Archiv für den Monat: Mai 2018

348. Hellers Maibock

Für das letzte Maibock dieses Jahr geht es für mich wieder zurück nach Köln. Zwischen Rathenau- und Barbarossaplatz im Kölner Südwesten liegt seit 1991 die erste Bio-Brauerei der Metropole. Die acht Biere des Stammsortiments (u.a. auch Wiess und Alt) kann man darüber hinaus auch im Volks(bier)garten genießen. Wie inzwischen viele Brauereien, hat auch Hellers mit Steffen Potratz-Heller seinen eigenen Sommelier, der regelmäßig zu Biertastings lädt. Mit dabei wahrscheinlich oft in diesem Monat: der Maibock. Nach dem Wiess und Winterbock, das dritte Hellers fürs Bierjubiläum. Gebraut wird es bereits im Herbst, um dann noch etwa ein halbes Jahr zu lagern. Hoffen wir, dass sich das auch auszahlt. Interessant finde ich darüber hinaus noch ein kleines aber feines Detail: Während auf der Website angegeben ist, dass es untergärig gebraut wird, liest man auf der Zutatenliste des Etiketts neben Gersten- auch Weizenmalz. Stimmen beide Angabe wäre das damit ein Verstoß gegen das die Biergesetzgebung, die sich immer noch „Reinheitsgebot“ schimpft. Denn diese schreibt für untergärige Biere tatsächlich nur Gerste und kein anderes Getreidemalz vor.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Maibock
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Köln
Erscheinungsjahr. . .
2013

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: würzig, viel Karamell, leicht fruchtig-grasig
Geschmack: vollmundig, lecker malzig, etwas hefig, Karamell-Süße, leicht waldig, leicht alkoholaromatisch, matt bis feinperlig, trocken-herb-süßer Abgang
Gesamt: Da hatte ich doch eine gute Vorahnung mir den besten Maibock bis zum Schluss aufzuheben. Auch wenn er in seiner Optik noch ausbaufähig ist, ist er geschmacklich einfach klar besser als die Konkurrenz aus Lübbecke und Aldersbach. Mit 12,5 Pkt. (2++) hat er auch in der Gesamtwertung knapp die Nase vorn.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.hellers.koeln/hellers-biere/#maibock.

Prost & guten Abend! 🍻

347. Aldersbacher Maibock

Maibock #2 kommt aus dem beschaulichen Aldersbach im niederbayrischen Landkreis Passau. Hier ist seit exakt 750 Jahren die gleichnamige Klosterbrauerei beheimatet. Und Heimat ist genau das richtige Stichwort: Denn diese wird dort nicht nur lokal sondern regional verstanden. So hat man sich grenzübergreifend mit Akteuren der Brauszene zur Bier-Welt-Region Mühlviertel zusammengeschlossen. Ziel des dahinterstehenden Vereins ist die Erschaffung eines einheitlichen Standards rund ums Kulturgut Bier in der BierWeltRegion. Hierfür werden folgende Maßnahmen gesetzt:

  • Vernetzung neuer Partner für die BierWeltRegion (Mühlviertel, Niederbayern)
  • regelmäßige Treffen zum Wissensaustausch
  • gemeinsame Lehrgänge (z.B. Beerkeeper)

Über den Fonds für regionale Entwicklung INTERREG wird dieses Projekt sogar auch von EU gefördert.

Zurück geht die Brauerei auf ein Zisterzienserklosters, das sogar schon 1148 gegründet wurde. Heute wird die Brauerei vom Freiherren von Aretin geführt, dessen Familie die Brauerei 1810 erworben hat und dessen Wappen seither auch die Brauerei ziert. In den alten Klosteranlagen mit der Marienkirche, die zu den schönsten Bayerns zählen soll, gibt es nicht nur einen Klosterladen mit allem was das Bierherz begehrt, sondern auch eine sog. ProBierBar. Zu bestimmten Anlässen (wie dem Tag des deutschen Bieres) werden hier Aldersbacher, weiteres Craftbier und sogar auch Bier-Cocktails angeboten.

Neben dem genannten Engagement wird natürlich und vor allem auch gebraut. Neben einer breiten Palette an Weißbieren, gibt es aber auch diverse weitere traditionell bayrische Biere, wie Helles, Doppelbock oder Festbier. Das heutige Maibock ist eine Sonderausgabe anlässlich des diesjährigen 750-Jahre-Jubiläums.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Maibock
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Aldersbach
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: würzig, grasig, leichte Fruchtaromen, karamell-malzig
Geschmack: vollmundig, geschmeidig, hell-malzig, würzig, wenig grasig, etwas Karamell, feinperlig-matt, herb-süßer Abgang
Gesamt: Im Gegensatz zum gestrigen Barre Maibock in allen Kategorien etwas besser. Aber nicht nur quantitativ auch qualitativ irgendwie ausbalancierter und ausgewogener. Vor allem das geschmeidige Gefühl auf der Zunge ist wirklich toll. Deshalb verdiente 12 Pkt (2+) für ein tolles Jubiläumsbock aus der Bier-Welt-Region.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.aldersbacher.de/.

Prost & guten Abend! 🍻

346. Barre Maibock

Bevor nun der Mai vorbei ist möchte ich schnell noch drei Maiböcke proBieren. Den Beginn macht heute die Privatbrauerei Barre aus Lübbecke im Wiehengebirge in Nordwestfalen. Im Netzwerk der Freien Brauer vertreibt die Brauerei auch überregional. Überrascht war ich aber schon, als ich sogar an der ostfriesischen Küste einige Barre-Flaggen wehen sah – offensichtlich konnte man sich dort sogar gegen die großen Krombacher und vor allem Jever durchsetzen. 1842 gegründet wird die Brauerei nun schon in der sechsten Generation in Familienhand geführt. Neben den Klassikern wie Pils und Weizen braut Barre erfreulicherweise auch ein Alt und einige sog. Craftbiere wie das Porter Westfalica. Warum jedoch in ihren Bieren nur Hopfenauszüge verwendet werden erschließt sich mir auf den ersten Blick nicht. Nun aber los – der Durst ruft, es war ein warmer Tag…

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Maibock
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfenauszüge
Stammwürze
. . . . . .  16.4°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Lübbecke
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Geruch: würzig, Zitronengras, hell-malzig, leicht alkoholaromatisch, frisch, leicht süßlich, leicht metallisch
Geschmack: recht voller Körper, weich, etwas bitter, etwas Hopfenaromen, gering malzig, etwas alkoholaromatisch, würzig-frisch, feinperlig, bitter-süßer Abgang
Gesamt: Durchaus kein schlechter Maibock. Zu einem richtig guten fehlt es mir allerdings irgendwie an dem außergewöhnlichen. Zudem ist es mir etwas zu bitter-würzig und zu wenig malzig-süß. Aber das ist ja wie alles auf Bierjubiläum Geschmackssache. Bei vierfach identischer Bewertung fällt daher natürlich auch die Gesamtnote wenig überraschend mit 11 Pkt. (2) aus.

Weitere Infos zum Bier unter: https://barre.de/produkte/biere/barre-maibock.

Prost & guten Abend! 🍻

Blogbier, die XXIX. – Hagermarsch

In unserem Urlaub an der ostfriesischen Nordsee haben es folgende Biere in die Bierjubiläums-Liste geschafft:

Bierfacts:

 

Blogbier, die XXVIII.

Beim Spontanbesuch vom ehemaligen Mitblogger Nils haben es folgende zwei Biere neu auf die Liste geschafft:

 

Bierfacts:

  • Alpenstoff:
    – 5,3%; untergäriges Helles
    – vom 1633 (respektive 1494) gegründeten Bürgerbräu Bad Reichenhall
    – ein Jahr zuvor erließ Herzog Georg von Bayern bereits in Reichenhall das Reinheitsgebot
    – Einführung der Marke 2003
    – nach dem Feinheitsgebot gebraut
    – aus der KALEA-Beertasting.Club-Abobox
    http://www.alpenstoff.de/
  • Tiger:
    – 5%; untergäriges Lager
    – von der 1932 gegründeten Asia Pacific Breweries Ltd. aus Singapur
    – das Unternehmen gehört zu jeweils etwa 40% Heineken und dem Konglomerat Fraser and Neave sowie der Firma Kindest Place eines thailändischen Milliardärs
    – Tiger ist die größte Biermarke Asiens
    http://www.tigerbeer.com/

 

345. Rügener Inselbrauerei Insel Kap

Ebenfalls in unserem Nordsee-Urlaub in Ostfriesland gekauft habe ich das heutige Bier von der anderen deutschen See. Genauer auf der größten Insel dort Rügen, braut man seit einigen Jahren „Seltenes Bier“. Dabei fokussiert sich die Brauerei ganz bewusst auf zumindest in Deutschland wirklich noch seltene Bierstile, wie Gose, Tripel, Saison oder andere Ales. Besonders macht das Bier zusätzlich die offene Gärung in flachen Becken mit obergärigen Hefen und die daran anschließende weitere Gärung in der Flasche. Hierbei ist die Rügener Inselbrauerei auch eine der wenigen, die ehrlicherweise in der Zutatenliste erwähnen, dass zur Karbonisierung auch Traubenzucker zugesetzt wird. Zudem schafft es die Brauerei ganzjährig Doldenhopfen und keine Pellets oder gar Extrakte für ihre Biere zu verwenden. Neben dem Bierbrauen von qualitativ hochwertigen Bieren engagiert sich die Brauerei auch im Bereich Naturschutz. So hat man bereits 150.000€ für die Arterhaltung des Seeadlers im deutschen Ostsee-Brutgebiet gespendet und arbeitet hierbei eng mit dem WWF zusammen. Auch das für die Brauerei typische Papier wird nachhaltig erzeugt und in einer selbst entwickelten Technik um die Flaschen gewickelt, womit man übrigens auch den besten Lichtschutz erreicht. Zudem wird die Inselbrauerei mit Solarenergie betrieben.

Bei dem heutigen Insel Kap handelt es sich um ein Oatmeal Stout. Das heißt, hier ist neben Gersten- und Weizenmalz auch Hafermalz eingesetzt. Das macht den Schaum stabiler, eine gewisse Süße in der Nase und den Geschmack weicher. 2016 erzielte es bereits die Goldmedaille beim World Beer Award.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Oatmeal Stout
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen- & Hafermalz, (Traubenzucker), Natur-Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Rambin
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Geruch: sehr würzig, röstig, holzig, erdig, Kaffee-, Karamell- & Zartbitteraromen
Geschmack: voller Körper, weich, stark dunkelmalzig, sehr röstig, etwas bitter, erdig, holzig, matt, fast schon angebrannter Abgang
Gesamt: Das Insel Kap ist ein Stout mit wirklich ausgeprägten Röstaromen. Hafer- und Röstmalze harmonieren im Grunde ganz gut miteinander, wobei leider letzteres etwas zu klar hervorsticht und die eher süßlichen Aromen eines Stouts fast völlig in Vergessenheit geraten lässt. Für Freunde des erdigen und holzigen Geschmacks aber ein Genuss. Mit einem kleinen Bonus für die Brauerei-Philosophie gebe ich dem Hafer-Kap 11 Pkt. (2).

Weitere Infos zum Bier unter: https://insel-brauerei.de/wp-content/uploads/2018/03/Sommelier-Beschreibung_INSEL-KAP.pdf.

Prost & guten Abend! 🍻

344. Maisel & Friends Artbeer #1 – CASE Maclaim

Noch vor meinem Urlaub an der ostfriesischen Nordsee erreichte mich erneut eine tolle Flaschenpost von Eva Ploß aus Bayreuth. Inhalt der Lieferung war das erste Bier von Maisel & Friends der neuen Artbeer-Reihe. Dabei soll handwerkliches Bier mit ausdrucksstarker Kunst verknüpft werden.

Für dieses Pilot-Projekt konnte man den internationalen Streetart-Künstler Andreas von Chrzanowski aka CASE aus Frankfurt gewinnen. Als Gründungsmitglied der Künstlerorganisation Maclaim Crew ist er einer der Pioniere des Fotorealismus in der Streetart. Mit seinen Motiven, die hauptsächlich die Anatomie der Hände in den Mittelpunkt rücken, schmückte er bislang vor allem Hausfassaden oder Leinwände. Mit Unterstützung von Jessica von I Know A Guy gelangte seine Kunst nun erstmals auch auf eine Bierflasche. Das Motiv „Power of Movement“ ist Teil einer größeren bekannten Leinwandarbeit und macht sich selbst für mich Kunstbanausen auf der Flasche sehr gut – auch wenn ich nicht genau weiß, was das Motiv genau ausdrücken soll.

Doch nicht nur das Äußere soll überzeugen, auch auf die inneren Werte der Bierflasche wurde geachtet. So handelt es sich hier um ein sog. Hoppy Strong Ale mit kaltgehopften Mosaic- und Citra-Hopfen sowie knapp 10 Umdrehungen.

Braukunst + Streetart = a perfect match!

Our heart is full of art! Enjoy!

Fill your glass with art!

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Strong Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  19,3°P
Alkoholgehalt. . . . . . 9,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bayreuth
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: sehr fruchtig nach Ananas, Apfel, Mango, Litschi & Limette, grasig, waldig, etwas spritzig
Geschmack: voller Körper, weich, grasig, hopfig, etwas bitter, leicht alkoholaromatisch, weniger fruchtig, matt, warmer hopfiger Abgang
Gesamt: Wieder mal ein klasse Bier meiner inzwischen fast schon Lieblings-Brauerei. Sowohl olfaktorisch als gustatorisch ein Genuss, der die Sinne vielfältig fordert und somit zu keinem Zeitpunkt langweilig ist. Also im Prinzip genau das, was Kunst doch sein sollte. In Zahlen ergibt dies satte 13 Pkt. (1-) für diese bierige Bottleart.

Mehr Infos zum Bier unter: http://maiselandfriends.com/biere/limited/artbeer-case-maclaim/.

Mehr Infos zu Case_Maclaim unter: http://www.maclaim.de/start.html bzw. http://maclaim.blogspot.de/.

Prost & guten Abend! 🍻

343. Küstenbrauerei zu Werdum Watt’n Bier dunkel

Als drittes und letztes Bier aus unserem Ostfriesland-Urlaub, möchte ich Euch heute das Watt’n Bier vorstellen. Auch, wenn ich es schon in Dornumersiel vom Fass trinken durfte, möchte ich es Euch trotzdem nicht vorenthalten.

Zu dieser Gelegenheit hatte ich übrigens auch kurz den alten Braumeister der Küstenbrauerei kennen lernen können, mit dem ich mich über das Brauen, die Brauerei und unsere Biere austauschen konnte. Im Anschluss überreichte er mir noch den aktuellen Brauwelt-Brevier, der so ziemlich alle statistischen sowie betriebs- und volkswirtschaftlichen Kennzahlen und Informationen über das deutsche (und internationale) Bier enthält.

Gekauft habe ich die heutige Flasche in Bensersiel, wobei ich mich für das dunkle entschieden hatte, da ich bereits letztes Jahr mal in den Genuss des hellen aus der Flasche kam.

Auf den ersten Blick erschein mir auch damals das Bier irgendwie etwas zu „touristisch“, doch der genauere Blick ließ mich meine Meinung nochmals revidieren. Die Küstenbrauerei zu Werdum liegt im relativ zentralen Norden Ostfrieslands und besteht nicht nur aus der Brauerei, sondern auch aus Brennerei, Kaffeerösterei sowie einem Hotel und Gasthof. Damit liegt sie in direkter Nachbarschaft zum ostfriesischen Brauriesen Jever und ist eine der wenigen Privatbrauereien Ostfrieslands. Zu meckern habe ich somit an der Brauerei zunächst nur das merkwürdige Website-Management: Probiert einfach mal selbst die unten stehende Internetseite aus.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Dunkel
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Werdum
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___6
  • Aussehen:____________________7
  • Geruch:______________________7
  • Geschmack:__________________8
Fazit

Geruch: leicht metallisch, leicht röstig, etwas dunkelmalzig, karamellig, ein Hauch Gemüse
Geschmack: eher schlanker Körper, recht dünn, leicht fruchtig, karamellig, holzig, würzig, leichte Malzsüße, gering bitter, feinperlig, trocken-süßlicher Abgang
Gesamt: Wie auch schon vom Fass ist das Dunkel vor allem im Vergleich zum hellen eher nur mäßig. Gerade für ein ostfriesisches Bier mit Kaffeerösterei hätte ich mir eine klarere Röstung und mehr Herbe erwartet. Es ist sicher kein schlechtes Bier und lässt sich süffig trinken, dennoch erwarte ich bei einem Dunkel etwas mehr Charakter. Daher kann es heute leider nicht mehr als 7 Pkt. (3-) geben.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.werdumer-hof.de/brauerei-wattn-bier/brauhaus.html.

Prost & guten Abend! 🍻

342. Ostfriesen-Bräu Landbier dunkel

Ohne viele weitere Worte zu verlieren möchte ich nach dem gestrigen hellen heute mit dem dunklen Landbier vom Ostfriesen-Bräu nachlegen. Mal schmecken, ob das zweifach mit dem goldenen European Beer Star ausgezeichnete Bier ebenfalls überzeugen kann.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Dunkel
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bagband
Erscheinungsjahr. . .
1998

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________8
Fazit

Geruch: röstig, trocken, holzig, karamell-malzig, etwas Kaffee
Geschmack: mittelgroßer Körper, dünn, leicht röstig, leicht karamellig, leicht waldig & erdig, feinperlig, trocken-herb-süßer Abgang
Gesamt: Während es in den ersten drei Kategorien noch ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen ist, entscheidet der Geschmack relativ klar für das gestrige helle Landbier. Entweder meine Geschmacksknospen sind heute überreizt oder das Bier ist wirklich charakterärmer. Zwar hat es für ein dunkles eine hohe „Drinkability“, überzeugt aber ansonsten nur mit nicht voll ausgeprägten röstigen oder süßen Geschmacksnuancen. Deshalb hier „nur“ 9,5 Pkt. (3++) für das zweite Ostfriesen Bier.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.ostfriesenbraeu.de/.

Prost & guten Abend! 🍻

341. Ostfriesen-Bräu Landbier hell

Zurück aus unserem Bauernhof-Nordsee-Urlaub – von dem ich an dieser Stelle noch berichten werde – möchte ich drei Biere vorstellen, die ich zwar vor Ort erwerben konnte, jedoch Euch nicht vorenthalten wollte. Es sind Biere der relativ rar gesäten ostfriesischen Privatbrauereien. Beginnen möchte ich mit den zwei im Handel erhältlichen Bieren des Ostfriesen-Bräu. In Großefehn-Bagband gelegen wird seit 1998 unter diesem Namen handwerklich Bier gebraut. Braumeister René Krischer erwarb in jenem Jahr ein seit 1902 bestehendes Molkereigelände und installierte dort neben einer modernen Brauerei und einem Brauhaus auch ein Brauereimuseum für alte (noch funktionsfähige) Brauanlagen. In dieser Biererlebniswelt bietet er zudem auch ganztätige Braukurse an. Da ich es diesmal nicht geschafft hatte die Brauerei zu besuchen, war ich froh, dass ich über die Ostfriesen-Biere im dortigen Edeka gestolpert war, sodass ich sie wenigstens aus der Flasche proBieren kann.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Helles
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bagband
Erscheinungsjahr. . .
1998

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Geruch: Mix aus Malz, Holz, Frucht & Karamell
Geschmack: mittelgroßer Körper, (trocken-)malzig, leicht süßlich, waldig, getreidig, leicht torfig & erdig, wenig herb, feinperlig, trockener Abgang
Gesamt: Ein wirklich guter Wiedereinstieg in den Blog. Sowohl in der Nase als auch am Gaumen macht dieses Landbier einen mehr als passablen Eindruck. Auch wenn ich beim Bierstil noch so meine Schwierigkeiten der Zuordnung habe, scheint es handwerklich gut gemacht zu sein. Kein Überflieger, aber mit 11,5 Pkt. (2(+)) durchaus im oberen Drittel anzusiedeln.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.ostfriesenbraeu.de/landbier-hell/.

Prost & guten Abend! 🍻

Urlaub an der ostfriesischen Nordsee

Meinen zweiten Teil der Tochter-Elternzeit haben wir genutzt um für zwei Wochen an die ostfriesische Nordsee zu fahren. Aufgrund der dortigen geringen Brauerei-Dichte, hatte ich auch unter Berücksichtigung des Aufwandes im Vorfeld keinen Brauereibesuch geplant. Zufällig hatte ich aber die Gelegenheit Biere von zwei regionalen/lokalen Brauereien direkt vom Fass proBieren zu können. Zum Einen die beiden Watt’n Biere der Küstenbrauerei, Brennerei & Kaffeerösterei zu Werdum, die ich in Heikes Eis- & Pfannkuchencafé in Dornumersiel gefunden hatte und dabei auch den alten Braumeister der Brauerei kennenlernen durfte (siehe auch 343.). Zum Anderen bin ich glücklicherweise beim Standspaziergang auf Norderney an der Weststrand-Bar vorbeigekommen. Dort wird nämlich in wirklich tollem Ambiente das Bier des 2012 gegründeten Norderneyer Brauhauses ausgeschenkt:

Bierfacts:

  • Norderneyer Pils:
    – 11.8°P; 4,8%; untergärig
    – Geruch: Grasig, mild, leicht fruchtig
    – Geschmack: vollmundig, leckere Hopfennote, mild herb, gewisse Malzsüße, grasig, heuig, feinperlig, herb- süßer Abgang
    – definitiv ein hervorragendes Pils mit toller Eigennote – wer mal auf der Insel weilt sollte es unbedingt probieren
    http://norderneyer-bier.chayns.net/aboutus
  • Norderneyer Weizen:
    – 5,1%; obergärig
    – Geruch: eher unscheinbar, malzig-süß, dezente Frische
    – Geschmack: voller Körper, herb, würzig, dunkelmalzig, Karamell, Banane, gering säuerlich, matt, malziger Abgang
    – gerade im Vergleich zum Insel-Pils eher nur durchschnittlich
    http://norderneyer-bier.chayns.net/aboutus

 

  • Watt’n Bier hell:
    – 4,8%; untergärig
    – Geruch: frisch, hell-malzig, leicht würzig, grasig, etwas fruchtig
    – Geschmack: recht süffig, weich, Malzsüße, Hopfenherbe, etwas getreidig, leicht würzig, feinperlig, trocken-süßlich-herber Abgang
    – nicht überragend, aber definitiv ein leckeres (Urlaubs-)Bier, das zwar mehr ein Helles, als ein Pils ist, aber trotzdem überzeugt
    –  https://www.werdumer-hof.de/brauerei-wattn-bier/brauhaus.html
  • Watt’n Bier dunkel:
    – 10%; untergärig
    – Geruch: Leicht röstig, dunkelmalzig, holz, Getreide, Karamell
    – Geschmack: Vollmundiger, röstig, würzig, süßlich, leicht Lakritz, matt, milder Abgang
    – ein leider nur unterdurchschnittliches Dunkel aus der privaten Brauerei, Brennerei und Rösterei
    –  https://www.werdumer-hof.de/brauerei-wattn-bier/brauhaus.html

Fazit:

Neben den genannten beiden Brauereien gibt es im Nordosten neben dem hier schon vorgestellten Ostfriesen-Bräu und der Industriebrauerei Jever nur noch Brauereien in Varel (südlich von Wilhelmshaven am Jadebusen), in Weener (an der Ems südlich von Leer) und auf der Insel Borkum. Angesichts der Bevölkerungsdicht in Ordnung, aber trotzdem nicht ausreichend um allerorten regionales (privates) Bier zu bekommen. Nichtsdestotrotz kann sich das ostfriesische Bier (mit Abstrichen) durchaus sehen lassen, sollte aber insbesondere für Touristen noch etwas an Qualität, Vielfalt und Marketing zulegen. Sollte es uns nächstes Jahr erneut hierhin verschlagen, werde ich versuchen mir die Sache dann auch mal vor Ort anzuschauen.

Vielen Dank im Zuge dessen auch an dieser Stelle nochmals an die beste Familie der Welt für diesen tollen Bauernhof-Nordsee-Urlaub.

Weitere Infos auch unter: http://www.ostfriesland.de/mein-ostfriesland/bummeln-und-kulinarik/regionale-spezialitaeten/bierkultur/ostfrieslands-brauereien.html?Brauereien=.

340. Hachenburger Space Pils

Anlässlich des heutigen Christi Himmelfahrt melde ich mich aus meinem Familienurlaub an der ostfriesischen Nordsee zurück. Passend zu diesem Feiertag, an dem sich Jesus Christus endgültig ins Himmelreich begab, möchte ich Euch ein wirklich besonderes Bier vorstellen. Denn es ist das erste Bier weltweit, dass mit Hopfen aus dem Weltall gebraut wurde. Erhalten habe ich eines der letzten Hachenburger Space-Pils schon vor einigen Wochen vom Bürgermeister der Gemeinde im Westerwald höchstpersönlich.

Die Reise des Hopfens beginnt im Frühjahr 2017 als die Familienbrauerei Hopfensamen als Gratiszugabe zu ihren Bieren gibt und alle Käufer und Bierliebhaber darum bittet diese in ihrem Garten einzupflanzen. Etwa ein halbes Jahr mussten diese dann gehegt und gepflegt werden, bevor sie im September geerntet werden konnten. Zum Hopfenpflückerfest der Brauerei, die selbst auch einen Hopfengarten besitzt, sollten dann alle selbstangebauten Hopfenblüten mitgebracht werden. Der „Bürger“-Hopfen wurde dann gedarrt und vakuumiert, um ihn für die große Reise vorzubereiten. Mit Unterstützung des Studio Weichselbaumer aus Passau wurde der gesammelte und vorbereitete Hopfen schließlich vom Hof der Brauerei mit einer Space-Ballon-Sonde ins Weltall geschickt. Mit einer Geschwindigkeit von etwa 7 m/sek. stieg der Ballon bis auf 36 km Höhe auf – ungefähr die Höhe die auch Weltrekordler Felix Baumgartner erreichte. Streng genommen ist das zwar noch die Stratosphäre, da das sog. Weltall erst bei etwa 100 km Höhe beginnt, aber wir lassen das mal so gelten. Ausgestattet mit modernster Kamera- und Ortungstechnik wurde der gesamte mehrstündige Flug aufgezeichnet, sodass auch ein schnelles Auffinden nach der Landung ermöglicht werden sollte. Doch es kam etwas anders als geplant als die Sonde in ein Funkloch verschwand und zunächst nicht mehr zu orten war. Nach einem öffentlichen Facebook-Aufruf konnte sie aber am nächsten Morgen am Hof Holpe im Siegerbergländischen Forst ausfindig gemacht werden. Sofort wurde der Space-Hopfen wieder zurück zur Brauerei gebracht und dort als Kalthopfung in den Pils-Sud eingebracht.

(Quelle: Westerwald-News Ausgabe 48-17 vom 25.11.17)

Nun bin ich also gespannt auf dieses in mehrfacher Hinsicht wirklich besondere Pils an diesem passenden Tag.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pils
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Hachenburg
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

 

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: Hopfig aromatisch, grasig, zitronig, limettig, leichte herbe, wenig Malz
Geschmack: mittelkleiner Körper, spritzig bis feinperlig, süße hopfige Herbe, ganz wenig bitter, etwas dünn, leichte Zitrusnoten, etwas grasig, leicht hell malzig, weich herber Abgang
Gesamt: Ein wahrhaft galaktisches Bier. Das Pils wird durch den Aromahopfen gut aufgewertet ohne zu dominant zu sein. Insgesamt ein recht mildes Bier dieses Stiles, dessen grasig-fruchtig-süße Hopfenherbe erst spät durch etwas Malz eingeholt wird. Inwiefern man hier jedoch den galaktischen Einfluss herausschmecken kann, wage ich nicht zu beurteilen. Nichtsdestotrotz ein spannendes Bier(-projekt), das seines Gleichen sucht. Für mich hier und heute 12 Pkt. (2+) wert.

Weitere Infos zum Bier unter: http://hachenburger.de/space-pils.

Prost & guten Abend! 🍻 🌟

P.S.: Unter dem Motto „Beer for Space“ haben kürzlich die 4 Pines Brewing Company in Kooperation mit den Saber Astronautics das Label Vostok Space Beer in Erinnerung an die erste menschliche Weltraummission von Yuri Gagarins ins Leben gerufen. Ziel der Unternehmung ist es ein Bier zu entwicklen, das einerseits den physiologischen Besonderheiten des menschlichen Organismus im All angepasst ist und das zudem in einer Flasche erhältlich ist, die auch in Schwerelosigkeit ihren Zweck erfüllt. In der Hoffnung auf einen baldig beginnenden und florierenden Weltraumtourismus will man so Pionier auf diesem Gebiet sein und eine bislang gänzlich neue Zielgruppe erreichen.

Maria Eetcafe

Am gestrigen Freitag Abend habe ich mich wieder mal mit meinem Kollegen Matthias aufgemacht um Köln unsicher zu machen. Ziel war diesmal das Maria Eetcafe direkt am Bahnhof Köln-West – ideal also für Besucher auch außerhalb von Köln. Matthias – selbst bekennender Belgisch-Bier-Fan – brachte mich auf diese Idee, da er dort einmal zufällig gelandet war als er noch etwas länger auf einen Zug warten musste. Dass dies ein glücklicher Zufall war zeigte sich mir schon online auf der Getränkekarte, die neben belgischen und niederländischen Essens-Spezialitäten auch eine wahrlich große Auswahl an belgischen Bieren bietet. Auch vor Ort machte der Laden einen wirklich guten Eindruck, der rustikal-kreativ eingerichtet ist und mit sehr freundlichem Personal ausgestattet ist. Ein wenig überfordert von der wirklich reichlichen und guten Auswahl haben wir uns dann aber doch zu folgenden Bieren durchringen können:

Bierfacts: 

  • Westvleteren Blond:
    – 5,8%; obergärig
    – seit 1999 von den Mönchen der Abdij St. Sixtus gebraut
    – theoretisch unverkäuflich, da das Bier nur an Endverbraucher in sehr limitierter Kapazität ausgegeben wird
    – ausgewogen malzig und würzig sowie hefig
    https://sintsixtus.be/trial/bierverkoop/

  • Duvel Tripel Hop:
    – 9,5%; obergärig
    – Starkbier mit den Hopfensorten Saazer, Styrian Golding & Citra (dieser auch gestopft) aus der 1871 gegründeten Brauerei aus Puurs
    – 2016 durch Kundenauswahl kreiert, nachdem das Produkt bereits seit 2007 mit wechselnden Hopfen auf dem Markt ist
    – grasig, würzig, eher leicht, wenig malzig, dumpfe Citranote, leicht bitter
    http://www.duvel.com/en-us/the-beer/duvel-tripel-hop

  • Malheur 10:
    – 10%; 20°P; obergärig
    – Starkbier aus der ehemaligen Brauerei De Landtsheer (Gründung 1839) in Buggenhout
    – weich, malzig-süß, trocken-bitter, karamellig
    http://www.malheur.be/nl/malheur-10/

  • Grimbergen Optimo Bruno:
    – 10%; untergärig
    – Quadrupel der 1128 gegründeten Abtei-Brauerei Grimbergen in Mechelen
    – gebraut jedoch von Alken-Maas für Heineken
    – enthält leider Zucker, Glukosesirup, Karamell-Farbstoff E150c & Hopfenextrakt
    – richtig süß, ganz leicht röstig, leicht alkoholaromatisch
    http://www.grimbergenbier.be/product/optimo

  • Corsendonk Pater:
    – 6,5%; untergärig
    – Dubbel von der Kuckucks-Brauerei aus Turnhout
    – gebraut von Brasserie du Bocq aus Purnode-Yvoir
    – dunkemlmalzig, röstig, karamell-süß
    www.corsendonk.com

  • Rochefort 10:
    – 10%; obergärig
    – Quadrupel aus der Trappisten-Brauerei in Rochefort
    – gebraut mit Rohgetreide
    – schön malzig-süß, karamellig, trocken, leicht würzig
    – http://www.trappistes-rochefort.com/

Fazit:

Definitiv ein Besuch der sich gelohnt hat. Eine derartige Auswahl an belgischen Bieren kenne ich sonst nur noch aus unserer guten Eule in Kierberg. Gerade in Köln sind Biere außer Kölsch immer noch unterrepresäntiert, sodass es schön ist zu sehen, dass sich ein solcher Laden etabliert hat. Zudem mit strategischen Standortvorteil direkt am Bahnhof West gelegen. Allerdings ist auch Vorsicht geboten: Die meisten der angebotenen Biere liegen deutlich über dem deutschen Alkoholdurchschnitt, viele sogar im zweistelligen Bereich, sodass man schnell auch an seine Belastungsgrenzen gerät. Mir selbst raucht trotz Training immer noch etwas der Kopf von sovielen Umdrehungen. Ansonsten kann ich aber jedem Kölner (Besucher) oder auch Durchreisenden einen Besuch im Eetcafe wärmstens empfehlen.

Vielen Dank an Matthias für die tolle Idee, die Begleitung und den interessanten Abend.

Weitere Infos zum Eetcafe unter: http://www.maria-koeln.de/.

 

 

339. Big Boss Saints & Sinners

Vor meinem nahenden zwei-wöchigen Familien-Urlaub an der Nordsee möchte ich Euch ein Bier aus meinem Fundus nicht vorenthalten. Es ist in mehrerlei Hinsicht interessant.

Gebraut von der Big-Boss-Brewery aus dem US-amerikanischen Raleigh (North Carolina) ist es eines der inzwischen zahlreichen Biere der Strange Cargo Series, die 2014 ihren Anfang nahm. Hierbei füllt die Craftbrauerei ihre Biere für mindestens ein halbes Jahr in Eichenholzfässer, in denen zuvor Bourbon, Wein, Tequila oder Brandy lagerten. Das Saints & Sinners (im Jahre 2016 eingeführt) ist ein Stilmix aus einem Flämischen Rot-, Flämischen Braun- sowie einem Amerikanischen Sauerbier und durfte ebenfalls in einem solchen Fass reifen. Besonders macht es zudem durch die Verwendung von Mais aus der Yates Mill – einer der ältesten noch immer arbeitenden Steinmühlen der Vereinigten Staaten (est. 1756).

„wood=good

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Flämisch Rotbraunes American Sour
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Maisgrieß, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Raleigh
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________8
  • Geruch:______________________9
  • Geschmack:__________________7
Fazit

Geruch: dunkel-fruchtig-sauer, nach Himbeeren, Kirsche, Traube, Granatapfel, bitter-malzig, leicht verbrannt, dumpfe Süße, etwas Fehlaromen
Geschmack: erfrischend, sehr spritzig, sehr fruchtig, sehr sauer, relativ bitter, kaum Malz, kaum Hopfen, weinartig, dezenter Abgang
Gesamt: Also wer Wein lieber als Bier trinkt, der sollte hier zuschlagen. Ein Sauerbier, das tatsächlich (vermutlich infolge der Weinfasslagerung) geschmacklich deutlich näher am Wein als am Bier im engeren klassischen Sinne liegt. Auch wenn das wieder einmal die unglaubliche Vielfalt und Möglichkeiten des Bieres aufzeigt und objektiv auch eine recht gute Qualität aufweist, ist es mir schlicht wieder zu einseitig sauer und fruchtig. Für mich also weder Saint noch Sinner und alles in allem 8 Pkt. (3) wert.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.bigbossbrewing.com/?page_id=400.

Prost & guten Abend! 🍻

338. Ale Mania | Hertl Herr Hertl Mania Rauch IPA

Nach dem gestrigen Rauch-Dubbel folgt heute eines der ersten, aber nicht mehr einzigen Rauch-IPAs. Entstanden ist es in rheinisch-fränkischer Koproduktion der beiden Craft-Brauer Fritz Wülfing von Ale-Mania aus Bonn und David Hertl aus der gleichnamigen Braumanufaktur in Schlüsselfeld. Beide haben in etwa zeitgleich 2013 angefangen aus ihrer schon jahrelangen Leidenschaft des Bierbrauens auch eine kommerzielle Brauerei zu formen. Dabei fokussiert sich Hertl inzwischen eher auf Bierspezialitäten wobei Wülfing in den „klassischen“ Craft-Stilen, wie IPA, Gose oder aber auch Wieß unterwegs ist.

Mit dem Rauch-IPA verbinden beide ihre Kernkompetenzen. Während Wülfing in Bonn bereits unzählige IPA-Varianten (u.a. DryPA, Session IPA und NEIPA) erfolgreich auf den Markt bringen konnte, bringt Hertl den urtypischen fränkischen Rauch mit ins Rheinland. Eine Kombination ähnlich wie beim gestrigen Rauch-Dubbel, die mehr als ungewöhnlich ist aber gerade deshalb mein Interesse geweckt hat.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Rauch-IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bonn
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________7
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: sehr spannender Mix aus Raucharomen und sehr grasigen Hopfennoten, dazu leichte Karamell- & Fruchtsüße, waldig, harzig, erdig, holzig
Geschmack: vollmundig, feinperlig bis spritzig, trocken-rauchig, Hopfen-bitter, grasig, leicht süß, bitter-spritziger Abgang
Gesamt: Welch ein interessantes Bier. Niemals zuvor habe ich die hopfigen Gras- und Bitternoten in Kombination mit Raucharomen geschmeckt. Eigentlich verwunderlich, dass im Zuge des IPA-Hypes der Craftbier-Welle nicht schon viel früher auch ein solches Bier entstanden ist. Während es in der Nase noch fast uneingeschränkt meine Zustimmung erhält, ist es auf der Zunge schon wirklich gewöhnungsbedürftig, wenngleich auch wirklich gut gemacht. Besonders für Freunde beider Bierstile absolut zu empfehlen, gewöhnliche Kölsch-, Alt- oder Pils-Trinker würde ich davon abraten. Allen anderen: Traut Euch! Nicht oft bekommt man ein derart spannendes Bier zu trinken. In Punkten bedeutet das 12 (2+).

Weitere Infos zum Bier unter: http://shop.braumanufaktur-hertl.de/21-unsere-biere.

Prost & guten Abend! 🍻