Archiv für den Monat: März 2018

Bier-Cocktails + Cerevisia M @ Wiedereröffnungs-Party Zur Eule Brühl

Zur Eule – Bier & Brot | neue Betreiber, neue Website, neues Konzept

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Vorletztes Wochenende hatte die Zeit des wartens (offiziell) ein Ende. Die Eule in Brühl-Kierberg öffnete wieder ihre Tore und lud zur Wiedereröffnungsfeier. Mit dabei: Ich. Dazu später aber mehr. Nachdem das langjährige Pächterpaar Anfang des Jahres die Eule verließ, nutze Inhaber und Biersommelier Markus Weick die Gelegenheit für eine großangelegte Renovierungsphase. Von Keller bis Dach sollten entscheidende Stellen modernisiert werden ohne jedoch den ursprünglichen Charackter der 60er-Jahre Kneipe zu verändern. Zudem hat Markus das Konzept der Eule angepasst. So wird zukünftig das Thema (Craft)-Bier eine (noch) zentralere Rolle spielen. Nachdem es bisher nur zusätzlich zum regulären Kneipenbetrieb lief, soll sich die Eule zum Zantrum der Biervielfalt in der ganzen Region etablieren. Mit ständig über 99 Bieren im Angebot ist es schon jetzt die wohl bestsortierteste Kneipe im ganzen Kölner Raum. Und wer es eilig hat, der kann nach erfolgreicher Suche sein Bier auch im Außerhausverkauf mitnehmen. Neben dem Thema Bier, das auch weiterhin mit den Biermontagen und Schnupperkursen begleitet wird, rückt auch das Brot in den Fokus. Schließlich basieren beide auf die Wirkkraft der Hefe in Verbindung der Zutaten Wasser und Getreide. Auch historisch eng verwoben mit dem Bier treffen in Deutschland Bier- und Brotvielfalt wie nirgendwo anders auf der Welt zusammen. Während letztere für uns fast schon selbstverständlich ist, wird flächendeckend an erster zumindest wieder gearbeitet. Nicht nur Vielfalt, sondern auch Qualität stehen stets im Mittelpunkt der Eule. Deshalb wird zudem künftig auch kein Reissdorfer mehr, sondern Mühlen-Kölsch von Fass serviert.

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Auch wenn die Renovierungsarbeiten erst zu 40% abgeschlossen waren stieg nun vorletzten Samstag die große „Wiedereröffnungs-Sause“. Die geschätzt 200 Gäste konnten sich dabei gleich vom neuem Konzept überzeugen. Teil des neuen Konzepts ist auch die Eule als Plattform für andere anzubieten. So boten die Kierberger Urgesteine Old Friends über zwei Stunden wirklich sehr gute Musik mit zahlreichen Zugaben.

Und auch ich durfte Teil der Sause sein und das schon sehr gute Angebot an Bier, Brot und Musik mit leckeren Bier-Cocktails ergänzen. Ein Thema, was zwar noch ein regelrechtes Nischen-Dasein fristet und von einigen „Experten“ auch verpönt wird, dass aber langsam auch an Attraktivität und Popularität gewinnt. Im Zeichen der Biervielfalt bot ich an der eigentlichen Kegelbahn zwölf Cocktails zu zehn verschiedenen Bierstilen an. Besonders beliebt waren dabei der Weißbier-Mojito, Regions-bedingt natürlich die Kölsch-Colada, der Klassiker Cerveza Libre aber erfreulicherweise auch das India Pale Gold mit IPA. Da ich zunächst mit einem konservativem Publikum gerechnet habe, hatte ich sowohl Preis als auch Auswahl beschränkt. Neben den auf meiner verlinkten Seite genannten Bier-Cocktails ist die Welt natürlich relativ unerschöpflich. Schließlich multiplizieren sich hier Bier- und Cocktail-Vielfalt in unglaublicher Größe. Die einzige Herausforderung bleibt es hier auch eine geschmackliche Verknüpfung zu finden, die harmonisiert. Erfreulicherweise kamen meine Bier-Cocktails aber besser an als ich dachte, sodass sich zwischenzeitlich sogar eine Schlange an meinem Stand bildete.

Neben den Bier-Cocktails bot ich außerdem auch noch mein Bierjubiläums-Jubiläumsbier an, welches nun endlich fertig in der Flasche gereift war (über das Brauen und Abfüllen berichtete ich bereits). Auf den Namen Cerevisia M (Cerevisia für Getreidebier – M für 1.000) getauft ist es meines Wissens nach das erste Bier der Welt aus allen sieben Hauptgetreiden – dazu aber auch später an dieser Stelle mehr. Die fruchtig-würzig-süße Interpretation eines unfiltrierten Alts kam dann sogar so gut bei den Gästen an, dass von meinem mitgebrachten Kasten nur noch vier Flaschen übrig blieben. Gemeinsam mit Ralf vom Braukunst Vorgebirge genug Ansporn um die Rezeptur noch etwas zu verfeinern und mit dem Bier durchzustarten ;). Wer es verpasst hat, dem sei übrigens der nächste Biermontag (09.04.) in der Eule ans Herz gelegt, an dem das Bier Teil des schottischen Abends sein wird.

Nachdem fast alle Gäste wieder dem Heimweg angetreten hatten probierte ich mich (wo ich schon beim frevelhaften Biermischen war) wieder mal an meinem Nebenbei-Projekt Bier-Blend heran. Diesmal hatte ich Helles mit Schwarbier sowie Kölsch und Pils gemischt, welches beides schon besser war als mein erstes Schwarz-Weißbier.

Weitere Infos zur Eule und zum Biersommelier Markus Weick gibt es unter:
www.eule-kierberg.de
wordpress.99-biere.de

Siehe sonst auch: https://www.facebook.com/events/2096923857205354/permalink/2096925187205221/.

 

 

316. Hütt Naturtrüb Alkoholfrei

Drittes und letztes alkoholfreies Bier vor dem anstehenden Osterfest ist das ebenfalls naturtrübe von Hütt. Mitgebracht von meinem verlängerten Wochenende in Kaufungen bin ich gerade auf den Direktvergleich zum gestrigen Bier gespannt.

Als Mitglied der freien Brauer setzt die Brauerei aus Baunatal (südlich von Kassel) voll auf Regionalität, Nachhaltigkeit und Transparenz. So werden möglichst regionale Produkte bezogen, beispielsweise kommt die Braugerste ausschließlich aus dem Kasseler Umland, es wird mit 100% Solarenergie gearbeitet und es werden zudem auch lokale Betriebe unterstützt. Darüber hinaus wird man auf der Website von Hütt geradezu mit Informationen geflutet. Neben der Marke Hütt wird auch das Hessische Löwenbier dort gebraut. In der ausgelagerten Brauwerkstatt Malsfeld wird außerdem noch eine Reihe an (weiteren) „Craftbieren“ hergestellt. Der Name der Brauerei leitet sich übrigens vom Gasthaus Knallhütte ab, in dem seit 1752 bis heute das Hütt-Bier gebraut wird. Das Brauhaus Knallhütte befindet sich seit jeher an einer großen Handelsstraße, die Kassel mit Frankfurt verbindet. Während heute auf dieser A49 vor allem LKW das Verkehrsbild prägen, waren zu Zeiten der alten Reichsstraße noch Pferdekutschen unterwegs. Durch die erhebliche Steigung an der Stelle des Brauhauses ließen die Kutscher dort stets ihre Peitschen knallen. Und so kam der Name zur Brauerei. Seit Gründung befindet sich die Brauerei übrigens in gleichbleibender Familienhand.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kellerbier [alkoholfrei]
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  8°P
Alkoholgehalt. . . . . . >0,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Baunatal
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___7
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: weich, malzige Süße, grasig-heuartig
Geschmack: mittelkleiner Körper, malzsüß, grasig, kaum Hopfen-Herbe, feinperlig, leicht süßlicher Abgang
Gesamt: Ein wirklich tolles Alkoholfreies mit einer sehr leckeren Malzsüße und einer relativ großen Vollmundigkeit. Eine hohe „Drinkability“ lässt das Bier-Herz erfreuen und zeigt, dass alkoholfrei auch sehr lecker sein kann. Hier muss man nicht, sondern darf ein alkoholfreies Bier trinken. Trotz einigen Abzügen in der B-Note (wie z.B. die Optik) immer noch 12 Pkt. (2+) in der Gesamtwertung.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.huett.de/produkte/bierspezialitaeten/naturtrueb-alkoholfrei/.

Prost & guten Abend! ?

315. Mönchshof Naturtrüb’s Alkoholfrei

Alkoholfrei, die vorletzte – zumindest für die diesjährige Fasten-Saison. Heutiger Kandidat kommt von Mönchshof aus Kulmbach. Die Brauerei geht zurück auf den alten Braubetrieb des Mönchshof im Kulmbacher Nordosten. Im Jahre 1996 wurde sie von der Kulmbacher Brauerei AG aufgekauft und gehört somit heute anteilig zum Heineken-Konzern. Nichtsdestotrotz fällt Mönchshof durch überdurchschnittlich gute Biere auf, obschon es die Biere inzwischen in fast jedem größeren Getränkemarkt in Deutschland wiederfindet. Auf den „Craftbeer-Zug“ ist man mit zwei naturtrüben Manufaktur-Bieren ebenfalls bereits aufgestiegen. Auf dem ursprünglichen Brauereigelände befindet sich übrigens heute neben einem Gasthof mit gläsernem Sudhaus das Bayerischen Brauerei- und Bäckereimuseum, das Deutsche Gewürzmuseum sowie ein Museumspädagogisches Zentrum.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kellerbier [alkoholfrei]
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . >0,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Kulmbach
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Geruch: süßlich, getreidig, grasig, frisch, leicht
Geschmack: geringer Körper, feinperlig, malzsüß, grasig, leicht hopfig-herb, leicht würzig-süßer Abgang
Gesamt: Für ein alkoholfreies ist es in der Tat relativ charakterstark. Auch wenn es sich nicht im Wesentlichen von der noch industrielleren Konkurrenz abhebt. Das hier die Hefe jedoch noch im Bier verbleiben durfte lässt das Bier insgesamt runder und geschmackvoller wirken. Kurzum gutes Bier, wenn es mal kein Alkohol sein darf: 11 Pkt. (2).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.mönchshof.de/brauspezialitaeten/naturtruebs-alkoholfrei.html.

Prost & guten Abend! ?

314. Liebharts Bio Malz

In der letzten Fastenwoche möchte ich die Klammer schließen die ich zu Beginn geöffnet hatte. Denn mit heutigen alkoholfreien folgen hier nochmals drei alkoholfreie Biere, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Den Anfang macht dabei das Bier womit es auch in der ersten Woche geendet ist: Ein Malzbier. Normalerweise nicht auf meinem Speiseplan gebe ich besonderen Malzbieren hier aber immer mal wieder eine Chance. Und das Besondere an diesem hier ist neben der Verwendung von Bio-Zutaten die Art und Weise der Süßung. Denn im Gegensatz zu den meisten Industrie-Malzbieren kommen hier natürliche Süßungsmittel hinein: Rohrzucker und Reissirup.

Die ab 2003 entstandene Handwerksbrauerei Liebharts ist zwar inzwischen in recht vielen Trinkgut zu finden, braut trotzdem aber noch nach vorbildlichen Prinzipien. So verbindet man mit der Zusammenarbeit mit regionalen Zulieferern, der Nutzung von Ökostrom und Energierückgewinnung sowie der Verwendung von Malzen und Hopfen aus ökologischen Anbau die Schlagwörter Regionalität, Natürlichkeit und Qualität beispielhaft miteinander. Zwar braut man grundsätzlich nach einem strengeren Bio-Reinheitsgebot, doch gibt es von den Residenz-Bieren auch glutenfreie Varianten mit Reis.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Malzbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Rohrzucker, Reissirup, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . >0,4%
Herkunft. . . . . . . . . . . Detmold
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___10
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Geruch: klar süß, frisch, karamellig, leicht fruchtig, gemüsig, reisartig
Geschmack: erfrischend, wenig Körper, karamell-süß, relativ dezente Süße, leicht fruchtig, feinperlig
Gesamt: Auch dieses Malz kann ich weiterempfehlen. Es ist weitaus weniger aufdringlich in der Süße, wie seine industrielle Konkurrenz und weist interessante fast undefinierbare Aromen auf, die wohl auf den Reissirup zurückzuführen sind. Mit weniger als drei Prozent Zucker ist das Malzbier auch auf dem Papier ein kalorisches Leichtgewicht. In Summe vergebe ich dafür 11,5 Pkt. (2(+)).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.residenz-biere.de/de/bio-biere/alkoholfreie-biere.html.

Prost & guten Abend! ?

Blogbier, die XXVI. – EMH I.

Anlässlich des ersten Geburtstages meiner Tochter hat uns ihr Patenonkel Nils besucht und mir etwas bei der Biertilgung geholfen (diese stammten ausnahmslos aus dem KALEA-Beertasting.Club Bierabo):

Bierfacts:

Vielen Dank nochmals auch an Nils für den schönen und interessanten Abend.

313. Himburgs BrauKunstKeller | Zagovor Konfetka

Nach dem gestrigen Imperial Stout-Highlight folgt heute die russische Version des selbigen Bierstils. Für das erste Russian Imperial Stout von Himburgs Braukunstkeller kollaborierte die Münchner Braumanufaktur Anfang letzten Jahres mit Zagovor Brewery aus Moskau. Nach original russischer Rezeptur wurden neben Caramell-, Schoko- und Röstmalzen auch Kandiszucker verwendet. Das ist auch der Grund für den Biernamen, den Konfetka ist russisch und bedeutet naheliegenderweise auf deutsch Bonbon. Der Name der Moskauer Brauerei Zagovor (rus. Заговор) bedeutet heißt übrigens so viel wie „Komplott“. Auf der Berlin Beer Week kennen gelernt wollten die beiden Brauereien mit dem 80 IBU schweren RIS genau das richtige Bier für den russischen Winter in der deutschen Hauptstadt herausbringen.

Trotz der Verwendung von Zucker darf das Bier übrigens den Schriftzug „Gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot“ tragen. Meines Erachtens ein weiteres Beispiel der irrsinnigen Bier(kennzeichnungs)-Vorschriften in Deutschland. Dabei will ich nicht unbedingt etwas gegen die Verwendung von (Kandis-)Zucker im Bier was sagen – was es jedoch meiner Meinung nach nicht geben muss – aber dass dies zum Einen mit dem deutschen „Biergesetz“ übereinstimmt, da es sich hier um ein obergäriges Bier handelt, und dass man hier zum Anderen das „Reinheitsgebot“ fälschlicherweise bemüht, obwohl dort nur von Gerste und Hopfen die Rede ist, bleibt mir ein großes Rätsel.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Russian Imperial Stout
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen- & Roggenmalz, Kandiszucker, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  20°P
Alkoholgehalt. . . . . . 8%
Herkunft. . . . . . . . . . . München
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Geruch: dunkelmalzig, röstig, Kaffee- & Schokoladenaromen, holzig-harzig, leicht sauer, würzig, leichte Karamellsüße
Geschmack: großer Körper, vollmundig, ölig, sehr dunkelmalzig, röstig, trocken-bitter, leicht säuerlich, leicht alkoholaromatisch, trocken-herber Abgang
Gesamt: Gerade als Freund von dunklen Bieren bin ich den Stouts grundsätzlich angetan. Auch die heutige deutsch-russische Koproduktion ist mehr als ordentlich. In den ersten drei Kategorien gleichwertig mit dem gestrigen Highlight, fällt es im Geschmack aber leider etwas ab. Insgesamt ist es mir einfach zu bitter und säuerlich. Auch die Schoko- & Kaffeenoten kommen hier zu wenig heraus. Den verwendeten Zucker merkt man interessanterweise auch kaum heraus. Deshalb auch „nur“ summa summarum gute 12,5 Pkt. (2++).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.himburgs.com/de.

Prost & guten Abend! ?

312. Hanscraft & Co. Black Nizza Motor Øl

Fleißig geht es an dieser Stelle weiter mit meiner Reihe diverser deutscher Craftbeer-Klassiker aus meinen Biertasting.Club-Bierabos. Heute am Start: Das Black Nizza Motor Øl von Hanscraft aus dem fränkischen Aschaffenburg. Dabei handelt es sich um Imperial Stout, das mit zehn unterschiedlichen Malzen gebraut wurde. Zum Einsatz kam neben Gersten- und Weizen- auch Roggen- und Hafermalz. Dieser Umstand, der Bierstil selbst, den ich sehr mag, und die Brauerei, mit der ich bisher praktisch ausschließlich positive Erfahrung gemacht habe, lassen mich hoffen, dass das heutige Bier ein erstes großes Highlight in diesem Jahr setzt. Mal schauen, ob ich meine Erwartungen zu hoch angesetzt habe

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Imperial Stout
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen-, Roggen- & Hafermalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  22°P
Alkoholgehalt. . . . . . 9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Aschaffenburg
Erscheinungsjahr. . .
2013

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________14
Fazit

Geruch: sehr dunkel-malzig, sehr röstig, sehr cremig, sehr karamellig, schokoladig, Kaffee, harzig, leicht waldig, leicht lakritzig, wenig bitter
Geschmack: sehr cremig, sehr weich, voller Körper, matt, zartbitter-schokoladig, etwas nach Kaffee, geringe Karamell-Süße, leicht bitter, Zartbitter-Abgang
Gesamt: Schön, wenn sich Prophezeiungen mal erfüllen. Denn tatsächlich darf ich Euch heute das bisher beste Bier des Jahres präsentieren. Es erfüllt exakt, dass was ich mir von einem Imperial Stout erwarten würde. Klare Zartbitter- und Kaffee-Aromen und dazu noch extrem cremig und weich, lässt es dem Stout-Fan keine Wünsche offen. Kein Bier von dem man mehr als 2 Flaschen trinkt, aber für einen genussvollen Abend genau das richtige. Dass dann noch alle vier europäischen Getreide verarbeitet sind, macht mich natürlich noch glücklicher. Alles in allem also herausragende 14 Pkt. (1) im Gesamt-Classement.

Weitere Infos zum Bier unter: http://hc-co.de/de/.

Prost & guten Abend! ?

311. Camba Imperial IPA

Vom gestrigen hohen Norden geht es nun ins oberbayrische Seeon. Dort wird schon seit geraumer Zeit deutsches Craftbier gebraut. Zwar ist Camba als einer der Craftbier-Pioniere inzwischen relativ groß im Vergleich zu einer klassischen Handwerksbrauerei, dafür brilliert es immer noch mit einer möglichst wenig industriellen Fertigung, hohen Produktanforderungen und einer sehr breiten Bierpalette. Neben dem Braustandort in der Nähe des Chiemsees gibt es auch eine Biererlebniswelt in Truchtlaching.

Das Imperial IPA, welches ich ebenfalls aus einen zurückliegenden Bierpaket vom Beertasting.Club erhalten habe, ist sozusagen der große Bruder der klassischen India Pale Ales. Es verfügt über mehr Stammwürze und einen noch stärker ausgeprägten bitteren Hopfencharakter.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Imperial IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  19,9°P
Alkoholgehalt. . . . . . 8,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Seeon
Erscheinungsjahr. . .
2014

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: schön fruchtig nach Ananas, Orange & Maracuja, karamell-malzig, harzig
Geschmack: großer Körper, vollmundig, leicht alkoholaromatisch, bittersüß, grasig, dezent dunkel-malzig, leicht bitter-alkoholischer Abgang
Gesamt: Wer einen Stereotyp für ein IIPA sucht, der sollte hier zugreifen. Klar hopfenbitter bei einem vollmundigen Körper. Das Alkoholaroma ist dabei genau richtig getimt. Warum es oben dann nicht zu einer besseren Punktevergabe kommt liegt schlicht an meiner persönlichen Präferenz für mehr malzgeprägte Biere. Nichtsdestotrotz verdient sich dieses Vorbild-Bier satte 13 Pkt. (1-) in der Gesamtwertung.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.camba-bavaria.de/internationale-biere/camba-imperial-ipa/.

Prost & guten Abend! ?

310. Ratsherrn Matrosenschluck – Oat White IPA

Unterbrochen von einer kurzen Abschluss-Episode von alkoholfreien Bieren zum Ende der Fastenzeit, möchte ich in den kommenden Wochen meinen inzwischen wieder üppig angewachsenen Biervorrat leeren und Euch sukzessive meine Schätzchen vorstellen.

Das heutige Bier von der bekannten Hamburger Craftbrauerei Ratsherrn stammt dabei wie viele andere auch von meinen verdienten Bierabos des Beertasting.Clubs von KALEA. Es handelt sich – wie der Titel bereits verrät – um ein IPA, dass neben Gersten- auch Weizen- und Hafermalz enthält. Als Freund alternativer Getreide ist natürlich hoch interessant. Vor allem beim Bierstil des IPA ist es sehr ungewöhnlich, dass mal mit anderen Getreiden akzentuiert und nicht ausschließlich auf die Übersee-Hopfen abgestellt wird. Zudem finden sich noch Orangenschalen in der Zutatenliste, die mich eher an ein belgisches Witbier erinnern. Umso gespannter bin ich, welchen Einfluss diese Besonderheiten auf das IPA haben.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen- & Hafermalz, Orangenschalen, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Hamburg
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: sehr fruchtig nach Zitrone, Himbeere, Maracuja & Litschi, hell-malzig, leicht säuerlich, weich
Geschmack: mittelgroßer Körper, spritzig, erst fruchtig-säuerlich nach Orange, dann stärker malzsüß & grasig, leicht hefig, trocken-sauer-fruchtiger Abgang
Gesamt: Welch eine spannende Melange aus Frucht und Malzsüße. Solch ein IPA ist mir in der Tat noch nicht über die Zunge gelaufen. Leider ist meiner Ansicht nach die verwendete Orangenschale überflüssig und nur etwas für Sauerbierfans. Für mich noch interessanter wäre also gewesen, wie das Bier nur in Kombination aus Malzen und Hopfen gewirkt hätte. So wirkt sich der leicht säuerliche Überhang leider auf die Gesamtnote aus, die sich trotzdem mit 12,5 Pkt. (2++) sehen lassen kann.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.ratsherrn.de/de/unsere-biere/ratsherrn-stammsorten/matrosenschluck-oat-white-ipa.html.

Prost & guten Abend! ?

309. Maisel & Friends Hopfenreiter 2018

Zunächst einmal Asche auf mein Haupt. Schließlich habe ich es auch dieses Jahr nicht geschafft der wirklich verlockenden Einladung von Eva Ploß nach Bayreuth zu folgen. Denn auch in diesem Jahr luden Maisel & Friends wieder zum Hoppy Birthday Festival nach Franken ein. Mit Vorträgen, Führungen, viel Musik, leckerem Essen und natürlich exzellentem Bier wurde nun schon der zweite Geburtstag des Liebesbier gefeiert – der Eventlocation in Bayreuth für gutes Bier in besonderer Atmosphäre. Bereits in der dritten Auflage befindet sich der heute zur Verkostung anstehende Hopfenreiter. Für diesen streng limitierten Sondersud steuerten erneut 5 Freunde von Maisel je eine ausgewählte Hopfensorte bei, die dann im Sinne eines Double IPAs für das Festival eingebraut wurde. Dieser Freundschafts-Sud wurde dann von allen gemeinsam ebenda vorgestellt und soll ein Symbol für gegenseitige Unterstützung und gemeinsames Miteinander sein und sich bewusst gegen das oft gegenwärtige Konkurrenzdenken stellen. Folgende Hopfen von diesen Freunden wurden zusammengebracht:

Calypso von Superfreunde (Deutschland)
Citra (Cryo Hops®) von Mikkeller (Dänemark)
Styrian Golding von Duvel (Belgien)
Styrian Fox von Bevog (Österreich)
Enigma von Frau Gruber (Deutschland)
Mandarina Bavaria von Maisel & Friends

Vielen Dank also an Eva Ploß, dass ich trotz abermaligem Nicht-Erscheinen mit diesem wahrlich außergewöhnlichen und besonderen Bier bedacht wurde. Daher freue ich mich meinen nun schon zweiten Hopfenreiter genießen und vorstellen zu dürfen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Double IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  18.8°P
Alkoholgehalt. . . . . . 8,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bayreuth
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________14
  • Geruch:______________________14
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Geruch: sehr fruchtig & grasig, nach Pfirsich, Zitrone, Mango & Erdbeere, leicht bitter-herb
Geschmack: trocken, sehr grasig, stark hopfig, kräuterig, bitter, unterschwellig malzig, leicht säuerlich, spritzig-matt, recht großer Körper, bitter-grasiger Abgang
Gesamt: Wow, nasal wohl das beste Bier, was ich dieses Jahr riechen durfte. So muss ein (double) IPA duften. Auf der Zunge respektive am Gaumen ist es mir dagegen leider etwas zu trocken und unausgewogen hopfig. Da hat mir tatsächlich die letztjährige Hopfenkomposition etwas besser gefallen. Nichtsdestotrotz unglaublich vielfältig und selbst für Biernerds eine wahre Herausforderung. Insgesamt gebe ich diesem Zeichen der Freundschaft in der Brauszene klasse 12,5 Pkt. (2++).

Weitere Infos zum Bier unter: http://maiselandfriends.com/biere/limited/hopfenreiter-2018/.

Prost & guten Abend! ?

308. Braukunst Vorgebirge Sechtemer Festbier

Nach einem langen Familien-Wochenende in und um Kassel herum, komme ich heute wieder zum Bier zurück. Und ich fange da an, wo ich letzte Woche aufgehört habe: Bei meinem tollen Braufreund Ralf Mohr vom Braukunst Vorgebirge. Denn am vorletzten Wochenende habe ich nicht nur mein/unser Bier bei ihm abfüllen, sondern auch zwei seiner eigenen Schätze mitnehmen dürfen. Eines davon möchte ich Euch heute vorstellen. Es ist sein erster Versuch eines obergärigen Bieres. Für Hobbybrauer oder angehende Professionisten ist die untergärige Brauweise immer noch etwas komplizierter als das Brauen mit obergäriger Hefe. Denn erstere ist etwas temperatursensibler in der Vergärung und benötigt länger tiefere Temperaturen. Das ist auch der Grund, warum Ralf bis zum Winter mit seinem ersten untergärigen gewartet hat. In seinen Sechtemer Garagen-Verkostungen und auf anderen Wegen ist das Bier bereits lokal gut angekommen. Umso mehr bin ich auch auf mein erstes Sechtemer und damit auch Bornheimer Bier gespannt.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Märzen
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bornheim-Sechtem
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___-
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________8
Fazit

Geruch: trocken-malzig, leicht bitter, karamellig, süß-sauer, blumig, wenig hopfig, spritzig
Geschmack: dunkelmalzig, leicht säuerlich, leicht röstig, etwas trocken, etwas karamellig, ganz gering bitter, mittelkleiner Körper, feinperlig-matt, trocken-malziger Abgang
Gesamt: Danke lieber Ralf für das Bier. Es ist eine wirklich interessante Interpretation des Bierstils Märzen, der ja viel kreativen Freiraum lässt. Sowohl geruchlich als auch geschmacklich klar malzbetont, ist es vor allem auch röstig-karamellig. Auch im Gegensatz zu den meisten Festbieren eher dunkel gehalten, was mir aber eher entgegenkommt. Dafür ist es mir aber insgesamt leider etwas zu fad und auch ein wenig mehr Hopfen hätte ich mir auch gewünscht. Deshalb in Summe 10 Pkt. (2-).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.braukunst-vorgebirge.de/.

Prost & guten Abend! ?

Blogbier, die XXV. – Kaufungen

Am vergangenen Wochenende durften wir wieder einmal in Kaufungen im Landkreis Kassel mit Kind, Kegel und Bier einfallen. Diese Biere standen dabei auf meinem Speiseplan:

 

Bierfacts:

Neben dem Bier proBierten wir dann auch noch den Bierlikör 22. Dieser wird aus Doppelbockbier sowie Kalt-Mazeraten von Hopfenblüten und Malz in der Dampfweinbrennerei & Likörmanufaktur Eberle in Kinheim an der Mosel hergestellt. Geschmacklich sehr interessant war es uns Herren aber etwas zu süß und zuckerlastig.

Vielen Dank nochmals auch an Siggi & Herbert für die wunderbare Gastfreundschaft und das schöne Wochenende.

300. 1.000 – DIE ABFÜLLUNG

Am vorgestrigen Montag konnte ich nun endlich das Bierjubiläum-Jubiläumsbier abfüllen. Nach über 2 Wochen Hauptgärung im Bottich entschieden sich Ralf und ich das Bier nun zur Nachgärung in Flaschen und Fass abzufüllen. Dafür habe ich in den letzten Wochen über vier Kästen Bierflaschen gereinigt und zur Verfügung gestellt. Glücklicherweise konnte ich damit auch meinen Leergutbestand, der sich nunmal als Bierblogger anhäuft etwas reduzieren. Zusätzlich konnte ich zu Vergleichszwecken noch ein 5l-Fass von Ralf befüllen.

Nach kurzer Einweisung von ihm habe ich die Abfüllung dann in Eigenregie übernommen. Dabei wurden zunächst die beiden Gär-Bottiche (mit den unterschiedlichen Hefen) in den Abfüll-Bottich umgefüllt, um so die groben Hefesedimente von der Abfüllung fernzuhalten. Zur Karboniserung des Bieres wurde zuvor Traubenzucker aufgelöst und dem Jungbier hinzugefügt. Grundsätzlich ist das die sicherste Methode, um im Bereich des Hobby-Brauens eine saubere CO2-Erzeugung zu gewährleisten. Da es sich bei meinem Jubiläumsbier um eine Interpretation eines unfiltrierten Alts handelt – es also ein obergäriges Bier ist – ist dies sogar konform mit dem Reinheitsgebot. Aus dem Abfüllbottich wurden dann die Flaschen (bzw. das Fass) befüllt, welche dann nur noch z.T. mit Kronkorken verschlossen werden mussten.

Als Ausbeute konnten wir über 3 Kästen und besagtes Fass füllen, welche nun noch etwa 2 weitere Wochen in meinem Keller nachgären müssen.

Hier einige Impressionen:

Eine erste Geschmacksprobe des noch nicht vollendeten Bieres war zumindest schon mal trinkbar ;). Bleibt nun nur abzuwarten, wie das Bier nun nach Beendigung der Nachgärung schmecken wird. Ich bin sehr gespannt.

Vielen Dank in diesem Zusammenhang nochmals an Ralf, ohne den dieses einmalige BIerexperiment nicht möglich gewesen ist. Wenn es gelungen ist, freue ich mich schon jetzt es unter die Leute bringen zu können.

Prosit Mundus manufactum! ??

307. Main Seidla Porter

Bevor es hier in den nächsten Tagen aufgrund diverser Termine und Abwesenheiten etwas ruhiger wird, möchte ich noch ein Bier verkosten, dass schon etwas länger in meinem Fundus weilt. Im Gegensatz zu vielen anderen Bieren hier auf Bierjubiläum, denen ich oftmals etwas ganz Besonderes attestiere, ist das heutige Porter vom Brauhaus Binkert im Grunde genommen völlig unspektakulär. Deshalb will ich ausnahmsweise auch keine weiteren Worte verlieren – für mehr Infos zur Brauerei verweise ich auf  44. oder 204.

„Das ideale Dessert für jeden Bierkenner.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Porter
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Röstmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12.9°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Breitengüßbach
Erscheinungsjahr. . .
2013

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________9
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Geruch: sehr röstig, fast verbrannt, spritzig, leicht buttrig & blumig
Geschmack: wenig Körper, süffig, röstmalzig, leicht heu- & holzartig, feinperlig, erfrischend, malziger Abgang
Gesamt: Da habe ich ja zumindest nicht zu viel versprochen. Sicher kein schlechtes Porter und auch stilecht, aber für meine Nase zu stark röstbetont und für meinen Gaumen zu eindimensional. Deshalb auch nur verhaltene 10 Pkt. (2-).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.mainseidla.de/biere/porter.html.

Prost & guten Abend! ?

306. Hövels Original

Als ich gestern im hiesigen Getränkemarkt noch Leergut für die Abfüllung meines Bierjubiläum-Jubiläumbiers geholt hatte, ist mir das heutige Bier über den Weg gelaufen. Kurzentschlossen habe ich es dazwischengeschoben und möchte es heute direkt verkosten. Das hat zwei Gründe: 1. ist es eines der wenigen Altbiere, die ich noch nicht proBiert habe, 2. würde ich gerne die Flasche zur Abfüllung verwenden ;).

Zu 1. jedoch ist noch nicht ganz geklärt, ob es sich tatsächlich um ein Alt handelt. Während ratebeer es als solches einstuft und ich es apriori auch tun würde, scheint Hövel selbst etwas anderer Meinung zu sein:

„Ein Bier wie kein anderes. Als eigenständige Kreation Dortmunder Braukunst lässt sich Hövels Original in keine der gängigen Bierkategorien einordnen:
Es ist kein Pils, kein Alt und auch kein Schwarzbier. HÖVELS ist HÖVELS – eine obergärige, rotgoldene Bierspezialität mit einzigartigem Charakter.“

Sicher ist, dass es mit hellen und dunklen Gerstenmalzen, Weizenmalz, Röstmalz und einer obergäriger Hefe gebraut wird. Dabei stammt das Rezept aus dem Jahre 1893. Die Brauerei selbst besteht schon seit 1854, wobei die Dortmunder Patrizierfamilie von Hövel bereits seit 1518 – also schon genau 500 Jahre – das Braurecht auf dem Hövel-Hof am Hohen Wall besitzt. In der heute immer noch existenten Hausbrauerei wird jedoch fast nicht mehr gebraut – sie dient nun als Brauhaus und für Brauseminare. Als Teil der Oetker-Gruppe ist man nicht mehr unabhängig und lässt bei der Dortmunder-Actien-Brauerei produzieren. 2009 erklärte die Sommelier Union Deutschland, die allerdings hauptsächlich auf den Wein fokussiert ist, das Hövels Original nichtsdestotrotz zu ihrem offiziellen Bier.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . [Alt]
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- Weizen- & Röstmalz, Hopfenextrakt
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Dortmund
Erscheinungsjahr. . .
1893

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Geruch: trocken, dunkel-malzig, leicht Karamell, wenig getreidig, blumig
Geschmack: trocken, mittelgroßer Körper, leicht unangenehme bitter-Säure, malzig, leicht röstig, bisschen spritzig, angerösteter Abgang
Gesamt: In der Tat fällt es mir schwer bei diesem Bier an ein klassisches (Düsseldorfer Alt) zu denken. Es ist zwar klar malzbetont aber schon der höhere Röstfaktor ist ungewöhnlich. Auch die leider etwas unangenehm bittere Säure ist untypisch für ein Alt. Doch neben dem Düsseldorfer gibt es ja mindestens auch mit der Münsteraner Version eine andere Altbier-Variante, die wenig mit der populärsten aus der NRW-Landeshauptstadt zu tun hat. Und auch mein Bierjubiläums-Jubiläumsbier wird eine doch recht eigenwillige Interpretation eines Alt. Dieser Bierstil scheint einfach zu großen Spielraum zu bieten… Deshalb würde ich mich hier nicht nur auf das Alt als Bierstil, sondern auch 12,5 Pkt. (2++) in der Gesamtwertung festlegen.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.hoevels-original.de/produkte/original.html.

Prost & guten Abend! ?

Der große Bierjubiläum Discount-Craft-Bier-Test

Morland Old Golden Hen | Argus 11 Premium | Steambox Flunnel Blower | The Crafty Brewing Company Irish Stout | John Malcolm White Stout | John Malcolm IPA | Perlenbacher Maltos IPA | Perlenbacher Maltos Whisky Malt | Perlenbacher White Stout | Perlenbacher Patronus

Letztes Wochenende war es endlich so weit: der große Bierjubiläum-Discount-Craft-Bier-Test stand an. Zu diesem Anlass habe ich mich nicht lumpen lassen und bin nach Osnabrück gefahren, um mit Alex und Nils zehn sogenannte Craftbiere von Lidl und REWE zu proBieren. Seit etwa einem Jahr nämlich sind die Discounter (allen voran eben Lidl) und auch Supermärkte (wie REWE) auf den „Craftbier-Zug“ aufgestiegen und bieten inzwischen regelmäßig Bier abseits der Fernseh- und Billig-Eigenmarken an. Zwar muss man danach immer noch etwas suchen und auch zum richtigen Zeitpunkt im Markt sein, allerdings scheint sich eine Zielgruppe gefunden zu haben, für die deren Absatz gelingt. Gerade als Bierblogger mit Erfahrung von über 1.000 getesteten Bieren war es deshalb für mich hoch interessant zu proBieren, wie diese Discount-Interpretationen von Craftbier abschneiden können. Getestet wurden dabei die vier Kategorien Flasche, Optik, Geruch und Geschmack, bei denen jeweils bis zu 5 Punkte vergeben werden konnten. Angemerkt sei zudem, dass es sich bei den hier getesteten Bieren nicht zwingend um wirkliches Craft-Bier im eigentlichen Sinne handelt, sondern entweder Eigenmarke des Unternehmens ist und/oder per Lohnbrauverfahren in größeren Brauereien abgefüllt wird.

Bierfacts:

  • Old Golden Hen:
    – obergärig; 4,1%
    – „refreshing Craftbeer“, welcher Bierstil wird aber nicht genannt
    – mit Hopfen aus Tasmanien & Glukosesirup gebraut
    – von der Westgate-Brauerei & Greene Brewing aus dem britischen St. Edmunds
    – die Marke Morland gibt es schon seit 1711, das Bier seit 2011
    – trotzdem wohl noch eines der authentischsten Biere des Abends
    – Gold-Gewinner der Monde-Selection
    – Flasche: 1,5 Pkt. / Optik: 3 Pkt. / Geruch: 3 Pkt. / Geschmack: 4 Pkt.
    – Gesamt: ★★★☆☆ (M)
    https://www.oldspeckledhen.co.uk/our-beers/old-golden-hen
  • Argus 11 Premium:
    – untergärig; 4,8%
    – tschechisches Pilsner aus Liberec
    – mit Hopfenerzeugnissen
    – von der Pivovary Vratislavice für die HOLS a.s. gebraut
    Argus Premium wird ausschließlich mit tschechischen Rohstoffen gebraut – Bergwasser, Malz aus der eigenen Mälzerei, Saazer Hopfen und eigene Bierhefe.
    – deshalb auch noch verhältnismäßig authentisch
    – Flasche: 1 Pkt. / Optik: 1 Pkt. / Geruch: 2 Pkt. / Geschmack: 1 Pkt.
    – Gesamt: ★☆☆☆☆ (A)
    https://www.ratebeer.com/beer/argus-11-premium-original/516657/
  • Funnel Blower:
    – obergärig; 4,5%
    – dark Vanilla-Porter
    – widersprüchliche Angaben hinsichtlich der tatsächlichen Verwendung von Vanille
    – gebraut von der Box Steam Brewery aus dem britischen Wiltshire, die bis ins Jahr 1920 zurückgeht und 2006 gerelaunched wurde
    – mit Weizenrohfrucht
    – deshalb ebenfalls grundsätzlich authentisch
    – Flasche: 2 Pkt. / Optik: 4 Pkt. / Geruch: 5 Pkt. / Geschmack: 3 Pkt.
    – Gesamt: ★★★★☆ (N)
    http://boxsteambrewery.com/
  • CBC Irish Stout:
    – obergärig; 4,5%
    – dry Stout
    – laut ratebeer eine (Billig-)Version des McGargles Unlce Jim’s Stout
    – gebraut von der 2013 gegründeten Rye River Brewing aus dem irischen Celbridge
    – gerade aufgrund der Herkunfts- & Identitätsverwirrung ein Stereotyp für Discount-Täuschung
    – Flasche: 4 Pkt. / Optik: 4 Pkt. / Geruch: 4 Pkt. / Geschmack: 4 Pkt.
    – Gesamt: ★★★★☆ (N)
    https://ryeriverbrewingco.com/mcgargles-uncle-jims-stout/
  • John Malcolm White Stout:
    – obergärig; 7,6%
    – „white“ Stout
    – Entwicklungssud 01/2017
    – eines von zwei REWE-Bieren
    – zwar „Original-Abfüllung“ (was das auch immer fr ein Qualitätsmerkmal sein soll), aber anhand der Flasche nicht erkennbar, wer das Bier gebraut hat
    – mit dem Hinweis des Braumeister-Namens Heiko Bloch, kann man jedoch rekonstruieren, dass es in der Eichbaum-Brauerei produziert wird
    – deshalb vermutet ratebeer, dass es sich um das gleiche Produkt handelt wie das Maltos White Stout (s.u.), da Eichbaum auch die Perlenbacher-Reihe für Lidl braut
    – Flasche: 3 Pkt. / Optik: 2 Pkt. / Geruch: 3 Pkt. / Geschmack: 3 Pkt.
    – Gesamt: ★★★☆☆ (A)
  • John Malcolm IPA:
    – obergärig; 7,8%
    –  India Pale Ale
    – Entwicklungssud 03/2017
    – das andere der beiden REWE-Bieren
    – mit den Hopfen Cascade & Yello Sub gebraut
    – weitere Infos s.o.
    – Flasche: 3 Pkt. / Optik: 4 Pkt. / Geruch: 4 Pkt. / Geschmack: 3 Pkt.
    – Gesamt: ★★★☆☆ (M)
  • Maltos White Stout:
    – obergärig; 7,6%
    – „white“ Stout
    – wie oben schon erwähnt vermutlich das gleiche Produkt wie das John Malcolm White Stout
    – vergleicht man die Produktreihe der Brauhaus-Edition der Eichbaum-Brauerei (wo das Bier produziert wird) fällt auf, dass sie gänzlich identisch ist mit den drei Maltos Bieren im Test
    – daher auch hier: Authentizität ungenügend
    – durch das etwa  2-monatige Überschreiten des MHD entstand wohl schon ein erheblicher Qualitätsabfall
    – Flasche: 4 Pkt. / Optik: 3 Pkt. / Geruch: 3 Pkt. / Geschmack: 2 Pkt.
    – Gesamt: ★★★☆☆ (N)
    http://www.eichbaum.de/Sortiment_Brauhaus%20Edition.html
  • Maltos Whiskey Malt:
    – obergärig; 7,5%
    – Scotch-Ale
    – mit den Hopfen Herkules & T’n’T gebraut
    – bzgl. Herkunft und Authentizität s.o.
    – mein schlechtestes Bier des Abends
    – Flasche: 4 Pkt. / Optik: 3 Pkt. / Geruch: 1 Pkt. / Geschmack: 1 Pkt.
    – Gesamt: ★☆☆☆☆ (M)
    http://www.eichbaum.de/Sortiment_Brauhaus%20Edition.html
  • Maltos IPA:
    – obergärig; 7,8%
    – India Pale Ale
    – mit den Hopfen Cascade & Amarillo gebraut
    – bzgl. Herkunft und Authentizität s.o.
    – vermutlich ebenfalls das gleiche Produkt wie das John Malcolm IPA (s.o.)
    – Flasche: 2 Pkt. / Optik: 3 Pkt. / Geruch: 2 Pkt. / Geschmack: 2 Pkt.
    – Gesamt: ★★☆☆☆ (A)
    http://www.eichbaum.de/Sortiment_Brauhaus%20Edition.html
  • Perlenbacher Patronus:
    – obergärig; 5,5%; 12.3°P
    – Weißbier
    – vermutlich das Billig-Pendant zum Eichbaum-Hefeweizen
    – von allen dreien proBiert und bewertet
    – Flasche: 4-2-1 Pkt. / Optik: 4-4-3 Pkt. / Geruch: 3-3-4 Pkt. / Geschmack: 2-2-4 Pkt.
    – Gesamt: ★★★☆☆ (M-A-N)
    http://www.eichbaum.de/Sortiment_Bierklassiker.html

Im Anschluss an die „offizielle“ Verkostung haben wir uns dann noch ein paar Biere aus meinem gewonnenen und verdienten Kalea-Beer-Tasting.Club Abos vorgenommen:

Fazit:

Insgesamt lässt sich festhalten, dass günstig nicht in jedem Falle auch billig sein muss. Das ein oder andere Discount-Bier hat uns durchaus überzeugt. Vor allem aber die sehr große Intransparenz hinsichtlich der Bierherkunft ist mehr als ärgerlich und bestätigt nur das Klischee des Discount- oder Supermarkt-Marketing. Auch wenn hinter den Eigenmarken oder Discount-Marken namhafte Brauereien stecken mögen, so grenzt es meiner Ansicht nach an Verbrauchertäuschung diese Herkunft nicht aufzuzeigen. Auf die Spitze wird dies getrieben, wenn zwei unterschiedliche Marken für zwei Märkte gebraut werden, die beide offensichtlich identisch sind und zudem wohl auch deckungsgleich mit dem Standard-Bier der Brauerei sind.  Dies trifft zwar nicht auf die zuerst beschriebenen Biere zu, deren Herkunft noch vergleichsweise authentisch ist, trotzdem muss man sich schon fragen, wie man zu Preisen von unter einem Euro pro Flasche noch einen gewissen Qualitätsanspruch wahren kann. Bemerkbar machte sich dies insbesondere bei Überschreiten des MHDs, das schnell zu Geschmackseinbußen führt, während es bei anderen qualitativ höherwertigen Craftbieren (je nach Bierstil) eher noch zu einer Weiterentwicklung des Bieres führt. Alles in allem ist es natürlich aber auch naiv zu glauben, man könnte es bei Discount-Craft-Bier wirklich mit handwerklichem Bier im Sinne einer Manufaktur zu tun haben. Vielmehr entspricht es eher der immer noch weit verbreiteten Annahme, dass Craftbier gleich anglo-amerikanische Bierstile ist und sich nur deshalb von den deutschen Fernsehbieren unterscheidet. Leider wird mit solchen Bieren die falsche Annahme nur noch weiter verbreitet und bestärkt. Deshalb: Für einen Abend war es wirklich mal interessant zu schmecken, wie sich die Discount-„Craft“-Biere schlagen, aber darüber hinaus bin ich froh wieder auf Biere des (Online-)Fachhandels zurückgreifen kann.

Prosit & guten Abend! ?