Archiv für den Monat: Juni 2018

361. Rieder India Pale Ale

Für mein heutiges Bier geht es wieder in unser schönes Nachbarland im Süden. Im Innviertel gelegen braut dort seit 1908 die Brauerei Ried genossenschaftliches Bier. Bis heute hat sich diese Unternehmensform gehalten, womit es einer der letzten seiner Art ist. Die Geschichte des Bierbrauens in Ried geht sogar bis ins 16. Jahrhundert zurück. Etwas jünger ist die Geschichte des IPA, welches ab dem 19. Jahrhundert für Reisen der britischen Händler und Soldaten entwickelt wurde. Gebraut wird es in der Spezialitätenbrauerei des Hauses, welches auch Besuchern offen steht, die dort unter Anleitung auch ihr eigenes Bier brauen können.

Edle Bierkreation aus der BrauGalerie Ried.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  15.3°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Ried im Innkreis (Österreich)
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___7
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Geruch: frisch, sehr grasig, hopfig-herb, fruchtig nach süßen Zitrusfrüchten, karamell-malzig
Geschmack: mittelgroßer Körper, würzig, recht bitter, grasig, hopfig-herb, karamelliger Unterton, matt bis feinperlig, würzig-süßer Abgang
Gesamt: Auch wenn ich nicht weiß, wie ein Ur-IPA wirklich geschmeckt hat, aber so langsam kommt es mir vor, dass ich an Geschmacksverirrung leide. Auch dieses IPA kommt mir einfach zu wenig hopfig vor und wird mir zu sehr von einer Würzigkeit dominiert. Dennoch ist schon deutlicher charakterlich seinem Bierstil zuzuordnen, weshalb es hier zumindest zu einer guten Note reicht: 10 Pkt. (2-).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.rieder-bier.at/de/produkte/bierspezialitaeten/deu885/.

Prost & guten Abend! ?

360. ÜberQuell World White IPA

Zum Wochenendanfang möchte ich Euch heute mein erstes ÜberQuell Bier vorstellen, dass mir an den Gaumen kommt. ÜberQuell ist im Grunde eine klassische deutsche „Craftbier“-Brauerei, die im Rahmen der deutschen „Craftbier-Welle“ entstanden ist. Gebraut werden serienmäßig die fünf Heros Original (Helles), Lieblings Imperial Lager, Palim Palim Pale Ale, Supadupa IPA und eben das heutige World White IPA, welches mit Sorachi, Ace, Simocoe und Topaz Hopfen sowie Pilsner, Münchner, Caramell und Weizenmalz gebraut wird. Daneben gibt es aber auch immer wieder saisonale limitierte Sondersude. Beheimatet in Hamburg erfolgt die Produktion für den Flaschenvertrieb interessanterweise bei der Privatbrauerei Schnitzelbaumer in Traunstein am Chiemsee. Neben der Mikro-Brauerei in St. Pauli gibt es in den Riverkasematten auch Brewpub (mit 30 Bieren vom Hahn) und Pizzarestaurant, in dem original italienische Pizzen in neapolitanischen Öfen zubereitet werden.

Wie viele andere Brauereien der sog. Craftbier-Klasse steht die Freundschaft zu anderen Partnern der Szene im Vordergrund. So ist Überquell Teil der Neuen Bierkultur, eine Zusammenschluss von Brauern und Bierenthusiasten wie z.B. And Union, BRLO, Crew Republic, Maisel & Friends oder Stiegl, die sich für die Weiterentwicklung der hiesigen Bierkultur einsetzen.

„Das hier ist keine Frage nach schwarz oder white – dieses Bier hier ist eine Whiteheit für sich. Und white du was? Genau so muss das!“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . (Weizen-)IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  15°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Hamburg [Traunstein]
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___8
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________9
Fazit

Geruch: klar weißbierig, hefig, bananig, vanillig, würzig, blumig, waldig, leicht fruchtig
Geschmack: voller Körper, cremig, hellmalzig, würzig, hefig, leicht grasig, wenig bitter, spritzig, trocken-würziger Abgang
Gesamt: Auch das heutige Bier überzeugt mich nicht vollends. Interessant ist jedoch sicher der Stilmix aus Weißbier und IPA, bei dem sich meiner Ansicht nach aber etwas zu stark das Hefeweizen durchsetzt. Insofern hätte man es auch fast als hopfiges Weißbier deklarieren können. Schon klar besser als der gestrige Rotfux, bin ich aber auch heute wieder streng und bleibe bei 9 Pkt (3+) stehen.

Weitere Infos zum Bier unter: https://ueberquell.com/biere/.

Prost & guten Abend! ?

359. Rotfux Frauenauer Pale Ale

Nach Hochzeit und WM-Aus der deutschen (National-)Mannnschaft nutze ich die freie Abend-Zeit des Wochenendes um eine kleine Serie an Pale Ales zu proBieren. Den Anfang macht das Frauenauer Pale Ale mit dem wohl klingenden Namen Rotfux.

Dieser geht zurück auf den Markengründer Matthias Fuchs aus Mannheim, der das Label Anfang des Jahrzehnts ins Leben gerufen hat. Eigentlich Arzt im Hauptberuf, hat er seine Leidenschaft an seinem Feriendomizil im bayrischen Wald mit dem Frauenauer Turbinenbräu professionalisiert. Mit der 1. Dampfbierbrauerei aus Zwiesel hat er dann auch einen Partner für die Herstellung und Abfüllung gefunden und so ist das Bier auch in einer der inzwischen monatlich eintreffenden Bieraboboxen vom KALEA-Beertasting.Club gelandet.

„Das Rotfux FPA verschmilzt feinste Bierbrautradition aus England und dem Bayerwald.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . American Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Frauenau/Zwiesel
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___6
  • Aussehen:____________________8
  • Geruch:______________________8
  • Geschmack:__________________6
Fazit

Geruch: würzig, süßlich, leicht Lakritz & Karamell, grasig, harzig, wenig Zitrus
Geschmack: erfrischend, mittelgroßer Körper, grasig, würzig, herb, etwas bitter, wenig fruchtig, feinperlig, würzig-herber Abgang
Gesamt: Ein Bier bei dem ich länger mit mir gerungen hatte, ob ich es überhaupt einzeln rezensieren soll oder doch zum freien Trinken zur Verfügung stelle. Auch wenn ich etwas enttäuscht bin, ist es im Nachhinein eigentlich gar nicht so schlecht auch mal ein mäßiges Bier proBiert zu haben. Auch wenn das MHD bereits leicht überschritten ist, ist mir das Bier einfach zu weit vom Stil des Pale Ales entfernt und macht für mich keinen frischen, hopfigen Eindruck. Vielmehr dominiert eine merkwürdige Kombination aus Herbe und Würze. Irgendwie passend zum Ausscheiden der DFB-Elf aus der WM in Russland, scheint auch bei diesem Bier einiges nicht ganz so gut zusammen gepasst zu haben. Deshalb diesmal nur recht harte 6 Pkt. (4+) in der Gesamtwertung.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.ratebeer.com/beer/rachel-rotfux-fpa/166621/#!.

Prost & guten Abend! ?

358. Klosterbräuhaus Ursberg Aloisius

Wie bereits versprochen möchte ich heute ein Bier vom letzten Wochenende einschieben, dass ich auf der Hochzeit von Michael im Klosterbräuhaus Ursberg mitgenommen habe. Nachdem ich bereits vor Ort alle Fassbiere proBiert hatte, wollte ich mir das einzige Bier, was es ausschließlich aus der Flasche gab, für eine Einzelrezension aufheben. Beim Aloisius handelt es sich um einen hellen untergärigen Doppelbock, der sowohl süffig als auch vollmundig sein soll.

„Vollendet harmonisch im Geschmack.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Doppelbock
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt
Stammwürze
. . . . . .  18°P
Alkoholgehalt. . . . . . 7,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Ursberg
Erscheinungsjahr. . .
1623

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________7
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: leicht metallisch, karamellig-süß, etwas würzig & waldig, leichte Lakritz-Aromen
Geschmack: vollmundig, weich, angenehm malz-süß, dunkelmalzig, wenig Würze, kaum Bittere, etwas waldig & harzig, leicht alkoholaromatisch, matt bis feinperlig, süßlicher Abgang
Gesamt: Ein schöner Abschluss eines anstrengenden aber ebenfalls schönen Wochenendes im bayrisch-schwäbischen Ursberg. Nachdem ich den Aloisius bereits kurz vor Ort probiert hatte, muss ich sagen, dass er mir heute Abend sogar noch besser schmeckt. Es ist sicherlich kein Offenbarungseid kreativster moderner Braukunst, aber dennoch weiß es zu überzeugen. Die Süße, die bei diesem Bier im Vordergrund steht ist genau nicht penetrant, könnte für meinen Geschmack aber mit etwas mehr Würze begleitet werden. Somit ergibt sich eine Gesamtpunktzahl von 11,5 Pkt. (2(+)).

Weitere Infos zum Bier unter: http://klosterbraeuhaus.de/brauerei-klosterbraeuhaus/unsere-biere.html.

Prost & guten Abend! ?

Blogbier, die XXX. – Klosterbräuhaus Ursberg

Vergangenes Wochenende feierten Michael und Jana ihre Hochzeit und wir waren eingeladen. Location war das Klosterbräuhaus Ursberg im schönen bayrischen Schwabenland. Hier gibt es nämlich neben Brauerei, Hotel, Restaurant und Biergarten auch einen Festsaal – zudem ist das Bräuhaus eingebettet in der historischen Klosteranlage nur wenige Meter von der Kirche entfernt, in der die Trauung stattfand. Zwischen Ulm und Augsburg an der kleinen Mindel gelegen besteht der Ortskern fast ausschließlich aus den Klostergebäuden, die auch das Dominikus-Ringeisen-Werk beherbergen, einem der größten regionalen Einrichtungen zur Förderung und Begleitung von behinderten Menschen. Während das Kloster 1125 vom Prämonstratenserorden erbaut und heute von einer franziskanischen Glaubenskongregation geführt wird, reicht die Geschichte der Klosterbrauerei wenigstens bis 1623 zurück. Zwar gibt es heute dort keine klösterliche Braumanufaktur mehr, dafür wird immer noch alles privat und in mehr oder weniger Handarbeit geleistet. Die sechs (vorwiegend untergärigen) Biersorten werden dabei nach traditionellem Verfahren im offenen Kupferkessel vergärt.

Impressionen:

Tasting-Notizen:

  • Pils:
    – 4,8%
    – mild, wenig herb, etwas lasch, eher wie ein Helles – aber lecker
  • Märzen:
    – 5,5%
    – sehr würzig, malzig, vollmundig, etwas herb – guter Durchschnitt
  • Zwickel:
    – 13°P; 5,5%
    – weich, malzig, grasig, etwas hefig, leicht würzig, geringe Karamellnoten – das beste Bier im Bunde
  • Dunkles:
    – 5,2%
    – klar karamellig, dunkelmalzig, wenig Röstaromen, etwas lasch – eher das schlechteste der Auswahl

Neben der eigenen Klosterbieren gab es während der Feier noch eine kleine Bierverkostung für den Bräutigam. Hierbei musste er aus einem Sortiment der Biermanufaktur Riegele aus Augsburg erraten, welches Bier er gerade trinkt. Da ich selbst zwei Wochen zuvor bei seinem Junggesellenabschied im Brauhaus Riegele nicht zugegen sein konnte, freute ich mich umso mehr nun hier mitverkosten zu dürfen:

Bierfacts:

Fazit:

Nicht nur aufgrund der überraschenden Riegele-Verkostung, sondern vor allem wegen des überzeugenden Gesamteindrucks von Hotel, Gaststätte und Bier, kann ich das Klosterbräuhaus durchaus weiterempfehlen. Hier und da könnten zwar Details am Haus und am Bier noch etwas verbessert werden, dennoch ist es allemal eine Reise wert; insbesondere wenn man mal in der Region weilt. Wer also gutes handwerkliches Bier im traditionellem Stil und im historisch-urig-edlem Ambiente genießen will, der sollte ernsthaft über einen Besuch in Ursberg nachdenken.

Das derzeit letzte Bier im Bunde – der Doppelbock Aloisius – habe ich mir übrigens für eine Einzelverkostung mit nach Hause genommen. Der Bericht folgt in Kürze.

Vielen Dank auch nochmals auf diesem Wege an Jana und Michael für die sehr schöne Hochzeit(sfeier).

Mehr Infos zur Ursberger Klosterbrauerei unter: http://klosterbraeuhaus.de/brauerei.html.

357. Hopferei Hertrich [VETO] Zwickelhahn

Bevor es für mich übers Wochenende Richtung Augsburg zum Braugasthof Kloster Ursberg geht, freue ich mich heute auf mein erstes Bier der Hopferei Hertrich aus Feucht bei Nürnberg. Ähnlich wie das vorgestrige Brew Age Bier setzt die Hopferei neben einer wohl hoffentlich guten Qualität vor allem auf ein überaus ansehnliches Äußeres, was sich von den allermeisten Bieren abhebt. Aber auch die noch junge Geschichte des Brauunternehmens liest sich recht interessant. Mitten in Franken beheimatet hat die Familie Hertrich seit jeher mit Bier oder anderen alkoholischen Getränken zu tun. Und auch für die Hopferei arbeiten Vater, Mutter und beide Söhne Hand und Hand um das noch neue Label unter die Leute zu bringen. Alle haben sich dem Thema (Craft-)Bier zunächst autodidaktisch genähert. Neben viel Literatur und einem Biersommelier-Kurs für jeden der drei Hertrich-Herren hat die Familie vor allem viel im Heimbrauen experimentiert, bevor sie mit ihren Rezepten an Jörg vom Brauhaus Birkert in Breitengüßbach herantraten. Denn dort wird ihr Bier gebraut, bevor es bei Göller in Zell am Main abgefüllt wird. Der Name Hopferei entstammt übrigens einem Witz bezüglich der in der Vergangenheit mal ausufernden Hopfenpflanzen ums Haus der Hertrichs, sodass man hätte annehmen können, dass hier ein Hopfenbauer zu Hause ist. Doch der Name ist auch Programm, so wird dem Bier während des gesamten Brauprozesses Hopfen zugesetzt – vom Würzekochen bis zum Kalthopfen.

Im Rahmen des Labels haben sie die Marke „VETO“ gegründet, die sich klar gegen die Massenbierhaltung der Industrie stellt und sich für kreative Handwerksbiere einsetzt. Der Zwickelhahn ist eines der Tiere, die im Rahmen der Marke das Licht der Welt erblickten. Es handelt sich hierbei um ein Zwickel- bzw. Kellerbier. Was das genau ist wird auf der Website sehr schön erläutert:

„Ursprünglich war mit Zwickelbier die vor dem Filtern vom Gärbottich mittels des sogenannten „Zwickelhahns“ vom Braumeister entnommene Probe gemeint. Um unbeabsichtigtes Öffnen des Probehahnes, meist eines Kükenhahnes, zu vermeiden, hat das Hahnküken keinen Griff, sondern nur einen Schlitz für die Bedienung mit einem Schraubendreher gehabt. Statt eines Schraubendrehers hat sich auch eine Münze, in Bayern am besten ein Zweimarkstück, mundartl. Zwickel genannt, verwenden lassen.

Das Bier wurde und wird auf dem „Keller“ (fränkischer Bierkeller) direkt vom Fass gezapft. Das Zwickelbier gehört zu den ungespundeten Bieren und hat daher einen geringen Kohlensäuregehalt. Es ist ein verträgliches, würziges und „süffiges“ Bier. Da alle natürlichen Schweb- und Trubstoffe im Bier verbleiben, wird es als ernährungs-physiologisch wertvoller angesehen als filtriertes Bier.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Zwickel/Kellerbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12.9°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Feucht [Breitengüßbach/Zell am Main]
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: würzig, grasig, buttrig, sehr blumig, leicht karamellig
Geschmack: süffig, wenig Körper, weich, würzig, hopfen-herb, hopfen-blumig, grasig, hell-malzig, matt, mild-herber Abgang
Gesamt: Es muss nicht immer außergewöhnlich kreativ mit vielen natürlich Zutaten außerhalb des sog. Reinheitsgebots sein. Um auch mal auf den Boden der klassischen Biere zurück zu kehren ist der Zwickelhahn hervorragend geeignet. Mit einer klar erkennbaren Hopfennote und der typisch kohlensäurearmer Resenz ist es dennoch ein interessantes und leckeres Kellerbier. Vor allem ist es eines das seinem Stil im Vergleich zu Konkurrenzprodukten aus größeren Industriebrauereien deutlich eher gerecht wird. Völlig verdient sind das 12,5 Pkt. (2++) in der Gesamtwertung.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.hopferei.de/veto/zwickelhahn/.

Prost & guten Abend! ?

356. Brew Age Dunkle Materie

„Mysteriös ist sie, (noch) nicht nachgewiesen, dennoch notwendig zur Erklärung von Gravitations-Wechselwirkungen im All – die Dunkle Materie.“

Nachdem es am vergangen Wochenende auf dem Festival der Bierkulturen in Köln wirklich hoch herging, komme ich heute wieder zurück in die Spur und möchte Euch in den kommenden Tagen und Wochen ausgewählte Craftbiere vorstellen. Den Anfang macht die dunkle Materie von Brew Age aus der österreichischen Hauptstadt Wien.

Brew Age, das sind Christian, Michael, Raphael, Tom und Johannes. Allsamt Bierbegeisterte waren es vor allem die letzteren beiden, die ihr Hobby seit 2006 immer stärker professionalisierten. Zunächst studierten sie Brauwesen bei der TUM Weihenstephan und kreierten schließlich 2012 den Entschluss eine Gypsy-Brauerei zu entwickeln, da eine eigene Brauerei samt sämtlicher Anlagen schlicht (noch) nicht realisierbar war. Doch sind die Jungs keine klassischen Kuckucksbrauer, die von Brauerei zu Brauerei ziehen, sondern brauen seit jeher im Brauhaus Gusswerk in Elsenwang. Heute ist Brew Age eines der populärsten Biermarken der österreichischen Craftbierszene und ist auch deutschlandweit erhältlich. Bekannt sind sie neben einer vielfältigen und hochqualitativen Auswahl an Bierspezialitäten vor allem durch ein auffallendes Etikettendesign, das wohl nicht nur mir sehr gefällt.

Die heutige dunkle Materie ist ein sog. Black IPA. Dieser erst dieses Jahr definierte Bierstil – auch Cascadian Dark Ale genannt – ist quasi eine Kombination aus einem Stout und einem IPA. So wird zunächst mit kräftigen Röstmalzen eingemaischt ehe nach Abschluss der Gärung mit ausgeprägten Hopfen kalt gehopft wird.

„Bei jedem Schluck offenbart sich eine neue Nuance. Das Black IPA will geschmacklich ständig neu erforscht werden – wie die Dunkle Materie eben.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Black IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Wien [Elsenwang]
Erscheinungsjahr. . .
2015

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Geruch: würzig, grasig, blumig, röstig, holzig, fruchtig, süßlich
Geschmack: mittlerer Körper, holzig, röstig, Kaffee & Zartbitter, blumig, leicht zitrusartig, frisch, feinperlig, mild-röstiger Abgang
Gesamt: Schaut man auf die Punkte, könnte man meinen: stark begonnen und stark nachgelassen. Doch das täte dem Bier sehr unrecht, ist es doch schließlich in seiner Geschmacksvielfalt höchst interessant und durchaus auch sehr lecker. Mir persönlich ist es nur etwas zu röstig und etwas zu wenig hopfenbetont. Trotzdem möchte ich diese hochspannende Verknüpfung aus Röstmalzen und Hopfennoten mit (fast) sehr guten 12,5 Pkt. (2++) bewerten.

Weitere Infos zum Bier unter: https://brewage.at/biere/?nr=11.

Prost & guten Abend! ?

Festival der Bierkulturen 2018

Lahnsteiner Gruitbier | Lahnsteiner Burbator | Elusive Desert Isle | Solvay Society Dubbel Beta Coumarin | Kölner Bierhistoriker Knalt | Kölner Bierhistoriker Deutsches Porter 1900 | CCC Heinenhof Süffige Sünde | Orca Bräu Wildfang #1 | AleMania Chocolate Mint Stout | Bayrischer Bahnhof Sweet Pineus Buchweizen  | Bayrischer Bahnhofs Cuvee | Heidenpeters Wild IPA | Heidenpeters + Orca Bräu Tea Time Pale Ale | Bierserker Luiserl | Brauprojekt 777 Barley Wine | Helios Tripel Bock | Helios Black Out Rum |  Bunthaus Root Wild Ale | 3rd Sector Aam Laasse | 3rd Sector Salacia – Godess of the Deep | Pax-Bräu from Asia with Love | Bierfabrik Berlin Malt Liquor | Lahnsteiner Cool Elephants | Lahnsteiner Honigbier

Während die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland in vollem Gange ist feierte Köln am vergangen Wochenende das Festival der Bierkulturen. Das in diesem Jahr schon zum 9. Mal stattfindende bierige Großereignis ist eines der wichtigsten Krerativbierfeste in NRW und zieht Jahr für Jahr mehr Publikum an. So habe ich es dieses Mal auch endlich geschafft und war mit Nils am Samstag vor Ort.

Pünkltich um kurz vor 14 Uhr konnten wir uns dann in die schon gebildete Schlange einreihen. Kurze Zeit später waren wir dann drin und versuchten uns erst einmal einen Überblick zu verschaffen. Doch bei 25 Ausstellern und etwa 125 Bieren wurden wir zunächst regelrecht erschlagen von der Quantität der Auswahl. Auch qualitativ stellte sich schnell ein hohes Niveau heraus, das einem fast überforderte. So gab es neben den lokalen und regionalen Marken wie die Helios-Braustelle als Veranstalter, die Kölner Bierhistoriker, Ale-Mania aus Bonn oder die Mikrobrauerei Heinenhof auch deutsche Größen wie Kehrwieder, Heidenpeters, Orca-Bräu oder Pax-Bräu sowie internationale Brauereien aus Großbritannien (40Ft, Elusive, Iron Pier & Solvay) und Belgien (‚t Hofbrouwerijke & Hof ten Dormaal).

Aufgeteilt waren diese im großen Saal, im Jugendbistro und im Außenzelt des Bügerzentrums Ehrenfelds. An jedem Stand gab es Fladenbrot zur Stärkung und zudem an der Küche kostenfreies Wasser zur Neutralisierung und zum Mineralhaushaltsausgleich.

Angesichts eines straffen Zeitplans (ich musste Abends familär bedingt wieder daheim sein) gingen wir diszipliniert zu Gange und wählten ganz bewusst außergewöhnliche Biere, die weder zu klassisch traditionell noch zu klassisch kreativ waren.

 

Impressionen:

Bierfacts:

  • Lahnsteiner Gruitbier:
    – obergärig; 4,9%; 11.3°P
    – naturtrübes Kräuterbier wie im Mittelalter mit Muskatblüte, Wacholderbeeren & Salbei
    – von der Familienbrauerei Lahnstein südlich von Koblenz am Rhein
    – die Geschichte der in der 10. Generation geführten Brauerei geht bis 1411 zurück
    – neben einer tollen Vielfalt an Bieren verkauft die Brauerei auch vielerlei bierige Produkte wie Knabbermalz oder Hopfentee
    – Goldmedaille beim International Craft Beer Award 2015
    – säuerlich, frisch, gewürzig
    – https://www.lahnsteiner-brauerei.de/Craftbiere.htm
  • Lahnsteiner Bourbator:
    – obergärig; 8%; 18.5°P
    – heller Bock gereift auf Bourbonholz
    – Goldmedaille beim International Craft Beer Award 2017
    – genau richtige Whisky-Note, malzig, leicht ölig
    – https://www.lahnsteiner-brauerei.de/Craftbiere.htm
  • Elusive Desert Isle:
    – obergärig; 4,5%
    – Lime-&-Coconut-Hopfenweisse
    – gehopft mit Motueka & Wai-Iti
    – aus dem englischen Birkshire
    – Limette, Gras, herb
    – https://www.elusivebrewing.com/blog-1/
  • Solvay Society Dubbel Beta Coumarin:
    – obergärig; 6%
    – Dubbel mit Tonka-Bohnen und rote Beete
    – vom Stadtrand der britischen Hauptstadt
    „Oud Belgium. Nouvel London.“
    – wenig Tonka-Bohne, wenig rote Beete, getreidig
    http://solvaysociety.com/beers/
  • Kölner Bierhistoriker Knalt:
    – obergärig; 4,5%; 14°P
    – leicht kalt gehopftes klassisches Altbier
    – von den äußerst sympathischen Kölner Hobbybrauern, die sich herausragend für alte Rezepte einsetzen
    – „auf den Spuren (fast) vergessener Bierrezepturen und Brautraditionen“
    – frisch, geschmeidig, süßlich, leicht röstig
    http://koelnerbierhistoriker.org/
  • Kölner Bierhistoriker Deutsches Porter 1900:
    – obergärig; 5,1%; 13.7°P
    – deutsches Porter nach historischen Rezept
    – schön malzig, süffig, Kakao, Kaffee
    http://koelnerbierhistoriker.org/
  • CCC Heinenhof Süffige Sünde:
    – untergärig; 6,5%; 16°P
    – historisches Kölnisches Knupp
    – mit Hafermalz und Süßholzwurzel
    – von der letztes Jahr aus den KBH entstandenen Mikrobrauerei Heinenhof aus Pulheim-Orr
    – ist der nächste Gast beim Montagstasting in der Eule
    – Kaffee, Vanille, wenig Rauch, cremig
    https://www.heinenhof.de/mikrobrauerei/
  • Orca Bräu Wildfang #1:
    – obergärig; 6,5%
    – Sour Saison im Pflaumenschnapsfass gereift
    – von der von Felix vom Endt 2017 gegründeten Nürnberger Kreativbierbrauerei
    – eine der Speerspitzen der deutschen Kreativbierszene (u.a. mit Waldbieren oder alternative Getreiden)
    – gut sauer, fruchtig, erfrischend
    http://www.orcabrau.de/
  • AleMania Chocolate Mint Stout:
    – obergärig; 6%; 16°P
    – Test-Batch mit Schokomalz, Haferflocken, Kakao, Laktose & Pfefferminze
    – vom Bonner Kreativbier-Pionier Fritz Wülfing
    – Minze, Schoko, süffig
    https://fritz0830.wixsite.com/alemaniabonn
  • Bayrischer Bahnhof Sweet Pineus Buchweizen:
    – obergärig; 4%
    – Gose mit 50% Buchweizenanteil
    – von der seit 2003 bestehenden Gosebrauerei in Leipzig
    – vom ältesten erhaltenen Kopfbahnhof der Welt
    – mild, fruchtig, süffig, sehr lecker
    https://www.bayerischer-bahnhof.de/de/hausgemachte-biere.html
  • Bayrischer Bahnhofs Cuvee:
    – obergärig; 5%
    – Verschnitt von mehreren Goses
    – etwas zu sauer, Komplexität schwer schmeckbar
    https://www.bayerischer-bahnhof.de/de/hausgemachte-biere.html
  • Heidenpeters Wild IPA:
    – obergärig; 8,2%
    – double dry hopped IPA mit Apfelsaft vergoren und Tannennadeln des Spreewalds versetzt
    – von einer der bekanntesten Berliner Craftbier-Brauereien
    – mäßig, mehr IPA als Apfelsaft, zu wenig waldig
    http://www.heidenpeters.de/
  • Heidenpeters | Orca Bräu Tea Time Pale Ale:
    – obergärig; 5%
    – Weizen Pale Ale mit Roibuschtee
    – Kollaboration zwischen Johannes Heidenpeter & Felix vom Endt
    – frisch, teeig, waldig, lecker
    http://www.heidenpeters.de/
  • Bierserker Luiserl:
    – obergärig; 5,4%; 14.5°P
    – Ale mit Zitronenverbene gebraut
    – vom wohl kreativste Bonner Brauer Ulrich Karl Tröger
    – abgefüllt im Siegburger Brauhaus
    – pilsig-herb, trocken-würzig, leicht getreidig
    http://www.bierserker.de/
  • Brauprojekt 777 Barley Wine:
    – obergärig; ?%
    – einziges Barley Wine des Festivals
    – von der 2013 gegründeten Handwerksbrauerei aus dem niederrheinischen Spelle
    – am untersten Rand der Öligkeit, hohe Drinkability, gut für Einsteiger
    http://brauprojekt777.de/
  • Helios Tripel Bock:
    – obergärig; 9,5%
    – hopfen- & malzbetontes helles Strong Ale
    – von der 2001 gegründeten Braustelle – Ehrenfelds einziger und Kölns kleinster Brauerei
    – gemüsig, cremig, ölig, würzig, süßlich
    http://braustelle.com/flaschenbier.html
  • Helios Black Out Rum:
    – obergärig; 14%
    – im Rumfass gelagertes hochprozentiges Stout
    – Rum, Rum, Rum
    http://braustelle.com/flaschenbier.html
  • Bunthaus Beet Root Wild Ale:
    – obergärig; 5,5%
    – American Wild Ale
    – letztes Jahr enstandenene Handwerksbrauerei von der Hamburger Elbinsel Wilhelmsburg
    – gebraut wird unangepasst an der Bunthäuser Spitze
    – Essig, normal säuerlich, fruchtig
    http://www.bunthaus.beer/die-biere/beetroot-wild-ale/
  • 3rd Sector Aam Laasse:
    – obergärig; 8,8%
    – All-Hop Mango Milkshake-IPA
    – von der noch recht frischen Essener Craftbierstube
    – wenig Milch, wenig Frucht, ok
    https://thirdsectorbrewing.de/
  • 3rd Sector Salacia – Godess of the Deep:
    – obergärig; 9,2%
    – Bourbon-Oaked Imperial Chocolate Stout on roasted Hazelnuts
    – ölig, süß, holzig, röstig, nussig
    https://thirdsectorbrewing.de/
  • Pax-Bräu from Asia with Love:
    – obergärig; 7,1%; 18°P
    – Doppel-Wit – Szechuan Style
    – mit Emmermalz, Bitterorangenschale, Habanero Chili, Ingwer, Szechuanpfeffer, Zitronengras & Koriander
    – von einem der führenden Natürlichkeits-Brauer Andreas Seufert aus Oberelsbach in der unterfränkischen Rhön
    – Pfeffer, Zitronengras, wenig Balance, wenig Spitzen
    https://pax-braeu.de/shop/from-asia-with-love-2/
  • Bierfabrik Berlin Malt Liquor:
    – untergärig; 6,7%
    – ursprüngliches Strong Lager
    – vom noch jungen Berliner Brauhaus Bierfabrik
    – malzig, waldig, vollmundig
    http://www.berlinerbierfabrik.com/
  • Lahnsteiner Cool Elephants:
    – untergärig; 10,2%
    – Megabock Rohminator gereift auf Sandelholzchips
    – Silbermedaille beim International Craft Beer Award 2017
    – Mitbringsel vom Festival zum Absacker-Verzehr
    https://www.lahnsteiner-brauerei.de/Craftbiere.htm
  • Lahnsteiner Honigbier:
    – obergärig; 10,7%
    – naturtrübes Bier, nachvergoren mit Blütenhonig
    – getrunken beim Schreiben dieser Zeilen
    – waldig-süß, sehr alkoholaromatisch, leicht ölig, leichte Bittere, mittel-schwerer Körper, matt-feinperlig, trocken-warmer Abgang
    https://www.lahnsteiner-brauerei.de/Craftbiere.htm
    http://www.magazin-objektiv.de

Fazit:

Auch wenn es mir am Sonntag Morgen so schlecht wie nie in meiner Blogzeit ging, war es einfach ein überragendes Bierfestival. Alleine die schiere Auswahl an kreativen und handwerklich gut gemachten Bieren lässt jedes Bierherz höher schlagen. Die Mischung aus lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Highlights war wirklich außerordentlich. Dass vor allem der Samstag wieder frühzeitig ausverkauft war, ist der beste Beweis für die hohe Qualität des Fesitvals und der große Wunsch der Bierbegeisterten nach guten kreativen Bieren. Auch die Möglichkeit sich die ein oder andere Flasche bzw. ein anderes bieriges Produkt mitnehmen zu können war gut. Zu kritisieren hätte ich lediglich den Umstand, dass es mir insgesamt etwas zu unübersichtlich war und man so manchmal etwas Mühe hatte an sein Lieblingsbier zu kommen. Nichtsdestotrotz war es wohl das beste Bierfestival, das ich seit Anbeginn des Blogs besucht habe und es definitv auch für das kommende Jahr vorgemerkt. Danke Peter Esser und danke auch an alle anderen Brauer und Unterstützer für dieses biergeniale Großereignis.

Mehr zur Veranstaltung unter: https://www.facebook.com/events/1867617260158489/.

Oder unter: https://www.koeln.de/branchen/eintrag/1276/brauereien/braustellebuergerzentrum-ehrenfeld/
bzw. http://braustelle.com/festival-der-bierkulturen-2018.html

355. Coltro Gold Julia Bock

Wie versprochen kommt heute das zweite Bier aus der Hürther Braumanufaktur Coltro. Es handelt sich dabei um ein klassisches Bockbier, dass jedoch nach der Hauptgärung noch mit deutschen und US-amerikanischen Hopfen gestopft wurde. Da eine solche „Stilveredelung“ noch recht selten ist, bin ich gespannt wie es die Knapsacker umgesetzt haben. Woher jedoch der Name Julia kommt, kann von meiner Seite nur spekuliert werden…

„Kaltgehopfte, untergärige Spezialität der Coltro Braumanufaktur. Besonders fruchtig mit besten Aromahopfen aus deutschen und kalifornischen Anbaugebieten. Ein Muss für jeden, der Biere der Extraklasse liebt.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Bock
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Hürth
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___4
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Geruch: frisch, blumig, grasig, hopfig-fruchtig, dunkel-karamell-malzig, leicht holzig
Geschmack: erfrischend, voller Körper, malzig, Karamell, leichte Hopfenbittere, grasig, leicht harzig-waldig, matt, bitter-herber Abgang
Gesamt: Auch wenn das Bier im gestrigen Vergleich optisch etwas weniger ansprechend ist, sind die inneren Werte doch deutlich ansprechender. Zwar ist es insgesamt noch recht unausbalanciert und auch der Hopfen könnte noch etwas deutlicher zu tragen kommen, doch ist es durchaus facettenreich und interessant zu trinken. Deshalb auch eine leicht bessere Gesamtwertung als gestern: 11 Pkt. (2).

Weitere Infos zum Bier unter: http://coltro-brauservice.de/unsere-biere.

Siehe auch: http://www.rheinische-anzeigenblaetter.de/25224520.

Prost & guten Abend! ?

354. Coltro Gold Festbier

Von Bornheim in Rhein-Sieg geht es heute nach Hürth in Rhein-Erft. Im dortigen Gewerbegebiet Knapsack gibt es nämlich seit (vor-)letztem Jahr auch eine (Mikro-)Brauerei. Betrieben wird sie von Vater und Sohn Coltro. Letzterer (eigentlich Kölner) hat in Reissdorf seine Ausbildung zum Brauer gemacht. Schon in seinen ersten Jahren wollte er einmal selbst eine Brauerei eröffnen und ging dafür zunächst nach München um bei Doemens seinen Meister zu machen. Wo er gleich in dort war blieb er gleich für eine kurze Zeit bei einer Craft-Brauerei und ging dann zum großen Paulaner, wo er insbesondere Brauerfahrung sammeln und sein Netzwerk ausbauen konnte. Als dann vor Kurzem sein Vater in den Vorruhestand ging, war die Gelegenheit für die eigene heimische Brauerei gekommen.

Neben den beiden diese Woche vorgestellten Bieren brauen Vater und Sohn noch vier weitere Biere: ein Wieß, ein Keller-Pils, ein bayrisch Dunkel und ein India Pale Ale.

„Echte Handwerkskunst aus Meisterhand“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Märzen
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Hürth
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___4
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________9
Fazit

Geruch: leicht metallisch, würzig, leichte Fruchtsüße, karamellige Malzsüße, spritzig
Geschmack: mittlerer Körper, weich, fruchtig, malzig, grasig, wenig bitter, feinperlig, dumpf-fruchtiger Abgang
Gesamt: Ein interessantes Festbier mit hoher „Drinkability“. Für meinen Geschmack ist es aber (stiluntypisch) zu fruchtig und zu wenig malzbetont. Trotzdem durchaus handwerklich gut gemacht. Insgesamt vergebe ich hierfür 9 Pkt. (3+).

Weitere Infos zum Bier unter: http://coltro-brauservice.de/unsere-biere.

Siehe auch: http://www.rheinische-anzeigenblaetter.de/25224520.

Prost & guten Abend! ?

353. Braukunst Vorgebirge Highway to Helles

Nach einer termin-intensiven letzten Woche möchte ich diese Woche drei Biere aus meiner direkten Region vorstellen. Den Anfang macht ein Bier, auf welches ich mich schon sehr gefreut habe, kommt es doch aus meiner inzwischen zweiten Bierheimat neben der Brühler Eule. Doch damit nicht genug ist es natürlich kein gewöhnliches 08/15-Bier, sondern zeichnet sich durch eine sehr unterstützenswerte Besonderheit aus. Hobbybraumeister Ralf – seines Zeichens hauptberuflich Caterer und somit ebenfalls Experte für die feste Nahrung – wagte mit diesem Bier den Versuch ein Brotbier zu brauen. Hierfür wird auf Basis eines obergärigen Hellen dem Sud etwa ein Kilo Vollkorn-Brot vom Vortag zugesetzt und mitvermaischt. Inspiriert aus England, will Ralf damit ein Zeichen gegen die Lebensmittelverschwendung setzen, schließlich setzt er nur Brot ein, dass sonst den Weg in den Müll gefunden hätte, obwohl es absolut unbedenklich ist. Und um das Perpetuum mobile perfekt zu machen, backt Ralf aus dem aus dem Maischen entstandenen Treber wieder neues Brot, was gegessen aber natürlich auch wieder mitverbraut werden kann.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Brotbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Brot, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bornheim-Sechtem
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___-
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________8
Fazit

Geruch: spritzig, fruchtig, wenig bitter, karamell-malzig, leicht würzig & harzig
Geschmack: sehr voller Körper, cremig, würzig, matt-malzig, ölig, kaum Hopfen, süßlich nach Bonbon, leicht alkoholaromatischer öliger Abgang
Gesamt: Danke Ralf für dieses tolle Brauexperiment. Wer ein wirklich cremig-weiches öliges Bier proBieren möchte, sollte hier dringend zugreifen. Das Brot wirkt sich ansonsten weniger getreidig auf den Geschmack aus als ich dachte, bringt dafür andere würzig-süße Aromen mit. Alles in allem zwar durchaus etwas gewöhnungsbedürftig, aber definitiv empfehlenswert. Summa summarum macht das gute 10 Pkt. (2-).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.braukunst-vorgebirge.de/.

Prost & guten Abend! ?

352. Maisel & Friends Dirty 30

Auch wenn mein Geburtstag bereits über ein halbes Jahr zurück liegt, habe ich den meiner Frau zum Anlass genommen diese Woche drei passende Biere zum 30. zu verkosten. Begonnen mit dem 29er Pils und dem Doppel-Alt, das ich aber auch schon auf unserer Franken-Tour in Nürnberg trinken durfte, schließe ich die Geburtstagswoche mit einem wirklichen Kracher-Bier.

Dabei ist Kracher-Bier sogar noch untertrieben für dieses in der Brauwelt wohl einzigartige Experiment. Mir zumindest ist kein Bier bekannt, dass auch nur annähernd mit diesem herausragenden Gebräu mithalten kann. Denn es wurde mit nicht weniger als sage und schreibe 30 verschiedenen Malz- und Hopfensorten gebraut. Hintergrund ist der ebenfalls 30. Geburtstag des Maisel-&-Friends-Brauer Markus (nächste Parallele ;)) Briemle, der sich hierfür etwas ganz Besonderes überlegt hatte. Mit einem Freund aus der Barth-Hass-Group – dem weltweit führender Anbieter von Hopfen und Hopfenprodukten – wurden hierfür folgende 30 (!) Hopfensorten ausgewählt:

Amarillo, Ariana, Bramling Cross, Callista, Cascade, Celeia, Centennial, Chinook, Citra, Crystal, Ella, Enigma, Hallertauer Blanc, Hallertauer Herkules, Hallertauer Perle, , Hallertauer Saphir, Hallertauer Tradition, HBC431, Hersbrucker, Hüll Melon, Mandarina Bavaria, Mittelfrüh, Relax, Saazer, Spalter Select, Styrian Fox, Styrian Golding, Tettnanger, Triskel, Vic Secret.

Die 30 (!) Malzsorten stammen allsamt aus Deutschlands größten Mälzerei Weyermann in Bamberg und umfassenden neben diversen Röst-, Karamell- und Basis-Gerstenmalzen auch Weizen-, Roggen- und Dinkelmalz.

Das Etikett hat Markus‘ Schwester entworfen und nimmt damit Bezug auf sein Sternzeichen. So zeigt es den Kampf der beiden Hopfen- und Malz-Widder, die um die Vorherrschaft im knallenden Sudkessel ringen.

Bierstilmäßig ist aus diesen 62 Zutaten (Wasser + Hefe noch dazu) übrigens ein Black IPA geworden, in dem sowohl dunkle karamellige Malznoten als auch ausgeprägte Hopfenaromen dominieren. Bei den Inhaltsstoffen hätte es aber auch kaum ein anderes Bier werden können. Und hätte es den Bierstil nicht seit kurzem gegeben, er hätte hierfür wohl erfinden werden müssen.

Nachdem ich es anlässlich des Geburtstages zwar bereits vor einigen Wochen online beim Flaschenfreund bestellt hatte, erreichte mich mit einem wahrhaft genialem Timing noch ein zweites Exemplar per Maisel-Flaschenpost von Eva Ploß. Darüber habe ich mich aber nicht geärgert, im Gegenteil, so habe ein zweites Exemplar, dass ich ggf. zu einem späteren Zeitpunkt zu einem ähnlich besonderen Moment verkosten kann.

„Do you wanna get dirty? Be thirsty!

Kein Dirty Harry. Kein Dirty Dancing. Sondern DIRTY 30!“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Black IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen-, Roggen- & Dinkelmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  17,°P
Alkoholgehalt. . . . . . 8,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bayreuth
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________14
  • Geschmack:__________________14
Fazit

Geruch: Hopfenbittere, bunter Fruchtmix aus Maracuja, Litschi, Mango, Zitrone, Mandarine, Grapefruit & anderen roten Früchten, grasig, waldig, harzig, Karamell, holzig, dunkelmalzig, leicht röstig
Geschmack: voller Körper, weich, Röstaromen, Bittere, fruchtig, nussig, waldig, getreidig, erdig, feinperlig, ölig leicht alkoholaromatischer Abgang
Gesamt: Wow, wow, wow! Ein wahres Geburtstagsfeuerwerk aus Hopfen- und Malzaromen, das Nase und Gaumen echt überfordert. Es ist praktisch alles dabei, was ein Bier auszeichnen kann. Dabei kann man den Kampf der beiden Widder mit jedem Schluck spüren. Ein in Komplexität und Tiefe wohl kaum erreichbares Bier-Meisterwerk, das wohl auch historisch seines Gleichen sucht. Mit einer äquivalent herausragenden Gesamtwertung von 14 Pkt. (1) sichert sich das Dirty 30 hiermit die Spitzenposition im diesjährigen Bierjubiläum-Ranking.

Mehr Infos zum Bier unter: http://maiselandfriends.com/biere/limited/dirty-30/.

Prost & guten Abend! ?

356. Biercocktails – Bierverkostung zur Eule 06/18

Der diesmonatige (reguläre) Biermontag in der Kierberger Eule stand ganz im Zeichen meiner Biercocktails. Nachdem ich diese bereits im Rahmen der offiziellen Wiedereröffnung der Eule recht erfolgreich präsentieren konnte, stand der Idee dies auch mal beim Biermontag zu machen nichts mehr im Wege. Die Idee hatten Biersommelier und Eulen-Besitzer Markus Weick sowie meine Wenigkeit bereits schon seit dem wir uns 2016 kennen gelernt hatten. Da hierfür aber einiges an Planung, Organisation und somit auch Zeit erforderlich ist, hatten wir in Vergangenheit andere Themen vorgezogen.

Vor der eigentlichen Verkostung ging es aber erst einmal weiter im Kölsch-Projekt, bei dem Markus bis Frühjahr 2019 (da wird die Kölsch -Konvention 33 Jahre) alle Kölsch vorgestellt und durchprobiert haben will. Heute am Start: das Sünner. Dabei erklärte Markus wie es fast dazu gekommen wäre, dass es zum Stammkölsch der Eule geworden ist. Schließlich hat Sünner als älteste noch produzierende Brauerei der Domstadt (ebenfalls) Brauerei im Brauhaus und stellt sich durchaus vielfältig auf. So gibt es immer wieder mal auch andere Bierspezialitäten wie den Hircus, aber daneben auch kölsche Spirituosen, wie Korn, Gin oder Kräuterliköre.


Nun begann mein Part, für den ich neben der flüssigen Versorgung natürlich – wie bei jedem Biermontag in der Eule – auch was fürs Hirn vorbereitet hatte. So gab es zwischendurch immer wieder ein paar theoretische Inputs zu Cocktails allgemein und Bier-Cocktails im Speziellen:

Für den Genuss-Teil der Verkostung hatte ich vier Bier-Cocktails ausgewählt, die man als Klassiker bezeichnen kann, die besonders hipp sind oder die einfach super zum Kölschen Trinkgebiet passen:

Weitere Impressionen (von der Vorbereitung):

…wobei auch folgende zwei schmackhafte Getränke verkonsumiert worden:

  • Mikkeller Drink’in the Sun:
    – 0,3%; obergäriges American Style Wheat Ale
    – von wohl einer der kreativsten Kreativbierbrauereien der Welt aus der dänischen Kapitale
    – wirklich sehr erfrischendes Bier für den ganzen Tag
    http://mikkeller.dk/brewery/

  • Gaffel Fassbrause Apfel (+Hopfen):
    – alkoholfreie Apfelschorle mit Citra-Hopfen versetzt
    – von der Kölschen Privatbrauerei Gaffel
    – schmeckt sehr lecker, aber warum es derart vermarktet wird bleibt ein Rätsel
    https://www.fassbrause.de/

Wer sich zum Thema Biercocktails noch weiter einlesen möchte, dem sei natürlich meine Seite hierzu ans Herz gelegt. Zudem gibt es inzwischen aber auch sehr gute Bier-Cocktail-Bücher:

Und für all diejenigen die es leider am vergangenen (regulären) Biermontag nicht in die Eule geschafft haben, kann ich zur Beruhigung schon mal ankündigen, dass ich auch zum Public-Viewing der deutschen WM-Spiele in der Eule dabei sein und Euch leckere Biercocktails anbieten werde.

Vielen Dank also nochmals an Markus für die Möglichkeit für den interessanten Abend, der glaube ich selten so alkoholschwanger endete wie diesmal. Dir weiterhin viel Kraft und Ausdauer bei der Renovierung.
Mit dem Hinweis auf die nun jeden Montag bis Oktober in der Eule stattfindenden außerordentlichen Biermontagsverkostung von Markus im Rahmen seiner Vorbereitung zu den Deutschen Meisterschaften der Biersommeliers, verabschiede ich mich in den Abend.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/ bzw. auch auf Facebook.

351. ABK Fendt Dieselroß Öl

Nach dem gestrigen Ernte-Gold heute nun das Dieselroß Öl von Fendt aus dem Hause der Aktienbrauerei Kaufbeuren. Der Name wurde zu Ehren der erfolgreichsten Baureihe des Allgäuer Landmaschinenherstellers gewählt. Das Dieselroß – ein Name, der meiner Meinung nach klasse kreiert wurde – war der zweite Traktor, den Hermann, Xaver und Johann Georg Fendt 1930 auf dem Markt gebracht hatten. Er hatte damals noch 6 PS und war der erste europäische Diesel-Kleinschlepper. Damals eine Revolution, wirkt es gegen die heutigen Nachfolgemodelle der Vario-Reihe, die mit bis zu 110 PS aufwarten, geradezu schwach. Und auch wenn der Name Dieselross aus den Baureihen verschwunden ist, prangert das Emblem bis heute die Kühlergrills der Traktoren.

„Ein goldhelles Bier, das zwei Allgäuer Firmen aus dem Premium-Segment verkörpert. Die traditionelle Biersorte des Allgäus in der guten alten Zeit war das Märzen. Das Fendt Dieselross-Öl knüpft mit seinem unverwechselbaren vollen Geschmack an diese Jahrhunderte alte Brautradition an. Natürlich gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot aus dem Jahre 1516.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Märzen
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . .  13.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Kaufbeuren
Erscheinungsjahr. . .
2007

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________8
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: leicht metallisch, karamellig-süß, malzig, leicht erdig, wenig fruchtig
Geschmack: vollmundig, malzig, leicht getreidig, würzig, süßlich, etwas grasig, feinpelrig-matt, leicht bittersüßer Abgang
Gesamt: Auch das zweite Fendt-Bier überzeugt durchaus. Auch hier kein Hochgenuss der Bierkultur, aber ein wirklich leckeres ehrliches Märzen. Während es beim Geruch noch zu unscheinbar daherkommt, macht es dies auf der Zunge wieder wett. Interessant finde ich zudem auch die Bierfarbe, die tatsächlich sehr nach Öl bzw. Diesel aussieht. So wie gestern mündet das Ganze dann ebenfalls in 11 Pkt. (2).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.aktienbrauerei.de/shop/warenkorb/?wpsg_action=showProdukt&produkt_id=24.

Prost & guten Abend! ?

350. ABK Fendt Ernte-Gold

Bevor es übermorgen an die Eulen-Theke zum Bier-Cocktail mixen geht, möchte ich Euch an diesem Wochenende noch zwei interessante Biere der Aktienbrauerei aus Kaufbeuren vorstellen. Interessant deshalb, weil es quasi Werbe-Biere sind. Schließlich prangert auf dem Etikett groß das Logo des Landmaschinenherstellers aus dem allgäuischen Marktoberdorf. Zwar ist Fendt nicht mehr eigenständig, sondern gehört seit 2009 zur US-amerikanischen AGCO unter dessen Name es offiziell nun auch firmiert. Dennoch war das Unternehmen zuletzt ein ganz großer Name, wenn es um Traktoren oder andere Landmaschinen ging. Mit über 2 Mrd. € Umsatz ist die Marke Fendt Marktführer in Deutschland und hat einen Exportanteil von etwa 60%. Das heutige Ernte-Gold ist ein helles Export-Bier, das sogar noch mit dem inzwischen verbotenem „bekömmlich“ wirbt:

„Ein goldfarbiger Hochgenuss, nicht nur nach getaner Arbeit. Es ist mild gehopft, angenehm süffig und sehr bekömmlich. Mit dem Fendt Ernte-Gold zeigt sich das Allgäu von seiner besten Seite. Natürlich gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot aus dem Jahre 1516.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Export
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . .  11.7°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Kaufbeuren
Erscheinungsjahr. . .
2007

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Geruch: würzig, leicht buttrig, hellmalzig, matt, ganz leicht metallisch
Geschmack: süffig, würzig, malzig-süß, grasig, weich, feinperlig, dezent-süßer Abgang
Gesamt: Da man ja mit Kindern selbst am Wochenende Arbeit hat, habe ich mir dieses Bier wirklich verdient. Und ich finde es in der Tat lecker. Zwar zeugt es wenig von besonderem Charakter hinsichtlich eines tiefgehenden Geschmackserlebnisses, dafür ist es aber sehr gut trinkbar. Für mich hätte es dennoch etwas malzbetonter sein können – so wirkt es fast zu dünn. Zusammengenommen macht das gute 11 Pkt. (2) für ein süffiges Feierabend-Bier aus dem schönen Allgäu.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.aktienbrauerei.de/shop/warenkorb/?wpsg_action=showProdukt&produkt_id=27.

Prost & guten Abend! ?

349. Rügener Inselbrauerei Insel Kreide

Nach dem Insel-Kap und den drei Maiböcken in den letzten Tagen, möchte ich heute die nordische Klammer wieder schließlich und stelle Euch ein weiters Bier der Rügener Inselbrauerei vor, das ich ebenfalls noch aus dem Nordsee-Urlaub mitgebracht habe. Das Besondere (oder Seltene, wie die Brauerei schreiben würde) an der Insel-Kreide ist die Verwendung von Champagner-Hefen. Angelehnt an ein belgisches Witbier wird hier neben der klassischen Bierhefe, auch spezielle Hefen eingesetzt, die normalerweise für die Vergärung von Sekt, Prosecco oder eben Champagner Verwendung finden. Bei solchen sog. Champagner-Bieren wird diese (zweite) Hefe zur Nachgärung in der Flasche hinzugefügt. Damit schließt sich die Inselbrauerei einem noch jungen Trend in der Bierszene an, die nach einer langen Fokussierung auf die Vielfalt des Hopfens auch mit der Zutat Hefe beginnt zu experimentieren und sich weiterzuentwickeln. Ein weiterer bekannter Vertreter eines Champagner-Bieres ist von Mühlen aus Köln. 2016 erlangte mein heutiges Bier übrigens die Goldmedaille beim World Beer Award als bestes deutsches Champagner-Bier.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Bière Brût
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, (Traubenzucker), Natur-Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Rambin
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: sehr spritzig, säuerlich, würzig-süß, leicht getreidig
Geschmack: mittelgroßer Körper, weich, hefig, bananig, Malzsüße, etwas sauer-fruchtig, feinperlig, süß-saurer Abgang
Gesamt: Also beim Gedanken an Witbier und Champagner-Hefen hätte ich ein weitaus mehr Säure und Spritzigkeit erwartet. Man könnte nun darüber enttäuscht sein, aber irgendwie gefällt mir die mehr an ein klassisch-deutsches Hefeweizen angelehnte Geschmacksüberraschung auch sehr gut. Als Brauer würde ich mich wohl einerseits über die zu geringe Champagner-Note ärgern, mich aber gleichzeitig auch über ein dennoch gelungenes Bier freuen. Umso schwieriger die Gesamteinschätzung: Mit 11,5 Pkt. (2(+)), denke ich werde ich diesem Bier dennoch gerecht.

Weitere Infos zum Bier unter: https://insel-brauerei.de/wp-content/uploads/2018/03/Sommelier-Beschreibung_INSEL-KREIDE.pdf.

Prost & guten Abend! ?