605. Apostelbräu Schwarzer Hafer

Nach dem gestrigen sehr guten 5-Korn folgt nun heute der schwarze Hafer vom Apostelbräu.

Es ist das mir einzig bekannte Bier, dass mit dem seltenen schwarzen Hafer gebraut ist und macht somit dem Bierstil Schwarzbier außerordentliche Ehre.

„Jeder weiß wie man Bier trinkt und was passiert, wenn es zu viel war. Wie es entsteht wissen nur wenige.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Schwarzbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Hafermalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Hauzenberg-Eben
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

In der Nase harzig, strohig mit Noten von Zartbitter . Geschmacklich recht malzig, getreidig und ebenfalls strohig mit Zartbitter gepaart mit einer leichten Würze und Fruchtsäure. Insgesamt kommt der Schwarze Hafer süffig und leicht cremig daher. Doch eigentlich muss man ihn proBiert haben, um zu verstehen, welch außergewöhnlichen Aromen durch dieses seltene Getreide erzeugt werden. Einfach klasse, was Braumeister Rudi Hirz vom Apostelbräu in die Flasche bringt.

| 12 Pkt. (2+)

https://www.apostelbraeu.de/sortiment-1/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

604. Apostelbräu 5-Korn

Nach den gestrigen beiden fassgelagerten Bieren, geht heute die Reihe des Kernsortiments vom Apostelbräu los.

Den Beginn macht dabei direkt mein Favorit: Das 5-Korn-Bier. Neben Gerste und Weizen, befinden sich noch Dinkel, Roggen und Emmer darin. Ein BIer, das also genau nach meinem Geschmack sein dürfte.

„Jeder weiß wie man Bier trinkt und was passiert, wenn es zu viel war. Wie es entsteht wissen nur wenige.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen-, Dinkel-, Roggen- und Emmermalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Hauzenberg-Eben
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

In der Nase säuerlich, getreidig, gemüsig und würzig. Am Gaumen kommt das 5-Korn eher mild und süffig daher. Aromatisch stehen helles Malz, Nuss und Karamell im Vordergrund. Hinzu kommen leicht würzige und hefige Noten.
Dieses Mehrkornbier beweist erneut, wie viel Vielfalt im Getreide steckt und dass dies viel mutiger genutzt werden sollte. Prädikat: absolut empfehlenswert!

| 13 Pkt. (1-)

https://www.apostelbraeu.de/sortiment-1/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

603. Hirz-Bräu Capt’n Spelt & Granites Tub

Auch in/im Norden gekauft, aber aus dem tiefsten Süden Deutschlands kommen die Biere, die ich in den nächsten Tagen vorstellen möchte.

Allsamt stammen sie aus dem Hause Apostelbräu, was auf eine bewegte Geschichte seit 1890 zurückblicken kann. Schon zu Gründungszeiten lief die Brauerei eher schlecht denn recht, da kein gelernter Brauer zur Verfügung stand – Gründer Josef Hirz hatte sich eher der Naturheilkunde verschrieben. Drei Generationen später stand die Brauerei dann kurz vor der Schließung, als sich sein Urenkel Mitte der 1960er dazu entschloss die Brauerei auf der grünen Wiese neu aufzubauen. Mit dem heutigen Inhaber entstand dann schließlich um 1990 die erste Dinkelbierbrauerei Deutschlands. Seither liegt das Augenmerk vom Apostelbräu auf die Entwicklung und Herstellung von Bieren alternativer Getreidearten, wie neben dem Dinkel auch Emmer, Einkorn, Roggen oder Hafer. Seit einigen Jahren mischt man zudem auch im sogenannten Craftbeer-Segment mit.

Zwei dieser Biere möchte ich heute gegenüberstellen. Beide sind holzfassgelagert, das eine im Caribbean-Rumfass, das andere im Tennessee-Whiskyfass. Und beide werden selbstverständlich mit Dinkelmalz gebraut.

„Jeder weiß wie man Bier trinkt und was passiert, wenn es zu viel war. Wie es entsteht wissen nur wenige.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale / Amber Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Dinkelmalz, (Weizenmalz,) Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7% | 5,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Hauzenberg-Eben
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Capt’n Spelt:
In der Nase sehr intensiv nach Vanille, Holz und dunklem Rum. Geschmacklich schon sehr alkoholaromatisch mit bittersüßen und erdigen Aromen von Rum, Vanille und Getreide. Überdies recht cremig und vollmundig mit mittlerer Rezenz.

Granites Tub:
Geruchlich recht säuerlich, fruchtig, leicht holzig und etwas nach Whisky. Auf der Zunge würzig, erdig, säuerlich mit geringen Alkoholnoten. Insgesamt ein schlanker Körper und eine geringe Spritzigkeit.

| 11 Pkt. (2) // 9 Pkt. (3+)

https://www.apostelbraeu.de/sortiment-1/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

602. Freie Brau Union Bremen Deichbier

Unser Ferienhaus an der Nordsee lag nur wenige hundert Meter vom Deich entfernt. Umso passender war das Bier, was ich im Getränkemarkt in Norden gefunden hatte.

Das Deichbier ist ein helles Lagerbier von der 2015 neugegründeten Union-Brauerei in Bremen. 1907 erstmals entstanden, musste diese 1968 im Rahmen der beginnenden Biermarktkonzentration schließen. Zwischen 1748 und 2015 sank die Zahl der Bremer Brauereien von 35 auf 3. Dies wollten ein paar bierbegeistere und brauerfahrene Bremer ändern und gründeten die Marke neu. Der Zusatz Frei soll dabei nicht nur die Verbundenheit zur Freien Hansestadt zeigen, sondern auch für die Unabhängigkeit der Brauerei stehen. Gebraut wird im Gebäude der alten Unions-Brauerei, wo sich auch ein Braugasthof befindet. Neben dem Deichbier braut die Freie Union zahlreiche weitere (saisonale) Traditions- wie Kreativbiere.

„Alte Liebe – frischer Durst“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  11.4°P
Alkoholgehalt. . . . . . 4,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bremen
Erscheinungsjahr. . .
2015

Fazit

Der Geruch ist hellmalzig, würzig und angenehm buttrig. Auf der Zunge kommt es würzig, leicht herb, grasig und malzsüß daher. Insgesamt hat es eine gute Textur mit passendem Körper. Kein Bier für Freaks, aber definitiv eins, von dem man gerne mehr als eins gehabt hätte.

| 12 Pkt. (2+)

https://brauerei-bremen.de/deichbier/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

601. Ostfriesen Bräu Bagbander Bockbier

Fast zwei Wochen ist nun unser Nordseeurlaub her, bei dem ich neben vielen überregionalen auch einige regionale Biere kosten konnte. Ein Erwerb von dort möchte ich gerne heute vorstellen.

Es ist das Bagbander Bockbier vom Ostfriesenbräu. Einer Brauerei aus dem Herzen Ostfrieslands, die eine der seltenen Brauereineugründungen aus den 1990ern ist. Zum traditionellen Sortiment gehört ein helles und ein dunkles Bier. Aber auch einige weitere Sorten werden saisonal gebraut. Die ursprünglich als Molkerei genutzten Räumlichkeiten beherbergen neben der Brauerei auch ein Brauhaus-Gastraum und ein Brauereimuseum. Zudem bietet Brauereichef René Krischer auch Bierseminare und Braukurse an.

„Heet wat Besünners!“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Bock
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  16°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Großefehn-Bagband
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Im Geruch holzig, nussig und karamellmalzig. Auf der Zunge schmeckt es holzig, erdig und dunkelmalzig mit leichter Zartbitternote. Im Abgang wartet dann noch eine Portion Karamell. Insgesamt recht vollmundig mit guter Rezenz. Es ist zwar kein Überflieger, aber ein mehr als solides und empfehlenswertes Bockbier.

| 11 Pkt. (2)

https://www.ostfriesenbraeu.de/produkte/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

600. Maisel & Friends Project Maisel 2020 Galaxy Brown Ale

Bevor ich meine Biere aus meinem Nordseeurlaub präsentiere, habe ich heute ein Bier per Flaschenpost von Maisel erhalten.

Denn nicht nur die Bundesliga-Saison und das Schuljahr ist vorüber, auch die Lehrlinge der Maisel-Brauerei haben ihre Ausbildung absolviert. Erstmals durften die Absolventen als Gesellenstück ihr eigenes Bier brauen. Zusammen mit Braumeister Markus Briemle fiel die Wahl auf den recht seltenen Bierstil American Brown Ale. Wie es der Name schon vermute lässt, kam dabei vor allem die Hopfensorte Galaxy zur Verwendung.

„Well done & cheers Trainees!“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . American Brown Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  11.8°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bayreuth
Erscheinungsjahr. . .
2020

Fazit

In der Nase sehr grasig und fruchtig nach Grapefruit, Litschi und Brombeere. Am Gaumen recht herb, leicht grasig, bittersüß sowie nussig fast erdig mit wenigen Noten von Karamell und Zartbitter. Insgesamt ziemlich erfrischend und vollmundig mit einer guten Textur. Es läuft zwar noch nicht ganz rund, ist aber dennoch ein durchaus gelungenes Gesellenstück zu einer hoffentlich erfolgreichen weiteren Karriere als Brauer.

| 11 Pkt. (2)

https://maiselandfriends.com/biere/limited/galaxy-brown-ale/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

Urlaub an der ostfriesischen Nordsee, die II.

Vor zwei Jahren war ich bereits einmal mit meiner Familie an der ostfriesischen Nordseeküste. Dieses Jahr zog es uns mit Kind #3 im ersten Teil meiner letzten Elternzeit erneut dorthin. Ich nutzte die Gelegenheit, um meinen Biervorrat mal etwas zu tilgen. Auf den Plan standen neben diversen Discounter-Craftbieren auch nicht gelistete Biere aus den dortigen Märkten.

Bierfacts:

 

Vielen Dank im Zuge dessen auch an dieser Stelle nochmals an die beste Familie der Welt für diesen tollen Bauernhof-Nordsee-Urlaub.

Weitere Infos auch unter: http://www.ostfriesland.de/mein-ostfriesland/bummeln-und-kulinarik/regionale-spezialitaeten/bierkultur/ostfrieslands-brauereien.html?Brauereien=.

599. Tempest Brewing Co. Brave New World IPA

Bevor ich mich in einen zweiwöchigen Urlaub an der ostfriesischen Nordsee verabschiede (bei dem ich noch einige Biere nachholen werde). Möchte ich ein Bier vorstellen, dass schon etwas länger in meinen Kühlschrank wartet. Da ich zuletzt fast ausschließlich regionale Biere vorgestellt hatte, ist es von mir zunächst zurückgestellt worden. Vor meiner Abreise will ich es nun aber doch proBieren.

Es handelt sich um ein West-Coast-IPA aus dem 2010 gegründeten Hause Tempest Brewing Co im Süden Schottlands.

„THIS GOES OUT TO THE CRAZY ONES, TO THE WILD EYED, TO THOSE WHO CHASE TOMORROW. A FUTURE-PROOFED WEST COAST IPA WITH EVERYTHING LEVELLED UP: MAXIMUM BITTERNESS, PITHY GRAPEFRUIT, RESINOUS PINE… ALL UNDERPINNED BY THE FINEST MALT.

SEE YOU ON THE OTHER SIDE.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hafer, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Galashiels-Tweedbank [Schottland]
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

In der Nase sehr sehr fruchtig nach Maracuja, Orange und dunkle Beeren. Grasige und hellmalzige Aromen bilden den Übergang zum Geschmack. Hier dominieren ebenfalls fruchtige Hopfennoten. Für ein IPA ist es moderat bitter und herb und schließt mit einem bittersüßen Abgang. Insgesamt ist es ziemlich cremig mit einer relativ geringen Rezenz. Durchaus empfehlenswert.

| 12 Pkt. (2+)

https://www.tempestbrewco.com/item/208/TempestBrewCo/Brave-New-World-330ml-can.html

Prost & guten Abend ! 🍻

 

598. Blue Cat Sommerfrische

Nach dem Wieß folgt nun heute die Sommerfrische von der blauen Katze.

Dabei handelt es sich um eine Abwandlung eines belgischen Witbiers, das quasi eingedeutscht wurde. Anstatt Weizenrohfrucht, hat Klaus Keller Weizenmalz verwendet und darüber hinaus auch auf Gewürze wie Anis oder Kümmel verzichtet.

Das Bier war übrigens auch Teil des letzten Online-Biermontags Regionale Brauer der Eule.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Witbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Bitterorange, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Erftstadt-Lechenich
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

In der Nase gemüsig, hellmalzig und muffig-erdig – süffig. Geschmacklich kommt helles Malz, leichte säuerliche Frucht, wenig Malzsüße und ein sehr sanft bittersüßer Abgang hervor. Insgesamt ist die Sommerfrische durchaus ganz passig zu den wärmeren Temperaturen und sollte auch eher kühl getrunken werden.

| 11 Pkt. (2)

• https://www.bluecat-restaurant.de/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

597. Blue Cat Wieß

Bevor es übernächste Woche in unseren wohlverdienten Nordsee-Urlaub geht, wollte ich unbedingt noch die Biere von Klaus Keller vom Blue Cat proBieren. Vor knapp vier Wochen war ich dort um frisch abgefülltes Bier zu besorgen. Eigentlich wollte ich schon länger dorthin, aber die Corona-Krise habe ich zum Anlass genommen um diese kleine regionale Brauerei persönlich zu unterstützen und bin mit dem Rad und Anhänger extra aus Brühl gekommen um die drei Biere des aktuellen Sortiments einzupacken. Das Blue Cat spricht von sich selbst im Gegensatz zu vielen anderen Brauhäusern vom Brauerei-Restaurant.

Doch Klaus Keller musste wie viele andere Gastronomen im Zuge des Lockdown und der damit einhergehenden Beschränkungen das Restaurant schließen. Kurzerhand verschob er seine Kapazitäten und baute seinen Flaschenbierverkauf aus, um überhaupt noch Einnahmen zu generieren. Auch wenn der Bierverkauf überraschend gut lief und läuft, musste er kürzlich schweren Herzens das Restaurant für immer aufgeben. Zu groß sind selbst im Rahmen der derzeitigen Lockerungsübungen die Auflagen im Vergleich zur Wirtschaftlichkeit der Aufrechterhaltung des Betriebs. Wenigstens hat Klaus Keller aber angekündigt weiter Bier zu brauen und zu verkaufen, sodass hoffentlich die Brauerei nach der Krise wieder floriert.

Als erstes nehme ich das Flaggschiff des Blue Cat – den rheinischen Klassiker Wieß – unter die Lupe.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Wieß
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Erftstadt-Lechenich
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Im Geruch etwas muffig und säuerlich-erdig. Auf der Zunge gemüsig, hellmalzig, hefig-bananig, dumpf würzig mit Noten von Karamell. Insgesamt kommt das Wieß erwartungsgemäß süffig daher und hinterlässt einen angenehm süß-würzigen Abgang. Sieht man also mal von den etwas irritierenden olfaktorischen Eindrücken ab, ein mehr als ordentlichen Bier für fast jede Gelegenheit.

| 11 Pkt. (2)

• https://www.bluecat-restaurant.de/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

596. Remscheider Bräu Duuster

Das dritte Bier aus Remscheid im Rahmen meiner Regionalserie ist heute an der Reihe. Es handelt sich um ein untergäriges Dunkelbier, über dessen Namen die Remscheider Bürger öffentlich votieren durften.

„Seinen Namen hat unser Duuster von den Bürgern Remscheids.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Dunkel
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  13°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Remscheid
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Während der Geruch mit holzigen, dunkelmalzigen und erdigen Noten noch recht unauffällig ist, habe ich auf der Zunge schnell das Gefühl, dass das Bier bereits oxidiert ist. Es kommt sehr säuerlich daher, wobei wenige leicht röstige und bittersüße Karamellaromen durchbrechen. Zwar warnt das Etikett bereits davor, die Biere möglichst rasch aufzutrinken, doch hätte ich angesichts von nur drei Wochen MHD-Überschreitung bei einem dunklen Bier, eine derart schnelle Entwicklung nicht erwartet.

| 5 Pkt. (4)

• https://www.remscheider-brau.de/shop/biere/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

595. Dellmann’s Biir 2020

Als zweites Bier der Brauerei Dellmann aus Wermelskirchen tritt heute das Biir an. Dabei ist der Name ähnlich verwirrend wie der dazugehörige Bierstil. Während der Name auf die altdeutsche Bezeichnung für Bier in der Bergischen Region ist, verbirgt sich dahinter ein Bierstilmix aus Kölsch und Pils. Die diesjährige neue Rezeptur wird mit Weizenmalz eingebraut, sodass auch eine Nähe zum Weißbier vorhanden ist. Da es glücklicherweise naturtrüb geblieben ist, verorte ich es formal als Wieß.

„Unser Klassiker, das BIIR, erlebt als BIIR 2020 in verbesserter Rezeptur eine Neuauflage. Um das BIIR, das bislang von uns als ein eigenständiges „Mittelding“ zwischen Kölsch und Pils konzipiert war […]“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Wieß
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Wermelskirchen
Erscheinungsjahr. . .
2019

Fazit

Im ersten Eindruck fruchtig (vorwiegend Banane), kräuterig und sehr buttrig. Am Gaumen gesellt sich zur dumpfen Fruchtigkeit helles Malz, Honig, Vanille, Hefe und ganz geringe Herbe. Insgesamt überzeugt mich das BIIR nicht nur durch eine weiche und süffige Balance, sondern auch durch die interessante Bierstilkreation. Dellmann’s Bräu entwickelt sich langsam zu einem echten Geheimtipp…

| 13 Pkt. (1-)

 • http://dellmanns.de/de/beer/

Prost & guten Abend! 🍻

 

594. Maisel & Friends Smokey IPA

Ich unterbreche das aktuelle Regionalprogramm für ein Bier, das doch sehr gut zum heutigen „Vater- oder Herrentag“ passen sollte.

Mit dem ersten Brew-BQ-Bier sind die Brauer von Maisel aus Bayreuth in ein Projekt gestartet, bei dem sie jedes Jahr mit einem BBQ-Experten gemeinsam einen Sud entwickeln wollen. Erste Pate des Brew-BQ-Bier war Camillo Tomanek alias Don Caruso – seines Zeichens 3x Deutscher Meister und im Jahr 2008 Weltmeister im Grillen. Don Caruso und Maisel verbindet eine längere Freundschaft, die Idee zum Bier ist aber letzten September in Düsseldorf geboren. Noch vor dem Corona-Lockdown konnte das Wunsch-Bier von Camillo, Braumeister Markus und Biersommelier Michael fertig gestellt werden.

„Es sollte ein Bier werden, das die Welt der modernen Bierspezialitäten mit BBQ verbindet.“

Ein Bier also, das passender nicht sein könnte – an einem Tag an dem sicher nicht nur ich das schöne Wetter zum Grillen genutzt habe.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Rauch-IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  14.8°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bayreuth
Erscheinungsjahr. . .
2020

Fazit

In der Nase hopfig-fruchtig, angeräuchert mit Kräuteraromen. Am Gaumen vor allem hopfig-herb mit holzig-rauchige Basis und fruchtigen Spitzen. Zu einer erkennbaren Bittere gesellt sich etwas Karamell, dass zum Abgang wieder abnimmt. Insgesamt wie von Maisel ein erwartbar gut ausbalanciertes Bier, das durch die Kombination von Rauchnoten und Fruchtaromen sehr interessant ist.

| 12 Pkt. (2+)

 • https://maiselandfriends.com/biere/limited/smoky-ipa/

Prost & guten Abend! 🍻

 

588. Bierverkostung Zur Eule 05/20 ONLINE – Regionale Brauer

Bönnsch | Blue Cat Sommerfrische | Ennert Bräu Ludwig van Beethovens 250. Biersymphonie | Brauerei 53 Cider | AleMania New England IPA

Der 55. Biermontag in der Brühler Eule sollte eigentlich gebührend vor Ort gefeiert werden. Doch die Corona-Beschränkungen lassen dies weiterhin nicht zu, sodass Biersommelier Markus Weick erneut zum virtuellen Biermontag einlud. Hierfür hatte er zuvor erneut über 100 Bierpakete ausgeliefert und eine über einstündige You-Tube-Video-Premiere gestartet.

Die Krise ist insbesondere für kleinere Brauereien und Gaststätten eine immense Herausforderung. Da auch Markus die Eule für den regulären Betrieb schließen muss, will er zumindest im Sinne des „Support-your-Locals“-Gedanken die regionale Bierwirtschaft unterstützen und funktioniert diese zur Brühler Verkaufsstelle für regionales Bier um.

Thema

Hierzu passend war auch das Bierthema im Mai: Regionale Brauer. Dabei war es schon der zehnte Biermontag, in dem das Thema Region im Vordergrund stand. So waren zum Beispiel bereits mit AleMania und der Brauerei 53 aus Bonn, Blue Cat aus Lechenich, Heinenhof aus Pulheim-Orr und den Gleisbrauern von Alten Bahnhof in Frechen fünf Brauereien zu Gast in der Eule.

Hierzu konkretisierte Markus zunächst einmal den Begriff der Region, der durchaus vielfältig interpretierbar ist. Entscheidend für den Regionsbegriff der Eule ist der Blick aus dem Fenster des Obergeschoss. Jede Brauerei, die man (theoretisch) von dort aus sehen kann gehört zur Region. Und da die Eule hoch oben auf dem Kierberg gelegen ist, reicht der Blick glücklicherweise vom Kölner Südwesten bis ins Siebengebirge.

Die Biere

Zum Start der Verkostung nahm Markus ein Bier, das auch ich ganz zu Beginn meines Blogs proBiert hatte: Das Bönnsch.

In diesem Zusammenhang wies er auch darauf hin, dass der Braumeister vom Bönnsch Gunnar Martens bereits seit vielen Jahren Brauseminare anbietet und daraus schon der ein oder andere Mikrobrauer in der Region hervorgegangen ist.

Zweites Bier des Abends war die Sommerfrische der kleinen Restaurant-Brauerei Blue Cat aus Lechenich. Noch bevor ich vom Thema des Mai-Biermontags wusste, bin ich noch mit meinen Kindern selbst zur blauen Katze gefahren und habe Klaus Keller um ein paar Flaschen seines kleinen aber feinen Sortiments erleichtert.

Als nächstes folgte Beethovens I. Biersymphonie vom Bonner Ennert Bräu. Die kleine seit 1996 bestehende Brauhaus-Brauerei verkaufte noch bis vor Kurzem ihr Bier ausschließlich im Betrieb in Pützchen. Das Sortiment ist zwar relativ klein, aber mindestens einmal im Jahr braut Braumeister Uwe Lorbetzki einen besonderen Sud. Zum 250. Geburtstag vom Bonner Ludwig van Beethoven hat er sich ein besonderes Bier überlegt, dass ohne Bierstil-Deklaration daherkommt. Es ist die große Freiheit eines jeden Einzelnen dies zu definieren.

Markus hatte aber schon so eine Vermutung.  Daher hat sich mit Unterstützung von Raffael Sanders – einem Bierkenner aus Kierberg – anhand verschiedener Altbiersorten an das Bier herangetastet und es schließlich auch als solches identifiziert.

Vor dem Abschlussbier gab es dann noch ein Novum: Der erste Cider bei einem Biermontag. Für mich zwar außer Konkurrenz, da ich mich mit dem Bierjubiläum ausschließlich aufs Bier konzentriere. Aber durch den regionalen Fokus mit der Brauerei 53 aus Bonn und den verwendeten Äpfeln vom Freilichtmuseum Kommern dennoch mehr als passend für das Tasting. Die Brauerei 53 war letztes Jahr bereits zu Gast in der Eule und präsentierte ihre ersten Biere, die das Trio um Biersommelier-Weltmeister Stephan Hilbrandt bei Fritz Wülfing in Bonn kreiert.

Zum Schluss der Online-Verkostung präsentierte Markus noch das New England IPA von AleMania selbst, welches dem IPA-Spezialisten meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist.

 

Fazit:

Es war erneut schön zu sehen und zu lesen, dass die Eule und der Biermontag weitergeführt und derart unterstützt werden. Dabei bietet die You-Tube-Variante gerade mir als Blogger den großen Vorteil, dass ich mir das Video auch später immer wieder anschauen kann.  Aufgrund der nicht vorhandenen Möglichkeit sich die Biere zu teilen, ist dies aber auch für alle anderen praktisch, die sich das ein oder andere Bier erst im Nachgang zu Gemüte führen.

So gut die Technik zum Online-Biermontag auch funktioniert (auch die Bildqualität hatte sich im Vergleich zum Vormonat verbessert), vermisse ich dennoch die persönliche Interaktion und Kommunikation vor Ort, die eine Live-Chat nun mal nicht aufwiegen kann.

Indes hat Markus angekündigt, auch trotz der neuerlichen Lockerungsmaßnahmen die Eule nur für den Außerhausverkauf offen zu halten. Angesichts der Vermutung, dass die eingeführten Abstandsregelungen auch noch längerfristig Bestand haben werden, ist also leider bis auf Weiteres nicht mit einem Offline-Biermontag wie noch vor der Krise zu rechnen.

Die vorgestellten noch nicht gelisteten Biere werde ich übrigens in Kürze nochmals einzeln rezensieren, damit ich darauf intensiver eingehen kann.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/http://eule-kierberg.de/

Die Videos zum Biermontag sind unter dem YouToube-Channel Bier im Quartier auf https://www.youtube.com/channel/UC5pkDMoWIkfj6cpKJkoObaQ abrufbar.

593. Hensen Rote Dämmerung

Nach einem schönen Tag mit der Familie möchte ich das Wochenende mit der roten Dämmerung von Hensen ausklingen lassen.

Hierbei handelt es sich um ein Red Ale – also einem Verwandten des Altbieres.

Das Design der Hensen-Biere stammt übrigens aus der Feder von Florian Schommer.

„Wir nennen es nur nicht Craftbier – für uns ist es einfach Brauhandwerk.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Red Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Mönchengladbach
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Die Rote Dämmerung kommt sehr würzig und holzig daher. Ein Trio aus Bitterkeit, Röstaromen und Sauermalz spielt im Hintergrund die Musik. Insgesamt ist es dennoch recht süffig, mir allerdings zu trocken und unausgewogen.

| 9 Pkt. (3+)

 • https://brauerei-hensen.de/#biere

Prost & guten Abend! 🍻

 

592. Dellmann’s Bräu Gustav IPA

Mein heutiges Bier – ebenfalls wieder ein IPA – führt mich nach Wermelskirchen im Bergischen. Dort wird seit 2015 „Craftbier“ hergestellt. Eines davon ist der Gustav. Ein auf den ersten Blick recht eigentümlicher Name für ein Bier. Allerdings verbirgt sich – wie ich nach etwas Recherche herausfand – dahinter eine für den Außenstehenden nicht sofort erkennbare Erklärung. Gustav Dellmann hieß zur Zeit des vorletzten Jahrhundertwechsels ein damals sehr populärer evangelischer Pfarrer, der die Stadt nachhaltig geprägt hat. Bis heute spricht man von den Bürgern Wermelskirchens als die Dellmänner. Deshalb war es naheliegend das Markenzeichen der Brauerei auch so zu benennen.

Wir sind gerne Dellmänner und so war die Namenswahl für unser Bier keine Frage, sondern „Bürgerpflicht“.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  14°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Wermelskirchen
Erscheinungsjahr. . .
2019

Fazit

Am Riechkolben grasig und holzig mit Noten von Karamell und einer dumpfen Fruchtigkeit. Am Gaumen dann weiter fruchtig, malzsüß mit einer geringen Bittere und Herbe. Insgesamt überrascht der Gustav mit einer außerordentlichen Süffigkeit und Harmonie, auch wenn er dadurch weniger Tiefe in der Hopfenaromatik besitzt. Dennoch gerade aufgrund der tollen Balance ein absolut empfehlenswertes IPA, das erneut zeigt, wie gut handwerkliche Braukunst ist.

| 13 Pkt. (1-)

 • http://dellmanns.de/de/beer/

Prost & guten Abend! 🍻

 

591. Hensen Hopfenschelle IPA

Nachdem ich hier letztes Jahr bereits das Alt der Mönchengladbacher Brauerei Hensen vorgestellt hatte, möchte ich mich heute im Rahmen meiner NRW-Regional-Tour auf das Hopfenschelle stürzen. Ein IPA, das ebenfalls dem Standard-Sortiment der Handwerksbrauer angehört.

„Wir nennen es nur nicht Craftbier – für uns ist es einfach Brauhandwerk.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  16°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Mönchengladbach
Erscheinungsjahr. . .
2015

Fazit

Die Hopfenschelle überrascht mit sehr fruchtigen Aromen von Maracuja, Melone, Orange und Stachelbeere und einer kaum wahrnehmbaren Bittere. Hinzu kommen Aromen von Butter, Süßgras und Karamell. Das insgesamt vollmundige aber recht seichte IPA dürfte für Einsteiger eine gute Wahl sein, obschon eine gewisse Balance fehlt.

| 12 Pkt. (2+)

 • https://brauerei-hensen.de/#biere

Prost & guten Abend! 🍻

 

590. Remscheider Bräu Toolbox IPA

Zum Vergleich vom IPA am Wochenende folgt heute das Toolbox IPA aus Remscheid, deren Coffee Stout ich schon proBiert habe.

Gerade in Zeiten, wo sich viele in die Heimwerker-Arbeit flüchten ein doch ganz passiges Bier.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  16°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Remscheid
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

In der Nase klar grasig-fruchtige Noten mit leichtem Karamell. Auf der Zunge ist eine geringe Bittere und dumpfe aber merkliche Herbe zu spüren. Dazu kommt eine fruchtige Süße und grasig-strohige Aromen. Darüber hinaus ist das Toolbox IPA vollmundig und cremig, wenn auch mit wenigen aromatischen Spitzen.

| 10 Pkt. (2-)

• https://www.remscheider-brau.de/shop/biere/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

589. Brauprojekt 777 Triple 7 IPA

Nach einem relativ geschenkten Tag, möchte ich mit meiner Serie an regionalen Bieren weitermachen und setze sie mit dem Brauprojekt 777 aus dem tiefsten Niederrhein fort.

Im beschaulichen Ort Spellen gründeten dort 2012 der gelernte Brauer und Mälzer Arne mit seinen Freunden vom Mofaclub Kobras Torsten, Christian und Tim ihre eigene Brauerei. Bevor dort jedoch handwerkliche Biere gebraut wurden, konstruierten die Jungs auch die Brauanlagen in Eigenhand.

Eines der vier Biere des ständigen Sortiments ist das Triple 7 IPA. Daneben werden aber auch eine Reihe saisonaler Biere gebraut, die oft über den Tellerrand des Reinheitsgebots hinaus schauen.

Die 777 steht übrigens für das Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung von Spellen.

„Mit Herz und Händen gebraut.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  18°P
Alkoholgehalt. . . . . . 8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Voerde-Spellen
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

In der Nase kommt die dreifache 7 grasig, harzig und buttrig-fruchtig daher. Am Gaumen kommen dann die Hopfen sehr deutlich zum Vorschein. Zu einer grundsätzlichen Herbe gesellt sich eine fruchtige Note nach Maracuja, Aprikose und Stachelbeere, um dann mit einem leicht bitterem Abgang zu schließen. Insgesamt begeistert mich der sehr cremige Eindruck, wenngleich etwas mehr Balance zwischen den Hopfenaromen noch besser wäre.

| 12 Pkt. (2+)

• https://www.brauprojekt777.de/unsere-bier-spezialit%C3%A4ten/triple-7-ipa/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

587. Fleuther Dark Choc

Zum Ende des Wochenendes gibt es für mich ein Bier, dass mir Fleuther aus dem niederrheinischen Geldern freundlicherweise gratis zu meiner Bestellung hinzugefügt haben. Grund hierfür ist das seit August letzten Jahres abgelaufene MHD. Gerade aber bei einem dunklen Starkbierdürfte das der Qualität keinen Abbruch tun. Im Gegenteil, entwickelt ein solches Bier noch intensivere Aromen im Laufe der Zeit.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Bock
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Geldern
Erscheinungsjahr. . .
2018

Fazit

Es ist immer wieder spannend, was aus dem Zutaten Malz und Hopfen für eine Geruchs- und Geschmacksvielfalt erzeugt werden kann. Beim Chocolate Bock strotzt vor allem das Malz vor Schokolade. In der Nase noch eine Mischung aus Zartbitter und Vollmilch, bleibt auf der Zunge nur noch dunkle Schokolade übrig. Hinzu kommen gut abgestimmte Röst- und Malzaromen und eine herbe Lakritz-Note. Insgesamt ist das Bier vollmundig, cremig und leicht spritzig. Vermutlich hat die längere Lagerung nicht nur die Zartbitternoten, sondern auch die Herbe intensiviert. Letztere führt dazu, dass ich das Bier leider nicht in eine Top-Wertung bringe kann.

| 12 Pkt. (2+)

• https://www.fleuther.de/biersorten/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

586. Mücke Ingwer Pale Ale

Als letztes nicht Reinheitsgebots-konformes Bier meiner Regional-Serie geht das Mücke Ingwer Pale Ale ins Rennen.

Benannt nach dem letzten Grubenpferd der Zeche Zollverein, das auch auf dem Etikett zu sehen ist, steht die Mücke für das klassisch deutsche Craftbeer-Segment sowie aber auch traditionelle Bierstile. Das Ingwer Pale Ale war dabei das erste Bier der beiden „Braumeister“, das den Weg vom Hobbybrauen in die mittelständische Produktion der Liebharts Brauerei geschafft hatte.

Und da Ingwer bekanntlich sehr gut für das Immunsystem ist, passt es doch hervorragend in die aktuelle Zeit.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Ingwer, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Essen [Detmold]
Erscheinungsjahr. . .
2016

Fazit

In der Tat dominiert der Ingwer diese Bier. Neben einer interessanten Buttermalz-Note ist das fruchtige Ingwer-Aroma beim Riechtest klar im Vordergrund. Auch auf der Zunge kommt das Pale Ale würzig, trocken-malzig, säuerlich-fruchtig und leicht scharf daher. Insgesamt ist es bei einer reduzierten Rezenz recht vollmundig. Ich finde es ein durchaus interessantes Bier, das aber sicher nicht jedem schmeckt.

| 11 Pkt. (2)

•  https://www.facebook.com/muecke.craftbeer/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

584. Ruhrpottbrew Honey Pepper Ale

Von Remscheid geht es heute im doppelten Sinne des Wortes in den Pott. Denn in Oberhausen-Sterkrade – also mitten im Pott – braut der Pottwal. Zumindest ist dies das Logo der seit 2016 existierenden Ruhr Pottbrew. Braumeister ist ein gelernter Schreiner, der dann aber viele Jahre im Ausland Brauereien aufbaute und Biervielfalt kreierte, um dann wieder in die Heimat NRW zurückzukehren.

Eines ihrer Sortiments-Biere ist mein heutiges Honey Pepper Ale, das mit Honig und Szechuan Pfeffer im Brauhaus Rüttershof eingebraut wurde.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Pfeffer, Honig, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Oberhausen [Castrop-Rauxel]
Erscheinungsjahr. . .
2016

Fazit

Dieses Bier ist ein erneuter Beweis dafür, dass das alte Reinheitsgebot ausgedient hat. Mit dem Zusatz von zwei natürlichen Zutaten Honig und Pfeffer wird ein wirklich tolles Geruchs- und Geschmackserlebnis kreiert. Süßholz, Karamell, Lakritz und Honig in der Nase und ein malzig-würziger und leicht kräuteriger Eindruck auf der Zunge. Ergänzt wird dies durch eine unaufdringlich wie harmonische Süße, die nur im trockenen Abgang durch etwas Säure und Schärfe abgelöst wird. Prädikat: Empfehlenswert.

| 13 Pkt. (1-)

https://www.facebook.com/pg/ruhrpottbrew/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

583. Remscheider Coffee Stout

Heute geht es gedanklich zu einem der zentralsten Orte zwischen Rheinland und Ruhrgebiet. Denn auch in Remscheid wird abseits des Reinheitsgebots handwerklich gebraut. Zentral am Hauptbahnhof gelegen bieten die Remscheider aber auch Platz für ein Brauhaus samt Eventlocation und Biergarten. Alles zwar in Zeiten der Corona-Krise leider uninteressant, aber dennoch erwähnenswert.

Wenn man auch außerhalb Remscheids und in diesen Zeiten Remscheider Bier kosten möchte, kann man sich im Online-Shop ein 4er-Probier-Paket samt Glas ordern. Netterweise hat mich dann im Paket noch ein fünftes Bier überrascht, das ich euch heute vorstellen möchte. Es handelt sich um ein Coffee-Stout, dem gemahlene Kaffeebohnen zugesetzt worden sind. Für mich einer der interessantesten Bierstile, die aber selten meinen Geschmack treffen. Deshalb bin ich jedes Mal aufs Neue gespannt, wie es diesmal ausgeht.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Stout
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Kaffeebohnen, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  16°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Remscheid
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Ein ordentliches Coffee Stout, das vor allem durch den dominanten Kaffee-Geruch und Geschmack besticht. Während es in der Nase noch Noten von Zartbitter enthält wirkt es geschmacklich schon sehr nach Kaffee, zudem sich noch Aromen von dunklen Früchten und Erde hinzugesellen. Insgesamt bleibt das Stout erstaunlich süffig und lässt den typischen tiefen Körper vermissen.

| 9 Pkt. (3+)

https://www.remscheider-brau.de/brauerei/

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582. Gruthaus Pumpernickel Porter

Passend zum vorgestrigen Bierjubiläum starte ich meine Reihe an Bieren aus NRW; beginnend mit all jenen, die über den Rand des derzeitigen sog. Reinheitsgebots hinwegblicken und weitere interessante (natürliche) Zutaten anbieten.

Starten möchte ich mit einem Bier, dass ich schon lange auf meiner Liste hatte, aber bislang noch nicht proBieren konnte. Das Pumpernickel-Porter von der Münsteraner Marke Gruthaus ist für mich deshalb interessant, da es mit Brot eingebraut ist. Neben Roggenmalz wird dem Sud auch Schwarzbrot beigegeben. Spätestens seit ich selbst beim Brotbierbrauen bei meinem Braufreund Ralf mitmachen konnte, bin ich begeistert von der Idee diese beiden Grundnahrungsmittel miteinander zu vereinen. Daher bin ich gespannt wie sich der Pumpernickel geschmacklich auswirkt.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Porter
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Roggenmalz, Pumpernickel, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  13°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Münster [Detmold]
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Der Pumpernickel Porter ist ein Potpourri aus unterschiedlichsten Aromen. Karamell, Holz, Getreide, Zartbitter und Butter vereinen sich hier mit süßem, dunklen und leicht röstigem Malz sowie einer gering bitteren Säure. Dabei sorgt das Schwarzbrot auch für einen ansprechend vollmundigen Körper. Für meinen Biergeschmack höchst passend, absolut empfehlenswert und ein klarer Kandidat für die diesjährige Bierjubiläum-Top Ten.

| 13 Pkt. (1-)

http://www.gruthaus.de/biere/pumpernickel-porter/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

585. Cerevisia M – Vintage Cuvée

Heute ist es wieder soweit: Bierjubiläum. Vor genau 504 Jahren erließen die damaligen bayrischen Herzöge eine Verordnung, die heute allgemein als das „Reinheitsgebot“ bezeichnet wird.

Seit Anfang 2016 beschäftige ich mich nun mit dem Thema und habe in der Zeit einiges an Wissen und Biererfahrung ansammeln können. Meine Bierliste umfasst inzwischen rund 1.750 Biere. Zu Ehren des Bierjubiläum 2018 hatte ich mir etwas ganz besonderes vorgenommen: mein erstes selbstgebrautes Bier. Wie ich schon damals vom Brautag und der Abfüllung berichtete, hatte ich dabei das Glück gehabt, dass mir Ralf Mohr vom Braukunst Vorgebirge nicht nur seine Braugarage nebst Anlagen zur Verfügung gestellt hatte, sondern mich auch mit seinem reichhaltigen Wissen rund ums Brauen unterstützt hatte. Als Zeichen für eine Reform des „Reinheitsgebots“ braute ich das erste Bier der Welt, das mit allen sieben Hauptgetreidearten Gerste, Weizen, Roggen, Hafer, Reis, Mais und Hirse gebraut wurde. Bislang gibt es zwar Biere mit unterschiedlichsten Korn-Kombinationen, ein solches gab es aber bis dato noch nie. Würde ich es kommerziell brauen, bräuchte ich hierfür eine Sondergenehmigung und dürfte ich wahrscheinlich noch nicht einmal Bier nennen. Dabei enthält es ausschließlich Getreide, Hopfen und Hefe. Alles was eigentlich ein Bier ausmacht. Und nichts, was nicht auch auf anderen Kontinenten für ein Bier essentiell ist: Mais in Amerika, Hirse in Afrika und Reis in Asien. Für mich also unbegreiflich, warum hier der deutsche Gesetzgeber weiterhin blind der großindustriellen Brau-Lobby folgt. Hinsichtlich weiterer Zutaten wie Obst oder Gemüse kann ich Diskussionsbedarf zwischen Traditionalisten und „modernen“ Craft-Brauern durchaus nachvollziehen. Warum jedoch kein weiteres Getreide außer Gerste in untergärigen sowie Weizen, Hafer und Roggen in obergärigen Bieren rein darf bleibt mir weiterhin ein Rätsel.

Nachdem sukzessive die Kornzahl erhöhte war nun zuletzt 2019 das CEREVISIA Mx entstanden. Weiterhin auf der Basisrezeptur eines unfiltrierten Altbieres, sind bislang 10 Getreidesorten enthalten: Gerste, Weizen, Roggen, Hafer, Dinkel, Emmer, Einkorn, Reis, Hirse, Mais.

Zum heutigen Tag des deutschen Bieres möchte ich einmal die Sude 7-Korn, 8-Korn und 9-Korn quasi als Vintage-Cuvée proBieren. Da jeder Sud seine besonderen Eigenheiten mit sich gebracht hat, die im Laufe des Erfahrungsgewinns als junger Hobbybrauer eingeflossen sind, ist es für mich besonders spannend zu sehen, wie die drei ersten Cerevisia miteinander harmonieren.

Und vielleicht kann ich in Kürze auch schon von meinem geplanten nächsten Sud berichten: Dem 12-Korn-Neo-Alt Cerevisia

#Natürlichkeit
#Qualität
#Vielfalt
#Regionalität
#Transparenz

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Mehrkorn-Neo-Alt [Bierjubiläums-Jubiläumsbier]
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen-, Roggen-, Dinkel- & Emmermalz, Hafer-, Einkorn-, Reis- & Hirseflocken, Cornflakes, Röstgerste, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  ~18°P
Alkoholgehalt. . . . . . ~5,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bornheim-Sechtem [Brühl-Pingsdorf]
Erscheinungsjahr. . .
2018-19

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___15
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________14
Fazit

  | Da alle drei Versionen ihren ganz eigenen Charakter haben, ist es interessant zu schmecken, wie diese in der Blend-Variante daherkommen. Während das 7-Korn noch eher mild-herb, das 8-Korn eher malzsüß und das 9-Korn hopfig ist, kommen im Blend alle ohnehin schon komplexen Einzelaromen zusammen. Selbst nach ein bis eineinhalb Jahren schmeckt es klar fruchtig-süß nach Karamell und Süßholz sowie einer buttrig-grasigen Note. Keinerlei Bitterstoffe und Oxidationssäure ist dabei zu verspüren. Für eine derartig lange Lagerung allerdings auch ziemlich süffig-mild. Insgesamt muss ich also sagen: Es hat sich gelohnt.

 • weitere Infos zu meinem Reformvorschlag für das „Reinheitsgebot“ unter: http://www.bierjubilaeum.de/das-reinheitsgebot/.

Prosit Mundus manufactum!