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6. Erdinger Alkoholfrei

Ja, auch alkoholfreie Biere sind nach deutschem Reinheitsgebot gebraut. Es handelt sich um ganz normale Biere, denen entweder am Ende des Brauprozesses der Alkohol entzogen wird, oder der Brauprozess gestoppt wird, bevor sich Alkohol bildet.

Alkoholfreie Biere werden (immer noch) etwas belächelt. Und so auch die Trinker von alkoholfreiem Bier. Dabei wird aber ein entscheidender Fehler gemacht: Alkoholfreies Bier wird mit „echtem“ Bier verglichen. Man darf alkoholfreies Bier aber nicht als Bier ansehen und als solches bewerten, sondern eher als eine Art ungesüßte Schorle.

Unter Sportlern genießt alkoholfreies Bier übrigens einen sehr guten Ruf, da es nicht nur alkoholfrei ist, sondern auch isotonisch. Genau dieses Image hat sich vor allem Erdinger zu Nutze gemacht. Erdinger bewirbt sein alkoholfreies Weizen mit Begriffen wie „isotonisch“ und „vitaminreich“ und zielt so direkt auf Sportler und andere aktive Menschen ab.

Wir haben auf der Terrasse einen Kasten Erdinger Alkoholfrei stehen. Und weil es hier vor ein paar Tagen geschneit hat und im Moment Dauerfrost herrscht, sieht eine Flasche aus dem Kasten nun so aus:

Flasche Erdinger Alkoholfrei

Mehr Frische geht nicht! Vergesst die Werbeplakate, auf denen Bierflaschen abgebildet sind, an denen Kondenswasser runter perlt. Eis ist das neue Kondenswasser!

Und wie hat es geschmeckt?

Nicht nach Bier. Vielleicht hat es entfernt an Bier erinnert, aber mehr auch nicht. Aber das ist in Ordnung, weil, wie gesagt, alkoholfreies Bier eher als ungesüßte Schorle angesehen werden muss. Und als solche schmeckt mir ein Erdinger Alkoholfrei sehr gut (und besser als beispielsweise eine Apfelschorle).

Gebt alkoholfreien Bieren, egal ob Weizen, Pils oder welcher Sorte auch immer, eine Chance!

3. Störtebeker Stark-Bier

Wer kennt ihn nicht? Diesen sagenumwobenen Seeräuber Klaus Störtebeker, der einst Amerika entdeckte und die Magellanstraße fand. Nebenbei erfand er das Rad, mit dem es möglich wurde, dass Schiffe auch an Land fahren konnten.

Und weil dieser Klaus Störtebeker ein so großartiger Mann war, benannte sich ihm zu Ehren die „Stralsunder Brauerei“ im Jahre 2011 in „Störtebeker Braumanufaktur“ um. Neben dem Stralsunder Bier braut die Störtebeker Braumanufaktur auch das – haltet euch fest – Störtebeker!

Das Störtebeker gibts es in wahnsinnig vielen verschiedenen Biersorten. Das Repertoire erstreckt sich vom klassischen Pils und Keller-Bier über das Atlantik-Ale und Bernstein-Weizen bis hin zu ungewöhnlicheren Sorten wie das Whisky-Bier oder das Glüh-Bier. Eigentlich macht mich sowas immer etwas skeptisch. Genau wie Pizzerien, die 250 verschiedene Pizzas und zusätzlich noch Döner, Burger und Fischgerichte im Angebot haben. Aber hier muss ich ein großes Kompliment aussprechen: Alle Biere (zumindest die, die ich probiert habe) schmecken klasse!

Was ich auch sehr schön finde: Jedes Bier hat einen eigenen kleinen Steckbrief auf der Rückseite der Flasche. Dort werden die Eigenschaften des Bieres beschrieben und Angaben zum verwendeten Malz, zur Hefe und zum Hopfen gemacht. Außerdem ist auf der Flasche nicht nur der Alkoholgehalt vermerkt, sondern auch die Stammwürze und die optimale Genusstemperatur. Das alles macht sofort Lust, das Bier nicht nur zu trinken, sondern es sich auf der Zunge zergehen zu lassen und sich bewusst mit dem Geschmack und Geruch zu beschäftigen.

Der liebe Markus hat uns in der Weihnachtszeit eine sogenannte Schatztruhe von Störtebeker mitgebracht. Darin sind sehr viele verschiedene Biersorten enthalten. Mitunter Biere, die nicht nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut sind, wie zum Beispiel das Glühbier (dem Wintergewürze zugesetzt sind). Der Großteil der Biere ist aber nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. So auch das Stark-Bier. Und genau zu dem möchte ich ein paar Worte verlieren.

Flasche Vorderseite Flasche Rückseite

Die Flasche des Stark-Bieres ist, wie die Flaschen aller Störtebeker-Sorten, mit einem sehr schönen Artwork gestaltet. Auf der Vorderseite ist ein großes Segelschiff abgebildet. Ich vermute, das ist das Schiff, mit welchem Klaus Störtebeker einst den Chinesen den Tee brachte. Auf der Rückseite der Flasche sind die Eigenschaften des Stark-Bieres vermerkt: Alkoholgehalt 7,5%, Stammwürze 16,9%, Genusstemperatur 20 Grad Celsius, außerdem Beschreibungen in Prosa. Zu lesen ist unter Anderem „(…) kräftiges Duftspiel von Bitterschokolade und Kaffee (…)“ und „Lange kalte Gärung mit untergäriger Hefe lässt 7,5% Alkohol entstehen, der den Körper wohlig wärmt“.

Nachdem man diese Dinge gelesen hat, fühlt man sich wie der größte Gourmet.

Also gourmet-artig ran ans Werk! Nach dem Öffnen der Flasche habe ich natürlich erstmal dran gerochen und abgewartet, bis der Duft alle meine Nasen-Geschmacks-Knospen erreicht hat. Wie Gourmets das halt so machen. Gerochen habe ich wenig vom Alkohol, dafür viel von der Süße (wenn auch keine Nuancen von Bitterschokolade und Kaffee, was ich aber nicht weiter schlimm fand). Dann habe ich das Bier in ein Glas geschenkt. Sehr überrascht war ich von der tief-schwarzen Farbe, die sich nur dann zu einem wunderschönen tiefen Rot wandelte, wenn man das Glas vor eine sehr helle Lampe hielt. Dann der erste Schluck. Und zur Sicherheit direkt ein zweiter. Malz! Ein sehr starker Malz-Geschmack. Lecker! Dann ein dritter Schluck, um nochmal auf die Suche nach der Bitterschokolade und dem Kaffe zu gehen. Auch hier nichts. Fand ich aber weiterhin nicht schlimm. Nach ein paar weiteren Schlücken spürte ich dann auch die wohlige Wärme im Körper. Auch wenn man den (erhöhten) Alkoholgehalt nicht so deutlich geschmeckt hat, ist er anscheinend doch da.

Hier meine Bewertung (in Schulnoten):

Flasche: 1
Bier im Glas: 1-
Geruch: 3
Geschmack: 2
Abgang: 2-
Fazit: 2

Alles in Allem bin ich sehr begeistert von dem Störtebeker Stark-Bier. Wie auch von allen anderen Sorten.

Aber das soll an anderer Stelle erzählt werden.