416. Raschhofer Lebenslust

Es scheint als hätte sich der goldene Oktober nun freundlicherweise in weiten Teilen stabilisiert zu haben. Höchste Zeit also für ein wenig Lebenslust. Wer mein Blog regelmäßig verfolgt und sich brav an meine Trinkempfehlungen hält, sollte zwar im Grunde genügend hiervon haben, aber sich ist sicher.

Die Lebenslust der österreichischen Traditionsbrauerei Raschhofer ist nach einem belgischen Witbier gebraut und enthält neben Haferflocken auch die Witbier-typischen urtümlichen Gewürze Koriander, Salz und zusätzlich Orangenschalen. Die 1645 gegründete Brauerei aus dem Innviertel (im Bier-Sinne quasi das Franken Österreichs) hat neben süddeutschen Bierklassikern auch seit einiger Zeit Biere des sog. Craft-Segments, wie Pale Ale, Red Ale oder Porter im Sortiment.

„Ein solches Bier zu brauen ist eine Kunst. Wie jene, das Leben zu genießen.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Witbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Haferflocken, Koriander, Bitterorangen, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Altheim (Österreich)
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___6
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: sehr sauer-fruchtig, hefig-bananig, leicht würzig, erfrischend
Geschmack: mittelgroßer Körper, erfrischend, leicht sauer, etwas hellmalzig-würzig, weizig-hefig, feinperlig, süß-waldiger Abgang
Gesamt: Auch wenn das Innviertel nicht gerade in der Nähe Belgiens liegt, ist dieses Witbier mehr als solide gelungen. In jedem Falle stilsicher, hätte ich mir nur noch etwas mehr Tiefgang und Charakter gewünscht. So gehen die 11.5 Pkt (2(+)) aber voll in Ordnung.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.raschhoferbier.at/.

Prost & guten Abend! 🍻

415. Hofmark Simaro

Zwischen Kryptowährung gestern und einigen Bieren außerhalb des sog. Reinheitsgebots wollte ich heute erneut ein eigentlich simples Craftbier verkosten.

Dabei ist mir schon der Name aufgefallen, der mich irgendwie an eine andere Craftbier-Marke erinnerte, die ich aber ad hoc nicht zuordnen konnte. Da bin ich dann bei der Recherche auf eine ganz interessante Geschichte gestoßen, die ich Euch unter dem unten stehenden Link nicht vorenthalten möchte. An dieser Stelle möchte ich nicht jedes Detail wiedergeben, aber schon mal verraten, dass sich der Name an das Amarsi von BrauKunstKeller des Alex Himburg anlehnt, welcher wiederrum auf die verwendeten Hopfensorten Amarillo und Simco zurückzuführen ist. Himburg und die Brauerei Hofmark aus dem bayrischen Wald sind nach dessen Pleite 2016 bis letztes Jahr gemeinsame Wege gegangen, bevor sie sich im Streit aus diversen Gründen trennten und Hofmark nun auf Biere der Marke Himburg sitzt, die dort entwickelt und gebraut wurden aber nun nicht unter der Marke Hofmark vertrieben werden können.

Soll heißen, eigentlich habe ich es hier mit einem BrauKunstKeller Amarsi zu tun, dass nun aber den neuen Namen Hofmark Simaro trägt, aber in der Rezeptur seit letzten Jahr keine Änderung erfahren hat. Der Kronkorken ist im Übrigen auch identisch.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Double IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 8,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Loifling
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___10
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: sehr exotisch-fruchtig nach Ananas, Mango, Feige, Maracuja & Papaya, grasig, waldig, wenig Karamell, frisch
Geschmack: voller Körper, hopfig-herb, grasig, bitter-fruchtig, wenig malzig, weich, ganz leicht alkoholaromatisch, feinperlig, süß-herber Abgang
Gesamt: Egal, was im Hintergrund zwischen den Brauverantwortlichen ablief, dieses Bier gehört definitiv zu den besseren der deutschen Craftbier-Szene. Sicher nicht herausragend im Stile eines Double IPA, aber stilsicher in seiner grasig-herben Fruchtigkeit. Auch die 8 Umdrehungen merkt man dem Simaro kaum an. Deshalb sehr gute 13 Pkt. (1-).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.hofmark-brauerei.de/fileadmin/downloads/Hofmark_SIMARO.pdf.

Prost & guten Abend! 🍻

414. Robin Green Berliner Schwarze

Da wollte ich heute einfach mal wieder ein Bier aus meinem Beertasting.Club-Engagements trinken, da tauche ich auch einmal während meiner Recherche ein in die Welt der Bitcoin und Blockchain.

Denn die Craft Beer Revolution Company Robin Green AG startete letztes Jahr in der deutschen Hauptstadt das mir erstbekannte Bierprojekt auf digitaler Währungsbasis. Als Gypsy-Brauer beteiligt sich das Unternehmen, das von einem ehemaligen Hobbybrauer und einem ehemaligen Architekten geführt wird, an anderen Craftbeer-Companies und ist Franchise-Geber einer gänzlich neuen Gastronomie-Idee: der CryptoBar. Sowohl Robin Green als auch die CryptoBar verbinden in bislang einzigartiger Weise die Krypto- und Craft Beer-Szene. Dabei hat das Unternehmen mit dem CraftCoin gleich eine eigene Kryptowährung initiiert. Auf Basis der Blockchain-Technologie kann mit dieser Währung Geld international anonymisiert versandt und „geschürft“ werden. Vor allem aber kann man mit dieser Währung auch sein Craftbeer in der CryptoBar bezahlen, die darüber hinaus mit folgenden Ausstattungsmerkmale aufwartet:

  • Bezahlsystem mit CraftCoin/Bitcoin
  • Bitcoin ATM (wo zulässig)
  • Flexible Preise regeln Angebot und Nachfrage.
  • Große Videowand zeigt Angebote, Preise etc.
  • Immer 12+ Craft Beers am Hahn
  • CI Konzept mit spezieller Bar und Tischen als Eyecatcher
  • Erlebbares Mining

Neben den ganzen Krypto-Innovationen lässt Robin Green aber auch an wechselnden Orten Bier brauen. Das bekannteste hat es zwar noch nicht zur Serienreife geschafft, hat aber vor allem mein Interesse als Kronkorken-Sammler geweckt. Schließlich befinden sich in dem Kronkorken des Crypto-Bieres Craftcoins. Neben diesem SMASH gibt es aber auch noch weitere Biere der Berliner Unternehmer – und eines davon möchte ich Euch heute vorstellen. Es ist quasi das Komplementär des bekanntesten Bierstils der deutschen Kapitale: ein Schwarzbier aus der Stadt der Weisse. Doch es ist kein gewöhnliches Schwarzbier, wird es doch mit den Hopfen Magnum und T’n’T sowie Ginseng und Maca eingebraut. Brauort ist im Übrigen die Brauerei Landsberg östlich von Halle vor der sächsischen Grenze.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Schwarzbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Ginseng, Maca, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Berlin [Landsberg]
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___9
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: sehr schwer, karamellig-süß, dunkelmalzig, leicht röstig & holzig, gewürzig
Geschmack: voller Körper, leicht bitter, Karamell, Röstaromen, würzig, sehr dunkelmalzig, matt, süß-waldiger Abgang
Gesamt: Da bin ich doch mal überrascht. Da hat die Brauerei Landsberg doch einen richtig guten Job gemacht. Auch wenn ich arge Bedenken hatte wieder einem Marketing-Bier aufgesetzt zu sein, wo zwar Craftbier drauf steht, aber keins drin ist, muss ich zumindest zugeben, dass man hier ein wirklich gutes Bier kreiert hat, dass Seele und Tiefgang und damit auch seine 13. Pkt (1-) verdient hat. Nichtsdestotrotz möchte ich hierneben meine Kritik an solchen Craftbier-Unternehmungen zum Ausdruck bringen, die ein wenig die Idee vom Manufaktur-Bier ad absurdum führen, trotz dessen, dass hier zumindest ein innovatives Geschäftskonzept dahinter steht.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.robin-green.com/de/.

Prost & guten Abend! 🍻

413. Brakspeare Bitter

Das letzte Lidl-Bier aus dem aktuellen Sortiment kommt zwar ebenfalls aus dem Marston’s Universum, wartet dafür aber mit einer brautechnischen Besonderheit auf.

Gebraut wird es von der 1711 in Henley-on-Thames / Oxfordshire gegründeten Brakspeare-Brauerei. Sehr klerikal-historisch versierte Nerds werden bei diesem Namen aufmerksam. Und tatsächlich ist Brauereigründer W.H. Brakspear ein entfernter Verwandter des einzigen englisch-stämmigen Papst in der Kirchengeschichte: Nicholas Breakspear alias Hadrian IV..  Bis 2002 konnte sich die Brauerei auch in familiären Händen halten, als schließlich die Wychwood Brewery zuschlug und die Brauerei schließen ließ. Seither wird es im etwa 35 Meilen entfernten Witney hergestellt. Zum Glück hatten die neuen Eigner aber ein Gespür für Tradition und Technik. Denn sie verfrachteten nach Schließung der alten Brauerei einen Teil des Equipments mit nach Witney und setzten so ein besonderes Brauverfahren fort.

Dieses Henley ‘ double-drop ’ fermentation system führt eine doppelte Vergärung durch. Hierfür sind zwei Kupferkessel in unterschiedliche Höhen angebracht. Zunächst findet eine ganz normale Vergärung im oberen Kessel statt. Nach etwa 16 Stunden erfolgt dann aber den Ablauf in den unteren Kessel. Das nun deutlich klarere Jungbier wird nun erneut mit Hefen versetzt und eine zweite (sauberere) Gärung setzt ein. Hierbei sollen ganz spezielle Butterscotch-Aromen freigesetzt werden, die dem Bier ein Alleinstellungsmerkmal geben.

1993 verkostete Michael Jackson (nein nicht der verstorbene Pop-Gigant, sondern der einer der bedeutendsten Bier-Schreiberlinge) das Brakspeare Bitter und fällte ein außerordentliches Urteil:

„In its delicate, malty sweetness, teasing, yeasty fruitiness, and hoppy bitterness, Brakspear’s ‚ordinary‘ is lightly refreshing, gently sociable, more-ish and appetite-arousing; the perfect combination in a bitter. The hoppiness is its salient feature.“ […] „Brakspear’s draft bitter is undoubtedly the best to be had in England.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Bitter
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 3,4%
Herkunft. . . . . . . . . . . Witney (England)
Erscheinungsjahr. . .
1779

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___9
  • Aussehen:____________________8
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Geruch: ganz leicht metallisch, säuerlich-süß, getreidig, strohig, grasig, waldig, etwas bitter
Geschmack: süffig, trocken-malzig, hopfig-herb, klar-würzig, geringe Säure, wenig süße Bittere, feinperlig, herber Abgang
Gesamt: Leider hatte ich nicht mehr die Möglichkeit das Original aus dem letzten Jahrhundert zu proBieren und es mit meinem heutigen Bier zu vergleichen. Zwar ist es sicherlich kein schlechtes Bier, aber das beste Bitter Englands ist wohl nicht mehr. Ich meine mir einzubilden, die doppelte Fermentierung herauszuschmecken und es ist dadurch tatsächlich auch vielfältiger und charakterstärker als vergleichbare Biere auch in diesem Alkoholsegment. Trotzdem ist mir insgesamt zu stark herb-würzig, was einfach nicht meinen (heutigen) Geschmack trifft. Mit 10 Pkt. (2-) erhält das Bitter wohl dennoch eine faire Gesamtbewertung.

Weitere Infos zum Bier unter: https://brakspear.co.uk/our-beers/brakspear-bitter-6/.

Prost & guten Abend! 🍻

412. Marton’s EPA

Nachdem ich in den letzten Tagen und Abenden umfassend mit meiner Kronkorken-Sammelleidenschaft beschäftigt war, ruft mal wieder der Kühlschrank. Schließlich warten dort noch zwei Lidl-Biere, die es (bewusst) nicht in den großen Test geschafft haben.

Heute am Start ein English Pale Ale aus dem Hause Marstons. Ein Bierstil, der sich vor allem im viktorianischen Zeitalter einer größeren Beliebtheit auf der Insel erfreute. Nachdem – wie im Rest Europas und der Welt auch – sich im Laufe des letzten Jahrhunderts aber mehr und mehr die auch meiner Meinung nach recht einfältigen Lagerbiere dominante Marktanteile erkämpft haben, will nun auch Marstons (seines Zeichens auch nicht gerade eine Handwerksbrauerei) mit seinem EPA diese Zeit in Erinnerung rufen und sich für Geschmacksvielfalt einsetzen. Dabei soll sich Marstons an einer traditionellen Rezeptur orientiert haben, wobei der Alkoholgehalt von noch nicht einmal 4% diese Authentizität unterstreichen dürfte. Gehopft wurde übrigens mit Cascade und Styrian.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 3,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Wolverhampton (England)
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________6
  • Geschmack:__________________5
Fazit

Geruch: hopfige Herbe, hopfige Bittere, hopfige Fruchtigkeit, recht penetrante Säure, helles Malz
Geschmack: dünn, säuerlich bitter, hopfig-herb, wenig Fruchtigkeit, matt-feinperlig, trocken-grasig-waldiger Abgang
Gesamt: Also, da bin ich doch mal ziemlich enttäuscht. Wenn ich nicht gerade ein Montagsexemplar in Händen halte oder mit der Lagerung etwas daneben gegangen ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass dieses Ale damals so beliebt war (auch wenn sicher der Biergeschmack zu diesen Zeiten ein ganz anderer gewesen ist). Vor allem die teils stechende Säure in Verbindung mit einer grasig-dumpfen Hopfenherbe treffen meinen Geschmack zumindest überhaupt nicht. Gesamthaft kommt das EPA daher auch nicht über 6 Pkt. (4+) hinweg, was leider eines der schlechtesten Ergebnisse in diesem Bierjubiläum-Jahr bedeutet.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.marstonsbrewery.co.uk/beers/epa/ & http://www.marstonsepa.co.uk/about-epa/.

Prost & guten Abend! 🍻

411. Abbaye de Vauclair Imperiale

Am heutigen Tag der deutschen Einheit möchte meine Testreihe zu den Lidl-Bieren mit einer Flasche fortsetzen, die zumindest optisch gerade für Discounter-Verhältnisse aus dem Rahmen fällt.

Gebraut wird das Bier laut Etikett von der Brasserie de Saint-Omer aus Nord-Pas-de-Calais. Die Brauerei wurde 1866 gegründet und nach einigen Expansionen wie viele andere französische Brauereien von Heineken geschluckt. Als eine der wenigen jedoch gelang es den Verantwortlichen 2005 wieder unabhängig zu werden. Dass es nun diese recht kleine französische Brauerei ins deutsche Lidl geschafft hat, liegt nach meinen Recherchen vermutlich am Auftraggeber der Brasserie de Goudale – besser bekannt auch als „Les Brasseurs De Gayant„. Nach inoffiziellen Angaben wird zumindest das Export-Bier dort im benachbarten Arques hergestellt und abgefüllt.

Die namensgebende Abtei Vauclair befindet sich knapp 200km südöstlich der Brauereien in der Nähe von Reims. Es war ein Zisterzienser-Kloster, das 1134 gegründet wurde und erst durch eine Zerstörung im Ersten Weltkrieg geschlossen wurde. Heute befinden sich zwischen den Ruinen ein Garten für Obst und Heilkräuter.

Das Bier selbst wartet mit einigen positiven und negativen Überraschungen auf der Zutatenliste auf. So wurde dem Sud, der dem Stile nach einem klassischen nordfranzösischen Bière de Garde nachempfunden ist, neben Orangenschalen auch Weizen, Roggen und Hafer in der Rohfruchtform beigemengt. Wie es oft in BeNeLux und Nordfrankreich üblich ist, wurde zudem aber leider auch mit Glukosesirup nachgeholfen, um vermutlich eine höhere Vergärung zu erzielen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Bière de Garde
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Weizen, Roggen, Hafer, Glukosesirup, Orangenschalen, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Saint-Omer (Frankreich)
Erscheinungsjahr. . .
2008

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________7
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: etwas metallisch, würzig-süß, Karamell, gering säuerlich, spritzig
Geschmack: vollmundig, weich, cremig, süßlich karamellig, malzig, gering getreidig, waldig, harzig, etwas fruchtig, säuerlich & bitter, leicht alkoholaromatisch, feinperlig, öliger warmer bittersüßer Abgang
Gesamt: Fast wie vermutet täuscht das edel Äußere etwas über das ziemlich durchwachsene Innere hinweg. Gerade in der Nase kein Genuss steigert es sich aber auf der Zunge. Hier gibt es dann ein wahres Spektakel an unterschiedlichen Aromen, die jedoch zu unausbalanciert wirken. Auch die permanent unterschwellige Alkoholnote wirkt sich negativ auf die Gesamtnote von 11 Pkt. (2) aus.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.ratebeer.com/beer/abbaye-de-vauclair-imperiale/509629/.

Prost & guten Abend! 🍻

Der große Bierjubiläum LIDL-Craft-Bier-Test

Kurpfalz Bräu Kellerbier | Hop Rider IPA | Lancaster Bomber | The Crafty Brewing Company Irish Lager | The Crafty Brewing Company Pale Ale | The Crafty Brewing Company IPA | The Crafty Brewing Company Irish Red Ale | Ringwood Razor Back | Wychwood Hobgoblin

Letztes Wochenende haben wir uns mit einem alten Kumpel aus Jugendjahren nach vielen Jahren wieder getroffen und eine Runde „Monopoly“ gespielt. Dabei habe ich die Chance genutzt und hatte tatkräftige Mithilfe bei meinem (neuerlichen) Lidl-„Craftbeer“-Paket.

Tasting-Notizen:

  • Kurpfalz Bräu Kellerbier:
    – untergärig; 5,2%
    – von der Welde-Brauerei aus dem oberrheinischen Plankstadt gebraut
    – herb, grasig, dünn
    – mittelgroß, mittelweich, grasig, herb, würzig, leichte Malzsüße, matt, leicht säuerlich-grasig-herber Abgang
    – Flasche: 2,5 Pkt. / Optik: 3 Pkt. / Geruch: 2 Pkt. / Geschmack: 3 Pkt.
    – Gesamt: ★★★☆☆
    https://www.ratebeer.com/beer/welde-kurpfalz-kellerbier-kurpfalzbraeu-kellerbier-ungefiltert/616707/
    https://www.welde.de/#produkte
  • Hop Rider IPA:
    – obergärig; 7,8%
    – gebraut von der Privatbrauerei Eichbaum aus Mannheim
    – karamellig-fruchtig, herb-malzig, grasig-waldig
    – recht großer Körper, herb, Karamell, grasig, strohig, bitter, feinperlig, leicht alkoholaromatischer Abgang
    – Flasche: 1,5 Pkt. / Optik: 3 Pkt. / Geruch: 1,5 Pkt. / Geschmack: 3 Pkt.
    – Gesamt: ★★☆☆☆
    https://www.ratebeer.com/beer/hop-rider-ipa/660706/
    https://www.eichbaum.de/Sortiment.html
  • Lancaster Bomber:
    – obergärig; 4,4%
    – Amber Ale von Marstons aus dem englischen Wolverhampton
    – benannt nach dem bekanntesten britischen Bomber aus dem 2. Weltkrieg
    – schmal, wenig malzig & würzig
    – süffig, dunkelmalzig, würzig-süß, etwas herb, matt, süßlich-würziger Abgang
    – Flasche: 3 Pkt. / Optik: 2,5 Pkt. / Geruch: 1,5 Pkt. / Geschmack: 3,5 Pkt.
    – Gesamt: ★★★☆☆
    http://lancasterbomberale.co.uk/
  • CBC Irish Lager:
    – untergärig; 5%
    – von der 2013 gegründeten Rye River Brewing Company aus dem irischen Donaghcumper-Celbrige im County Kildare
    – nicht zu verwechseln mit der englischen Crafty Brewing Company
    – grasig, süß, malzig
    – mild, süffig, malzig-weich, süßlich, etwas grasiger Abgang
    – Flasche: 3,5 Pkt. / Optik: 1,5 Pkt. / Geruch: 3 Pkt. / Geschmack: 3,5 Pkt.
    – Gesamt: ★★★☆☆
    https://ryeriverbrewingco.com/
  • CBC Irish Pale Ale:
    – obergärig; 4,5%
    – sehr grasig, fruchtig, hopfig, lecker, waldig
    – mittelgroßer Körper, grasig, leicht süßlich, etwas hopfen-herb, feinperlig, herb-grasiger Abgang
    – Flasche: 3,5 Pkt. / Optik: 3,5 Pkt. / Geruch: 4,5 Pkt. / Geschmack: 4 Pkt.
    – Gesamt: ★★★★☆
  • CBC Irish IPA:
    – obergärig; 6%
    –  India Pale Ale
    – sehr grasig, sehr fruchtig, sehr hopfig
    – vollmundig, herb, hopfig, bisl Karamell, feinperlig, dezenter Abgang
    – Flasche: 3,5 Pkt. / Optik: 3,5 Pkt. / Geruch: 4 Pkt. / Geschmack: 4 Pkt.
    – Gesamt: ★★★★☆
  • CBC Irish Red Ale:
    – obergärig; 4,1%
    – grasig, getreidig, feldig, süßlich
    – süffig,, dunkelmalzig, röstig, Karamell, feinperlig, süß-herber Abgang
    – Flasche: 3,5 Pkt. / Optik: 3,5 Pkt. / Geruch: 4 Pkt. / Geschmack: 4,5 Pkt.
    – Gesamt: ★★★★☆ (N)
  • Ringwood Razor Back:
    – obergärig; 3,8%
    – Best Bitter nach einem Rezept aus 1978
    – gebraut von der gleichnamigen Brauerei im gleichnamigen Ort in Hampshire
    – je kälter desto besser – ergo schnell trinken
    – Flasche: 3,5 Pkt. / Optik: 4 Pkt. / Geruch: 3 Pkt. / Geschmack: 3 Pkt.
    – Gesamt: ★★★★☆
    http://www.ringwoodbrewery.co.uk/razorback/
  • Hobgoblin:
    – obergärig; 5,2%
    – „Ruby Ale“
    – von der Wychwood Brewery aus Witney-Oxfordshire
    – ebenfalls eine Marke von Marton’s
    – bittersüß-herb, Karamell, harzig
    – süffig, herb-würzig, säuerlich, matt, süßlich-herber Abgang
    – recht unterschiedliche Meinungen des Plenums
    – Flasche: 3,5 Pkt. / Optik: 2,5 Pkt. / Geruch: 3 Pkt. / Geschmack: 2,5 Pkt.
    – Gesamt: ★★★☆☆
    https://www.wychwood.co.uk/beers/

Fazit:

Gerade im Vergleich zum ersten Discounter-Test, war die Qualität der Biere im Schnitt durchaus besser. Und wie auch dort schon festgestellt, kommt es stark darauf an, wie authentisch die Biere sind. Inzwischen kann man nämlich neben den (fremdproduzierten) Eigenmarken auch transparente Biere von namenhaften Brauereien bekommen. So sind es beim getesteten Angebot vor allem Marston’s und die CBC-Biere der Rye-River-Brewing, die hinter den Bieren stehen. Bis auf wenige Ausnahmen, wie auch jene die ich in Kürze nochmals gesondert hier rezensieren werde, ist jedoch oft nur auf den zweiten Blick erkennbar, wer hier der Produzent ist. Allerdings ist dies wohl die einzige Möglichkeit ein derartig großes Angebot in der Preisklasse darzustellen. Doch Obacht: Auch hier ist nicht jedes Bier seinen scheinbar geringen Preis wert. Und dennoch bleibe ich dabei, dass ich es grundsätzlich positiv bewerte, dass damit eine Bewusstseinsveränderung der Kosumenten eingeleitet wird, die dann hoffentlich den Weg vom Discounter zum Fachhandel und zu wirklich authentischen und am besten auch regionalen Bieren findet.

Prosit & guten Abend! 🍻

410. Jacob Jubiläums-Festbier

Das zweite Jubiläumsmärzen ist ein Geschenk aus dem Freundeskreis, für das ich mich durchaus sehr gefreut habe, da ich von diesen Bieren bereits einiges gehört hatte.

Das Jacob Jubiläums-Festbier wird von Stauder in Essen anlässlich des 150-jährigen Unternehmensjubiläums seit letztem Jahr gebraut wird. Denn im Jahre 1867 übernahm der fränkische Braugeselle Theo Stauder die in der Essener Peripherie gelegene Hausbrauerei Schlicker und gründete somit die Familienbrauerei Stauder. Jacob Stauder, Sohn des Gründers und Namensgeber für mein heutiges Bier, verlagerte dann Ende der 1880er die Brauerei an ihren heutigen Standort in Altenessen. Noch heute wird die Brauerei in sechster Generation von Axel und Thomas Stauder in Familienhand geführt. Gebraut wird seit jeher untergärig. Dem Ruhrpott entsprechend ist das Pils die dominierende Stilrichtung, wobei auch Stauder die Entwicklungen am Biermarkt nicht übersehen haben und mit dem sog. Bierchen ein naturtrübes kaltgehopftes Helles herausgebracht haben.

Nach einem tollen Familientag im Phantasialand freue ich mich nun auf ein Stück authentische Essener Braukultur.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Märzen
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Essen
Erscheinungsjahr. . .
1867/2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________7
  • Geruch:______________________7
  • Geschmack:__________________7
Fazit

Geruch: säuerlich-würzig, etwas grasig, leicht fruchtig, wenig buttrig
Geschmack: mittelgroßer Körper, würzig, recht säuerlich, gewisse Herbe, leicht grasig-harzig, matt-feinperlig, grasig-herber Abgang
Gesamt: Insgesamt zeigt das Festbier viele gute Ansätze eines interessanten Märzens, bleibt aber viel zu wenig ausbalanciert. Besonders die herben und sauren Noten wirken ziemlich deplatziert. Der Spagat zwischen Tradition und Moderne ist diesem Bier leider nicht sehr gut gelungen. Auch wenn es mir schwer fällt und es eine harte Entscheidung ist, aber ich kann dem Jacob heute nicht mehr als 7 Pkt. (3-) geben.

Weitere Infos zum Bier unter: https://stauder.de/assets/content/downloads/Produktblatt-Stauder-Jubilaeumsbier-Jacob.pdf.

Prost & guten Abend! 🍻

409. Mühltaler Jubiläumsmärzen

Heute und morgen möchte ich Euch zwei Jubiläumsmärzen vorstellen, die zuletzt unabhängig voneinander den Weg zu mir gefunden haben.

Über die bekannte Beertasting.Club-Lieferung erreichte mich mein heutiges Bier. Es handelt sich um ein Festbier aus dem Salzburger Land. Im Lungauer Mühltal hatte man im vergangene Jahr nämlich gleich zwei Dinge zu feiern. Zunächst einmal stand die 800-Jahr-Feier des Ortes Mauterndorf an, dem 1217 die Marktrechte verliehen wurden. Vor allem durch den Bergbau von Gold, Silber, Blei, Kobalt, Kupfer, Arsen und Eisen erlebte die Region im 16. und 17. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blütezeit. Und noch bis 1916 wurde dort auch lokal Gerste angebaut und in Mauterndorf zu Bier verarbeitet. Während des ersten Weltkrieges musste die Brauerei jedoch schließen und wurde aus wirtschaftlichen Gründen anschließend an Gösser veräußert. Obwohl die theoretische Möglichkeit der Wiederaufnahme des Braubetriebes vereinbart wurde, standen die Braukessel in Mauterndorf die darauffolgenden 100 Jahre still. Erst 2016 – also genau hundert Jahre später – entschloss sich dann endlich Christian Mauser – Urenkel des letzten Brauereibesitzers – nach seinem Management-Studium mit zwei Partnern die Brauerei wieder mit Leben zu füllen und neu zu eröffnen. Somit hatte Markt Mauterndorf in der Salzburger Lungau letztes Jahr gleich zwei freudige Ereignisse zu denen natürlich das passende Bier nicht fehlen durfte. Im Stile eines Festbieres wurde deshalb das heutige Jubiläumsmärzen eingebraut und abgefüllt.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Märzen
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . .  12°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Mauterndorf
Erscheinungsjahr. . .
1916/2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___10
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________7
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Geruch: gering, metallisch, würzig, etwas säuerlich, wenig Karamell & Holz
Geschmack: mittelgroßer Körper, würzig, malzig, trocken-herb, leicht säuerlich-grasig, feinperlig-spritzig, süßlich-herber Abgang
Gesamt: Leider meiner Meinung nach nicht ganz so feierlich, wie diese historischen Daten unterstellen könnten. Mir ist das Jubiläumsmärzen etwas zu unausgewogen malz-würzig mit wenig Tiefgang und Charakter. Für die letztjährigen Feierlichkeiten wohl aber ein gutes Bier zum Anstoßen. Alles in allem für mich heute aber „nur“ 9 Pkt. (3+).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.mühltaler.at/jubilaeumsmaerzen/.

Prost & guten Abend! 🍻

Blogbier, die XXXVI. – Brühler Bürger Bräu Prolog

Mit Markus Weick – seines Zeichens Biersommelier und Eigentümer der Brühler Eule – Ralf vom Braukunst Vorgebirge und Andreas (Hobbybrauer aus Brühl) haben wir uns zu einem initialen Treffen zusammengefunden, um zu überlegen, wie wir einen Brühler Bürger Bräu aufstellen können. Herausgekommen ist ein mehrstufiger Plan, der zunächst einmal mit einer öffentlichen Hobbybrauküche im Keller der Eule beginnen soll. Und da es sich mit trockener Kehle so schlecht diskutieren lässt, hat uns Markus mit folgenden Bieren (vor allem aus dem Urlaubsbiersegment) versorgt:

Tasting-Notizen:

  • Eleuthera:
    – 5%; untergärig
    – international Lager der Bahamas Commonwealth Brewery aus Nassau
    – Sonderedition der Kalik-Reihe anlässlich deren 30-jährigem Bestehen
    – benannt nach einer Insel der Bahamas
    – würzig, leicht buttrig, etwas malzig
    – würzig, hellmalzig, feinperlig, etwas herber Abgang
    – http://www.cblbahamas.com/product/1/kalik.html

  • Eisenbahn Pilsen:
    – 11°P; 4,8%; untergärig
    – gebraut im brasilianischen Blumenau in Santa Catarina
    – die Marke gehört seit 2017 zur Heineken-Gruppe
    – wie Name der Brauerei und des Ortes bereits vermuten lassen braut die Brauerei neben britischen Pale Ales vor allem deutsche Klassiker wie Weiß-, Schwarz- und Rauchbier oder auch Kölsch
    – gemüsig, süßlich, Karamell, malzig
    – dünn, süßlich, trocken-malzig, feinperlig, wenig herber Abgang
    – http://www.eisenbahn.com.br/

  • Skol:
    – 4,7%; untergärig
    – internationales Lager
    – größte einzelne Biermarke der Welt
    – wird international durch AB InBev vertrieben und an unterschiedlichen Standorten gebraut
    – für den größten Markt Brasilien wird es durch AmBev in São Paulo hergestellt
    – leicht süß-säuerlich
    – unangenehm, hefig, trocken, matt
    https://www.skol.com.br/

  • Lion Lager:
    – 4,8%; untergärig
    – aus Sri Lanka (weitere Infos siehe obigen Link)
    – süßlich, malzig, Karamell
    – mittlerer Körper, malzig, würzig, süßlich, feinperlig, herb-süßer Abgang
    http://lionbeer.com/our-beer.html

  • Old No. 38 Stout:
    – 5,4%; obergärig
    – gebraut von der 1988 gegründeten unabhängigen North Coast Brewing im kalifornischen Fort Bragg
    – benannt ist das Bier nach einer ehemaligen Lokomotive auf der California Western Railroad
    – gemüsig, röstig, holzig, dunkelmalzig
    – voller Körper, röstig, Karamell, Holz, feinperlig, röstig-süßer Abgang
    https://northcoastbrewing.com/beers/year-round-beers/old-no-38-stout/

Danke also auch auf diesem Wege an dich Markus für die Bewirtung. Alle weiteren Entwicklungen über unser Brauprojekt erfahrt Ihr natürlich demnächst auf Bierjubiläum.

408. Rhaner 1283 Hell

„Das alte und neue Rhaner 1283 Hell.“

Im Rahmen meiner aktuell zugegebenermaßen recht diffusen Rundreise durch die deutschen Handwerksbiere lande ich heute in der südlichen Oberpfalz. Dort befindet sich im Landkreis Cham die älteste Privat-Brauerei Ostbayerns. Die Rhanerbräu zählt überdies zu den 15 ältesten Unternehmen Deutschlands und zu den weltweit 5 ältesten Brauereien, die von der Gründung an bis heute ohne Unterbrechung Bier brauen.

In Gedenken an diese alte Brautradition wurde zur 725-Jahr-Feier 2008 mein heutiges Bier reaktiviert. Denn nachdem die Rahner noch bis in die 1950er ein mildes Helles als Flaggschiff brauten, wurde es in der Folge durch den gesamtdeutschen Trend vom etwas stärkeren Export verdrängt. Mit diesem Bier will man wieder an die Rezeptur aus den 50er-Jahren anknüpfen und das alte zum neuen Hellen machen.

Wie hier bereits vorgestellt, brauen die „alten Rhaner“ in ihrer Braumanufaktur übrigens auch hochmoderne „Craftbiere“.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Helles
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . .  11°P
Alkoholgehalt. . . . . . 4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Schönthal – Rhan
Erscheinungsjahr. . .
1283/1950/2008

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___9
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: mild würzig, malzbetont, etwas grasig-herb, leicht buttrig
Geschmack: mittelkleiner Körper, schön malzig, weich, mild würzig, etwas hopfen-herb, Malzsüße, feinperlig, süßlich leicht herber Abgang
Gesamt: Ein durchaus überraschendes Helles, das wohl der Inbegriff für milde Würze ist. Dabei rückt die Malzsüße zwar etwas im Vordergrund ist aber neben der Würze und einer gewissen Herbe gleichberechtigt. Nur die leichte Disharmonie in der Balance bringt ein paar Abzüge. In Summe macht das supere 12 Pkt. (2+).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.rhaner.de/index.php/1283-hell.html.

Prost & guten Abend! 🍻

407. Welde N°1 Slow Beer Pils

Auch mein heutiges Bier war in einer meiner letzten Beertasting.Club Bierboxen enthalten. Dabei reisen wir von Franken nach Baden, wo die Brauerei Welde seit 1752 in Schwetzingen am Rhein (in der Nähe des badischen Brühls) beheimatet ist. Seit 1888 ist die Familie Welde auch namensgebend verantwortlich. Anfang der 1980er erfolgte dann aus Kapazitätsgründen der Umzug ins benachbarte Plankstadt. Inzwischen wird die Brauerei bereits in 8. Generation von Dr. Hans Spielmann geführt und zudem vom Biersommelier Stephan Dück unterstützt. Neben einigen teils sehr experimentellen sog. Craftbieren ist Welde vor allem durch seine sehr auffälligen grünen Flaschen bekannt, die in dieser Art meines Wissens nach einzigartig sind. Für Designverliebte schon optisch ein Genuss, für den Pfandkreislauf sicher aber eine Herausforderung. Neben dem sehr ungewöhnlichen Äußeren zeichnen sich die Biere der Brauerei auch durch eine besonders schonende Behandlung der Rohstoffe im Laufe des Brauprozesse aus. So ist die Brauerei Slow-Brewing-zertifiziert, was zumindest in Teilen eine handwerkliche Machart untermauert. Ich bin daher gespannt, ob das Bier nicht nur optisch herausragend ist, sondern auch geschmacksqualitativ überzeugen kann.

„Individualität leben. Und brauen.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pils
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Plankstadt/Schwetzingen
Erscheinungsjahr. . .
1888

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___7
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: sehr grasig, weniger hopfig-herb, recht malzsüß, frisch, buttrig, weich
Geschmack: mittelkleiner Körper, würzig, süßlich, grasig, hellmalzig, leicht fruchtig, feinperlig, leicht herber Abgang
Gesamt: Wirklich ein sehr leckeres Bier, das ein gutes Licht auf das Slow-Brewing-Zertifikat wirft. Für ein Pils hat es interessante fruchtig-würzige Nuancen, allerdings meiner Ansicht nach auch eine etwas zu geringe Herbe. Deshalb gibt es auch in der Gesamtnote nicht den Sprung in den Bestbereich und der Zeiger stoppt bei 12,5 Pkt (2++). Nichtsdestotrotz Kompliment für dieses tolle (handwerkliche) Bier.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.welde.de/products/klassiker/.

Prost & guten Abend! 🍻

406. Aecht Schlenkerla Lager

Bevor ein sehr schönes Familienwochenende zu Ende geht, möchte ich mit Euch noch ein Bier teilen, dass ich in der vorletzten Beertasting.Club Bierbox erhalten habe. Es kommt meiner Meinung nach von einer der schönsten Brauereien Deutschlands. In der Rauchbierhauptstadt Bamberg gelegen ist Aecht Schlenkerla ein Inbegriff für fränkische Rauchbiere. Neben den drei Rauchbier-Klassikern, die ich glücklicherweise bereits im Rahmen unser Franken-Tour vor Ort genießen durfte, hat die „Heller-Bräu“ Trum auch drei nicht originäre Rauchbiere im Sortiment. Eines davon ist das Lagerbier. „Es wird in den gleichen alten Kupferkesseln gesotten und mit derselben untergärigen Hefe vergoren, wie das historische Aecht Schlenkerla Rauchbier. Der daraus resultierende subtile Rauchgeschmack, ohne die direkte Verwendung von Rauchmalz, macht das Schlenkerla Lager zu einem ungewöhnlichen und einzigartigen Vertreter des klassischen Biertyps ‚Helles Lager‘.“ Gemeinsam mit Euch freue ich mich also nicht nur auf ein hoffentlich interessantes und gutes Bier, sondern auch auf eine kleine gedankliche Zeitreise zurück zu einer wunderbaren Bierwoche im herrlichen Frankenland.

„Tradition heißt, die Flamme zu erhalten, und nicht die Asche aufzubewahren.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  11.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 4,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bamberg
Erscheinungsjahr. . .
1410

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: mehr als dezent rauchig, etwas Salami, würzig, helle Malzsüße
Geschmack: mittelgroßer Körper, frisch, weich, malzig, strohig, subtil rauchig, etwas würzig, feinperlig-matt, angerauchter würzig-süßer Abgang
Gesamt: Meine Hoffnung wurde nicht enttäuscht. Für den doch eher recht einfältigen Bierstil des hellen Lagers, der vor allem von vielen internationalen Marken minderwertig konnotiert ist, ist das Schlenkerla Lager ein wahrer Lichtblick. Ohne direkt unter Rauch gedarrt zu werden, merkt man dem Bier dennoch eine klar-subtile Rauchnote an. Und auch darüber hinaus überzeugt es in Sachen Balance und Stiltreue, wenngleich auch eine gewisse Hopfenherbe fehlt. Zusammengenommen ist mir das Helle Lager aus dem Weltkulturerbe der Bamberger Altstadt 12 Pkt. (2+) wert.

Weitere Infos zum Bier unter: https://shop.schlenkerla.de/Helles-Lager.

Prost & guten Abend! 🍻

405. Cramer Bio Kellerbier

Letzte Woche war ich mit meiner Nachbarin und den Kindern im Freilichtmuseum Kommern in der nördlichen Eifel. Der recht große Park zeigt neben ein paar Highlights der örtlichen Flora und Fauna Alltagsgeschichte und historisches Handwerk. Für Kinder ab etwa 2 Jahren aber auch für Erwachsene ist das LVR-Museum durchaus empfehlenswert. Im Museums-Shop gab es dann auch allerhand zu stöbern, wobei ich bei einem Single-Rye-Eifel-Whisky und dem heutigen Bier hängen geblieben bin.

Gebraut wird es von der gleichnamigen Familienbrauerei aus Wollersheim unweit des Freilichtmuseums im Kreis Düren. 1797 gegründet ist es heute die älteste Privatbrauerei der Eifel. Das Sortiment ist ebenfalls eher traditionalistisch. Neben einem Kölsch, was leider ja aber nicht so heißen darf, gibt es noch ein Weizen, Zwickl und eben mein heutiges Kellerbier. Beim Weizen und Zwickl werden regionale Gersten aus der Eifel verwendet, das Kellerbier ist dagegen in Bio-Qualität gebraut. Da es übrigens obergärig gebraut ist, würde es eigentlich einem Wieß zuzuordnen sein.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kellerbier/Wieß
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Wollersheim
Erscheinungsjahr. . .
1792

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___7
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________9
Fazit

Geruch: grasig, hell-malzig, buttrig, leicht säuerlich, frisch, leicht gemüsig, gewisse Malzsüße
Geschmack: süffig, geringer Körper, herb-bitter, malzsüß, trocken-grasig, leicht hefig, spritzig-feinperlig, herb-süß-saurer Abgang
Gesamt: Gerne unterstütze ich Biere aus der Region, dennoch muss ich sagen, dass mich dieses Bier ohne den Regionsbonus wohl nicht unbedingt überzeugen würde. Nicht falsch verstehen, es ist sicher kein schlechtes Bier, aber es hat eine gewisse saure Herbe, die mich insbesondere bei einem Kellerbier etwas stört. So gibt es auch alles in allem „nur“ 9 Pkt. (3+) in der Gesamtwertung.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.cramer-bier.de/cramer%20bio-kellerbier.html.

Prost & guten Abend! 🍻

404. Maisel & Friends | Schanzenbräu Gestopfter Bär

Vor wenigen Tagen erreichte mich wieder eine sehr erfreuliche Lieferung aus dem mittleren Süden unserer Republik: Flaschenpost von Eva Ploß – ihres Zeichens Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit der Maisel Brauerei. Der Inhalt: ein (aus-)gestopfter Bär.

Allerdings einer, den sich selbst Veganer in den Kühlschrank stellen würden. Denn es handelt sich hierbei um den ersten Collaborations-Brew zwischen den Maisel-Freunden aus Bayreuth und dem Schanzenbräu aus Nürnberg. Bereits beim ersten Hoppy Birthday Festival des Liebesbier ausgemacht, wurde der gemeinsame Sud nun pünktlich zum diesjährigen Craft Brauer Festival eingebraut.

„Rot, kräftig, fruchtig – ein Bock im Bärenfell!“

Es handelt sich meines Wissens nach um eine Bierstilneukreation, nämlich um einen roten hopfengestopften Bock. Dabei bildet die Basis ein Rotbier, das wie kein zweites für die Frankenhauptstadt steht. In Nürnberg wurde das Rotbier praktisch erfunden und hat sich von dort aus einen festen Platz in der deutschen Bierlandschaft erobert. Und wie es sich für eine echte Nürnberger Brauerei gehört hat natürlich auch Schanzenbräu das Rotbier im Sortiment. Darauf aufbauend, wollte man nun etwas mehr Wumms und Charakter hereinbringen und hat einen Rotbierbock entwickelt, den man zusätzlich noch u.a. mit  Hallertauer Saphir, Topaz, Vic Secret, Arania kaltgehopft hat.

Und da der Bär das Markenzeichen des Schanzenbräus ist durfte er nicht nur das Etikett zieren, sondern auch namensgebend wirken.

„Allmächd – ein gestopfter Bär! Rot wie Franken, Bärenstark wie Schanzenbräu & kräftig, fruchtig, hopfig wie Maisel & Friends! Bassd scho!“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Rotbier-Bock
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  16.8°P
Alkoholgehalt. . . . . . 7,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bayreuth
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: sehr fruchtig nach Litschi, Melone, Stachelbeere & Ananas, leicht waldig-harzig, frisch-würzig, kupfer-malzig
Geschmack: voller Körper, klar fruchtige Herbe, Malzwürze, etwas bitter mit Karamell, ganz leicht alkoholaromatisch, feinperlig, herb-süßer Abgang
Gesamt: Ein wirklich richtig gutes Bier. Nicht, dass ich etwas anderes erwartet hätte, aber diese Bierneukreation ist nicht nur höchst interessant, sondern auch qualitativ hochwertig. Die Kombination aus würziger Malzsüße und fruchtiger Hopfenherbe ist wohl bislang einzigartig. Da mir der Bär jedoch etwas zu stark und intensiv ist, schrammt er knapp an der Jahresbestwertung vorbei und nimmt „nur“ 13 Pkt. (1-) mit zurück nach Franken.

Weitere Infos zum Bier unter: https://maiselandfriends.com/biere/limited/gestopfter-baer/.

Prost & guten Abend! 🍻

403. Pfister Schwarzer Keller

Anlässlich des 150-jährugen Jubiläums der Brauerei Pfister nördlich von Forchheim aus Franken wurde mein heutiges Bier gebraut. Es ist wie früher üblich stärker gehopft, dunkel und natürlich unfiltriert. Auch in einer weiteren Dimension ist die Familienbrauerei ganz ursprünglich: Alle Biere im Sortiment sind nach Bioland-Standards gebraut.

Etwas zum Schmunzeln gebracht hat mich die Gründungsanekdote auf der Website der Brauerei:

„Vor 150 Jahren gründete Johann Georg Pfister die hiesige Brauerei. Am 5. März 1848 heiratete er die Wirtstochter Magdalena Betz und begann sofort mit der Braunbierbrauerei, wie alte Familienaufzeichnungen berichten. So wurde der Tag seiner Hochzeit gleichzeitig zum Gründungsdatum der Brauerei. Die eingemeißelte Jahreszahl ‚1848‘ über dem alten Brauereieingang und im Eckstein des ‚Weißen Kellers‘ sind weitere Zeugen dafür. Damit wurde aus der seit dem Jahre 1612 nachgewiesenen „Schenke“ eine Brauerei.“

Pfister veranstaltet zudem mehrmals im Jahr ein Bierkulinarium, bei dem sich immer einem anderen (aktuellen) Thema des Brauhandwerks gewidmet wird.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kellerbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Eggolsheim/Weigelshofen
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: dumpf-würzig, Malz mit wenig Süße, ganz leicht rauchig, etwas waldig-herb, Karamell,
Geschmack: mittelkleiner Körper, würzig, herb, dunkelmalzig, etwas bitter, wenig Karamell, feinperlig-spritzig, herb-bitterer Abgang
Gesamt: Ein Bier mit Charakter. Dunkel, würzig, herb, bitter – da will keine Langeweile aufkommen. Zu einer Top-Note fehlt mir allerdings etwas die Balance und Ausgewogenheit. So ist es mir alles in allem etwas zu dominant herb-bitter-würzig. Dennoch sollten die 12 Pkt. (2+) ein mehr als respektables Ergebnis handwerklicher Braukunst aus hochwertigen Zutaten sein.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.gasthof-pfister.de/braukultur/.

Prost & guten Abend! 🍻

401. Drachenfelser Brauzeugen Wieß

Nach dem gestrigen Rauchbier folgt nun heute ein Wiess von den Drachenfelser Brauzeugen aus der südlichsten Rheinstadt NRWs. Beim Wiess handelt es sich um ein Kölsch, das nicht filtriert wurde und somit noch hefetrüb ist. Es ist eines der aufstrebenden Bierstile im Rheinland, der zudem die traditionelle Braukunst vor Etablierung des Kölsch mit dem modernen Craftbeer-Trend verknüpft.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Wieß
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bad Honnef
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___10
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: leicht fruchtig, hefig, grasig, spritzig, getreidig, hell-malzig
Geschmack: mittlerer Körper, schöne Malzsüße, gewisse Fruchtigkeit, hefig, leicht waldig, weich, matt-feinperlig, hefig-süßer Abgang
Gesamt: Ein wirklich klasse Bier. Erstaunlich hefig und somit sehr nah an einem Weißbier, aber gerade deshalb interessant. Zur absoluten Top-Note hätte es aber dennoch noch etwas würziger und herber sein müssen, so bleibt der Zeiger aber trotzdem bei sehr guten 13 Pkt. (1-) stehen.

Weitere Infos zum Bier gibt es derzeit nach meiner Recherche leider noch nicht [http://www.drachenfelser-brauzeugen.de/].

Prost & guten Abend! 🍻

401. Drachenfelser Bräuzeugen Rauchbier

Für dieses Wochenende habe ich zwei Biere reinbekommen, die mir mein Kollege Hendrik sehr freundlicherweise von seiner Frau hat mitbringen lassen. Er selbst ist recht bierbegeistert und hat deshalb immer mal wieder ein Auge für meine Leidenschaft offen. Insbesondere wenn es sich um lokale, handwerkliche und limitierte Biere handelt.

Und diese Biere sind sogar derart lokal und limitiert, dass es selbst noch keinen Internetauftritt gibt und sie ausschließlich in Bad Honnef verkauft werden. Dabei gibt es derzeit mindestens drei Biere im Sortiment der Bräuzeugen vom Drachenfels. Eine Naturattraktion des Siebengebirges, die ich übrigens auch nach über drei Jahren im Vorgebirge (v.a. kindbedingt) noch immer nicht vom nahen betrachten konnte. Hinter den Brauzeugen verbirgt sich übrigens die Böhm & Sanfeliu GbR im Schmelztal des Ohbachs.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Rauchbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bad Honnef
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___9
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Geruch: klar würzig-rauchig, Salami & Schinken, Malzsüße, Karamell, etwas dunkelfruchtig
Geschmack: voller Körper, würzig, rauchig, weniger Fleischaromen, holzig, etwas waldig & malzig, matt-feinperlig, rauchig-süßer Abgang
Gesamt: Ein weiteres Mal bestätigt sich meine sehr positive Einstellung von Heimbraubieren oder solchen von kleinen Marken im Aufbau. Auch wenn ich mir auf der Zunge noch mehr Raucharomen gewünscht hätte, sollte es gerade für Nicht-Bamberger ein guter Einstieg in Rauchbiere sein. 11.5 Pkt. (2(+)) würde ich dem Bier schließlich gesamthaft geben.

Weitere Infos zum Bier gibt es derzeit nach meiner Recherche leider noch nicht.

Prost & guten Abend! 🍻

400. Braumanufaktur Schmilka Biobock

Mein heutiges Bier ist ein wenig dem Zufall geschuldet. Etwas überrascht, dass ich heute schon meinen 400. Beitrag im Rahmen meiner Bierrezensionen schreibe, habe ich in meinem Fundus geschaut, welches Bier diesem Ereignis gerecht werden könnte. Zwar habe ich durchaus viele gute Biere da, jedoch ist mir eines ganz besonders ins Auge gefallen, dass mir Nils im Sommer von seiner kleinen Deutschlandrundfahrt mitgebracht hat. Obwohl wir uns danach mehrfach vorgenommen hatten das Bier gemeinsam zu verkosten, hat es irgendwie nicht sollen sein, da sich immer wieder andere Biere vorgeschoben haben. Umso besser nun aber für meine 400. Rezension.

Doch was macht das Bier nun so besonders? Nunja, ich kannte es bis dato zwar auch nicht, aber es ist das erste und einzige Bio-Bier, dass im Nationalpark Sächsische Schweiz gebraut wird. Direkt an der Grenze zur Tschechischen Republik ist die Braumanufaktur darüber hinaus eingebettet in ein wahres Bio- und Nationalpark-Refugium. Im dörflichen Kleinod Schmilka am Ufer der Elbe reihen sich historische Häuschen in ein Ensemble, dass man heutzutage fast nur noch aus Büchern kennt. Mit dem Prädikat „Schönstes Dorf Sachsens“ ausgezeichnet befinden sich neben der Brauerei auch eine Bäckerei, eine Müllerei, eine Konditorei sowie diverse Gastronomien und Hotels. Im gesamten Dorf wird alles ausschließlich in Bio-Qualität angeboten. Zum touristischen Gesamtkonzept gehören ferner u.a. Wanderungen, Saunarituale, Vorträge und Lesungen sowie Musik und Konzerte.

„Idyllisch, inmitten des Elbsandsteingebirges gelegen, umgeben vom satten Grün der Nationalparkwälder, erzeugt Braumeister Ulf Klimmer mit viel Leidenschaft für das traditionelle Brauhandwerk, unfiltrierte und unpasteurisierte Craft Biere.“

Die Braumanufaktur setzt sich selbst dabei eine der wohl höchsten Ansprüche, die man an ein Bier haben kann. Folgende Punkte erfüllt die Brauerei dabei selbstverpflichtend:

  • 100% Bio-zertifiziert
  • 100% Rohstoffe aus (wenn möglich, regionalem) ökologischem Landbau
  • 100% Verzicht auf Filtration und Pasteurisierung
  • regionale Partnerschaften mit BIOLAND
  • Verwendung ausschließlich ungekreuzter Sorten
  • Verwendung von Hopfenpellets
  • zukünftige Nutzung von lebendigem Wasser aus der Ilmquelle in Schmilka
  • offene Gärung
  • gläserne Braumanufaktur – alle Brauschritte nachvollziehbar
  • garantiert gentechnikfreie Zutaten
  • verantwortlicher Umgang mit den Ressourcen der Natur
  • 100% regenerative Energienutzung durch Solarenergie & Wärmerückgewinnung
  • Vorrangigkeit regionaler Kreisläufe
  • Beitrag zum Erhalt klein-bäuerlicher Strukturen
  • handwerkliche und naturnahe Herstellung
  • ständige Kontrollen durch die Bio-Kontrollstelle ABCert DE-ÖKO-006
  • Mitglied im Sächsischen Brauerbund als Vertreter des traditionellen, ökologischen Brauens

Der heutige Biobock wird zweimal im Jahr zu den traditionellen Zeiten im Mai und Oktober ausgeschenkt bzw. vor Ort vertrieben. Es ist ein heller untergäriger Bock, klassischen Stils, der jedoch durch die erhaltende Hefe aufgewertet wird. Da wir inzwischen bereits September haben ist meine Flasche folglich noch aus Mai und befindet sich auch bereits nach dem offiziellen MHD. Da es stets gekühlt war sollte es dem Bockbier jedoch außer einer weiteren Reifung nicht viel ausmachen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Traditioneller Bock
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  16.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Schmilka an der Elbe – Bad Schwandau
Erscheinungsjahr. . .
2015

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________12 (6)
  • Geschmack:__________________10 (7)
Fazit

Geruch: leider oxidiert, säuerlich, dunkel-fruchtig, malzig, Karamell, harzig, waldig
Geschmack: voller Körper, säuerlich, dunkelmalzig, dunkel-fruchtig, etwas bitter, Karamell, feinperlig, süß-saurer Abgang
Gesamt: Tsja, da hatte ich wohl leider unberechtigte Hoffnung. Nach etwa drei Monaten MHD-Überschreitung ist das Bier leider oxidiert und ist quasi zum sauren Bock geworden. Meines Erachtens dürfte ein derartiger Qualitätsabfall dennoch nicht passieren – zumal es fachgerecht gelagert wurde. Auch wenn hintergründig trotzdem noch der ursprüngliche Geruch und Geschmack erkennbar ist, möchte heute ausnahmsweise auf eine Gesamtbewertung verzichten, da sie dem Bier nicht gerecht werden würde. Und was lernen wir daraus: Handwerkliches Bier braucht zwar Zeit, sollte aber dann auch zeitig genossen werden.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.brauerei.schmilka.de/bio-braumanufaktur.html.

Danke (trotzdem) Nils für dieses Bier!

Prost & guten Abend! 🍻

399. Wiesener Altfränkisches Landbier

Nach ein paar technischen Schwierigkeiten meines W-LANs in den letzten Tagen  geht es hier gewohnt weiter mit einem bunten Mix aus Bieren unterschiedlichen Stils und verschiedenster Herkunft.

Heute an der Reihe ein Landbier altfränkischer Art des Bürgerlichen Brauhaus Wiesen. Gelegen zwischen Main, Kinzig und Sinn befindet sich die Familienbrauerei seit 1888 im Hochspessart an der Grenze von Bayern zu Hessen. Interessant an der Brauerei ist sicherlich, dass sie von einem Frauenduo der Familie Elsesser geführt wird. Interessant am Bier ist der Umstand, dass es sich im Vergleich zu anderen Kellerbieren um ein helles aber dennoch naturtrübes Vollbier handelt. Gekauft habe ich das Bier übrigens für meine Geburtstagsfeier vor einigen Wochen im P&M in Bad Godesberg, den ich hinsichtlich fränkischer Biere noch einmal wärmstens empfehlen kann.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kellerbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12.3°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Wiesen
Erscheinungsjahr. . .
2004

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: leicht metallisch, leicht hell-fruchtig, malzig-süß, wenig Karamell, harzig, waldig
Geschmack: mittelgroßer Körper, sehr getreidig, hefig, grasig, leicht herb, feinperlig, herb-süßer Abgang
Gesamt: Endlich mal wieder ein Bierbeispiel, das trotz MHD-Überschreitens nicht schlechter, sondern vielleicht sogar besser wird. Vor allem die ausgeprägte Getreide-Note gefällt mir ausgesprochen gut. Kein Wunder, dass das Bier seit Einführung eines der Beliebtesten der Brauerei ist. Mein Fazit in Zahlen: 11,5 Pkt. (2(+)).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.brauhaus-wiesen.de/produkte/bierspezialitaten/#altfraenkisches_landbier.

Prost & guten Abend! 🍻

395. Urlaubsbiere – Bierverkostung zur Eule 09/18

Mack Isbjørn | Mack Artic | Alhambra Reserva 1925 | Laško Zlatorog | Dremmwel Blonde | Cruzcampo Pilsen | Potsdamer Stange | Alzeyer Volker Bräu Red Ale | Ambar Caera esta Breva | Cavalieri Doppio Malto Bionda | Choue Blonde | Zoller-Hof Fürsten Pils | Jenlain Or | Klüver Rotbier | Staffelberg Bräu Mai-Bock | Coral Stout | THB Pilsener | Staffelberg Bräu Antonius-Bock | Klüver Bock | Klüver Röker | Rodenbach Grand Cru | Damm Complot IPA | Liefmans Kriek Brut | Rodenbach Classic

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Erster Montag im Monat? Genau, da war doch was: Biermontag in der Kierberger Eule. Auch wenn ich leider bereits einige Biermontage in diesem Jahr verpasst habe, bleibt es ein Pflichttermin für jeden Bierbegeisterten aus Brühl und Umgebung. Wie erstmalig im letzten Jahr ist das Thema auch in diesem September wieder Urlaubsbiere. Nachdem nun in allen Bundesländern die Sommerferien vorbei sind und die meisten ihren Haupturlaub hinter sich haben, war es wieder daran, dass jeder Gast nach Möglichkeit ein oder mehrere Biere aus seinem Urlaub mitbringen und vorstellen sollte. Natürlich hatte auch Biersommelier Markus Weick – seines Zeichens Besitzer der Eule – einige Kostbarkeiten mitgebracht bzw. mitbringen lassen.

Vor der eigentlichen Verkostung ging es diesmal ausnahmsweise nicht weiter im Kölsch-Projekt, bei dem Markus bis März 2019 (da wird die Kölsch -Konvention 33 Jahre) alle Kölsch vorgestellt und durchprobiert haben will. Da von den ursprünglichen Marken nicht mehr alle erhalten sind (kürzlich erwischte es auch eines der letzten Kölschmarken außerhalb Kölns in Frechen), war es aufgrund der Fülle an Urlaubsbieren möglich diesmal eine kleine Kölsch-Pause einzulegen.

Nachdem Markus ein paar seiner Biere vorgestellt hatte ging es weiter mit den Publikumsbieren, die nach Verfügbarkeit ausgeschenkt wurden. Nachdem sich die Reihen im späteren Verlauf etwas lichteten, konnten nochmals weitere (inter-)nationale Biere aus Markus Bestand verkostet werden.

Folgende Biere haben es dabei in mein Glas geschafft:

  • Mack Isbjørn:
    – untergärig; 4,5%; Pilsnener
    – gebraut von Macks Ølbryggeri aus Tromsø – der nach eigenen Angaben nördlichsten Brauerei der Welt (69° nördliche Breite)
    – allerdings liegt die Brewery Immiaq im grönländischen Ilulissat noch etwas weiter nördlich, da sich die Hauptbraustätte von Mack im etwas weiter südlich gelegenen Nordkjosbotn befindet
    – gegründet wurde sie 1877 vom Braunschweiger Bäcker und Braumeister-Sohn Ludwig Markus Mack
    – Isbjørn (zu dt. Eisbär) ist nach eigenen Angaben die erste Biermarke, die zum Nord- und Südpol mitgenommen wurde
    – in der Ølhallen – der Bierbar von Mack in Tromsø – wird Bier aus 67 Zapfhähnen ausgeschenkt – ein Rekord für ganz Nordeuropa
    – das nordnorwegische Wasser wird mit finnischem Malz, Hopfen aus Bayern und Tschechien sowie dänischer Hefe versetzt
    – zur Überraschung ist die Website sogar auch auf deutsch gestaltet
    – leicht säuerlich, malzsüß, getreidig, buttrig
    – süffig, spritzig, herb, malzig, getreidig, süßlich, würziger Abgang
    https://www.mack.no/de/products#øl

  • Mack Artic:
    – untergärig; 4,5%; Pilsnener
    – ein weiteres von über 20 Bieren der (fast) nördlichsten Brauerei der Welt
    – süßlicher, malziger, buttrig

    – etwas voller, matt, getreidig, trocken-malzig, leicht würzig, herber Abgang, etwas gewürzig

  • Alhambra Reserva 1925:
    – untergärig; 6,4%; Imperial Pils
    – gebraut von der Cervezas Alhambra im südspanischen Granada, die zum San-Miguel-Konzern gehört
    – in einer Flasche ohne Etikett, in der die Bierinfos eingraviert sind
    – buttrig, caramalzig, süßlich, grasig
    – mittelvoller Körper, feinperlig, malzsüß, wenig würzig, herb-süßer Abgang, etwas bitter

    https://www.cervezasalhambra.es/nuestras-cervezas/alhambra-reserva-1925/

  • Laško Zlatorog:
    – untergärig; 4,9%; 11.3°P; Lager
    – von der 1825 gegründeten slowenischen Pivovarna Laško aus der Untersteiermark
    gebraut mit Gerstenrohfrucht
    – unauffällig hellmalzig, leicht fruchtig

    – mittlerer Körper, süffi,g matt, trocken-süß-säuerlich, würzig, herb-würziger Abgang
    http://www.lasko.eu/en/zlatorog

  • Dremmwel Blonde:
    – obergärig; 5%; Blonde
    – von der Brasserie de Bretagne Britt aus Trégunc
    – mit Gewürzen eingebraut
    – leicht hefig, malzig, getreidig, wwürzig, harzig
    – mittelgroßer Körper, würzig, malzig, etwas Karamell, hefiger Abgang, feinperlig

    http://www.britt.fr/fr/pageproduit/biere-dremmwel-blonde-bio

  • Cruzcampo Pilsen:
    – untergärig; 4,8%, Pilsener
    – 1903 in Sevilla entstanden, gehört die Marke heute zu Heineken
    – mit Mais gebraut

    – Lakritz, süß-sauer, malzig-getreidig
    – recht geringer Körper, einfaltig, süß-sauer, matt-feinperlig, herb-sauerer Abgang
    https://www.cruzcampo.es/cruzcampo-pilsen

  • Potsdamer Stange:
    – Gärart unbekannt; 4,5%; 11.8°P; Kräusen
    – von der 2003 ins Leben gerufene Braumanufaktur Potsdam im Forsthaus Templin 
    – das Bier hat eine 200-jährige Tradition in Berlin und Umgebung und wurde mal ober- mal untergärig gebraut – welche Gärart bei der revitalisierten Version aus Potsdam vorliegt lag bei Redaktionsschluss jedoch noch nicht vor
    – Naturland-zertifiziert
    – schön buttrig, leicht fruchtig, hellmalzig, etwas gemüsig
    – mittlerer Körper, malzig-süß, getreidig, Karamell, etwas Würze, süß-herb-buttriger Abgang, hefig-bananig
    – bestes Bier des Abends

    http://braumanufaktur.de/potsdamer-stange

  • Alzeyer Volker Bräu Red Ale:
    – obergärig; 5,6%; 13.5°P, Red Ale
    – nachdem die rheinhessische Mikrobrauerei 2005 von Braumeister Dieter Birk ins Leben gerufen wurde, werden monatlich wechselnde Biere gebraut
    – würzig, bitter-fruchtig, säuerlich
    –  matt, lasch, säuerlich, leicht würzig, süßlich, sauerer Abgang

    http://www.volkerbraeu.de/

  • Ambar Caera esta Breva:
    – untergärig; 5,6%; 16.6°P; Fruchtbier
    – die Brauerei wurde 1990 vom Elsässer Louis Moritz als „La Zaragozana“ in Aragon gegründet
    – aus der Serie „Colección Ambiciosas“
    – gebraut mit Reis & Saft der Früh-Feige

    – säuerlich, fruchtig, malzig-süß, etwas Minze
    – mittelgroßer Körper, erfrischend-fruchtig, wenig Karamell, feinperlig, süß-sauerer Abgang
    https://ambar.com/cervezas/caera-esta-breva/

  • Cavalieri Doppio Malto Bionda:
    – obergärig; 7,5%; Heller Doppelbock
    – von der Mastri Birrai Umbri aus Fontecupa südlich von Perugia
    – die Brauerei stellt ihr Malz noch selbst her und verwendet auch diverse Hülsenfrüchte
    intensiv, zitrus-fruchtig, ölig, Bonbon, Fruchtmix
    voll, recht schwer, feinperlig, fruchtig, säuerlich, bitter, etwas harzig, gewürzig, herber Abgang

    http://www.mastribirraiumbri.com/en/#our-values

  • Choue Blonde:
    – obergärig; 6,5%; Bière de Garde
    – von der Brasserie Vauclair aus der Nähe von Giey-sur-Aujon im mittleren Osten Frankreichs

    – die Geschichte der Brauerei geht bis zur Gründung der ursprünglichen Abtei im Jahr 1229 zurück
    – rauchig, holzig, sauer
    – vollmunidg, cremig, malzig-süß, Bonbon, Karamell, fruchtig-süßer Abgang
    http://www.la-choue.com/nos_produits.php

  • Jenlain Or:
    – obergärig; 8%, Bière de Garde
    – von der 1922 gegründeten Brasserie Duyck aus der französisch-belgischen Grenzregion

    – trocken-malzig, getreidig-süß, etwas buttrig
    – starker Körper, dunkelmalzig, Karamell, Bonbon, alkoholaromatisch, matt, süß-herber Abgang
    https://www.jenlain.fr/bieres/jenlain-or/

  • Klüver Rotbier:
    – untergärig; 4,7%; 11.5°P; Nürnberger Rotbier
    – die Brauerei aus Neustadt in Holstein gehört zum Klüver-Manufaktur-Betrieb der in der Region noch eine Räucherei und eine Feinkost-Manufaktur besitzt

    – würzig-malzig, buttrig-malzig, Karamell
    – mittelgroßer Körper, malzig, würzig, herb, süßlich, etwas Bonbon-artig, herb-malziger Abgang
    https://kluevers.com/kluevers-rotbier.html

  • Staffelberg Bräu Mai-Bock:
    – untergärig; 7%; 16°P; Maibock
    – seit 1856 aus Loffeld in Oberfranken

    – bereits auf unserer Franken-Tour kennenlernen dürfen
    – süßlich, buttrig, malzig-süß, getreidig, etwas waldig
    – mittelkleiner Körper, Karamell, dunkelmalzig, etwas herb, süßlicher Abgang
    https://www.staffelberg-braeu.de/cms2/brauerei.php

  • Coral Tónica:
    – obergärig; 4,8%; 11.8°P; Stout
    – von der 1872 gegründeten Empresa de Cervejas da Madeira aus den Azoren

    – mit Mais aber leider auch Farbstoff
    – süßlich, Karamell, Bonbon, dunkelmalzig
    – mittlerer Körper, röstig, dunkelmalzig, etwas Karamell, trocken-röstig-süßer Abgang, matt-feinperlig
    https://www.ecm.pt/portfolio_page/coral-tonica/

  • THB Pilsener:
    – untergärig; 5,4%; Lager
    – von der 1958 gegründeten STAR Breweries of Madagascar in Antsirabe
    – THB = Three Horses Beer

    – ebenfalls mit Mais gebraut
    – das südlichste Bier des Abends
    – von mir mitgebracht
    – wenig malzig, etwas herb-grasig
    – alkoholaromatisch, süßlich, künstlich
    http://www.star-thb.com/

  • Staffelberg Bräu Antonius-Bock:
    – untergärig; 4,8%; Bockbier
    – Karamell-Laktritz-süß, dunkelmalzig, bittersüß

    – großer Körper, süß, dunkelmalzig, hefig-bananig, würzig, herber Abgang

  • Klüver Bock:
    – untergärig; 6,5%; 16.5°P; Bockbier
    – Lakritz, leicht karamellig-süß, dunkelmalzig

    – mittelgroßer Körper, herb, etwas holzig, Karamell, etwas würziger Abgang
    https://kluevers.com/kluevers-bock.html

  • Klüver Röker:
    – untergärig; 5%; 12.5°P; Rauchbier
    – rauchig, Salami, Schinken, holzig, würzig

    – voller Körper, Schinken, wenig Rauch, dezent, etwas sauer, feinperlig, Speck-Abgang
    https://kluevers.com/kluevers-roeker.html

  • Rodenbach Grand Cru:
    – obergärig; 6%; Flämisches Rotbraunbier
    – aus 1836 im flämischen Roeselare gegründeten Brauerei

    – Blend aus  Jungbier und ⅔ zwei Jahre in Eichenholzfass gereiftem Bier
    – sehr sauer, fast Spüli-mäßig, bitter
    – mild, fruchtig-sauer, leicht holzig, etwas süßer Abgang
    https://cheers.rodenbach.be/en/brewery

  • Damm Complot IPA:
    – obergärig; 6,6%; 14.5°P; India Pale Ale
    die Brauerei Damm wurde interessanterweise ebenfalls von einem Elsässer (August Damm) 1876 in Barcelona ins Leben gerufen
    – mit den mediterranen Hopfen Nugget, Summit, Willamette, Citra, Centennial, Simcoe, Amarillo, Mosaic
    – sehr fruchtig, blumig, grasig, Maracuja + Litschi
    – großer Körper, grasig, hopfig, fruchtig, hopfig-herber Abgang, feinperlig
    https://www.damm.com/en/beers/complot

  • Liefmans Kriek Brut:
    – obergärig; 6%, Blend-Frucht-Sauer
    – 1676 im ostflanderschen Oudenaarde gegründet; seit 2008 zur Firmengruppe Duvel Moortgat zugehörig

    – Blend aus Oud Bruin und Kirschbier
    – sehr nach Kirsche, künstlich, säuerlich, etwas bitter
    – süffig, fruchtig, säuerlich-süß, etwas herb, süßlicher Abgang nach Kirsche
    http://www.liefmans.be/en/craft-blends

  • Rodenbach Classic:
    – obergärig; 5,2%, Flämisches Rotbraunbier
    – hybrid fermentiert

    – wie das Grand Cru, nur süßlicher, milder und weicher

Aufgrund der hohen Schlagzahl und der damit verbunden eingeschränkten Möglichkeit einer differenzierten Bewertung, fällt dieses Mal eine persönliche Gesamtwertung der Biere (wie sonst üblich) aus.

Nichtsdestotrotz war es ein wirklich großartiger Abend, an dem vor allem die interaktive Gestaltung seinen Anteil hatte. Da jeder sein eigenes Bier mitbringen und eine Anekdote vorstellen konnte, wurde eine sehr spannende Atmosphäre geschaffen, bei der jeder sehr viel Spaß am proBieren hatte. Zudem kam man in den Genuss von Bieren, die man sonst wohl kaum im deutschen Handel und oft auch nicht Online kaufen kann, da sie fast ausschließlich in ihrer Region vertrieben werden. Alleine die schiere Menge an etwa 25 verkosteten Bieren machte es etwas stressig und für Nase und Gaumen ziemlich herausfordernd. Gerade deshalb ist es aber eines der besten Formate des Biermontags, worauf ich mich auch schon sehr im nächsten Jahr freue.

Vielen Dank also nochmals an Markus für den interessanten Abend und an alle Gäste für diese Fülle an internationalen Bieren.
Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

Blogbier, die XXXV. – H.C.

Für einen Kurzbesuch in (Ost)westfalen, waren wir am Wochenende erneut spontan in Herzeborck-Clarholz. Diese drei Biere habe ich mit eingepackt:

Tasting-Notizen:

  • Mönchsambacher Lagerbier:
    – 5,5%; untergärig
    – bayrische Interpretation eines ungespundeten (hellen) Lager
    – von der Brauerei Zehender (Gründung 1808) 20km südwestlich von Bamberg
    – typisch hell, etwas buttrig, etwas würzig, klar Malzsüß, getreidig, lecker
    – rel. vollmundig, würzig, malzig, leicht süß, hopfen-herb, grasig, feinperlig, herber Abgang
    – https://moenchsambacher.de/brauerei

  • Weiherer Märzen:
    – 13°P; 5,6%; untergärig
    – Festbier anlässlich des 140-jährigen Brauerei-Jubiläums 2014
    – aus der Brauerei Kundmüller 15km nordwestlich von Bamberg
    – süß, leicht fruchtig, wenig malzig & würzig
    – vollmundig, getreidig, waldig, etwas harzig, herb-süß, wenig Karamell, feinperlig, würzig-süßer Abgang
    – https://www.brauerei-kundmueller.de/weiherer-bier/klassiker/weiherer-maerzen/

  • Mönchsambacher Weizen:
    – 5,5%; obergärig
    – klassisches Weißbier
    – würzig, bananig, trocken-hefig, trocken-malzig, strohig
    – voller Körper, würzig, etwas bananig, waldig, trocken-hefig, leicht bitter, spritzig, trocken-herber Abgang

Vielen lieben Dank also ein weiteres Mal an Sabrina und René für die spontane Aufnahme bei Euch!

398. Duckstein Original

Zum Wochenabschluss gibt es hier und heute ein weiteres Bier, das bereits gelistet ist, das ich mir aber nochmals genauer anschauen möchte. Zwei Gründe haben mich dazu bewogen das Duckstein Original Rotblond einer Einzelrezension zu unterziehen: 1. Es ist nach offizieller Definition ein Altbier (wenngleich auch in abgewandelter Form); 2. Ist es mir durchaus in guter Erinnerung geblieben (wenngleich es auch ein Industriebier ist).

Ursprünglich beginnt die Geschichte des Duckstein-Bieres im 17. Jahrhundert in Königslutter am Höhenzug Elm im Osten des heutigen Niedersachsens. Geprägt wurde das Bier vom besonders harten und mineralstoffreiche Wasser der nahegelegenen Lutter-Quelle, die im Elm entspringt. Dieser ist hauptsächlich aus Kalkstein aufgebaut und hat  Kalktuff im Bachbett des jungen Flusses hinterlassen. Dieses gesteinsähnliche Material nannte man früher auch Duckstein und war somit namensgebend für die Biermarke. Nach einer Blütezeit im 18. Jahrhundert, in der es das Bier bis an den preußischen Hof geschafft hatte, ging das eher mild gehopfte Duckstein in der Welle der neuen deutschen und englischen Lagerbiere unter.

1987 erweckte dann die Braunschweiger Feldschlösschen-Brauerei die Marke wieder zum Leben, musste die Produktion auf Entscheidung der Holsten-Brauerei nach Lübz umziehen. Noch heute wird es dort gebraut, gehört aber inzwischen zum Carlsberg-Konzern. Grundsätzlich es es einer der wenigen prominenten Vertreter des Altbierstils (i.w.S) außerhalb vom Niederrhein oder Münster. Bis heute entspricht die Grundrezeptur einem Düsseldorfer Alt, nur wurde früher auch noch Weizenmalz verwendet. Der große Unterschied zum „normalen“ Alt besteht jedoch darin, dass dem Bier in der Gärphase Buchenholzspäne hinzugefügt werden um ein rauchigeres Aroma zu erzielen. Der auf dem Etikett beworbene Slogan „auf Buchenholz gereift“ ist deshalb meines Rechtens mindestens irreführend. Auch sonst erinnert nicht mehr viel an die Historie der einst großen Marke – außer vermutlich das Preissegment. Denn hier bewegt sich Duckstein seit Neueinführung auf höheren Niveau und hat so den Ruf eines Edelbieres erlangt.

Mal schmecken, ob es trotz des industriellen Hintergrundes wirklich auch so gut ist…

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Alt
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Buchenholzspäne, Hopfen
Stammwürze
. . . . . .  ?
Alkoholgehalt. . . . . . 4,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Königslutter am Elm [Lübz]
Erscheinungsjahr. . .
1987

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Geruch: malzig, würzig, frisch, leicht buttrig, Karamell, gering metallisch
Geschmack: recht süffig, leicht rauchig, würzig, etwas röstig, wenig Karamell, eher lasch, trocken-würzig-herber Abgang
Gesamt: Optik und Geruch entsprechend in der Tat ihrem Ruf. Allerdings fällt das Duckstein beim Geschmack etwas ab. Zwar ist es hier auch mehr als Mittelmaß, kann aber nicht besonders überzeugen. Für ein Alt ist es mir zu wenig intensiv und auch die Buchenholznoten sind sehr dezent. Kein schlechtes Bier, aber sicher auch nicht unbedingt seinen teils höheren Preis wert. 10,5 Pkt. (2(-)) ist es mir schließlich wert, wenn ich neben den Bewertungskategorien noch Authentizität und Preis-Leistungsverhältnis zu Grunde lege.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.duckstein.de/duckstein-bier/#product-original.

Prost & guten Abend! 🍻

397. Bolten Landbier

Weil es so gemütlich ist, bleibe ich nach dem gestrigen Ur-Alt doch gleich in Korschenbroich bei Bolten. Doch heute gibt es ein Bier, das noch nicht gelistet ist. Es ist noch vergleichsweise neu im Sortiment der Niederrheiner und ist Bierstil-technisch schwer einzuordnen, da es sich um ein obergäriges Bier handelt, das in keine der klassisch deutschen Kategorien passt. Das sollte jedoch nicht hinderlich sein für ein hoffentlich gutes Bier.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Landbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfenextrakt, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  ?
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Korschenbroich
Erscheinungsjahr. . .
2006

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: ganz leicht metallisch, hellmalzig, grasig, waldig, etwas hefig
Geschmack: mittelgroßer Körper, sehr malzig, wenig herb, getreidig-süß, süßlich hefig, feinperlig, leicht süßlicher Abgang
Gesamt: Also so leid es mir auch für das Alt tut, aber das heutige Landbier gefällt mir im Direktvergleich einen Hauch besser. Es ist etwas ausbalanciert und sowohl Malz auch als Hefe kommen hier besser zur Geltung. Auch wenn ich weiterhin die Verwendung von Hopfenextrakt kritisieren muss, kommt das Landbier auf 12 Pkt. (2+).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.bolten-brauerei.de/BOLTENs-Landbier.htm.

Prost & guten Abend! 🍻

396. Bolten Ur-Alt

Heute möchte ich Euch wieder ein Bier präsentieren, das es zwar bereits auf die Bierjubiläum-Liste geschafft hat, aber bislang noch nicht die nötige Aufmerksamkeit bekommen hat, die es eigentlich verdient. Es ist trotz aller „Craftbier“-Erfahrungen immer noch eines meiner Lieblingsbiere und zudem auch Inspiration für mein eigenes Cerevisia M gewesen, dass ich eben genau auf der Rezeptur eines naturtrüben Altbiers aufgebaut habe. Denn auch das Ur-Alt ist im Vergleich zum klassischen Alt unfiltriert und somit geschmacksintensiver. Gebraut wird es zwar nicht in der Altbierhochburg Düsseldorf aber dafür von der ältesten Altbierbrauerei der Welt. Seit 1266 wird im niederrheinischen Korschenbroich ununterbrochen privat, familiär und so weit wie möglich handwerklich gebraut.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Ur-Alt
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfenextrakt, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  ?
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Korschenbroich
Erscheinungsjahr. . .
1991

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: ganz leicht metallisch, würzig, holzig, sehr getreidig, strohig, weich
Geschmack: mittelgroßer Körper, würzig, dunkelmalzig, leicht röstig, etwas holzig, feinperlig, trocken-herb-süßer Abgang
Gesamt: Auch wenn ich es noch etwas besser in Erinnerung gehabt hatte, ist es dennoch weiterhin eines meiner erweiterten Lieblingsbiere. Allerdings muss moniert werden, dass anstelle von Hopfenpellets Hopfenextrakt verwendet wird, was nicht zu einer besseren Qualität beiträgt. Aufgrund des Malus aber auf wegen der etwas enttäuschten Erwartungen gibt es hier „nur“ 11 Pkt. (2).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.bolten-brauerei.de/BOLTENs-UrAlt.htm.

Prost & guten Abend! 🍻