Alle Beiträge von Nils (Gast)

25. Altenmünster Urig-Würzig

Bei diesem Bier habe ich mich leider gleich doppelt täuschen lassen: Zum Ersten kommt es nicht wie gedacht aus Münster und hat somit nicht den gedachten regionalen Bezug (Münster als Schwesterstadt von Osnabrück, Sitchwort Westfälischer Frieden) und zum Zweiten habe ich mich von der schönen Fassade täuschen lassen, aber unten mehr dazu.

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Altenmünster wird hergestellt im schönen Marktoberdorf-Leuterschach im Allgäu in Bayern, nicht weit entfernt von der deutsch-österreichischen Grenze und ist somit geographisch gesehen eher das Gegenteil vom Münsterland. Als ich „urig-würzig“ gelesen hatte habe ich auch zuerst an ein dunkleres Bier gedacht, weit gefehlt! Es handelt sich um ein Deutsches Pilsener mit zugegebenermaßen leicht dunklem Körper für ein Pils.

Altenmünster Grunddaten

Dazu eine kleine Anekdote zur Brauerei selbst: Das alte Sudhaus aus dem Jahr 1904 wurde 2013 abgerissen um Platz für innerstädtisches Wohnen zu schaffen. Es galt als eines der prägenden Gebäude für das Stadtbild und als Werbe- und Imageträger für die Brauerei. Wo man immer denkt Bayern und seine Brautradition… doch nicht ganz unzertrennlich.

Wertung

Altenmünster Wertung

Flasche: Das Aussehen hat mich neben dem Namen überhaupt erst zum Kauf verleitet. Ein schönes Relief in der Flasche macht es schon zu einem Blickfang, zudem ist natürlich der Bügel ein Plus! Das Etikett ist dementsprechend eher klein aus und enthält wenig Infos. Trotzdem hier eindeutig ein Pluspunkt: 12 Punkte / Note: 2+

Bier im Glas: Relativ dunkles gold, jedoch keine wirklich schöne Farbe. Wirkt etwas blass. Auch die Krone ist schnell verschwunden. Insgesamt kein sonderlich guter Eindruck:             7 Punkte / Note: 3-

Geruch: Eindeutig dominiert von der herben Bitterkeit des Hopfens. Von einem angenehmen Aroma kann ich hier leider nicht reden. Eine malzige Note ist nicht zu vernehmen. Nicht mein Fall: 6 Punkte / Note: 4+

Geschmack: Nach dem Geruchstest hatte ich eher mit etwas mehr Kohlensäure gerechnet. Allerdings wartet das Bier überraschenderweise mit wenig Kohlensäure auf. Die Bitterkeit des Hopfens aus dem Geruchstest sticht auch hier heraus. Eine leichte Malznote schmeckt man heraus, insgesamt aber ein eher enttäuschendes Pils: 8 Punkte / Note: 3

Abgang: Bitterer Abgang und zudem recht trocken. Die Hopfenbitterkeit viel zu dominant. Für Deutsches Pilsener aber durchaus üblich. Jedoch kein Abgang der unbedingt gleich zum nächsten Schluck anregt: 8 Punkte / Note: 3

Fazit: Bis auf die Verpackung steckt hier nicht so viel dahinter. Von der nussigen Note in der Produktbeschreibung des Herstellers konnte ich nichts wahrnehmen. Von Augenwischerei kann man hier sprechen. Im Pilssortiment für mich eher untere Mittelklasse: 8 Punkte / Note: 3 (und das auch nur wegen der schönen Flasche)

17. Astra Arschkalt – Winterzeit ist Arschkalt-Zeit

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Im Bezug auf Astra muss ich immer gleich an ziemlich herben Geschmack denken, eigentlich nicht so mein Fall. Bei so mancher Studi-Party blieb einem aber nix anderes übrig.  Beim Arschkalt handelt es sich aber keineswegs um ein typisches Astra. Das einzig typische ist die Werbung. Mit „Ich trinke Arschkalt, heiss bin ich selber“ gibt es eine typische, derbe Werbung zu einem untypischen Astra.

Aber mal vorne angefangen: Die Ursprünge von Astra reichen deutlich weiter zurück als so mancher denken mag: 1647 braute der Holländer Peter I. de Voss bereits den Vorläufer in Hamburg-Altona, damals noch unter dem Namen Bavaria Beer. Ja… ein Holländer der in Hamburg ein Bier Names Bavaria braut… Die tatsächliche Bavaria Brauerei AG wurde erst 1897 gegründet. 1922 fusionierte die Bavaria Brauerei mit der „Actien Brauerei“ Hamburg-St. Pauli und die Bavaria St-Pauli Brauerei war geboren. Das erste Bier unter dem Namen Astra wurde übrigens mit dem Astra Urtyp bereits 1909 produziert, da man der Meinung war der Name würde deutlich besser zu Hamburg passen als Bavaria Beer. 2003 schloss die Brauerei jedoch ihre Pforten und die Marken werden seitdem von der Holsten Brauerei hergestellt.

Arschkalt GrunddatenDas Arschkalt wurde erstmals 2012 produziert und u.a. vermarktet mit kernigen Sprüchen wir „Wer sich nicht zu den Warmduschern an die Glühweinstände stellen will, kann zum Aufwärmen mit einem Astra Arschkalt anstoßen“, wie man es aus Hamburg erwartet.

Mit einer Stammwürze von 13,7% und einem dementsprechend hohen Alkoholgehalt von 5,9% ist das Bier deutlich im oberen Drittel. Die Einordnung nach BJCP ist nicht ganz einfach, ich würde jedoch schätzen es ist ein dunkles Lager, da diese sich durch eben jenen hohen Stammwürze- und Alkoholgehalt sowie das Röstaroma auszeichnen.

Wertung

 

Wertung Arschkalt

Flasche: Eine 0,33l Handgranate, oder besser Eisknolle, mit dem typischen Herz/Anker-Wappen der Hamburger Brauerei. Diesmal jedoch in kaltem Eisblau gehalten. Relativ schlichtes Design, jedoch sehr passend für den Namen: 10 Punkte / Note: 2-

Bier im Glas: Sehr schöner bernsteinfarbener Körper, was man auch von einem Bier mit Röstmalznote erwarten würde. Passt im übrigen auch zur Hypothese „Dunkles Lager“. Die Krone oder Blume ist jedoch fast direkt nach Einguss auch wieder komplett verschwunden: 10 Punkte / Note: 2-

Geruch: Nachdem ich es kurz stehen gelassen hatte wanderte langsam ein sehr angenehmes Röstaroma durch den Raum. Kein bitterer oder verbrannter Geruch sondern wirklich sehr aromatisch: 13 Punkte / Note: 1-

Geschmack: Der Geruch hatte mir den Mund schon wässrig gemacht. Ganz anders als andere Astra-Sorten die mich eher zusammenzucken lassen ist dieses Bier nicht herb sondern eher süffig. Wenig Kohlensäure und der schöne Röstmalzgeschmack sowie eine leichte süße machen dieses Bier wirklich zu einer angenehmen Überraschung: 12 Punkte / Note: 2+

Abgang: Auch der Abgang ist nicht unangenehm bitter, wie man es von manchen Dunklen kennt. Ein milder Malzgeschmack macht lust auf den nächsten Schluck: 12 Punkte / Note: 2+

Fazit: Da ich vorher nicht auf die Beschreibung geguckt habe war ich umso mehr überrascht von diesem Astra. Ein insgesamt zwar etwas teureres Bier, für ein dunkles Lager aber geschmacklich und vor allem auch geruchlich sehr zu empfehlen! Und wie in der Werbung angekündigt auch durchaus als Glühweinersatz tauglich! Fazit: 12 Punkte / Note: 2+

12. Pott’s Prinzipal – Münsterländer Original

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Heute widmen wir uns einem Stück Münsterland, dem Pott’s Bier. Anstatt des bekannteren Landbieres geht es heute aber um das Prinzipal. Zunächst sei gesagt, dass die Brauerei Pott’s 1769 gegründet wurde. Damals kaufte ein gewisser Franz-Arnold Veltmann eine Landwirtschaft mit Brauerei und Bäckerei in der Stadt Oelde vom Jesuitenkloster „Haus Geist“. Heute wird das Unternehmen bereits in der 7. Generation von Jörg Pott geführt und dies passiert seit je her nach „Pott’s Gesetz“:

Die Brauereifamilie Pott braut seit 1769 feine, bekömmliche Bierspezialitäten. Pott’s Biere weisen durch besonders naturbelassene Braukunst nicht nur ein Mehr an Geschmack, sondern auch ein Mehr an natürlichen Inhaltsstoffen auf. 

Potts GrunddatenDas Pott’s Prinzipal ist ein Pilsener, nach der Klassifikation des BJCP kann es allerdings nicht mehr unter das Deutsche Pilsener fallen. Mit einer Stammwürze von 12,5 (Deutsches 12,3) und einem Alkoholgehalt von 5,3% (Deutsches: <5,2%) liegt es wohl im Bereich des Böhmischen Pilseners. Dieser höhere Stammwürzegehalt wird auf schon durch die Flaschenaufschrift angekündigt. Ein malzigerer Geschmack sollte die Folge sein, schaun wir mal!

Wertung

Potts Wertung

Flaschendesign: Als Bügelflasche gibt es hier von mir wieder einen Sonderpunkt (einen schönen Plop gab es auch). Ansonsten bist auf die gute Beschreibung des Biercharakters auf der Rückseite nichts wirklich besonderes: 9 Punkte / Note: 3+

Bier im Glas: Ein sehr helles gold wie es zur Beschreibung eines typischen Böhmischen passt. Etwas zu hell für meinen Geschmack, wirkt leicht wässrig dadurch: 8 Punkte / Note: 3

Geruch: Ein sehr schön würzig- malziger Geruch ohne irgendwelche störenden Geruchsnoten, wirklich sehr appetitanregend: 12 Punkte / Note: 2+

Geschmack: Schließt sich nahtlos dem schönen Geruch an. Ein süffiges Bier mit wenig Kohlensäure, einem sehr würzig-malzigen Geschmack ohne unangenehme süße oder bittere Note hat. Leichte süße wenn überhaupt. Kann man durchaus in größeren Mengen so wegtrinken 😉 13 Punkte / Note: 1-

Abgang: Sehr schön auch der Abgang, hinterlässt keine Bitterkeit auf der Zunge. Den malzigen Charakter spürt man das ganze Geschmackserlebnis hindurch: 13 Punkte / Note: 1-

Fazit: Ich tue mich immer schwer eine eins zu vergeben, außer an die allerbesten Biere. Auch hier ist es haarscharf daneben da das Auge ja doch mitentscheidet. Der Geschmack würde es allerdings absolut rechtfertigen, ein Bier das ich mir durchaus regelmäßig gönnen könnte!

Gesamtnote: 12 Punkte / Note: 2+

10. Artländer Nox – das milde Dunkle

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Die Artland Brauerei Hof Renze in Nortrup liegt in der Samtgemeinde Artland im Norden des Osnabrücker Landes. Das Motto „aus der Region für die Region“ spiegelt sich auf allen Ebenen wieder. Gerade mal 2 Biere, das Artländer Pilsener & das Artländer Nox werden dort gebraut. Gegründet wurde Sie 2007 im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms  in dem leerstehenden Gebäuden ein neuer Nutzen gegeben wurde. Seither befindet sich in der ehemaligen Wagenremise das Sudhaus und somit das Herzstück der Brauerei. Die alte Strohscheune und ein Teil des Vielstalls sind neuerdings Gär- und Lagerkeller. Das Bier wird ausschließlich mit Zutaten aus der Region gebraut und (fast) ausschließlich in Märkten im Landkreis Osnabrück vertrieben.

Grunddaten Nox

Wertung

Hier bin ich etwas gespalten, während es besser schmeckt als ich zunächst gedacht hatte aber insgesamt doch nicht „gut“ gut.

Wertung

Flaschendesign: Das einzig bemerkenswerte ist das Drachenlogo, welcher gleichzeitig auch das Wappentier der Region ist. Der bein- und flügellose Drache sieht aber leider eher aus wie ein böses Seepferdchen. Auch die Farbe ist im Artländer rot gehalten, nicht ganz überraschend wenn man den regionalen Charakter bedenkt: 10 Punkte / Note: 2-

Bier im Glas: Der angekündigte malzige Charakter spiegelt sich hier sehr schön wieder. Die goldbraune, bernsteinfarbene Farbe mit einer schönen Schaumkrone ist passt sehr schön: 11 Punkte / Note: 2

Geruch: Der etwas süße Geruch passt gut zur malzigen Farbe. Eine etwas säuerliche Note hat mich dann aber doch etwas gestört: 9 Punkte / Note: 3+

Geschmack: Die wichtigste Kategorie bestätigt dies, der Geschmackskörper hat leider eine etwas süß-säuerliche Note. Das Bier ist wie angekündigt sehr mild und süffig mit sehr wenig Kohlensäure. Dies spielt aber recht gut mit dem malzigen Charakter des Bieres zusammen. Eine Hopfenbitterkeit sucht man vergeblich. Für meinen Geschmack etwas sauer: 9 Punkte / Note: 3+

Abgang: Der Abgang und vor allem der Nachgeschmack hinterlassen diesen süß-säuerlichen Charakter auf der Zunge, nicht ganz so schön: 8 Punkte / Note: 3

Fazit: Ein durchaus trinkbares Bier, da der Charakter insgesamt nicht alltäglich und schon was besonderes ist. Ein regionale Bier das man durchaus hin und wieder genießen kann. Aufgrund des Geschmacks mit der säuerlichen Note aus meiner Sicht aber keine 2, deshalb: 9 Punkte / Note: 3+

Im Übrigen kann man diese kleine Brauerei auch besichtigen. Auf den Touren gibt es in netter Bauernhofatmospäre zusätzlich zur Besichtigung mit dem Braumeister persönlich im Anschluss auch reichlich Bier und regionale Food-Spezialitäten.

Näheres dazu auf: http://www.artland-brauerei.de

7. Detmolder Thusnelda – Bier des Jahres 2013

Im Vorfeld dieses Projektes habe ich mir natürlich auch besonders Gedanken gemacht welche regionalen Spezialitäten man hier unter die Lupe nehmen könnte und bin ziemlich schnell auf das Detmolder Thusnelda gestoßen. Die Auszeichnung „Bier des Jahres“ wird im übrigen seit 1998 vom ProBier-Club verliehen (www.bierclub.de). Sogar die Kanzlerin hat bei einem Besuch in Detmold das Bier schon probiert und gelobt, Grund genug sich dies mal anzuschauen.

Detmolder Thusnelda

Thusnelda & Arminius

Detmold liegt von Osnabrück gesehen auf der anderen Seite des Teutoburger Waldes in der Region Westfalen, genauer Ostwestfalen-Lippe. Das Bier ist in sofern eine besondere regionale Spezialität da der Name sich auf die Frau des Arminius bezieht. Arminius war ein Cheruskerfürst und wird auch „Befreier Germaniens“ genannt da er in der berühmten Varusschlacht um 9 n. Chr. den Römern eine ihrer schlimmsten Niederlagen beibrachte. Der Ort der Schlacht wird u.a. bei Kalkriese im Osnabrücker Land vermutet, aber auch in Ostwestfalen. So erinnert das Hermannsdenkmal südwestlich von Detmold ebenfalls an eben jenen Arminius. Der Slogan „Probieren auch Sie unser neues „germanisch-
erfrischendes“ Detmolder Thusnelda-Bier!“ ist umso passender.

Detmolder wird von der Privat-Brauerei Strate in Detmold hergestellt. Gegründet 1853 von Adolf Hüppe ist sie vergleichsweise jung und mit 3 Mitarbeitern recht klein. Ein Markenzeichen ist die Abfüllung in Bügelfalschen. Nach Flensburger ist sie die Brauerei mit den zweitmeisten vertrieben Einheiten in eben jenen. Neben der Marke Detmolder in allen Variationen (am bekanntesten ist wohl das Landbier), stellt die Brauerei auch die Marke Hövelhofer her.

Grunddaten

Ein großer Nachteil bei diesen Spezialbieren ist die schlechte Verfügbarkeit von Daten. Festzustellen war, dass es sich hier um ein Pilsener handelt und höchstwahrscheinlich dem Typ „Deutsches Pilsener“ nach BJCP zuzuordnen ist. Mit einem Alkoholgehalt von 4,8% liegt es hier im durchschnittlichen Bereich.

Bewertung

Das wichtigste ist jedoch die Wertung und hier war ich durchaus positiv überrascht.

Wertung

Flaschendesign: Als Fan von Bügelflaschen bekommt das Thusnelda schon mal einen Sonderpunkt, aber im Ernst: Das Design des Etiketts mit der archaischen germanischen Schrift, den römischen Soldaten (ähnlich wie bei Asterix & Obelix) sowie der üppigen, blonden germanische Maid mit dem Flügelhelm darauf ist eine sehr gelungene Anspielung auf den historischen Hintergrund: 13 Punkte / Note: 1-

Bier im Glas: Die helle goldene Farbe ist wie man es von einem Pilsener erwartet. Zudem gab es eine schöne Schaumkrone, die jedoch etwas schnell zusammefällt: 11 Punkte / Note: 2

Geruch: Der Geruch ist malzig und erinnert auch etwas an Brot. Eine leichte Bitternote hat mich dann aber doch etwas abgeschreckt: 10 Punkte / Note: 2-

Geschmack: Der Geschmack hat mich dann positiv überrascht. Eine fruchtig-getreidige Note spielt sehr gut mit einer leicht herben Note zusammen und der ordentliche Kohlensäuregehalt (den ich besonders bei etwas herben Bieren für die Geschmacksbewertung für sehr relevant halte) bilden insgesamt ein sehr rundes Geschmacksbild: 12 Punkte / Note: 2+

Abgang: Der Abgang hinterlässt keinen bitteren Nachgeschmack sondern das Perlen der Fruchtigkeit auf der Zunge führt vielmehr dazu, dass man sofort den nächsten Schluck nehmen möchte: 12 Punkte / Note: 2+

Fazit: Ein Pilsener das mit seiner schönen regionalen Geschichte, einer guten Aufmachung und einem überdurchschnittlich guten Geschmack überzeugen kann. Zurecht zu einem „Bier des Jahres“ gewählt! Durchaus auch etwas das ich zu meinem Hausbier machen würde. Insgesamt: 12 Punkte / Note 2+

Prost, bis zum nächsten Beitrag!

 

2. Löwenbräu Original – Ein Bier wie München

Das erste Mal ist immer „was Besonderes“ und so musste ich in diesem Zusammenhang gleich an meinen ersten bewussten Bierkonsum denken. Das ist mittlerweile auch schon ganze 12 Jahre her und war auf dem 16. Geburtstag einer Freundin (ich war 15). Für ca. 12 Leute gab es damals eine ganze Kiste Bier (wenige Monate später war dies undenkbar),  natürlich unter elterlicher Aufsicht. Allerdings waren damals alle nach 1-2 Bieren schon gut drauf (auch dies sollte sich rasch ändern). Damals stand eben jenes Löwenbräu Original im Kühlschrank was ich heute als Anlass für meinen ersten Beitrag nehme.

loewenbraeu-originalQuelle: Bier-Index.de

Geschichte

Die Geschichte der Brauerei reicht wahrscheinlich bis ins 14. Jh. zurück, zum ersten Mal erwähnt wurde ein Bierbrauer in der „Löwengrube“ in München jeodch 1524. Der Name Löwenbräu tauchte zum ersten Mal im Biersudverzeichnis der Stadt München von 1746/47 auf und ist benannt nach eben jenem ersten Braukeller in der Löwengrube 17. Heutzutage gehört die Löwenbräu AG zu „InBev“ dem größten Bierbraukonzern der Welt und stellt neben der Marke Löwenbräu u.a. Spaten sowie Franziskaner her.

Grunddaten

Löwenbräu_Grunddaten

Nach Kategorisierung des BJCP (Beer Judge Certification Program) handelt es sich beim Löwenbräu Original um ein Helles Lager, genauer gesagt um ein Münchner Helles. Lager ist im englischsprachigen Raum der Begriff für alle untergärigen Biere. Untergärig heißt, dass der Gärprozess bei einer Temperatur von 4-9°C stattfindet (Obergärig 15-20°C). Vor der Erfindung der Klimaanlage hing es im Übrigen von der Außentemperatur ab ob untergärig oder obergärig gebraut wurde. Münchner Helles zeichnet sich dabei durch seinen nicht zu süßen malzakzent mit unterstützender Hopfenbitterkeit aus. Mit 11,8% Stammwürze (Münchner Helles zwischen 11,2% und 12,8%) und 5,2% Alkoholgehalt (Münchner Helles 4,7% bis 5,4%) kann man es durchaus als gehaltvoll bezeichnen. Die Stammwürze bestimmt nebenbei bemerkt wesentlich den Nährwert sowie den Alkoholgehalt eines Bieres und wird in Grad Plato °P angegeben.

Wertung

Kommen wir nun zur Hauptangelegenheit unseres Blogs. Als ich damals zum ersten Mal Bier trank fand ich dieses Bier großartig. 12 Jahre später finde ich es immer noch solide, würde es mir aber nicht als Stammbier für zu Hause zulegen. Der Grund hierfür ist ganz einfach, dass das Bier zu herb für meinen Geschmack ist. Die Charakterisierung des Münchner Hellen Lagerbiers, insbesondere der Teil bezüglich der Hopfenbitterkeit trifft hier voll zu.

Bei der Weinprobe gibt es das 50 Punkte-System: 5 Auge – 15 Nase – 25 Mund – 5 Gesamteindruck. Ähnlich wollen wir hier vorgehen. Auf einer Skala von 1-10 (1 = miserabel, 10 = exzellent) werden wir verschiedene Kategorien bewerten und am Ende ein Gesamtfazit ziehen.

Löwenbräu_Wertung

Flaschendesign: Die Farbgebung des Etiketts mit hellblau, dunkelblau und gold integriert u.a. das blau Oberbayerns und ist insgesamt sehr harmonisch und gelungen. Zudem ist der Löwe als Wappentier der Brauerei ein echter Eye-Catcher welcher auch den Kronkorken ziert. Die Flasche selbst ist eine handelsübliche 0,5 l Flasche in braun und nichts besonderes: 10 Punkte / Note: 2-

Bier im Glas: Eingeschenkt hält es nicht ganz was es verspricht, der Farbton ist etwas dunkler wie ich mir das insgesamt vorgestellt habe: 8 Punkte / Note: 3

Geruch: Schon am Geruch kann man den eher herben Charakter erahnen was mich gleich etwas abgeschreckt hat. Insgesamt ist er jedoch angenehm fruchtig-würzig, relativ frisch und sehr angenehm: 9 Punkte / Note: 3+

Geschmack: Leider ein kleiner Abfall hier, da „ein Bier wie München“ doch nicht ganz so herb sein sollte meiner Meinung nach. Zugegeben, wenn man „ein Bier wie München“ will muss man wahrscheinlich das Weißbier probieren. Die Bitterkeit sticht mir im Vergleich zur Süße jedoch zu stark heraus. Der Kohlensäuregehalt ist in Ordnung für ein Lager, nicht zu stark was dem Geschmack etwas zu gute kommt: 7 Punkte / Note: 3-

Abgang: Der Abgang ist überraschenderweise etwas besser und es bleibt ein angenehmer Nachgeschmack der eher dem fruchtig-würzigen Geruch entspricht und nicht dem herberen Geschmack: 8 Punkte / Note: 3

Gesamtfazit: Aus meiner Sicht für ein Münchner Bier etwas enttäuschen und nicht ganz mein Geschmack. Es gibt aber deutlich schlechtere Biere und da es sich um ein Lager, Münchner Helles handelt und auch das Bier (fast) alle Kriterien erfüllt würde ich sagen hin und wieder durchaus trinkbar, mein Hausbier wird es jedoch sicher nicht: Insgesamt 8 Punkte / Note: 3

Prost und bis zum nächsten Mal!

P.S. Fun Fact: Die Band „Mötley Crüe“ hat ihren Bandnamen mit Umlauten versehen, da Löwenbräu zum Zeitpunkt der Gründung das Lieblingsbier der Band war.

Quellen:

Löwenbräu.de

BJCP.org

Wein-Plus.eu