Alle Beiträge von Markus (Chefredakteur)

Über Markus (Chefredakteur)

Herr über die Kronkorken! :) Bier-Cocktail-Liebhaber! :) Hobby-Bier-Botschafter ;)

493. Wacken Ullr Julbock

Kurz vor Ende des astronomischen Winters und dem hoffentlichen Einsetzen des Frühlings, möchte ich mit dem heutigen Bier nochmals auf die kalte Jahreszeit zurückblicken.

„Ob Sonnenwende, Julfest, Weihnachten, Mittwinter oder Rauhnächte, die Menschen des Nordens haben sich jeher die dunkle Jahreszeit mit feierlichen Höhepunkten erhellt.
Nicht fehlen darf dabei natürlich der treffliche Trank.
Unser winterliches Bockbier ist Ullr gewidmet, dem nordischen Gott des Winters und der Jagd. Obwohl er von einem Eisriesen abstammt, gehört er, als Ziehsohn Thors, zu den Asen.“

Gebraut wird es von der der 2016 gegründeten Craft-Brauerei aus Holstein, deren Name und Herkunft auch international vom bekannten Metal-Festival profitiert. Dies führte dazu, dass die Marke inzwischen zum Standardsortiment vieler Bierfachhändler geworden ist. Zur Produktpalette der Beer of Gods gehört eine bunte Mischung diverser Bierstile, die jedoch allesamt nordisch (und mystisch) angehaucht sind.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Heller Bock
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  16°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Wacken
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________13
Fazit

  | würzig, malzig, waldig, harzig, Lakritz, Karamell, leicht buttrig
  | mittelgroßer Körper, hellmalzig, würzig, bittersüß, harzig, waldig, Nelke, Anis, recht cremig, feinperlig-spritzig, herb-würzig-süßer Abgang
  | Endlich mal wieder ein Bier mit Tiefgang. Auch wenn es sicher noch etwas malziger und weniger bitter hätte sein können, bietet es eine Vielfalt an Geruchs- und Geschmacksnoten, die mir durchaus sehr gefallen. Insgesamt hat es einen waldigen Charakter, der gut zur bitteren Süße passt. Knapp aber verdient sind das dann 13 Pkt. (1-).

https://www.wacken.beer/ullr/

Prost & guten Abend! 🍻

492. Orkney Brewery Dark Island

Vor 5000 Jahren wurden die Orkney-Inseln im Norden des schottischen „Festlands“ erstmals besiedelt. Vor deutlich weniger Jahren etablierte sich an den Städten dieser  neolithischen Siedlungen von Skara Brae eine Brauerei, die es auf den internationalen Markt geschafft hat. Durch das höhere Qualitätsbewusstsein und der Verbundenheit zur Regionalität in Großbritannien gehört die unscheinbare Brauerei aus dem höchsten Norden Europas inzwischen auch zum Standard-Sortiment im kontinentalen Bierfachhandel.

Heute am Start, das Flaggschiff von Orkney:

„Dark Island is an iconic beer: The Orkney Brewery’s flagship beer.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Dark Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Quoyloo (Schottland)
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________14
  • Geschmack:__________________8
Fazit

  | sehr cremig, karamellig, harzig, Bonbon, etwas Lakritz, holzig-grasig, würzig-malzig
  | mittelkleiner Körper, dunkelmalzig, röstig, holzig, etwas Karamell & Lakritz, leicht bitter, feinperlig-matt, bittersüßer Abgang
  | Ähnlich wie gestern wurde ich erst mit einem olfaktorischen Genusserlebnis gelockt, um dann wieder auf den gustatorischen Boden der Tatsachen zurückzukehren. Auch hier ist der Unterschied zwischen Nase und Gaumen frappierend. Sicher bin ich auch etwas anspruchsvoller geworden, dennoch fehlt es mir wie so oft auch hier an Balance und einer klaren Linie. Für den leichten dunklen Genuss ist das Dark Island Ale aber sicher gut geeignet: 11 Pkt. (2).

 • https://www.orkneybrewery.co.uk/beer/dark-island

Prost & guten Abend! 🍻

491. Hellers Alt

Nach so viel Kölsch letzte Woche muss es jetzt wieder mal ein Altbier sein. Doch wie es passender nicht sein könnte habe ich heute endlich das Vergnügen eines der ganz wenigen Altbiere zu verkosten, das in der verbotenen Domstadt gebraut wird. Definitiv ist es auf jeden Fall das einzige Alt aus Köln in Bio-Qualität.

1991 gegründet stellt die Brauerei Heller seit jeher ausnahmslos Bio-Biere her und braut ausschließlich obergärige Bierspezialitäten wie Kölsch, Weizen und eben das Alt. Seit 1996 gibt es Kwartier Latäng auch ein Brauhaus mit Restaurant und Veranstaltungsräumen.

„Eine Kölner Brauerei mit einem Altbier? Aber natürlich, denn diese Spezialität wurde früher auch in Köln gebraut, eben nach alter Tradition. „

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Alt
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Köln
Erscheinungsjahr. . .
1991

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________9
Fazit

  | leicht metallisch, karamellig, holzig, Lakritz, leicht dunkel-fruchtig, sehr cremig
  | mittelkleiner Körper, holzig, leicht röstig, flach malzig, gering karamellig, etwas Süßholz, feinperlig-matt, mild süß-röstiger Abgang
  | Es ist schon ein tolles Gefühl ein Alt aus Köln zu proBieren. Als Alt-Fan und Kölsch-Kritiker umso mehr. Leider flacht der Geschmack aber besonders nach dem sehr guten intensiven Eindruck in der Nase etwas ab. Dennoch ein mehr als empfehlenswertes Bier: 12 Pkt. (2+).

 • https://www.hellers.koeln/hellers-biere/#alt

Prost & guten Abend! 🍻

490. Bierverkostung Zur Eule 03/19 – 33 Jahre Kölsch Konvention

3 Cordilleras Mestiza | Phuket Lager | Braunschweiger Segelschiff-Mumme

1986-2019: 33 Jahre Kölsch Konvention

Nach über zweieinhalb Jahren Vorbereitung feierte Biersommelier Markus Weick diese Wochen nun endlich in der Brühler Eule 33 Jahre Kölsch Konvention. Am 06. März 1986 von allen damals existierenden  Kölsch-Brauereien verabschiedet regelt es bis heute wer, wo und wie das Kölner Kultgetränk gebraut werden darf.

Bis heute existiert eine recht große Kölsch-Markenvielfalt. Wenngleich viele auch nicht (mehr) als eigene Brauerei agieren und u.a. zur Radeberger-Gruppe gehören ist es für einen derart lokalen Bierstil dennoch bemerkenswert, wie breit man aufgestellt ist.

Die mir größte bekannte Sammlung nicht mehr existenter Kölsch-Marken beherbergt die Brühler Eule. Gerade als Nicht-Kölner war ich mehr als überrascht, was die Kölsch-Geschichte so alles hergibt.

Im Rahmen des Kölsch-Projekts, bei dem Markus bis zu diesem Jubiläum jeden Monat immer ein neues Kölsch vorgestellt hat, haben es alle derzeit noch lebendigen und verfügbaren Kölsch-Marken auf die Liste geschafft:

Blindverkostung

Zur Feier der 33 Jahre Kölsch-Konvention hatte sich Markus derweil eine besonders interessante Idee einfallen lassen. Anstatt einfach zum Bier zu philosophieren, gab es eine Blindverkostung zwischen verschiedenen marktgängigen Kölsch sowie dem lokalen Bischoff und als Test auch ein Augustiner Hell. Wie bereits beim letzten Biermontag festgelegt, haben es folgende 5 Kölsch in die Auswahl zur Blindprobe geschafft:

Nach und nach wurden nun die Gläser befüllt und die Blindprobe konnte starten. Besonders herausfordernd war aus meiner Sicht sechs verschiedene Geruchsproben mit sechs verschiedenen Geschmacksproben zueinander zu bringen. Dabei wurde das Bischoff noch am einfachsten erkannt, während selbst das Augustiner zwischen den anderen Kölsch unterging. Auch aufgrund dessen war selbst das doch eher auffällige Gaffel relativ schwer zu identifizieren.

Mein leider recht bescheidenes Resultat könnt ihr folgender Übersicht entnehmen:

UNTAPPD

Parallel zur Blindverkostung machte Markus auch nochmals auf die App Untappd aufmerksam, bei der Biere nicht nur bewertet, sondern auch lokalisiert werden können.

Nicht nur für den Sieger brachten Julia und Rolf vom Alten Bahnhof Frechen dann noch als Belohnung ihr Kölsch „Fienchen“ als Gastgeschenk mit.

Im Anschluss gab es dann noch folgende besondere Köstlichkeiten in gemeinsamer Runde zu verkosten:

  • 3 Cordilleras Mestiza
    – obergärig; 4,8%
    – American Pale Ale
    – von der 2008 gegründeten kolumbianischen Craftbrauerei aus Medellín / Antioquia
    waldig, grasig, hopfig-hell-fruchtig
    schlank, gewürzig, waldig, wenig malzig, Rosmarin-Thymian, feinperlig-matt, gewürziger Abgang
    http://www.3cordilleras.com/nuestras_cervezas.html

  • Phuket Lager
    – untergärig; 5%
    – mit thailändischem Jasmin-Reis gebraut
    – gebraut für die thailändische Tropical Beverage aus Bankgok von der Phnom Penh Brewery im kambodschanischen Samaky Meanchey
    fruchtig, wenig malzig, kaum grasig
     süffig, sehr fruchtig, süßlich, gering grasig, künstlich-fruchtiger Abgang
    https://en.wikipedia.org/wiki/Phuket_Beer

  • Braunschweiger doppelte Segelschiff-Mumme
    – obergärig; 5,4%
    – historischer Bierstil aus Braunschweig, der jahrzehntelang ausgestorben war
    – von der Nettelbeck KG, die auch Mumme-Malzextrakt u.w. herstellt
    sehr karamellig, Lakritz, Süßholz, waldig
    vollmundig, karamellig, dunkelmalzig, süßlich, etwas würzig, matt, süßer Abgang
    http://www.bs-mumme.de/content/home

Vielen Dank also nochmals an Markus für den sehr interessanten Abend.
Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

489. Dirndl Bräu Schürzenjäger

Nachträglich zum internationalen Frauentag stelle ich Euch heute ein Bier vor, das gewissen Seltenheitswert hat. Denn hinter der letztes Jahr entstandenen neuen Marke Dirndl Bräu stecken die vier Brauerinnen Antje Leisler, Steffi Meyer, Liesa Pfützenreiter und Sylvia Tromba. Alle vier Damen entstammen dem Gräflichen Hofbrauhaus Freising, wo sie auch ihre neuen Kreativsude brauen. Der erste auf den Markt gebrachte ist der heutige Schürzenjäger – ein sogenanntes India Pale Lager. Also ein kalt gehopftes untergäriges Bier. Die vier Dirndl haben dabei auf Hallertauer Tradition, Citra, Mandarina Bavaria und Callista zurückgegriffen. Geballte Frauen- und Hopfenpower also.

„Fruchtig, hopfig, frech.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . India Pale Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Freising
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________8
  • Geschmack:__________________9
Fazit

  | säuerlich-fruchtig, malzig, würzig, grasig, harzig
  | mittelkleiner Körper, malzig, leicht holzig, fruchtig-hopfig, leicht herb & bitter, etwas würzig, waldig, feinperlig, herb-süß-sauer-grasiger Abgang
  | Ein interessantes Erstlingswerk der vier Brauerinnen, das nicht nur einen Stil bedient, der bislang kaum auf dem Markt in Erscheinung getreten ist, sondern diesen auch noch sehr individuelle interpretiert. Dieses kaltgehopfte Rotbier zeichnet sich durch eine interessante Verknüpfung von (säuerlich-)fruchtigen und malzig-herben Noten aus. Für meinen Geschmack ist es aber zu unausgewogen und ausgleichend. Trotzdem sind es am Ende gute 9 Pkt. (3+).

 • https://www.dirndl-braeu.bayern/das-bier/

Prost & guten Abend! 🍻

488. Zum Löwenbräu Schwarzer Löwe

Nach dem vorgestrigen 1747 Dunkel folgt nun heute das zweite Bier der Familienbrauerei Zum Löwenbräu aus dem Bierland Franken. Es kommt aus der Spezialbier-Reihe, die sechs unterschiedliche saisonal wechselnde Löwen-Biere beinhaltet.

Braumeister und Geschäftsführer Günter Wirth hatte mir nun den schwarzen Löwen zur Verfügung gestellt, der in den Monaten Januar und Februar ausgeschenkt wird und den ich natürlich gerne für Euch verkoste.

„Schwarz wie die Nacht erwartet Sie dieses selbstbewusste Bier mit seinen kräftigen Malz- und Röstaromen. Typisch fränkisch, voller Ehrgeiz und Charakter tritt es an, um Ihre Brotzeit oder den Sonntagsbraten zu bereichern.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Schwarzbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12.8°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Adelsdorf-Neuhaus
Erscheinungsjahr. . .
1747

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | dunkelmalzig, Karamell, buttrig, leicht waldig, wenig röstig
  | vollmundig, dunkelmalzig, leicht röstig, etwas würzig, leicht Malzsüß, gering grasig, feinperlig, trocken-malziger Abgang
  | Auch der Schwarze Löwe ist wirklich sehr gelungen. Wenngleich für ein Schwarzbier schon sehr mild, kommt es mir persönlich durchaus entgegen. Grundsätzlich hätte ich mir aber mehr würzige und röstige Noten gewünscht, wodurch mit 12,5 Pkt. (2++) knapp eine Top-Bewertung verpasst wird.

 • https://brauerei-zum-loewenbraeu.de/sortiment/biere

Prost & guten Abend! 🍻

487. Zum Löwenbräu 1747 Dunkles

Die kommenden zwei Rezensionen möchte ich gerne auf Biere verwenden, die mir freundlicherweise Braumeister, Geschäftsführer und Inhaber der Brauerei Zum Löwenbräu Günther Wirth zur Verfügung gestellt hat.

Die Geschichte der Brauerei aus Neuhaus bei Adelsdorf (etwa 20 Minuten westlich von Forchheim zwischen Bamberg und Nürnberg) ist fest verknüpft mit der Familie Wirth. Johann Adam Wirth war es, der 1747 Brauerei, Büttnerei, Gastwirtschaft und Landwirtschaft entstehen ließ. Seither haben sich alle nachkommenden Familienmitglieder in diesen Berufsfeldern verwirklicht. Heute – also mehr als 250 Jahre später – wird die Brauerei in der 10. Generation geführt und hat sich selbst im hart umkämpften Biermarkt deutschlandweit durchsetzen können.

Die klassisch traditionelle Braukunst fränkischer Bierstile in möglichst handwerklicher Weise trifft dabei offenbar den Geschmack der hiesigen Biertrinker, die vor allem Qualität und Authentizität wieder mehr zu schätzen wissen. Zumal die Braugerste ebenfalls vom familiären Betrieb stammt. Mein heutiges Bier ist DAS Aushängeschild des bierigen Frankenlands und ist auch für mich der Geschmack, den ich mit dieser Region verbinde: Das (alt-)fränkisch Dunkel.

„Unser altfränkischer Kellertrunk, ein Bier wie dunkles flüssiges Brot.“

Neben Bier produziert die Familienbrauerei übrigens auch sehr interessante Bierbrände.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Fränkisch Dunkel
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Adelsdorf-Neuhaus
Erscheinungsjahr. . .
1747

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | dunkelmalzig, leicht Karamell, mittelröstig, holzig, waldig, würzig, buttrig
  | voller Körper, cremig, dunkelmalzig, holzig, leicht röstig, etwas Karamell, gering würzig & waldig, feinperlig, trocken-malzsüßer Abgang
  | Ein durchaus würdiger Vertreter Frankens. Die röstig-karamelligen Malznoten entsprechen den Erwartungen an ein Fränkisch Dunkel. Und auch sonst kommt das 1747er Dunkle mit einer recht guten Qualität daher. Mir ist es in der Spitze etwas zu unausgewogen und unfokussiert. Die 12 Pkt. (2+) gehen wohl aber dennoch voll in Ordnung.

 • https://brauerei-zum-loewenbraeu.de/sortiment/biere

Prost & guten Abend! 🍻

486. Joybräu Proteinbier

Nachdem der Karneval nun (fast) vorbei ist, wird es Zeit wieder an die Gesundheit zu denken. Was könnte da passender sein als das weltweit erste alkoholfreie Proteinbier.

Ja, ihr habt richtig gelesen. Ich habe auch recht skeptisch geschaut, als mit Nils diese Bier mitgebracht hatte. Hinter der Marke Joybräu stecken die Hamburger Start-Up-Unternehmer Erik Lars Dimter und Tristan Thomas Brümmer. Geboren haben die beiden die Idee eines Getränkes, das die Vorteile eines Proteinshakes mit dem leckeren Geschmack eines Bieres verbindet, bereits Ende 2015. Nachdem dann in 2016 die Marke ins Leben gerufen wurde und sowohl Testsude im eigenen Hobbybraukeller misslangen als auch Brauereien mit den Anforderungen überfordert zu sein schienen, gingen die beiden eine Kooperation mit der TU Berlin ein, die das Bier im Labor experimentierte. Mit der Wissenschaft im Rücken konnte im darauffolgenden Jahr die Privatbrauerei Bischoff (aus der Pfalz) als Partnerbrauerei für das Joybräu gewonnen werden. Anfang letzten Jahres gelang dann auch endlich der Marktstart und das erste Proteinbier der Welt erblickte das Licht der Öffentlichkeit.

Und tatsächlich stecken in diesem Bier 21g Protein bei 0,33l. Während diese den Muskelaufbau unterstützen, sind auch die Aminosäuren Leucin, Isoleucin und Valin zugesetzt, die bei der Erholung nach dem Training helfen sollen. Darüber hinaus finden sich auch noch Beta-Alanin und Carnitin, die die Leistungsfähigkeit steigern und durch den Fettstoffwechsel zur Energiegewinnung beitragen sollen. Und damit das Bier auch wirklich  gesund ist, wurde es alkoholfrei gebraut. Alkoholfreie Biere sind schon seit längerem in der Sport- und Fitnessszene beliebt, da diese nicht nur besser schmecken, als „normales“ Wasser, sondern auch entzündungshemmend wirken, das Immunsystem stärken und das Erkältungsrisiko reduzieren. Lediglich ein höherer Zuckergehalt muss aufgrund des Malzes in Kauf genommen werden.

„Das weltweit erste alkoholfreie Proteinbier.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hopfen, Aminosäurezubereitung (BCAA (L-Leucin, L-Iso-Leucin, L-Valin), α-L-Alanin, L-Carnitin, β-L-Alanin, Ecetyl-L-Carnitin)
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 0,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Hamburg [Winnweiler]
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___10
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________4
  • Geschmack:__________________4
Fazit

  | künstlich süßlich, säurig, gemüsig (getreidig, grasig, waldig)
  | mittelerer Körper, fruchtig-säuerlich, wenig malzig, wenig waldig, feinperlig-spritzig, gemüsig-saurer Abgang
  | Meine anfängliche Skepsis war offensichtlich begründet. Auch wenn ich nicht sicherstellen kann, dass die Lagerbedingungen im gesamten Verlaufe optimal gewesen sind, ist das „Bier“ mehr als gewöhnungsbedürftig. Eine deutliche künstliche Säure, die ich als Beer-Taster kaum definieren kann, überlagert den Geschmack derart, dass ein bieriges Erlebnis stark unterbunden wird. Sollte es sich also nicht um einen Fehler resultierend aus einer unangemessenen Lagerung handeln, kann ich mir nicht vorstellen, dass dies die klassischen Eiweißshakes oder andere alkoholfreie Biere verdrängen kann. In Summe gibt es dafür dann leider auch nur 5 Pkt .(4).

 • https://www.joybraeu.de/

Prost & guten Abend! 🍻

485. költ – vereint gebraut

„költ – vereint gebraut.“

Helau und Alaaf an alle Jecken im Land!

Passend zum Karnevalswochenende gibt es heute ein Bier, das wohl wie kein zweites die rheinische Fastnacht in bieriger Weise verkörpert. Denn es vereint die beiden rivalisierenden Bierstile Alt und Kölsch aus den stets konkurrierenden Rheinmetropolen Düsseldorf und Köln.

Beide Biere und beide Städte trennen augenscheinlich Welten und doch sind sie sich näher als man zunächst vermutet. So zeigt sich insbesondere an Karneval, wie ähnlich sich die Landeshauptstadt und die Domstadt eigentlich sind. Und auch Alt und Kölsch sind sich in der Bierstillandschaft relativ nahe. So sind beide obergärig, recht hoch vergoren, gefiltert und eher malz- als hopfenbetont.

2014 fiel dies auch den befreundeten Design-Studenten Hans und Matthias aus Düsseldorf auf und die Idee eines neuen Bieres, das beide Welten miteinander verbindet war geboren. Genau zwischen den beiden Großstädten fanden sie dann mit Henning von der Monheimer Biermanufaktur auch einen, der die Unternehmung auch mit Leben füllen konnte. Im August 2017 konnte dann auch das erste Költ gebraut werden. Um es jedoch auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wurde zunächst noch etwas Startkapital benötigt. So wurde ein Crowdfunding gestartet, welches binnen kurzer Zeit 20.000€ aber auch die Erkenntnis einbrachte, dass die Kapazitäten in Monheim zu gering sind, um die Nachfrage decken zu können. So fand man nach etwas längerer Suche in Krefeld [vermutlich Königshof] eine Brauerei, die sich der Sache annahm. Exakt ein Jahr nach dem ersten Költ-Sud machten sich die beiden dann auch hauptberuflich selbstständig und hatten Glück vom Gründerstipendium.NRW belohnt worden zu sein. Im Oktober letzten Jahres fand dann die erste ordentliche Abfüllung vom Költ statt.

Bereits über ein Jahr zuvor bin ich jedoch in den Genuss einer limitierten Sondererstauflage des Költ gekommen, den ich im vergangenen Sommer in der Brühler Eule geteilt proBiert hatte. Aufgrund nicht ganz optimaler Lagerbedingungen und Überschreitung des MHD gelangte ich jedoch nicht zu einem belastbaren Urteil. Aus diesem Grunde hatte ich mich mehrfach aufgemacht, um an das einzigartige Bier zu kommen und es dann auch vor einigen Wochen gefunden.

Und welche Zeit könnte für eine Verkostung nicht besser passen als mitten im Straßenkarneval…

„Endlich ein Bier für das gesamte Rheinland – obergärig gebraut mit den besten Zutaten aus Köln und Düsseldorf. Süffig und würzig zugleich verbindet es zwei Rivalen auf die schönste Art und Weise – in der Flasche. So entstand in Monheim am Rhein, genau in der Mitte, ein einzigartiger Geschmack, der keine Grenzen kennt. Das ist költ.“

 

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kölsch-Alt/Költ
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Monheim/Krefeld
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________7/11
  • Geschmack:__________________6/9
Fazit

  | säuerlich, hellmalzig, wenig Karamell, blumig /// sehr malzig, Karamell, blumig, grasig, buttrig, würzig
  | oxidiert, sauer, mittelmalzig, fruchtig, kaum Karamell, wenig Kölsch oder Alt /// mittelkleiner Körper, malzig, etwas würzig, grasig, waldig, leicht Karamell, etwas bittersüß, feinerplig-matt, süß-grasiger Abgang
  | Gerade im Direktvergleich zur leicht oxidierten Erstversion im Sommer, kommt das frische Költ deutlich passiger daher. Es vereint durchaus eine Würze vom Alt mit der Süffigkeit eines Kölsch. Insgesamt auch gut malzbetont. Mir persönlich ist es allerdings etwas zu lasch und wenig intensiv. Zudem merkt man dem Költ dann doch die Zerrissenheit zwischen den beiden Welten an, zu der meiner Zunge nach noch kein harmonisches Gesamtbild geformt werden konnte. In Punkten resultieren daraus dann 10 (2-), das sich dennoch sehen bzw. schmecken lassen kann.

 • https://www.koeltbier.de/https://www.welt.de/wirtschaft/article173162600/Koelt-Ein-neues-Bier-soll-die-rheinische-Rivalitaet-beenden.html

Prost & guten Abend! 🍻

484. LaBieratorium Cottbuser Rotbier

Da es gestern so schön war, lege ich heute nochmal einen drauf und gehe beim LaBieratorium in Runde 2. Diesmal an der Reihe: das Cottbuser Rotbier. Ursprünglich ein Bierstil, der sich in Nürnberg und Umgebung entwickelt hat, breitete sich dieser sehr punktuell auch anderswo in deutschen Landen aus. Vereinzelt ist das Rotbier im mittleren Westen, aber eher noch in den heutigen ostdeutschen Bundesländern anzutreffen. Im Vergleich zum Rotbier-Zentrum Nürnberg bzw. Franken bleibt dies dort aber auch ein lokales Phänomen. Umso erfreulicher ist mein heutiger Kandidat.

„Auf der Suche nach Gestern, um das Morgen zu finden…
Im 18. Jahrhundert kamen unbekannte Gewerke in die Lausitz, wie Seidenraupenzucht, Tabakanbau und Strumpfwirkerei, die das Handwerk belebten und den Handel stärkten. Im 19. Jahrhundert, mit der ausweitenden Industrialisierung wurden zunehmend kleine handwerkliche Betriebe verdrängt oder zusammengeschlossen.
Dieses milde, harmonisch ausgewogene Bier soll geschmacklich die alte Handwerkstradition wieder aufleben lassen – kupferrote malzige Klasse, anstatt industrieller Masse.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Rotbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Cottbus
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________10
Fazit

  | holzig, würzig, malzig, erdig, leicht erfrischend-gewürzig
  | mittelgroßer Körper, malzig, Karamell, würzig, wenig holzig, wenig harzig, feinperlig, malzig-süß-würziger Abgang
  | Ein charakterstarkes würzig-karamelliges Bier, dem es meiner Ansicht nach aber an Balance und Linie fehlt. Das Wechselspiel zwischen Malz, Karamell, Holz und Würze wirkt etwas unharmonisch und gegensätzlich. Darüber hinaus ist es aber in der Tat die versprochene Klasse statt Masse. Mit (ebenfalls) 10 Pkt. (2-) werde ich dem Bier denke ich gerecht.

 • https://labieratorium.de/

Prost & guten Abend! 🍻

483. LaBieratorium Old World Ale

Mit einer kleiner Zeitreise in doppelter Hinsicht möchte ich in die Straßenkarnevalswoche starten.

Denn das heutige Bier stammt aus einer Brauerei, die zum Ende des vergangenen Jahres (zumindest in dieser Form) ihre Tore geschlossen hat. Labieratorium hatte zuvor viele Jahre recht erfolgreich am Craftbier-Markt bestanden und im vorletzten Jahr erst den Schritt in die Regale bundesweit geschafft. Dies ist insofern nicht ganz gewöhnlich, da es eine der wenigen ostdeutschen Brauereien war, die in die erste Craftbier-Bundesliga aufgestiegen waren. Welche Hinter- und Beweggründe nun für die Schließung des Geschäfts gesorgt haben, ist mir nicht bekannt. Für den Standort Cottbus, aber auch die sächsische Region insgesamt ist es dennoch ein Verlust.

Eine doppelte Zeitreise unternehme ich mit dem heutigen Old World Ale deshalb, da es sich um ein Bier handelt, wie es bis vor 500 Jahren gebraut wurde. Denn es enthält kein Hopfen, sondern andere Bierkräuter bzw. -gewürze, die man Gruit nennt. Noch bis vor der Verordnung, die man heutzutage Reinheitsgebot nennt, war Hopfen nur eines von vielen Kräutern, die man dem Bier zufügte. Mit dessen verstärkter Kultivierung und Züchtung verschwanden jedoch im Laufe der darauf folgenden Jahrzehnte und Jahrhunderte die anderen Bierkräuter fast in Gänze. Es gibt nur wenige Regionen in Europa, in der sich die Gruitbier-Tradition erhalten konnte. An diese alten Rezepturen knüpfen seit einigen Jahren zum Glück aber immer mehr (kleinere) Brauereien an und erwecken eine ganze Bierstilkategorie wieder zum Leben. Labieratorium feierte mit dem Old World Gruit-Ale letztes Jahr seinen Einstand im Verein der deutschen Kreativbrauer. Unterstützt wurden die Cottbuser dabei von den beiden Biersommelier-Weltmeister Oliver Wesseloh aus Hamburg und Stephan Hilbrandt aus Bonn. Neben dem Gruit wurde zudem auch Rauchmalz verwendet, was es zu einem wirklich authentisch spätmittelalterlichen Bier macht.

„This beer brings the Middle Ages back to the palate. Old World Ale is accurately brewed according to late medieval brewing art with a gruit mixture. Beechwood-smoked malt gives this beer its unforgettable flavor.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Gruitbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Zitronenverbene, Heidekraut, Hanfblüten, Wermutkraut, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,4%
Herkunft. . . . . . . . . . . Cottbus
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________8
  • Geruch:______________________9
  • Geschmack:__________________9
Fazit

  | säuerlich, dunkelfruchtig, erdig, waldig, gewürzig
  | mittelkleiner Körper, fruchtig, leicht säuerlich, malzig, leicht würzig, etwas rauchig, erdig, nussig, gewürzig, matt, leicht säuerlich-herber Abgang
  | Ein Bier, an das man sich in diesen hopfen-dominierenden Zeiten erst ein wenig gewöhnen muss. Zunächst wirkt es recht säuerlich und betont erdig. Nach und nach stellen sich aber auch malzig-rauchige Aromen ein. Auch wenn ich dem Bier ggf. Unrecht tue, kann ich dennoch nicht mehr als 10 Pkt. (2-) vergeben, da es mir schlicht an Tiefgang fehlt.

 • https://labieratorium.de/

Prost & guten Abend! 🍻

482. Original Stieglbock

Weil es so schön im Salzburger Land war, bleibe ich vor dem Wochenende gleich mal dort und ziehe weiter in die Hauptstadt Salzburg selbst. Die auch über die Grenzen der Stadt und des Landes bekannteste Brauerei ist zweifelsohne Stiegl. Eine Brauerei, die trotz oder wegen ihrer Größe viel Wert auf Qualität und Natürlichkeit legt. Bereits 1492 gegründet ist sie bis heute eine Privatbrauerei und seit 120 Jahren auch im heutigen Familienbesitz. Besonders gut gefällt mir der ganzheitliche Ansatz, der mit der Slow-Brewing-Zertifizierung und dem Stiegl-Biergut Wildshut einhergeht. Dort betreibt Stiegl als erste Brauerei Österreichs eine eigene Bio-Landwirtschaft und lebt dort den gesamten Bierprozess als Kreislaufwirtschaft. Von der Bodenforschung, über den Anbau von regionalem Urgetreide und dessen eigener Vermälzung bis hin zur eigentlichen Herstellung des Bieres geschieht alles in einer Hand und an einem Ort. Qualität und Vielfalt haben allerdings ihren Preis, was meines Erachtens der einzige Kritikpunkt an dieser vorbildlichen Brauerei ist.

„Ein kräftiges Original von Stiegl, gehaltvoll und vielschichtig. Eine monatelange und kalte Reifung macht diese Bierspezialität zu einem echt festlichen Genuss.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Traditioneller Bock
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . .  16.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Salzburg (Österreich)
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________12
Fazit

  | sehr würzig, buttrig, leicht gemüsig, karamellig, getreidig-malzig
  | vollmundig,cremig, malzig, Karamell, würzig, etwas herb & bitter, leichtes Alkoholaroma, feinperlig-matt, bittersüßer Abgang
  | Ein fast schon zu erwartbar gutes Bier aus der Mozart-Stadt. Besonders die würzige Karamellnote gefällt mir, während ich mir fast noch mehr Tiefgang und weniger Bittere gewünscht hätte. Mit gewohnt hoher Punktzahl von 12 (2+) verabschiede ich mich einstweilen wieder aus Austria.

 • https://www.stiegl.at/de/service/vertrieb/stiegl-sortiment/original-stieglbock

Prost & guten Abend! 🍻

481. Woif Biersieder Weana Bazi

Das mit dem deutschen Sprachgebiet muss ich heute schon wieder etwas relativieren. Zumindest, wenn ich den Titel des heutigen Bieres lese.

Von Südtirol geht es also ins Salzburger Land. Dort beheimatet ist nach seiner Wiederansiedelung der Wolf. Nach längerem Auslandsausenthalt widmet sich dieser allerdings nicht nur der Braukunst, sondern ist auch als Mostpresser, Metkocher und Schnappsbrenner aktiv. Im Fokus aller Tätigkeiten steht jedoch immer ein möglichst hochqualitatives Produkt zu erzeugen. Hier ist zudem viel Handwerk und Leidenschaft im Einsatz.

Der Name des Bieres bedeutet übrigens auf Hochdeutsch: Wiener Schlingel.

Die Idee:
Bei so manchem nächtlichen Streifzug durch Wien während seiner Studienzeit vermisste der WOIF das Bier welches von dieser Stadt aus seinen Siegeszug um die Welt antrat. Also lag nichts näher als diesen alten österreichischen Bierstil, ein malzbetontes Bier mit guter Trinkbarkeit, wiederzubeleben.

Das Bier:
Wiener Lager, der Bierstil der im Wien des 19. Jahrhunderts kreiert wurde und der zugleich das erste Lagerbier der Welt war*. Trotzdem verschwand dieser Bierstil wieder fast vollkommen. Mit schelmischer Freude hat der WOIF also dieses rötlich-kupferige Bier auf Basis des Wiener Malzes wiederbelebt. Und was wäre Wien ohne seine Einflüsse aus dieser Epoche? Genau, und so gesellten sich noch weitere Rohstoffe aus Gebieten der ehemaligen Habsburger Monarchie (Böhmisches Malz und Hopfen aus den steirischen/slowenischen Anbaugebieten) dazu.

*streng genommen war das Pilsner das erste Lagerbier, da es heute in diese Bierstilkategorie zur Differenzierung zu den obergärigen Ales gefasst wird.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Wiener Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12.4°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Seekirchen am Wallersee (Österreich)
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________12
Fazit

  | leicht säuerlich, malzig, würzig, grasig, buttrig
  | mittlerer Körper, cremig, malzsüß, leicht Karamell, etwas würzig, buttrig, feinperlig, malzsüßer Abgang
  | Auch dieses Wiener Lager ist wirklich sehr lecker. Nachdem es in der Nase noch etwas einfältig daherkommt, gefällt vor allem der buttrig-malzsüße Geschmack. Eine geschmackliche Vielfalt wie beim gestrigen Vienna erreicht der Woif aber nicht. Der Wiener Schlingel aus dem Salzburger Land kann damit 12 Pkt. (2+) mit nach Hause nehmen.

 • https://www.woif.at/biersieder_craft-beer-salzburg/

Prost & guten Abend! 🍻

480. Batzen Bräu Vienna Lager

Mit dem heutigen Bier geht es zurück in den deutschsprachigen Raum. Im südlichsten Gebiet der deutschen Sprache – in Südtirol – ist seit einigen Jahren ebenfalls der „Craftbeer-Hype“ ausgebrochen. Zu verdanken ist es der 2012 gegründeten Batzen Bräu aus der Hauptstadt Bozen. Aufgebaut vom Sportstudent Bobo wurde aus einem kleinen Bierprojekt, das den Bozenern wieder mehr Qualität und Vielfalt ins Glas bringen sollte, ein über 40 Mitarbeiter starkes kleines Bierunternehmen. Untergebracht in einer 600 Jahre alten Wirtshaus, die auch als Namensgeber fungierte (Batzen ist der Name einer alten Münze Bozens), werden nun unterschiedlichste unter- und obergärige zum Teil holzfassgelagerte aber stets unfiltrierte Biere für den Ausschank, Außerhausverkauf und Vertrieb hergestellt. Inzwischen hat man dabei eine Kapazität von 5.000hl erreicht. Für das Ur-Porter wurde sogar auf ein Rezept einer schon längst geschlossenen jüdischen Brauerei zurückgegriffen. Auf Initiative von Bobo wurde darüber hinaus die Südtiroler Bierakademie gegründet, die Home Brewing Workshops, Verkostungen etc. veranstaltet. Um den regionalen Gedanken auch konsequent weiter zu pflegen wurde außerdem der Anbau Südtiroler Braugetreides vorangetrieben um einen möglichst kleinräumigen Wirtschaftskreislauf zu gewährleisten.

Das heutige Vienna Lager allerdings ist das erste Bier der gar nicht so neuen Brauerei. Es wurde bereits um die vorletzte Jahrhundertwende in Südtirol gerne getrunken und war insbesondere in diesen Jahren dort, wie auch im restlichen Österreich sehr populär. Angelehnt an eine alte Bozener Rezeptur, soll so nun Geschichte und lokale Identität zurückgebracht werden.

Aus Freude zum Bier!

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Wiener Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12°P
Alkoholgehalt. . . . . . 4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bozen (Südtirol)
Erscheinungsjahr. . .
2012

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________13
Fazit

  | karamell-malzig, würzig, getreidig, Bonbon, leicht hefig, waldig-harzig
  | mittelgroßer Körper, würzig, sehr malzig, leicht Karamell, etwas grasig-herb, ganz leicht Lakritz, feinperlig, würzig-süßer Abgang
  | Ein Bier mit ganz viel Identität und Charakter, dem man den Brauhauscharme deutlich anmerkt. Eigentlich ist es vom Stile her fast zu trivial, doch die Südtiroler holen hier einiges an unverwechselbarer Aromen heraus. Ein mehr als interessantes Wechselspiel aus Malz, Karamell, Würze und grasiger Herbe verleihen dem Vienna Lager ein gewisses Alleinstellungsmerkmal. Mit eindeutigen 13 Pkt. (1-) nimmt es gleichzeitig auch die diesjährige Bierjubiläum-Top-Platzierung ein.

 • http://www.batzenshop.com/Batzen-Vienna-Hell-Sixpack-6-Flaschen

Prost & guten Abend! 🍻

479. McGargles Ned’s Retro IPA

Zum Wochenabschluss hüpfe ich von der britischen auf die irische Insel. Seit 2013 ist dort im County Kildare die Rye River Brewing Company ansässig und braut diverseste Craftbier-Marken. Neben der Eigenmarke verlassen die Brauerei auch Biere der Marke Crafters, The Crafty Brewing Company, welches u.a. in deutschen Discountern vertrieben wird, und eben McGargels. Neben einem Lager und zwei Stouts ist die Serie sehr Ale bzw. IPA-lastig, was aber angesichts des anglo-irischen Hintergrunds auch nicht ausschließlich auf das Craftbeer-Segment zurückzuführen sein wird.

Mit dem Retro-IPA, will man wieder eine ursprünglichere Rezeptur verfolgen, in der – nicht wie heute – weniger Bitterhopfen, aber dafür mehr Karamell-Malz zum Einsatz kommen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Celbridge (Irland)
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | gemüsig, blumig, waldig, buttrig, gewürzig, herb, leicht karamellig, etwas fruchtig
  | mittlerer Körper, herb, waldig, harzig, malzsüß, gewürzig, feinperlig, herb-würziger Abgang
  | In der Tat merkt man diesem IPA eine gewisse Retro-Komponente an. Im Vergleich zu anderen modernen IPAs ist der Malzanteil größer. Gleichzeitig wurde jedoch auch ein interessanter gewürziger Hopfen verwendet, der fast die Malzsüße überlagert. Das Retro IPA zeigt wie viel Vielfalt alleine in einem Bierstil stecken kann. Gesamthaft vergebe ich 11,5 Pkt. (2(+)).

 • http://mcgargles.com/beers/

Prost & guten Abend! 🍻

478. St. Austell Proper Job

Von der Slowakei geht es am heutigen Samstag nun wieder in das Bierland England. Fast im äußersten Westen der Halbinsel Cornwall liegt seit Mitte des 19. Jahrhunderts die bis heute unabhängige Familienbrauerei St. Austell Brewery. Deren Sortiment umfasst eine ganze Reihe unterschiedlicher Bierstile mit einem Fokus auf Pale Ales, IPAs, Red Ales aber auch Stouts, Lagers und sogar Abteibiere werden gebraut. Laut eigenen Angaben hat die Brauerei seit ihrer Gründung über 1,5 Milliarden Pints of Beer produziert.

Der heutige Proper Job ist ein Cornish IPA (also ein India Pale Ale aus Cornwall) und wird mit den Hopfensorten Willamette, Cascade und Chinook gebraut und gestopft.

„Brewed with Cornish spring water, the finest Maris Otter barley and a blend of imported hops Proper Job packs a moreish hoppy punch.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  11°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . St. Austell (England)
Erscheinungsjahr. . .
1851

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | sauerfruchtig, gemüsig, waldig, nussig, malzig, würzig, harzig, etwas Minze
  | mittelgroßer Körper, hopfig, fruchtig, grasig-herb, leicht bitter, waldig, gewürzig, spritzig-feinperlig, hopfig-herber Abgang
  | Wieder eine Interpretation eines IPA, die ich bislang noch nicht kannte. Das Cornish IPA scheint offensichtlich viel Wert auf eine hopfige Herbe zu legen. Leider für meinen Geschmack zu einseitig herb und zu wenig fruchtig-grasig oder malzig. Bei der Einheitsbewertung der obigen Kategorien fällt mir das Endresultat zumindest sehr leicht: 11 Pkt. (2). A nearly proper job!

 • https://www.staustellbrewery.co.uk/proper-job

Prost & guten Abend! 🍻

477. Kaltenecker 11°

Nach den beiden japanischen Bieren vor einigen Tagen steht heute wieder ein Bier an, das ich nicht lesen kann. Zwar liegt es diesmal nicht an den Schriftzeichen, aber an der Sprache. Denn es handelt sich um ein Bier aus der Slowakei.

1997 entstand in Rosenau im mittleren Südosten des Landes die gleichnamige Brauerei Kaltenecker. Wie so oft waren es vermutlich deutschsprachige Siedler (wohl aus Österreich), die mindestens für den Namen Paten standen. Den genauen Hintergrund der Brauerei lässt sich auf den ersten Blick nicht näher herausfinden. Nur so viel ist klar: Es wird vor Ort ohne chemische Zusätze und mit natürlichen Zutaten gebraut. Das Sortiment umfasst neben klassischen Lagerbieren auch viele IPAs oder andere Stile aus dem Craftbeer-Classement. Neben den eigenen Bieren produziert Kaltenecker interessanterweise auch Paulaner, was darauf schließen lässt, dass die Brauerei inzwischen zur Paulaner-Gruppe gehört.

Beim Aushängeschild der Brauerei handelt sich um leicheres Lager, das mit zwei Malzen (Pilsner und Caramünch) sowie zwei Hopfen (Spalter Select und Magnum) gebraut ist.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Light-Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  11°P
Alkoholgehalt. . . . . . 4,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Rosenau (Slowakei)
Erscheinungsjahr. . .
1997

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___8
  • Aussehen:____________________6
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________10
Fazit

  | sehr malzsüß, getreidig, sehr buttrig, grasig
  | mittelkleiner Körper, malzig, würzig, etwas herb, getreidig, leicht bitter, feinperlig-spritzig, herb-süßer Abgang
  | Nachdem die Optik noch etwas abschreckend war, bin ich sowohl in der Nase als auch auf der Zunge positiv überrascht worden. Ein schön aromatisch buttrig-malzsüßer Geruch wird durch ein recht unaufgeregtes würzig-herb-süßes untergäriges Geschmackserlebnis abgelöst. Das kann zwar nicht mit viel Besonderem glänzen, macht aber auch nicht viel falsch. In Summe macht das dann ganz ordentliche 10 Pkt. (2-).

 • https://kaltenecker.sk/produkt/kaltenecker-11/

Prost & guten Abend! 🍻

476. Kona Hanalei Island IPA

Da es gerade in Japan so interessant war, habe ich mich entschlossen noch ein wenig in der Welt der Biere herumzureisen. Beginnen möchte ich auf Hawaii.

Dort befindet sich mit der Kona Brewing Company ein der bekanntesten Brauereien des Pazifiks und das bierige Aushängeschild der Inselkette im Rest der Welt. Sie war eine der ersten sog. Craftbeer-Brauereien der USA und profitierten enorm von der Craftbeer-Welle, die zuerst das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und dann auch Europa überschwemmte. Der Erfolg hatte allerdings auch seinen Preis. So ist Kona seit einiger Zeit nicht mehr unabhängig und damit offiziell auch kein Craftbeer mehr. Wie so oft hat hier der Global-Gigant ABInBev zugeschlagen.

Nichtsdestotrotz werden auch der Hawaiianischen Insel Kona weiterhin gute Biere hergestellt, die es verdienen vorgestellt zu werden. Eines davon kam vor inzwischen zweieinhalb Jahren auf dem Markt. Das Hanalei Island IPA überrascht dabei nicht nur mit einer interessanten Hopfenkombination aus Millennium, Azacca und Galaxy, sondern auch mit der Beigabe von Passionsfrucht, Guave und Orange zum Sud. Und auch eine Geschichte wird zum Bier gleich mitgeliefert:

„On the north coast of Kauai, the perfect crescent shape of Hanalei Bay tucks up against lush, green mountains streaked with waterfalls fed by the warm Pacific rain. This is the Hawaii of your dreams. Launch your kayak into the calm blue waters at the historic pier and take in the iconic view of white-sand beaches, the small village of Hanalei, and Makana Mountain (famously known as Bali Hai) towering above you. Paddling from this bay out to the Nā Pali Coast or up the Hanalei River you will discover more natural wonders that can only be seen as you glide through the water. With the sun above and your troubles behind, you might just feel like this place is as close to paradise as you’ll ever get.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Passionsfrucht, Guave, Orange, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  10°P
Alkoholgehalt. . . . . . 4,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Kailua Kona (Hawaii)
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________8
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | sehr sehr fruchtig, cremig, helles Malz, Gras, etwas milchig
  | mittelgroßer Körper, grasig, malzig, leicht würzig, hopfig-herb, leichte Fruchtigkeit, feinperlig-spritzig, trocken-herb-süßlicher Abgang
  | Was für eine olfaktorische Fruchtbombe! Auch wenn sich die Fruchtigkeit leider nicht auf der Zunge fortsetzt, bleibt das Bier absolut in Erinnerung. Insgesamt ein leichtes IPA mit klar grasig-herben Noten. Für mich leider etwas zu einseitig herb und zu wenig hopfig-fruchtig. Nichtsdestotrotz gibt’s 12 Pkt (2+), wobei man bei diesem Bier natürlich nicht die weiten Lieferstrecken in Betracht ziehen darf.

 • https://konabrewingco.com/our-beers

Prost & guten Abend! 🍻

475. Korikori Sarubobo Kölsch [こりこり さるぼぼ ケルシュ]

Moshimoshi und Konbanwa, die 2.
Auch wenn heute in Japan wieder ein regulärer Arbeitstag war, möchte ich euch ein weiteres ganz besonderes Bier aus dem Land der aufgehenden Sonne präsentieren. Auch dieses wurde freundlicherweise von Nils gesponsert und kommt aus Takayama.
Neben der allgemeinen Exotik ist das besondere jedoch der Bierstil. Es handelt sich nämlich um ein Kölsch. Offensichtlich hat es bei so vielen japanischen Touristen in der Domstadt einen solchen Eindruck geschunden, dass es nun in zu Hause nachgebraut wird. Übernommen hat diesen Job die Hida Korikori Beer Ltd.
Nicht viele Rheinländer werden behaupten können mal in den Genuss eines japanischen Kölsch gekommen zu sein. Es ist mir also eine seltene Ehre.

乾杯 & 喝采!

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kölsch
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Takayama-shi/Gifu-ken (Japan)
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___7
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________4
  • Geschmack:__________________8
Fazit

  | leicht oxidiert, gemüsig, erdig, ledrig
  | mittelkleiner Körper, malzig, leicht würzig, trocken-holzig, etwas erdig, ganz wenig Säure, feinperlig, süßmalzig-saurer Abgang
  | Ein wahrlich seltenes und einzigartiges Bier. Nachdem mich der nasale Eindruck schon Schlimmes hat befürchten lassen, hatte das Bier aber auf der Zunge wieder Gnade gezeigt. Tatsächlich ist auch ein gewisser Kölsch-Geschmack erkennbar, wobei ich zugeben muss, dass ich aufgrund der in Japan anderen Zeitrechnung nicht genau weiß, ob das Bier offiziell noch haltbar ist. Sowohl Nase als auch Gaumen spürten zumindest eine erkennbare, wenngleich auch nicht übermäßige Oxidation. Leider kann ich auf Basis dessen aber keine bessere Bewertung als 7 Pkt. (3-) abgeben.

 • http://www.korikorinokuni.com/

Prost & guten Abend! 🍻

474. Hidatakayama Karumina [ひだたかやま かるみな]

Moshimoshi und Konbanwa! Heute vor 2679 Jahren wurde der Staat Japan ins Leben gerufen. Neben dem Geburtstag des jeweils aktuellen Kaisers (derzeit der 26.12.) ist deshalb jedes Jahr am 11.02. einer der beiden Nationalfeiertage. Überhaupt hat das Land, welches sich auf 6852 Inseln befindet, die meisten Feiertage aller Dienstleistungsländer. Und wenn mal ein Feiertag auf einen Sonntag fällt, wird einfach der darauffolgende Montag frei gemacht. Im viertgrößten Inselstaat der Welt gibt es zudem den einzigen und letzten Kaiser der Welt. Heute hat dieser zwar nur noch repräsentative Funktion, kann aber auf eine jahrhundertelange Geschichte zurückblicken, die einst mit dem Vorbild preußischer Monarchie an Größe gewann. Wohl auch aufgrund der geographischen Lage sind 99% der Japaner auch immer noch japanischen Ursprungs. Dabei ist das Land der aufgehenden Sonne dasjenige mit der höchsten Lebenserwartung (84 Jahre) und gleichzeitig der ältesten Gesellschaft (im Schnitt 47 Jahre). In einem der letzten PISA-Tests  landete Japan auf Platz 5 von etwa 70 teilnehmenden Nationen. Als Land der G7 basiert die japanische Wirtschaft insbesondere auf ihre Automobilindustrie, Maschinenbau und (High-Tech-)Elektronik. Aktuell liegt dabei die Arbeitslosenquote bei unter 3%. Neben den pünktlichsten Zügen der Welt (zuletzt lag die durchschnittliche Verspätung bei unter einer Minute) hat der Pazifikstaat noch ein Superlativ zu bieten: Die höchste Staatsverschuldung aller Dienstleistungsnationen von etwa 240% des jährlichen BIP. Da man allerdings nur in der eigenen Währung verschuldet ist und zudem internationaler Nettogläubiger mit 1,2 Bio. $ Währungsreserven wird Japan immer noch mit A+ geratet. Wer das mehr als spannende Land also mal besuchen möchte, könnte sich im nächsten Jahr die dann dort stattfindenden Olympischen Sommerspiele zum Anlass nehmen.

Der Name des Landes setzt sich übrigens aus den beiden Symbolen
(Aussprache ni, „Tag, Sonne“) und (Aussprache hon, „Ursprung, Wurzel, Beginn“)
zusammen und geht zurück auf die chinesische Sichtweise auf den Inselstaat, bei dem stets die Sonne zuerst aufgeht. Der in europäischen Sprachen oft verwendete Name Japan hat vermutlich altchinesischen Ursprung.

Passend zum heutigen Nationalfeiertag der japanischen Staatsgründung hat mir freundlicherweise Nils von seiner letzten Japanreise ein seltenes japanisches Craftbeer mitgebracht. Es stammt von der Hidatakayama Brewing Agricultural Corporation aus der Gufu-Präfektur etwa 4 Stunden westlich von Tokyo. Es handelt sich um ein dunkles Starkbier belgischer Tradition – danke in diesem Zusammenhang auch an Nils für die Übersetzung des für mich völlig unverständlichen Symboltextes. Vorteil hierbei ist wohl aber, dass ich davon dann nicht bei meinem Urteil abgelenkt werden kann. Also dann:

乾杯 & 喝采!

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Belgian Strong Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Reis, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 10%
Herkunft. . . . . . . . . . . Takayama-shi/Gifu-ken (Japan)
Erscheinungsjahr. . .
1996

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

  | leicht säuerlich, sehr dunkelmalzig, etwas röstig, holzig, waldig, Karamell, (ge-)würzig, leicht dunkelfruchtig, etwas bitter
  | voller Körper, ölig, cremig, dunkelmalzig, leicht röstig, holzig, würzig, süßlich, Karamell, Bonbon, leichte Fruchtigkeit, matt, fruchtig-süßer Abgang
  | Na, da hatte Nils aber ein glückliches Händchen. Nachdem ich nicht erkennen kann, inwieweit sich das Bier noch im MHD -Bereich befindet, da Japan ja eine eigene interne Zeitrechnung hat, hatte ich in der Nase noch befürchtet, dass es leicht oxidiert sein kann. Das ist zum Glück aber (so gut wie) nicht der Fall. Das Craftbeer überzeugt mit einer Aromenkombination aus Holz, Karamell und Frucht. Insgesamt zwar noch nicht ganz ausbalanciert, aber dennoch ein Genuss. Aus den einzelnen Kategorien resultiert ein Gesamtergebnis von 12 Pkt. (2+), das dem Bier meines Erachtens sicher auch gerecht wird.

 • http://www.hidatakayamabeer.co.jp/

Prost & guten Abend! 🍻

473. BrauAtelier Dinkel-Märzen

Nach dem kurzen Abstecher gestern in den Freistaat Bayern geht es gleich wieder zurück ins Westfalenland. Dort braut seit 1767 und sieben Familiengenerationen das Haus Pott in Oelde unweit der A2 Bier. Seit wenigen Jahren ist man wie einige wenige andere Brauereien in Deutschland auch mit einer eigenen Marke auf den Craftbier-Zug aufgesprungen. Im Zuge der Modernisierung des Brauereistandortes bekam das BrauAtelier in der neuen gläsernen Brauerei sein neues Zuhause. Neben Braukursen kann dort auch per Lohnbrauverfahren fremdgebraut werden. Selbst wird natürlich auch gebraut. Bislang zwar noch ein recht überschaubares Sortiment, das aber durchaus aufzufallen weiß – setzt es doch Akzente ohne zu experimentell zu sein.

Heute am Start: das Dinkel-Märzen, das mit Malz des Urkorns veredelt wurde.

„Unsere landwirtschaftlich geprägte Heimat bietet eine Vielzahl toller Rohstoffe und hat uns zu diesem besonderen Bier inspiriert.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Märzen
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Dinkelmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Oelde
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________8
Fazit

  | malzig, getreidig, Karamell, grasig, waldig, leicht erdig
  | mittelkleiner Körper, würzig, malzig, leicht getreidig, matt, trocken-süßer Abgang
  | Nachdem es optisch und nasal durchaus einen ansprechenden Eindruck gemacht hat, enttäuscht das Dinkel-Märzen im Vergleich dazu schon fast auf der Zunge. Unerwartet lasch kommt es daher und lässt auch etwas getreidig-karamellige Noten vermissen. Für ein Märzen dennoch interessant und gesamthaft mit 10 Pkt. (2-) zu bierwerten.

 • http://www.brau-atelier.de/produkte/

Prost & guten Abend! 🍻

472. Kloster Scheyern Poculator

Aus gegebenem Anlass unterbreche ich das aktuelle Programm der westfälischen Biere und kehre kurz nach Oberbayern zurück. Zwischen München und Ingolstadt befindet sich das Kloster Bayrischzell-Fischbachau-Petersberg/Eisenhofen-Scheyern – eine  Benediktinerabtei die ganz nebenbei auch eine der ältesten Brauereien der Welt beheimatet. Bereits seit 1119 wird dort nachweislich und ununterbrochen Bier gebraut. Nach allerdings vielen Jahrzehnten der Verpachtung übernahm das Kloster 2006 den Braubetrieb wieder selbst und modernisierte nicht nur die Anlagen, sondern auch das Marketing. Neben Brauerei gibt es vor Ort auch die Klosterschänke und einen Getränkemarkt.

Das heutige Poculator ist ein dunkler Doppelbock, der im Auftrage bei Tucher in Nürnberg/Fürth gebraut wird. Mein Dank geht dabei an Ralf vom Braukunst Vorgebirge, bei dem ich heute mein 10-Korn-Neo-Alt brauen durfte (Bericht hierzu folgt in Kürze an dieser Stelle) und der mir das Bier überlassen hat.

„Nunc est bibendum“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Doppelbock
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . .  18°P
Alkoholgehalt. . . . . . 7,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Scheyern / Fürth
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | dunkelmalzig, Karamell, Bonbon, etwas röstig, etwas Lakritz, gering würzig
  | voller Körper, ölig, dunkelmalzig, leicht würzig-bitter, etwas dunkelfruchtig, Karamell, Süßholz, geringes Alkoholaroma, matt, trocken-süßer Abgang
  | Ein gerade zu dieser kalten Jahreszeit sehr passiges Bier, das vor allem durch seine karamellige Süße auffällt. Ein grundsätzlich rundum gelungens Doppelbock, das mir aber zu einseitig süß ist ohne noch einen größeren Malzcharakter hervorzubringen. Ansonsten durchaus empfehlenswert: 11 Pkt. (2).

 • https://www.klosterbrauerei-scheyern.de/unsere-biere/kloster-doppelbock.html

Prost & guten Abend! 🍻

471. Hövels Craftbock

Von Bochum geht es heute nun etwas ostwärts Richtung Dortmund. Die Stadt, die einst der größte Brauereistandort der Welt war beheimatet bis heute eine wertschätzende Bierkultur. Wenn auch die meisten Brauereien dem allgemeinen Brauereissterben in den letzten Jahrzehnten zum Opfer fielen, haben einige wenige den Platz am Markt behalten können. Dabei mussten die meisten jedoch ihre Selbstständigkeit aufgeben und gingen in immer größer werdenden Brauereigruppen auf.

Genauso erging es auch Hövel, die irgendwann von der Radeberger-Gruppe geschluckt wurden. Diese erkannten allerdings die Bedeutung der Marke für Dortmund und weiter Teile des östlichen Ruhrgebiets und vermarkteten diese mit ihrer ursprünglichen Tradition.

«Das Dortmunder Patriziergeschlecht brachte viele Bürgermeister, Stadtrichter und auch Brauer hervor. Bereits seit 1518 besaß die Familie das Braurecht auf dem Hövel-Hof am Hohen Wall in Dortmund. Dort gründete Wilhelm von Hövel 1854 zusammen mit seinem Verwandten Gustav Thier die heutige HÖVELS Hausbrauerei.»

Zuletzt ist man mit der Marke auch auf den „Craftbier“-Zug aufgesprungen und braut neben dem Kernprodukt Original auch zwei sog. Craftbiere. Eines davon hatte ich bereits zum Jahreswechsel proBieren dürfen. Das zweite möchte ich Euch heute gerne vorstellen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Strong Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfenextrakt
Stammwürze
. . . . . .  16.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 7,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Dortmund
Erscheinungsjahr. . .
1893

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | malzig-süß, leicht gemüsig, etwas Lakritz, (ge-)Würzig, rotmalzig, etwas Karamell & Zartbitter, waldig
  | mittelgroßer Körper, leichtes Alkoholaroma, gewisse Bittere, etwas röstig, dunkelmalzig, holzig, Karamell, matt-feinperlig, bittersüßer Abgang
  | Leider erfüllt der Craftbock ein wenig das Klischee, das man über „industrielles Craftbier“ hat. Es ist zwar nicht ganz Außen hui, innen pfui und auch der Begriff Craftbock lässt ja durchaus viel Interpretationsspielraum, dennoch hätte ich keine derartige holzig-röstige Hauptaromen erwartet. Leider bleiben die karamelligen Malznoten im Vergleich von Nase zu Gaumen zu sehr im Hintergrund. Dennoch kein schlechtes Bier und sicherlich immer noch besser als vieles andere, was aus der Radeberger-Gruppe kommt. Summa summarum 11 Pkt. (2).

 • https://www.hoevels-original.de/produkte/craftbock.html

Prost & guten Abend! 🍻

470. Moritz Fiege Gründer

Vom gestrigen Ostbayern geht es heute mitten in den Pott – genauer nach Bochum. Eines der dortigen Traditionsunternehmen ist die Brauerei Moritz Fiege. Schon seit 1736 betrieb die Familie Fiege eine Schankwirtschaft im Gerberviertel in der Altstadt. In der angegliederten Hausbrauerei wurde bereits damals Bier für den Ausschank gebraut. Doch erst über hundert Jahre später in 1876 erhielt Moritz Fiege die städtischen Braurechte. Zwei Jahre später konnte dann sein Sohn am heutigen Standort – unweit des Hauptbahnhofs – den Braubetrieb aufnehmen. Mitte der 1920er war es dann Fiege, der als einer der ersten im Ruhrgebiet das aus Tschechien stammende Pils braute. Dieses verdrängt binnen kurzer Zeit das noch dominierende Export-Bier und ist bis heute mit Abstand der meist getrunkene Bierstil nicht nur an der Ruhr.

140 Jahre nach der Gründung will die nun vierte und fünfte Generation an diese Bierstiltradition anknüpfen und braut mit dem Gründer wieder ein Export nach möglichst klassischer Rezeptur mit Karamellmalzen sowie den Hopfen Tradition, Tettnanger und Saphir.

«Feinwürziger Geschmack,
der an die Anfänge unserer
Familienbrauerei erinnert.»

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Export
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  11.8°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bochum
Erscheinungsjahr. . .
1876

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________13
Fazit

  | klar würzig, malzig, herb, leichtes Karamell, Vanille & Sahne, gering buttrig, grasig
  | mittelkleiner Körper, süßmalzig, würzig-herb, Süßholz, Karamell, ganz leichte Bittere, feinperlig, malzsüßer Abgang
  | Manchmal ist das Einfache so besonders. Gerade als Bierblogger, der sich vor allem oft mit IPAs bis Stouts auseinandersetzt, kommt dieses „einfache“ Export überraschend gut an. Es besitzt eine ausgesprochene Balance der verschiedenen Aromen und bietet auch für ein Export eine recht große Geschmacksvielfalt. Nachdem mir bereits zum Jahreswechsel das Bernstein sehr gut gefallen hat, bestätigt sich auch mit dem Gründer der wirklich sehr positive Eindruck, den ich von der Brauerei Moritz Fiege sammeln konnte. Alles in allem starke 12,5 Pkt. (2++).

 • http://www.moritz-fiege.de/sorten/gruender

Prost & guten Abend! 🍻

469. Gutmann Hefeweizen

Nach einem veranstaltungsintensiven Wochenende möchte ich mit dem heutigen Bier wieder etwas in ruhigere Fahrwasser eintreten, die kurzfristig nur durch meinen nächsten Brautag kommenden Samstag unterbrochen werden. Es handelt sich um ein Bier, dass ich normalerweise „nur so zwischendurch“ trinken und listen würde. Allerdings gilt es nicht nur in meinem näheren Umfeld als eines der besten Weißbiere Deutschlands.

Gebraut in der Marktgemeinde Titting in Ostbayern zwischen Ingolstadt und Nürnberg, hat das die Gutmann-Brauerei eine durchaus belebte und lange Geschichte hinter sich:

  • 1707    Einrichtung einer Brauerei im Pflegeschloß durch Fürstbischof Johann Anton I. Knebel von Katzenellenbogen
  •  1759   Einstellung der Brauerei
  •  1786   Wiederaufnahme des Bierbrauens durch Fürstbischof Johann Anton III. Freiherrn von Zehmen
  •  1808   die Brauerei wird bayerisch
  •  1821   Übergang in Privatbesitz
  •  1845 – 1855  im Besitz der Herzöge von Leuchtenberg, Herzog Eugen von Leuchtenberg – ein Stiefsohn Napoleons
  •  seit 1855 im Besitz der Familie Gutmann

Besagte Familie Gutmann hat sich ferner seit 1913 voll auf die Weißbierherstellung konzentriert sodass Gutmann seither eine ausschließliche Hefeweizen-Brauerei ist.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Hefeweizen
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Titting
Erscheinungsjahr. . .
1707

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___10
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________12
Fazit

  | bananig, hefig, würzig, blumig, spritzig
  | vollmundig, cremig, hefig, bananig-fruchtig, würzig, malzig, getreidig, feinperlig, trocken-süß-würziger Abgang
  | In der Tat ein ziemlich gutes Hefeweizen, das zu Recht einen derartigen Ruf genießt. Allerdings würde ich es nicht als mein bestes Weißbier bezeichnen. Schön finde ich die Weizenfruchtige Note, die durch die hefige Cremigkeit unterlegt ist. Wünschen würde ich mir eine höhere Malzigkeit und klarerer Bananennote. Wie aber auch jede meiner Rezensionen ist diese natürlich auch immer ein wenig von der Tagesform beeinflusst. Alles in allem sind dennoch wohl 11 Pkt. (2) eine faire Bewertung eines guten handwerklichen Hefeweizens.

 • https://www.brauerei-gutmann.de/hp381/Helles-Hefeweizen.htm

Prost & guten Abend! 🍻