Kwas [квас] – Taras Weiss [тарас бе́лый]

Im Nachgang zur dieswöchigen Bierverkostung in der Brühler Eule zum Thema „Biere in Russland“, dessen Bericht hier in Kürze folgt, möchte ich mich einer weiteren russischen „Bier-„Spezialität nähern.

Der Kwass ist zwar kein wirkliches Bier, ist jedoch nah verwandt. So zählt es zu den Gärgetränken und wird ebenfalls auch Getreide hergestellt. Genauer entsteht es aus der Gärung von altem Brot oder Malz, Roggenmehl (oder Roggenbrot) sowie Kwas-Hefe oder Sauerteig. Deshalb wird es auch als Brotbier bezeichnet. Um den Kohlensäuregehalt zu erhöhen kann noch Zucker, Melasse o.ä. eingesetzt werden. Kwass enthält traditionell nur wenig (bis zu 1,5%) Alkohol uns ist somit auch als Erfrischungsgetränk beliebt. Es gibt Kwass in der hellen und dunklen Variante. Letztere soll etwas an Malzbier erinnern, jedoch weniger süß sein. Erstere hingegen soll in etwa wie ein Radler schmecken. Getrunken wird es vor allem in ostslawischen Regionen vom Baltikum über Weißrussland und Ukraine bis hin zum Kaukasus.

Und selbstverständlich auch in Russland. Dort wird es bis heute auf dem Land in traditioneller Weise daheim „gebraut“. So zum Beispiel auch bei einem Teil der Familie meines halb-russischen Kollegen Heinrich aus dem Köln-Porz. Da der Kwass allerdings noch keine Popularität außerhalb der oben genannten Region erlangt hat, ist es erforderlich einen russischen Supermarkt auszusuchen, um in Deutschland überhaupt an das „Brotbier“ zu gelangen. Glücklicherweise gibt es u.a. in Porz einen Mix-Markt, der fast ausschließlich russische Produkte und somit auch den Kwass führt. Freundlicherweise war besagter Kollege so nett und brachte mir diese Woche jeweils eine (große) Flasche des hellen und dunklen Gärgetränks mit.

Heute möchte ich euch zunächst die helle Variante vorstellen:

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kwass
Brauart
. . . . . . . . . . . spontangärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Glukose-Fructose-Sirup, Gersten- & Weizenmalz, Gerste, Hefe, Akazienextrakt
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . <1,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Litauen
Erscheinungsjahr. . .
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Fazit

Geruch: leicht malzbierig, hell fruchtig, getreidig, grasig, frisch, brotig
Geschmack: lecker erfrischend, leichtes Radler, süß-fruchtig nach Ananas, Mango, Maracuja & Banane, nur wenig malzig, weich-grasig-fruchtiger Abgang
Gesamt: Derartige Experimente wie das heutige gehe ich ja stets mit einer gesunden Portion Skepsis an. Auch wenn ich wirklich kaum wissen könnte, was mich erwarten würde, will ich behaupten, dass ich positiv überrascht bin. Sicher kann man es kaum mit einem Bier vergleichen, doch kann ich verstehen, dass das Brotbier östlich von uns als Erfrischungsgetränk einen derart guten Ruf hat. Und trotz dessen, dass hier Zucker zugesetzt ist hält sich der Gesamtgehalt mit unter 10% für solch ein süß-schmeckendes Getränk noch im Rahmen. Dabei ist es aber zu keinem Zeitpunkt zu künstlich süß, sondern stets erfrischend und lecker. Durchaus also empfehlenswert und eine sehr spannende und gute Alternative zu anderen Erfrischungsgetränken (des Westens).

Prost bzw. Ва́ше здоро́вье!

 

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