Festival der Bierkulturen 2018

Lahnsteiner Gruitbier | Lahnsteiner Burbator | Elusive Desert Isle | Solvay Society Dubbel Beta Coumarin | Kölner Bierhistoriker Knalt | Kölner Bierhistoriker Deutsches Porter 1900 | CCC Heinenhof Süffige Sünde | Orca Bräu Wildfang #1 | AleMania Chocolate Mint Stout | Bayrischer Bahnhof Sweet Pineus Buchweizen  | Bayrischer Bahnhofs Cuvee | Heidenpeters Wild IPA | Heidenpeters + Orca Bräu Tea Time Pale Ale | Bierserker Luiserl | Brauprojekt 777 Barley Wine | Helios Tripel Bock | Helios Black Out Rum |  Bunthaus Root Wild Ale | 3rd Sector Aam Laasse | 3rd Sector Salacia – Godess of the Deep | Pax-Bräu from Asia with Love | Bierfabrik Berlin Malt Liquor | Lahnsteiner Cool Elephants | Lahnsteiner Honigbier

Während die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland in vollem Gange ist feierte Köln am vergangen Wochenende das Festival der Bierkulturen. Das in diesem Jahr schon zum 9. Mal stattfindende bierige Großereignis ist eines der wichtigsten Krerativbierfeste in NRW und zieht Jahr für Jahr mehr Publikum an. So habe ich es dieses Mal auch endlich geschafft und war mit Nils am Samstag vor Ort.

Pünkltich um kurz vor 14 Uhr konnten wir uns dann in die schon gebildete Schlange einreihen. Kurze Zeit später waren wir dann drin und versuchten uns erst einmal einen Überblick zu verschaffen. Doch bei 25 Ausstellern und etwa 125 Bieren wurden wir zunächst regelrecht erschlagen von der Quantität der Auswahl. Auch qualitativ stellte sich schnell ein hohes Niveau heraus, das einem fast überforderte. So gab es neben den lokalen und regionalen Marken wie die Helios-Braustelle als Veranstalter, die Kölner Bierhistoriker, Ale-Mania aus Bonn oder die Mikrobrauerei Heinenhof auch deutsche Größen wie Kehrwieder, Heidenpeters, Orca-Bräu oder Pax-Bräu sowie internationale Brauereien aus Großbritannien (40Ft, Elusive, Iron Pier & Solvay) und Belgien (‚t Hofbrouwerijke & Hof ten Dormaal).

Aufgeteilt waren diese im großen Saal, im Jugendbistro und im Außenzelt des Bügerzentrums Ehrenfelds. An jedem Stand gab es Fladenbrot zur Stärkung und zudem an der Küche kostenfreies Wasser zur Neutralisierung und zum Mineralhaushaltsausgleich.

Angesichts eines straffen Zeitplans (ich musste Abends familär bedingt wieder daheim sein) gingen wir diszipliniert zu Gange und wählten ganz bewusst außergewöhnliche Biere, die weder zu klassisch traditionell noch zu klassisch kreativ waren.

 

Impressionen:

Bierfacts:

  • Lahnsteiner Gruitbier:
    – obergärig; 4,9%; 11.3°P
    – naturtrübes Kräuterbier wie im Mittelalter mit Muskatblüte, Wacholderbeeren & Salbei
    – von der Familienbrauerei Lahnstein südlich von Koblenz am Rhein
    – die Geschichte der in der 10. Generation geführten Brauerei geht bis 1411 zurück
    – neben einer tollen Vielfalt an Bieren verkauft die Brauerei auch vielerlei bierige Produkte wie Knabbermalz oder Hopfentee
    – Goldmedaille beim International Craft Beer Award 2015
    – säuerlich, frisch, gewürzig
    – https://www.lahnsteiner-brauerei.de/Craftbiere.htm
  • Lahnsteiner Bourbator:
    – obergärig; 8%; 18.5°P
    – heller Bock gereift auf Bourbonholz
    – Goldmedaille beim International Craft Beer Award 2017
    – genau richtige Whisky-Note, malzig, leicht ölig
    – https://www.lahnsteiner-brauerei.de/Craftbiere.htm
  • Elusive Desert Isle:
    – obergärig; 4,5%
    – Lime-&-Coconut-Hopfenweisse
    – gehopft mit Motueka & Wai-Iti
    – aus dem englischen Birkshire
    – Limette, Gras, herb
    – https://www.elusivebrewing.com/blog-1/
  • Solvay Society Dubbel Beta Coumarin:
    – obergärig; 6%
    – Dubbel mit Tonka-Bohnen und rote Beete
    – vom Stadtrand der britischen Hauptstadt
    „Oud Belgium. Nouvel London.“
    – wenig Tonka-Bohne, wenig rote Beete, getreidig
    http://solvaysociety.com/beers/
  • Kölner Bierhistoriker Knalt:
    – obergärig; 4,5%; 14°P
    – leicht kalt gehopftes klassisches Altbier
    – von den äußerst sympathischen Kölner Hobbybrauern, die sich herausragend für alte Rezepte einsetzen
    – „auf den Spuren (fast) vergessener Bierrezepturen und Brautraditionen“
    – frisch, geschmeidig, süßlich, leicht röstig
    http://koelnerbierhistoriker.org/
  • Kölner Bierhistoriker Deutsches Porter 1900:
    – obergärig; 5,1%; 13.7°P
    – deutsches Porter nach historischen Rezept
    – schön malzig, süffig, Kakao, Kaffee
    http://koelnerbierhistoriker.org/
  • CCC Heinenhof Süffige Sünde:
    – untergärig; 6,5%; 16°P
    – historisches Kölnisches Knupp
    – mit Hafermalz und Süßholzwurzel
    – von der letztes Jahr aus den KBH entstandenen Mikrobrauerei Heinenhof aus Pulheim-Orr
    – ist der nächste Gast beim Montagstasting in der Eule
    – Kaffee, Vanille, wenig Rauch, cremig
    https://www.heinenhof.de/mikrobrauerei/
  • Orca Bräu Wildfang #1:
    – obergärig; 6,5%
    – Sour Saison im Pflaumenschnapsfass gereift
    – von der von Felix vom Endt 2017 gegründeten Nürnberger Kreativbierbrauerei
    – eine der Speerspitzen der deutschen Kreativbierszene (u.a. mit Waldbieren oder alternative Getreiden)
    – gut sauer, fruchtig, erfrischend
    http://www.orcabrau.de/
  • AleMania Chocolate Mint Stout:
    – obergärig; 6%; 16°P
    – Test-Batch mit Schokomalz, Haferflocken, Kakao, Laktose & Pfefferminze
    – vom Bonner Kreativbier-Pionier Fritz Wülfing
    – Minze, Schoko, süffig
    https://fritz0830.wixsite.com/alemaniabonn
  • Bayrischer Bahnhof Sweet Pineus Buchweizen:
    – obergärig; 4%
    – Gose mit 50% Buchweizenanteil
    – von der seit 2003 bestehenden Gosebrauerei in Leipzig
    – vom ältesten erhaltenen Kopfbahnhof der Welt
    – mild, fruchtig, süffig, sehr lecker
    https://www.bayerischer-bahnhof.de/de/hausgemachte-biere.html
  • Bayrischer Bahnhofs Cuvee:
    – obergärig; 5%
    – Verschnitt von mehreren Goses
    – etwas zu sauer, Komplexität schwer schmeckbar
    https://www.bayerischer-bahnhof.de/de/hausgemachte-biere.html
  • Heidenpeters Wild IPA:
    – obergärig; 8,2%
    – double dry hopped IPA mit Apfelsaft vergoren und Tannennadeln des Spreewalds versetzt
    – von einer der bekanntesten Berliner Craftbier-Brauereien
    – mäßig, mehr IPA als Apfelsaft, zu wenig waldig
    http://www.heidenpeters.de/
  • Heidenpeters | Orca Bräu Tea Time Pale Ale:
    – obergärig; 5%
    – Weizen Pale Ale mit Roibuschtee
    – Kollaboration zwischen Johannes Heidenpeter & Felix vom Endt
    – frisch, teeig, waldig, lecker
    http://www.heidenpeters.de/
  • Bierserker Luiserl:
    – obergärig; 5,4%; 14.5°P
    – Ale mit Zitronenverbene gebraut
    – vom wohl kreativste Bonner Brauer Ulrich Karl Tröger
    – abgefüllt im Siegburger Brauhaus
    – pilsig-herb, trocken-würzig, leicht getreidig
    http://www.bierserker.de/
  • Brauprojekt 777 Barley Wine:
    – obergärig; ?%
    – einziges Barley Wine des Festivals
    – von der 2013 gegründeten Handwerksbrauerei aus dem niederrheinischen Spelle
    – am untersten Rand der Öligkeit, hohe Drinkability, gut für Einsteiger
    http://brauprojekt777.de/
  • Helios Tripel Bock:
    – obergärig; 9,5%
    – hopfen- & malzbetontes helles Strong Ale
    – von der 2001 gegründeten Braustelle – Ehrenfelds einziger und Kölns kleinster Brauerei
    – gemüsig, cremig, ölig, würzig, süßlich
    http://braustelle.com/flaschenbier.html
  • Helios Black Out Rum:
    – obergärig; 14%
    – im Rumfass gelagertes hochprozentiges Stout
    – Rum, Rum, Rum
    http://braustelle.com/flaschenbier.html
  • Bunthaus Beet Root Wild Ale:
    – obergärig; 5,5%
    – American Wild Ale
    – letztes Jahr enstandenene Handwerksbrauerei von der Hamburger Elbinsel Wilhelmsburg
    – gebraut wird unangepasst an der Bunthäuser Spitze
    – Essig, normal säuerlich, fruchtig
    http://www.bunthaus.beer/die-biere/beetroot-wild-ale/
  • 3rd Sector Aam Laasse:
    – obergärig; 8,8%
    – All-Hop Mango Milkshake-IPA
    – von der noch recht frischen Essener Craftbierstube
    – wenig Milch, wenig Frucht, ok
    https://thirdsectorbrewing.de/
  • 3rd Sector Salacia – Godess of the Deep:
    – obergärig; 9,2%
    – Bourbon-Oaked Imperial Chocolate Stout on roasted Hazelnuts
    – ölig, süß, holzig, röstig, nussig
    https://thirdsectorbrewing.de/
  • Pax-Bräu from Asia with Love:
    – obergärig; 7,1%; 18°P
    – Doppel-Wit – Szechuan Style
    – mit Emmermalz, Bitterorangenschale, Habanero Chili, Ingwer, Szechuanpfeffer, Zitronengras & Koriander
    – von einem der führenden Natürlichkeits-Brauer Andreas Seufert aus Oberelsbach in der unterfränkischen Rhön
    – Pfeffer, Zitronengras, wenig Balance, wenig Spitzen
    https://pax-braeu.de/shop/from-asia-with-love-2/
  • Bierfabrik Berlin Malt Liquor:
    – untergärig; 6,7%
    – ursprüngliches Strong Lager
    – vom noch jungen Berliner Brauhaus Bierfabrik
    – malzig, waldig, vollmundig
    http://www.berlinerbierfabrik.com/
  • Lahnsteiner Cool Elephants:
    – untergärig; 10,2%
    – Megabock Rohminator gereift auf Sandelholzchips
    – Silbermedaille beim International Craft Beer Award 2017
    – Mitbringsel vom Festival zum Absacker-Verzehr
    https://www.lahnsteiner-brauerei.de/Craftbiere.htm
  • Lahnsteiner Honigbier:
    – obergärig; 10,7%
    – naturtrübes Bier, nachvergoren mit Blütenhonig
    – getrunken beim Schreiben dieser Zeilen
    – waldig-süß, sehr alkoholaromatisch, leicht ölig, leichte Bittere, mittel-schwerer Körper, matt-feinperlig, trocken-warmer Abgang
    https://www.lahnsteiner-brauerei.de/Craftbiere.htm
    http://www.magazin-objektiv.de

Fazit:

Auch wenn es mir am Sonntag Morgen so schlecht wie nie in meiner Blogzeit ging, war es einfach ein überragendes Bierfestival. Alleine die schiere Auswahl an kreativen und handwerklich gut gemachten Bieren lässt jedes Bierherz höher schlagen. Die Mischung aus lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Highlights war wirklich außerordentlich. Dass vor allem der Samstag wieder frühzeitig ausverkauft war, ist der beste Beweis für die hohe Qualität des Fesitvals und der große Wunsch der Bierbegeisterten nach guten kreativen Bieren. Auch die Möglichkeit sich die ein oder andere Flasche bzw. ein anderes bieriges Produkt mitnehmen zu können war gut. Zu kritisieren hätte ich lediglich den Umstand, dass es mir insgesamt etwas zu unübersichtlich war und man so manchmal etwas Mühe hatte an sein Lieblingsbier zu kommen. Nichtsdestotrotz war es wohl das beste Bierfestival, das ich seit Anbeginn des Blogs besucht habe und es definitv auch für das kommende Jahr vorgemerkt. Danke Peter Esser und danke auch an alle anderen Brauer und Unterstützer für dieses biergeniale Großereignis.

Mehr zur Veranstaltung unter: https://www.facebook.com/events/1867617260158489/.

Oder unter: https://www.koeln.de/branchen/eintrag/1276/brauereien/braustellebuergerzentrum-ehrenfeld/
bzw. http://braustelle.com/festival-der-bierkulturen-2018.html

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.