Kölner Bierhistoriker @ Craftbeer Corner Coeln

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Letzten Freitag habe ich es doch tatsächlich zum ersten Mal zum Tap-Takeover in der Craftbeer Corner in Köln geschafft. Diesmal konnte ich es mir einfach nicht entgehen lassen, denn die Kölner Bierhistoriker – ihres Zeichens der größte Hobbybrauverein der Region – hatte sich angekündet. Mit meinem Kollegen Matthias und Nils machte ich mich dann auf zum Craftbeer-Zentrums Köln. Aufgrund Überfüllung an den Zapfhähnen gab es sogar drei Fassbiere mehr als üblich und zusätzlich brachte Biersommelier-Weltmeister Stephan Hilbrandt noch ein Stichfass mit, das sich für mich als Bier des Abends herausstellen sollte. Während sich die KBH „im normalen Leben“ um die Wiederentdeckung, Erhaltung und Weiterentwicklung von historischen (vorwiegend zentraleuropäischen) Bierstilen kümmern, hatten sie zum TTO etwas besonders winterlichen zusammengebraut. Dabei brachte jeder Einzelne eine andere Bierspezialität in limitierter Form mit, die den Winter als Motto in ganz neuer Weise interpretierte. Daneben gab es noch eine Reihe weiterer Biere vom Fass sowie die gewohnt breite Flaschenbier-Auswahl.

Bierfacts:

  • KBH Torffest:
    – untergärig; 7%
    – Märzen, das auf Torf gelagert wurde
    – gebraut vom Biersommerlier-Weltmeister Stephan Hilbrandt
    – holzig-erdig-torfig, weich, hell trocken
    – mein absoluter Favorit des Abends, von dem ich gleich noch ein großes Glas bestellen musste
  • KBH Schäselong:
    – obergärig; 7%
    – Bière de Garde von Michael Roeßgen von der Mikrobrauerei Heinenhof
    – süßlich-karamellig, würzig-malzig
  • KBH Hopfenprotz:
    – obergärig; 7,2%
    – IPA von Frank Christian
    – grasig, vollmundig, weich, blumig
  • KBH Jay´s Winterwonder:
    – obergärig; 6%
    – Spezial-Gewürzbier von Jürgen Knoke
    – Lakritz, Bonbon, malzig, vollmundig
  • KBH Hybernation:
    – obergärig; 6%
    – Winter-Old Ale von Bodo Wester
    – würzig-holzig
  • KBH Klosterfrau Melissengeist:
    – obergärig; 9,5%
    – Tripel von Heiko von Dorzyskowski
    – Rumfass- & Brandgeistaroma, hochprozentig, nussig, hefig
  • KBH Roter Humpen:
    – obergärig; 9,5%
    – Adambier von Michael Roeßgen
    – süßlich-karamellig, fruchtig-traubig, leicht schokoladig
  • KBH SwaenMaroniChoc:
    – obergärig; 6%
    – Maronen-Stout von Volker Huppert
    – trocken, malzige Süße, heuartig, ganz wenig Maronenaroma

 

  • Denkbräu Festbier:
    – untergärig; 5,6%
    – Märzen aus der Agenturbrauerei in Ehrenfeld
    – herb-süß, malzig, weich, honig, getreidig, leicht fruchtig
    – mit Liebe gebraut – mein Favorit #2 des Abends
    – gab es als Flaschenbier-Extra zum Tap-Takeover-Spezial der KBH
    http://denkbraeu.com/ bzw. https://www.denkwerk.com/
  • Orca Bräu Jingele Mingle:
    – obergärig; 6%
    – „klassisch deutsches“ „Cider Ale“ mit 10% Apfelsaft & Zimt
    – vom Kreativbrauer Felix vom Endt aus Nürnberg
    – apfelig, frisch, leicht bitterlich sauer
    http://www.orcabrau.de/
  • Evil Twin Sanguinem Aurantiaco:
    – obergärig; 3,2%
    – Blutorangen-Sour der US-dänischen Kuckucks-Brauerei aus Brooklyn bzw. Hinnerup
    – gebraut von Two Roads Brewing aus Stratford/Connecticut
    http://www.eviltwin.dk/
  • Pax Bräu Helles Vollbier:
    untergärig; 12.5°P; 5,2%
    – von der Handwerksbrauerei Pax aus Oberelsbach in der Rhön (seit 2009)
    – holzig, rauchig, eines der schlechtesten Biere des Abends
    http://pax-braeu.de/biere/
  • Freigeist Sibeeria Russian Liver:
    – obergärig; 8%
    – Baltic Porter des Aachener Kreativbrauer für die tschechische Brauerei Sibeeria aus Prag
    – schön dunkel-malzig & stout-artig
    –  http://beergeek.cz/en/
  • Moorbeer Co. Old Freddy Walker:
    – obergärig; 7,5%
    – Old Ale von der  britischen Brauerei aus Bristol (Gründung 2009)
    – holzig, recht stark
    https://www.moorbeer.co.uk/category/news/page/2/
  • Novo Brazil Corvo Negro:
    – obergärig, 12%
    – Stout nach brasilianischem Rezept aus dem kalifornischen Chula Vista
    – Schokolade, Holz, Kaffee, Dunkelmalz, Vanille
    http://novobrazilbrewing.com/beers

Fazit:

Ein wirklich mehr als lohnenswerter Abend. Nicht nur weil ich das erste Mal in den Genuss der Biere der Kölner Bierhistoriker (mit Ausnahme der Biere vom Heinenhof) gekommen bin, sondern auch die Biere selbst haben gezeigt, dass man auch mit handwerklichen Mitteln und einer guten Portion Sachverstand hervorragende Biere zaubern kann. Diese Meinung teilten offensichtlich auch viele andere Bierinteressierte, schließlich war die Corner so voll, wie ich es zumindest noch nie erlebt habe. Was eigentlich ein Trauerspiel für die Industriebrauer und deren Anhänger ist, zeigt offenkundig, dass man mit Liebe zum Bier viel erreichen kann. Von mir ein ganz dickes Lob für die ausnahmslos spannenden und leckeren Biere, von denen das des Weltmeisters noch herausstechen konnte. Leider wird es ja nichts mit einem gemeinsamen Jubiläumsbierprojekt zu meinem 1000. Bier, ich freue mich trotzdem auf eine Zusammenarbeit im späteren Jahresverlauf. Vielen Dank also an die Kölner Hobbybraufreunde und natürlich auch an den Gastgeber CCC und viel Erfolg auch weiterhin auf dem handwerklich-kreativen Bierweg.

¡Auf die Kölner Biergeschichte!

Mehr zur Veranstaltung unter: https://www.facebook.com/events/856786571162554/.

Weitere Informationen zur CCC unter: http://www.craftbeercorner.de

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