Archiv für den Tag: 21. April 2018

331. 1. Bonner Brauschau

Noch etwas beschwippst möchte ich Euch heute von der 1. Bonner Brauschau erzählen. Organisiert vom Bonner Heimbrauer-Verein war es die erste derartige Brauschau im südlichen Niederrhein-Land. Zwar gibt es glücklicherweise immer mehr private Brauaktivitäten zwischen Eifel und Ruhr, doch hat man dies bislang noch etwas im Verborgenen getan. Umso erfreulicher die heutige 1. Bonner Brauschau im The 9th, die mit 20 Ausstellern aufwartete und selbst mich wieder mal völlig überrascht hat. Alleine die Anzahl an unterschiedlichen Bieren war überwältigend. Zudem gab es dabei auch eine enorme Vielfalt der Bierstile und Interpretationen. Da dem Hobbybrauen deutlich weniger Reglementierung auferlegt sind, konnten sich die Brauer hier auch endlich so richtig austoben. Herausgekommen sind knapp 40 Bierspezialitäten allerkreativster Art.

 

Mit am Start neben den gastgebenden Bonner Heimbrauern auch  Toms Hütte, die Braufreunde aus Münster, DROOD aus Gevelsberg und der Verein für den Erhalt & die Förderung Schwelmer Brautradition. Weitere prominente Vertreter aus der Region waren die Kölner Bierhistoriker, die ein spätmittelalterliches Grutbier aus Gagel mitgebracht hatte. Auch der Weltmeister der Biersommeliers Stephan Hilbrandt gab sich die Ehre und war mit einem Ingwer Wit und dem Torfbock dabei. Fritz Wülfing von Ale-Mania hingegen ließ seinen Nachwuchs auflaufen und zeigte, was seine Azubis so alles drauf haben. Er selbst ist als kommerzieller Brauer „nur“ Sponsor der Brauschau. So präsentierten Azubi Ben und Azubi-Azubi Holger – seines Zeichens „hauptberuflich“ eigentlich Blogger von We love Pubs – ein schmackhaftes Rhabarber-Saison-Bier.

Impressionen:

 

Bierfacts:

  • Dominiks Raspberry Vanilla Smoothie IPA:
    – 6,5%; obergärig
    – Himbeer-NEIPA-Experiment
    – süß, fruchtig, sauer, voller Körper, ölig
    https://www.facebook.com/bonnerheimbrauer/
  • Ben & Holgers Rhubarbarama:
    – 5%; obergärig
    – Saison mit Rhabarber gestopft
    – dezente Rhabarbernote, sauer, frisch
    https://fritz0830.wixsite.com/alemaniabonn
     https://www.welovepubs.de/
  • Roberts Lord Byron’s Bitter:
    – 4%; obergärig
    – klassisch englisches Bitter
    – trocken bitter, malzig, süß
    https://www.facebook.com/bonnerheimbrauer/
  • Verein für Erhalt & Förderung Schwelmer Brautradition Thokkis Dark Coconut:
    – 7,5%; untergärig
    – Bockbier mit Kokosnuss veredelt
    –  trocken, röstig, geringe Kokosaromen, leicht karamellig
    www.schwelmbräu.de
  • Barth Bräu Folköl:
    – 3,5%; obergärig
    – Low-Alc-Ale
    – spritzig, hopfig, grasig, erfrischend
  • Drood Dream of Peat & Oak:
    – 16,2°P; 6,5%; untergärig
    – Brown Ale auf Holzchips gereift
    – sehr holzig, leicht sauer, süß, würzig, Whiskey-ähnlich
    https://drood-beer.jimdo.com/
  • Schwenkenbecher Sprizzl Brizzl:
    – 5,2%; obergärig
    – Gose mit Hagebutte, Rhabarber, Koriander, Salz & Hibiskusblüten
    – dezent süß, fruchtig, mehr Hagebutte als Rhabarber
    https://www.braufreunde-muenster.de/tag/schwenkenbecher/
  • Stephans Torfbock:
    – 5,2%; untergärig
    – Peated-Bock auf Eichenholz gelagert
    – torfig, holzig, bockig
    – mein Platz 2
    http://biersommelier.hilbrandt.com/
  • Kölner Bierhistoriker Grutti-Frutti:
    – 4,7%; obergärig
    – Grutbier auf Basis eines belgischen Wit mit Gagel, Kamille & Nelke
    – lecker fruchtig, kräuterig, hell, vollmundig
    – mein Favorit
    http://koelnerbierhistoriker.org/
  • Kevin Kentucky Common:
    – 4,3%; obergärig
    – historisches Cream Ale aus den 1920ern
    – leicht, wenig Körper, malzsüß
    – mein schwächstes Bier
    https://www.facebook.com/bonnerheimbrauer/
  • Herr Hoffmann Dr. Knurps Frühstücksstout:
    – 6,2%; obergärig
    – Stout mit Kaffee & Kakao
    – lecker röstig, dunkelmalzig, karamellig
    – meine Bronzemedaille

Fazit:

Für mich, der gerade erst sein erstes Bier (Cerevisia M – am Montag mehr dazu) mit Hilfe von Ralf vom Braukunst Vorgebirge, der mich übrigens begleitet hatte, gebraut hat, war es toll zu sehen, wie lebendig offenbar die hiesige Hobbybrauszene ist. Dabei konnte die Qualität der Biere durchaus mit denen, die auch kommerziell verkauft werden, mithalten. Und auch in Sachen Vielfalt wurde natürlich einiges geboten, wie die Bierliste zeigt. Schön war es auch wieder mal den ein oder anderen bekannten Biernerd wiedergetroffen zu haben und sich ein wenig austauschen zu können. Auch, wenn vielleicht an der ein oder anderen organisatorischen oder präsentatorischen Komponente gefeilt werden könnte, war es wirklich ein sehr gelungener Tag in Bonn.

Vielen Dank in diesem Zuge deshalb an alle Beteiligte und die Gastgeber der Bonner Heimbrauer.

Siehe sonst auch: https://www.facebook.com/events/164034051069449/.