378. Pravda Trump

Aus Asien geht es nun auf meiner kleinen Bierweltreise zum alten Kontinent Europa. Heutiger Halt: Ukraine. Das größte Land Europas (sieht man von Russland ab, dass ja zum größten Teil in Asien liegt) ist Heimat von gut 40 Mio. Menschen. Zurück geht der heutige Staat auf die sog. Kiewer Rus, die sich in der Neuzeit im heutigen Staatsgebiet ansiedelten und dort erstmals eine nationale Identität entwickelten. In der Folge wurde das Land Spielball verschiedenster Herrscher. So wechselten Staatszugehörigkeiten und Grenzen über die Jahrhunderte bis zum Ersten Weltkrieg munter zwischen Habsburger, Polen, Litauen, Österreich-Ungarn und nicht zuletzt Russland hin und her. Gerade letztere haben seit jeher vor allem aufgrund der benachbarten Lage einen großen Einfluss auf die ukrainischen Ländereien. Nach dem zweiten Weltkrieg verschob sich das zunächst gebildete Staatsgebiet westwärts und wurde Teil der Sowjetunion. Im Dezember 1991 erlangte das Land im Rahmen der Auflösung der UdSSR de jure erstmals langfristige Unabhängigkeit, befindet sich seitdem aber in steter Orientierungslosigkeit und zwischen den Stühlen von Ost und West. Nach jahrelangen Spannungen führte dies zuletzt zu einem Bürgerkrieg im Osten des Landes, wobei sich die Schwarzmeer-Halbinsel Krim sowie die beiden Regionen Donezk und Luhansk abspalteten. Wirtschaftlich baut man vor allem auf den Export von Metallprodukten, chemische Waren, Maschinen, Geräte, Nahrungsmittel und Textilien.

Für das Bier ist die Ukraine dagegen eher weniger bekannt. Doch im Westen des Landes hat sich eine junge Brauerei aufgemacht, um  das zu ändern. Mit provokanten Bieren, die stets auch eine politische Botschaft haben, schafft das Pravda Beer Theatre zumindest für internationale Aufmerksamkeit. Und auch in den Online-Handel hat es die Marke schon geschafft. Mehr dazu auch in meinen Beiträgen (244. & 255.) zu den bisher vorgestellten Bieren der Brauerei. Zur Botschaft des heutigen Bieres werde ich getreu des Mottos „Bier ist Bier und Politik ist Politik“ nichts kommentieren. Spannender finde ich vielmehr das Bier selbst. Denn es ist als Mexican Style Lager mit Cornflakes und Limetten eingebraut und wohl sehr passig für die auch abends noch hohen Temperaturen in Westdeutschland.

Übrigens hat selbst die FAZ ein Beitrag zum Trump-Bier herausgebracht.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Imperial Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Conflakes, Limettensaft, Limettenschale, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  16.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 7,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Lemberg / Ukraine
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___9
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________6
  • Geschmack:__________________7
Fazit

Geruch: sehr zitrus-fruchtig, viel saure Limette, hellmalzig, gewisse nussige Aromen, etwas blumig
Geschmack: recht voller Körper, würzig, herb, leichte Malzsüße, etwas Alkoholaroma, wenig fruchtig, spritzig, trocken-süßer Abgang
Gesamt: Leider ist das Mexican Lager nicht so erfrischend wie erhofft. Das liegt natürlich auch an der Imperial-Interpretation dessen, aber auch an dem gegensätzlichen Verhältnis von Geruch und Geschmack. Während in der Nase von klar die säuerlichen Zitrusnoten dominieren, ist es im Mund eher ein vollmundiges Malz und etwas Hopfenbittere, die durchsticht. Beides in Kombination ist mir zu etwas zu irritierend, wohingegen ich froh bin, dass sich die derartige Sauernote nicht so in den Geschmack durchschlägt. Doch auch hier sind meines Erachtens einige Dinge nicht ganz konsequent zu Ende gebraut. Weder eine klare Malz-, noch eine klare Hopfennote tritt in Erscheinung. Von den beiden Hauptdarstellern Limette und Mais ist auf der Zunge sogar noch weniger zu spüren, sodass das Bier eigentlich sein Ziel verfehlt hat. Alles in allem reicht es deshalb auch nicht zu mehr als 7 Pkt. (3-).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.pravda.beer/en/shop/trump-beer/.

Prost & guten Abend! 🍻

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