Archiv für den Monat: Dezember 2018

Bierjubiläum Krone 2018

Das Jahr 2018 liegt nun in den letzten Schlücken und auch ich habe meine Verkostungen abgeschlossen. Und da ich eben nicht nur einfach Bier trinke, sondern mir dazu auch immer reichlich Notizen mache, möchte ich heute bereits zum zweiten Mal diejenigen Biere prämieren, die mich in diesem Jahr ganz besonders überzeugt haben. Dabei ist mir die Auswahl in bestimmten Bereichen wirklich nicht leicht gefallen, da ich ja grundsätzlich schon dazu neige hochqualitative Biere zu probieren, sodass es selbst an der Spitze recht eng ist. Neben der Auszeichnung des besten Bier des Jahres, möchte ich aber auch gerne noch weitere Biere in sechs zusätzlichen Kategorien hervorheben, die in besonderer Weise auf sich aufmerksam gemacht haben.

Kommen wir aber nun erst mal zu den besten Einzelbieren. Basis der Auswahl waren die kontinuierlich geführten Bewertungen, die ich bei jeder Rezension aufstelle, sowie darüber hinaus besonders in Erinnerung gebliebene Biere. Der aufmerksame Leser wird festgestellt haben, dass es neben durchaus vielen Bewertungen von 13 bzw. 13,5 von 15 Pkt. (wie im letzten Jahr) nur zwei Rezensionen geschafft haben die diesjährige Bestmarke von 14 Pkt. zu knacken. Aufgrund der außergewöhnlichen und hervorzuhebenden Zutatenliste, aber auch weil es einfach auch hervorragend zu mir in diesem Jahr gepasst hat, ist mir dieses Mal die Entscheidung hinsichtlich der zweiten Bierjubiläum-Krone nicht so schwer gefallen wie im letzten Jahr. Und so geht der diesjährige Platz 1 an das Dirty 30 von Maisel & Friends – dem Bier mit 30 unterschiedlichen Malzen und Hopfensorten. Dementsprechend leicht fiel mir dann auch Platz 2, da es sich hierbei um die andere von beiden Top-Bewertungen von 14 Pkt. handelte: Das Hanscraft Black Nizza Motor Øl – einem der besten Imperial Stouts, die ich je getrunken habe. Umso schwerer ist es mir die diesjährige Bronzemedaille gefallen. Wie in jeder guten Jury hat bei mir letztlich das Bauchgefühl entschieden…  Die Auswahl zwischen etwa 25 weiteren sehr guten Bieren gewann dann aber eines, dass diesmal auch außerhalb der Rezensionen einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat: Die Potsdamer Stange aus der Potsdamer Braumanufaktur.
Hier also nun das verdiente Siegertreppchen:

Diese neun Biere komplettieren schließlich die Top Twelve – sortiert in alphabetischer Reihenfolge:

Neben den Bieren möchte ich an dieser Stelle aber auch die drei „besten“ Brauereien meines persönlichen Bierjahres auszeichnen. Auch wenn hier kein so eindeutiger Bewertungsschlüssel wie zuvor vorliegt, haben mich einige Brauereien diesmal besonders bierig überzeugt. Die Bierjubiläum-Krone für die beste Brauerei des Jahres 2018 geht an das Lahnsteiner Brauhaus. Auch wenn keines der Biere im Rahmen von ordentlichen Rezensionen eingewertet wurde, hat mir neben der Biervielfalt vor allem auch die Produktwelt neben den Bieren überzeugt. Silber geht an Maisel & Friends aus dem schönen Bayreuth. Nicht nur hat mich Eva Ploß unterjährig immer wieder mit kostenlosen Bierlieferungen bestochen, die dann auch noch super schmeckten, auch hat sich der Ableger der bekannten Weißbierbrauerei als Pionier der deutschen Craftbier-Szene auch dieses Jahr wieder an der Vernetzung und Entwicklung neuer Biere außerordentlich beteiligt. Platz 3 und Bronze verleihe ich an die Mikrobrauerei Heinenhof aus Pulheim-Orr. Diese hat es in diesem Jahr geschafft den Sprung aus dem Hobbybrautum in die gewerbliche Brauerei zu meistern und machte zudem mit sehr interessanten Bieren auf sich aufmerksam, die in den weiteren Kategorien unten noch ihre Würdigung finden werden.

Zusätzlich zur übergeordneten Auswahl der besten Biere des Jahres möchte ich gerne auch die zehn besten Biere im Kontext meines Jahresthemas „Hobbybrauen“ prämieren. Wer genau hinschaut wird feststellen, dass auch einige Biere dabei sind, die streng genommen keine richtigen Hobbybraubiere mehr sind. Dennoch passen sie aufgrund ihrer Historie besser in diese Kategorie. Neben den Bieren der Kölner Bierhistoriker und Bonner Hobbybrauer haben vor allem der neue Biersommelier-Weltmeister Stephan Hilbrandt sowie das erste Gewinnerbier aus dem Maisel & Friends Hobbybrauwettbewerb überzeugt.

Weiter geht mit den Einzelkategorien. Den Anfang macht das beste regionale Bier. Ausgangspunkt ist hierbei ganz subjektiv mein Wohnort Brühl. Und da hat mich eine kleine Brauerei aus Bad Honnef mit ihrem Wieß überzeugt, dass sehr gute 13 Pkt. abgestaubt hat. Es steht zudem für einen kleinen Boom an aufstrebenden Mikro-Brauereien rund um die ehemaligen Bundeshauptstadt. Hier dürfen wir gespannt sein, wie sich die Lage im kommenden Jahr weiterentwickelt.

In der Kategorie „Traditionell“ möchte ich zum Einen ein Bier hervorheben, dass einen historischen Bierstil wiederbelebt hat. Die Süffige Sünde von Heinenhof legt den alten Bierstil Kölsches Knupp wieder auf. Entwickelt im Rahmen der Kölner Bierhistoriker geht es auf einen dunklen schweren Bierstil zurück, der im Kölner Umland als Pendant zum Wieß vor etwa 100-200 Jahren eine große Beliebtheit erfahren hat. Das zweite in dieser Kategorie prämierte Bier ist das Preußen Pilsener, welches von den Nachfahren des letzten deutschen Kaisers produziert wird. So ist Georg Friedrich Prinz von Preußen – seines Zeichens aktuelles Oberhaupt der Hohenzollern – auch Chef der neuen Königlich Preußischen Biermanufactur.

Die folgende Kategorie soll die besondersten der besonderen Biere aus 2018 auserwählen. So geht der diesjährige Sonderpreis sowohl an das Dorada Especial Selección de Trigo – ein Bier mit geröstetem Mehl gebraut – als auch an das Highway to Helles von meinem lieben Freund Ralf vom Braukunst Vorgebirge. Das Flaggschiff meines nicht mehr ganz so neuen Braupartners wird mit Vollkorn-Brot eingebraut und schließlich für einen guten Zweck verkauft.

In der Kategorie „Alkoholfrei“ gab es dieses Mal eine größere Auswahl als noch in 2017. Deshalb haben es auch gleich drei Biere in die Prämierung geschafft. Neben dem Dinkel Alkoholfrei von Riedenburger und der alkoholfreien dunklen Weisse vom Neumarkter Lammsbräu war ich insbesondere vom naturtrüben und kaltgehopften Clausthaler überrascht.

Und last but not least der Ehren- pardon Ährenpreis für besondere Verdienste an den Zielen des Bierjubiläums. Dieser geht dieses Jahr ganz uneigennützig an das Cerevisia M von mir selbst. Das erste Bier weltweit, das mit allen sieben Hauptgetreiden eingebraut ist, stellt einfach einen wenn auch kleinen Meilenstein in der vernunftbegabten Betrachtung des Reinheitsgebots dar. Erstmals gibt es ein Bier, dass alle Getreide der Welt vereint und zudem beweist, dass handwerkliche Braukunst auch hohe außergewöhnliche Qualität erzielen kann. Das Cerevisia-Projekt wird übrigens mit einer permanenten „Kornerweiterung“ auch im kommenden Jahr fortgesetzt.

Allen Preisträgern einen herzlichen Glückwunsch und ein mindestens genauso erfolgreiches Jahr 2019.

Beim Genuss des aktuellen Sudes vom Cerevisia M 9-Korn-Neo-Alt verabschiede ich mich aus 2018, wünsche allen einen guten Rutsch ins Jahr 2016+3 und vor allem immer ein Glas leckeren Bieres in der Nähe zu haben.

Weihnachten 2018

Unser Weihnachtsfest wurde neben der Stillen Nacht u.a. mit folgenden Bieren begangen:

Bierfacts:

  • Bürgerliches Brauhaus Altbairisch Hell:
    – 11.6°P; 4,9%; untergärig
    – von Herrnbräu aus Ingolstadt
    – das BB entstand 1882 aus dem Zusammenschluss von Schwabenbräu und Schmalzingerbräu – 14 weitere Brauereien aus Ingolstadt (u.a. Herrnbräu) schlossen sich in der Folge der AG an
    – fruchtig, grasig, wenig Seele
    – mittlerer Körper, würzig, herb, hellmalzig, waldig, süßlich, Getreide, feinperlig, würzig-herber Abgang
    https://buergerliche-brauhaus.de/
  • Flecks Winter-Bock:
    – 6,9%; untergärig
    – von der 2014 gegründeten gleichnamigen Familien-BrauSchauerei aus Laufnitzdorf nördlich von Graz in der Steiermark
    – süß, fruchtig, würzig, malzig
    – vollmundig, würzig, leicht röstig, dunkelmalzig, feinperlig, leicht alkoholaromatischer Abgang
    https://www.flecksbier.at/

Ich hoffe auch Ihr hattet ein ähnlich schönes (und bieriges) Weihnachtsfest.

451. Seven Mountains Brewery Stille Nacht

Zum Heiligen Abend habe ich mir wie die Jahre zuvor ein besonderes Weihnachtsbier ausgesucht. Gefunden in der Bonner Craftquelle, kommt es zudem auch noch aus der Region und einer frisch gegründeten Mikro-Brauerei.

Im beschaulichen Stieldorferhohn (zu Königswinter gehörig) haben sich vor kurzem vier der knapp 400 Einwohner des Ortes zu einer neuen kleinen Brauerei zusammengetan. Schon etwas länger haben sich Bianca, Stefan, Günther und Eugen beim Bier trinken näher kennen gelernt. Dabei kam irgendwann der Gedanke doch mal einen Braukurs bei Gunnar Martens im Bonner Bönnsch zu machen. Derart hiervon begeistert wurden sie die Idee von einer eigenen Brauerei einfach nicht mehr los. Zunächst richteten sie sich im Stall der alten Hofanlage von Bianca und Stefan hobbybrautechnisch ein und experimentierten einige Zeit mit eigenen Rezepturen. Vor wenigen Monaten dann wagten die vier Bierfreunde dann den Weg in die Professionalisierung und meldeten ihr Braugewerbe an. Unter dem Namen Seven Mountains Brewery – in Anlehnung an das prägende Siebengebirge – ergänzen sie ihre jeweiligen beruflichen Kompetenzen: Günther ist Lehrer, Eugen Unternehmensberater, Bianca Redakteurin, ihr Mann Stefan Energieanlagenelektroniker. Damit können Technik, Lebensmittelchemie, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung aus eigener Kraft gestemmt werden. Eine Kompetenzvielfalt, die den Schritt zur Gründung wohl vereinfacht hat und eine gute Ausgangsposition schafft zukünftig zumindest regional zur Marke zu werden. Wenn dann noch die Qualität stimmt, sollte einer erfolgreichen Weiterentwicklung nichts im Wege stehen.

Eines ihrer Eigenkreationen ist die Stille Nacht. Ein Schwarzbier mit diversen weiteren Zutaten abseits des sog. Reinheitsgebots. Insbesondere die Gewürzbeigabe von Zimt, Kardamon und Nelken sind sehr stimmig zum Weihnachtsthema. Wenigstens die Zugabe von Karamellsirup und Kandiszucker würde ich jedoch kritisch bewerten, da dies meiner Ansicht keine originär natürlichen Zutaten sind und bei der Verwendung von Honig meines Erachtens auch nicht mehr erforderlich sein müssten.

„Echtes Brauhandwerk. Für Dich.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Schwarzbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Gersten-, Hafer & Maisflocken, Nelken, Kardamon, Zimt, Honig, Karamellsirup, Kandiszucker, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Königswinter-Stieldorferhohn
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___10
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: röstig, dunkelmalzig, süßlich, gewürzig, Nelken, Kardamon
Geschmack: vollmundig,  dunkelmalzig, röstig, gewürzig nach Zimt & Kardamon, süßlich-karamellig, holzig, waldig, etwas bitter, eher matt, röstig-herb-süßer Abgang
Gesamt: Ein wirklich passendes Bier zum heiligen Abend. Wenngleich nicht alle der vielen Zutaten erkennbar sind und es mir etwas zu unruhig ist, bin ich zumindest positiv überrascht, dass die dreifache Süßung nicht allzu sehr durchschlägt. Gesamthaft kommt die Stille Nacht damit auf gute 12 Pkt. (2+).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.facebook.com/sevenmountainsbrewery/.

Mehr zur Brauerei im Blog We love Pubs aus Bonn: https://www.welovepubs.de/2017/06/18/seven-mountains-brewery/.

Prost & frohe Weihnachten! ?

450. Neumarkter Lammsbräu Festbier

So, nach überstandener nächster vorweihnachtlicher Krankheit, bin ich hoffentlich kurz vorm Fest wieder fit geworden. Damit ist mein Plan der sieben Biere vor Weihnachten zwar nicht aufgegangen, aber so läuft das eben wenn man Kinder hat ;).

Am heutigen vierten Advent und einen Tag vor Heilig Abend wir es also höchste Zeit für ein Festbier. Nachdem ich noch bis Anfang des Monats etwas blank in dieser Hinsicht war ist mir im Anrather Stautenhof glücklicherweise das heutige Festbier aus dem Hause Neumarkter Lammsbräu über den Weg gelaufen. Die Bio- und Naturland-zertifizierte Brauerei stellt ihr Bier nach dem eigenen ökologischen Reinheitsgebot fest (siehe auch 434.). Zweimal im Jahr wird das Festbier zumindest in ähnlicher Weise eingebraut

„Stark. Vollmundig. Festlich“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Märzen
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . .  13.6°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Neumarkt
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: süß-würzig, Karamell, leicht holzig, harzig & dunkelfruchtig
Geschmack: vollmundig, weich, getreidig, rotmalzig, malzsüß, leicht würzig, etwas Karamell, etwas Bittere, eher matt, würzig-süßer Abgang
Gesamt: Gerade nach meiner bierigen Wiedereinphasung ein doch recht passendes Bier. Und auch für den weihnachtlichen Festgenussmoment absolut geeignet. Schön ist die malzig-würzige Süße und der getreidige Anteil. Der fehlende Tiefgang und die leicht störende Bittere lassen mit 12 Pkt. (2+) allerdings doch keine Top-Note zu.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.lammsbraeu.de/bio-bier/untergaerig/festbier.

Prost & guten Abend! ?

449. Rhaner Kellerbier

Bayernbier #3 kommt heute aus der ostbayrischen Oberpfalz. Im kleinen Ort Rhan bei Cham ist seit 1283 die gleichnamige Privatbrauerei beheimatet. Damit ist sie die älteste Familienbrauerei Ostbayerns. Der über 725 Jahre alte Rhanerbräu zählt überdies zu den 15 ältesten Unternehmen Deutschlands und zu den weltweit 5 ältesten Brauereien, die von der Gründung an bis heute ohne Unterbrechung Bier brauen. Passend dazu gibt es heute das Kellerbier des Hauses, das zwar inzwischen wieder einen zielgruppenübergreifenden Hype erfährt, jedoch ein recht ursprüngliches Bier der vorindustriellen Zeit war.

„Der neue Geheimtipp…nein, ein Geheimtipp ist`s nimmer, sondern unser neuer Renner!“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kellerbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Rhan
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: leicht würzig, buttrig, malzig, etwas herb, gering harzig
Geschmack: mittelgroßer Körper, würzig-süß, malzig, leicht hefig, etwas buttrig, gering bitter & herb, feinperlig, süß-grasiger Abgang
Gesamt: Auch das dritte bayrische Bier im Bunde weiß zu überzeugen, ohne dass es wirklich herausragend ist. Aufgrund der hohen „Drinkability“ ist es aber definitiv auf für einen mehrfachen Verzehr geeignet, was es den ein oder anderen Craftbieren voraus hat. Trotz der Trinkbarkeit hat es einen gewissen Charakter, von dem wiederrum einige Fernsehbiere nur so träumen könnten. Alles in allem gute 11,5 Pkt. (2(+)).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.rhaner.de/index.php/kellerbier.html.

Prost & guten Abend! ?

448. Zum Löwenbräu Hopfen Löwe

Mit dem heutigen (wie aber auch dem morgigen) Bier bleiben wir im Bierland Franken.

Im vergleichsweise beschaulichen Neuhaus an der Aisch zwischen Bamberg und Nürnberg in Mittelfranken existiert bereits seit 1747. Und seit genau diesem Jahr bis heute ist die Brauerei auch fortwährend in den Händen der Familie Wirth, die diese gegründet, aufgebaut und zuletzt noch umfangreich modernisiert hat. Die inzwischen 9. und 10. Generation der Wirths hat nicht nur Brauerei und Gasthaus um- und ausgebaut, sondern auch das Produktprofil geschärft und erweitert. So gibt es neben den Klassikern der 1747er-Serie (Helles, Dunkles und Weißbier) auch sogenannte Spezialbiere, die saisonal dazukommen. Neben Schwarz-, Rot- oder Starkbier war im vergangenen Sommer auch der Hopfen-Löwe ausgeschenkt worden. Über die Beertasting.Club Bierbox hat auch mich dann vor 2 Monaten eine Flasche des Bieres erreicht. Es handelt sich dabei um ein naturtrübes Pils, das – wie es der Name schon andeutet – etwas stärker gehopft ist.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Keller-Pils
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12.2°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Adelsdorf
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Geruch: mild hopfig, leicht würzig, waldig, buttrig, grasig
Geschmack: mittelgroßer Körper, hellmalzig, grasig-hopfig, leicht buttrig, mittlere Herbe, feinperlig, süß-herber Abgang
Gesamt: Insgesamt ein gutes und gut trinkbares Keller-Pils. Bei der Erwartungshaltung eines stärker gehopften Vertreters dieses Bierstils hätte ich jedoch noch mehr Hopfenherbe erwartet, sodass es sich außer im tatsächlich etwas herberen Abgang kaum von anderen (Keller-)Pils unterscheidet. Die 11,5 Pkt (2(+)) sollen dennoch zeigen, dass sich ein Kauf im Online-Shop der Brauerei durchaus lohnt.

Weitere Infos zum Bier unter: https://brauerei-zum-loewenbraeu.de/sortiment/spezialbiere#c.

Prost & guten Abend! ?

447. Pyraser Rotbier

In der letzten Woche vor Weihnachten geht es auch für mich daran die letzten Biere fürs Jahr 2018 aufzustellen. Während ich im Hinterkopf schon in den Vorbereitungen zur diesjährigen Bestenliste bin, werden es nur noch eine handvoll Biere auf die Liste schaffen.

Ein letzter neuer Kandidat ist das rote Bier aus Pyras. Die private Landbrauerei überzeugt selbst für fränkische Verhältnisse mit einer großen Produktpalette. Als Alleinstellungsmerkmal gilt jedoch der Schraubverschluss der für alle Getränkeflaschen verwendet wird. Grund hierfür ist die im Brauereihof befindliche Mineralwasserquelle, von der auch das Wasser der Biere geschöpft wird.

Das ursprünglich aus Nürnberg stammende Rotbier erhält seinen Namen von der durch verschiedene (Karamell-)Malze hervorgerufene Kupferfarbene Tönung. Ähnlich wie das Düsseldorfer Alt am Niederrhein ist das Rotbier fast ausschließlich in der Ursprungsregion Franken zu finden.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Rotbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . .  11.4°P
Alkoholgehalt. . . . . . 4,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Pyras
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________14
  • Geschmack:__________________11,5
Fazit

Geruch: süßlich, malzig, getreidig, buttrig, blumig, leicht würzig
Geschmack: mittelkleiner Körper, getreidig, leicht dunkelmalzig, etwas Würze, etwas dünn, feinperlig, buttrig-würziger Abgang
Gesamt: Ich muss ja sagen, dass ich die typische Pyraser-Note in den Bieren einfach mag. Eine der wenigen Brauereien, die bei mir eigentlich immer überzeugen. Und auch das Rotbier fällt nicht aus dem Raster, wenngleich es mir am Gaumen doch etwas zu dünn rüber kommt, was auch etwas die Gesamtbewertung von 12,5 Pkt. (2++) schmälert.

Weitere Infos zum Bier unter: https://pyraser.de/produkte/biere.php?we_objectID=44.

Prost & guten Abend! ?

446. Kehrwieder SHIPA Simcoe

Zum Wochenabschluss kommt noch ein Bier an der Reihe, dass ob seiner Einfachheit bei mir oft nicht in den Einkaufskorb gelandet ist. Das ist nicht abwertend gemeint, allerdings ist die Welt der Biere so groß, dass man als Blogger eben selektieren muss. Und da fällt manchmal das ein oder andere etwas schlichtere Biere eben raus.

Nichtsdestotrotz fand ich die SHIPA-Reihe von Kehrwieder stets interessant, sodass ich vor einigen Wochen im P&M doch zugreifen musste. Das Prinzip hinter diesen Bieren des ehemaligen Biersommelier-Weltmeisters Oliver Wesseloh aus Hamburg ist denkbar einfach: Ein India Pale Ale wird immer gleich eingebraut und nur je nach Charge mit einer anderen Hopfensorte warm- und kaltgehopft. Bis heute sind damit knapp 20 verschiedene Single-Hop-India-Pale-Ales entstanden. Da hier offensichtlich auch nur Wiener Malz verwendet wurde kann man das SHIPA noch zusätzlich als SMASH bezeichnen: ein Single-Malt-and-Single-Hop IPA.

„Gebraut nach dem Natürlichkeitsgebot.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  16.8°P
Alkoholgehalt. . . . . . 7,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Hamburg
Erscheinungsjahr. . .
2013

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: säuerlich fruchtig, grasig, bittersüß, sehr harzig, leicht waldig
Geschmack: voller Körper, leicht bitter, Karamell, etwas würzig, hopfig, waldig, feinperlig-matt, bittersüßer Abgang
Gesamt: Das IPA sagt mir zwar nicht in Gänze zu, da mir wieder die fruchtigen Noten zu kurz kommen, es ist aber dennoch hochinteressant zu erkennen wie sich ein einzelner Hopfen charakterisiert. Für meinen eigenen Nachbrauversuch werde ich aber wohl noch den ein oder anderen weiteren SHIPA proBieren müssen, um den zumindest für mich passenden Hopfen gefunden zu haben. 12Pk.t (2-) sind aber dennoch ein respektables Ergebnis für dieses SMASHIPA.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.kehrwieder.beer/12/speaking-bottle/detail/15/shipa.html.

Prost & guten Abend! ?

445. Ybnstoker Suicide Blonde

Das heutige Bier hat mich schon vor der Verkostung überrascht. Als Teil eines meiner letzten Bierabo-Box vom Beertasting.Club, hatte ich es bislang immer nur etwas oberflächlich betrachtet und zweifelsfrei für ein angloamerikanisches Produkt eingeschätzt. Doch ein heutiger Blick auf die Rückseite offenbarte, dass es sich um ein handwerkliches Bier aus dem Erzgebirge handelt. Im Kurort Eibenstock in der Nähe der tschechischen Grenze wird seit geraumer Zeit Craftbeer hergestellt. Dabei will man nicht nur handwerklich, sondern auch ab des Reinheitsgebots brauen. Das Suicide Blonde allerdings kommt mit den vier Zutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe aus. Die Sorten Hallertauer Tradition, Magnum, Citra und Cascade verleihen dabei dem American Pale Ale seinen Charakter.

„Eine blonde Versuchung – betörend und unmöglich zu widerstehen.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . American-Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Eibenstock
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________14
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: sehr grasig & waldig, harzig, Malzsüße, gewürzig, getreidig, buttrig, Süßholz
Geschmack: vollmundig, sehr grasig, leicht bitter, herb, gering würzig, feinperlig, grasig-herber Abgang
Gesamt: Alleine anhand der Bewertung der Einzelkategorien ist ersichtlich, dass es sich um ein richtig gutes Bier handelt. Auch, wenn für meinen Geschmack für ein APA etwas zu grasig und zu wenig fruchtig ist, liegt es mir dennoch sehr gut. Offensichtlich scheint man im Erzgebirge vieles richtiges zu machen. Insgesamt gibt es im Jahresendspurt noch einmal eines der besten Noten des Jahres: 13 Pkt. (1-).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.ybnstoker.de/.

Prost & guten Abend! ?

444. Frau Gruber Canned Heat

Jetzt, wo es draußen auch (endlich) kalt wird und wohl fast jeder die erste Erkältung hinter sich hat, möchte ich mir wieder etwas Sommer zurück ins Haus holen. Tatsächlich noch bei spätsommerlicher Hitze gekauft, hoffe ich dass es nun voll zur Geltung kommt. Von mir aus reicht es nämlich auch schon wieder mit der Kälte.

Gebraut wurde Canned Heat von Enzo Frauenschuh und Matthias Gruber, die zusammen die Marke Frau Gruber bilden und bei Camba Bavaria in der Old Factory produzieren und abfüllen. In meine Tasche ist es deshalb gelandet, da das Session-Pale Ale neben Gerste- und Weizen- auch Hafermalz enthält. Gehopft wurde es mit Spalter Select, Amarillo, Citra und Centennial. Interessant hierbei ist der geringe Alkoholgehalt von nicht einmal drei Prozent. Nach dem Yeast is King es das zweite Bier der Marke, das ich rezensieren darf.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Session-Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen- & Hafermalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 2,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Gundelfingen
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________6
  • Geruch:______________________7
  • Geschmack:__________________9
Fazit

Geruch: sehr fruchtig-bitter-herb, hefig, beizender Fehlgeruch
Geschmack: mittelkleiner Körper, spritzig, herb, grasig, fruchtig, waldig, etwas hellmalzig, bitter-herber Abgang
Gesamt: Leider wieder ein Beispiel dafür, dass es manchmal wichtig ist ein Bier frisch zu trinken und stets optimal zu lagern. Auch wenn andere da weniger anfällig sind, merkt man dem Bier die knappe MHD-Überschreitung an. Der grundsätzlich sehr positive fruchtig-grasige Charakter wird leider von einer gewissen herben Bittere überlagert, sodass der Genuss etwas getrübt wird. Dennoch ist es ein recht gut gelungenes Bier, das in der Tat an den Sommer erinnert und auch in der warmen Jahreszeit gut getrunken werden kann. Mehr als 8 Pkt. (3) kann es unter den widrigen Bedingung allerdings nicht geben.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.ratebeer.com/beer/fraugruber-canned-heat/546236/.

Prost & guten Abend! ?

443. Box Steam German Red

Das nächste „Craftbier“ aus der Dose wurde mir schon vor einigen Wochen vom LIDL mitgebracht als dort mal wieder diverse Biere dieser Art angeboten wurden. Wie die Gänsefüßchen schon andeuten bin ich bei diesen Bieren grundsätzlich immer noch recht skeptisch. Auch wenn meine beiden großen Testreihen (I & II)durchaus auch überraschend positive Qualität gezeigt. Neben der grundsätzlichen Qualität spielt bei mir dann aber auch die Authentizität eine große Rolle. Beim heutigen Bier ist das dann nämlich auch schon wieder so eine Sache. Gebraut für die oben genannte Handelskette wird es nämlich nicht – wie vielleicht zu vermuten – in der Brauerei der Marke Box Steam, die im Süden Englands beheimatet ist, sondern in der Brauerei Eichbaum in Mannheim. Für Bierkenner ist das zwar keine Überraschung – braut Eichbaum doch grundsätzlich für Lidl – dennoch grenzt es meiner Ansicht nach an Verbrauchertäuschung. Zumal auf der Dose auch noch folgender Slogan zu lesen ist:

„German Craft Beer Resistance“

Nunja, solange die Qualität stimmt…

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Rotbierbock
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfenextrakt
Stammwürze
. . . . . .  16.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 7,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Mannheim
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___10
  • Aussehen:____________________7
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Geruch: dunkelmalzig, leicht würzig, getreidig, etwas herb, Karamell-Bonbon
Geschmack: mittelgroßer Körper, malzig, würzig, süßlich, leicht Karamell, etwas bitter, etwas grasig, feinperlig, bittersüßer Abgang
Gesamt: Wieder einmal bin ich grundsätzlich ob der sensorischen Eindrücke positiv überrascht. Wenngleich es sich auch nicht wirklich um ein hochklassiges Bier handelt und auch der Bierstil etwas für Verwirrung sorgt, tut die malzig-würzige Note mit einem Hauch Karamell auf jeden Fall nicht weh. Überraschend ist auch, dass man die knapp 8 Umdrehungen kaum spürt. Summa summarum sind das 9 Pkt. (3+) in der Gesamtwertung (Authentizitäts-Malus miteingerechnet).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.ratebeer.com/beer/steam-brew-german-red/610497/.

Prost & guten Abend! ?

442. Stone Brewing Tangeringe Express IPA

„Welcome to our vacation transportation express!“

Das Jahr nähert sich dem Ende, mein Bier-Depot ist allerdings noch prall gefüllt. Auf ersteres habe ich keinen Einfluss, letzteres kann ich aber ändern. Deshalb will ich nun in den Jahresendspurt starten und vor allem meine schon etwas länger lagernden Schätze vorstellen. Beginnen möchte ich dabei mit meinen Craft-Dosenbieren.

 

Den Anfang mach das Bier, das noch am längsten das MHD (10/18) überschritten hat. Es stammt von der US-amerikanischen Stone-Brewery, die seit einigen Jahren auch eine Filiale in Berlin besitzt. Wobei Filiale hier etwas untertrieben ist. Gibt es dort doch neben der größten Stone-Brauerei Europas auch einen der größten Veranstaltungssäle Berlins und mit einer Bar mit über 70 Biere vom Zapfhahn die nach eigenen Angaben größte Fassbierauswahl Deutschlands.

Und auch das heutige IPA ist alles andere als gewöhnlich. Versetzt mit Mandarine, Ananas und Orangenschalen soll es einem nicht nur an den letzten Sommerurlaub zurückversetzen, sondern auch beweisen, dass Biere mit Früchten nichts für Kinder sind.

„We’re not looking for a sweet concoction to appease the “I want my beer to taste like fruit juice” crowd. This is Stone. We like our IPAs to taste like IPAs. Big, bold and not for kids.“

Besonderen Dank gilt heute übrigens Christoph von der Craft-Quelle aus Bonn, dem ich dieses Biergeschenk im Rahmen seiner Eröffnung zu verdanken habe.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Mandarinenpüree, Ananas, Orangenschalen, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Berlin
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________8
Fazit

Geruch: fruchtig-herb, Ananas, Grapefruit, Litschi, leicht grasig, etwas säuerlich
Geschmack: voller Körper, herb, fruchtig-grasig, hellmalzig, etwas sauer, geringe bittere, leichte Würze, feinperlig, hopfig-herber Abgang
Gesamt: Ohne nun zu wissen, wie quasi der MHD-Geschmack sein soll, kommt das TE-IPA auch noch zwei Monate später so rüber, wie es vermutlich gemeint war: stark, hopfig, herb. Vor allem finde ich erstaunlich wie wenig die Fruchtnote noch im Geschmack erkennbar ist. Durchaus merkbar, aber im Vergleich zur bitteren Hopfen-Herbe klar im Hintergrund. Für mich daher aber auch ein touch to much; vielleicht bin ich aber auch einfach nicht erwachsen genug für dieses IPA. So oder so, bleibt der Zeiger heute bei 9 Pkt. (3+) stehen.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.stonebrewing.com/beer/year-round-releases/stone-tangerine-express-ipa.

Prost & guten Abend! ?

Blogbier, die XLII. – Weihnachtsfeier

Zur Weihnachtsfeier in meiner Abteilung habe ich neben meinem eigenen Cerevisia M auch eine kleine Auswahl Biere mitgebracht, die ich in den letzten Bierpakten vom Beertasting.Club erhalten hatte:

Bierfacts:

Besten Dank an die Kollegen für die Unterstützung – ich hoffe es hat gemundet.

441. AleMania Coffee Amber Ale

Um den Wechsel zwischen AleMania und Maisel zu komplettieren kommt heute auch das zweite Bier des Bonner Craftbier-Pionier Fritz Wülfing zum Zuge.

Es ist eines seiner neuesten Werke, das er in Zusammenarbeit mit der Kölner Kaffeerösterei Ernst entwickelt hat. Ähnlich wie bereits beim Bread & Hops haben sich dabei zwei Handwerksbetriebe gefunden, die sich auch in Sachen Bier sehr gut ergänzen. Ernst betreibt neben der Rösterei auch eine sog. Slow-Bar, in der es Kaffee in den unterschiedlichsten Herstellungs- und Zubereitungsvariationen gibt. Zudem kann man vor Ort die Barista-Kunst kennen lernen. Dabei entstammen alle verwendeten Bohnen aus fairem Anbau und Handel.

Im Coffee Amber Ale haben die Sorten Ethiopia und Sidamo Guji Ambela eine nähere Bekanntschaft mit Malz und Hopfen gemacht.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Coffee Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Kaffee, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  14°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bonn
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________7
  • Geschmack:__________________9
Fazit

Geruch: sehr röstig, Kaffee, bitter, würzig, waldig
Geschmack: mittelgroßer Körper, würzig, röstig, Kaffee, leicht karamellig, gering malzig, gewisse Bittere, feinperig, süß-würziger Abgang
Gesamt: Sieht man mal vom feuchten Erlebnis beim Öffnen der Flasche ab, ist es in der das erste Kaffee-Bier seit langem, was mir wieder zumindest in weiten Teilen zusagt. Auch wenn ich irgendwie immer noch nicht recht zum Coffee-Ale-Freund zu werden scheine, tut mir das heutige in keinster Weise weh. Im Gegenteil, je länger ich es trinke, desto schmackhafter erscheint es mir. Ich mag meinen Kaffee halt lieber warm ;). Daher gibt es heute gute 10 Pkt. (2-) von mir.

Weitere Infos zum Bier unter: https://fritz0830.wixsite.com/alemaniabonn.

Prost & guten Abend! ?

440. Best of 2018 – Bierverkostung zur Eule 12/18

Jahresabschluss 2018

Letzte Woche stand nun zum dritten Male bereits der letzte Biermontag des Jahres in der Kierberger Eule an. In der noch jungen Tradition präsentiert Biersommelier Markus Weick die beliebtesten Biere des Jahres. Dabei wählt er aus verschiedenen Kategorien aus, die die „Beliebtheit“ auszeichnen.

Gleisbrauer vom Alten Bahnhof Frechen

Besonders erfreut war ich über den Besuch von Julia und Ralph, die sich vom Alten Bahnhof in Frechen auf dem Weg zur Eule gemacht hatten. Nachdem ich dort bereits einmal vor gut zwei Jahren zwei leckere Biere proBieren konnte, war es interessant mal die Gesichter dahinter näher kennen zu lernen. Ralph ist zum Brauen quasi über seinen Schwiegervater gekommen und war schon längere Zeit als Hobbybrauer aktiv, als man ihm vor einigen Jahren bat die neue kleine Hausbrauerei am Alten Bahnhof zu unterstützen. Fortan machte er das Hobby zum Beruf und unterstützte Julia und ihr Team mit kreativen Bierideen, die immer wieder auch neue Gäste abseits der Kölsch-Stammgäste anlockt. So gibt es neben den beiden Dauerbieren Kölsch und Wieß stets auch ein drittes monatlich wechselndes Bier, das den Spagat zwischen Kreativität und Massentauglichkeit schaffen muss. Am Bahnhof wurde bereits gebraut als dieser noch aktiv war, die heutige Hausbrauerei wurde dann nach langem Still- und Leerstand 2011 (wieder-)eröffnet und zählt zu den wenigen Brauereien des Rhein-Erft-Kreises. Die Gleisbrauer hatten auch ein Gastgeschenk dabei, das hervorragend zum Abend passte – dazu aber unten mehr.

Kölsch Konvention

Vor der eigentlichen Verkostung ging es diesmal wieder weiter im Kölsch-Projekt, bei dem Markus bis März 2019 (da wird die Kölsch -Konvention 33 Jahre) alle Kölsch vorgestellt und durchprobiert haben will. Da sich dieses Datum langsam nähert hat er mal eine Übersicht aufbereitet, die die aktuellen Marken darstellt und zeigt, welche bereits in der Eule präsentiert wurden.

Beliebtestes Bier (Absatzvolumen)

Als eines der letzten fehlenden Kölsch kam nun diesmal Reissdorf ins Spiel. Lange Jahre in der Eule das „Hauskölsch“ ist es auch weiterhin meistverkaufte Kölschmarke und passt somit sehr gut in das Dezember-Biermotto. Auch wenn man daraus nicht unbedingt schließen kann, dass es auch das beliebteste Kölsch ist, ist es dennoch das meistgetrunkene.

Persönlicher Eindruck:
– stroh-gold, mittelgroßer Malzcharakter, ansteigender Hopfenanteil, mittelmäßige Bittere, mittelschlanker Körper, feinperllig, süß, würzig, etwas nach Getreide

Beliebtestes Bier (Biermontagsbewertungen)

Bier #2 war ein Bekannter aus der diesjährigen November-Verkostung auf die ich an dieser Stelle verweisen möchte. Die Auswahl hierauf fiel aufgrund der hohen Bewertung im Rahmen der Verkostung. Auch wenn es nicht die höchste Bewertung des Jahres erhielt (die fiel erfreulicherweise auf meinen Biercocktail India Pale Gold), war es dennoch das beste Bier, das im Handel erhältlich ist. Die TOP 3 Biere aus den 2018-Verkostungsbewertungen stammen nämlich von den beiden Brauereien Blue Cat aus Lechenich und Heinenhof aus Pulheim-Orr (Blue Cat Böckchen, Roter Kosar & Kölsches Knupp).

Beliebtestes Bier (Bierstil Export)

 Mit den folgenden Bieren tauchten wir etwas in die Bierstiltheorie ein, die anhand praktischer Beispiele zeigen sollte, dass eine Abgrenzung bzw. Zuordnung nicht immer eindeutig ausfällt. Bier #3 war das Ayinger Jahrhundert-Bier, das ich bereits selbst im Rahmen der Verkostung zu 500 Jahren Reinheitsgebot in der Eule präsentiert hatte.

Persönlicher Eindruck:
– sehr karamellmalzig, süßlich, waldig, getreidig, harzig

– mittelgroßer Körper, karamellig, leicht röstig, ganz leicht Bonbon, dunkelmalzig, feinperlig-matt, herber Abgang

Beliebtestes Bier (Saison-Thema)

Als vorletztes Bier des Abends ging mit dem Wintertraum von Weltenburger die älteste Klosterbrauerei der Welt ins Rennen. Im Gegensatz zu einigen anderen wird in der niederbayrischen Benediktinerabtei das Bier noch selbst und unabhängig gebraut. Auch, wenn aus Kapazitätsgründen bei einigen Sorten auf umliegende größere Brauereien ausgewichen wird, ist die Brauerei nicht nur authentisch, sondern erfreut sich seit über 1000 Jahren an stetiger Beliebtheit. Deshalb passt es nicht nur zum Bierstil Wiener Lager, sondern auch in die Kategorie saisonales Bier.

Persönlicher Eindruck:
etwas unauffälliger, Karamell, Getreide, Malz
-vollmundig, getreidig, strohig, dunkelmalzig, Karamell, leicht röstig, feinperlig, grasiger Abgang

Beliebtestes Bier (Bierstil Weizenbock)

Mit dem letzten Bier der offiziellen Verkostung spannte Markus den Bogen zu meiner ersten Verkostung in der Eule. Zum Thema Weißbiervariationen war es auch schon mal im Januar 2016 das finale Bier. Und auch diesmal war das der Weißbierbock der Weißbier-Retter eines der besten des Abends.

Persönlicher Eindruck:
– dunkel, Karamell, harzig, ölig, leicht alkoholaromatisch
– voller Körper, sehr karamellig, dunkelmalzig, bananig, hefig, alkoholaromatisch, harzig, leicht würzig, ölig, matt, süß-herber Abgang

Meine persönliche Gesamtwertung der fünf verkosteten Biere sieht schließlich wie folgt aus:

Wie auch schon in den letzten Jahren gab es im Anschluss der offiziellen Verkostung noch ein Westvleteren 12 für alle als vorzeitiges Nikolausgeschenk. Zwar ist es seit letztem Jahr nicht mehr das beste Bier auf ratebeer.com (dessen Rankings jedoch auch etwas fragwürdig sind), dennoch passt es weiterhin hervorragend zu diesem Jahresabschluss.

Mit Julia und Ralph proBierten wir dann noch das neue Gleisbrauer-Winter-Bier aus der Flasche, das es in diesem und kommenden Monat am alten Bahnhof in Frechen am Hahn 3 gibt.

„Es wurde mit viel Wiener- und Karamellmalz gebraut, woraus ein Stammwürzegehalt von ca. 15,0°P resultiert. Es hat eine wunderbar warme, fast goldene Farbe und einen Alkoholgehalt von rund 6.0 %.“

Persönlicher Eindruck:
– hefig, leicht bananig, malzig, wenig Nelke
– vollmundig, malzig, leicht holzig, waldig, feldartig, wenig Nelke, matt, getreidiger Abgang

Fazit:
Das Best of in der Eule ist jedes Mal einen Besuch wert. Gerade das übergeordnete Thema „Beliebtestes Bier“ macht es immer wieder aufs neue spannend. Auch wenn es an diesem Abend fast kein neues Bier für mich gab, war vor allem der Austausch mit den Gleisbrauern sehr schön. Im Zuge dessen konnte ich mit Markus auch unser Ziel einer Eulen-Brauerei etwas weiter vorantreiben, sodass wir hoffentlich im ersten Halbjahr 2019 das erste Bier brauen und vorstellen können.

Vielen Dank also nochmals an Markus für den interessanten Abend.
Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

Mehr zum Alten Bahnhof in Frechen unter: http://www.gleisbrauer.de/index.php/bahnhof.html.

439. Maisel & Friends Twin Peak

3 Tage nach der letzten Flaschenpost folgt heute nun schon das nächste Bierpräsent von Eva Ploß von der Maisel Brauerei. Diesmal jedoch ist es eigentlich kein Maisel-Eigenprodukt, sondern stammt von einem Hobbybrauer.

In diesem Jahr fand nämlich der erste Hobbybrauwettbewerb von Maisel & Friends statt, bei dem alle interessierten Heimbrauer eingeladen waren eine Interpretation des Bierstils Weißbier einzusenden und vorzustellen. Dieses Format, dass bei Brauereien der „Craftbier-Szene“ immer größerer Beliebtheit entwickeln zu scheint, konnte Max Lutter aus Schrobenhausen für sein Weißbierdoppelbock gewinnen. Er selbst (von Beruf Polizist) braut in seiner eigenen Garage nur für den Eigenbedarf, jedoch mit relativ professionellen Anlagen und Infrastruktur. Profitieren kann er dabei vom Know-How seines Sohnes, der gelernter Brauer ist. Nachdem das Sieger-Bier in der neuen 25hl-Brauwerkstatt von Maisel in gemeinsamer Zusammenarbeit im professionellem Rahmen nachgebraut wurde, wurde es im November auf der BrauBeviale in Nürnberg präsentiert. Und nun ist es auch erstmals auf dem Markt in der Flasche erhältlich, wenn auch eben nur in limitierter Edition. Der nun jährlich stattfindende Wettbewerb brau@home ergänzt den bereits monatlich stattfindenden Hobbybraustammtisch in der Bier-Erlebniswelt.

Ich hatte ja auch kurz gezuckt, als ich vom Wettbewerb erfuhr, allerdings sind nur Biere zugelassen, die nach dem bayrischen Reinheitsgebot gebraut werden (auch wenn dieses ja bereits von Weißbieren nicht eingehalten wird), sodass ich mit meinen Mehrkornbieren nicht teilnehmen kann.

Einfach ein Genuss – doppelt macht’s Bock

Hobby & Bier = Pure Passion

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Weizendoppelbock
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  18,5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 7,7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bayreuth
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: sehr bananig, leicht würzig, etwas kräuterig, Karamell, Vanille, etwas Lakritz, spritzig
Geschmack: vollmundig, bananig, hefig, würzig, leicht harzig, Karamell, etwas alkoholaromatisch, feinperlig, würzig-süßer Abgang
Gesamt: Ohne Maisel & Friends zu nahe treten zu wollen, aber der Twin-Peak ist meiner Erinnerung nach fast das beste Bier der Brauerei, das ich dieses Jahr proBieren durfte. Abgesehen von einer etwas zu würzig-bitteren und alkoholaromatischen Note ist es der Weizendoppelbock wirklich gut gelungen. Verdientermaßen gibt es dafür dann auch satte 13 Pkt. (1-).

Mehr Infos zum Bier unter: https://maiselandfriends.com/hobbybrauerwettbewerb-2018/.

Prost & guten Abend! ?

438. AleMania | Max Kugel Bread & Hops

Am heutigen Nikolaus-Tag möchte ich mir selbst ein kleines Geschenk machen. Und so stelle ich euch heute ein ganz besonderes Bier aus der Bundestadt Bonn vor, das einen kleinen aber feinen Trend innerhalb der Handwerksbrauer-Szene aufgreift.

Es handelt sich um ein Brotbier, dass von Fritz Wülfing – seines Zeichens Kopf der Brauerei AleMania – und Max Kugel – der wohl gerade angesagteste Bäcker Bonns – entwickelt wurde. Dabei war Fritz schon etwas länger auf der Suche nach einem Partner, mit dem er diese Bieridee verwirklichen konnte. Wie ein glücklicher Zufall war es dann, als in diesem Jahr in der Bonner Südstadt eine neue Backmanufaktur aufmachte.

Gesicht, Seele und Namensgeber der Bäckerei ist Bäckermeister Max Kugel. Geboren, aufgewachsen in Lahnstein, hat er auch dort seine Bäckerlehre bei seinem Vater absolviert. Danach aber zog es ihn in die Welt hinaus und er macht an diversen Stationen in Deutschland, der Schweiz, England, USA und Kanada halt um sein Bäckerhandwerk zu verfeinern und die jeweiligen regionalen Besonderheiten kennen zu lernen. Zurück in Deutschland wurde er 2015 schließlich von Johann Lafer als Deutschlands bester Bäcker ausgezeichnet. In diesem Jahr dann entschloss sich Max seine eigene Bäckerei aufmachen zu wollen und hatte etwas Glück, dass in Bonn – wo er bereits 2011 unterwegs war – eine Räumlichkeit verfügbar wurde. Doch Max betreibt keine „normale“ Bäckerei, denn bei ihm gibt es: „Brot, sonst nichts“. Und davon von Dienstag bis Samstag jeweils 10 Sorten, die allsamt handwerklich und ohne jegliche Zusatzstoffe gebacken sind.

Es war also nur eine Frage der Zeit bis die beiden Handwerker zusammenfanden und so entstand Ende des Jahres das erste Kollaborations-Brotbier Bonns. Gebraut mit Roggenmalz und verfeinert mit Roggenvollkornbrot .

„Max Kugel – da wo’s nur Brot gibt [und Bier].“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Brotbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Roggenmalz, Roggenbrot, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bonn
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________9
  • Geschmack:__________________8
Fazit

Geruch: röstmalzig, holzig, getreidig-süß, mehlig, hopfen-herb
Geschmack: mittelgroßer Körper, sehr röstig-holzig, sehr trocken-malzig, sehr herb, getreidig, würzig, feinperlig, würzig-herber Abgang
Gesamt: Das Bier hält was es verspricht. Sowohl die herben Hopfennoten als auch die Aromen des Roggenbrotes schlagen voll durch. Für meinen Gaumen jedoch zu sehr. Gerade zu Beginn wird man fast von einem röstig-holzigen Aroma erschlagen. Dabei vergisst man zwar nie die Zutaten des Bieres, kann sich aber gleichzeitig auch kaum auf den Genuss konzentrieren. Gerade im Vergleich zum Brotbier vom Braukunst Vorgebirge ist mir das Bread & Hops einfach etwas zu kernig. Deshalb bleibt der Zeiger heute auch bei 10 Pkt. (2-) stehen, wobei ich dennoch die klasse Idee lobend hervorheben möchte.

Weitere Infos zum Bier unter: https://fritz0830.wixsite.com/alemaniabonn.

Mehr zum Brot unter: http://maxkugel.de/.

Prost & guten Abend! ?

437. Maisel & Friends Hoppy Amber Mosaic

Da die nächste Flaschenpost von Maisel & Friends bereits bei der Post auf mich wartet, wird es höchste Zeit mich der letzten zu widmen, die zugegebenermaßen aber noch gar nicht so lange auf ihre Rezension wartet.

Die Bayreuther Kreativbrauer sind ja durchaus für ihre Pale Ale oder IPA bekannt, sodass dieses Amber Ale grundsätzlich eigentlich nicht überraschen sollte. Trotzdem steckt hinter diesem Bier eine durchaus interessante Geschichte:

„Das Licht der Welt erblickte dieses Bier eigentlich durch Zufall. Ursprünglich wollten unsere Braumeister ein helles Bier mit deutlicher Bittere brauen, das ist aber nicht so ganz gelungen. Zum Glück!

Also lag das Bier im Tank und wartete auf seine weitere Bestimmung. Zum Tag des Bieres im April 2016 wollten wir in unserer Gastronomie Liebesbier ein besonderes Bier an den Hahn bringen und so haben wir dem „missglückten Bier“ eine neue Chance gegeben und es doch noch einmal verkostet. Die lange Reifezeit hat unserem Hoppy Amber Ale mehr als gut getan, denn plötzlich schmeckte es uns fantastisch!“

Nicht nur im Liebesbier kam das Bier nun gut an, auch bei den folgenden Craft Beer Days in Hamburg war es ein durchschlagender Erfolg, sodass es die Maisel Freunde im letzten Jahr nochmals brauten. Und da der Zuspruch nicht abebben wollte, gibt es das Imperial Amber Ale nun auch in der Flasche. Wie es der Name schon verrät ist es mit einer großen Portion Mosaic-Hopfen gestopft und bringt es auf achteinhalb Umdrehungen.

Be hoppy and enjoy our awesome Amber Ale!

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Imperial Amber Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  18,9°P
Alkoholgehalt. . . . . . 8,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bayreuth
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: spritzig, fruchtig, leicht würzig, Mango, Ananas, Granatapfel, Erdbeere, etwas grasig-waldig
Geschmack: voller Körper, würzig, etwas Karamell, grasig-herb, recht bitter, wenig Frucht, feinperlig, herb-süßer Abgang
Gesamt: Wie immer ein sehr gutes Bier der bekannten Bayreuther Bierbrauer. Irgendwie bilde ich mir auch ein zu erkennen, warum es damals eigentlich als missglückt gewesen war. Schließlich ist es schon recht stark gehopft und daher vergleichsweise herb und bitter. Aber dafür ist es ja auch ein Imperial Amber Ale. Ich empfehle eine etwas höhere Trinktemperatur als „kühlschrankkalt“ um auch die süßlicheren Aromen mitzubekommen. In Summe gebe ich diesem Glücksbier gute 12 Pkt. (2+).

Mehr Infos zum Bier unter: https://maiselandfriends.com/biere/limited/hoppy-amber-ale-mosaic/.

Prost & guten Abend! ?

Lervig Aktiebryggeri @ Craftbeer Corner Coeln

Nikl Bräu Zwickl | Essel Bräu Landbier | Lervig Passion Tang | Lervig Hoppy Joe | Lervig CAPO | Lervig Orange Velvet IPA | Lervig Tasty Juice | Lervig Perler for Svin | Lervig Liquid Sex Robot | Lervig Supersonic | Lervig Medicine | Lervig Slippin‘ into Darkness Barrel Aged (2018) | Bierol Koida Kaffee | Bierol Bombo Claat | Sudden Death Mr. Cinnamon Bun | Sudden Death Who shot the Almond Brothers

Zum Beginn des Jahresendspurts  war ich recht kurzentschlossen mit Nils nochmals in der Craftbeer Corner in Coeln. Anlass war das Tap-Takeover der norwegischen Lervig Aktiebryggeri aus Stavanger. Überhaupt war es erst mein zweites Takeover, das ich in der CCC besuchte (Anfang des Jahres konnte ich den Kölner Bierhistorikern beiwohnen). Die Nordlichter brachten 11 Biere aus Norwegen mit, wodurch ⅔ der Hähne belegt wurden. Die wohl bekannteste norwegische Kreativbrauerei ist zwar erst in diesem Jahrzehnt entstanden befindet sich aber derzeit auf einem steilen Wachstumspfad. 30% der Produktion werden bereits in alle Welt exportiert. Zudem zählen sie zumindest auf ratebeer.com zu den besten Brauereien Europas. In ihrem immer wieder wechselnden sehr großen Sortiment dominieren derzeit vor allem IPAs und Stouts. Das machte sich dann auch in der Taplist und dem aktuellen Flaschen-Special bemerkbar, die von diesen beiden Bierstilen deutlich geprägt war. Mit dem 3-Bean-Stout (eines der besten Biere des letzten Jahres) war erfreulicherweise auch nur ein bereits gelistetes Bier dabei.

Bierfacts:

  • Nikl Bräu Zwickl:
    – untergärig; 5,1%
    – aus Pretzfeld in der Fränkischen Schweiz
    – würzig, herb, hefig, malzig, harzig
    http://www.brauerei-nikl.de/
  • Essel Bräu Landbier:
    – untergärig; 5%
    – vom Esloher Brauhaus aus dem Sauerland
    – klar Karamell & Bonbon, süßlich, Getreide, malzig, etwas würzig, recht dünn
    https://www.essel-braeu.de/brauerei.html
  • Lervig Passion Tang:
    – obergärig; 7%
    – Sour mit Passionsfrucht versetzt
    – klar künstlich süß-sauer, fruchtig, etwas grasig-herb, trocken, Obstsalat
  • Lervig Hoppy Joe:
    – obergärig; 4,7%
    – Red Ale mit Schokoladenmalz und Simcoe, Chinook + Nelson Sauvin Hopfen
    – säuerlich-fruchtig, wenig malzig, etwas flach, leicht röstig, herb, holzig
  • Lervig CAPO:
    – obergärig; 4,4%
    – Pale Ale mit Minze und Limettenschalen in Collaboration with Restaurant Spiseriet
    – sauer fruchtig, süffig, leicht herb, grasig, erdig, mäßiger Abgang
  • Lervig Orange Velvet IPA:
    – obergärig; 5,5%
    – IPA mit Mango, Limette, Vanille und Laktose
    – sehr fruchtig, süß, grasig, leicht würzig, cremig, hefig, Vanille, Milchshake
  • Lervig Tasty Juice:
    – obergärig; 6%
    – IPA doppelt mit Citra gehopft
    – weniger fruchtig, mehr grasig, stärker, würziger, grasig, waldig, herb
  • Lervig Perler for Svin:
    – obergärig; 6%
    – NEIPA mit Azzaca, Mosaiv und Simcoe gehopft
    – unauffällig, herb-süß, etwas bitter, würzig, leicht getreidig, herber Abgang
  • Lervig Liquid Sex Robot
    – obergärig; 7,9%
    – Imperial-IPA mit Hafer
    – wieder fruchtiger, süßer, Karamell, waldig, harzig, herb
  • Lervig Supersonic
    – obergärig; 8,5%
    – Doppel-IPA mit doppelter Portion Citra
    – sauer fruchtig, bitter, alkoholaromatisch, harzig, herb-süß, Karamell
  • Lervig Medicine
    – obergärig; 10,5%
    – Imperial IPA mit Hopfenextraktion à la ISOmix
    – sehr fruchtig süß, spritzig, vollmundig, fruchtig-herb, grasig, hopfig, leicht milchig
  • Lervig Slippin‘ into Darkness Barrel Aged (2018)
    – obergärig; 12%
    – Imperial Stout
    – röstig, Karamell, Vanille, Kakao, holzig, sehr ölig, röstig harzig, erdig, nussig, Süßholz-Abgang

 

  • Bierol Koida Kaffee:
    – obergärig; 8,2%
    – aus Schwoich in Tirol (Österreich)
    – Imperial Stout mit Kaffeebohnen
    – klar kaffee-artig, schwer, bitter, holzig, trocken, röstig, wenig süß
    http://www.bierol.at/home.php
  • Bierol Bombo Claat:
    – obergärig; 8,2%
    – Imperial Stout mit Kokosnüssen und Kakaobohnen
    – süßlich, Kakao, Zartbitter, ölig, alkoholaromatisch, holzig, leicht röstig
  • Sudden Death Mr. Cinnamon Bun:
    – obergärig; 10%
    – von den Kuckucksbrauern vom Timmendorfer Strand
    – Imperial Oatmeal-Stout mit Laktose, Zimt und Vanille
    – leicht röstig, wenig auffällig, ölig, cremig, mehr holzig, gewürzig, , wenig Zimt, leicht herber Abgang
    https://suddendeathbrewing.de/craft-beer/
  • Sudden Death Who shot the Almond Brothers:
    – obergärig; 12.5°P; 5,2%
    – Imperial Oatmeal-Stout mit Laktose, Marzipan, Vanille und Schokolade
    – Marzipan, Vanille, Karamell, ölig, malzig, süßlich, leicht bitter & sauer

Fazit:

Insgesamt ein erneut schöner und lohnenswerter Abend in der CCC, bei dem es mit wenigen Ausnahmen auch wieder sehr leckere neue Biere zu kosten gab. Für mich ist es aufgrund meiner unregelmäßigen Besuche auch immer spannend zu sehen, wie sich der Zuspruch zur CCC und zu den Bierevents entwickelt. Besonders in diesem Jahr habe ich den Eindruck, dass gerade am Wochenende ein stabiles interessiertes Publikum vorhanden ist, dass der Millionenstadt Köln auch einigermaßen gerecht wird. Etwas kritisch sehe ich demgegenüber den Trend der allgemeinen Preissteigerung und auch der Service war zumindest an diesem Abend ausnahmsweise nicht ganz herausragend. Dennoch wünsche ich natürlich Lervig und der CCC weiterhin großen Erfolg und noch ganz viele leckerere Biere. Vielen Dank also an beide für diesen interessanten und über weite Strecken leckeren Abend in der Domstadt.

¡Skål!

Mehr zur Veranstaltung unter: https://www.facebook.com/events/360250171406806/.

Weitere Informationen zur CCC unter: http://www.craftbeercorner.de