Archiv für den Monat: März 2020

577. Kasteel Hoppy

Da die Renovierungen im Haus zunächst weitgehend abgeschlossen sind und die Arbeiten im Garten noch etwas warten müssen, habe ich seit langem mal wieder etwas mehr Zeit zum Rezensieren.

Heute auf dem Plan: Das Hoppy aus dem Hause Kasteel van Honsebrouck. Es soll einem India Pale Ale ähneln, aber aufgrund des Teilersatzes von Hopfen durch Kräuter weniger Bitterkeit mit sich bringen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Kräuter, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Izegem-Emelgem (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Nein, ein IPA ist es nicht wirklich. Auch wenn eine säuerlich-fruchtige und herbe Hopfenbittere klar dominieren, fehlt es an den Kalthopfungsaromen. Neben einer Buttergemüse-Note ist aber auch ein gewürziger Anteil zu erkennen. Insgesamt für mich eher durchschnittlich und weder Fisch noch Fleisch.

| 8 Pkt. (3)

https://www.vanhonsebrouck.be/biere/kasteel/kasteel-hoppy/?lang=de

Prost & guten Abend! 🍻

 

576. Hofmann Pahres Pils vs. Wolfscraft Frisch-Pils

Im zweiten Duell in diesem Jahr stehen sich zwei Pils gegenüber, die mich über das letzte Beertasting-Paket erreicht haben.

Obwohl beide Biere der Bierstil eint, könnten sie in ihrer Herkunft fast unterschiedlicher nicht sein. Auf der einen Seite die Brauerei Hofmann – eine seit dem 17. Jahrhundert bestehende Familienbrauerei aus dem mittelfränkischen Gutenstetten. Auf der anderen Seite Wolfcraft – eine typische Craftbeer-Marke aus dem hippen München.

Franken gegen Bayern. Tradition gegen Moderne. Handwerk gegen Craft.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pils
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%|5,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Pahres | München
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Auch in der Praxis machen sich deutliche Unterschiede bemerkbar. Während das Pils aus Pahres als traditioneller Stereotyp durchgeht und buttrig würzig, hopfig herb sowie grasig malzig daherkommt, überrascht das Frisch-Pils der Wölfe mit deutlich fruchtiger Nase und Abgang. Dazwischen ist es eher unauffällig und noch milder als das schon eher mild wirkende Pahres-Pils. Bei beiden hätte ich mir mehr herbe Spritzigkeit gewünscht. Beide überzeigen aber auch mit unterschiedlichen Charakteristika, sodass es heute unentschieden endet.

| 10 Pkt. (2-) / 10 Pkt. (2-)

http://www.hofmann-bier.de/ | https://wolfscraft.de/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

575. Alpirsbacher Klosterbräu Ambrosius

Mitten in der „Corona-Krise“ haben wir die wesentlichen Renovierungen im Haus abschließen können. Zeit für ein Bier, dass ich tatsächlich schon mindestens zwei Jahre im Vorrat habe. Es ist ein (nicht weiter spezifiziertes) Abteibier der Alpirsbacher Brauerei aus dem Schwarzwald, dem eine Portion Grünhopfen – also frisch geernteter Hopfen – beigegeben wurde.

„So wie Namenspatron Ambrosius Blarer seine Spuren in der Geschichte hinterließ, so bewahrt und verewigt Ambrosius eine überlieferte Rezeptur mit großer Vergangenheit.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Abteibier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  18°P
Alkoholgehalt. . . . . . 7,7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Alpirsbach
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Ein durchaus würdiges Bier zu diesem Abend. Sowohl nasal als auch am Gaumen dominieren karamalzige Aromen von Lakritz und Honig. Dazu kommen etwas Würze und ein Schuss Bittersüße. Aber es fehlt mir etwas an klarer Linie und Spritzigkeit. Dennoch ein Bier, das ich empfehlen würde, wenn es denn noch gebraut werden würde.

| 12 Pkt. (2+)

https://www.alpirsbacher.de/uploads/tx_becklynbeercoverflow/datasheets/Ambrosius.pdf

Prost & guten Abend ! 🍻

 

Blogbier, die XLXI. – EMH III.

Beim Besuch von Nils anlässlich des Geburtstages seines Patenkindes haben es folgende Biere auf die Liste geschafft:

Bier-Notizen:

Vielen Dank an Nils für den Besuch.

 

574. Williams Bros. Brewing Grozet Gooseberry Ale

In Zeiten der Corona-Pandemie gönne ich mir heute (wieder) ein „fruchtig-gesundes“ Bier. Es stammt von der Ende der 1980er entstandenen Geschwister-Brauerei Williams aus dem schottischen Alloa.

Das Pale Ale geht auf eine Rezeptur von Mönchen aus dem 16. Jahrhundert zurück und beinhaltet Stachelbeeren und Gagel – ein Kraut, das besonders vor der Zeit des Hopfens im Bier sehr beliebt war.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Stachelbeeren, Gagel, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Alloa (Schottland)
Erscheinungsjahr. . .
1998

Fazit

Ein durchaus bekömmliches Bier, das in der Tat vor allem durch seine fruchtige Note besticht. In der Nase sind neben der Stachelbeere noch Brombeere, Aprikose und Litschi zu riechen. Im Mund geht es dann weniger wild zu, wobei ein süßlich-gewürziges Aroma vorherrscht. Insgesamt finde ich das Bier etwas blass, was allerdings auch an der hoffentlich authentischen alten Rezeptur liegen kann.

| 9 Pkt. (3+)

https://www.williamsbrosbrew.com/beer/grozet

Prost & guten Abend ! 🍻

 

573. Eichbaum Wild Monkeys Hop Rider + Yeast King

In Zeiten der Corona-Pandemie bin ich froh, dass mein Biervorrat noch recht gut gefüllt ist, da ich zuletzt kaum zum Verkosten gekommen bin. Die heutigen beiden Biere habe ich aber nicht im Fachhandel, sondern zwischen Hamster-kaufenden Menschen beim Aldi geholt.

Es handelt sich um zwei Vertreter der neuen eigenen Craftbier-Linie der Privatbrauerei Eichbaum. Die Mannheimer sind aber keineswegs Neulinge in Sachen Craftbier. Denn bereits seit einigen Jahren brauen diese vor allem für die deutschen Discounter und Supermärkte Craftbier-Eigenmarken, die punktuell auf den Markt gebracht wurden. Nun aber wagt sich die Brauerei aus der Deckung und stellt sein eigenes Craftbier-Sortiment vor. Sieht man mal davon ab, dass ein anderer Bierstil alleine noch kein Craftbier macht, ist es dennoch im Sinne der Biervielfalt zu begrüßen. Zumal auch immer der preisliche Aspekt eine Rolle spielt, um die Zielgruppe zu vergrößern.

Beide Biere eignen sich deshalb gut zum Direktvergleich, da es sich beim Hop Rider um ein Golden und beim Yeast King um ein Wheat Pale Ale handelt.

„Schwarzes Fell, stechende Augen, ein Bart aus Hopfendolden. Das ist der Hop Rider! Als weltenbummelnder, leidenschaftlicher Pilot und Motorradfahrer ist er wieder in der Gegend, um seine neuartige, selbst gebraute Sensation mit dem unglaublichen Aromahopfen „Vic Secret“ und „Aurora“ in der ganzen Welt zu verbreiten.“

„Furchtloser, gerissener, leidenschaftlicher Abenteurer, und vor allem reich an Wissen, was die einzigartige Braukombination von feinstem Weizenmalz, erlesenen Malzen und aromatischen Hopfen angeht – so kennen wir den Yeast King!“

„WILD MONKEYS – wilde Typen, intensives Bier.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten(- & Weizen)malz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  13.2°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%|5,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Mannheim
Erscheinungsjahr. . .
2020

Fazit

Der Hop Rider kommt ziemlich erfrischend und dennoch wenig daher. In der Nase klar säuerlich-fruchtig – fast schon oxidiert – ist er auf der Zunge bittersüß, gemüsig, trocken-malzig und etwas herb. Trotz eines recht vollen Geschmacksprofils bleibt das Golden Pale Ale aber recht schlank.

Demgegenüber wirkt der Yeast King zunächst fast wie ein gewöhnliches Weißbier. Der erste Schluck offenbart aber gleich neben der hefigen Malzsüße auch eine klar erkennbare Bitterkeit und Herbe. Einige Aromen von Gras und Kräutern runden das Unrunde Geschmackserlebnis des Wheat Pale Ale ab.

Insgesamt befinden sich beide Biere meiner Ansicht nach nicht im Top-Segment der Craftbiere, bieten aber zumindest für den relativ geringen Preis schon mal eine gewisse Ahnung von Geschmacksvielfalt. Im Duell hat für mich der Hop Rider ein wenig vor dem Yeast King die Nase vorn.

| 9 Pkt. (3+) / 8 Pkt. (3)

https://www.wildmonkeys.de/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

572. Dortmunder Bergmann Brauerei Schwarz

Nach harten Wochen der Renovierung im neuen Haus gönne ich mir heute ein ehrliches Arbeiterbier. Es kommt aus der einstmals Bierstadt Nr. 1 in Europa Dortmund und hat eine interessante Geschichte hinter sich.

1796 gegründet musste die frühere Bergmann Brauerei 1972 infolge der allgemeinen Brauereifusionen im Ruhrgebiet zu der Zeit ihren Betrieb aufgeben. Zumindest die Marke war daraufhin von der Union-Ritter-Brauerei übernommen, aber schließlich 2003 aufgegeben worden. Thomas Raphael – Biologe und 2005 in einer Markendatenbank Deutschen Marken- und Patentamtes beschäftigt – stieß im Zuge einer Recherche zufällig auf die Marke und reservierte diese aus der Laune heraus kurzerhand für sich.

Da damit allerdings die Verpflichtung der Markenproduktion einher ging, musste sich der Dortmunder ans Bierbrauen machen. Da dieser in der Kürze der Zeit aber keine eigene Brauerei ins Leben rufen konnte, ging er nach Hagen-Dahl zur Vormann-Brauerei, die die ersten 6.000l des neuen Bergmann Bieres brauten.

Das Bier kam gut an und der Absatz stieg, sodass man 2007 eine GmbH gründen konnte und ein Jahr später dann mit der Projektierung einer eigene Brauerei beginnen konnte. 2010 konnte dann endlich der erste Sud in einer alten Gie?erei-Halle gebraut werden. Da die neuen Bergmänner auch von einer eigenen Verkaufsstelle träumten, übernahm die Brauerei 2013 ein altes 50er-Jahre Kiosk und erwirkte hierfür die Schankerlaubnis. Noch im selben Jahr wurde die Idee einer neuen moderneren Brauerei geboren. 2017 erfolgte schließlich die Inbetriebnahme inklusive Stehbierhalle.

Damit war die alte Marke Bergmann endgültig reaktiviert und wiederbelebt worden. Inzwischen werden knapp zehn Sorten gebraut, darunter das Dortmunder Original Adambier, ein Bier aus 1972 oder auch Glühbier sowie monatliche Sondersude.

„Für alle aus dem Ruhrgebiet, die sich mit echtem kompromisslosem Trinkgenuss belohnen wollen.
Harte Arbeit. Ehrlicher Lohn.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Schwarzbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . .  13.2°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Dortmund
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Das Schwarze überzeugt in der Nase mit überraschend süßen Aromen von Honig, Karamell und Vanille. Auf der Zunge ist es malzig, mild-röstig und wenig zartbitter. Der süß-herbe Abgang rundet ein für mich insgesamt zwar recht unspektakuläres aber dennoch ansprechenden Bier ab.

| 12 Pkt. (2+)

https://harte-arbeit-ehrlicher-lohn.de/unser-bier/schwarz/

Prost & guten Abend ! 🍻