Archiv für den Tag: 23. Juli 2018

376. Beerlao Lager

Los geht’s hier auf Bierjubiläum zu meiner kleinen Bier-Weltreise. Erstes Ziel: Laos. Das Land, das aus der Vogelperspektive aussieht wie eine Palme, beheimatet inzwischen knapp über 7 Mio. Einwohner (vor 50 Jahren waren es noch etwa 2 Mio.). Geprägt ist das einzige Binnenland Südostasiens von über 50% Regenwaldfläche. Ähnlich wie im benachbarten Vietnam herrscht in Laos ein sozialistisches Einparteiensystem, dass zwar Bildungs- und Gesundheitswesen erhebliche Defizite aufweist, jedoch wenigstens (dank Verhängung von Todesstrafen) die Volkdsdroge Opium nahezu vollständig eindämmen konnte. Wirtschaftlich ist man hingegen anderen Ländern der Region etwas voraus gewesen als man sich bereits Mitte der 1980er marktwirtschaftlichem Einfluss öffnete. Nichtsdestotrotz zählt die ehemalige französische Kolonie zu den am wenigsten entwickelten Länder der Welt.

Die einzige bedeutungsvolle Brauerei des Landes befindet sich in der Hauptstadt Vientiane und hält nach eigenen Angaben über 95% Marktanteil des im Inland verkauften Bieres. 1971 als französisch-laotisches Joint-Venture gegründet wurde es bereits vier Jahre später durch die Kommunisten verstaatlicht. Weitere zehn Jahre später erfolgte jedoch bereits das nächste Joint Venture, bei dem sich die Regierung bis zur Hälfte aus der Brauerei zurückzog. Seit 2005 hält die andere Hälfte Carlsberg Asia, welches in der Brauerei neben den eigenen vier Produkten ebenfalls produziert wird. Für ihre Biere verwendet die Lao Brewery Company heimischen Reis, Gerstenmalz aus Belgien oder Frankreich sowie Hopfen und Hefe aus Deutschland.

„Beerlao is brewed from the best local rice and high quality malt from Europe, giving it a unique taste.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pilsener
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Reis, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Vientiane / Laos
Erscheinungsjahr. . .
1973

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___7
  • Aussehen:____________________6
  • Geruch:______________________8
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Geruch: würzig, waldig, hellmalzig, leicht säuerlich, etwas herb
Geschmack: schlank, süffig, würzig, leicht herb, grasig, etwas nussig, kaum Bittere, feinperlig, süßlich-herber Abgang
Gesamt: Also dafür, dass das Lager nun schon vier Monate über dem MHD ist und in den ersten Kategorien nicht gerade einen guten Eindruck gemacht hat, bin ich umso mehr überrascht, wie gut man es trinken kann. Schön süffig und dennoch mit einer charakteristischen Herbe, finde ich besonders die nussige Süße interessant. Gerade im Vergleich zu „modernen Craftbieren“ sicher nicht herausragend, aber sehr solide. Die 95% Marktanteil kommen wohl deshalb auch nicht nur aufgrund der Monopolstellung, denn auch geschmacklich ist das Bier definitiv massentauglich und interessanterweise besser als so manches deutsches Pils. Gesamthaft reicht es aber dennoch nur für 8,5 Pkt (3(+)).

Weitere Infos zum Bier unter: https://beerlao.la/products/beerlao/beerlao-lager/?Ckey=22003.

Prost & guten Abend! 🍻