Bar Balthasar Bonn

Germania Kölsch | Germania Pils | Germania Weizen | Landgang Dunkle Macht | Beavertown Neck Oil | Garage That Chihuahua | Tilquin Oude Geuze | De Moersleutel Coconut Milkshake Smeerolie | Buddelship Blondes Biest

Am vergangenen Wochenende habe ich es endlich geschafft der neuen Craftbier-Institution in der ehemaligen Hauptstadt einen Besuch abzustatten. Nach einem Heimwerker-Tag mit meinem Kollegen Matthias hatten wir die Gelegenheit genutzt eh schon in Bonn zu sein und auch noch die Familienbetreuung sichergestellt zu haben.

Ende des letzten Jahres wagten die Bonner Geschwister Felicitas und Oliver Fischer den Schritt in die Selbstständigkeit und kombinierten ihre beiden Leidenschaften Bier und Hotel zum ersten Bonner Bierhotel inklusive der ersten Craftbier-Bar der Bundesstadt. Damit zieht Bonn nach etwas mehr als zwei Jahren mit der Dom-Metropole gleich und bietet endlich einen gastronomischen Anker in Sachen Biervielfalt und hoffentlich auch Qualität. Nicht nur das Interieur haben die beiden selbst entworfen, auch gebraut werden soll in Kürze an der Brüdergasse. Als langjähriges Mitglied der Bonner Heimbrauer, sollte es zumindest von der Erfahrung für Oliver kein Problem darstellen.

Tasting-Notizen / Bierfacts:

  • Germania Kölsch :
    – obergärig; 4,9%
    – angelehnt an das Germania-Bier aus Bornheim Hersel
    – gebraut jedoch in der Lahnsteiner Brauerei
    – heißt natürlich nicht offiziell Kölsch, da es nicht der Kölsch-Konvention entspricht
    – wird ggf. demnächst vor Ort selbst gebraut
     säuerlich, würzig, hellmalzig
     etwas dünn, malzig, würzig, etwas herb, matt
  • Germania Pils:
    – untergärig; 4,9%
    – angelehnt an das Germania-Bier aus Bornheim Hersel
     hopfig-herber, würziger, leicht buttrig
     mittelkleiner Körper, grasig, herb, wenig würzig, lasch
  • Germania Weizen:
    – obergärig; 5,3%
    – angelehnt an das Germania-Bier aus Bornheim Hersel
     hefig, bananig, sauer-fruchtig
     mittlerer Körper, leicht säuerlich, fruchtig, hellmalzig, etwas getreidig, hefig, matt
  • Landgang Dunkle Macht:
    – obergärig; 6,6%
    – Rauch-Porter von der Craftschmiede aus Hamburg-Altona
    klassisch Stout
     mittelgroßer Körper, röstig, säuerlich, würzig, holzig, feinperlig
    https://www.landgang-brauerei.de/die-biere/
  • Beavertown Neck Oil:
    – obergärig; 4,3%
    – Session IPA aus Tottenham Hale in London
     sehr schön blumig, fruchtig, leicht milchig
     mittlerer Körper, würzig, herb, hopfig, etwas bitter, feinperlig
    https://www.beavertownbrewery.co.uk/beer/neck-oil/
  • Lervig Liquid Sex Robot:
    – obergärig; 7,9%
    – Double Imperial New England Imperial Pale Ale aus dem norwegischen Stavanger
    – sehr mild für ein DINEIPA

     sehr fruchtig, sehr grasig, sehr milchig

    mittelgroßer Körper, mild, cremig, fruchtig, buttrig, herb, feinperlig
    https://www.lervig.no/the-beers-1/
  • Garage That Chihuahua:
    – obergärig; 8%
    – Imperial NEIPA aus Barcelona
     fruchtig, grasig, gemüsig, waldig

     mittelgroßer Körper, harzig, waldig, fruchtig, grasig, feinperlig
    https://www.garagebeer.co/tienda/that-chihuahua
  • Tilquin Oude Geuze:
    – spontangärig; 6,4%
    – Gueuze Tilquin à l’ancienne aus der einzigen Blendery in Wallonien (Bierghes)
     sehr sauer, leicht fruchtig & würzig

     spritzig, sauer, fruchtig
    http://www.gueuzerietilquin.be/en/gueuze-tilquin-a-lancienne/

  • De Moersleutel Coconut Milkshake Smeerolie:
    – obergärig; 10%
    – Imperial Milkshake Stout vom Schraubschlüssel aus dem niederländischen Alkmaar
     Kokos, süßlich, Karamell, Milch, Bonbon

     voller Körper, ölig, süß, Kokos, leicht bitter-herb, etwas röstig, leicht gewürzig, waldig, harzig, Vanille, matt, süßer Abgang
    http://brouwerijdemoersleutel.nl/

  • Buddelship Blondes Biest:
    – obergärig; 10,1%
    – Tripel der Hamburger Craftbrauer
    schön süß, getreidig, malzig, Karamell
    größerer Körper, leicht säuerlich-süß, malzig, Karamell, feinperlig
    http://www.buddelship.de/biere

Fazit:

An einem Samstag Abend – also quasi zur Prime-Time – war die BBB erfreulicherweise sehr gut gefüllt. Interessanterweise war zudem der Frauenanteil signifikant hoch. Im Vergleich zur CCC gibt es hier zwar etwas weniger Fassbier-Auswahl, dafür aber deutlich mehr aus der Flasche. Hier wird selbst der Bierblogger mehr als glücklich. Atmosphäre und Erscheinungsbild empfand ich sehr positiv, wenngleich man schon noch manchmal gemerkt hat, dass die BBB noch kein Viertel Jahr alt ist. Auch im wichtigsten Punkt – dem Bier – kann die BBB durchaus überzeugen. Zwar waren nicht alle Biere des Abends ein Volltreffer, dennoch dürfte es eine Qualität und Vielfalt sein, die in der Bundesstadt ihres Gleichen sucht.
Ich wünsche Fee und Olli auf jeden Fall viel Erfolg und noch ganz lange Freude am Bonner Bier- und Hotelwesen.

¡Bier für Bonn!

Weitere Informationen zur BBB & zum BrauHotel unter: https://www.facebook.com/barbalthasarbonn & https://www.brauhotel.com/
sowie ein Artikel im General-Anzeiger zur BBB: http://www.general-anzeiger-bonn.de/freizeit/gastro-szene/Erstes-Brauhotel-in-Bonn-am-Marktplatz-er%C3%B6ffnet-article4010568.html

Vielen Dank auch nochmals auf diesem Wege an Matthias für den leckeren, interessanten und vor allem günstigen Abend!

2nd Hoppy Birhtday @ CCC – 2 Jahre Craftbeer Corner Coeln

KBH Elderflower Ale | KBH 49°53’55 N 10°54’9 E | KBH Simcarillo | KBH Okay Stout | KBH Franz Browny | Cloudwater Brew Bourbon Barrel Aged Kentucky Common | Cloudwater Brew AW18 Brewed All Session Pale Ale | Dry & Bitter Double Dippy Doo | Magic Rock Dairyfreak | Evil Twin Bible Belt | Craftbeer Creations Cologne|Heinenhof Glühbier

Nun ist es schon fast eine Woche her als es in der Kölner Craftbeer Corner bereits zum zweiten Mal hieß: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Wenn auch die Geburtstagsfeier etwas verspätet stattfand (die CCC gibt es bereits seit November 16), versprach es wieder ein großes Bierfest zu werden. Neben Live-Musik und frisch gemachten Burgern gab es nicht nur die üblichen 15 Craftbiere vom Fass, sondern noch fünf weitere der Kölner Bierhistoriker. Zudem hat sich Michael Rößgen vom Pulheimer Heinenhof nicht lumpen lassen und bot frei Haus ein selbstgemachtes Glühbier an. Mit Nils machte ich mich dann bereits am Nachmittag zur ersten und immer noch einzigen Craftbeer-Bar der Domstadt auf und proBierte mich quer durch die Zapfhähne.

Tasting-Notizen / Bierfacts:

  • KBH Elderflower Ale :
    – obergärig; 5,5%
    – Pale Ale mit Holunderblüten
    – von den Kölner Bierhistorikern
    Gartenkräuter, süßlich, Holunderblüte
    süffig, hellmalzig, würzig & gewürzig, süßlich, leicht sauer, feinperlig
  • KBH 49°53’55 N 10°54’9 E:
    – obergärig; 4,5%
    – Roggenweizen
    – von den Kölner Bierhistorikern
    roggen-würzig, getreidig, hefig
    hefig, vollmundig, getreidig, süß, malzig, weich, feinperlig
  • KBH Simcarillo:
    – obergärig; 7%
    – American IPA
    – von den Kölner Bierhistorikern
    sehr fruchtig & milchig, Milkshake
    voll, weich, herb, fruchtig, waldig, matt
  • KBH Oaky Stout:
    – obergärig; 4,7%
    – London Stout
    – von den Kölner Bierhistorikern
    milder, süßer, holzig, waldig
    voller Körper, holzig, dunkelmalzig, Karamell, Nuss
  • KBH Franz Browny:
    – obergärig; 6%
    – Oak Chip Stout
    – von den Kölner Bierhistorikern
     röstig, dunkelmalzig, Karamell, Holz
    vollmunidg, röstig, holzig, leicht sauer, matt

  • Cloudwater Brew Bourbon Barrel Aged Kentucky Common:
    – obergärig; 8,2%
    Cream Ale, das ursprünglich aus Louisville / Kentucky kommt und dort bis zur Prohibition über 80% Marktanteil hatte – heute wird es kaum noch gebraut
    – von 2014 entstandenen Craftbeer-Schmiede aus Manchester
    – 4 Monate gereift; mit Hafer
    säuerlich, holzig, Whiskey

    spritzig, Karamell, dunkelmalzig, holzig, wenig säuerlich, fast rotweinig
    https://cloudwaterbrew.co/beer/bourbon-ba-kentucky-common
  • Cloudwater Brew A∙W18 Brewed All Session Pale Ale:
    – obergärig; 8,2%
    – New England Pale Ale
    sehr schön grasig, fruchtig, hopfig herb

    süffig, herb, grasig, blumig, feinperlig
    https://cloudwaterbrew.co/store
  • Dry & Bitter Double Dippy Doo:
    – obergärig; 7,5%
    – Imperial IPA von den 2015 gegründeten Craft-Brauereien aus Gørløse in Dänemark
    blumig, fruchtig, hopfig, waldig

    mittelgroßer Körper, cremig, hefig, fruchtig, grasig, herb, harzig, feinperlig
    http://www.dryandbitter.com/products.php
  • Magic Rock Dairyfreak:
    – obergärig; 5,6%
    – Milk-Ice-Porter von der 2011 entstandenen Brauerei aus Huddersfield in England
    – mit Hafer, Laktose und Vanille
    sehr süß, Karamell, Milch

    vollmundig, cremig, milchig, Vanille, matt
    https://www.magicrockbrewing.com/beer/dairyfreak/
  • Evil Twin Bible Belt:
    – obergärig; 13%
    – American Imperial Stout aus Brooklyn / New York
    holzig, röstig, waldig

    cremig, ölig, röstig, blumig, holzig, rel. wenig alkoholaromatisch, herb, matt
    https://eviltwin.dk/


Wie bereits erwähnt bot auch Michael Rößgen – Inhaber der Marke Craftbeer Creations Cologne – seine Glühbier-Eigenkreation an. Dafür verwendete er 20l seines Schäselong, 9l Kirschsaft sowie Gewürze und Zucker.
Für meinen Gaumen war es zwar etwas zu einseitig süß und zu gering gewürzt, aber ich bin ja auch nicht repräsentativ.

Fazit:

Wie auch schon im (vor-)letzten Jahr war es eine gelungene Feier. Auch wenn es für mich einen etwas weniger glamourösen Eindruck gemacht hat als beim letzten Mal und ich mir als Beertaster natürlich immer ProBierSets wünsche, ist es immer wieder beeindruckend, welche Biervielfalt und Qualität geboten wird. Hut ab für euren Einsatz Jungs. Die CCC scheint nicht nur in der Kölsch-Stadt angekommen zu sein, sondern auch Wurzeln geschlagen zu haben. Als letzte der vier deutschen Millionenstädte holt Köln nun in Sachen Craftbeer allmählich auf. Ich wünsche Euch in diesem Sinne noch viele weitere erfolgreiche und vor allem leckere Jahre – zeigt den Kölnern und allen anderen, was leckere und gute Biere sind.

¡Craftbier für Coeln!

Mehr zur Veranstaltung unter: https://www.facebook.com/events/221921882016566/.

Weitere Informationen zur CCC unter: http://www.craftbeercorner.de

467. Störtebeker Eis-Lager

Passend zum weiterhin (schönen) winterlichen Schneewetter folgt heute das Eis-Lager aus dem Hause Störtebeker. Das Stralsunder Bier basiert auf dem Baltik-Lager – welches eigentlich ein Märzen ist – und wurde mittels Eisbock-Verfahren auf knapp 10% Alkohol gebracht. Neben der Erhöhung des Alkoholgehalts intensivieren sich auch sämtliche Aromen infolge des Wasserentzugs.

„Ein Produkt, das man alleine wie Cognac trinken kann.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Eisbock
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 9,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Stralsund
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

  | holzig, malzig, Karamell, würzige Fruchtigkeit, waldig, Lakritz
  | ölig, schwer, malzig, Karamell, Lakritz, harzig, etwas bitter, leicht alkoholaromatisch, matt, süß-würziger Abgang
  | Ein Bier wie ein Cognac. In der Tat hat man zwischenzeitlich immer wieder das Gefühl eine Spirituose zu trinken, wenngleich das Alkoholaroma nicht übermäßig in Erscheinung tritt. Insgesamt hat das Eis-Lager eine beeindruckende Textur. Gerade für ein untergäriges Eis-Märzen kommt es überraschend ölig und cremig daher. Mit etwas mehr Balance in den einzelnen Aromen hätten es in Summe vielleicht auch mehr als 13 Pkt. (1-) geben können.

 • https://www.stoertebeker.com/de_de/eis-lager/

Prost & guten Abend! 🍻

466. Zwönitzer Whiskybock

Bei winterlich weißem Schneewetter selbst am Niederrhein passt der heutige Blick ins deutlich schneesichere Erzgebirge. Etwa eine halbe Stunde westlich von Chemnitz befindet sich dort befindet seit 1997 der Brauerei Gasthof Zwönitz. Das familiengeführte Brauunternehmen braut ein kleines Sortiment an traditionellen deutschen aber auch internationalen Bierstilen. In einer der letzten Bierpakete vom Beertasting.Club war das heutige Whiskybock. Eine der kreativen Kreationen der Sachsen – ein Doppelbock mit Whiskymalz eingebraut.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Doppelbock
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Zwönitz
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___7
  • Aussehen:____________________8
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | torfig, erdig, nussig, etwas buchenrauchig, dunkelmalzig, leicht Karamell, geringe säuerliche Noten
  | mittelgroßer Körper, frisch, dunkelmalzig, erdig, leicht rauchig, würzig, geringe Süße, etwas bitter, matt, süß-säuerlich-torfiger Abgang
  | Interessantes Bier, das sich klar von einem Rauchbock abgrenzt. Es ist deutlich weniger rauchig, sondern eher torfig und es ist für ein deutsches Bier überraschend mild und süffig bei acht Umdrehungen. Dennoch fehlt es mir an Durchschlagskraft und Spannung. Als Einsteiger-Craftbier sicher gut geeignet, für Fortgeschrittene aber etwas zu flach. In Zahlen bedeutet das 9,5 Pkt. (3++).

 • https://www.brauerei-zwoenitz.de/index.php

Prost & guten Abend! 🍻

465. BrauSchneider Hanfbier

Nach einer kurzen „Durststrecke“, die allerdings auch unterbrochen wurde durch den 2. Hoppy Birthday der Craftbeer Corner Coeln, von der ich später an dieser Stelle berichten werde, geht es hier weiter im Programm. Im Depot warten bei mir noch über ein Kasten Biere unterschiedlicher Herkunft und verschiedenen Stils.

Heute am Start ein Bier, dass ich vor allem aufgrund des knappen MHDs ausgewählt habe und dass mit einer ganz besonderen Zutat aufwartet. Es stammt aus der oberösterreichischen Provinz von Michael Schneider und der erst seit weniger als zwei Jahren bestehenden Brauerei BrauSchneider. In den 15 Jahren davor machte Schneider im Rahmen seiner Tätigkeit in führenden Management-Positionen in internationalen Konzernen seine Erfahrung mit Craftbeer in England, USA und Kanada. Nebenbei begann er mit dem Hobbybrauen und entwickelte sich hierbei immer weiter fort. Im vorletzten Jahr kamen nun zwei Ereignisse zusammen. Einerseits beendete Schneider seine Management-Karriere, andererseits stieß er an seine Kapazitätsgrenze seines Hausbrauertums. Und wie es das Schicksal so wollte, konnte er daraufhin im nahegelegenen Erzbräu in Gamin als Gastbrauer unterkommen.

In der Zwischenzeit hat er nun aber seine eigene Brauerei mit Garten und neuester Technologie. Dort braut er traditionelle deutsche und angloamerikanische Bierstile und eben wegen des fehlenden Reinheitsgebots in Österreich auch das heutige Hanfbier. Dieses enthält neben Pilsner- und Weizenmalz sowie Hallertauer Hopfen auch Hanfblätter und -blüten.

„Der Stoff aus dem echte Biere sind.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- Weizenmalz, Hanf, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Schiltern bei Langenlois (Österreich)
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________9
  • Geschmack:__________________10
Fazit

  | leicht säuerlich, grasig, blumig, srohig, heuartig, hellmalzig
  | mittelkleiner Körper, mild malzig, grasig, würzig, leicht gewürzig, cremig, etwas hefig, feinperlig-matt, süßlich-heuartiger Abgang
  | Ein durchaus interessantes Bier. Man merkt ihm sowohl die obergärige Herkunft als auch die besondere Hanfzutat an. Diese erzeugt ein außergewöhnlich grasig-heuartiges Aroma. Dennoch ist das Bier um den Hanf herum meines Erachtens „nur“ guter Durchschnitt. Deshalb gibt es in Summe auch nicht mehr als 10,5 Pkt. (2(-)), auch wenn ich dieses Bierexperiment dennoch würdigen möchte.

 • http://www.brauschneider.at/bier/hanfbier/

Prost & guten Abend! 🍻

464. Madriz Hop Repúblic Chueca

Nach einem beruflichen Tag in Frankfurt am Main möchte ich heute ein Bier vorstellen, das ich von einem Kollegen im Rahmen des letzten Weihnachtswichteln übertragen bekommen hatte. Weder vom Bier noch von der Brauerei hatte ich bis dato etwas gehört, was es für mich natürlich interessanter machte.

Die Hop Republic aus der spanischen Kapitale wurde 2015 von einem in Berlin ausgebildeten Braumeister ins Leben gerufen und setzt voll auf den Trend „Craftbeer“. So will man sich dem industriellen Einheitsbier mit individuellen Rezepturen hoher Qualität entgegenstellen. Dabei wird nur in kleinen Chargen und mit viel Zeit produziert. Unklar bleibt jedoch, ob selbst in Madrid oder per Lohnbrauverfahren woanders gebraut wird.

Die Katze als Symbol der Marke geht auf die Zeit der Rückeroberung Madrids durch König Alfonso IV. zurück. Dort hatte ein mutiger Soldat auf sich aufmerksam gemacht als er im Stile einer Katze eine Mauerwand entlang kletterte. Fortan etablierte sich für alle Madrilenen der Begriff der Katze als identitätsstiftendes Symbol der ganzen Hauptstadt. An diese Identität möchte die Hop Republic anknüpfen und ein Bier für die Bürger bieten, das Teil der Kultur Madrids sein soll.

„Madriz Hop Republic y su gato son un tributo a la capital de todos los españoles, la ciudad que acoge, la que siempre está abierta a lo nuevo, al cambio y de la que todos debemos sentirnos orgullosos de formar parte de ella, Madrid.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . .  Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Madrid (Spanien)
Erscheinungsjahr. . .
2015

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________10
Fazit

  | würzig, grasig, herb, hellmalzig
  | mittelkleiner Körper, malzig, leicht süß, würzig-herb, grasig, leicht waldig, feinperlig-matt, leicht süßlicher Abgang
  | Ein durchaus passables (internationales) Lager aus Spaniens Mitte. Es hebt sich von nichtssagenderer Konkurrenz durch eine malzigere und grasigere Note ab. Dennoch ist es eben immer noch ein Lager, das per Definition keine enormen Geruchs- und Geschmacksexplosionen bietet. Dafür ist es geeignet auch in größerer Menge getrunken zu werden. In Summe gibt es dafür 10,5 Pkt. (2(-)).

 • https://www.cervezasmadriz.com/las-cervezas/

Prost & guten Abend! 🍻

Blogbier, die XLIV. – Landal het Vennenbos

Im Rahmen eines Wochenendkurzurlaubs mit meiner Familie haben es folgende Biere auf die Liste geschafft:

Tasting-Notizen:

  • Maxlrainer Zwickl Max:
    – 12.3°P; 5,,3%; untergärig
    – von der 1636 gegründeten Schlossbrauerei Maxlrain aus dem gleichnamigen Ortsteil von Tuntenhausen im LK Rosenheim
    – bayrisches Craftbier
      süß, buttrig, hellmalzig, hefig, ganz leicht herb
    mittelkleiner Körper, würzig, herb, hefig, gering malzig, getreidig, feinperlig, herb- süßer Abgang
    https://www.maxlrain.de/de/unsere-biere/zwickl-max
  • Mannebluser:
    – 5,8%; obergärig
    – von der 1872 gegründeten Brouwerij Het Anker aus Mechelen in Flamen
    – der Name heißt übersetzt „Mondlöscher“ und geht auf eine alte Anekdote aus 1687 zurück
    dünn, säuerlich, gemüsig, würzig
      mittlerer Körper, leicht säuerlich, hellmalzig, würzig, gemüsig, leicht holzig, feinperlig, dünner Abgang
    https://www.hetanker.be/nl/maneblusser
  • Wilderen Goud:
    – 6,2%; obergärig
    – von der 1642 entstandenen Brouwerij aus dem gleichnamigen Ort in Flandern
    herb, hefig, bananig, malzig
      mittelgroßer Körper, malzig, hefig, leicht bananig, getreidig, feinperlig, süß malziger Abgang
    http://www.brouwerijwilderen.be/index.php/nl/bieren/wilderen-goud
  • Tongerlo Lux:
    – 6%; obergärig
    – von der 1893 gegründeten Brouwerij Haacht aus dem flandernschen Boortmeerbeek
    – Abteibier mit Geschichte bis 1130, das 1990 wieder aufgelebt wurde
    hellmalzig, leicht säuerlich, harzig, etwas gewürzig
      mittelkleiner Körper, hellmalzig, würzig, herb, feinperlig, herb harziger Abgang
    https://haacht.com/nl-be/merken/bieren/tongerlo-lux/ http://tongerlo.be/en.html
  • Hertog Jan Karakter:
    – 7,5%; obergärig
    – von der 1915 entstandenen Brauerei aus Arcen zwischen Maas und deutsch-niederländischer Grenze
    – Genootschap
    rotmalzig, süßlich, harzig, Karamell
      mittelgroßer Körper, malzig, Karamell, ganz leicht bitter-holzig feinperlig, süßlich karamelliger Abgang
    https://www.hertogjan.nl/bieren/karakter/
  • Jopen Mooie Nel IPA:
    – 16°P; 6,5%; obergärig
    – von der 1992 gegründeten Brouwerij Jopenkerk aus Haarlem, die neben klassischen
    sehr hopfig fruchtig nach Grapegruit, Litschi und Ananas, hellmalzig, harzig, buttrig, grasig, leicht herb
      mittelgroßer Körper, herb-grasig, dumpf fruchtig, hopfig-herb, matt, herb-hopfiger Abgang
    https://www.jopenbier.nl/de/bieren/jopen-northsea-ipa/
  • Brand Session IPA:
    – 9.4°P; 3,5%; obergärig
    – von der 1340 entstandenen Brand Bierbrouwerij aus Wijlre, die seit 1989 zum Heineken-Konzern gehört
    – Gewinnerbier von Jeroen Free beim Brand Bierbrouwwedstrijd 2017
    fruchtig, hopfig, grasig, Citra, hellmalzig, waldig
      kleiner Körper, bitter, grasig, herb, gering fruchtig, matt, fruchtig herber Abgang
    http://www.brand.nl/onze-bieren/session-ipa
  • Steamworks Craft Lager:
    – 11.7°P; 5%; untergärig
    – von der 2013 gegründeten  der kanadisch-österreichischen Dampfbierbrauerei aus Vancouver
    würzig, säuerlich, hellmalzig, leicht hopfig herb
      mittlerer Körper, weich, mild, etwas herb etwas hefig, etwas würzig, feinperlig, herb süßer Abgang
    https://www.steamworks.eu/bierstile/pilsner/

Vielen Dank auf diesem Wege an meine Schwiegereltern für das tolle Wochenende.

463. Vulkan Porter

Bevor es für mich mit meiner Familie morgen in den Wochenendurlaub nach Brabant geht, kehre ich biertechnisch zunächst einmal wieder nach Deutschland zurück.

Mitten in der Vulkaneifel befindet sich die Brauerei meines heutigen Bieres, dessen Name zumindest auf eine mehr als 200.000-jährige Geschichte zurückblicken kann. Zu dieser Zeit nämlich brach der nahegelegene Wingertsberg-Vulkan aus und lagerte untertage Basalt ab. Vor etwa 13.000 Jahren war es dann der Laacher See-Vulkan der bei seinem Ausbruch Bims im Neuwieder Becken verteilte. Beides wurde bis ins 19. Jahrhundert großräumig abgebaut, sodass große Gewölbe und Felsenkeller entstanden. Diese wurde vor der Erfindung der Kühlmaschine auch als Lagerraum für die Gärung von Bier genutzt. Von den damals 28 Brauereien, die dies nutzen, ist heute nur noch die Vulkan-Brauerei übrig, die diese tolle Tradition mit ihren holzfassgelagerten Bieren fortsetzt.

Auch wenn das heutige Porter dies nicht ist, erwarte ich ein gutes Bier – hatte ich doch bislang einen wirklich guten Eindruck der Brauerei. Als zertifizierter Eifelproduzent kommen übrigens 90% der verwendeten Rohstoffe aus dieser Region. Auch Kuckucksbrauern gibt die Brauerei eine Heimat und unterstützt kreative Ideen.

„Die schwarze Verführung für echte Malzlover.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Porter
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  15°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Mendig
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________14
Fazit

  | röstig, holzig, würzig, dunkelmalzig, Malzsüße, Süßholz, Zartbitter
  | vollmundig, cremig, weich, schokoladig, malzig, würzig, etwas röstig, harzig, wenig Kaffee, feinperlig, bitter-süßer Abgang
  | Welch ein herrliches Bier. Nach vielen Bieren in der letzten Zeit, die mich einfach nicht voll überzeugen konnten, tut es gut mal wieder so ein richtig gutes proBieren zu dürfen. Das dürfte natürlich auch am Bierstil liegen, der mir einfach gut gefällt. Aber auch ein Porter kann mäßig hergestellt werden. Außer ein wenig zu große bittere Nuancen und ein bisschen zu wenig Pepp, kann ich an dem Vulkan Porter nicht viel aussetzen. Mit 13,5 Pkt. (1(-)) übernimmt es dann auch die frühe Führung im diesjährigen Bierjubiläum-Ranking (im letzten Jahr hatten übrigens nur drei Biere eine solche Bewertung erhalten).

 • https://www.vulkan-brauerei.de/produkt/vulkan-porter-033l-flasche/

Prost & guten Abend! 🍻

462. Alefried Klabauter India Pale Ale

Nach der doppelten Doppelverkostung in den letzten zwei Tagen folgen heute und morgen wieder einzelne Biere. Beginnen möchte ich mit einem Bier, das wie so viele zuletzt den Weg über die Beertasting.Club-Box zu mir gefunden hat. Es kommt wie ebenfalls zuletzt häufiger aus unserem schönen Nachbarland im Süden: Österreich. Während ich zuletzt viel aus dem Salzburger Land oder Oberösterreich gefischt habe, geht es nun in die Hauptstadt der Steiermark. Dort wird seit 2016 unter dem Label Alefried „klassisches Craftbier“ gebraut. Alfried Borkenstein hat sich dabei voll und Ganz der obergärigen Brauart verschrieben und will damit eine Akzent gegen die Masse an untergärigen Lagern im Alpenland setzen. Weiterhin sind alle Biere unfiltriert und in der Flasche nachvergoren.

Der Klabauter ist ein Craftbier-typisches India Pale Ale mit Hopfengaben aus dem Südwesten der USA:

„Ein fruchtiges, obergäriges Bier mit Aromahopfen aus der Neuen Welt. Der Klabauter ist ein wilder Seefahrer, der jedem Wellengang trotzt. Für lange Überfahrten hat er immer ein Fässchen von seinem besten IPA dabei. Das ist herrlich erfrischend und durch 5 verschiedene Hopfensorten besonders fruchtig. Die höhere Bitterheit macht dieses Bier haltbar für lange Reisen, und dem Klabauter schmeckt’s umso besser.“

Offiziell ist das IPA übrigens seit einer Woche „abgelaufen“. Mal schmecken, ob und wie es sich äußert.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Graz (Österreich)
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | dumpf-fruchtig, süß-säuerlich, karamellig-malzig, sehr grasig, recht harzig
  | voller Körper, herb, hopfig, grasig, fruchtig, würzig, süßmalzig, feinperlig-matt, süß-bitterer Abgang
  | Also dieser süß-saure Grundton zieht sich irgendwie durch meine letzten Biere aus Österreich. Auch ist die Karamell-Bittere nicht gerade IPA-stereotyp. Auch wenn es handwerklich gut gemacht zu sein scheint, fehlt mir einfach die klare Hopfen-Fruchtigkeit. Deshalb gibt es im Endclassement auch „nur“ 12 Pkt. (2+).

 • https://www.alefried.com/de/produkte

Prost & guten Abend! 🍻

461. Landgang Amerikanischer Traum + Hopfnung

Wie gestern angekündigt folgt heute noch eine Duo-Vergleichsverkostung. Forschungsobjekt diesmal: Die Brauerei Landgang.

Vor über vier Jahren in der Nord-Metropole Hamburg gegründet, gehört sie inzwischen zu einer der aufstrebensten Craftbier-Brauereien des Landes. Beheimatet ist sie in Altona, wo es neben der Brauerei auch eine Bar gibt. Insgesamt wurden in der alten Industriehalle über 1 km Rohre verlegt. Die Anlagen stammen dabei zumeist aus dem deutschen Mittelstand. Neben Brauereiführungen werden dort auch Braukurse angeboten. Das Sortiment ist sehr breit aufgestellt und deckt alle wichtigen Bierstile ab, sodass wohl jeder fündig werden sollte.

Im heutigen Duell befinden sich das IPA Amerikanischer Traum und das American Pale Ale Hopfnung. Erstes gehört zum Standardsortiment, während letzteres in der Regel ab September für einige Wochen erhältlich ist.

„We have a Dream. Enjoy!

Steckbriefe

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA | American Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig | obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe | Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  16°P | –
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5% | 6,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Hamburg
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertungen

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13|13
  • Aussehen:____________________10|11
  • Geruch:______________________11|13
  • Geschmack:__________________12|11
Fazit

  | süß, dunkel-fruchtig, karamellig, hopfig-waldig, grasig, erdig, etwas malzig-würzig
// sehr hopfig, grasig, hell-fruchtig nach Litschi, Papaya, Mango & Maracuja, etwas harzig, wenig malzig
  | mittelgroßer Körper, cremig, weich, grasig, fruchtig, karamellig-süß, wenig herb, leichte Bittere, feinperlig, süß-herber Abgang
// mittelgroßer Körper, weich, fruchtig, bitter, harzig, karamellig, wenig Herbe, feinperlig, süß-herber Abgang
  | Ein Duell auf Augenhöhe und mit Niveau. Beiden Bieren merkt man die Herkunft an, wenngleich sie auch interessante Unterschiede aufweisen. Während mich beim IPA die erdig-waldigen Nuancen überraschten, war es beim Pale Ale eher die harzige Bittere. Beim Kopf-an-Kopf-Rennen hat im Auge und in der Nase die Hopfnung einen kleinen Vorsprung, wobei mir der Amerikanische Traum am Gaumen besser gefällt. Im Gesamtergebnis heißt das dann ein knapper Sieg für das Pale Ale, obwohl hier natürlich aufgrund der unterschiedlichen Bierstile kein direkter Vergleich gezogen werden kann.
Amerikanischer Traum: 11,5 (2(+)) // Hopfnung: 12 Pkt. (2+).

 • https://www.landgang-brauerei.de/die-biere/

Prost & guten Abend! 🍻

460. Camba Hopla + Nelson

Heute und morgen werden ich angesichts eines prall gefüllten Kühlschranks mal wieder zu einer Doppel-Vergleichsverkostung greifen. Heute am Start: Der Big Player im Craftbier-Segment Camba aus Bavaria.

Vergleichen möchte ich dabei zwei Biere, die ungleich gleich sind. Das eine untergärig, das andere obergärig, verbindet beide, dass es sich eigentlich um ganz gewöhnliche (deutsche) Bierstile handelt, die jedoch durch eine Kalthopfung veredelt wurden. Das Hopla ist ein Lager, das mit den Hopfen El Dorado, Perle und Tradition eingebraut ist – während das Nelson ein mit (wie es Name schon verrät) Nelson Sauvin und Hersbrucker gehopftes Weißbier ist.

Beides meiner Meinung nach spannende Stilexperimente, die zwar nicht neu sind, aber gewiss noch nicht oft in der Form auch gegenübergestellt wurden.

Steckbriefe

Stil. . . . . . . . . . . . . . . India Lager | India Weißbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig | obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe | Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12.4°P | 12.4°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,4% | 5,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Seeon
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertungen

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13|13
  • Aussehen:____________________11|11
  • Geruch:______________________12|7
  • Geschmack:__________________11|10
Fazit

  | sehr hopfig, würzig, frisch, fruchtig, süß-sauer, grasig, buttrig, waldig, harzig
// sehr fruchtig-bananig, sahnig, Ananas, Traube, künstlich süß nach Cocktailkirsche & Erdbeersirup
  | mittelkleiner Körper, süß-saure Hopfennote, leicht würzig, grasig, waldig,  harzig, gering malzig, cremig, feinperlig, süß-saurer Abgang
// vollmundig, hefig, bananig, süß-sauer-fruchtig, wenig malzig, feinperlig, künstlich süßer Abgang
  | Welch ein interessanter Vergleich. Obwohl sich beide Bierstile doch recht unähnlich sind und auch die Hopfensorten differieren, haben die Biere erstaunliche Gemeinsamkeiten. Beide irritieren durch eine süß-saure Grundnote und eine recht dünne Resenz. Zudem dominieren waldig-fruchtige Hopfenaromen exotischer Sorten, wenn auch beim Hopla das würzige Malz und beim Nelson die hefige Banane hervortritt. Da das Ganze streng genommen ein Vergleich zwischen Äpfel und Birnen ist, gibt es heute auch keinen Sieger, obschon beide mit einer unterschiedlichen Gesamtbewertung nach Hause gehen. Mir besser gefallen hat das Hopla, welches weniger künstlich daherkam, obwohl beide Biere auch für mich echt gewöhnungsbedürftig sind.
Hopla: 11,5 (2(+)) // Nelson: 10 Pkt. (2-).

 • http://www.camba-bavaria.de/internationale-biere/camba-hopla/ + http://www.camba-bavaria.de/internationale-biere/camba-nelson/

Prost & guten Abend! 🍻

459. Brew Town | Pinzga‘ Coffee Stout

Das vierte und letzte Pinzgauer Bier ist eine Kollaboration zwischen der Brucker Brauerei und Brew Town aus St. Johann im Pongau. Etwa eine halbe Stunde östlich des Laacher Sees brodeln bereits seit 2014 die Braukessel. Doch erst vor Kurzem wurden dort durch personellem Zuwachs die City of Hops empor gehoben.

Das Bier ist mit Gerstenflocken, Röstmalzen und Kaffee (ob Bohnen oder in flüssiger Form ist zunächst nicht ersichtlich) eingebraut und reiht sich ein in eine inzwischen doch recht lange Liste an Kaffee-Bieren, die sich vor allem bei Stouts wiederfinden, da diese durch die Röstaromen des Malzes ohnehin schon ein kaffee-artiges Aroma mitbringen.

Beigesteuert wird der Kaffee von der Röstmanufaktur Tridor aus Zell am See, die neben Kaffee auch Tee, Gewürze, Öle, Essige und Schnäpse anbietet.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Coffee-Stout
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Gerstenflocken, Kaffee, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bruck (Österreich)
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | milder Kaffee, etwas Zartbitter, Getreide, Sahne, malzige Würze, leicht karamellig
  | mittelkleiner Körper, recht bitter, fruchtig, Kaffee, röstig, gering cremig-sahnig, würzig-herb, matt-feinperlig, süß-herb-kaffeeiger Abgang
  | Nachdem ja in der Vergangenheit durchaus so einige nicht ganz hervorragende Kaffee-Biere dabei hatte, bin ich bei diesem endlich wieder positiv überrascht. Auch wenn ich immer noch kein Kaffee-Bier-Fan bin, gefällt mir diese Interpretation. Es könnte für mich noch cremiger, öliger und malzger sein, aber sowohl Bittere als auch Herbe halten sich doch in Grenzen. Interessant ist auch die recht fruchtige Note, die womöglich aus der Kaffeebohne stammt. Getreu dem Motto „last, but not least“ gibt es für so viel gemeinschaftliche Handwerkskunst 11 Pkt. (2).

 • https://www.pinzgau-braeu.at/index.php

Prost & guten Abend! 🍻

458. Pinzga‘ Phoenix aus der Asche

Auch heute am Samstag bleibe ich in der Salzburger Provinz. Nach Weißbier und Zwickl folgt heute das Rauchbier des Pinzgau. Dabei wird nicht nur einfaches Rauchmalz zur Erzeugung des Geschmacks verwendet, sondern Whiskeymalz über Torf geräuchert. Beides dürfte dem Bier hoffentlich eine außerordentliche Geschmacksnote geben, ist aber auch aufwändiger und kostenintensiver. Einerseits ist das Malz eigentlich ein Produkt der Whiskey-Herstellung, da es anders vermälzt und gedarrt wurde. Anderseits hat die Räucherung über Torf auch aufgrund der schwierigeren Beschaffung dessen Seltenheitswert.

„Wie Phoenix aus der Asche, steigt dieses Bier aus der abgebrannten Halle empor.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Rauchbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . (getorftes Whisky-)Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,4%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bruck (Österreich)
Erscheinungsjahr. . .
2015

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________7
  • Geruch:______________________8
  • Geschmack:__________________10
Fazit

  | rauchig, torfig, leicht modrig, moorig, waldig, erdig, würzig, rotmalzig
  | mittelgroßer Körper, leicht säuerlich, rauchig, würzig, erdig, leicht bitter, matt-feinperlig, torfiger Abgang
  | Es ist zwar nicht mein erstes Torf-Bier, aber dennoch ist es immer noch etwas Besonderes. Im Vergleich zu anderen Rauchbieren hat man hier eben nicht diesen typischen Schinken-Geschmack, da dieser vor allem über Buchholzrauch erzeugt wird. Da hier aber Torf verwendet wird, hat man eher den Eindruck ein Schluck Moor zu sich zu nehmen. Was in der Nase noch recht irritierend ist, macht sich dann aber am Gaumen weniger extrovertiert als befürchtet. Dennoch trifft es nicht  ganz meinen Geschmack, obwohl ich diesen Bierstil ausdrücklich würdigen möchte. In Zahlen macht das dann 9 Pkt. (3+).

 • https://www.pinzgau-braeu.at/index.php/unsere-biere/phoenix-aus-der-asche

Prost & guten Abend! 🍻

457. Pinzga‘ Zwickl

Nach der gestrigen Premieren-Verkostung nun das Zwickel-Bier aus dem Hause Pinzgau.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Zwickel
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bruck (Österreich)
Erscheinungsjahr. . .
2015

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________8
  • Geschmack:__________________12
Fazit

  | fruchtig-säuerlich, hellmalzig, leicht hefig, leicht hopfig, etwas ledrig
  | mittelkleiner Körper, relativ süffig, hefig, Malzsüße, leicht getreidig, hopfig-fruchtig, feinperlig, fruchtig-herb-süßer Abgang
  | Ähnlich wie auch beim Weizen ist hier eine interessante hopfig-fruchtige Note erkennbar, die fast auf eine Kalthopfung schließen lässt. Beim Trinken ist die Entwicklung auf der Zunge und am Gaumen sehr spannend. Ist man zunächst von der fruchtigen Säure mindestens irritiert kommt nach und nach der Hopfen (aber auch das Malz) durch, sodass ein Endeindruck von einem sehr guten Bier hängen bleibt. So interessant das isst macht es aber die Bewertung nicht einfacher. Alles in allem würde ich aber erneut bei 10,5 Pkt. (2(-)) zu landen.

 • https://www.pinzgau-braeu.at/index.php/unsere-biere/pinzga-zwickl

Prost & guten Abend! 🍻

421.2 Pinzga‘ Weizen

Heute gibt es wieder einmal eine Premiere auf Bierjubiläum. Denn es gibt eine zweite Rezension eines bereits rezensierten Bieres. Etwas, was ich aufgrund der Größe der Bierwelt stets zu vermeiden versuche, verdient dennoch heute mal eine Ausnahme.

Nach der ersten Rezension Ende Oktober hatte sich nämlich der Staff – Braumeister beim Pinzgau – höchstpersönlich bei mir gemeldet. Er hatte Unverständnis über die relativ mäßige Bewertung, entschuldigte sich (obwohl wohl irgendwo in der Liefer- und Lagerkette etwas schief gegangen zu sein schien) und schickte mir zu meiner großen Freude gleich vier seiner Bierspezialitäten. Eines davon das Weizen, dass ich nun noch einmal genauer unter den Gaumen nehmen kann. Diesmal habe ich auch genau darauf geachtet die Kühlkette zu wahren.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Weißbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bruck (Österreich)
Erscheinungsjahr. . .
2015

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________10
Fazit

  | hefig, bananig, würzig, leicht säuerlich, etwas waldig
  | mittelgroßer Körper, fruchtig, würzig, waldig, wenig hefig, feinperlig-spritzig, herb-würzig-fruchtig-süßer Abgang
  | In der Tat hat sich die zweite Chance gelohnt.  Das schmeckt schon mehr nach einem Hefeweizen. Auch wenn ich grundsätzlich das bayrisch Weißbier etwas lieber mag als die Interpretationen nördlich und südlich davon, erlaubt mir das heutige Bier eine valide und belastbare Aussage zu treffen. Und diesmal erkenne ich glücklicherweise keine Oxidation mehr, sondern ein fruchtig-würziges Weizenbier, bei dem für meinen Geschmack nur etwas zu gering die hefig-bananige Malzsüße hervorsticht. Damit verbessert sich das Pinzga‘ um 2 ½ Punkte auf nun 10,5 Pkt. (2(-)).

 • https://www.pinzgau-braeu.at/index.php/unsere-biere/weizen

Prost & guten Abend! 🍻

456. AleMania Bonner Alt

Zum Abschluss meiner jahresanfänglichen kleinen Bonner Regionalbier-Reihe gibt es Bier, auf dass ich schon länger gehofft hatte. Ein Altbier aus der Bundesstadt. Zumal gebraut vom Craftbier-Pionier Fritz Wülfing in seiner Brauerei in Pützchen. Er ergänzt damit meiner Ansicht nach ein neben dem Klassiker Bonner Wieß allgemein recht Ale-lastiges Sortiment um ein wertvolles Charakterbier des Rheinlands.

Als Altbier-Liebhaber bin ich deshalb sehr gespannt auf die AleMania-Interpretation und werde angesichts eines merklich vorhandenen Bierdurstes auch keine weiteren Worte verlieren.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Alt
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bonn
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________9
  • Geschmack:__________________8
Fazit

  | recht sauer-röstig, dunkelmalzig, waldig, etwas würzig
  | mittelkleiner Körper, würzig, röstig, wenig Karamell, leichte Säure, gewisse Bittere, spritzig, herb-würziger Abgang
  | Ich weiß nicht, ob ich in letzter Zeit zu kritisch bin, oder ob sich meine Geschmacksknospen umgebildet haben, aber auch das heutige Bier erfüllt nicht ganz meine Erwartungen. Ähnlich wie mein erster Altbierversuch ist es schlicht zu röstig. Auch eine Karamell-Note vermisse ich. Dafür spielen säuerlich-bittere Aromen rein, die ich als eher unpassend empfinde. Zumindest aber mit Süffigkeit und Herbe trifft Fritz meinen Geschmack. Deshalb gibt es auch heute nur 9 Pkt. (3+).

 • https://fritz0830.wixsite.com/alemaniabonn

Prost & guten Abend! 🍻

455. Toms Hütte Citra Saison

Nach dem interessanten gestrigen Imperial Wieß in der Vintage-Variante folgt nun heute das Citra-Saison von der inzwischen geschlossenen Hütte von Tom.

Mit einer belgischen Saison-Hefe und für diesen Bierstil nicht untypischer Verwendung von Rohrzucker werden Gersten- und Weizenmalz, Weizenflocken sowie die Hopfen Magnum und Citra vergärt.

Der Bierstil Saison erfährt dank vieler Craftbeer-Marken in letzter Zeit wieder vermehrt auch außerhalb Belgiens größerer Beliebtheit. Umso gespannter bin ich auf die Interpretation von der rechten Bonner Rheinseite.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Saison
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Weizenflocken, Rohrzucker, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  15°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bonn
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________8
  • Geschmack:__________________9
Fazit

  | sehr säuerlich-fruchtig, ledrig, leicht würzig
  | mittlerer Körper, etwas bitter, leicht würzig, alkoholaromatisch, hellmalzig, fruchtig-sauer, feinperlig, bitter-herber Abgang
  | Leider ist auch dieses Bier etwas über seinem Zenit. Zwar noch so gerade im offiziellen MHD-Bereich, merkt man das halbe Jahr Lagerung nach Abfüllung doch etwas an. Die zirtusartige Fruchtigkeit des Hopfen ist einer gewissen Säure gewichen, die auch die hefige Malzsüße überlagert. Dennoch schmeckt es irgendwie nicht uninteressant, da die hefig-fruchtigen Komponenten immer wieder durchblitzen. Mehr als 9 Pkt. (3+) sind hierfür aber leider nicht drin.

 • https://www.tomshuette-bier.de/ + https://www.welovepubs.de/2018/04/29/toms-huette-craftbeer/

Prost & guten Abend! 🍻

454. Toms Hütte Imperial Wieß

Zum Start in die erste volle Woche des Jahres geht es hier weiter in meiner kleinen Reihe Bonner Regionalbiere. Heute und morgen stehen zwei Biere an, die (inzwischen) wahren Seltenheitswert haben. Denn die Biermarke Toms Hütte wird nicht mehr aktiv gebraut. Einer der letzten Flaschen habe ich mir in der Bonner Craftquelle gesichert.

Entstanden ist das Label im vorletzten Jahr von Thomas Kremer – seines Zeichens Biersommelier aus Bonn. Nach vielen Jahren des Heimbrauens, schickte ihn seine Frau im  Mai 17 zum Überraschungs-Special von Wer Wird Millionär, da die Garage (Toms Hütte) einfach zu klein geworden war. Dort räumte er dann prompt auch 32.000€ ab und hatte somit das Startkapital für seine eigene Biermarke. Gebraut wurde nämlich zunächst und bis vor kurzem bei AleMania in Pützchen. Tom und Fritz Wülfing kannten sich schon einige Jahre, da beide nicht nur das Bierthema sondern auch den Arbeitgeber teilten. Neben rheinische Interpretationen bekannter Stile, braute Tom dort u.a. auch das heutige Imperial Wieß – sozusagen ein naturtrübes Kölsch mit mehr Alkohol.

Das Bier, was ich heute verkosten werde ist sogar schon so alt, dass es bereits seit fast einem Jahr abgefüllt ist…

Doch mit dem Ende der Marke ist Toms Weg nicht vorbei. In diesem Jahr wird er mit dem aktuellen Biersommelier-Weltmeister Stephan Hilbrandt die neue Bonner Brauerei 53 aufbauen und unter diesem neuen Label Bier brauen und hoffentlich auch reichlich vertreiben.

Einen schönen Beitrag zu Toms Hütte von meinem Blogger-Kollegen Holger vom We love Pubs findet ihr weiter unten.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Imperial Wieß
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  15°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bonn
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________10
Fazit

  | sehr spritzig, alkoholaromatisch, fruchtig, gemüsig, harzig, ledrig
  | voller Körper, hellmalzig, ganz leicht säuerlich, wenig bitter, hopfig-herb, dumpf-würzig, ledrig, karamelliges Alkoholaroma, spritzig, würzig-süßer Abgang
  | Ein wahrlich interessantes Bier, das durch die lange Lagerung sicher noch mal spannender geworden ist. Man merkt ihm aber sein Alter durchaus schon an. Auch wenn höher prozentige Biere länger lagerfähig sind, merkt man dass hier die Bierfarbe etwas negativ beeinflusst. Neben einer erwartbaren karamelligeren und alkoholaromatischeren Note sind auch ledrige und gemüsige Aromen zu erkennen, die sicher nicht gewollt gewesen sind. Dennoch immer noch keine Zumutung, sondern eher interessant. Bemerkenswert hingegen ist das Flaschenlabel: Selten habe ich eine derart große und transparente Informationsfülle auf einem dann noch toll designten Etikett gesehen – Hut ab. Zusammengenommen ergeben das dann 10,5 Pkt. (2(-)).

 • https://www.tomshuette-bier.de/ + https://www.welovepubs.de/2018/04/29/toms-huette-craftbeer/

Prost & guten Abend! 🍻

Blogbier, die XLIII. – Gütersloh

Zum Kindergeburtstag in Gütersloh habe ich folgende zwei Biere neu gelistet:

Tasting-Notizen:

  • Flensburger Pilsener:
    – 4,8%; untergärig
    – von der 1888 gegründeten Privat-Brauerei Emil Petersen aus Flensburg
     würzig, hellmalzig, eher wie ein Helles
     mittlerer Körper, würzig, herb, leicht bitter, feinperlig, herber Abgang
    https://www.flens.de/produkte/sortiment/klassiker/pilsener/
  • Herrenhäuser Pilsener:
    – 4,9%; untergärig
    – von der 1868 gegründeten Privatbrauerei aus Hannover
    – interessant ist auch das Icebeer
     sehr würzig, herb, etwas malzig
     mittelkleiner Körper, mild würzig, etwas herb, gewisse Malzsüße, matt-feinperlig, süß-herber Abgang
    http://www.herrenhaeuser.de/pils/

Vielen Dank auf diesem Wege an Nadine für die tolle Gastwirtschaft.

453. Seven Mountains Brewery Sticke

Nun geht es aber wirklich los mit der versprochenen Kurzreihe der Bonner Regionsbiere. Für den Anfang schließe ich den Rahmen zu Weihnachten, wo ich an Heilig Abend bereits die Stille Nacht (ein gewürztes und gesüßtes Schwarzbier) verkosten durfte.

Heute nun das Sticke aus dem Siebengebirge. Ein Bierstil, der sich erfreulicherweise wieder größerer Beliebtheit erfreut. Vielleicht nicht erfunden aber wiederbelebt hat ihn die Düsseldorfer Hausbrauerei Uerige, die vor allem mit den Jrön einen Volltreffer bei mir gelandet hat. Umso gespannter bin ich wie die neuen Brauer aus Königswinter meinem Lieblingsbierstil gerecht werden.

„Echtes Brauhandwerk. Für Dich.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Sticke
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Königswinter-Stieldorferhohn
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___8
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________12
Fazit

  | dunkelmalzig, Karamell, würzig, holzig, harzig, trocken
  |  leicht ölig, schwer, dunkelmalzig, würzig, röstig, leichte Malzsüße, gewisse Bittere, feinperlig-matt, würzig-harziger Abgang
  | Wahrlich kein schlechtes Bier, wenngleich es für meine Sticke-Geschmack auch zu viel Würze und Röstung und zu wenig Malzsüße enthält. Insbesondere, wenn man Uerige als stilbildend betrachtet kommt die Sticke aus dem Siebengebirge da nicht ganz heran. Dennoch sehr passable 11 Pkt. (2) in der Gesamtwertung.

 • https://www.facebook.com/sevenmountainsbrewery/ + https://www.welovepubs.de/2017/06/18/seven-mountains-brewery/

Prost & guten Abend! 🍻

452. BraufactuM Colonia

Neues Jahr neues Glück. Und wie bereits angekündigt möchte ich das Jahr ähnlich beginnen wie auch schon 2016 bei meinem Blog-Start. So gibt es hier in den nächsten Tagen und Wochen zunächst einmal Biere aus Bonn und dem Bonner Umland.

Den Anfang macht jedoch ein Bier, was vom Stile her in diese Region passen würde, allerdings aus Frankfurt am Main stammt. Hier sind seit bereits vielen Jahren die Internationalen Braumanufacturen mit der Marke BraufaktuM ansässig. Eine Marke, die auf den ersten Blick eine Craftbier-Marke unter vielen anderen in Deutschland ist. Neben dem etwas außergewöhnliches Design verrät aber erst die Recherche, dass es sich hierbei um eine Handwerksmarke der Radeberger-Gruppe handelt. Natürlich ist dies per sé nicht ablehnungswürdig, hinterlässt jedoch mangels Transparenz hierüber einen faden Beigeschmack. Schließlich ist es gerade vielen „Crafties“ wichtig ein authentisch handwerkliches Bier zu trinken. Interessant ist zudem, dass BraufaktuM (also Radeberger) für diverse ausländische (Handwerks-)Biermarken der Vertrieb als Partnerbrauerei unterstützt.

Das Sortiment von BraufaktuM umfasst inzwischen etwa 15 teils zumindest hochwertig anmutende Biere. Eines davon ist das Colonia:

„Mit Colonia lässt BraufactuM die Tradition der Rheinischen Bitterbiere wieder aufleben. Mit einer hohen Hopfengabe im Sudhaus, aber auch in den Lagertanks, wurde sowohl die höhere Bitternote als auch das ganz besondere Hopfenaroma erzeugt.“

Somit ist das Colonia im Grunde ein etwas bitteres kaltgehopftes Kölsch. Ein Bierstil, der in der Tat meines Wissens nach noch keinen offiziellen Namen hat. Ich habe es deshalb mal auf Kölsches Bitter getauft. Seit Markteinführung hat es übrigens vier Mal Gold, sechs Mal Silber und drei Mal Bronze bei diversen Beer Challenges oder Awards abgeräumt.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kölsches Bitter
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Frankfurt/Main
Erscheinungsjahr. . .
2013

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________8
  • Geruch:______________________8
  • Geschmack:__________________9
Fazit

  | trocken-bitter, säuerlich-fruchtig, hellmalzig
  | recht leichter Körper, malzig, etwas würzig, hopfig-herb, gewisse Fruchtigkeit, geringe Bittere, eher matt, süß-herber Abgang
  | Insgesamt gesehen ist das Rheinische Bitterbier weit weniger bitter als zunächst vermutet. Im Vergleich zum Kölsch fällt die Bittere zwar auf, kommt aber in keinem Fall an die eines Pale Ales oder IPAs heran. Vielmehr ist das Bier durch eine leicht fruchtige Herbe gekennzeichnet. Zwischendrin ist sogar auch der Kölsche Charakter erkennbar – zumindest, wenn man auf Gaffel o.ä. steht. Zusammengenommen ein doch etwas verhaltener Start ins neue Jahr, von dem ich augenscheinlich mehr erwartet hätte (9 Pkt. (3+)).

https://www.braufactum.de/Online-Shop/Colonia::266.html

Prost & guten Abend! 🍻

Prosit 2019!

Startbild_IIProsit Neujahr | Rückblick 2018 – Ausblick 2019

Allen Lesern und Bierinteressierten wünsche ich auf diesem Wege ein bierig-leckeres neues Jahr 2019.

Ein erneut durchaus ereignisreiches Jahr mit einigen Höhepunkten ist zu Ende. Neben der Wiedereröffnung der Brühler Eule und den allmonatlichen Verkostungen in selbiger, bei denen ich auch dieses Jahr mit dem Thema Bier-Cocktails wieder selbst einen Abend übernehmen durfte, dem Tap-Takeover der Kölner Bierhistoriker in der Craftbeer Corner Coeln, der 1. Bonner Brauschau sowie dem vielleicht letzten Festival der Bierkulturen in Ehrenfeld sind die Pre-Opening-Party der Bonner Craftquelle sowie mein erstes eigenes Tasting bei Braukunst Vorgebirge hervorzuheben. Bei vielen dieser Veranstaltungen konnte ich mein Netzwerk aus (Hobby-)Brauern, Blogger-Kollegen oder anderen Bierenthusiasten weiter ausbauen. Auch in den sozialen Netzwerken zähle ich nun schon etwa 380 Abonnenten. Zudem habe ich auch in diesem Jahr wieder die 450-Bier-Marke erreicht und somit genauso viele Biere wie in 2017 listen können.

Die für mich wichtigste bierige Entwicklung im abgelaufenen Jahr war aber wohl zweifelsohne mein Einstieg in die Welt des Heimbrauens. Mit dem Cerevisia M habe ich das weltweit einzigartige Multikorn-Bier entwickelt, dass alle Getreidearten der Erde in einem Bier vereint. Ralf Mohr vom Braukunst Vorgebirge hat mich hierbei nicht nur mit seiner Garage samt Equipment sondern auch einer gehörigen Portion Know-Know unterstützt und mich zum Hobbybrauen sehr gut angeleitet. Zu meinem eigenen Erstaunen, war das naturtrübe Neo-Alt von Beginn an geglückt und kam fast ausnahmslos bei diversen Veranstaltungen und Bierinteressierten gut an.

Im nun schon gestarteten neuen Jahr 2019 werde ich natürlich weiter fleißig in die Tasten hauen. Dabei bleiben die Einzelrezensionen die Basis, wobei ich mich vor allem diesen Themen etwas stärker widmen möchte:

  • Weiterentwicklung des Cerevisia M
    Hier werde ich nicht nur sukzessive weiter die Kornanzahl erhöhen, sondern auch die Hopfen- und Hefegabe optimieren.
  • Aufbau eigene Brauerei
    In Abstimmung mit dem Biersommelier meines Vertrauens Markus Weick ist geplant (zunächst) eine Mikrobrauerei in der Eule zu installieren, wo das Bier dann direkt auch an den Mann/an die Frau gebracht werden kann.
  • Regelmäßige (Bier-Cocktail-)Verkostungen
    Gerne würde ich darüber hinaus auch weitere (regelmäßige) Tastings in der Eule (z.B. auch Vorstellung der neuen Eulen-Brauerei) oder bei Ralf in Sechtem veranstalten.
  • Craftbeer Festival Cologne
    Quasi als Ersatz zum Festival der Bierkulturen findet in diesem Jahr in Köln-Mühlheim das erste Craftbeer-Festival statt, das schon fest in meinem Bierkalender eingetragen ist.
  • Bar Balthasar & Co
    Auch auf dem Plan steht die Erkundung der ersten Bonner Craftbeer Bar sowie falls möglich weitere noch unentdeckte bierige Hotspots in meiner Region.

Die bereits avisierte Reise ins Bierland Belgien werde ich aus persönlichen Gründen vermutlich nicht vor Mitte 2020 realisieren können. Aber Vorfreude ist ja bekanntlich die beste Freude.

Und Vorfreude erfüllt mich auch ein drittes (und wohl letztes) Mal aus privater Sicht: Im Sommer werde ich voraussichtlich erneut Vater. Aufgrund dieses überaus freudigen Ereignisses werde ich in Sachen Bier wieder eine kleine Pause einlegen und mich für einige Zeit zurückziehen.

Über alle dem werde ich aber trotzdem auch weiterhin meine Bierbotschaft eines reformierten Reinheitsgebotes verbreiten und mich für Natürlichkeit, Qualität, Vielfalt, Regionalität und Transparenz einsetzen.

Ich möchte mich vor allem aber auch recht herzlich bei Euch allen bierinteressierten Lesern bedanken und nochmals meine Einladung erneuern, gerne jederzeit auch Beiträge in Form von Bildern, Videos, Audios oder kurzen Artikeln beizusteuern.

Bis dahin verbleibe ich mit bierigen Grüßen aus Brühl

Euer Markus

PS: Für weitere Infos zu meinen Gedanken zur Reinheitsgebotsreform verweise ich gerne nochmals auf  „Das Reinheitsgebot“.

Silvester 2018

Die letzten Stunden und Minuten in 2018 wurden mit dieser Bierauswahl erneut im beschaulichen Herzebrock-Clarholz begangen:

Bierfacts:

  • Pott’s Weizen:
    – 15.5°P; 5,3%; obergärig
    – von der 1779 gegründeten Familienbrauerei Pott aus Oelde, an der in beim benachbarten Bierkauf vorbeigefahren bin
    –das Wasser der Brauerei kommt aus der eigenen „Gesaris-Quelle“ und liefert eiszeitliches Mineralwasser; es entspringt aus den Tiefen des Münsterschen Kreidebeckens, dem größten zusammenhängenden Urwasserreservoir Europas
     hefig, bananig, leicht säuerlich, gering würzig
     mittelschwerer Körper, würzig, leicht bitter, wenig malzig, wenig süß, eher matt, herb-süßer Abgang
    https://www.potts.de/unsere_produkte/potts-weizen-naturtrueb/
  • Mikkeller American Dream
    – 4,6%; untergärig
    – offizielles Pilsener der 2006 entstandenen dänischen Gypsy-Brauerei
    – gebraut bei D’Proef in Belgien
     hopfig, fruchtig nach Maracuja, Mango & Zitronengras, grasig, wenig herb
     mittelgroßer Körper, herb, grasig, etwas bitter, leicht würzig, feinperlig, hopfig-herber Abgang
    wohl eher ein Pale Ale als ein Pilsener…
    https://shop.mikkeller.dk/products/american-dream-pils
  • Hövels Hop Pale Ale:
    – 5,5%; obergärig
    – mit Yellow Sub kaltgehopftes Pale Ale der 1854 gegründeten Dortmunder Brauerei
     hopfig, fruchtig, grasig, hellmalzig, buttrig
     vollmundig, herb, waldig, harzig, leicht fruchtig, feinperlig, würzig-herber Abgang
    https://www.hoevels-original.de/produkte/hop-pale-ale.html
  • Moritz Fiege Bernstein:
    – 11.2°P; 4,7%; untergärig
    – Wiener Lager von der 1878 gegründeten Familienbrauerei aus Bochum
     sehr malzsüß, Karamell, Bonbon, Getreide, grasig
     mittlerer Körper, sehr cremig, leicht würzig, Malzsüße, Karamell, getreidig, grasig, etwas buttrig, leicht prickelnd, süßlicher Abgang
    – bestes Bier des Jahreswechsels
    http://www.moritz-fiege.de/sorten/bernstein
  • Brau Atelier Farmhouse Ale:
    – 3,9%; obergärig
    – eines von drei Bieren der neuen „Craftbeer-Linie“ der Potts Brauerei
     hellmalzig, leicht fruchtigv, säuerlich, sehr grasig & waldig, Kaktusfeige & Pinie, hefig
     mittelkleiner Körper, leicht säuerelich, etwas würzig, waldig, etwas getreidig, feinperlig, würzig-süßer Abgang
    https://www.potts.de/unsere_produkte/brauatelier-farmhouse-ale/
    http://www.brau-atelier.de/produkte/
  • Störtebeker Nordik Porter:
    – 9,1%; obergärig
    – Porter-Eisbock der Stralsunder Braumanufaktur
     leicht röstig, holzig, dunkelmalzig, etwas Zartbitter
     ölig, cremig, Karamell, dunkelmalzig, leicht bitter, wenig röstig, feinperlig
    – matt, trocken-süßer Abgang

    – zweitbestes Bier des Jahreswechsels
    https://www.stoertebeker.com/de_de/nordik-porter/
  • Flensburger Winterbock:
    – 7%; untergärig
    – von der 1888 gegründeten norddeutschen Privatbrauerei
     dunkelmalzig, Karamell, wenig würzig, getreidig süß
      vollmundig, dunkelmalzig, würzig, leicht alkoholaromatisch, harzig, waldig, feinperlig, süß-würziger Abgang
    https://www.flens.de/produkte/sortiment/klassiker/winterbock/

Biergartengeschenk

Zudem habe ich vom Christkind noch ein verspätetes aber tolles Weihnachtsgeschenk bekommen: ein Anzuchset für Brauhopfen vom Österreichischen Samenhändler Naturkraftwerk, welches ich in dieser Saison gleich mal ausprobieren werde.

Vielen Dank nochmals auch auf diesem Wege an Sabrina und René für die wie immer hervorragende Gastfreundschaft. Alles Gute euch vier in 2019.

Bierjubiläum Krone 2018

Das Jahr 2018 liegt nun in den letzten Schlücken und auch ich habe meine Verkostungen abgeschlossen. Und da ich eben nicht nur einfach Bier trinke, sondern mir dazu auch immer reichlich Notizen mache, möchte ich heute bereits zum zweiten Mal diejenigen Biere prämieren, die mich in diesem Jahr ganz besonders überzeugt haben. Dabei ist mir die Auswahl in bestimmten Bereichen wirklich nicht leicht gefallen, da ich ja grundsätzlich schon dazu neige hochqualitative Biere zu probieren, sodass es selbst an der Spitze recht eng ist. Neben der Auszeichnung des besten Bier des Jahres, möchte ich aber auch gerne noch weitere Biere in sechs zusätzlichen Kategorien hervorheben, die in besonderer Weise auf sich aufmerksam gemacht haben.

Kommen wir aber nun erst mal zu den besten Einzelbieren. Basis der Auswahl waren die kontinuierlich geführten Bewertungen, die ich bei jeder Rezension aufstelle, sowie darüber hinaus besonders in Erinnerung gebliebene Biere. Der aufmerksame Leser wird festgestellt haben, dass es neben durchaus vielen Bewertungen von 13 bzw. 13,5 von 15 Pkt. (wie im letzten Jahr) nur zwei Rezensionen geschafft haben die diesjährige Bestmarke von 14 Pkt. zu knacken. Aufgrund der außergewöhnlichen und hervorzuhebenden Zutatenliste, aber auch weil es einfach auch hervorragend zu mir in diesem Jahr gepasst hat, ist mir dieses Mal die Entscheidung hinsichtlich der zweiten Bierjubiläum-Krone nicht so schwer gefallen wie im letzten Jahr. Und so geht der diesjährige Platz 1 an das Dirty 30 von Maisel & Friends – dem Bier mit 30 unterschiedlichen Malzen und Hopfensorten. Dementsprechend leicht fiel mir dann auch Platz 2, da es sich hierbei um die andere von beiden Top-Bewertungen von 14 Pkt. handelte: Das Hanscraft Black Nizza Motor Øl – einem der besten Imperial Stouts, die ich je getrunken habe. Umso schwerer ist es mir die diesjährige Bronzemedaille gefallen. Wie in jeder guten Jury hat bei mir letztlich das Bauchgefühl entschieden…  Die Auswahl zwischen etwa 25 weiteren sehr guten Bieren gewann dann aber eines, dass diesmal auch außerhalb der Rezensionen einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat: Die Potsdamer Stange aus der Potsdamer Braumanufaktur.
Hier also nun das verdiente Siegertreppchen:

Diese neun Biere komplettieren schließlich die Top Twelve – sortiert in alphabetischer Reihenfolge:

Neben den Bieren möchte ich an dieser Stelle aber auch die drei „besten“ Brauereien meines persönlichen Bierjahres auszeichnen. Auch wenn hier kein so eindeutiger Bewertungsschlüssel wie zuvor vorliegt, haben mich einige Brauereien diesmal besonders bierig überzeugt. Die Bierjubiläum-Krone für die beste Brauerei des Jahres 2018 geht an das Lahnsteiner Brauhaus. Auch wenn keines der Biere im Rahmen von ordentlichen Rezensionen eingewertet wurde, hat mir neben der Biervielfalt vor allem auch die Produktwelt neben den Bieren überzeugt. Silber geht an Maisel & Friends aus dem schönen Bayreuth. Nicht nur hat mich Eva Ploß unterjährig immer wieder mit kostenlosen Bierlieferungen bestochen, die dann auch noch super schmeckten, auch hat sich der Ableger der bekannten Weißbierbrauerei als Pionier der deutschen Craftbier-Szene auch dieses Jahr wieder an der Vernetzung und Entwicklung neuer Biere außerordentlich beteiligt. Platz 3 und Bronze verleihe ich an die Mikrobrauerei Heinenhof aus Pulheim-Orr. Diese hat es in diesem Jahr geschafft den Sprung aus dem Hobbybrautum in die gewerbliche Brauerei zu meistern und machte zudem mit sehr interessanten Bieren auf sich aufmerksam, die in den weiteren Kategorien unten noch ihre Würdigung finden werden.

Zusätzlich zur übergeordneten Auswahl der besten Biere des Jahres möchte ich gerne auch die zehn besten Biere im Kontext meines Jahresthemas „Hobbybrauen“ prämieren. Wer genau hinschaut wird feststellen, dass auch einige Biere dabei sind, die streng genommen keine richtigen Hobbybraubiere mehr sind. Dennoch passen sie aufgrund ihrer Historie besser in diese Kategorie. Neben den Bieren der Kölner Bierhistoriker und Bonner Hobbybrauer haben vor allem der neue Biersommelier-Weltmeister Stephan Hilbrandt sowie das erste Gewinnerbier aus dem Maisel & Friends Hobbybrauwettbewerb überzeugt.

Weiter geht mit den Einzelkategorien. Den Anfang macht das beste regionale Bier. Ausgangspunkt ist hierbei ganz subjektiv mein Wohnort Brühl. Und da hat mich eine kleine Brauerei aus Bad Honnef mit ihrem Wieß überzeugt, dass sehr gute 13 Pkt. abgestaubt hat. Es steht zudem für einen kleinen Boom an aufstrebenden Mikro-Brauereien rund um die ehemaligen Bundeshauptstadt. Hier dürfen wir gespannt sein, wie sich die Lage im kommenden Jahr weiterentwickelt.

In der Kategorie „Traditionell“ möchte ich zum Einen ein Bier hervorheben, dass einen historischen Bierstil wiederbelebt hat. Die Süffige Sünde von Heinenhof legt den alten Bierstil Kölsches Knupp wieder auf. Entwickelt im Rahmen der Kölner Bierhistoriker geht es auf einen dunklen schweren Bierstil zurück, der im Kölner Umland als Pendant zum Wieß vor etwa 100-200 Jahren eine große Beliebtheit erfahren hat. Das zweite in dieser Kategorie prämierte Bier ist das Preußen Pilsener, welches von den Nachfahren des letzten deutschen Kaisers produziert wird. So ist Georg Friedrich Prinz von Preußen – seines Zeichens aktuelles Oberhaupt der Hohenzollern – auch Chef der neuen Königlich Preußischen Biermanufactur.

Die folgende Kategorie soll die besondersten der besonderen Biere aus 2018 auserwählen. So geht der diesjährige Sonderpreis sowohl an das Dorada Especial Selección de Trigo – ein Bier mit geröstetem Mehl gebraut – als auch an das Highway to Helles von meinem lieben Freund Ralf vom Braukunst Vorgebirge. Das Flaggschiff meines nicht mehr ganz so neuen Braupartners wird mit Vollkorn-Brot eingebraut und schließlich für einen guten Zweck verkauft.

In der Kategorie „Alkoholfrei“ gab es dieses Mal eine größere Auswahl als noch in 2017. Deshalb haben es auch gleich drei Biere in die Prämierung geschafft. Neben dem Dinkel Alkoholfrei von Riedenburger und der alkoholfreien dunklen Weisse vom Neumarkter Lammsbräu war ich insbesondere vom naturtrüben und kaltgehopften Clausthaler überrascht.

Und last but not least der Ehren- pardon Ährenpreis für besondere Verdienste an den Zielen des Bierjubiläums. Dieser geht dieses Jahr ganz uneigennützig an das Cerevisia M von mir selbst. Das erste Bier weltweit, das mit allen sieben Hauptgetreiden eingebraut ist, stellt einfach einen wenn auch kleinen Meilenstein in der vernunftbegabten Betrachtung des Reinheitsgebots dar. Erstmals gibt es ein Bier, dass alle Getreide der Welt vereint und zudem beweist, dass handwerkliche Braukunst auch hohe außergewöhnliche Qualität erzielen kann. Das Cerevisia-Projekt wird übrigens mit einer permanenten „Kornerweiterung“ auch im kommenden Jahr fortgesetzt.

Allen Preisträgern einen herzlichen Glückwunsch und ein mindestens genauso erfolgreiches Jahr 2019.

Beim Genuss des aktuellen Sudes vom Cerevisia M 9-Korn-Neo-Alt verabschiede ich mich aus 2018, wünsche allen einen guten Rutsch ins Jahr 2016+3 und vor allem immer ein Glas leckeren Bieres in der Nähe zu haben.

Weihnachten 2018

Unser Weihnachtsfest wurde neben der Stillen Nacht u.a. mit folgenden Bieren begangen:

Bierfacts:

  • Bürgerliches Brauhaus Altbairisch Hell:
    – 11.6°P; 4,9%; untergärig
    – von Herrnbräu aus Ingolstadt
    – das BB entstand 1882 aus dem Zusammenschluss von Schwabenbräu und Schmalzingerbräu – 14 weitere Brauereien aus Ingolstadt (u.a. Herrnbräu) schlossen sich in der Folge der AG an
    – fruchtig, grasig, wenig Seele
    – mittlerer Körper, würzig, herb, hellmalzig, waldig, süßlich, Getreide, feinperlig, würzig-herber Abgang
    https://buergerliche-brauhaus.de/
  • Flecks Winter-Bock:
    – 6,9%; untergärig
    – von der 2014 gegründeten gleichnamigen Familien-BrauSchauerei aus Laufnitzdorf nördlich von Graz in der Steiermark
    – süß, fruchtig, würzig, malzig
    – vollmundig, würzig, leicht röstig, dunkelmalzig, feinperlig, leicht alkoholaromatischer Abgang
    https://www.flecksbier.at/

Ich hoffe auch Ihr hattet ein ähnlich schönes (und bieriges) Weihnachtsfest.