anfang macht das auch international bekannte Kronenbourg Lager aus dem Vorort von Straßburg im Elsass. Kronenbourg ist die größte Brauerei Frankreichs – die Marke kommt mit 8 Mio. hl Ausstoß per anno auf 30% Marktanteil. Interessanterweise macht Kronenbourg um die Inhaltsstoffe des Bieres ein kleines Geheimnis, da die Infos auf der Bierdose (!) recht dürftig sind. Das liegt aber auch an den weniger strengen Transparenzvorschriften für französische Getränkelabel.

Persönlicher Eindruck:
karamellig, leicht spritzig, süß, kaum Hopfen
gefällig, leicht karamellig, weniger süßer Abgang, malzig, kaum bitter

Das nächste Bier war dann auch von dieser Brauerei und sogar das international noch bekanntere 1664 Millesime. Dadurch das das Dachunternehmen Carlsberg diese Marke vor allem außerhalb von Frankreichs in den letzten Jahren sehr gepusht hat, liegt es in den Verkaufszahlen sogar noch vor den des Originals. Der Name leitet sich dabei übrigens vom Gründungsjahr der Brauerei ab. Um welchen Bierstil es sich dabei handelt ist ausnahmsweise gar nicht so eindeutig. Die große Bierbewertungsplattform ratebeer ändert den Bierstil vom 1664 nämlich fast jedes Jahr, da sich das Bier offensichtlich zwischen den Stilen Bière de Garde, Dunkler Bock und Märzen befindet. Leider wird in diesem Bier aber auch Glukosesirup, Karamellaroma und Schwefelsulfite verwendet.

Persönlicher Eindruck:
frisch-süß, blumig-hopfig, alkoholaromatisch
„aroma“-tisch, süß, bananig, vollmundig, leicht trocken

Mit den Bieren drei und vier ging es vom Elsass ins französische Flandern. Zunächst ein diesmal klares Bière de Garde der Brauerei Duyck – das Jenlain Ambrée. Wobei klares Bière de Garde alleine auch schon wieder schwierig ist, da sich dieser Bierstil dadurch auszeichnet besonders uneindeutig zu sein. Von hell bis dunkel und obergärig wie untergärig ist hier in der Theorie alles möglich. Er entwickelte sich vor allem nach dem zweiten Weltkrieg in dieser speziellen Region des französischen Flandern. Dabei gilt das Jenlain Ambrée, welches seit 1922 gebraut wird als stilbildend, da es eines der wenigen traditionellen Biermarken war, die auch die 1970er-Schwämme der hellen Lagerbiere überlebt hat. Die Form der Flasche ist übrigens darauf zurückzuführen, dass es in den 1920ern in Nordfrankreich zunächst kaum Bierflaschen zur Befüllung gab, sodass man in Sekt- oder Weinflaschen abfüllte.

Persönlicher Eindruck:
angenehm-süß, leicht getreidig, frisch, leicht hopfig, ganz wenig alkoholaromatisch
trocken-getreidig, trocken-süß, holzig, karamellig, guter Körper

Das zweite Bière de Garde kommt ebenfalls aus der Region, diesmal aber aus dem Hause Saint Sylvestre, das auf eine über 400-jährige Geschichte zurückblicken kann. Das 3 Mont ist ebenfalls obergärig, kommt aber ohne jegliche unnatürliche Beigaben aus.

Persönlicher Eindruck:
deutlicher alkoholaromatisch, leicht bitter, leicht getreidig, süßlich
pritziger, voller, stärker, malzig, wenig alkoholaromatisch, würzig-süß

Meine persönliche Gesamtwertung der Biere der Biere aus der „offiziellen“ Verkostung sieht unter Nicht-Berücksichtigung des Kölsch dann wie folgt aus:

Direkt nach der Verkostung brachte uns Armin aus dem Publikum auch noch ein Bier aus seinem Elsass-Urlaub mit, dass wir gemeinsam verkosteten:

Es handelt sich dabei um das Fischer Tradition aus dem elsässischen Straßburg. Die Brauerei entstand 1821 und war zweitweise die einzige Brauerei in Frankreich, die alle Brauschritte selbst im eigenen Haus durchführte, was auch wieder viel über die frühere Bierkultur in Frankreich aussagt. Nachdem die Brauerei 1996 an Heineken fiel, konnte sie sich nur noch 13 Jahre halten bevor sie geschlossen wurde. Heute wird die Marke von Heineken selbst in Schiltigheim produziert.

Persönlicher Eindruck:
hell, hochvergoren, leicht hopfig
süffig, weich, würzig, leicht spritzig, mittlerer Körper

Im Anschluss an diese „geführte“ Verkostung machte ich mit meinem eigenen Mitbringsel des Tele-Porter von Maisel & Friends und Christian Moerlein Brewing als Collaboration-Brew noch viele Leute glücklich. Darüber dann aber morgen in einem separaten Beitrag mehr.  Daneben gab es aber auch zwei weitere Franzosen aus den neuen Biersortiment, welche ich mit Markus und den anderen Bierbegeisterten proBierte:

  • Pietra Ambrée:
    – obergärig; 6%
    – von der vermutlich ersten Brauerei auf Korsika in Furiani (Gründung 1992)
    – mit Maronenmalz eingebraut
    – karamellig, malzig, süßlich, weich, harmonisch, süffig
    – ähnlich wie das Maronenbier aus dem alten Bahnhof in Frechen
    http://www.brasseriepietra.corsica/fr/bieres/pietra/

  • La Chapelle Cervoise Yggdrasill:
    – obergärig; 5%
    – aus der Brasserie La Chapelle / Cervoiserie Northmaen in La Chapelle-Saint-Ouen
    – ohne Hopfen, dafür mit Eschenasche gebraut
    – nach einem heidnischen Rezept aus dem Jahre 997 hergestellt
    – sehr süßlich, fruchtig, waldig-blumig, auch leicht säuerlich, süffig, fein, weich, nach weder Hopfen- noch Malz- sondern Birkenaromen

    – http://www.northmaen.com/home.php?rub=produits

Beim Schreiben dieser Zeilen begleitet mich dann ferner noch folgendes Bier, das ich aus der Eule mitgenommen habe:

  • Edge Brewing Powerplant:
    – obergärig; 8,2%
    – Saison-Bier der 2013 von zwei US-Amerikanern gegründeten Craft-Brauerei aus Barcelona
    – sehr spritzig, aber auch mit vollem Körper, karamellig-süß, würzig-hefig, etwas bitter

    – hat beim Öffnen so laut geknallt, dass fast meine Kinder aufgewacht sind
    http://edgebrewing.com/beer/powerplant/

Vielen Dank also nochmals an Markus für den interessanten Abend. Und auch danke an Ralf für das mitgebrachte leckere Treber-Brot.
Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

245. craftBee No.1 Amber Honey

Das vorerst letzte Bier meines Beertasting.Club Bierabos ist streng genommen keines, da es sich ausnahmsweise um ein Biermischgetränk handelt. Dabei ist es keines der klassischen Sorte, sondern ein Honig-Bier. Es besteht zu 90% aus Bier der Malze Pilsner, Karamell und Münchner sowie zu 10% aus einem sogenannten Erfrischungsgetränk Wasser und wohl gemischtem Blütenhonig. Damit ist es (hoffentlich) zu 100% aus natürlichen Zutaten hergestellt, insofern keine chemischen Hilfsstoffe im Brauverfahren zum Einsatz gekommen sind. Außerdem ist es unfiltriert. Neben diesem eher dunklen „Amber Honey“ gibt es unter der No. 2 auch noch ein helles „Golden Honey“.

Es ist übrigens zwar nicht mein erstes Honig-Bier, aber immer wieder schön zu sehen, wenn Handwerker verschiedener Fächer zusammenkommen und hoffentlich ein gutes Produkt zu entwickeln. So geschehen auch 2015, als sich zwei Kasseler Imker bei einem Brauereifest mit dem Braumeister der Hütt-Brauerei aus Baunatal über ihre Idee eines Honig-Bieres austauschten und dabei auf offene Ohren stießen. Das spannende am Honig-Bier ist zudem, dass man durch die vielen verschiedenen Honigsorten ein schier unerschöpfliches Potential an neuen leckeren Bieren hat.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Honig-Bier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Honig, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  13.7°P
Alkoholgehalt. . . . . . 4,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Kassel
Erscheinungsjahr. . .
2015

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________9
Fazit

Geruch: dunkelmalzig, getreidig, honig-süß, frisch
Geschmack: malzbetont, etwas unangenehm bitter, unterschwellig süß, mittel-spritzig, süffig, zu herb, auch im Abgang eher herb als süß
Gesamt: Schade, hier hätte ich mir mehr erhofft. Im Geruch noch sehr vielversprechend, kann es die hohen Erwartungen im Geschmack dann leider nicht erfüllen. Auch wenn es sicher kein schlechtes Bier ist und ich an dieser Stelle gerne auf hohem Niveau jammere, finde ich es schlicht zu unrund und wenig harmonisch. Die Honigsüße ist mir zu unauffällig und zwischendurch stört immer wieder eine unangenehme herbe Bittere. Von der Idee aber genau richtig, weshalb ich mich doch noch zu 10 Pkt. (2-) in der Gesamtwertung hinreißen lasse.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.craftbee.de/biere/.

Prost!

244. Pravda Syla

Das heutige (auch aus dem Beertasting.Club-Abo stammende) Bier ist praktisch eine Premiere im doppelten Sinne. Einerseits ist es das erste Bier aus der Ukraine und andererseits auch das erste „politische“ Bier.

So soll das Bier auf den immer noch andauernden (aber medial in Deutschland in den Hintergrund gerückten) (para-)militären Konflikt zwischen der Ukraine und pro-russischen Separatisten hinweisen. Das Front-Label ziert dabei im Rahmen einer obszönen Geste den Tower des Flughafens von Donezk, der symbolisch für den Bürgerkrieg stehen soll, da dieser nach knapp 250 Tagen Belagerung von den ukrainischen Verteidigern in die Hände der Separatisten gelang. Seitdem befindet sich die ostukrainische Metropole unter der Verwaltung der neuen Volksrepublik Donezk, die sich von der Ukraine abspalten und Russland annähern will.

Gebraut wird das Bier am anderen Ende der Ukraine im westlichen Lemberg. Eine Stadt, die selbst eine bewegende Geschichte hinter sich hat und schon zu Österreich, Polen und der Sowjetunion gehörte. Unter geographischen Gesichtspunkten ist auch interessant, dass quer durch die Altstadt von Lemberg eine europäische Wasserscheide führt. Das heißt, dass alles Wasser südlich der Altstadt ins Schwarze Meer mündet, wohingegen die nördlichen Wasser in die Ostsee führen.

Ähnlich wie viele andere Länder litten die ukrainischen Biertrinker in den letzten Jahren unter einer enormen Industrialisierung und Konzentration des Biermarktes, sodass sich auch dort immer mehr Handwerksbrauereien etablieren konnten. Mit Unterstützung von Brauern aus Belgien, Tschechien und den USA konnte deshalb in Lemberg die Pravda-Brauerei eröffnet werden. Diese ist aktuell die einzige Brauerei, die auch mit alternativen natürlichen Zutaten experimentiert.

Übrigens: Eines der zahlreichen Biere der Brauerei trägt auch den Namen „Frau Ribbentrop“ und zeigt Angela Merkel auf dem Etikett…

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Tripel
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  16°P
Alkoholgehalt. . . . . . 8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Lemberg / Ukraine
Erscheinungsjahr. . .
2015

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___9
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________7
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Geruch: unangenehme Bittere, metallisch, karamellig, leicht hopfig-würzig
Geschmack: relativ frisch, süßlich & leicht säuerlich, weich, wenig Körper aber auch wenig süffig, alkoholische Bittere, trocken-herb-süßer Abgang
Gesamt: Ein Bier für Schniefnasen. Denn nachdem einem der nasale Eindruck noch wenig Hoffnung auf ein gutes Bier macht, gleicht dies der Geschmack zum Glück aus. Sicher merkt man dem Bier seine Herkunft an, dass es kein Original belgisches Tripel ist, aber es kommt für seine Verhältnisse schon nah dran. Insgesamt aber für meinen Gaumen zu unrund, deshalb nur 9,5 Pkt (3++). Auf die politische Botschaft möchte ich an dieser Stelle im Übrigen nicht eingehen, da Bierjubiläum eigentlich polit-freie Zone ist.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.pravda.beer/en/shop/syla/.

Prost!

243. Maisel & Friends Black IPA

Nach einem schönen und anstrengenden Familientag im Phantasialand möchte ich das Wochenende nutzen, um die verbliebenen Biere aus meinem letzten Bierabo-Paket zu verkosten. Diese habe ich mir ausgespart um Sie Euch hier in aller Tiefe präsentieren zu können, da es Biere sind, die noch ein paar mehr Worte verdient haben.

Beginnen möchte ich mit dem schwarzen IPA aus dem Bayreuther Hause Maisel. Schwarzes IPA? Ja, auch das gibt es heutzutage. Ein bisweilen besonders in Deutschland noch recht seltener Bierstil, der die frische Hopfenbittere eines IPA mit dunklen Röstmalznote verbindet. Dieses limitierte Bier ist somit ein kleines Überraschungspaket, da auch ich wissentlich eine derartige Kombination noch nicht proBiert habe. Zur Verwendung kommen bei hellen Gersten- und Karamellmalzen auch Röstmalze sowie in deutsch-australischer Koproduktion die vier Hopfensorten Herkules, Topaz, Callista und Vic Secret.

Ich bin also wieder mal höchst gespannt, ob mich dieser neue Stil überzeugen kann. Eigentlich bin ich aber guter Dinge, schließlich hatte ich erstaunlicherweise noch kein einziges Bier der Maisel-Freunde, das nicht überdurchschnittlich abgeschnitten hat.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Black IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  17.3°P
Alkoholgehalt. . . . . . 7,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bayreuth
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________14
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: sehr schön bitter-fruchtig, komplexes Südfruchtgemisch, karamell-röstig, leicht waldig
Geschmack: röstmalzig, süßlich-karamellig & fruchtig süß, hopfenbitter, voller Körper, kaum Spritzigkeit, süßlich-herber leicht öliger Abgang
Gesamt: Auch diesmal enttäuschen mich die fleißigen und hervorragenden Brauer aus Bayreuth nicht. Auch wenn es zumindest geschmacklich wirklich eine Herausforderung für den Gaumen ist, bei der natürlich nicht beide Komponenten (Hopfenbittere & Röstmalzigkeit) zu 100% zur Geltung kommen können, überzeugt mich das Bier und der Stil durchaus. Als Freund von sowohl hopfenbetonten als auch dunkelmalzigen Bieren kommt mir das Black IPA sehr entgegen. Eine wahre Achterbahnfahrt der Geschmäcker, die mit verdienten 13,5 Pkt (1(-)) prämiert wird und sich somit ebenfalls zur Bierjubiläum Top-Ten 2017 bewirbt.

Weitere Infos zum Bier unter: http://maiselandfriends.com/biere/limited/black-ipa/.

Prost!

242. O‘ zapft is – KALEA Beertasting.Club-Verköstigung I.

Am vergangenen Brücken- (oder wie man in Österreich sagt Fenster-) Tag zum Tag der Deutschen Einheit, hatten sich Alex & Nils beim mir in Brühl eingefunden, um mir bei der Tilgung meines gewonnenen Beertasting.Club-Bierabos von KALEA zu helfen. Zudem gab es noch das ein oder andere „externe“ Bier. Und professionell wie wir nunmal sind, wurde jedes verkostete Bier natürlich auch standardisiert beschrieben und bewertet. Dabei haben wir uns an dem Bewertungsschema vom Beertasting Club orientiert und für die vier Kategorien Flasche, Optik, Geruch und Geschmack jeweils in der Bandbreite von einem halben bis zu fünf Sternen bzw. Punkte vergeben.

  • Bucher Festbier:
    – 5,6%; untergäriges Märzen
    – seit 1843 in 5. Generation geführte Familienbrauerei aus Grafenau im bayrischen Wald
    – 8,5 von 20 Pkt. (M)
    http://www.bucher-braeu.de/de/produkte/bier/spezialitaeten.html
  • Höss o‘ zapft is!:
    – 5,2%; 13.5°P; untergäriges Märzen
    – von der Höss Brau- und Vertriebs GmbH & Co. KG, die auf der Privatbrauerei Hirschbräu von 1657 aus Sonthofen beruht
    – 12,5 von 20 Pkt. (M)
    http://www.hoess-bier.com/produkte/
  • Hoepfner Pilsner:
    – 4,7%; untergäriges Pils
    – von der 1798 gegründeten Karlsruher Privatbrauerei
    – gebraut und abgefüllt wird bis heute in der 1896 erbauten „Hoepfner Burg“ in der Karlsruher Oststadt
    – 11 von 20 Pkt. (M)
    http://www.hoepfner.de/bierspezialitaeten/sorten/pilsner.html
  • Müllerbräu Neuöttinger Festbier:
    – 5,6%; 11.8°P; untergäriges Märzen
    – von der 1768 gegründeten Privatbrauerei aus Neuötting in Oberbayern
     die Brauerei verkauft übrigens auch viele interessante Bierartikel
    – 15 von 20 Pkt. (M)
    http://www.muellerbraeu.de/willkommen.html
  • Wacken Walküren-Schluck:
    – 7,8%; 20°P; obergäriges Nordic Strong Ale
    – „Beer of the Gods“ von der 2016 gegründeten Craft-Brauerei aus dem bekannten Metal-Dorf Wacken in Holstein
    „In der nordischen Mythologie sammeln die Walküren die gefallenen Krieger vom Schlachtfeld und bringensie nach Walhalla, der Festhalle des Göttervaters Odin“
    – 15 von 20 Pkt. (M)
    http://www.wacken.beer/walkuerenschluck/
  • AndUnion Friday:
    – 6,5%; 16°P; obergäriges (über-)IPA
    – von der seit 2007 für ihr minimalistisches Äußeres bekannten Gypsi-Brauerei aus München
    – „Modernist Bavarian Craft Beer“
    – 14,5 von 20 Pkt. (M)
    http://www.andunion.com/de/product/friday/
  • Störtebeker Polar-Weizen:
    – 9,5%; obergäriger Weizenbock
    – von der 2011 umfirmierten Braumanufaktur aus Stralsund, welche aus der 1827 gegründeten Stralsunder Vereinsbrauerei  hervorging
    – Eisbock basierend auf dem Bernstein-Weizen
    – 18 von 20 Pkt. (M)
    https://www.stoertebeker.com/de_de/polar-weizen/
  • Jopen RPA Jakobus:
    – 5,5%; 13°P; obergäriges India Pale Ale
    – von Jopen-Craft-Brauerei aus dem niederländischen Haarlem
    – benannt nach der Jopenkerk, in der das Bier seit 2011 hergestellt wird
    – mit Roggen eingebraut
    – 15,5 von 20 Pkt. (M)
    https://www.jopenbier.nl/en/bieren/jopen-jacobus-rpa/
  • AleMania Sommer Saison:
    – 5,5%; obergäriges Saisonbier
    – neuestes Bier aus dem Bonner Hause AleMania
    – trotz schon sehr herbstlichem Wetter lecker hopfig-würzig und rund
    – http://www.ale-mania.de/
  • Hohenthanner Festbier:
    – 5,8%; 13.5°P; untergäriges Märzen
    – aus der Schlossbrauerei zu Hohenthann im Hopfenanbaugebiet Hallertau (gegründet 1864)
    – 16 von 20 Pkt. (N)
    http://www.hohenthanner.de/biere.php
  • Wacken Baldur:
    – 5,5%; untergäriges (Nordic) Märzen
    – „Beer of the Gods“ von der 2016 gegründeten Craft-Brauerei aus dem bekannten Metal-Dorf Wacken in Holstein
    „Baldur steht symbolisch für den Sommer, für Licht, für Wärme und die Lebensfreude. Sein Tod läutet den kommenden Winter ein. Aber Baldurs Rückkehr am Ende der Ragnarök ist gewiss.“
    – 13,5 von 20 Pkt. (N)
    http://www.wacken.beer/baldur/
  • Einsiedler Landbier:
    – 5%; untergäriges Dunkel
    – vom 1885 gegründeten Einsiedler Brauhaus aus Chemnitz
    – 12,5 von 20 Pkt. (N)
    http://www.einsiedler.de/biere.html
  • Rügener Inselbrauerei Baltic Dubbel:
    – 8,5%; obergäriges Dubbel
    – von der Rügener Craft-Brauerei in Rambin
    – mit Roggenmalz eingebraut
    – 13 von 20 Pkt. (N)
    https://insel-brauerei.de/shop/index
  • Camba Hop Gun:
    – 6,4%; obergäriges Brown Ale
    – aus der 2008 gegründeten Craft-Brauerei in Seeon am Chiemsee
    – 11 von 20 Pkt. (N)
    http://www.camba-bavaria.de/internationale-biere/camba-hop-gun/
  • Erlbräu Imperator:
    – 8,5%; untergäriger heller Doppelbock
    – vom 1871 Erlkönig aus Geiselhöring in Niederbayern
    – Jubiläumsedition zur Feier von 145 Jahren Erl-Bräu und 500 Jahren bayerischen Reinheitsgebots
    – 12,5 von 20 Pkt. (N)
    http://www.erl-braeu.de/brauerei/imperator
  • Weihenstephan Kristall Weizenbock:
    – 7,5%; 16,3°P; obergäriger Kristallweizenbock
    – aus  der vermeintlich ältesten Brauerei der Welt in Freising
    – wirklich seltener Bierstil, der sich an eine Version aus den 1950ern anlehnt
    – 12 von 20 Pkt. (N)
    https://www.weihenstephaner.de/de/unsere-biere/kristallweizenbock/
  • Erlkönig Festbier:
    – 6,1%; untergäriges Märzen
    – von der Landbrauerei Ludwig Erl (gegründet 187) aus Geiselhöring in Niederbayern
    – 9 von 20 Pkt. (A)
    http://www.erl-braeu.de/brauerei/volksfestbier
  • Distelhäuser Lucky Hop IPA:
    – 7,7%; 17°P;  obergäriges India Pale Ale
    – aus Craftbier-Segement des Distelhäuser Brauhauses in Tauberbischofsheim (Gründung 1811)
    – 11 von 20 Pkt. (A)
    https://www.distelhaeuser.de/unser-bier/craft-biere/#tab-accordion3
  • Perlenzauber German Pale Ale:
    – 5,4%; obergäriges Pale Ale
    – aus der Schlossbrauerei zu Hohenthann im Hopfenanbaugebiet Hallertau (gegründet 1864)
    – ganz frisch auf dem Markt
    – 16 von 20 Pkt. (A)
    https://www.ratebeer.com/beer/hohenthanner-schlossbrauerei-perlenzauber-german-pale-ale/553973/
  • Welde Hop Stuff:
    – 5,6%; untergäriges Kellerbier
    – von der Kreativbierbrauerei Welde aus Plankstadt-Schwetzingen in BaWü
    – mit Ella & Equinox hopfengestopft
    – 9 von 20 Pkt. (A)
    http://shop.welde.de/craft/welde-hop-stuff.html
  • Kauzen Winter-Weisse:
    – 7,1%; 16.8°P; obergäriger Weizenbock
    – vom bis 1809 zurückgehenden Kauzen-Bräu im fränkischen Ochsenfurt
    – 12 von 20 Pkt. (A)
    http://www.kauzen.de/2_biere.php
  • Buddelship Mitschnagger:
    – 5,3%; 12.9°P; untergäriges Pils
    – von der Kreativbierbrauerei Buddelhsip aus Hamburg
    – 12 von 20 Pkt. (A)
    http://www.buddelship.de/biere
  • AndUnion Beast of the Deep:
    – 6,5%; untergäriger Bock
    – von der seit 2007 für ihr minimalistisches Äußeres bekannten Gypsi-Brauerei aus München
    – „Modernist Bavarian Craft Beer“
    – 4 von 20 Pkt. (A)
    http://www.andunion.com/de/product/beast/
  • Schlossbrauhaus Schwangau Helles:
    – 4,8%; untergäriges Helles
    – aus der gleichnamigen Brauerei im oberallgäuischen Schwangau
    – exclusiv aus dem Brauhaus vor Ort mitgebracht
    – 8 von 20 Pkt. (A)
    http://www.schlossbrauhaus.de/brauerei/

Zusammenfassend also ein sehr intensiver Bier-Abend mit vielen unterschiedlichen Bieren, die einem wieder aufgezeigt haben wie groß die Bierwelt alleine im deutschsprachigem Raum ist. Auch haben wir gemerkt, dass acht Biere pro Person ein gutes Limit ist, über dem hinaus kaum eine verwertbare Bewertung mehr möglich ist. Selbstverständlich sind alle Bewertung hier höchst individuell und auch kein Durchschnitt unserer drei Meinungen, sondern nur jeweils des „Hauptverkosters“. Danke also nochmals an Alex und Nils für die tatkräftige Unterstützung und auch das Beisteuern des ein oder anderen weiteren Bieres.

Danke aber auch an meine liebsten Schwiegereltern für die beiden mitgebrachten Biere aus dem Allgäu-Urlaub.

Fazit: Das Leben ist zu kurz für Industrie-Biere, genießt mehr privates Handwerk!