520. Maisel & Friends Hoppy Hell

Bevor es am Wochenende mit dem Craftbeer Festival Cologne ernst wird, möchte ich gerne noch eine Flaschenpost mit Euch teilen. Sie kommt wie so oft von der tüchtigen Eva Ploß von Maisel und ist die Erweiterung des Sessionbier-Sortiments von Maisel & Friends.

Mit dem Hoppy Hell wollen die Bayreuther den klassischen bayrisch und fränkischen Bierstil mit einer eigenen Interpretation wieder etwas mehr in den Fokus rücken. Dafür versetzen sie dem Hellen eine Kalthopfen-Kur ohne seine Süffigkeit zu verdrängen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Helles
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  11.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bayreuth
Erscheinungsjahr. . .
2019

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________8
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________12
Fazit

  | sehr zitrus-fruchtig, Litschi & Maracuja, gering grasig
  | mittlerer Körper, würzig, hellmalzig, fruchtig, etwas hopfen-grasig, gering bitter, feinperlig, fruchtsüßherber Abgang
  | Ein wahrlich interessante Interpretation des klassischen Hellen. Meines Erachtens ist die Kalthopfung ein bisschen über’s Ziel hinaus geschossen, da die fruchtigen Hopfennoten einerseits natürlich schmackhaft aromatisch sind, anderseits das Bier aber etwas eindimensional erscheinen lässt. Mir fehlt es schlicht an den typisch malzigen leicht karamelligen Noten, die etwas in’s Hintertreffen geraten sind. Dennoch eine gute Erweiterung des Standardsortiments von den Maisel Freunden: 11 Pkt. (2).

 • https://maiselandfriends.com/biere/session/hoppy-hell/

Prost & guten Abend! 🍻

 

519. Serena

Zum Wochenendabschluss präsentiere ich Euch wieder einmal eine kleine Rarität, die sinnbildlich für die europäische aber auch bierige Vielfalt steht.

Das Serena ist eines der wenigen Biere aus der zu Frankreich gehörenden Mittelmeer-Insel Korsika. Aus der wechselvollen Geschichte zwischen französischem und italienischem Einfluss ist ein inseleigener Regionalpatriotismus und eine eigene Sprache entstanden. Doch es musste bis 1996 dauern, dass Korsika auch seine eigene Brauerei und sein eigenes Bier hatte.

Gebraut in der Brasserie Pietra, kennt man hierzulande vor allem das gleichnamige Flaggschiff-Bier, das mit Kastanien gebraut wird. Das Serena hingegen ist „pur malt“ und ist somit ohne Hopfen und ausschließlich mit Gerstenmalz gebraut. Zudem kommt es in einem ungewöhnlichen 025l Gebinde daher.

Vielen Dank an meine liebsten Schwiegereltern für dieses Mitbringsel.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Furiani (Korsika/Frankreich)
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___7
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________12
Fazit

  | hellmalzig, würzig, buttrig, etwas Karamell
  | mittelkleiner Körper, malzig, etwas Karamell, Malzsüße, etwas Würze, feinperlig-matt, süß-malziger Abgang
  | Manche Biere muss man wohl erst probieren, bevor man sie versteht. Ein Bier ohne Hopfen und andere Biergewürze ist ein Novum auf Bierjubiläum. Es strotz geradezu vor Malzsüße und lässt in der Tat keinerlei Hopfenherbe erkennen. Gerade, da ich ein solches Bier ebenfalls mal ausproBieren wollte, bin ich überrascht, wie rund (aber dennoch auch irgendwie einfältig) es ist. In Summe kommt es auf gute 11 Pkt. (2).

 • http://www.brasseriepietra.corsica/en/#page2

Prost & guten Abend! 🍻

518. Stiegl Weisse

Von Spanien geht es heute Richtung Österreich. Nachdem ich ja schon diverse Spezialbiere von Stiegl proBieren durfte, bin ich zuletzt über den Klassiker der Salzburger Brauerei im Getränkemarkt gestolpert und wollte ihm hier auch mal eine Chance geben.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Weißbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Salzburg (Österreich)
Erscheinungsjahr. . .
1492

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | klar hefig, bananig, leicht fruchtig, würzig, harzig, etwas Karamell
  | vollmundig, würzig, fruchtig, malzig, bananig-hefig, feinperlig-spritzig, fruchtig-süßer Abgang
  | Ein Weißbier, dem man seine Herkunft schmeckt. Im Gegensatz zu bayrischen Weißbieren sind die der Österreicher etwas würziger aber gleichzeitig auch facettenreicher in den Fruchtaromen. Mir gefällts nur überdurchschnittlich – dennoch bleibt Stiegl eine meiner Lieblingsbrauereien: 11,5 Pkt. (2(+)).

 • https://www.stiegl.at/de/biere/klassiker/stiegl-weisse-naturtrueb

Prost & guten Abend! 🍻

517. Mahou Barrica Original

Passend zu den aktuell anstehenden Ereignissen gibt es hier in den kommenden Beiträgen Biere aus unterschiedlichen Ländern Europas.

Den Anfang macht die spanische Hauptstadt, in der seit 1890 die Cervezeria Mahou ihr Brauwesen treibt. Unter dem Namen Hijos de Casimiro Mahou, fabrica de hielo y cerveza gegründet stieg das Unternehmen zum größten Bierproduzenten Spaniens auf. Mahou ist heute Teil der Brauereigruppe Mahou-San Miguel – eine ursprünglich philippinische Marke, die interessanterweise ebenfalls 1890 ins Leben gerufen wurde. 1957 kreuzten sich die Wege beider Brauhäuser erstmalig. Es folgte eine immer tiefergehende (auch wirtschaftliche) Zusammenarbeit, die zum Jahrtausendwechsel in die vollständige Übernahme der San Miguel-Marke durch Mahou mündete.

Mit der Serie Barrica geht man zurück zu den Ursprüngen der Brauerei. Denn jedes der Barrica Biere wird im Eichenholzfass gelagert, bevor es in die Flasche abgefüllt wird. Ein Vorgang, der noch bis vor ungefähr 100 Jahren völlig üblich war, wird heute Dank Metallfässern oder direkter Flaschenabfüllung kaum noch praktiziert. Im Zuge der „Craftbier-Welle“ sind nun seit einigen Jahren vor allem wieder Biere beliebt, die in Holzfässern gelagert sind, in denen sich zuvor Wein, Spirituosen oder Ähnliches befand. Mahou verzichtet beim Original auf diese zusätzliche Möglichkeit der Aromagebung und will das direkte Holzaroma wirken lassen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Madrid (Spanien)
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | sehr gemüsig & buttrig, würzig, malzig, etwas Karamell, etwas Vanille, etwas Mandel
  | mittelgroßer Körper, süßmalzig, Karamell, Vanille, wenig würzig, feinperlig, würzig-süßer Abgang
  | Ein durchaus interessantes Bier, das aus dem Stil Lager wohl noch das bestmögliche rausholt. Grund hierfür ist zweifelsohne die Holzfasslagerung, die interessanterweise praktisch nicht in einem holzigen Aroma resultiert. Vielmehr stehen Malz und Vanille im Vordergrund. Obwohl es kein Überflieger-Bier ist, ist es dennoch eine gute Alternative zu vielen eher ausdrucklosen internationalen Lagers. 11,5 Pkt (2(+)) sind hierfür mehr als angebracht.

 • https://www.mahou.es/cervezas/barrica-de-mahou/#barrica-original / https://www.mahou.com/beers/barrica-original/

Prost & guten Abend! 🍻

516. Bierverkostung Zur Eule 05/19 – Brühler Heimathäppchen

Nikl Bräu Mosaic | König-Pilsener Rotbier | Vulkan Bock | Hoepfner Schwarzer Picher | 3 Cordilleras Mulata | Watt’n Bier Bock | Robinsons Hallowed Trooper

Brühler Heimathäppchen

Heute fand in der Brühler Altstadt das erste Straßen-Genuss-Festival an. Organisiert als Abschlussprojekt von Auszubildenden der Stadt Brühl, hat es vor allem lokale und regionale Spezialitäten in den Fokus gerückt, um so wieder für mehr Produkte vor Ort zu werben. Anstatt sich am anonymen Weltmarkt zu bedienen ist es in vielerlei Hinsicht attraktiver sich auch beim genüsslichen Konsum wieder stärker mit seiner Heimat zu identifizieren. Das spart nicht nur erheblich Ressourcen, sondern stärkt auch die regionale Wirtschaft. Zudem lernt man so viele nette Menschen kennen.

Dieses Event hat sich Biersommelier Markus Weick zum Anlass genommen am letzten Biermontag die regionalen Bierspezialitäten etwas näher unter die Lupe zu nehmen. Dabei fasste er die Region in einem 100km-Radius rund um Brühl zusammen.

Da Heimat und Region auch immer etwas mit Geschichte zu tun hat, gab’s auch wieder einiges in Sachen Biergeschichte zu lernen. Dabei ging Markus auch explizit auf die Entwicklung der Kölner Biere ein, die noch heute die Region prägen wie keine zweite. Auch wenn heute das Kölsch das Bier der Kölner ist und einen überwältigenden Marktanteil in der Domstadt hat, gab es in der Vergangenheit auch andere Zeiten. Nach der Erfindung der Kältemaschine und dem damit einhergehenden Emporkommen der untergärigen Biere war es auch um das Kölner Bier schlecht bestellt. Den Siegeszug der Lager wie Pils oder Export erfasste fast ganz Mitteleuropa. Beheimatete die Rheinmetropole vor der vorletzten Jahrhundertwende noch etwa 110 Brauereien, waren es danach nur noch 15 Großbetriebe und 60 Hausbrauereien. Da man sich in Köln jedoch bereits seit dem 17. Jahrhundert dem obergärigen verpflichtet hatte begann noch vor dem ersten Weltkrieg eine Gegenbewegung, die in das heutige echte Kölsch (welches sogar zu Beginn als helles Altbier beworben wurde) mündete.

Auch die Schlossstadt Brühl hat eine durchaus bewegte Brauereigeschichte hinter sich. Gab es vor hundert Jahren noch mindestens fünf Brauereien war es vor allem die Brauerei Früh und die Schlossbrauerei, die das Bier der Stadt maßgeblich beeinflussten. Während aus der Brühler Familie Früh die heute bekannte Kölsch-Marke hervorging, schloss sich der Brühler Brauereizweig mit der Schlossbrauerei zu jahrzehntelang dominierenden Marke Giesler zusammen. Doch auch Giesler musste zum Jahrtausendwechsel die Produktion einstellen und wird nur noch als Marke in Köln gebraut. Damit ist Brühl (mit Ausnahme der Privatbrauerei, die mehrheitlich auf Hürther Boden steht) bis heute brauereilos.
Dass das nicht so bleibt, daran arbeiten Markus und ich. Dazu aber im späteren Verlaufe des Jahres mehr.

Den bierigen Beginn machte das Ur-Gemünder obergärig. Eigentlich ein Kölsch – da es jedoch in der Eifel und nicht in Köln gebraut wird, darf es sich nicht so nennen. Bereits vor drei Jahren hatte ich es hier auf Bierjubiläum rezensiert und ich habe das Gefühl es ist sogar noch leckerer geworden.

Persönlicher Eindruck:
sehr malzig, wenig hopfig-herb
würzig, herb, trocken-malzig, prickelnd, würzig-süßer Abgang

Einen kleinen Spaß erlaubte sich Markus mit dem folgenden Bier, dass zwar nicht aus der Region (sondern aus Mittelfranken) kommt, dafür aber wie kaum ein zweites zur Eule in Kierberg passt (und im Übrigen auch klasse schmeckt).

 

Persönlicher Eindruck:
sehr bananig, fruchtig, cremig
vollmundig, sehr bananig, hefig, Karamell, Malz, cremig-fast ölig, leicht harzig, feinperlig, trocken-süßer Abgang

Als drittes Bier erwartete uns ein Vertreter der sogenannten Fernsehbiere, die sich neuerdings fast ausnahmslos in neuen Bierrezepturen und Stilen versuchen. So brachte König-Pilsener aus Duisburg kürzlich ein Rotbier heraus, das eigentlich aber zwischen Nürnberger Rotbier, Wiener Lager und Märzen anzusiedeln wäre.

Persönlicher Eindruck:
säuerlich-malzig, Karamell, leicht Bonbon
mittelkleiner Körper, leicht würzig, malzig, leicht herb, blumig, waldig, feinperlig-matt, süßlicher Abgang

Vom nördlichen Rand von Rhein-Ruhr ging es mit Bier Nummer vier wieder zurück in die Eifel. Dort braut sich seit einigen Jahren wieder in der ehemaligen Bergbaustadt Mendig was zusammen. Unter dem Namen Vulkan wird dort eine einstmals höchst lebendige Braukultur aufgegriffen. Noch bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts wurde in Mendig und Umgebung Basalt im größeren Stile abgebaut. Übrig blieben leere Höhlen, die perfekte Bedingungen zum Bierbrauen boten, da dort eine konstant niedrige Temperatur herrschte. So waren es zu Spitzenzeiten 28 Brauereien, die sich in den Höhlen tummelten. Ähnlich wie das obergärige Bier in Köln, endete der Boom auch hier mit der Erfindung der Kältemaschine, die die Höhle praktisch nutzlos werden ließ. Die Vulkan Brauerei jedoch braut und lagert vor allem noch heute in den alten Basalthöhlen und hat auch sonst vieles Interessante zu bieten.

Persönlicher Eindruck:
Karamell, Bonbon, süßmalzig, sehr harzig
 mittelgroßer Köper, leicht herb, etwas bitter, Karamell, (ge-)würzig, harzig, leicht waldig, bittersüßer Abgang

Mit dem Boom der Brauereien in Mendig ging auch ein enormes Wachstum von Mälzereien einher, die sich rund um Mendig und die Rheinschiene ansiedelten. Im benachbarten Andernach baute sich die Friedrich Weißheimer Malzfabrik auf, die zeitweise die größte Mälzereigruppe Deutschlands war. Doch analog zum Brauereisterben, ging auch dort eine Mälzereisterben einher, sodass auch Weißheimer nach einer missglückten Expansion die Pforten schließen musste.

Der heute globale Malzmarkt wird (entgegen mancher Vermutung) vor allem von europäischen, nordamerikansichen und chinesischen Malzfabriken dominiert. Deutsche Mälzereien spielen dabei nur noch eine untergeordnete Rolle.

 

Mit dieser perfekten Überleitung ging es zum letzten Bier des Abends: Das Koch’sche Malzbier, das ich ebenfalls bereits verkosten durfte. Übrigens darf es sich Malzbier nennen, da es Alkohol enthält.

 

Das Gesamtresultat des Tastings in der Übersicht:

 

Im Anschluss gab es dann noch folgende besondere Köstlichkeiten in gemeinsamer Runde zu verkosten:

Vielen Dank also nochmals an Markus für den sehr interessanten Abend.
Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

Ein zusätzlicher Artikel zu Bier & Brauereien der Region: https://www.pulheim.de/file_453-176442-24902/bier_lokal_alle_-ausstellungstafeln_kl.pdf

Und hier noch zwei Literatur-Empfehlungen:

Blogbier, die XLVII. – H.C.

Im Rahmen eines Taufbesuchs in Herzebrock-Clarholz wurden folgende Biere neu gelistet:

Tasting-Notizen:

Vielen Dank auch wieder an Sabrina und René für die tolle Gastfreundschaft.

515. Lille Bräu Pils + Lager

Vor dem Wochenende möchte ich nochmal eine Doppel-Vergleichsverkostung machen. Abschließend zu meiner kleinen zurückliegenden Pils-Reihe werden heute ein Pils und ein Lager gegeneinander antreten.

Beide entstammen der Craftbier-Brauerei Lille Bräu aus Kiel. Diese haben nach drei Jahren Kuckucksdasein Ende letzten Jahres ihren eigenen Brauerei-Standort verwirklichen können. Im Eichdorf-Quartier werden mit einem 30 hl Sudhaus derzeit knappe 10 Biere gebraut. Besonderen Charme bietet der in den Brauereiräumen integrierter Schankraum mit permanent 12 Zapfhähnen, die ausschließlich von eigenen und weiteren norddeutschen sowie dänischen Bieren belegt sind.

Während sich das Pils vor allem durch seine Naturtrübung hervorhebt, kommt das Lager sogar als sog. India Pale Lager daher, da es noch eine zusätzliche Kalthopfung erfahren hat.

„Ein norddeutsches Pilsener, wie es sein sollte!
Unfiltriert hebt es sich deutlich vom Fernsehpilsner ab. Kiel hat wieder ein Pils!

Ein kaltgehopftes, unfiltriertes Lager eingebraut mit 5 Aromahopfen.
Auch als IPL (India Pale Lager) geläufig.“

Mein Dank gilt Simone – meiner ehemaligen Kommilitonin – die mir die beiden Biere aus Kiel mitgebracht hat.

Steckbriefe

Stil. . . . . . . . . . . . . . . India Pale Lager | Keller-Pils
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  13.8°P | 11.9°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,7% | 5,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Kiel
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertungen

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12|12
  • Aussehen:____________________12|12
  • Geruch:______________________13|10
  • Geschmack:__________________12|12
Fazit

  | waldig, blumig, fruchtig, gemüsig, buttrig, malzig, Karamell
// leicht säuerlich, gemüsig, hefig, etwas würzig, geringe Herbe
  | mittlerer Körper, hopfig, fruchtig, hefig, waldig, harzig, geringe Malzsüße, matt-feinperlig, süß-herber Abgang
// mittlerer Körper, würzig, malzig, leicht hefig, recht herb, leicht grasig, feinperlig-matt, herber Abgang
  | Beide Biere überzeugen mich gerade im Vergleich zu den bisherigen Pils, da sie einerseits einen klassischen Stil doch nochmal neu und interessant interpretieren (Pils) und einen recht neuen Stil und aufgeregt so hervorheben, dass der Ursprung noch klar erkennbar ist (Lager). Am Pils gefällt mir die klare aber dennoch nicht penetrante Herbe, während beim Lager die Kalthopfung für spannende Aromen sorgt, ohne den Charakter des Lagers zu sehr in eine Pale Ale-Richtung zu ziehen. Geschmacklich schneiden beide bei mir gleich ab. Da es jedoch aber Unterschiede im Geruchs-Eindruck gibt, hat das India Pale Lager knapp die Nase vorn (auch wenn man diese Stile nicht direkt miteinander vergleichen kann).
IPL: 12,5 (2++) // KP: 11,5 Pkt. (2(+)).

 • https://lillebraeu.de/bier/

Prost & guten Abend! 🍻

514. Propeller Turbo Prop

„Sie mögen Pils? -Sehr gut. Sie mögen auch viel Geschmack? -Noch besser. Dieses Bier ist nämlich kein gewöhnliches Pilsener sondern ein Imperial Pils. Es hat von allem mehr. Mehr Geschmack, mehr Hopfen, mehr Malz und mehr Alkohol.“

Mit Pils #3 setze ich nochmal einen drauf und zeige Euch, was aus dem gerade in der Craftbier-Szene etwas angestaubten Bierstil Pils so alles rauszuholen ist. Das Imperial-Pils ist die derzeit kreativste Steigerung des einstigen Arbeiterbiers und Bierstilmarktführers. Neben einer erhöhten Portion Malz, die zu einem volleren Körper und zu mehr Umdrehungen führt, werden bei vielen Imperial Pils auch außergewöhnliche Hopfensorten verwendet und wie im heutigen Fall auch kaltgehopft.

„Der Bierstil Imperial Pils ist eine recht junge Erfindung. Die kreativen Brauer aus Deutschland haben durch die Craftbeer-Bewegung die alte Braumethode der Kalthopfung für sich wiederentdeckt. Inspiriert wurden sie vor allen von den aromatischen India Pale Ales. Also wurden die Brauer kreativ und mixten einen alten deutschen Bierstil, mit der traditionellen Kalthopfung und zum Teil exotischen Hopfensorten. Das Imperial Pils ist quasi die Reinform des deutsches Kreativbiers.“

Propeller ist übrigens eine Marke der Brauerei Bosch aus Bad Laasphe, die als drittälteste Brauerei NRWs gilt und Slow-Brewing zertifiziert ist.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Imperial-Pils
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bas Laasphe
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___10
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | süß & grasig hopfig nach Mandarine, Litschi & Birne, wenig hellmalzig
  | mittelgroßer Körper, würzig, leicht bitter, fruchtig herb, etwas Karamell, leicht harzig, feinperlig, süß-saurer Abgang
  | Durchaus eine sehr interessante Interpretation des Pils, die allerdings ebenfalls recht wenig mit dem ursprünglichen Bierstil zu tun hat. Das Bier erinnert viel eher an ein Pale Ale oder IPA, obwohl es mit einer untergärigen Pils-Hefe gebraut wurde. Hier zeigt sich die Wirkung, die Kalthopfung im Bier entfalten kann. Für meinen Geschmack, ist es aber zu stil-nebulös, da es zu wenig an das dahinterliegende Pils erinnert. Qualitativ aber dennoch überdurchschnittlich und daher mehr als verdiente 11 Pkt. (2).

 • https://propeller-bier.com/PROPELLER-Turbo-Prop

Prost & guten Abend! 🍻

513. Nittenauer Amanda

Pils #2 ist ein Keller-Pils. So nennt meinen einen Sub-Bierstil, der sich in den letzten Jahren aufgetan hat, um einerseits dem Bier durch den Erhalt der Hefe mehr Tiefgang und Geschmacksmöglichkeiten zu ermöglichen und anderseits dem angestaubten Image des Pils ein wenig mehr „Craft-Charme“ zu verleihen.

Mein heutiger Vertreter kommt vom Brauhaus Nittenau nordöstlich von Regensburg in der Oberpfalz. Das seit 1762 zunächst bestehende Communbrauhaus firmiert seit 1996 unter Brauhaus Nittenau Josef Jakob und ist eine der wenigen Solarbierbrauereien Deutschlands.

„Amanda ist ein naturtrübes Pils mit einer frischen Hopfennote nach Mandarine, Limone und Birne. Es entstand aus einer Kollaboration mit der italienischen Birrificio Anzola Emilia.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Keller-Pils
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Nittenau
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | sehr fruchtig nach Mandarine, Maracuja, Ananas & Birne, hellmalzig, leicht würzig, grasig, waldig
  | mittelkleiner Körper, hopfig-herb, fruchtig, gering bitter, waldig, leicht harzig, gering hefig, feinperlig, fruchtig-herber Abgang
  | Ein interessantes Keller-Pils, das den unbedarften Genießer jedoch mit einer deutlichen Hopfennote überrascht. Da die Kalthopfung nicht explizit erwähnt wird, ist die Hopfendominanz ziemlich unerwartet. Das „Pils“ schmeckt durchaus nicht schlecht – im Gegenteil sind die fruchtigen Hopfennoten ansprechend. Allerdings kann hier von einem Pils meines Erachtens nicht mehr die Rede sein. Zumal die eigentlich im Vordergrund stehende Hefe geschmacklich zwischen dem ganzen Hopfen kaum hervortritt. Deshalb gibt’s unterm Strich „nur“ 11 Pkt. (2).

 • https://www.nittenauer-bier.de/de/produkte/kreativbiere

Prost & guten Abend! 🍻

512. Landgang

Zurück aus der Ostschweiz geht es hier weiter mit einer kleinen feinen Reihe an Pils-Bieren.

1842 durch einen Bayern im tschechischen Pilsen „erfunden“ ist das Pils Ende der 1960er vor allem zunächst in Westdeutschland emporgekommen. Mithilfe geschickten Marketings verdrängte es dort das dominierende Export-Bier und bahnte sich den Weg im ganzen Nordwesten der Bundesrepublik. Bis heute ist es nördlich des deutschen Bieräquators* der mit Abstand meistverkaufte Bierstil. In NRW hat es alleine 65% Marktanteil.

Auch in Hamburg steht es unangefochten an Nummer Eins und ist vor allem durch Astra und Holsten ein Begriff. Doch Hamburg ist auch eine der deutschen Vorreiter-Städte in der sog. Craftbier-Bewegung. die Brauerei Landgang ist dabei eine von bereits über einem Dutzend dieser neuen Handwerksbrauereien alleine in der Nord-Metropole. Das Pils ist das Flaggschiff der Marke, die über zehn Biere zur Auswahl hat.

„Pils ist das vielleicht am beiläufigsten getrunkene Getränk. Landgang ist unser Gegenentwurf.“

*geographische Trennlinie zwischen Baden-Württemberg + Bayern (dort dominiert im Vergleich das Helle) und dem Rest der Republik (wo das Pils die Nase bzw. Zunge vorn hat).

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pils
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Hamburg
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

  | hopfig-herb, leicht gemüsig, grasig, hellmalzig
  | mittelgroßer Körper, herb, leicht hopfig-fruchtig, würzig, hellmalzig, feinperlig-spritzig, herber Abgang
  | In der Tat ein durchaus konkurrenzfähiges Pils. Gut ausbalanciert zwischen Herbe und Würzigkeit mit einem interessanten Schuss Fruchtigkeit eingebettet in einem durchaus gefälligen Malzkörper. Aufgrund des Stils aber dennoch in seiner Kreativität, weshalb die Uhr bei 12 Pkt. (2+) stehen bleibt.

 • https://www.landgang-brauerei.de/die-biere/

Prost & guten Abend! 🍻

511. Appenzeller Hofer Brauw

Nach dem Quöllfrisch und Holzfass-Bier folgt heute nun das (vorerst) letzte Bier der schweizerischen Familienbrauerei Locher zu Appenzell.

Alljährlich zum Mittelalterfest von Appenzell eingebraut ist es nach mittelalterlicher Braukunst gebraut. Das bedeutet nicht nur viel Handwerk, sondern auch besondere Zutaten wie Wacholder, Koriander, Ingwer und Cedro. Letzteres ist eine Zitrusfrucht, die mit der Zitrone verwandt ist und folgende weitere Namen trägt: Zitronatzitrone, Cedrat, medischer Apfel, Cedrizitrone, Zedernapfel, Cedernfrucht oder Zedrat-Zitrone. Zudem ist es doppelt obergärig vergoren.

Ein Bier also, dass wenige Kilometer weiter nördlich aufgrund des sog. Reinheitsgebots in der Form so nicht gebraut werden dürfte.

„Nach alter, überlieferter Rezeptur wird dieses Bier mit mittelalterlichen Gewürzen und Aromen verfeinert.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Gewürzbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Wacholder, Koriander, Ingwer, Cedrat, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Appenzell (Schweiz)
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________8
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________13
Fazit

  | zitrusfruchtig, waldig, gewürzig, Koriander, Ingwer, geringe Malzsüße, leicht würzig
  | mittelkleiner Körper, malzig, fruchtig, leicht würzig, wenig gewürzig, leicht gemüsig, feinperlig, malzig-gewürziger Abgang
  | Last but not least? Im Gegenteil, das wirklich hochinteressante Hofer Brauw macht trotz offiziellem Überschreiten des MHD um nun bereits mehr als zwei Monate einen ganz tollen Eindruck. Die gewürzigen Noten vom Wacholder und Koriander mit den fruchtigen Aromen aus Ingwer und Cedrat stellen ein nicht nur interessantes und völlig neues sondern auch leckeres Geschmackserlebnis dar. Das ganze wird zudem von passenden leicht würzigen Malznoten begleitet. Mit diesem Bier kann man wahrlich in die mittelalterliche Braukunst abtauchen und mit allen Sinnen Geschichte erleben. In Zahlen macht das 13,5 Pkt. (1(-)).

 • https://www.appenzellerbier.ch/de/home.html

Prost & guten Abend! 🍻

510. Schnaitl Maibock

Pünktlich zum Maifeiertag serviere ich Euch heute meinen ersten und vielleicht auch einzigen Maibock in diesem Jahr.

Es kommt von der österreichischen Privatbrauerei Schnaitl aus dem Innviertel. 1842 nach einem verheerenden Brand durch Franz Schnaitl gegründet, blickt das Haus auf eine viele Generationen übergreifende Brautradition zurück. Nach einigen weiteren Bränden und noch mehr Wiederaufbauten und Erweiterungen hat nun Matthias Schnaitl IV. das Brauzepter in der Hand. Neben der Modernisierung der Brauerei wurde auch die Rohstoffproduktion wieder internalisiert. So gibt es seit 2010 respektive 12 wieder einen eigenen Anbau von Gerste und Hopfen. Schnaitl ist zudem seit einigen Jahren bekannt für eines der besten Weihnachtsfestbiere Stille Nacht.

Das heutige Maibock enthält neben Gerste und Weizen auch das Urkorn Dinkel sowie Hopfen aus dem Mühlviertel.

„Unsere Liebeserklärung an den Frühling. Gersten-, Weizen & Dinkelmalz, veredelt mit feinstem Mühlviertler Saphirhopfen.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Maibock
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen & Dinkelmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . .  16.4°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Eggelsberg-Gundertshausen (Österreich)
Erscheinungsjahr. . .
1942

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___10
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | sehr blumig, gemüsig, grasig, hellmalzig, würzig, etwas bitter
  | großer Körper, würzig, bitterlich, säuerlich, leicht fruchtig, waldig, harzig, feinperlig, bittersüßer Abgang
  | Dieser obergärige Bock aus Oberösterreich überzeugt mit seinem satten Charakter, der typisch Austria klar und deutlich über die Zunge geht. Leider wird der geschmackliche Eindruck durch eine etwas zu klare säuerliche Note getrübt. Dennoch wird eine gute Erinnerung an dieses Bier bleiben: 12 Pkt. (2+).

 • https://www.schnaitl.at/schnaitl-maibock.html

Prost & guten Abend! 🍻

509. Appenzeller Holzfass-Bier

Nach dem gestrigen Quöllfrisch folgt heute nun das Holzfass-Bier der schweizerischen Familienbrauerei Locher zu Appenzell. Es ist ein ebenfalls unfiltriertes untergäriges Bier mit Pilsenermalz, Wienermalz und Caramelmalz, das für einige Monate in einem Eichenholzfass gelagert wurde.

„Unser ‚Holzfass-Bier‘ lagert während der Reifezeit auf Eichenholz. Die Atmung durch die Holzporen und der Austausch von Geschmacksstoffen mit dem Holz geben diesem Bier seinen unnachahmlichen Charakter.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Appenzel (Schweiz)
Erscheinungsjahr. . .
2000

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________10
Fazit

  | gewürzig, harzig, gemüsig, leicht rauchig, Süßholz
  | mittelkleiner Körper, süß-sauer, etwas würzig, harzig, waldig, leicht holzig, leicht rauchig, feinperlig, süßholzig-gemüsiger Abgang
  | Ein wirklich interessantes Bier, dass ich geschmacklich nur sehr schwer einordnen kann. Die Holzfassnote kommt dabei fast schon eher unterschwellig daher. Für meine Zunge ist es jedoch entweder zu experimentell oder zu wenig ausbalanciert. Insbesondere vor dem Hintergrund anderer Holzfass-gelagerter Biere, ist dieses für mich eher verwirrend. Dennoch gibt’s noch gute 10 Pkt. (2-).

 • https://www.appenzellerbier.ch/de/bier/holzfass-bier.html

Prost & guten Abend! 🍻

508. Appenzeller Quöllfrisch

Mit dem heutigen Bier beginnend möchte ich Euch drei Gerstensäfte näher bringen, die ich freundlicherweise von Tobias – einem Freund aus Lindau – erhalten habe. Es sind die ersten Biere aus der Schweiz, die ich rezensieren darf.

Zwischen Liechtenstein und dem Bodensee im gleichnamigen Kanton gelegen, existiert seit 1810 die heutige Brauerei Appenzell. Diese wurde 1886 von Johann Christoph Locher erworben und bis heute in seiner Familie weiter geführt. Nach einigen wirtschaftlichen Reformen in der Schweiz geht die Brauerei Locher in den 1990ern in die landesweite Vermarktung und schafft es im neuen Jahrtausend auch außerhalb der Schweiz Fuß zu fassen. Bis heute allerdings bleibt nicht nur das Appenzeller, sondern fast jedes Bier aus der Alpenrepublik ein Geheimtipp auf dem Biermarkt.

„Das Zusammenspiel von Tradition und Innovation bildet den Kreislauf, der unsere Appenzeller Herzen höherschlagen lässt. Mit Rücksicht und Liebe zu unserer Heimat, zur Natur und zu den Menschen, kreieren wir die Appenzeller Biersorten, welche diese Sorgfalt in Geschmack und Qualität widerspiegeln.

Die traditionellen Bauernmalereien der Bieretiketten illustrieren unsere Wurzeln, die Werte, für die wir und das Appenzeller Bier stehen.“

Dabei hat das Appenzeller Rekord-Bier zu bieten. Auf den höchstgelegenen Braugerstenfeldern Europas, zwischen 1200 und 1700 Metern über NN, wird sprichwörtlich die Saat für das Appenzeller Bier gelegt. Ein Bier, dass in besonderer Vielfalt und Wertschätzung für die Region und Natur daherkommt. So gibt es zum Beispiel diese Produktvielfalt:

  • Reisbier
  • Hanfblütenbier
  • Castégna (mit Kastanien)
  • Calvinus Blanche (Witbier)
  • Mielfore (Honigbier)
  • sowie eigens hergestellter Whisky und aus dem Treber hergestellte Chips

Das heutige Quöllfrisch ist das Aushängeschild der Brauerei. Es ist ein naturtrübes Lagerbier.

„Ein Schluck Appenzeller Lebensqualität. Geschaffen von der Natur mit Quellwasser aus dem Alpstein, gehegt, gelagert und unfiltriert abgefüllt.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Appenzel (Schweiz)
Erscheinungsjahr. . .
1992

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________10
Fazit

  | blumig, buttrig, leicht hefig, hellmalzig, leicht würzig
  | mitteldünner Körper, hellmalzig, hopfen-herb, waldig, grasig, feinperlig-matt, süß-herber Abgang
  | Meine erste Schweizer Rezension landet insgesamt im guten Mittelmaß. Alles in allem fehlt es mir etwas an Balance und Abgestimmtheit zwischen Malz und Hopfen. Bei der Bewertung darf allerdings der lange Lieferweg und die wohl nicht immer optimale Lagerhaltung berücksichtigt werden. 11 Pkt. (2) ist es mir aber dennoch wert.

 • https://www.appenzellerbier.ch/de/bier/quoellfrisch-naturtrueb.html

Prost & guten Abend! 🍻

500. Cerevisia M˟

Endlich ist es soweit: Bierjubiläum. Heute vor genau 503 Jahren erließen die damaligen bayrischen Herzöge eine Verordnung, die heute allgemein als das „Reinheitsgebot“ bezeichnet wird.

Seit Anfang 2016 beschäftige ich mich nun mit dem Thema und habe in der Zeit einiges an Wissen und Biererfahrung ansammeln können. So war es dann auch letztes Jahr soweit, dass ich in meiner Bierliste die 1.000er Marke an vorgestellten Bieren geknackt hatte. Inzwischen ist die Liste bereits mehr als 1.500 Biere stark. Zu Ehren dieses Ereignisses hatte ich mir etwas ganz besonderes vorgenommen: mein erstes selbstgebrautes Bier. Wie ich schon damals vom Brautag und der Abfüllung berichtete, habe ich dabei das Glück gehabt, dass mir Ralf Mohr vom Braukunst Vorgebirge nicht nur seine Braugarage nebst Anlagen zur Verfügung gestellt hatte, sondern mich auch mit seinem reichhaltigen Wissen rund ums Brauen unterstützt hat. Es sollte aber natürlich kein 08/15-Bier werden, sondern eines, dass ein Zeichen für eine Reform des „Reinheitsgebots“ darstellen sollte. Herausgekommen ist das erste Bier der Welt, das mit allen sieben Hauptgetreidearten Gerste, Weizen, Roggen, Hafer, Reis, Mais und Hirse gebraut wurde. Bislang gibt es zwar Biere mit unterschiedlichsten Korn-Kombinationen, ein solches gab es aber bis dato noch nie. Würde ich es kommerziell brauen, bräuchte ich hierfür eine Sondergenehmigung und dürfte ich wahrscheinlich noch nicht einmal Bier nennen. Dabei enthält es ausschließlich Getreide, Hopfen und Hefe. Alles was eigentlich ein Bier ausmacht. Und nichts, was nicht auch auf anderen Kontinenten für ein Bier essentiell ist: Mais in Amerika, Hirse in Afrika und Reis in Asien. Für mich also unbegreiflich, warum hier der deutsche Gesetzgeber weiterhin blind der großindustriellen Brau-Lobby folgt. Hinsichtlich weiterer Zutaten wie Obst oder Gemüse kann ich Diskussionsbedarf zwischen Traditionalisten und „modernen“ Craft-Brauern durchaus nachvollziehen. Warum jedoch kein weiteres Getreide außer Gerste in untergärigen sowie Weizen, Hafer und Roggen in obergärigen Bieren rein darf bleibt mir weiterhin ein Rätsel.

Nach einigen weiteren Brauversuchen und Rezeptentwicklungen (siehe auch hier) ist nun das CEREVISIA Mx herausgekommen. Weiterhin auf der Basisrezeptur eines unfiltrierten Altbieres, habe ich seit dem ersten Sud die Kornzahl sukzessive erhöht und bin nun bei 10 Getreiden angelangt: Gerste, Weizen, Roggen, Hafer, Dinkel, Emmer, Einkorn, Reis, Hirse, Mais. Im Vergleich zu den bisherigen Suden ist das 10-Korn-Neo-Alt stärker eingebraut. Neben diesen 10 Getreiden fanden auch noch fünf ausgewählte Hopfensorten den Weg in den Braukessel: Hallertauer Tradition, Spalter Select, Brewers Gold, Target und Centennial.

#Natürlichkeit
#Qualität
#Vielfalt
#Regionalität
#Transparenz

 

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . 10-Korn-Neo-Alt [Bierjubiläums-Jubiläumsbier]
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen-, Roggen-, Dinkel- & Emmermalz, Hafer-, Einkorn-, Reis- & Hirseflocken, Cornflakes, Röstgerste, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  18°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bornheim-Sechtem [Brühl-Pingsdorf]
Erscheinungsjahr. . .
2019

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___15
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________14
Fazit

  | würzig, leicht röstig, dunkelmalzig, dunkelfruchtig, harzig, etwas waldig
  | größerer Körper, würzig, etwas bitter, hopfig-herb, dunkelmalzig, leicht fruchtig, etwas holzig, gering grasig, leicht ölige Textur, feinperlig, süßlich-malzig-würziger Abgang
  | Mit dem nun vierten Brauversuch bin ich durchaus wieder sehr zufrieden, obschon die Rezeptur immer noch etwas verbessert werden könnte. Die Verknüpfung von fruchtigen Getreidenoten mit würzigen Holz- und Röst-Aromen ist nicht nur gelungen, sondern bietet olfaktorisch und gustatorisch eine mehr als spannende natürliche Vielfalt. Sensorisch und stilistisch ein absolutes Alleinstellungsmerkmal, das im Übrigen auch beim Bierpublikum hervorragend ankommt. Völlig zweifellos haben wir uns damit die 15 Pkt. (1+) erneut verdient.

 • weitere Infos zu meinem Reformvorschlag für das „Reinheitsgebot“ unter: http://www.bierjubilaeum.de/das-reinheitsgebot/.

Prosit Mundus manufactum!

507. Aecht Schlenkerla Fastenbier

Was könnte passender sein, als die Fastenzeit mit einem Fastenbier zu beschließen. Eine Brauerei, die dieses seit jeher braut ist die „Heller-Bräu“ Trum GmbH – besser bekannt als Aecht Schlenkerla. Mitten in der Altstadt der Biermetropole Bamberg gelegen reicht ihre Geschichte bis ins 15. Jahrhundert zurück. Sie ist eine der traditionellen Rauchbier-Brauereien, die vor allem Bamberg aber auch die Region prägten und ein weltweites Alleinstellungsmerkmal darstellen. Waren früher praktisch alle mitteleuropäischen Biere mehr oder weniger Rauchbiere, hat man in Bamberg und beim Schlenkerla die Tradition des Rauchmalzbieres bis heute lebendig gehalten. Im Rahmen unserer Franken-Tour hatte ich auch bereits das große Vergnügen vor Ort sein zu dürfen. Damals wie heute kann ich Bamberg und Franken nur wärmstens empfehlen.

Das Fastenbier wird mit einer Mischung aus hellen unrauchigen und dunkleren Rauchmalzen gebraut. Der Hopfen stammt aus Spalt und der Hallertau. Als eines der letzten traditionell gebrauten Rauchbiere ist es ein Passagier in der „Arche des Geschmacks“ von SlowFood.

Historischer Hintergrund:
‚Bereits in der Antike war das Fasten bei den Römern gebräuchlich. Die Christen übernahmen dieses Ritual im 2. Jh. als 2-tägige Vorbereitung auf das Osterfest. Später erweiterte die Kirche die Zeit der Enthaltsamkeit auf die noch heute üblichen 40 Tage. Gemäß dem Grundsatz „liquida non frangunt ieiunium“ (Flüssiges bricht das Fasten nicht) brauten die Mönche der mittelalterlichen Klöster für die Fastenzeit ein stärkeres, nahrhafteres Bier, um bei Kräften zu bleiben. In dieser Tradition steht das unfiltrierte Aecht Schlenkerla Fastenbier, das nur von Aschermittwoch bis Ostern ausgeschänkt wird.‘

„Das Aecht Schlenkerla Fastenbier ist ein unfiltriertes Rauchbier, das gemäß dem Bayerischen Reinheitsgebot von 1516 gebraut wird. Die untergärige Hefe verleiht dem rötlich hellbraunen Fastenbier eine leichte natürliche Trübung. Sein Raucharoma ist schon im Geruch erkennbar und wird begleitet von einer edlen Hopfennote. Durch die vollmundige Hefe ist im Aecht Schlenkerla Fastenbier die ‚Brotzeit schon mit drin‘.“

Fastenbier Logo

„Tradition heißt, die Flamme zu erhalten, und nicht die Asche aufzubewahren.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Rauchbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bamberg
Erscheinungsjahr. . .
1410

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________13
Fazit

  | klar rauchig, Salami, Schinken, dunkelmalzig, leicht würzig, gering buttrig & blumig
  | voller Körper, malzwürzig, rauchig, „Aufschnitt“, gering hopfenbitter, etwas Karamell, feinperlig, süß-rauchiger Abgang
  | Wie immer heißt es bei Schlenkerla: Wer nicht eine gewisse Affinität zu Rauchbieren hat, wird hier auch nicht glücklich. Für alle anderen wartet ein ganz besondere Bier-Erlebnis, das von einer sehr interessanten Vielfalt lebt. Neben den klassischen Rauchnoten, kommen deutliche Karamellaromen und blumige Hopfenauszüge hinzu. Nicht nur für mich eines der besten Rauchbiere. Völlig verdiente 13 Pkt. (1-).

 • https://www.schlenkerla.de/rauchbier/sorten/fastenbier.html

Prost & guten Abend! 🍻

506. Budweiser Budvar B:Free

Kurz vor Ende der Fastenzeit möchte ich dann doch noch einmal ein alkoholfreies Bier vorstellen, dass mir recht zufällig über den Weg gelaufen war, da ich schließlich auch Kronkorkenjäger bin.

Es ist die alkoholfreie Variante es weltweit bekannten Budweiser Budvar, das wohl eines der prominentesten Bier-Rechtsverfahren in den letzten Jahrzehnten durchmachen musste. Die 1895 als Tschechische Aktienbrauerei Budweis gegründete Brauerei ist zu 20% am gesamten Bierexport Tschechiens beteiligt und vertreibt das Budvar in 60 Länder. Wohl auch aufgrund des historischen Hintergrunds ist die Brauerei bis heute ein Staatsbetrieb.

„Das Budweiser Budvar Lagerbier reift in den Lagerkellern unglaubliche 90 Tage, und bei seiner Herstellung finden ausschließlich mährisches Malz, Saazer Doldenhopfen und vor allem das reine Naturwasser aus eigenen artesischen Brunnen Verwendung.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . <0,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Budweis
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________8
Fazit

  | sehr buttrig, leicht gemüsig, malzig, blumig
  | schlank, etwas malzig, gering hopfig-herb, blumig, wenig buttrig, recht matt, gering süßlicher Abgang
  | Sicher, es ist und bleibt unfair alkoholfreie Biere mit alkoholhaltigen zu vergleichen. Dennoch habe ich in meinem inzwischen doch recht großen Alkoholfrei-Portfolio durchaus schon bessere Biere kosten dürfen. Mir ist es schlicht zu einfältig und wenig charakterlich. Eine bessere Alternative zu fast allen anderen alkoholfreien Getränken ist aber trotzdem: 9 Pkt. (3+).

 • http://www.budejovickybudvar.cz/de/produkty/sortiment/budweiser-budvar.html

Prost & guten Abend! 🍻

505. Grevensteiner Westfälisch Hell

Am heutigen Sonntag-Abend gibt es mal wieder ein sogenanntes Fernsehbier. Zumindest ist ein naher Verwandter eines solchen. Denn die Biere der Marke Grevensteiner sind ein relativ neuer Ableger der Veltins-Brauerei, um im Zuge der sogenannten Craftbier-Welle auch anspruchsvollere Zielgruppen zu erreichen. Wie die Konkurrenz setzt man dabei vor allem auf traditionelle deutsche Bierstile, die in einem historischen Kontext gestellt vermarktet werden. Mit Authentizität und Handwerk hat das selten viel zu tun, wobei es dennoch ein Schritt in die richtige Richtung ist und ja gute Qualität nicht definitorisch ausschließt. Mit dem heutigen Bier tritt auch Veltins in die erlauchte Bierjubiläum-Liste ein. Sind wir gespannt, mit welchen Ergebnis.

„In ihrer westfälischen Heimat waren die Brüder Carl und Anton Veltins bekannt für ihre handwerklichen Bierspezialitäten. Für besondere Anlässe brauten sie ein genussvolles helles Grevensteiner – mild, süffig und wie zur damaligen Zeit üblich: naturtrüb.“

„Carl Veltins hatte in seinen bayerischen Wanderjahren das typische Helle jener Zeit für sich entdeckt und die damals junge Rezeptur mit nach Westfalen gebracht. Der Eindruck auf das Erlebte seines brauhandwerklichen Tuns hinterließ sichtbare Spuren. Dort wurde wechselweise bernsteinfarbenes Grevensteiner Original und das Grevensteiner Westfälisch Hell eingebraut, aber auch weitere Spezialitäten fanden bis zum Jahr 1927 immer wieder den Weg in die Fässer, bevor man sich auf das prosperierende Bier Pilsener Brauart konzentrierte.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Hell
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Meschede-Grevenstein
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | hellmalzig, leichte Würze, sehr gering sauer-fruchtig, etwas Karamell
  | mittlerer Körper, trocken-malzig, mild würzig, leichte holzige Röstnoten, strohig, feinperlig-matt, malzsüßer Abgang
  | Ein etwas überraschend guter Vertreter der industriellen Handwerksbiere. Auch wenn man ihm die Massenware herausschmeckt, ist das Westfälische Helle nicht nur beliebig und eindimensional. Ein solides Bier, das nicht weh tut und mit einer hohen Drinkablity daherkommt: 11 Pkt. (2).

 • https://www.grevensteiner.de/de#produkt + https://www.veltins.de/sortiment/grevensteiner/sorten/http://www.about-drinks.com/grevensteiner-westfaelisch-hell-ueberzeugt-mit-sueffigkeit-und-dezenter-malznote/

Prost & guten Abend! 🍻

504. Einbecker Export Ur-Bock

Heute gibt es mal wieder ein Bier, das mir im hiesigen Getränkemarkt über den Weg gelaufen ist. Es ist ein Export von den Bockbier-Erfindern aus Einbeck. Und wie es sich für ein richtiges Einbecker gehört ist es nicht ein gewöhnliches Export, sondern natürlich in der Bockbier-Variante stärker eingebraut.

„Ein echtes Export-Bier darf sich eigentlich nur so nennen, wenn es auch um die Welt gereist ist. Und das kann das Export Ur-Bock des Einbecker Brauhauses mit Fug und Recht behaupten.
Nicht nur, dass das Einbecker Bier von der Hanse ins Baltikum und nach Italien verschifft wurde – es wurde sogar nach Bayern transportiert. Schon im Jahr 1851 wurde Export Ur-Bock mit ganz besonderem Hopfen für einen kräftigen, einzigartigen Geschmack und mit etwas stärker eingebrautem Sud hergestellt. Dieses Bier war in aller Welt begehrt.“

Folgende Stationen machte das Einbecker Export auf seiner ersten Weltreise:

  • 1879 – Sydney
  • 1881 – Rio de Janeiro
  • 1886 – Kapstadt
  • 1895 – Hong Kong
  • 1897 – Guatemala

Auch wenn Einbecker u.a. durch die Fokussierung auf das Bockbiergeschäft inzwischen an Globalität eingebüßt hat, ist es dennoch deutschlandweit ein fester Bestandteil von Supermärkten, Getränkemärkten und Bierfachhandel. Mit über 130 Mitarbeitern und mehr als 500.000 hl Ausstoß ist die im 14. Jahrhundert gegründete und bis heute private Brauerei überdies ein bedeutender Akteur in der mittelständischen Bierproduktion.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Export
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Einbeck
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | helle Malzsüße, mild würzig, leicht getreidig, Karamell, etwas harzig, ölig
  | großer Körper, malzig-würzig, leicht hefig, strohig, leicht bitter, geringes Alkoholaroma, feinperlig, süßlich-würziger Abgang
  | Ein fast schon gewohnt hochqualitatives Bier der Bockbier-Experten. Interessant ist tatsächlich der Ansatz Export-Bock zu reaktivieren. Dabei zeigt sich auch, dass dies weniger mit dem aus den 1950ern bekannt gewordenen Export zu tun hat, als zu vermuten. Mir fehlt es dabei fast nur an ein wenig Balance zwischen Malzigkeit und Würzigkeit. 12 Pkt. (2+) sind wohl dennoch ein gutes Resultat.

 • https://www.einbecker.de/export-ur-bock.html

Prost & guten Abend! 🍻

503. Bierverkostung Zur Eule 04/19 – Brauerei 53

Bönnsch Pils Mosaic | Brauerei 53 Blond | Brauerei 53 Red | AleMania Milk Stout | AleMania Extra Special Bonner | St. Peters Cream Stout | Maisel & Friends + Tanker Freaky Wheat

Bonner Biere

Nachdem der letzte Biermontag ganz im Zeichen des Kölner Bieres stand, widmete  Biersommelier Markus Weick bereits zum dritten Mal einen Abend in der Brühler Eule den Bonner Bieren. Dabei gab es eine Auswahl von gleich drei Brauereien, wobei im Fokus die neue Brauerei 53 vom Stargast und Biersommelier-Weltmeister Stephan Hilbrandt und Kopf der ehemalige Marke Toms Hütte Thomas Kremer stand.

Während sich erster bei der letzten Biersommelier-Weltmeisterschaft in fünf Disziplinen zum Champion krönen konnte, gewann letzterer vor einem Jahr eine nette Summe beim Wer wird Millionär-Überraschungs-Special. Nachdem ihm nicht nur die Show, sondern auch der Erfolg seiner daraufhin ins Leben gerufene Marke mehr als überrascht hatte, beschloss er sich zu professionalisieren und Synergien zu nutzen. Um nicht nur gutes, sondern auch effizienteres Bier zu schaffen, schloss er sich mit Weltmeister Stephan und einem weiteren Hobbybrauer aus Bonn zusammen. Der Name der daraus entstandenen Brauerei bezieht sich dabei nicht nur auf die ersten zwei Ziffern der Bonner Postleitzahl, sondern auch auf die Kombination aus 5 Zutaten (Wasser, Malz, Hopfen, Hefe & Liebe) und den 3 Menschen hinter der Marke (Phil Jegger war krankheitsbedingt leider nicht zugegen). Gebraut wird seit Ende letzten Jahres zur Untermiete bei Fritz Wülfings AleMania in Beuel. Nach der Art der Brauerei gefragt, bezeichnen sich die drei gerne als Nano-Brauerei, da die maximale Kapazität pro Sud bei 2,5 hl liegt. Der bierige Fokus soll auf belgische Bierstile liegen, die zwar interessant, aber nicht zu extrem sein sollen. Damit versteht man sich als Ergänzung zum bereits bestehenden Angebot der Bonner Bierlandschaft.

Zunächst mal gab es aber zum warm werden das neueste Saison-Bier des Bönnsch: Ein mit Mosaic-Hopfen gestopftes Pils, wovon Markus ein Fass aus Bonn mitgebracht hatte, als er der Abfüllung beiwohnte. Wer das auch mal machen möchte, der kann sich bei Braumeister Gunnar Martens zum Brauseminar oder Verkostung anmelden (siehe unten).

Persönlicher Eindruck:
 sehr schön hopfig, sehr fruchtig, fast milchig, leicht herb
 mittelgroßer Köper, sehr herb, hopfig-fruchtig, buttrig, blumig, feinperlig-spritzig, herb-waldiger Abgang

Nun aber übernahmen Stephan und Tom die Bühne und erzählten über sich und die neue Brauerei. Dabei gab es eines ihrer bislang zwei Biere: Das Blond. Ein helles obergäriges Bier nach belgischer Brauart, dem neben Orangenschalen und Paradieskörner auch Zuckerrübensirup als Stärke- und Süßungsquelle hinzugefügt wurde.

Persönlicher Eindruck:
 gewürzig, leicht fruchtig, buttrig, hefig
 mittelkleiner Körper, hefig, malzig, leicht würzig, leicht hopfig, geringe Schärfe, matt, blumig-süßlicher Abgang

Das zweite Bier der Nano-Weltmeister-Brauerei ist ein Red Ale. Diesen eher auch britisch geprägten Bierstil haben die Bonner in eine etwas würzig-säuerlichen Richtung neu interpretiert. Zur Gärung wurde interessanterweise übrigens eine Kölsch-Hefe eingesetzt. Im in Kürze anstehenden nächsten Sud wird aber nochmals ein wenig an der Rezeptur gearbeitet.

Persönlicher Eindruck:
 sauer, leicht fruchtig & röstig, wenig malzig
 mittelkleiner Körper, säuerlich, wenig fruchtig, wenig röstig, matt, sauer-fruchtiger Abgang

Doch die Brauerei 53 kann nicht nur Bier. Ein bisschen inspiriert von der kleinen aktuellen Beliebtheitswelle haben sich Philipp (der dritte im Bunde) und Tom an ein Cider/Apfelwein herangetraut. Mit frischem Apfelsaft von Rheinisch Boon Äpfeln aus Frechen, Birkenzucker und einer Mischung aus deren wilden Hefen und einer Cider-Hefe ist ein ziemlich tolles Produkt herausgekommen. Mit einem relativ hohem Alkoholgehalt vom 8% sollte man davon allerdings leider nicht zu viel genießen.

Persönlicher Eindruck:
– sehr schön apfelig, leicht bitter und spritzig

Zum Abschluss der offiziellen Verkostung gab es dann noch eines der neuen Biere vom Vermieter Fritz Wülfing. Das Milk Stout von AleMania ergänzt das bereits jetzt gut bestückte Sortiment aus diversen IPAs, Gose und anderen Stouts.

Persönlicher Eindruck:
 sehr holzig, röstig, dunkelmalzig
 mittelgroßer Köper, cremig, holzig, süßlich, Karamell, Bonbon, malzig, wenig milchig, matt, holzig-süßer Abgang

Das Gesamtresultat in der Übersicht:

 

Im Anschluss gab es dann noch folgende besondere Köstlichkeiten in gemeinsamer Runde zu verkosten:

  • AleMania Extra Special Bonner
    – obergärig; 5%
    – Extra Special Bitter
    Käsefüße, buttrig, gemüsig
     mittelgroßer Körper, trocken-malzig, strohig, erdig, flach, süßmalziger-milchiger Abgang
    https://www.alemaniabonn.de/

  • St. Peters Cream Stout
    – obergärig; 6,5%
    – Real Ale aus St. Peters Hall in Suffolk
    – 80% Flaschenabfüllung, die Hälfte davon zum Export / Produktion von 80.000 Pints pro Woche
    holzig, malzig, röstig, leicht Karamell
     vollmundig, viel Karamell, etwas Zartbitter & Kaffee, röstig, cremig, öliger Abgang
    https://www.stpetersbrewery.co.uk/products/porters-and-stouts/cream-stout/

  • Maisel & Friends + Tanker Freaky Wheat
    – obergärig; 10,4%
    – „Wheat Wine“, da stark und mit Blanc-Hopfen versetzt
    – Kollaborations-Sud mit der estnischen Tanker Brewery
    – per Flaschenpost von Eva Ploß aus Bayreuth gekommen
    stark, alkoholaromatisch, würzig, hefig, waldig, gemüsig
     großer Körper, stark, weizig, hefig, etwas bananig, Karamell, Bonbon, feinperlig, süßmalziger Abgang
    https://maiselandfriends.com/biere/limited/maisel-tanker-freaky-wheat

Vielen Dank also nochmals an Markus, Stephan und Tom für den sehr interessanten Abend.
Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

Ein zusätzlicher Artikel zu weiteren Brauereien der Bonner Region: http://www.general-anzeiger-bonn.de/besser-leben/genuss/essenundtrinken/Diese-Biere-kommen-aus-Bonn-und-der-Region-article3901399.html?page=1

502. La Trappe Trappist Isid’or

Als vorerst letztes Bier aus unserem nordwestlichen Nachbarland kommt das Isid’or von La Trappe zum Zuge.

Der Name La Trappe stammt aus der französischen Abtei Notre-Dame de la Grande Trappe in der Normandie Soligny-la-Trappe. 1881 machten sich Trappistenmönche aus ebenjener Abtei in die Provinz Brabant auf und ließen sich in Koningshoeven nieder. Drei Jahre später begann auch der Braubetrieb der bis heute die Haupteinnahmequelle der Abtei bildet.

La Trappe ist eine der wenigen Brauereien der Welt die das offizielle ‚Authentic Trappist Product‘-Logo tragen dürfen, welches folgende Kriterien erfüllen muss:

  1. Das Bier muss in den Mauern eines Trappistenklosters gebraut werden, entweder von den Mönchen selbst oder unter ihrer Aufsicht.
  2. Die Brauerei muss im Kloster von untergeordneter Bedeutung sein und es sollte Zeuge der Geschäftspraktiken sein, die einer klösterlichen Lebensweise eigen sind.
  3. Die Brauerei ist nicht beabsichtigt, ein gewinnorientiertes Unternehmen zu sein. Das Einkommen deckt die Lebenshaltungskosten der Mönche und die Erhaltung der Gebäude und Grundstücke ab. Was auch immer bleibt, wird für die Wohltätigkeitsorganisation für soziale Arbeit gespendet und Menschen in Not gebraucht.

Und auch in Sachen Nachhaltigkeit verhält sich die Trappistenbrauerei vorbildlich: Es wird Gerste aus der Region verwendet, der Treber fürs Brotbacken wiederverwertet, Menschen mit Lernstörungen und/oder einer geistigen Behinderung eine Beschäftigung angeboten und sich für Ackerbau und Viehzucht in Uganda eingesetzt.

„Bruder Isidorus Laaber war der erste Braumeister der Onze Lieve Vrouw von Koningshoeven Abtei. Im Jahre 1884 begann er, Trappisten Bier zu brauen und legte den Grundstein für das Bier, das wir bis heute brauen. Eine weise Entscheidung, für die viele Bierliebhaber ihm dankbar sind. Das macht Bruder Isidorus zum Gründungsvater von La Trappe. Im Jahr 2009 wurde anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Trappistenbrauerei Bruder Isidorus mit seinem eigenen Bier geehrt: La Trappe Isid’or. Das Bier wurde so gut aufgenommen, dass es in unsere Standard-Kollektion aufgenommen wurde.“

Schöne weitere Besonderheit der Brauerei übrigens: Die Website ist auch auf deutsch vorhanden.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Belgisches Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Glukosesirup, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Berkel-Enschot (Niederlande)
Erscheinungsjahr. . .
2009

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________12
Fazit

  | würzig, karamell-malzig, waldig, harzig, spritzig
  | mittelgroßer Körper, dunkelmalzig, leicht holzig & röstig, sehr karamellig, wenig bitter-herb, matt-feinperlig, malzsüßer Abgang
  | Ein durchaus würdiger Repräsentant der Trappistenbiere, der sowohl Fans der belgischen Bierstile als auch neugierige Bierinteressierte anspricht. Für meinen Geschmack fast zu würzig, aber ohne die Karamell-Note zu überlagern. Schöner fände ich es nur, wenn anstelle des Glukosesirups eine natürlichere Stärkequelle Verwendung finden würde. Mir sind das damit heute fast sehr gute 12 Pkt. (2+) wert.

https://www.latrappetrappist.com/de/unsere-trappistenbiere/la-trappe-isidor/

Prost & guten Abend! 🍻

501. Brouwerij ‚t IJ Zatte

Zum Wochenstart geht es für mich weiter mit meinen Bieren aus den Niederlanden.

Das heutige Bier ist ein Tripel und stammt von der 1985 gegründeten Brauerei mit dem fast unaussprechlichen Namen. In Amsterdam beheimatet war es zum Gründungszeitpunkt noch eine der ersten Brauereien, die heute als sog. Craftbeer-Brauereien klassifiziert werden. Was heute gerade in Hollands größter Metropole völlig üblich ist, ist Mitte der 80er noch eine wirkliche Rarität. Damals wie heute bleibt es jedoch Ausdruck für den Wunsch nach mehr Handwerk, Qualität und Vielfalt. Der Name der Brauerei leitet sich übrigens vom ehemaligen Meeresarm und heutigen Kanal IJ ab, der Amsterdam in Nord und Süd trennt. Alle Biere des Standard-Sortiments sind zudem in Bio-Qualität gebraut.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Tripel
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Amsterdam (Niederlande)
Erscheinungsjahr. . .
1985

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___10
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | würzig-malzig, harzig-waldig, leicht Karamell
  | voller Körper, gewisses Alkoholaroma, hellmalzig, karamellig, etwas Bonbon, würzig, harzig, gering blumig, feinperlig, trocken-malziger Abgang
  | Ein überraschend mittelmäßiges Tripel aus der Hauptstadt der Niederlande. Für mich ist es zu würzig und auch für belgische Stilverhältnisse zu stark im Alkoholaroma. Dennoch spannend, da ein solches helles Tripel relativ selten anzutreffen ist. In Summe macht das 10,5 Pkt (2(-)).

https://www.brouwerijhetij.nl/zatte/?lang=en

Prost & guten Abend! 🍻

499. Braukunst Vorgebirge ^tausend

Zum Ende des Wochenendes schließt sich der Rahmen mit einem weiteren Bier meines Braumeisters Ralf vom Braukunst Vorgebirge aus Bornheim-Sechtem. Nach diversesten ProBier-Suden zeigte sich er zumindest schon sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Gebraut ist es mit Espressobohnen aus dem Land der tausend Hügel Ruanda.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Coffee-Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Espressobohnen, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bornheim-Sechtem
Erscheinungsjahr. . .
2019

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___6
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________12
Fazit

  | sehr kafeeig, dunkelmalzig, leicht röstig & holzig,
  | vollmundig, cremig, röstig, dunkelmalzig, leicht herb, waldig, Kaffee, feinperlig-matt, röstig-süßlicher Abgang
  | Erst im Verlaufe des Trinkens ist mir wieder eingefallen, dass ich ja eigentlich zuletzt etwas auf Kriegsfuß mit Kaffeebieren stand, da diese zu oft eine zu bittere Kaffeenote mitbrachten. Dass mir diese nicht schon beim ersten Schluck des Bieres, spricht schon alleine für die gute Qualität dieses Handwerksbiers. Auch wenn man dem Bier in der Tat eine gewisse fehlende Balance vorwerfen kann, ist es darüber hinaus echt gut gemacht. Weder zu bitter, noch zu röstig. Vor allem die Cremigkeit ist für eine Heimbrauprodukt hervorragend. Daher auch hier 11,5 Pkt. (2(+)).

https://www.braukunst-vorgebirge.de

Prost & guten Abend! 🍻

Blogbier, die XLVI. – Mama frei

Im Rahmen eines Wochenendkurzurlaubs mit meiner Familie haben es folgende Biere auf die Liste geschafft:

Tasting-Notizen:

  • Franziskaner Helles:
    – 11.8°P; 6%; untergärig
    – dieses Jahr eingeführte Sortimentserweiterung des Weißbierherstellers
      süß, buttrig, hellmalzig, hefig, ganz leicht herb
    mittelkleiner Körper, würzig, herb, hefig, gering malzig, getreidig, feinperlig, herb- süßer Abgang
    https://www.franziskaner-weissbier.de/unsere-biere/helles
  • Bayern Bräu Helles Vollbier:
    – 4,8%; untergärig
    – von Tucher in Fürth/Nürnberg gebraut
    dünn, säuerlich, gemüsig, würzig
      mittlerer Körper, leicht säuerlich, hellmalzig, würzig, gemüsig, leicht holzig, feinperlig, dünner Abgang
  • Herren Premium Pils:
    – 4,9%; untergärig
    – produziert für Getränke Hoffmann aus dem brandenburgischen Blankenfelde-Mahlow
    herb, hefig, bananig, malzig
      mittelgroßer Körper, malzig, hefig, leicht bananig, getreidig, feinperlig, süß malziger Abgang
    https://www.getraenke-hoffmann.de/

Vielen Dank auf diesem Wege an meine Schwiegereltern für das tolle Wochenende.