383. Club Columbia Dorada

Von Patagonien geht’s wieder nordwärts über den Äquator nach Kolumbien. Ein Land, was bis dato noch völlig blank auf Bierjubiläum ist. Es ist das einzige südamerikanische Land, dass sowohl an Pazifik als auch am karibischen Meer liegt. Etwa hier entwickelte sich mit den Tairona auch einer der ersten südamerikanischen Hochkulturen, von denen jedoch kaum noch Spuren erhalten sind. Nachdem es sich 1810 bzw. 1816 von den spanischen Krone emanzipieren konnte, folgten zunächst regionale Auseinandersetzungen um die Vorherrschaft in den einzelnen Landesteilen des ehemaligen Vizekönigreichs Neugranada. 1886 entstand die erste Verfassung und das Land wurde die erste Demokratie Lateinamerikas. Es folgte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert die wirtschaftliche Blütezeit, bevor Kolumbien bis ins letzte Jahr hinein durch einen generationenüberdauernden Bürgerkrieg gezeichnet wurde. Sowohl politische als auch gesellschaftliche wie wirtschaftliche Entwicklung wurden von den gewaltsamen Auseinandersetzungen der linken und rechten Guerillas und Paramilitärs jahrzehntelang unterdrückt. Dennoch hat das Land des Kolumbus durch reiche Bodenschätze, Landwirtschaft und Textilindustrie auf Basis eines hoffentlich dauerhaften Friedens sehr gute Entwicklungschancen.

Das Club Columbia ist eines der bekanntesten Biere Kolumbiens. Gebraut wird es von der  Cervecería Bavaria S.A., die mit etwa 330 Mio. hl nicht nur die größte Brauerei des Landes, sondern auch die zweitgrößte Südamerikas ist. Man hat sogar Braustandorte in Panama, Peru und Ecuador und gehört wie die meisten größeren Brauereien des Kontinents inzwischen zum Biermulti ABInBev. Gegründet wurde die Brauerei übrigens 1889 als Kopp’s Deutsche Brauerei Bavaria. In der Hauptstadt Bogotá schaffte es „Don Leo“ Leo Kopp aus Offenbach innerhalb weniger Jahre, die die an Chicha und Guarapo gewöhnten Kolumbianer zum Biertrinken zu bekehren. Im Dorada befindet sich neben Gerstenmalz im Übrigen Maisschrot bzw. Maisgrütze, eine Spezialität Kolumbiens.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Mais, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bogotá / Kolumbien
Erscheinungsjahr. . .
1949

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___9
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________9
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Geruch: klar, hell-malzig, würzig, gemüsig, karamellig
Geschmack: mittelkleiner Körper, würzig, malzig, feinperlig, süß-herber Abgang
Gesamt: Fast ein klassisches Lager, wie ich es mir für Südamerika vorstellen würde. Denn erwartet hätte ich weniger Charakter und mehr Gefälligkeit. So überrascht es mich sogar mit einer würzig-malzigen Note, die mich fast zu einer zweistelligen Note verleitet. Zumindest aber 9,5 Pkt. (3++) sind dafür drin.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.clubcolombia.com.co/club-colombia-maestria.

Prost & guten Abend! 🍻

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