Archiv für den Tag: 27. April 2018

334. Maisel’s Weisse [_]

Als erstes Bier nach dem diesjährigen Bierjubiläum habe ich etwas sehr interessantes für Euch ausgewählt. Denn vor bereits drei Wochen erhielt ich mal wieder überraschend Flaschenpost aus Bayreuth. Doch diesmal war das Paket etwas größer, denn darin befanden sich ein Weißbier-Glas, zwei Flaschen ohne Etikett und ein Brief. Darin erklärte mir Eva Ploß von Maisel’s Weisse, dass es sich hierbei um ein neues Weizenbock handelt, welcher auch noch keinen Namen hat. Auch auf ein Etikett haben sie bewusst verzichtet, damit mein Sinneseindruck vom neuesten Bier der großen Weißbierbrauerei durch nichts irritiert wird. Nur so viel wurde erklärt: Es handelt sich um ein traditionellen Weizenbock, der kaltgehopft wurde. Verteilt wurde es auch schon auf der diesjährigen Internorga – der Leitmesse für Gastronomie. Schließlich will Maisel mit diesem Bier wieder stärker im klassischen Weißbier-Segment wachsen, nachdem zwar im sog. Craftbier-Bereich die Verkaufszahlen stetig auf niedrigem Niveau steigen, aber die klassischen Bierstile seit Jahren rückläufig sind. Neben der Bitte um Rezension gab es auch den Wunsch sich einen Namen für das Bier zu überlegen. Für mich weniger spontanen und kreativen Menschen allerdings eine große Herausforderung, sollte der Name meiner Meinung nach doch Weißbier, Bock und Hopfen verbinden und auch kein „-ator“-Name sein. Vielleicht liegt aber hier in der Einfachheit und die Genialität. Schließlich will man die traditionelle Zielgruppe erreichen, die oftmals wenig mit extravaganten Namen etwas anfangen kann. Deshalb meinen doch recht schlichten Vorschlag:

Maisel’s Weisse Hopfen-Bock [humulus hircus]

Gerne könnt Ihr Euch aber auch an der Namensfindung beteiligen und mir Eure Vorschläge zukommen lassen.

Verkostet wird das Bier übrigens ausnahmsweise im Weißbier-Glas, da dies hierzu empfohlen wurde.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Weizenbock
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bayreuth
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___-
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: spritzig, zitrus-hopfig, bananig-hefig, würzig, leicht malzig
Geschmack: vollmundig, sehr ausbalanciert, Mix aus Hefe, Würze, Bitterkeit, Fruchtigkeit, Gras & Karamell, feinperlig bis spritzig, leicht alkoholaromatisch, süß-würziger Abgang
Gesamt: Ein wirklich außergewöhnlich guter Weizenbock. An eine ähnliche Harmonie von Bananen-Hefe, Würzigkeit und anderen bittersüßen Aromen kann ich mich kaum bei anderen Bieren des Stils erinnern. Die Kalthopfung merkt man dem Bier glücklicherweise nicht allzu sehr an und doch setzt es nochmal ganz andere Akzente. Alles in allem ein gelungenes Experiment der Ideenschmiede der Maisel Braumeister, das hoffentlich den Weg in die Regale und zum Verbraucher finden wird. In Zahlen heißt das für mich 13 Pkt. (1-).

Prost & guten Abend! 🍻