567. AndUnion Sunday Easy Pale Ale

Passend zum Sonntag gibt es für mich heute das Sunday Easy Pale Ale der 2007 entstandenen Münchener Craftbeer-Marke AndUnion. Die mit bayrischen Familienbrauereien zusammenarbeitenden Bierenthusiasten sind vor allem durch das minimale aber dennoch (farblich) auffällige Flaschen- und Dosendesign bekannt.

Und gerade, weil man ja oft am Sonntag schon wieder an die kommende Arbeitswoche denkt, bitte folgender Hinweis:

„DON’T LET MONDAYS RUIN YOUR SUNDAY.“

>Danke an Nils für das Bier<

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . München
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Während das easy-like-Sunday-Morning Pale Ale in der Nase noch kräftig daherkommt, ist es auf der Zunge schon deutlich milder. Eine leichte Herbe und dezente Fruchtigkeit dominieren die keine bis kaum merkliche Bittere. Die grasige Grundnote setzt sich im heuartigen Abgang fort. Für mich nicht unbedingt ein Überflieger-Bier, aber gerade zum Craftbier-Einstieg, zum Entspannen oder wenn es mal etwas mehr sein soll ist es gut geeignet.

| 12 Pkt. (2+)

https://www.andunion.com/de/product/sun-day/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

566. AleMania 19th Century India Pale Ale

Auch mein zweites Bier in 2020 eignet sich hervorragend zum Start des neuen Jahrzehnts. Denn Mit dem 19th Century IPA hat Fritz Wülfing – Bonner Craftbeer Pionier und Kopf der Marke AleMania – versucht ein IPA mit einer fast zweihundert Jahre alten Rezeptur zu brauen. Dabei hat er neben zwei alten Hopfensorten auch eine historische Gerstenmalzsorte aus dem Hut gezaubert:

„Eine einmalige Spezialität: Historisches Chevalliermalz (1832) gepaart mit den (alten) Hopfensorten East Kent Golding (1838) und Fuggles (1861). So kann ein IPA im England des 19. Jahrhunderts geschmeckt haben.“

19th Century IPA

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  13,5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bonn
Erscheinungsjahr. . .
2019

Fazit

In der Tat könnte einem das Bier in die Zeit zurückversetzen. Auch wenn es heutzutage immer schwieriger wird historische Geschmacksprofile nachzuahmen, scheint das 19th Century IPA gewisse Authentizität mitzubringen. Es ist weitaus spritziger und schärfer als die mit heutigen Zutaten eingebraute IPAs. Auffällig ist eine Dominanz von zitrusfruchtigen, würzigen und bitter-hopfig-herben Aromen. Erst in zweiter Reihe folgen heuartige, erdige sowie leicht buttrige Nuancen. Dennoch schmeckt mir persönlich ein modernes IPA einfach besser, da es mehr Harmonie und Aromabreite bietet.

| 11 Pkt. (2)

https://www.alemaniabonn.de/unser-bier/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

Bierjubiläum Krone 2019

Das Jahr 2019 liegt nun bereits hinter uns, doch dennoch möchte ich es nochmals auf besondere Weise Revue passieren lassen. Und da ich eben nicht nur einfach Bier trinke, sondern mir dazu auch immer reichlich Notizen mache, möchte ich heute bereits zum dritten Mal diejenigen Biere prämieren, die mich in diesem Jahr ganz besonders überzeugt haben. Dabei ist mir die Auswahl in bestimmten Bereichen wie immer nicht leicht gefallen, da ich ja grundsätzlich schon dazu neige hochqualitative Biere zu probieren, sodass es selbst an der Spitze recht eng ist. Neben der Auszeichnung des besten Bier des Jahres, möchte ich aber auch gerne noch weitere Biere in fünf zusätzlichen Kategorien hervorheben, die in besonderer Weise auf sich aufmerksam gemacht haben.

Kommen wir aber nun erst mal zu den besten Einzelbieren. Basis der Auswahl waren die kontinuierlich geführten Bewertungen, die ich bei jeder Rezension aufstelle, sowie darüber hinaus besonders in Erinnerung gebliebene Biere außerhalb der Einzelrezensionen.
Eines dieser Biere, die sich in meinem Biergedächtnis gebrannt hat, ist der diesjährige Sieger der Bierjubiläum-Krone. Verkostet habe ich es auf dem ersten Craftbeer Festival Cologne. Gebraut wird es von der letzten Brauerei des Vulkanstollens in Mendig in der Eifel. Außer von mir wurde es bereits vielfach an anderer Stelle als bestes Bier seines Stils ausgezeichnet. Normalerweise in der Flasche nur für einen meiner Geldbörse nach ziemlich hohen Preis zu erstehen, hatte ich Glück es auf dem Festival zu kleinerem Geld proBieren zu können. Platz 1 in der Gesamtwertung für 2019 geht an das Vulkan Bourbon Barrel Doppelbock.
Der aufmerksame Leser wird festgestellt haben, dass es neben einigen Bewertungen von 13 bzw. 13,5 von 15 Pkt. nur eine Rezension geschafft hat die diesjährige Bestmarke von 14 Pkt. zu knacken. Und dies quasi mit dem Schlusspfiff in der allerletzten Rezension des Jahrzehnts. Dementsprechend leicht fiel dann auch die Vergabe der Silbermedaille. Sie geht an BrewDog vs. To Øl Mercurial Mælk – einem Imperial Stout mit Haferflocken, Kakao und Laktose.
Etwas schwerer ist es mir die diesjährige Bronzemedaille gefallen. Hier gab es eine Auswahl von drei Bieren mit der Endnote 13,5 Pkt. Wie in jeder guten Jury hat bei mir letztlich wieder das Bauchgefühl entschieden…  Und das fiel auf ein Bier, das mir ein Freund aus der Schweiz geschickt hatte. Es wird alljährlich zum Altstadtfest in Appenzell gebraut und enthält neben Wacholder, Koriander und Ingwer auch eine Frucht die mit gleich mehreren Namen daherkommt: Zitronatzitrone, Cedrat, medischer Apfel, Cedrizitrone, Zedernapfel, Cedernfrucht oder Zedrat-Zitrone. Zudem ist es doppelt obergärig vergoren. Platz 3 in diesem Jahr geht also an das Appenzeller Hofer Brauw.
Hier also nun das verdiente Siegertreppchen:

Diese neun Biere (allesamt mit mindestens 12,5 Pkt. bewertet) komplettieren schließlich die Top Twelve – sortiert in alphabetischer Reihenfolge:

Neben den Bieren möchte ich an dieser Stelle aber auch die drei „besten“ Brauereien meines persönlichen Bierjahres auszeichnen. Auch wenn hier kein so eindeutiger Bewertungsschlüssel wie zuvor vorliegt, sind mir einige Brauereien im zurückliegenden Jahr aus ganz unterschiedlichen Gründen in Erinnerung geblieben.
Die Goldmedaille der Brauereien des Jahres 2019 geht dabei für mich an Gaffel. Die private Kölschbrauerei aus der Domstadt hat im Jahre ihres 111-jährigen Jubiläums nicht nur tolle und interessante Bierprojekte wie das Viking Kölsch gestartet sondern war mit ihrem Pressesprecher Michael Busemann auch Initiator des Kölner Craftbeer Festivals.
Silber verleihe ich der Störtebeker Braumanufaktur stellvertretend für den Sieg ihrer Pressesprecherin Elisa Raus bei den letzten Weltmeisterschaften der Biersommeliers im italienischen Rimini.
Platz 3 und Bronze geht an Maisel & Friends aus dem schönen Bayreuth. Nicht nur hat mich Eva Ploß unterjährig immer wieder mit kostenlosen Bierlieferungen bestochen, die dann auch noch super schmeckten, auch hat sich der Ableger der bekannten Weißbierbrauerei als Pionier der deutschen Craftbier-Szene auch dieses Jahr wieder an der Vernetzung und Entwicklung neuer Biere außerordentlich beteiligt.

Weiter geht mit den Einzelkategorien. Den Anfang macht die besten regionalen Biere. Ausgangspunkt ist hierbei ganz subjektiv mein Wohnort Brühl. Da ich mich diesmal zwischen gleich sechs interessanten und die Region prägenden Bieren nicht entscheiden konnte, gibt es für 2019 eben ein halbes Dutzend geteilte Sieger.

In der Kategorie „Traditionell“ ehre ich Biere, die alte oder seltene Stile wieder aufleben lassen. Hervorheben möchte ich in diesem Jahr die Segelschiff Mumme aus Braunschweig – die jahrzehntelang ausgestorben war, den Young Adam von Clucking Hen aus dem Sauerland, Fullers & Friends mit dem auf Torf geräucherten Peat Souper und eines der weltweit wenigen Tafelbiere Piedboeuf Blond.

Die folgende Kategorie soll die besondersten der besonderen Biere aus 2019 auserwählen. So geht der diesjährige Sonderpreis an das für einen gute Zweck gebraute Kaffeebier meines lieben Freund Ralf vom Braukunst Vorgebirge, den Wooly Bully der niederländischen Brauerei Ramses – ein Hop Hash Barley-Wine Quadrupel, das mit Hopfenharz eingebraut ist, sowie an das höchstprozentige Bier, das ich bislang je getrunken habe: Die Weltreise von Schoppe Bräu.

In der Kategorie „Alkoholfrei“ haben es zwei Biere in die Prämierung geschafft. Neben dem der alkoholfreien Neuerscheinung von Maisel & Friends  war ich insbesondere vom mit Salz eingebrautem Snorkeler’s Sea Salt IPA aus Rügen überrascht.

Und last but not least der Ehren- pardon Ährenpreis für besondere Verdienste an den Zielen des Bierjubiläums. Dieser geht dieses Jahr erneut ganz uneigennützig an das Cerevisia M˟ von mir selbst. Das erste Bier weltweit, das mit allen sieben Hauptgetreiden eingebraut ist, habe ich in 2019 auf zehn Getreidearten erweitert. Das Cerevisia-Projekt wird dieses Jahr übrigens auf zwölf Körner finalisiert.

Allen Preisträgern einen herzlichen Glückwunsch und ein mindestens genauso erfolgreiches und leckeres Jahr 2016+4.

565. Stiegl Paracelsus glutenfrei

Das erste Bier im neuen Jahrzehnt hat mir Nils noch im letzten Jahrzehnt mitgebracht. Den großen Bruder – das Paracelsus Zwickel – hatte ich bereits auf der Bierbörse 2017 proBiert. Die glutenfreie Edition wartet jedoch mit einer interessanten Zutat auf. Da das Bier nicht – wie sehr oft üblich – mit künstlichen Enzymen glutenfrei gemacht wird, wird es hauptsächlich aus Braunhirsemalz gebraut. Zudem ist das Bier 100% bio.

Benannt nach dem Salzburger Arzt:

„Bier ist eine wahrhaft göttliche Medizin!“

Sehr passend also für meinen Dekadenstart – will ich neben meinem 12-Korn-Bier auch irgendwann mal ein glutenfreies Bier rein aus natürlichen Zutaten brauen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Zwickl
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Braunhirsemalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Salzburg (Österreich)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Während es in der Nase noch sehr nussig und bestenfalls gemüsig daherkommt, wirkt es auf der Zunge weit weniger außergewöhnlich, was angesichts des großen Anteils der Braunhirse relativ verwunderlich ist. Im Vergleich zu einem „klassischen“ Zwickl, welches im Bierstil schon viele Variationen zulässt – wirkt es dennoch interessant anders ohne dabei gleich ins Extreme zu gehen.

| 11 Pkt. (2)

https://www.stiegl.at/de/biere/klassiker/stiegl-paracelsus-glutenfrei

Prost, guten Abend und frohes neues Jahr 2020! 🍻🎆

 

Prosit 2020!

Startbild_IIProsit Neujahr | Rückblick 2019 – Ausblick 2020

Allen Lesern und Bierinteressierten wünsche ich auf diesem Wege ein bierig-leckeres neues Jahr 2020.

Ein ereignisreiches und bewegendes Jahr mit vielen Höhepunkten ist zu Ende. Dabei geriet für mich das Thema Bier so weit in den Hintergrund wie lange nicht mehr. Grund war einerseits die Komplettierung meiner kleinen Familie im Sommer und andererseits unser Umzug ins Eigenheim gegen Ende des Jahres.

In bieriger Hinsicht gab es aber auch einige Highlights. Zu nennen ist da der zweite Hoppy Birthday der Craftbeer Corner in Coeln sowie mein erster Besuch der neuen Craftbeer Bar Balthasar in der Bonner Innenstadt. Daneben feierten wir in der Kierberger Eule 33 Jahre Kölsch Konvention mitsamt Blindverkostung von verschiedenen Kölsch-Marken. Meine Stammkneipe des Biersommeliers meines Vertrauens war auch im Herbst mit der langen Craftbeer Nacht Teil des ersten Brühler Kneipenfestivals. Größtes Highlight war wohl aber das vom Pressesprecher von Gaffel organisierte erste Craftbeer Festival Cologne, welches mangels stattfindendem Festival der Bierkulturen ins Leben gerufen wurde und mir persönlich sehr gut gefallen hatte.

Auch hatte ich in der ersten Jahreshälfte noch die Möglichkeit mein Heimbrau-Projekt Cerevisia M weiterzuentwickeln. Inzwischen habe ich es auf zehn unterschiedliche Getreidearten und fünf Hopfensorten erweitert.

Quantitativ fällt die Jahresbilanz im Vergleich zu den Vorjahren mit rund 250 verkosteten Bieren zwar etwas geringer aus, bleibt dennoch aber im Bereich meiner Erwartungen.

Im nun schon gestarteten neuen Jahr 2020 werde ich natürlich weiter fleißig in die Tasten hauen. Dabei wird die Taktung der Beiträge wie bereits zuletzt etwas geringer ausfallen als in den vorherigen Jahren. Neben dem Blog wird hoffentlich vor allem die Gründung und der Aufbau der einzigen echten Brühler Brauerei in der Eule im Mittelpunkt stehen. Im Rahmen dessen möchte ich mein Cerevisia M auf 12 Getreide finalisieren und mich an weitere Stile wie Black IPA, Barley Wine oder Gruitbier heranwagen.

Und vielleicht schaffe ich es in diesem Jahr ja auch noch die bereits avisierte Reise ins Bierland Belgien realisieren können.

Über alle dem werde ich aber trotzdem auch weiterhin meine Bierbotschaft eines reformierten Reinheitsgebotes verbreiten und mich für Natürlichkeit, Qualität, Vielfalt, Regionalität und Transparenz einsetzen.

Ich möchte mich vor allem aber auch recht herzlich bei Euch allen bierinteressierten Lesern bedanken und nochmals meine Einladung erneuern, gerne jederzeit auch Beiträge in Form von Bildern, Videos, Audios oder kurzen Artikeln beizusteuern.

Bis dahin verbleibe ich mit bierigen Grüßen aus Brühl

Euer Markus

PS: Für weitere Infos zu meinen Gedanken zur Reinheitsgebotsreform verweise ich gerne nochmals auf  „Das Reinheitsgebot“.

564. BrewDog vs. To Øl Mercurial Mælk

Mein letztes Rezensions-Bier in diesem Jahr und damit auch Jahrzehnt habe ich kürzlich wieder mal im Bad Godesberger P&M erstanden. Es hat mich vor allem aufgrund seiner interessanten Zutatenliste überzeugt. Denn in diesem Imperial Chocolate Milk Stout stecken neben Weizen und Haferflocken auch Kakaochips und Laktose – also Milchzucker. Gebraut wurde das Mercurial Mælk von dem schottischen „Craftbeer-Primus“ in Kollaboration mit dem bekanntesten dänischen Craftbeer-Export To Øl.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Imperial Milk Stout
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Weizen, Haferflocken, Kakao, Hopfen, Laktose, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 12,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Ellon (Schottland)
Erscheinungsjahr. . .
2019

Fazit

Selten habe ich ein derart passendes und gutes Bier gleichzeitig getrunken. Schon beim Eingießen ist die cremige Öligkeit erkennbar, die sich wie eine wärmende Decke in der Mundhöhle ausbreitet. Noten von dunklem Malz, Zartbitter wie Vollmilchschokolade, Süßholz, Honig und Vanille vereinen sich in einer ausgesprochen schmackhaften Komposition. Leicht würzige und bittere Aromen geben dem Schoko-Milch-Stout darüber hinaus den nötigen Pepp. Von den über zwölf Umdrehungen ist dabei so gut wie nichts zu spüren. Selten passte der Spruch „last but not least“ also besser.

| 14 Pkt. (1)

https://www.brewdog.com/blog/brewdog-vs-to-ol/

Prost, guten Abend und guten Rutsch ins neue Jahr 2020! 🍻🎆

 

563. Dubuisson Bush de Noël

Mit dem heutigen Bier wünsche ich allen Lesern schon mal vorab ein schönes und leckeres Weihnachtsfest.

Beim Bush de Noël handelt es sich um das stärkste Weihnachtsbier Belgiens. Zudem kommt es aus der ältesten Brauerei der Wallonie. 1769 gegründet ist diese nicht nur bis heute in ein und derselben Familienhand, sondern feiert in diesem Jahr das 250-jährige Bestehen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Belgisches Starkbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Zucker, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 12%
Herkunft. . . . . . . . . . . Pipaix (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
1991

Fazit

Passend zur kalten (wenn auch hierzulande eher nassen) Jahreszeit wärmt dieses belgische Starkbier von innen. Eine Komposition aus dunklen Malzen und Früchten, holzigen Röstaromen sowie Karamell und Bonbon, begleitet von einer öligen aber spritzigen Textur wird unterstrichen von einer deutlich spürbaren Alkoholnote. Die zwölf Umdrehungen sind einfach nicht zu leugnen und wirken sich nicht gerade positiv auf die Drinkability aus. Zudem fehlt es mir auch etwas an Balance, sodass das Bier etwas unrund wirkt.

| 12 Pkt. (2+)

https://www.dubuisson.com/en/our-beers/bush/bush-de-noel-description/

Prost, guten Abend und frohe Weihnachten! 🍻🎄

>>>Übrigens: Der Name des Bieres ist nicht zu verwechseln mit dem Bûche de Noël – einem französischen Weihnachtsgebäck.

 

562. Veldensteiner Bierwerkstatt 2019 New England IPA

Kurz vor Weihnachten und damit dem Ende des Jahres möchte ich nochmals das ein oder andere Bier aus dem Fundus holen.

Heute am Start die 2019er Ausgabe der Bierwerkstatt-Reihe von Veldensteiner. Seit einigen Jahren bringt die Brauerei an der mittelfränkischen Pegnitz im Oktober eine neue limitierte Bierspezialität auf dem Markt. Dieses Jahr handelt es sich um ein New England IPA. Dieses folgt dem Trend, der eigentlich schon im vorherigen Jahr gestartet ist und sich dieses Jahr mit der Anerkennung dieses neuen Bierstils manifestiert hat. Ein NEIPA ist im Vergleich zu einem normalen India Pale Ale fruchtiger und vollmundiger im Geschmack.

Und hoffentlich wirkt das Bier, das ich als Geschenk von Kollegen erhielt, auch gesundheitsfördernd. Schließlich plagt mich schon seit Tagen eine leichte Erkältung.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . NEIPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Neuhaus an der Pegnitz
Erscheinungsjahr. . .
2019

Fazit

In der Tat kommt das NEIPA sehr fruchtig daher. Ich rieche und schmecke vor allem Melone, Litschi und Zitrusfrüchte heraus. Zudem kommen herbe heuartig Aromen zum Vorschein. Der geringe Malzanteil und die recht hohe Bittere sind ebenfalls keine Überraschung. Für meinen Geschmack hätte es noch etwas ausgeprägter in den Spitzen sein können, aber ansonsten ein mehr als solide Sonderedition.

| 11 Pkt. (2)

https://www.veldensteiner.de/index.php/aktuelles2/articles/veldensteiner-bierwerkstatt-2019.html

Prost & guten Abend! 🍻

 

561. Maisel & Friends Kaminfeuer

Nach einigen anstrengenden Umzugswochen möchte ich mich wieder auf Bierjubiläum zurückmelden. Wenngleich ich auch ankündige bis auf Weiteres eine geringere Taktung an Beiträgen zu schreiben.

Mein erstes Bier im neuen Heim habe ich mal wieder per Flaschenpost von Eva Ploß aus Bayreuth erhalten. Dort hat kürzlich zum zweiten Mal ein Hobbybrauwettbewerb stattgefunden, in der das beste Kellerbier gesucht war. Gewonnen hat Heiko Müller mit einer hellen Version aus Gersten-, Weizen- und Hafermalz sowie leichten Rauchanteilen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kellerbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen- & Hafermalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  13.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bayreuth
Erscheinungsjahr. . .
2019

Fazit

Ein wirklich tolles Bier, das verdient den Sieg bei der Hobbybraumeisterschaft von Maisel geholt hat. Die leichten, aber dennoch klar schmeckbaren Raucharomen vereinen sich sehr harmonisch mit der Malzsüße, die von Honig über Karamell und Lakritz bis zu Banane reicht. Während der Antrunk noch etwas rauchiger ist, wird es gen Abgang immer süßer. Mehr als interessant und eines der besten Biere des Jahres für mich.

| 13 Pkt. (1-)

https://flaschenfreund.de/bierstile/india-pale-ale/2712/maisel-friends-kaminfeuer-by-heiko-mueller

Prost & guten Abend!

 

560. Kasteel Barista Chocolate Quad

Das dritte Bier im Bunde der aus dem hiesigen Getränkemarkt erworbenen kommt ebenfalls aus dem Hause Kasteel van Honsebrouck. Es handelt sich um ein Quadrupel, dem stärksten belgischen Bierstil. Leider wurden dem Bier auch Aromastoffe zugesetzt. Das hält mich aber nicht davon ab es zu proBieren.

„Ein einzigartiges Spezialbier, die jeder Bierliebhaber probieren muss.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Quadrupel
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Zucker, Aromen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 11%
Herkunft. . . . . . . . . . . Izegem-Emelgem (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

In der Nase ein Mix aus Kaffee, Zartbitter und Butterkaramell – am Gaumen ein cremig-öliges und vollmundiges Geschmackserlebnis nach leicht bitterem aber vor allem süßem Schokoladenmalz, bei dem die 11 Umdrehungen so gut wie nicht hervorkommen. Nimmt man die ganz leicht penetrante Süße heraus, eigentlich also ein empfehlenswertes Bier. Dennoch bleibt es im Unklaren, wie viel vom Geschmack durch Aromen erzeugt wurden und wie viel von natürlichen Zutaten. Ich brauche weder schlechtes Handwerksbier noch leckeres Industriebier, dem nachgeholfen wurde. Deshalb die recht strenge Bewertung.

| 9 Pkt. (3+)

https://www.vanhonsebrouck.be/biere/by-kasteel/barista-chocolate-quad/?lang=de

Prost & guten Abend! ?

 

559. St. Louis Premium Geuze

Nach dem gestrigen belgischen Pils, folgt heute ein etwas typischerer belgischer Bierstil: Die Geuze.

Lange Zeit nur im belgischen Zennetal gebraut, wollten die Braumeister von der heutigen Kasteel Brouwerij Vanhonsebrouck 1957 die Geuze auch im westflämischen Emelgem herstellen.

Die Herausforderung: Dieser Bierstil ist spontangärig; d.h. er ist davon abhängig, dass er von wilden Hefestämmen befruchtet wird und erfährt keine herkömmliche Hefebeigabe zur Gärung. Um es auch andernorts brauen zu können wurde seinerzeit eine Grundmenge Geuze-Würze aus dem Zennetal in der Nähe von Brüssel eingekauft und in Eichenholzfässer eingebracht, sodass sich dort die Hefen weiterverbreiten konnten.

Dieses Experiment gelang und die neue Geuze wurde ein Kassenschlager. Spätestens nachdem dann in den 1970ern rund um die Brauerei in Ingelmunster ein weiteres natürliches Hefe-Biotop gefunden wurde, entstand ein regelrechter Geuze-Krieg zwischen Brüssel und Westflandern.

Zum Glück ist die Situation heutzutage deutlich entspannter, sodass ich die St. Louis Geuze in Ruhe proBieren kann – auch wenn mich der Namenszusatz Premium sowie die Inhaltszusätze Zucker und Stevia kurz von der Kaufentscheidung zurückschrecken hat lassen ;).

„Dieses Gueuze-Bier ist ein Verschnitt von jungem und altem Lambic, ein spontanvergorenes Bier.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Geuze
Brauart
. . . . . . . . . . . spontangärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Zucker, Stevia, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Emelgem (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
1958

Fazit

Die doppelte Süßungszugabe von Zucker (welcher aber auch für die Gärung unterstützend ist) und Stevia ist dem Bier deutlich anzumerken. Die Geuze-typische Säure kommt kaum noch heraus. Hingegen ist es sehr fruchtig süß und könnte als typisches Frauenbier abgestempelt werden. Warum hier derart gesüßt wurde erschließt sich mir nicht. Auch wenn das Bier grundsätzlich schmackhaft ist, erinnert es doch eher an ein Biermischgetränk als an eine Geuze.

| 10 Pkt. (2-)

https://www.vanhonsebrouck.be/biere/st-louis/st-louis-premium-gueuze/?lang=de

Prost & guten Abend! ?

 

558. Haacht Primus

Zwischen bereits gepackten Kartons möchte ich euch noch meine letzten Biere des Fundus vorstellen. Den Anfang machen Biere aus dem hiesigen Getränkemarkt.

Beginnen möchte ich mit einem Bier der Brouwerij Haacht aus dem flämischen Boortmeerbeek. 1898 als Brauerei und Molkerei Haecht gegründet, wird dort seit 1929 nur noch Bier gebraut. Die bis heute in Familienhand geführte Brauerei hat im Laufe der Zeit etliche kleinere Brauereien Belgiens und Frankreichs übernommen.

„Primus pilsner owes its name to Jan Primus, the Duke of Brabant. He was one of the most powerful feudal lords of all times.

He reformed the currency system and breathed new life into trade. When he won the battle at Woeringen in 1288 against the Archbishop of Cologne, he was able to unite Limburg and Brabant. This allowed him to keep trade routes safe and he helped Brabant grow into a prosperous state within the Holy Roman Empire.

He showed his appreciation for beer by the special privileges he granted to brewers.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pilsener
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Boortmeerbeek (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Gerade für einen belgischen Vertreter ein sehr ordentliches Pilsener. Das wesentliche Charakteristikum des würzig-herben Geschmacks wird ziemlich genau getroffen. Der Eindruck in der Nase erinnert sogar etwas an das Original aus Pilsen. Dennoch bleibt der Primus relativ eindimensional und birgt wenig Überraschungen.

| 11 Pkt. (2)

https://haacht.com/en/brands/beers/primus

Prost & guten Abend! ?

 

557. Rügener Inselbrauerei Snorkeler’s Sea Salt IPA

Das dritte und vorerst letzte alkoholfreie Bier der Inselbrauerei zu Rügen ist erneut ein wirklich seltenes Bier. Denn es ist für mich zumindest erst das zweite Bier, das mit Meersalz versetzt ist.

Übrigens brauen die Rügener ihre alkoholfreien Biere nach einem eigenen Frische-Destillationsverfahren und verwenden wie auch bei allen anderen Bieren stets den ganzen Doldenhopfen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Meersalz, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 0,4%
Herkunft. . . . . . . . . . . Rambin auf Rügen
Erscheinungsjahr. . .
2019

Fazit

Das dritte ist auch das beste alkoholfreie Bier in meiner kleinen Testreihe von der Rügener Inselbrauerei. Es überzeugt mit einem klar fruchtigen (v.a. Melone), grasigen und buttrigen Aromamix. Dabei schmeckt man nicht nur im Hintergrund das Salz, sondern wird von einer erstaunlichen Cremigkeit überrascht. Im Rahmen der Möglichkeiten eines Alkoholfreien also wirklich empfehlenswert.

| 12 Pkt. (2+)

https://insel-brauerei.de/

Prost & guten Abend! ?

 

556. Rügener Inselbrauerei Skipper’s Special Bitter

Das zweite alkoholfreie Bier der Inselbrauerei zu Rügen ist ein wirklich seltenes Bier. Auch wenn diese Bezeichnung jede Flasche der Brauerei ziert, handelt es sich hierbei wirklich um eines der ganz seltenen alkoholfreien Biere des Stils Bitter.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Extra Special Bitter
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 0,4%
Herkunft. . . . . . . . . . . Rambin auf Rügen
Erscheinungsjahr. . .
2019

Fazit

Durchaus ist bei dieser alkoholfreien Variante der Basis-Bierstil erkennbar. Eine schmeckbare Bitternote wird dabei begleitet von holzigen und strohigen Nuancen. Wie aber auch schon das Sufer’s Summer Ale wirkt es mir etwas zu schmal, wenngleich es die größte Herausforderung ist ein alkoholfreies Bier mit Tiefe und Charakter zu füllen.

| 9 Pkt. (3+)

https://insel-brauerei.de/

Prost & guten Abend! ?

 

555. Rügener Inselbrauerei Sufer’s Summer Ale

In den kommenden Tagen möchte ich mit Euch drei Biere teilen, die hoffentlich eine Bereicherung des doch noch ziemlich spärlich ausgestatteten alkoholfreien Craftbeer-Sortiments darstellen.

Alle drei kommen von der Inselbrauerei von Rügen, die in diesem Jahr mit vier alkoholfreien Bieren in ein neues Segment vorgedrungen sind. Alle sind vom Stile her ein relatives Alleinstellungsmerkmal, da diese bislang noch nicht oder nur kaum in alkoholfreier Variante angeboten wurden.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 0,4%
Herkunft. . . . . . . . . . . Rambin auf Rügen
Erscheinungsjahr. . .
2019

Fazit

Nachdem mich ein toller fruchtig-heuartiger Duft in der Nase begrüßte, konnte der eher herbe bis leicht bittere und hefige Eindruck auf der Zunge leider den dadurch entstandenen höheren Erwartungen nicht Stand halten. Zudem ist es wie öfters bei alkoholfreien Bieren, dass das Bier einfach zu abgeflacht daherkommt. Aber dennoch besser als viele namhafte Konkurrenzen.

| 9 Pkt. (3+)

https://insel-brauerei.de/

Prost & guten Abend! ?

 

554. De Leckere Paulus

Das dritte und letzte Bier, das ich aus meinem letzten Eulenbesuch mitgebracht habe ist ein niederländisches Abteibier. Gebraut wurde es von der 1997 gegründeten Brouwerij de Leckere aus Utrecht ausschließlich mit Zutaten aus kontrolliert ökologischem Anbau. Darunter neben Gersten- und Weizenmalz auch Hafermalz und – wie es für (belgische) Abteibiere durchaus üblich – Rohrzucker.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Abteibier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen- & Hafermalz, Rohrzucker, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Utrecht / Niederlande
Erscheinungsjahr. . .
1997

Fazit

Insgesamt ein leicht untypisches Abteibier. Klar dominiert von einem hefig-malzsüßen Geschmack, kommen nur ab und an leichte würzige, grasige und fruchtige Noten durch. Die siebeneinhalb Prozent sind wie so oft bei Abteibieren kaum zu spüren. Im Gegenteil ist der Paulus durchaus geeignet auch mit mehr als einer Flasche am Abend genossen zu werden.

| 11 Pkt. (2)

http://www.deleckere.nl/bier/paulus/

Prost & guten Abend! ?

 

553. Alvinne | Six°North Chain Reaction

Mein heutiges Bier ist wieder mal ein Collaboration Brew von der Brouwerij Alvinne aus dem niederländischen Moen und der Craftbier-Marke six°north aus dem schottischen Laurencekirk.

Bei diesem Blond Sour bzw. Wild Ale ist neben der Verwendung von 40% Weizenrohfrucht der Einsatz einer eigens gezüchteten sog. Morpheus-Hefe. Der dahinterliegende wilde Hefe-Stamm wurde in der französischen Auvergne aufgespürt und dann isoliert und kultiviert.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Wild Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Moen / Niederlande
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Während in der Nase noch heuartige und leicht würzige Noten mitmischen, dominiert die Säure auf der Zunge ganz klar. Nur ganz im Hintergrund ist eine fruchtige Malzigkeit erkennbar. Für den passionierten Sauerbier-Genießer sicher ein großer Genuss. Für mich schlicht zu sauer, auch wenn die Machart des Bieres anerkannt werden muss.

| 8 Pkt. (3)

https://www.alvinne.com/EN/ChainReaction.html

Prost & guten Abend! ?

 

552. Kaapse Brouwers Harrie

Diese Woche möchte ich Euch drei Biere vorstellen, die zum Einen alle aus dem Fundus der Brühler Eule stammen und zum Anderen allesamt mit Reinheitsgebot-unkonforme Zutaten daher kommen.

Beginnen möchte ich mit einem Bier, dass die Brouwerij de Molen in Bodegraven für die Kaapse Brouwers aus Rotterdam gebraut hat. Es handelt sich um Saison, dass mit Wacholderbeeren, zwei Sorten Pfeffer und Senfsaat eingebraut wurde.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Saison
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Wacholderbeeren, Pfeffer, Senfsaat Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Rotterdam [Bodegraven] / Niederlande
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Ein durchaus interessantes Bier. Insgesamt erfrischend und für über sechs Umdrehungen sehr mild. Dennoch ist die säuerliche, gewürzige und leicht bittere Note klar erkennbar. Sogar den Pfeffer kann man eindeutig identifizieren. Für mich ist es trotz der Milde aber noch einen Hauch zu sauer, wenngleich es handwerklich gut gemacht ist.

| 10 Pkt. (2-)

https://www.kaapsebrouwers.nl/harrie-2/

Prost & guten Abend! ?

 

551. Teutoburger Weizen

And last but not least: Gold.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Weizen
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Lengerich
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Das dritte Bier im Bunde der Teutoburger Brauerei hat Licht und Schatten. Der bananig-hefige und malzsüße Geschmackskern weiß durchaus zu überzeugen. Doch fehlt mir eindeutig eine Portion Spritzigkeit und mehr Würze. Auch die angedeutete Zitrusfruchtigkeit ist weder Fisch noch Fleisch.
Auch hier kann ich allerdings haltungsbedingte Schäden am Bier nicht ausschließen, sodass sich mein Urteil etwas relativiert.

| 9 Pkt. (3+)

https://teutoburger-bier.de/startseite.html

Prost & guten Abend! ?

 

550. Teutoburger Red Ale

Nach dem gestrigen Schwarz, folgt heute Rot.

Vielen Dank im Zuge dessen an Nils, der mir diese drei Biergeschenke überbracht hat.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Rotbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Lengerich
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

War es falsche Lagerung? Ist es tatsächlich schon drüber? Oder war es ein Montagssud?
Jedenfalls kann das Red Ale nicht mit dem Dunkel von gestern mithalten. Es wirkt insgesamt recht schal und leicht angesäuert. Eine grasige Fruchtigkeit mit trockener Malzkomponente ist der wesentliche Geschmackseindruck.
Schade, aber damit hätte ich wenigstens einen Grund die Brauerei mal vor Ort zu „überprüfen“ ;).

| 8 Pkt. (3)

https://teutoburger-bier.de/startseite.html

Prost & guten Abend!

 

549. Teutoburger Dunkel

Anlässlich des letztwöchigen Tag der Deutschen Einheit möchte ich in den kommenden drei Abenden drei sehr passende Biere zum deutschen Nationalfeiertag vorstellen.

Allesamt kommen sie von der 2010 entstandenen aber immer noch kleinen Teutoburger Handwerksbrauerei aus Lengerich – einem Ort vor Osnabrück auf NRW-Seite. Neben den vier Sortimentsbieren stellen die Braumeister Björn Heemann und Christian Schäfer auch weitere Bierprodukte her.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Dunkel
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Roggenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Lengerich
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Sowohl in der Nase als auch am Gaumen dominieren dunkelmalzige Aromen mit Noten von Süßholz, Honig und Karamell. Die Verwendung von teilweise biologisch versäuertem Roggenmalz spürt man in der Tat auch auf der Zunge. Die damit einhergehende kernige milde Säure passt sehr gut zum malzigen Gesamteindruck.
Insgesamt hätte ich bei dieser kleinen Brauerei irgendwie kein derart harmonisches und schmackhaftes Bier erwartet. Hut ab!

| 13 Pkt. (1-)

https://teutoburger-bier.de/startseite.html

Prost & guten Abend!

 

Lange Craft Beer Nacht Zur Eule @ 1. Brühler Kneipenfestival

Jennings Cocker Hoop Golden Ale | Wacken T.Y.R. Superior IPA | Kaapse Brouwers Karel American Bitter | St. Feuillien Saison | Oedipus Mannen Liefde Saison | Kompaan Bloed Broeder | Brewdog RIP Tide | Kasteel Cuvée du Chateau | Wacken Hymir Giant Stout

 

Im Rahmen des ersten Brühler Kneipenfestivals unter der Federführung von Radio Erft lud Biersommelier Markus Weick zur langen Nacht der Craftbiere in die Kierberger Eule ein. Wie immer präsentierte er dabei mehr als 100 unterschiedliche Biere und stellte Interessierten eine Einführung in die Welt der Biervielfalt vor. In der sehr gut besuchten Quartierskneipe freute ich mich über viele interessante Gespräche und ebenso viele spannende Biere.

Bier-Notizen:

  • Jennings Cocker Hoop Golden Ale :
    – obergärig; 4,2%
    – Ordinary Bitter von der Castle Brewery aus dem englischen Cockermouth (zu Marton’s gehörig)
    mild, trocken würzig, leicht herb, getreidig, strohig
    https://www.jenningsbrewery.co.uk/beers/

  • Wacken T.Y.R. Superior IPA :
    – obergärig; 8,3%
    – von der gleichnamigen Brauerei aus dem gleichnamigen Ort bekannt durch das gleichnamige Metal-Festival
    –  „Asengott Tyr ist der Gott des Kampfes, Krieges und des Sieges“
    fruchtig süß, rotmalzig, geringe Herbe, hopfig, vollmundig
    https://www.wacken.beer/tyr/

  • Kaapse Brouwers Karel American Bitter:
    – obergärig; 4,9%
    – von der Brouwerij de Molen in Bodegraven für die Kaapse Brouwers aus Rotterdam gebraut
    – glutenfrei
    mild, wenig Charakter, bitterlich, geringe Aromadichte
    https://www.kaapsebrouwers.nl/karel-2/

  • Oedipus Mannen Liefde Saison:
    – obergärig; 6%
    – aus der international bekannten Craftbeer-Schmiede in Amsterdam
    – mit Pfeffer und Zitronengras
    – dünn, erfrischend, fruchtig

    https://oedipus.com/beer/mannenliefde/

  • Kompaan Bloed Broeder:
    – obergärig; 9,1%
    – aus Den Haag
    – Imperial Stout mit Portwein
    – dunkelmalzig, ölig, Lakritz, Zartbitter, wenig Rotwein
    http://kompaanbier.nl/beer

  • Brewdog RIP Tide:
    – obergärig; 8%
    – vom Craftbeer-Riesen aus dem schottischen Ellon
    – Imperial Stout mit Haferflocken
    – typisch Stout-artig, holzig, dunkelmalzig

    https://brewdogrecipes.com/recipes/riptide

  • Wacken Hymir Giant Stout:
    – obergärig; 8,5%
    – „Hymir, der Finstere gehört zu den Jötun, dem nordischen Riesengeschlecht. Zusammen mit Thor fuhr er einst hinaus, um die Midgardschlange zu fangen.“
    – trocken-malzig, normale Süße, gering röstig

    http://www.wacken.beer/hymir/

 

Fazit:

Ein Format, das nach einer Wiederholung schreit. Auch wenn mir hierbei ein wenig die Bildungskomponente der Biermontage fehlte hat sich gezeigt, dass das Thema Craftbeer und Biervielfalt auch im Kölner Raum immer besser ankommt. Die lockere Geselligkeit taten ihr Übriges für eine entspannte Atmosphäre zum Bier-Genießen.

Mit voller Vorfreude auf die kommenden Veranstaltungen – von denen ich nach Möglichkeit wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zu Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/ oder http://eule-kierberg.de/

Blogbier, die XLIX. – Adé

Beim Abschied von meiner aktuellen Abteilung sowie einem Termin am Niederrhein konnte ich folgende Biere neu listen:

Bier-Notizen:

 

548. Hummel-Bräu Räucherla

Zwar geht die Grillzeit langsam aber sicher vorbei, doch für ein Rauchbier ist es nie zu kalt. Deshalb heute eines, dass noch auf meiner Liste fehlt. Es kommt aus dem kleinen Ort Merkendorf nordöstlich von Bamberg und damit aus dem Herzen der Rauchbierheimat.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Rauchbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Merkendorf
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Wieder mal ein Beispiel für das fränkische Bierphänomen: nicht nur die höchste Braueidichte Europas, sondern dabei auch eine bemerkenswert gute Bierqualität. Das Rauchbier der Merkendorfer Hummeln überzeugt mich in seiner Milde und würzigen Malzigkeit. Ich würde mir nur etwas mehr Tiefgang und Biss wünschen. Ein sehr gutes Rauchbier für Einsteiger.

| 11 Pkt. (2)

https://brauerei-hummel.de/index.php?top=2,21

Prost & guten Abend!?

 

547. Braurausch Kellerbier

Mein heutiges Bier ist das beste der Welt. So zumindest die beiden Braumeister Alexander Eichhorn und Tobias Wagner des Gemeinschaftssud von der Brauerei Eichhorn aus Hallstadt-Dörfleins nördlich von Bamberg und der Brauerei Wagner aus dem nur rund fünf Auto-Minuten entfernten Kemmern:

„Unser Gedanke war ganz einfach!
Wir wollten das „Beste“. Farbe, Geruch und natürlich der Geschmack – alles muss perfekt werden.
Unser Bier verführt die Sinne und macht aus einem „profanen“ Bier eine wahre Geschmacksexplosion. Schenke Deinem Gaumen etwas völlig Neues – einfach das Beste ;-)“

Die fränkische Kollaboration ist ein Kellerbier, das neben der typischen Unfiltriertheit noch eine Kalthopfung während der Gärung erfahren hat. Ein durchaus interessanter Ansatz – aber ob es das beste Bier der Welt ist?…

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kellerbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Hallstadt/Kemmern
Erscheinungsjahr. . .
2019

Fazit

Sehr grasige Heuaromen, strohig-würzige Rauchmalzigkeit und dumpfe Hopfenbitternoten im Hintergrund – ja, das Bier ist in der Tat nicht uninteressant, aber das beste Bier der Welt? Naja, meinem Gaumen nach zu urteilen nicht. Sieht man davon ab, dass ich selbst natürlich mit meinem Cerevisia M das beste Bier der Welt braue, habe ich durchaus schon herausragendere Biere verkostet. Das soll dieses mehr als solide und spannende Bier aber nicht abwerten.

| 9 Pkt. (3+)

http://www.braurausch.de/

Prost & guten Abend!?