Archiv für den Tag: 11. Januar 2018

285. Aecht Schlenkerla Eiche

Zum gestrigen Stärk-antrinken im Mini-Format gibt es heute eine Zugabe.

Schon das ein oder andere Mal im Bad Godesberger P&M-Getränke über den Weg gelaufen, hat es das heutige Bier diese Woche auch endlich mal den Weg in meine Tasche gefunden. Dabei kommt es aus einer Brauerei, die ich im Rahmen der Franken-Bier-Tour im Bierjubiläum-Jahr schon besuchen durfte. Vor Ort habe ich mich schon vom zwar gewöhnungsbedürftigen aber guten Geschmack der Sorten Märzen, Weizen und Kräusen überzeugen dürfen. Und so freue ich mich umso mehr das wohl besonderste der Schlenkerla-Rauchbiere proBieren zu dürfen. Gebraut in einer der ältesten Brauereien der Bierstadt Bamberg mit einer Geschichte bis ins 14. Jahrhundert hinein, zählt es zu den besten Rauchbieren weltweit. Während die allermeisten Rauchbiere mit Buchenrauch geräuchert werden, erhält – wie es der Name schon verrät – dieses Bier seinen rauchigen Charakter durch Eichenholz. Traditionell wurde auch schon in der Vergangenheit das Malz des Bieres über brennendes Eichenholz gedarrt. Dieses wurde verwendet, da es zum Einen in Europa weit verbreitet ist und zum Anderen einen hohen Heizwert aufweist. Eichenholz hingegen ist deutlich witterungsbeständiger und schädlingsresistenter und wurde deshalb im Fachwerk- oder Schiffsbau eingesetzt. Auch seine Eicheln hatten einen hohen Wert in der Versorgung von Mensch und Vieh, sodass die Eiche einen gewissen Schutz genoss. Ein Bier, dessen Malz mit Eichenholz gedarrt und geräuchert wurde, ist daher bis heute etwas außergewöhnlich Besonderes. Der sich daraus ergebene weichere und komplexere Rauchgeschmack wird durch den Einsatz von bitteren Aromahopfen aus der Hallertau unterstützt. Gebraut wird die Eiche ausschließlich vor der Adventszeit. Erst mit der Entwicklung anderer Erhitzungsmethoden sind übrigens der heute bekannte Biergeschmack und auch hellere Sorten entstanden.

Wen das Thema und die tolle Brauerei noch mehr interessiert, den möchte ich darüber hinaus auch auf die Website von Schlenkerla (bzw. Heller-Bräu) hinweisen, die zwar recht altbacken desinged ist, dafür aber mit vielen spannenden Informationen rund um das Rauchbier und die Brauerei aufwartet.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Doppel-Bock
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . .  18.9°P
Alkoholgehalt. . . . . . 8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bamberg
Erscheinungsjahr. . .
1405

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: weich, dezenter Rauch, dezente Salami, Würze, frisch
Geschmack: sehr weich, vollmundig, eher matt, Noten von Brot & Schinken/Salami, klares dunkles Malzaroma, leichte Hopfenbittere, wenig blumig, würzig-süßlicher Abgang
Gesamt: Welch ein tolles Bier. Zwar für den klassischen Rauchbier-Fan wohl zu mild, aber deshalb gerade für Einsteiger in dieses Bierthema bestens geeignet. Vor allem die Weichheit, der leicht blumig-würzige Geschmack und die erstaunlich dezenten Rauchbieraromen überzeugen. Interessant sind auch die Zwischentöne, die mich an ein Altbier erinnern. Deshalb verdiente 13 Pkt. (1-) in der Gesamtwertung.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.schlenkerla.de/rauchbier/sorten/schlenkerlaeiche.html.

Prost & guten Abend!