Archiv für den Monat: November 2019

560. Kasteel Barista Chocolate Quad

Das dritte Bier im Bunde der aus dem hiesigen Getränkemarkt erworbenen kommt ebenfalls aus dem Hause Kasteel van Honsebrouck. Es handelt sich um ein Quadrupel, dem stärksten belgischen Bierstil. Leider wurden dem Bier auch Aromastoffe zugesetzt. Das hält mich aber nicht davon ab es zu proBieren.

„Ein einzigartiges Spezialbier, die jeder Bierliebhaber probieren muss.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Quadrupel
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Zucker, Aromen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 11%
Herkunft. . . . . . . . . . . Izegem-Emelgem (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

In der Nase ein Mix aus Kaffee, Zartbitter und Butterkaramell – am Gaumen ein cremig-öliges und vollmundiges Geschmackserlebnis nach leicht bitterem aber vor allem süßem Schokoladenmalz, bei dem die 11 Umdrehungen so gut wie nicht hervorkommen. Nimmt man die ganz leicht penetrante Süße heraus, eigentlich also ein empfehlenswertes Bier. Dennoch bleibt es im Unklaren, wie viel vom Geschmack durch Aromen erzeugt wurden und wie viel von natürlichen Zutaten. Ich brauche weder schlechtes Handwerksbier noch leckeres Industriebier, dem nachgeholfen wurde. Deshalb die recht strenge Bewertung.

| 9 Pkt. (3+)

https://www.vanhonsebrouck.be/biere/by-kasteel/barista-chocolate-quad/?lang=de

Prost & guten Abend! ?

 

559. St. Louis Premium Geuze

Nach dem gestrigen belgischen Pils, folgt heute ein etwas typischerer belgischer Bierstil: Die Geuze.

Lange Zeit nur im belgischen Zennetal gebraut, wollten die Braumeister von der heutigen Kasteel Brouwerij Vanhonsebrouck 1957 die Geuze auch im westflämischen Emelgem herstellen.

Die Herausforderung: Dieser Bierstil ist spontangärig; d.h. er ist davon abhängig, dass er von wilden Hefestämmen befruchtet wird und erfährt keine herkömmliche Hefebeigabe zur Gärung. Um es auch andernorts brauen zu können wurde seinerzeit eine Grundmenge Geuze-Würze aus dem Zennetal in der Nähe von Brüssel eingekauft und in Eichenholzfässer eingebracht, sodass sich dort die Hefen weiterverbreiten konnten.

Dieses Experiment gelang und die neue Geuze wurde ein Kassenschlager. Spätestens nachdem dann in den 1970ern rund um die Brauerei in Ingelmunster ein weiteres natürliches Hefe-Biotop gefunden wurde, entstand ein regelrechter Geuze-Krieg zwischen Brüssel und Westflandern.

Zum Glück ist die Situation heutzutage deutlich entspannter, sodass ich die St. Louis Geuze in Ruhe proBieren kann – auch wenn mich der Namenszusatz Premium sowie die Inhaltszusätze Zucker und Stevia kurz von der Kaufentscheidung zurückschrecken hat lassen ;).

„Dieses Gueuze-Bier ist ein Verschnitt von jungem und altem Lambic, ein spontanvergorenes Bier.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Geuze
Brauart
. . . . . . . . . . . spontangärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Zucker, Stevia, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Emelgem (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
1958

Fazit

Die doppelte Süßungszugabe von Zucker (welcher aber auch für die Gärung unterstützend ist) und Stevia ist dem Bier deutlich anzumerken. Die Geuze-typische Säure kommt kaum noch heraus. Hingegen ist es sehr fruchtig süß und könnte als typisches Frauenbier abgestempelt werden. Warum hier derart gesüßt wurde erschließt sich mir nicht. Auch wenn das Bier grundsätzlich schmackhaft ist, erinnert es doch eher an ein Biermischgetränk als an eine Geuze.

| 10 Pkt. (2-)

https://www.vanhonsebrouck.be/biere/st-louis/st-louis-premium-gueuze/?lang=de

Prost & guten Abend! ?

 

558. Haacht Primus

Zwischen bereits gepackten Kartons möchte ich euch noch meine letzten Biere des Fundus vorstellen. Den Anfang machen Biere aus dem hiesigen Getränkemarkt.

Beginnen möchte ich mit einem Bier der Brouwerij Haacht aus dem flämischen Boortmeerbeek. 1898 als Brauerei und Molkerei Haecht gegründet, wird dort seit 1929 nur noch Bier gebraut. Die bis heute in Familienhand geführte Brauerei hat im Laufe der Zeit etliche kleinere Brauereien Belgiens und Frankreichs übernommen.

„Primus pilsner owes its name to Jan Primus, the Duke of Brabant. He was one of the most powerful feudal lords of all times.

He reformed the currency system and breathed new life into trade. When he won the battle at Woeringen in 1288 against the Archbishop of Cologne, he was able to unite Limburg and Brabant. This allowed him to keep trade routes safe and he helped Brabant grow into a prosperous state within the Holy Roman Empire.

He showed his appreciation for beer by the special privileges he granted to brewers.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pilsener
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Boortmeerbeek (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Gerade für einen belgischen Vertreter ein sehr ordentliches Pilsener. Das wesentliche Charakteristikum des würzig-herben Geschmacks wird ziemlich genau getroffen. Der Eindruck in der Nase erinnert sogar etwas an das Original aus Pilsen. Dennoch bleibt der Primus relativ eindimensional und birgt wenig Überraschungen.

| 11 Pkt. (2)

https://haacht.com/en/brands/beers/primus

Prost & guten Abend! ?