296. Liefmans Goudenband

Nach gut verlebten Karnevalswochenende mit der ganzen Familie und allem, was der rheinische Karneval zu bieten hat, wird es heute für mich das letzte Bier mit (viel) Alkohol geben. Zumindest für die kommenden knapp 2 Wochen – dann geht es zum großen Discount-Craftbeer-Tasting nach Osnabrück.

Passig zu den zuletzt vorgestellten niederländischen Bieren, kommt das heutige Bier aus der gleichsprachigen Region Flamen. Genauer gesagt liegt die belgische Familienbrauerei Liefmans genau an der Schelde, einem der größten Flüsse des Landes. Trotz oder wegen der bereits über 300-jährigen Geschichte der Brauerei lässt sich mehr genau rekonstruieren, seit wann der Goudenband gebraut wird. Es muss aber schon etwas länger her sein, da das Bier zuerst IJzerenband genannt wurde – nach den Eisenbändern um die Bierfässer. Das Besondere am heutigen Goudenband ist die Vermischung von sauren und braunen Bieren unterschiedlicher Fermentationstufe. Dabei kommen ein- bis vierjährige Holzfassbiere zum Einsatz, denen auch nach Flaschenabfüllung eine längere Lagerzeit empfohlen wird. Mein heutiges Bier wurde 2015 abgefüllt, aber man soll es locker auch zehn weitere Jahre lagern können, so ist das MHD auf November 2025 datiert. Eine weitere Besonderheit der Brauerei (neben der recht einzigartigen Blend-Technik) ist der Umstand, dass man jahrelang die einzige Braumeisterin des ganzen Landes in seinen Reihen hatte, welche in ihrer über 40-jährigen Tätigkeit maßgeblich an der Entwicklung der heutigen Biere beteiligt war. Offensichtlich ist ihr das ziemlich gut gelungen, schließlich konnte der Goudenband von 2012-14 gleich dreimal infolge die Goldmedaille bei der Brüsseler Beer-Challenge gewinnen.

“Beer has a soul. Good beer tastes ever so slightly mauve. Bad beer tastes blue.“ – Rosa Merckx

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Sauer-Braun-Bier-Blend
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Oudenaarde / Belgien
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Geruch: fruchtig-sauer, malzig-holzig, leicht röstig, nach Apfel & dunklen Beeren
Geschmack: erfrischend, sehr fruchtig, leicht säuerlich, im Hintergrund malzig & würzig, leicht bitter, nicht alkoholaromatisch, mittlerer Körper, eher süffig, sauerfruchtiger Abgang
Gesamt: Welch ein interessantes Bier. In der Nase ein gleichwertiger Mix aus säuerlichen Fruchtaromen und holzigen Malznoten. Im Mund dann ein Übergewicht an den fruchtigen Nuancen, wo sich das Malz überraschenderweise sehr im Hintergrund hält. Schade eigentlich, gerne hätte ich ein ähnliches Verhältnis auch auf der Zunge spüren wollen. Zudem etwas störend sind die leichten Bitternoten, die immer wieder aufkommen. Das wirklich erstaunliche ist jedoch, dass man vor lauter erfrischender Fruchtigkeit praktisch nicht merkt, dass es sich hier um 8% Alkohol handelt. Für Sauerbierfans wahrlich ein Genuss, für mich einfach zu fruchtig-sauer und auch zu unausgeglichen. Deshalb auch heute wieder keine Bestnote: 11 Pkt. (2).

Weitere Infos zum Bier unter http://www.liefmans.be/en/craft-blends.

Prost & guten Abend! 🍻

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