590. Remscheider Bräu Toolbox IPA

Zum Vergleich vom IPA am Wochenende folgt heute das Toolbox IPA aus Remscheid, deren Coffee Stout ich schon proBiert habe.

Gerade in Zeiten, wo sich viele in die Heimwerker-Arbeit flüchten ein doch ganz passiges Bier.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  16°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Remscheid
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

In der Nase klar grasig-fruchtige Noten mit leichtem Karamell. Auf der Zunge ist eine geringe Bittere und dumpfe aber merkliche Herbe zu spüren. Dazu kommt eine fruchtige Süße und grasig-strohige Aromen. Darüber hinaus ist das Toolbox IPA vollmundig und cremig, wenn auch mit wenigen aromatischen Spitzen.

| 10 Pkt. (2-)

• https://www.remscheider-brau.de/shop/biere/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

589. Brauprojekt 777 Triple 7 IPA

Nach einem relativ geschenkten Tag, möchte ich mit meiner Serie an regionalen Bieren weitermachen und setze sie mit dem Brauprojekt 777 aus dem tiefsten Niederrhein fort.

Im beschaulichen Ort Spellen gründeten dort 2012 der gelernte Brauer und Mälzer Arne mit seinen Freunden vom Mofaclub Kobras Torsten, Christian und Tim ihre eigene Brauerei. Bevor dort jedoch handwerkliche Biere gebraut wurden, konstruierten die Jungs auch die Brauanlagen in Eigenhand.

Eines der vier Biere des ständigen Sortiments ist das Triple 7 IPA. Daneben werden aber auch eine Reihe saisonaler Biere gebraut, die oft über den Tellerrand des Reinheitsgebots hinaus schauen.

Die 777 steht übrigens für das Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung von Spellen.

„Mit Herz und Händen gebraut.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  18°P
Alkoholgehalt. . . . . . 8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Voerde-Spellen
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

In der Nase kommt die dreifache 7 grasig, harzig und buttrig-fruchtig daher. Am Gaumen kommen dann die Hopfen sehr deutlich zum Vorschein. Zu einer grundsätzlichen Herbe gesellt sich eine fruchtige Note nach Maracuja, Aprikose und Stachelbeere, um dann mit einem leicht bitterem Abgang zu schließen. Insgesamt begeistert mich der sehr cremige Eindruck, wenngleich etwas mehr Balance zwischen den Hopfenaromen noch besser wäre.

| 12 Pkt. (2+)

• https://www.brauprojekt777.de/unsere-bier-spezialit%C3%A4ten/triple-7-ipa/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

587. Fleuther Dark Choc

Zum Ende des Wochenendes gibt es für mich ein Bier, dass mir Fleuther aus dem niederrheinischen Geldern freundlicherweise gratis zu meiner Bestellung hinzugefügt haben. Grund hierfür ist das seit August letzten Jahres abgelaufene MHD. Gerade aber bei einem dunklen Starkbierdürfte das der Qualität keinen Abbruch tun. Im Gegenteil, entwickelt ein solches Bier noch intensivere Aromen im Laufe der Zeit.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Bock
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Geldern
Erscheinungsjahr. . .
2018

Fazit

Es ist immer wieder spannend, was aus dem Zutaten Malz und Hopfen für eine Geruchs- und Geschmacksvielfalt erzeugt werden kann. Beim Chocolate Bock strotzt vor allem das Malz vor Schokolade. In der Nase noch eine Mischung aus Zartbitter und Vollmilch, bleibt auf der Zunge nur noch dunkle Schokolade übrig. Hinzu kommen gut abgestimmte Röst- und Malzaromen und eine herbe Lakritz-Note. Insgesamt ist das Bier vollmundig, cremig und leicht spritzig. Vermutlich hat die längere Lagerung nicht nur die Zartbitternoten, sondern auch die Herbe intensiviert. Letztere führt dazu, dass ich das Bier leider nicht in eine Top-Wertung bringe kann.

| 12 Pkt. (2+)

• https://www.fleuther.de/biersorten/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

586. Mücke Ingwer Pale Ale

Als letztes nicht Reinheitsgebots-konformes Bier meiner Regional-Serie geht das Mücke Ingwer Pale Ale ins Rennen.

Benannt nach dem letzten Grubenpferd der Zeche Zollverein, das auch auf dem Etikett zu sehen ist, steht die Mücke für das klassisch deutsche Craftbeer-Segment sowie aber auch traditionelle Bierstile. Das Ingwer Pale Ale war dabei das erste Bier der beiden „Braumeister“, das den Weg vom Hobbybrauen in die mittelständische Produktion der Liebharts Brauerei geschafft hatte.

Und da Ingwer bekanntlich sehr gut für das Immunsystem ist, passt es doch hervorragend in die aktuelle Zeit.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Ingwer, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Essen [Detmold]
Erscheinungsjahr. . .
2016

Fazit

In der Tat dominiert der Ingwer diese Bier. Neben einer interessanten Buttermalz-Note ist das fruchtige Ingwer-Aroma beim Riechtest klar im Vordergrund. Auch auf der Zunge kommt das Pale Ale würzig, trocken-malzig, säuerlich-fruchtig und leicht scharf daher. Insgesamt ist es bei einer reduzierten Rezenz recht vollmundig. Ich finde es ein durchaus interessantes Bier, das aber sicher nicht jedem schmeckt.

| 11 Pkt. (2)

•  https://www.facebook.com/muecke.craftbeer/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

584. Ruhrpottbrew Honey Pepper Ale

Von Remscheid geht es heute im doppelten Sinne des Wortes in den Pott. Denn in Oberhausen-Sterkrade – also mitten im Pott – braut der Pottwal. Zumindest ist dies das Logo der seit 2016 existierenden Ruhr Pottbrew. Braumeister ist ein gelernter Schreiner, der dann aber viele Jahre im Ausland Brauereien aufbaute und Biervielfalt kreierte, um dann wieder in die Heimat NRW zurückzukehren.

Eines ihrer Sortiments-Biere ist mein heutiges Honey Pepper Ale, das mit Honig und Szechuan Pfeffer im Brauhaus Rüttershof eingebraut wurde.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Pfeffer, Honig, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Oberhausen [Castrop-Rauxel]
Erscheinungsjahr. . .
2016

Fazit

Dieses Bier ist ein erneuter Beweis dafür, dass das alte Reinheitsgebot ausgedient hat. Mit dem Zusatz von zwei natürlichen Zutaten Honig und Pfeffer wird ein wirklich tolles Geruchs- und Geschmackserlebnis kreiert. Süßholz, Karamell, Lakritz und Honig in der Nase und ein malzig-würziger und leicht kräuteriger Eindruck auf der Zunge. Ergänzt wird dies durch eine unaufdringlich wie harmonische Süße, die nur im trockenen Abgang durch etwas Säure und Schärfe abgelöst wird. Prädikat: Empfehlenswert.

| 13 Pkt. (1-)

https://www.facebook.com/pg/ruhrpottbrew/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

583. Remscheider Coffee Stout

Heute geht es gedanklich zu einem der zentralsten Orte zwischen Rheinland und Ruhrgebiet. Denn auch in Remscheid wird abseits des Reinheitsgebots handwerklich gebraut. Zentral am Hauptbahnhof gelegen bieten die Remscheider aber auch Platz für ein Brauhaus samt Eventlocation und Biergarten. Alles zwar in Zeiten der Corona-Krise leider uninteressant, aber dennoch erwähnenswert.

Wenn man auch außerhalb Remscheids und in diesen Zeiten Remscheider Bier kosten möchte, kann man sich im Online-Shop ein 4er-Probier-Paket samt Glas ordern. Netterweise hat mich dann im Paket noch ein fünftes Bier überrascht, das ich euch heute vorstellen möchte. Es handelt sich um ein Coffee-Stout, dem gemahlene Kaffeebohnen zugesetzt worden sind. Für mich einer der interessantesten Bierstile, die aber selten meinen Geschmack treffen. Deshalb bin ich jedes Mal aufs Neue gespannt, wie es diesmal ausgeht.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Stout
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Kaffeebohnen, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  16°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Remscheid
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Ein ordentliches Coffee Stout, das vor allem durch den dominanten Kaffee-Geruch und Geschmack besticht. Während es in der Nase noch Noten von Zartbitter enthält wirkt es geschmacklich schon sehr nach Kaffee, zudem sich noch Aromen von dunklen Früchten und Erde hinzugesellen. Insgesamt bleibt das Stout erstaunlich süffig und lässt den typischen tiefen Körper vermissen.

| 9 Pkt. (3+)

https://www.remscheider-brau.de/brauerei/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

582. Gruthaus Pumpernickel Porter

Passend zum vorgestrigen Bierjubiläum starte ich meine Reihe an Bieren aus NRW; beginnend mit all jenen, die über den Rand des derzeitigen sog. Reinheitsgebots hinwegblicken und weitere interessante (natürliche) Zutaten anbieten.

Starten möchte ich mit einem Bier, dass ich schon lange auf meiner Liste hatte, aber bislang noch nicht proBieren konnte. Das Pumpernickel-Porter von der Münsteraner Marke Gruthaus ist für mich deshalb interessant, da es mit Brot eingebraut ist. Neben Roggenmalz wird dem Sud auch Schwarzbrot beigegeben. Spätestens seit ich selbst beim Brotbierbrauen bei meinem Braufreund Ralf mitmachen konnte, bin ich begeistert von der Idee diese beiden Grundnahrungsmittel miteinander zu vereinen. Daher bin ich gespannt wie sich der Pumpernickel geschmacklich auswirkt.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Porter
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Roggenmalz, Pumpernickel, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  13°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Münster [Detmold]
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Der Pumpernickel Porter ist ein Potpourri aus unterschiedlichsten Aromen. Karamell, Holz, Getreide, Zartbitter und Butter vereinen sich hier mit süßem, dunklen und leicht röstigem Malz sowie einer gering bitteren Säure. Dabei sorgt das Schwarzbrot auch für einen ansprechend vollmundigen Körper. Für meinen Biergeschmack höchst passend, absolut empfehlenswert und ein klarer Kandidat für die diesjährige Bierjubiläum-Top Ten.

| 13 Pkt. (1-)

http://www.gruthaus.de/biere/pumpernickel-porter/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

585. Cerevisia M – Vintage Cuvée

Heute ist es wieder soweit: Bierjubiläum. Vor genau 504 Jahren erließen die damaligen bayrischen Herzöge eine Verordnung, die heute allgemein als das „Reinheitsgebot“ bezeichnet wird.

Seit Anfang 2016 beschäftige ich mich nun mit dem Thema und habe in der Zeit einiges an Wissen und Biererfahrung ansammeln können. Meine Bierliste umfasst inzwischen rund 1.750 Biere. Zu Ehren des Bierjubiläum 2018 hatte ich mir etwas ganz besonderes vorgenommen: mein erstes selbstgebrautes Bier. Wie ich schon damals vom Brautag und der Abfüllung berichtete, hatte ich dabei das Glück gehabt, dass mir Ralf Mohr vom Braukunst Vorgebirge nicht nur seine Braugarage nebst Anlagen zur Verfügung gestellt hatte, sondern mich auch mit seinem reichhaltigen Wissen rund ums Brauen unterstützt hatte. Als Zeichen für eine Reform des „Reinheitsgebots“ braute ich das erste Bier der Welt, das mit allen sieben Hauptgetreidearten Gerste, Weizen, Roggen, Hafer, Reis, Mais und Hirse gebraut wurde. Bislang gibt es zwar Biere mit unterschiedlichsten Korn-Kombinationen, ein solches gab es aber bis dato noch nie. Würde ich es kommerziell brauen, bräuchte ich hierfür eine Sondergenehmigung und dürfte ich wahrscheinlich noch nicht einmal Bier nennen. Dabei enthält es ausschließlich Getreide, Hopfen und Hefe. Alles was eigentlich ein Bier ausmacht. Und nichts, was nicht auch auf anderen Kontinenten für ein Bier essentiell ist: Mais in Amerika, Hirse in Afrika und Reis in Asien. Für mich also unbegreiflich, warum hier der deutsche Gesetzgeber weiterhin blind der großindustriellen Brau-Lobby folgt. Hinsichtlich weiterer Zutaten wie Obst oder Gemüse kann ich Diskussionsbedarf zwischen Traditionalisten und „modernen“ Craft-Brauern durchaus nachvollziehen. Warum jedoch kein weiteres Getreide außer Gerste in untergärigen sowie Weizen, Hafer und Roggen in obergärigen Bieren rein darf bleibt mir weiterhin ein Rätsel.

Nachdem sukzessive die Kornzahl erhöhte war nun zuletzt 2019 das CEREVISIA Mx entstanden. Weiterhin auf der Basisrezeptur eines unfiltrierten Altbieres, sind bislang 10 Getreidesorten enthalten: Gerste, Weizen, Roggen, Hafer, Dinkel, Emmer, Einkorn, Reis, Hirse, Mais.

Zum heutigen Tag des deutschen Bieres möchte ich einmal die Sude 7-Korn, 8-Korn und 9-Korn quasi als Vintage-Cuvée proBieren. Da jeder Sud seine besonderen Eigenheiten mit sich gebracht hat, die im Laufe des Erfahrungsgewinns als junger Hobbybrauer eingeflossen sind, ist es für mich besonders spannend zu sehen, wie die drei ersten Cerevisia miteinander harmonieren.

Und vielleicht kann ich in Kürze auch schon von meinem geplanten nächsten Sud berichten: Dem 12-Korn-Neo-Alt Cerevisia

#Natürlichkeit
#Qualität
#Vielfalt
#Regionalität
#Transparenz

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Mehrkorn-Neo-Alt [Bierjubiläums-Jubiläumsbier]
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen-, Roggen-, Dinkel- & Emmermalz, Hafer-, Einkorn-, Reis- & Hirseflocken, Cornflakes, Röstgerste, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  ~18°P
Alkoholgehalt. . . . . . ~5,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bornheim-Sechtem [Brühl-Pingsdorf]
Erscheinungsjahr. . .
2018-19

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___15
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________14
Fazit

  | Da alle drei Versionen ihren ganz eigenen Charakter haben, ist es interessant zu schmecken, wie diese in der Blend-Variante daherkommen. Während das 7-Korn noch eher mild-herb, das 8-Korn eher malzsüß und das 9-Korn hopfig ist, kommen im Blend alle ohnehin schon komplexen Einzelaromen zusammen. Selbst nach ein bis eineinhalb Jahren schmeckt es klar fruchtig-süß nach Karamell und Süßholz sowie einer buttrig-grasigen Note. Keinerlei Bitterstoffe und Oxidationssäure ist dabei zu verspüren. Für eine derartig lange Lagerung allerdings auch ziemlich süffig-mild. Insgesamt muss ich also sagen: Es hat sich gelohnt.

 • weitere Infos zu meinem Reformvorschlag für das „Reinheitsgebot“ unter: http://www.bierjubilaeum.de/das-reinheitsgebot/.

Prosit Mundus manufactum!

581. Bierverkostung Zur Eule 04/20 ONLINE – Bier & Kima

Leikeim Steinbier | Frankenheim Alt | Weltenburger Barock | Lindemans Geuze | Aventinus Eisbock

In diesem Monat gab es aufgrund der anhaltenden Beschränkungen der Corona-Krise in der Brühler Eule erstmals den nunmehr 54. Biermontag im Online-Format. Biersommelier Markus Weick hatte dazu eigens die Eule in ein Studio verwandelt, einen YouTube-Channel eröffnet und im Vorfeld über 100 Bierpakete in Brühl ausgeliefert.

Online

Anstatt den Kierberg hinauf zu radeln habe ich mich also mit dem ein oder anderen Bier vor dem Laptop gesetzt und der Video-Premiere des Online-Biermontags zugeschaut. Hier konnte man während des Trinkens den Vortrag von Markus verfolgen, der durch die verschiedenen Biere geführt hat. Dabei war die optische Darbietung zwar etwas im Vintage-Look, das Video selbst aber lief gut und passte von der inhaltlichen Zusammenstellung und vom Tempo zur Simulation eines Biermontags vor Ort.

Die Videos zum Biermontag sind übrigens noch bis mindestens Ende des Monats unter https://www.youtube.com/channel/UC5pkDMoWIkfj6cpKJkoObaQ aufrufbar.

Thema

Aufhänger des Themas war für Markus die Meldung, dass es zum vergangenen Winter aufgrund der allgemein milden Temperaturen kaum Eiswein geben konnte. Doch auch das Thema Bier und Klima bzw. Temperaturen ist nicht an den Haaren herbeigezogen. Schließlich haben Temperaturen in der Vergangenheit auch einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung und Verbreitung von Bieren gehabt.  So spielt bis heute die Temperatur beim Gärverfahren eine große Rolle. Obwohl diese natürlich inzwischen industriell gesteuert werden, kann insbesondere der Heimbrauer bestätigen wie wichtig die richtige Temperatur für die Wirkung von Bierhefen hat. Dabei ist vor allem die untergärige Hefe an relativ niedrige Temperaturen gebunden, während obergärige Hefen mehr Toleranz nach oben zulassen. Das ist auch der Grund, warum zum Einen untergärige Biere (wie Pils) historisch wesentlich später entstanden, da aufgrund der zumeist ganzjährigen Möglichkeit des Brauens obergärige Hefen (unbewusst) vorgezogen wurden. Erst mit regionalen Sommerbrauverboten (Stichwort Maibock) und der Entwicklung der Kältemaschinen begann der Siegeszug der untergärigen Biere.

Zum Thema Bier und Klima bekam im Video auch der Bürgermeisterkandidat der Grünen in Brühl – seines Zeichens Dipl. Geograph – die Möglichkeit sich über einen Einspieler zu präsentieren und das Thema aus seiner Sicht dazustellen. Dabei ging er relativ global auf den Klimawandel ein, ohne einen wesentlichen Bezug zum Bier herzustellen. Für meinen Geschmack hatte es daher etwas zu viel einer Dauerwerbesendung für sich und seine Partei. Einem Bürgermeisterkandidaten (egal welcher Partei) im Rahmen des Biermontags eine derartige Plattform zu bieten, sehe zumindest ich deshalb recht kritisch.

Die Biere

Schon zu Beginn der Verkostung startete Markus mit dem wohl bekanntesten Bier seiner Art in Deutschland: dem Leikeim Steinbier. Früher noch als wirkliche und günstige Hitzequelle für das Maischen und Kochen des Bieres benutzt, werden heutzutage die heißen Steine nur noch zur Karamellisierung des Malzzuckers während des Kochens und der Gärung in den Sud gelegt.

Traditionell wurde mit Steinen in Skandinavien und vor allem in Kärnten gebraut:

Als nächstes gab es wahlweise ein Frankenheim oder Schlüssel Alt. Dabei ging Markus nicht nur auf die verschiedenen Altbiertraditionen in Düsseldorf, am Niederrhein und in Münster ein, sondern machte einen kurzen Exkurs zur Verknüpfung der schon eingangs erwähnten Brauart mit dem Klima. So hat sich vor allem in Nordrhein und Münsterland die obergärige Brauart bis heute gehalten, da durch den Einfluss ozeanischen Klimas die Temperaturen ganzjährig eher milder sind. Im Vergleich dazu hat sich seit etwa dem 15. Jahrhundert in Bayern nach und nach mit Ausnahme des Weißbieres die untergärige Brauart durchgesetzt – u.a. auch deshalb, da dort die Temperaturen ganzjährig niedriger liegen.

Als nächstes folgte das bis heute beliebteste Bier der Eule: das Weltenburger Barock Dunkel.

Als vorletztes Bier kam dann wieder wahlweise ein Lambic oder die Geuze von Lindemans dran. Das Besondere und damit auch wieder die Verknüpfung zum Thema Klima: Beide Biere werden mit wilden Hefen gebraut, die nur rund um Brüssel gedeihen. Grund hierfür ist ein äußerst günstiges Mikroklima, dass deren Entwicklung begünstigt. Manche Gärräume werden deshalb auch nur sehr rudimentär gereinigt, um diese wilden Hefen nicht zu vertreiben.

Das Schmankerl des Abends war der Aventinus Eisbock. Hier schloss sich der Kreis zu Beginn der Verkostung, in der Markus auf den Eiswein einging. „Erfunden“ oder besser gefunden wurde der Eisbock, nachdem zufällig eines Winters ein Doppelbockbier in einem Fass nach längerer Zeit unter Schneemengen wiedergefunden wurde. Als das Bier wieder auftaute probierten die Brauer die zähflüssige Schmelze und waren begeistert von dem intensiven Aroma. Seither wird nicht nur Eisbock bewusst hergestellt, sondern auch immer wieder versucht den höchstprozentigsten der Welt zu kreieren. Sieger in diesem jahrelangen Wettstreit mit dem schottischen Brewdog ist der 57%ige Schorschbock aus dem fränkischen Gunzenhausen.

Zum Abschluss zeigte Markus, wie man zu Hause mit entsprechendem Zubehör auch leicht selbst einen Eisbock zubereiten kann. Dabei nimmt man am besten dunkles stärkeres Bier und lässt es für mindestens 24 Stunden einfrieren. Um den Eisbock zu erhalten muss das gefrorene Bier nun angetaut werden. Dabei trennen sich zunächst die alkoholhaltigen und aromareichen von den noch gefrorenen wässrigen Bestandteilen. Dieser Extrakt wird dann aufgefangen und entweder sofort verkostet oder erneut in einer Flasche abgefüllt.

Fazit:

Grundsätzlich finde ich sehr positiv, dass der Biermontag nicht durch die Corona-Krise ausfallen muss(te). Mindestens genauso positiv zu sehen ist der wirklich sehr große Zuspruch der Brühler Bürger, die den Online-Biermontag zum Biermontag mit der größten Teilnehmerzahl gemacht und somit aktiv die Eule unterstützt haben.
Auch für mich hatte die Online-Variante seinen Vorteil: Dadurch, dass ich mich nur an den Schreibtisch setzen musste, hatte ich es relativ entspannt mal pünktlich zum Biermontag geschafft.

Allerdings  war neben der Bildqualität auch die Live-Simulation zunächst ziemlich gewöhnungsbedürftig. Die vielen Schnitte der Videos waren durch die wechselnden T-Shirts von Markus zwar durchaus unterhaltsam, haben aber leider auch schnell die Illusion eines Live-Videos zerstört.
Auch wenn es im ersten Video eine Chat-Funktion gab, hat mir außerdem doch die persönliche Interaktion gefehlt, die einfach zum Biertrinken dazugehört und eigentlich das Wesen einer Bierverkostung ist.
Hinzu kommt ein technischer Nachteil: Während man sich sonst in de Eule die fünf Flaschen Bier zu dritt teilt, hätte man nun alle fünf selbst trinken dürfen bzw. müssen. Ich hatte mich daher auf das Alt und das Pils beschränkt und habe die anderen Biere zu meinem Deopt hinzugefügt.

 

Auch wenn es wohl zunächst auch im Mai nicht in die Eule gehen wird und es somit zu einer nächsten Auflage des Online-Biermontag geben wird, werde ich selbstverständlich wieder versuchen zu berichten.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/http://eule-kierberg.de/

580. Fleuther Hilft!

Angesichts der Widrigkeiten und Herausforderungen für viele handwerkliche Brauer hervorgerufen durch die Corona-Krise, habe ich kürzlich ein paar Biere aus der Region – d.h. Niederrhein, Ruhrgebiet und Münsterland – bestellt. Leider haben noch lange nicht so viele kleine Brauereien eine Online-Vermarktung, sodass man diese idealerweise vor Ort unterstützt. Denn diese Hilfe (online wie offline) wird dringend benötigt. So meldete erst kürzlich die U.S. Brewers Association (BA), dass die US-amerikanische Craftbeer-Industrie vor dem Zusammenbruch stehe. Knapp zwei Drittel aller Handwerksbrauereien würden die Krise keine drei Monate durchstehen (siehe hier).

Umso passender ist mein heutiges Bier von der Brauerei Fleuther aus Geldern. Ursprünglich was das Bier für einen guten Zweck gebraut worden: Initiiert von Martin Baxmann und Marcus Wiemann hilft das HILFT als erstes Charity Bier nachhaltig Kinderarmut zu bekämpfen. Nun wirkt es quasi doppelt hilfreich. Einmal als Beitrag zur Kinderarmutsbekämpfung und zudem als Unterstützung der regionalen Kleinbrauer. Hinter dem HILFT verbirgt sich übrigens das Fleuther EINS – ein Pils mit Aromahopfen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pils
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . .  11.7°P
Alkoholgehalt. . . . . . 4,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Geldern
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Würzig, buttrig und grasig in der Nase – hopfig-herb, fruchtig und gering malzig am Gaumen. Im Abgang bleibt eine buttrig herbe Note hängen, die durchaus Lust auf mehr macht. Insgesamt recht mild und süffig für ein Pils. Der Aromahopfen hält sich für meinen Geschmack etwas zu dezent im Hintergrund. Auch könnte das Bier etwas mehr Würze vertragen. Aber solange es HILFT 😉

| 12 Pkt. (2+)

• https://www.fleuther.de/produkt/fleuther-hilft/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

579. De Koninck Tripel d’Anvers | Kasteel Tripel | Leffe Tripel

Kurz vor Ostern versuche ich noch etwas aufzuholen, was in den letzten Wochen liegen geblieben ist. Deshalb und weil ich mal drei gleichzeitig da hatte, gibt es heute eine Tripel-Tripel-Verkostung.

Drei Tripel treten gegeneinander an. De Koninck aus Antwerpen (40.000 hl p.a.) gegen Vanhonsebrouck Kasteel (250.000 hl p.a.) gegen Leffe (~500.000 hl p.a.).

Die Parallele der dreifachen Tripel-Verkostung zum heutigen Karfreitag ist mir dabei aber erst im Nachhinein aufgefallen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Tripel
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen- & Roggenmalz, Hafer, Gewürze, Hopfen, Glukosesirup, Hefe | Gerstenmalz, Gewürze, Hopfen, Zucker, Hefe | Gerstenmalz, Orangenrinde, Koriandersamen, Hopfen, Zucker, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 8% | 11%|  8,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Antwerpen | Izegem-Emelgem | Dinant-Leffe
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

De Konninck: recht unauffälliger süßmalziger bis bittersüßer Geruch; mild, schlank, getreidig, grasig, Süßholz, Lakritz im Geschmack mit bittersüßem Abgang

Kasteel: markanter, süßer, würziger Geruch; vollmundig, cremig, süßmalzig, alkoholaromatischer Geschmack nach Lakritz bei einem ebenfalls bittersüßem Abgang

Leffe: am süßesten, würzig und wenig Bittere im Geruch; vollmundig, süßlich, Karamell, etwas würzige Herbe auf der Zunge, süßer Abgang

Insgesamt kann mich keines der drei Tripel in Gänze überzeugen. Jedes bringt seine Vor- und Nachteile mit sich. Das Tripel d’Anvers punktet in der Aromenvielfalt bleibt aber zu flach, das Kasteel ist sehr cremig, aber leider auch zu alkoholaromatisch und das Leffe ist zu stark reduziert auf eine würzige einfältige Süße. Wenn ich mich entscheiden müsste würde ich zum Ersteren greifen, da hier alle vier europäischen Getreide verbraut wurden.

| 10 Pkt. (2-) / 10 Pkt. (2-) / 10 Pkt. (2-)

https://www.dekoninck.be/nl/onze-bieren/tripel-danvers/ | https://www.vanhonsebrouck.be/biere/kasteel/kasteel-tripel/?lang=de | https://leffe.com/en/leffe-tripel

Prost & guten Abend ! 🍻

 

Blogbier, die XLXII. – Corona

In Zeiten von Corona haben uns meine Schwiegereltern einen Besuch abgestattet. Diese Biere wurden dabei neu gelistet:

Bier-Notizen:

 

578. Cornet Oaked

Um das Tempo wieder etwas anzuziehen geht es heute gleich weiter mit dem nächsten Bier. Und auch dieses stammt aus unserem Nachbarland Belgien und kommt aus der ABInBev-Familie.

Unter dem Namen Cornet Oaked vertreibt die Palm-Brauerei ein mit Eichenholzchips versetztes Tripel. Namentlich geht es auf Theodoor Cornet zurück. Dieser war im 18. Jahrhundert Verwalter des Schlosses Diepensteyn. Dessen Graf wünschte sich für seinen Vorfahren Sir Salomon deMaldeghem ein besonderes Starkbier von der Brouwerij den Hoorn.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Tripel
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 8,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Steenhuffel (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Insgesamt ein solides Tripel, dass in der Nase durch einen ungewohnt kräuterigen Geruch und am Gaumen durch süße Noten von Karamell, Vanille und Honig besticht. Es ist vollmundig und cremig, für mich aber auch etwas zu würzig und vor allem ein bisschen zu alkoholaromatisch.

| 10 Pkt. (2-)

•  https://www.cornetbier.be/en/our-beer/

Prost & guten Abend! 🍻

 

577. Kasteel Hoppy

Da die Renovierungen im Haus zunächst weitgehend abgeschlossen sind und die Arbeiten im Garten noch etwas warten müssen, habe ich seit langem mal wieder etwas mehr Zeit zum Rezensieren.

Heute auf dem Plan: Das Hoppy aus dem Hause Kasteel van Honsebrouck. Es soll einem India Pale Ale ähneln, aber aufgrund des Teilersatzes von Hopfen durch Kräuter weniger Bitterkeit mit sich bringen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Kräuter, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Izegem-Emelgem (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Nein, ein IPA ist es nicht wirklich. Auch wenn eine säuerlich-fruchtige und herbe Hopfenbittere klar dominieren, fehlt es an den Kalthopfungsaromen. Neben einer Buttergemüse-Note ist aber auch ein gewürziger Anteil zu erkennen. Insgesamt für mich eher durchschnittlich und weder Fisch noch Fleisch.

| 8 Pkt. (3)

https://www.vanhonsebrouck.be/biere/kasteel/kasteel-hoppy/?lang=de

Prost & guten Abend! 🍻

 

576. Hofmann Pahres Pils vs. Wolfscraft Frisch-Pils

Im zweiten Duell in diesem Jahr stehen sich zwei Pils gegenüber, die mich über das letzte Beertasting-Paket erreicht haben.

Obwohl beide Biere der Bierstil eint, könnten sie in ihrer Herkunft fast unterschiedlicher nicht sein. Auf der einen Seite die Brauerei Hofmann – eine seit dem 17. Jahrhundert bestehende Familienbrauerei aus dem mittelfränkischen Gutenstetten. Auf der anderen Seite Wolfcraft – eine typische Craftbeer-Marke aus dem hippen München.

Franken gegen Bayern. Tradition gegen Moderne. Handwerk gegen Craft.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pils
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%|5,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Pahres | München
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Auch in der Praxis machen sich deutliche Unterschiede bemerkbar. Während das Pils aus Pahres als traditioneller Stereotyp durchgeht und buttrig würzig, hopfig herb sowie grasig malzig daherkommt, überrascht das Frisch-Pils der Wölfe mit deutlich fruchtiger Nase und Abgang. Dazwischen ist es eher unauffällig und noch milder als das schon eher mild wirkende Pahres-Pils. Bei beiden hätte ich mir mehr herbe Spritzigkeit gewünscht. Beide überzeigen aber auch mit unterschiedlichen Charakteristika, sodass es heute unentschieden endet.

| 10 Pkt. (2-) / 10 Pkt. (2-)

http://www.hofmann-bier.de/ | https://wolfscraft.de/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

575. Alpirsbacher Klosterbräu Ambrosius

Mitten in der „Corona-Krise“ haben wir die wesentlichen Renovierungen im Haus abschließen können. Zeit für ein Bier, dass ich tatsächlich schon mindestens zwei Jahre im Vorrat habe. Es ist ein (nicht weiter spezifiziertes) Abteibier der Alpirsbacher Brauerei aus dem Schwarzwald, dem eine Portion Grünhopfen – also frisch geernteter Hopfen – beigegeben wurde.

„So wie Namenspatron Ambrosius Blarer seine Spuren in der Geschichte hinterließ, so bewahrt und verewigt Ambrosius eine überlieferte Rezeptur mit großer Vergangenheit.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Abteibier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  18°P
Alkoholgehalt. . . . . . 7,7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Alpirsbach
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Ein durchaus würdiges Bier zu diesem Abend. Sowohl nasal als auch am Gaumen dominieren karamalzige Aromen von Lakritz und Honig. Dazu kommen etwas Würze und ein Schuss Bittersüße. Aber es fehlt mir etwas an klarer Linie und Spritzigkeit. Dennoch ein Bier, das ich empfehlen würde, wenn es denn noch gebraut werden würde.

| 12 Pkt. (2+)

https://www.alpirsbacher.de/uploads/tx_becklynbeercoverflow/datasheets/Ambrosius.pdf

Prost & guten Abend ! 🍻

 

Blogbier, die XLXI. – EMH III.

Beim Besuch von Nils anlässlich des Geburtstages seines Patenkindes haben es folgende Biere auf die Liste geschafft:

Bier-Notizen:

Vielen Dank an Nils für den Besuch.

 

574. Williams Bros. Brewing Grozet Gooseberry Ale

In Zeiten der Corona-Pandemie gönne ich mir heute (wieder) ein „fruchtig-gesundes“ Bier. Es stammt von der Ende der 1980er entstandenen Geschwister-Brauerei Williams aus dem schottischen Alloa.

Das Pale Ale geht auf eine Rezeptur von Mönchen aus dem 16. Jahrhundert zurück und beinhaltet Stachelbeeren und Gagel – ein Kraut, das besonders vor der Zeit des Hopfens im Bier sehr beliebt war.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Stachelbeeren, Gagel, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Alloa (Schottland)
Erscheinungsjahr. . .
1998

Fazit

Ein durchaus bekömmliches Bier, das in der Tat vor allem durch seine fruchtige Note besticht. In der Nase sind neben der Stachelbeere noch Brombeere, Aprikose und Litschi zu riechen. Im Mund geht es dann weniger wild zu, wobei ein süßlich-gewürziges Aroma vorherrscht. Insgesamt finde ich das Bier etwas blass, was allerdings auch an der hoffentlich authentischen alten Rezeptur liegen kann.

| 9 Pkt. (3+)

https://www.williamsbrosbrew.com/beer/grozet

Prost & guten Abend ! 🍻

 

573. Eichbaum Wild Monkeys Hop Rider + Yeast King

In Zeiten der Corona-Pandemie bin ich froh, dass mein Biervorrat noch recht gut gefüllt ist, da ich zuletzt kaum zum Verkosten gekommen bin. Die heutigen beiden Biere habe ich aber nicht im Fachhandel, sondern zwischen Hamster-kaufenden Menschen beim Aldi geholt.

Es handelt sich um zwei Vertreter der neuen eigenen Craftbier-Linie der Privatbrauerei Eichbaum. Die Mannheimer sind aber keineswegs Neulinge in Sachen Craftbier. Denn bereits seit einigen Jahren brauen diese vor allem für die deutschen Discounter und Supermärkte Craftbier-Eigenmarken, die punktuell auf den Markt gebracht wurden. Nun aber wagt sich die Brauerei aus der Deckung und stellt sein eigenes Craftbier-Sortiment vor. Sieht man mal davon ab, dass ein anderer Bierstil alleine noch kein Craftbier macht, ist es dennoch im Sinne der Biervielfalt zu begrüßen. Zumal auch immer der preisliche Aspekt eine Rolle spielt, um die Zielgruppe zu vergrößern.

Beide Biere eignen sich deshalb gut zum Direktvergleich, da es sich beim Hop Rider um ein Golden und beim Yeast King um ein Wheat Pale Ale handelt.

„Schwarzes Fell, stechende Augen, ein Bart aus Hopfendolden. Das ist der Hop Rider! Als weltenbummelnder, leidenschaftlicher Pilot und Motorradfahrer ist er wieder in der Gegend, um seine neuartige, selbst gebraute Sensation mit dem unglaublichen Aromahopfen „Vic Secret“ und „Aurora“ in der ganzen Welt zu verbreiten.“

„Furchtloser, gerissener, leidenschaftlicher Abenteurer, und vor allem reich an Wissen, was die einzigartige Braukombination von feinstem Weizenmalz, erlesenen Malzen und aromatischen Hopfen angeht – so kennen wir den Yeast King!“

„WILD MONKEYS – wilde Typen, intensives Bier.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten(- & Weizen)malz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  13.2°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%|5,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Mannheim
Erscheinungsjahr. . .
2020

Fazit

Der Hop Rider kommt ziemlich erfrischend und dennoch wenig daher. In der Nase klar säuerlich-fruchtig – fast schon oxidiert – ist er auf der Zunge bittersüß, gemüsig, trocken-malzig und etwas herb. Trotz eines recht vollen Geschmacksprofils bleibt das Golden Pale Ale aber recht schlank.

Demgegenüber wirkt der Yeast King zunächst fast wie ein gewöhnliches Weißbier. Der erste Schluck offenbart aber gleich neben der hefigen Malzsüße auch eine klar erkennbare Bitterkeit und Herbe. Einige Aromen von Gras und Kräutern runden das Unrunde Geschmackserlebnis des Wheat Pale Ale ab.

Insgesamt befinden sich beide Biere meiner Ansicht nach nicht im Top-Segment der Craftbiere, bieten aber zumindest für den relativ geringen Preis schon mal eine gewisse Ahnung von Geschmacksvielfalt. Im Duell hat für mich der Hop Rider ein wenig vor dem Yeast King die Nase vorn.

| 9 Pkt. (3+) / 8 Pkt. (3)

https://www.wildmonkeys.de/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

572. Dortmunder Bergmann Brauerei Schwarz

Nach harten Wochen der Renovierung im neuen Haus gönne ich mir heute ein ehrliches Arbeiterbier. Es kommt aus der einstmals Bierstadt Nr. 1 in Europa Dortmund und hat eine interessante Geschichte hinter sich.

1796 gegründet musste die frühere Bergmann Brauerei 1972 infolge der allgemeinen Brauereifusionen im Ruhrgebiet zu der Zeit ihren Betrieb aufgeben. Zumindest die Marke war daraufhin von der Union-Ritter-Brauerei übernommen, aber schließlich 2003 aufgegeben worden. Thomas Raphael – Biologe und 2005 in einer Markendatenbank Deutschen Marken- und Patentamtes beschäftigt – stieß im Zuge einer Recherche zufällig auf die Marke und reservierte diese aus der Laune heraus kurzerhand für sich.

Da damit allerdings die Verpflichtung der Markenproduktion einher ging, musste sich der Dortmunder ans Bierbrauen machen. Da dieser in der Kürze der Zeit aber keine eigene Brauerei ins Leben rufen konnte, ging er nach Hagen-Dahl zur Vormann-Brauerei, die die ersten 6.000l des neuen Bergmann Bieres brauten.

Das Bier kam gut an und der Absatz stieg, sodass man 2007 eine GmbH gründen konnte und ein Jahr später dann mit der Projektierung einer eigene Brauerei beginnen konnte. 2010 konnte dann endlich der erste Sud in einer alten Gie?erei-Halle gebraut werden. Da die neuen Bergmänner auch von einer eigenen Verkaufsstelle träumten, übernahm die Brauerei 2013 ein altes 50er-Jahre Kiosk und erwirkte hierfür die Schankerlaubnis. Noch im selben Jahr wurde die Idee einer neuen moderneren Brauerei geboren. 2017 erfolgte schließlich die Inbetriebnahme inklusive Stehbierhalle.

Damit war die alte Marke Bergmann endgültig reaktiviert und wiederbelebt worden. Inzwischen werden knapp zehn Sorten gebraut, darunter das Dortmunder Original Adambier, ein Bier aus 1972 oder auch Glühbier sowie monatliche Sondersude.

„Für alle aus dem Ruhrgebiet, die sich mit echtem kompromisslosem Trinkgenuss belohnen wollen.
Harte Arbeit. Ehrlicher Lohn.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Schwarzbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . .  13.2°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Dortmund
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Das Schwarze überzeugt in der Nase mit überraschend süßen Aromen von Honig, Karamell und Vanille. Auf der Zunge ist es malzig, mild-röstig und wenig zartbitter. Der süß-herbe Abgang rundet ein für mich insgesamt zwar recht unspektakuläres aber dennoch ansprechenden Bier ab.

| 12 Pkt. (2+)

https://harte-arbeit-ehrlicher-lohn.de/unser-bier/schwarz/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

571. Rügener Inselbrauerei Strandgut Rauch-Eiche

Zum Ausklang des Wochenendes gibt es bei wieder was von der Inselbrauerei zu Rügen. Diesmal proBiere ich das Strandgut Rauch-Eiche – ein Rauchbier, das zusätzlich im Holzfass gelagert wurde. Es enthält neben Doldenhopfen auch Traubenzucker, der zur Flaschengärung hergenommen wird.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Rauchbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Natur-Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Rambin auf Rügen
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Insgesamt schmeckt die Rauch-Eiche betont holzig sowie ebenso malzig wie hopfenherb. Hinzu kommt eine säuerliche Note und eben ein gewisses Raucharoma. Dieses hält sich allerdings relativ bedeckt und lässt so mehr Raum für etwas Karamell, Honig und Süßholz. Für mich eher eine Einsteiger-Rauchbier, das zeigt, dass nicht jedes Rauchbier auch den typischen Salami-Geschmack haben muss.

| 10 Pkt. (2-)

https://insel-brauerei.de/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

569. De Molen Piña PocoCoco

Nach halbwegs überstandenem Hexenschuss und Mittelohrentzündung möchte ich zum Wochenende endlich mal wieder ein Bier genießen.
Ausgesucht habe ich mir eine Berliner Weisse der Brouwerij de Molen. Doch es ist keine normale Berliner Weisse, sondern fast schon ein Bier-Cocktail. Denn hinzugefügt wurde mit Ananas und Kokos die typischen Zutaten der Piña Colada.
Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Berliner Weisse
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Kokosnuss, Ananas, Milchsäure, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bodegraven (Niederlande)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Die Berliner Piña Colada Weisse kommt insgesamt milder daher als erwartet. Es dominiert ein säuerlich-süßer Geschmack nach Frucht und Vanille bzw. Kokos. Das Malz wirkt etwas trocken, der Hopfen eher würzig-herb und die Hefe ist ungewöhnlich bananig zu schmecken. Der Bitter-säuerliche Abgang lässt dann aber doch wieder an eine klassische Berliner Weisse erinnern. Alles in allen eine interessante Variation, die auch ein wenig die Säure reduziert. Dennoch hätte ich gern noch mehr Piña Colada gehabt.

| 10 Pkt. (2-)

https://brouwerijdemolen.nl/brouwerij/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

570. Bierverkostung Zur Eule 02/20 – Drinkablity & Zechkultur

Bönnsch Ludwig I. Biersymphonie | Camba 4 Session | Camba Hell | Westmalle Tripel | Bitburger Winterbock | St. Peter’s Old-Style Porter

Nach vier langen Monaten hatte ich letzte Woche wieder mal die Gelegenheit zum Biermontag in die Kierberger Eule zu fahren. Thema vom Biersommelier Markus Weick für den Februar war „Drinkability & Zechkultur“. Zwei Begriffe, die auch Teil der Bierkultur und eng miteinander verwoben sind. Dabei geht es allerdings nicht ausschließlich um’s „Besaufen“, sondern auch um den lockeren Biergenuss.

Drinkablity

Drinkability bedeutet grundsätzlich – wie es der Name schon verrät – die Trinkbarkeit von Getränken. Der Begriff bezieht sich auf bezieht sich auf die Wahrnehmung von Gewicht bzw. Dichte und Fließwiderstand von Getränken im Mund. Bei Bieren ist hierbei vor allem die Süffigkeit gemeint. Süffig ist ein Bier, wenn man es möglichst leicht und angenehm trinken kann – es ist dann schlank und rund. Ist ein Bier eher füllig, mächtig oder gar likörartig spricht man von Vollmundigkeit. Ein Beispiel für ein sehr süffiges Bier ist das Kölsch. Ein recht vollmundiges Bier ist beispielsweise der Weizendoppelbock. Beide Begriffe werden allerdings im Bier-Marketing missbräuchlich auch für jeweils andere Bierstile verwendet. Wesentliche Treiber der Vollmundigkeit sind hoher Alkoholgehalt, niedriger Vergärungsgrad, hoher Malzanteil, viel Süße und Trübstoffe, die nicht herausgefiltert wurden. Im Vergleich zu süffigen Bieren dürfen Biere mit hoher Drinkability jedoch nicht zu langweilig sein.

Gerade die Craftbeer-Szene ringt mit diesem Begriff, da viele sog. Craftbiere eben wenig süffig und daher gering „drinkable“ sind. Doch immer mehr Brauereien stellen neben den Klassikern wie IPA oder Stout nun auch Biere zur Verfügung, die keine anspruchsvolle Geruchs- oder Geschmacksvielfalt wie -tiefe beinhalten. Diese können auch zu lockeren Gelegenheiten getrunken werden und erschließen somit nebenbei auch eine größere Zielgruppe.

Zechkultur

Der Begriff „Drinkability“ bzw. Süffigkeit ist eng mit der heutzutage eher bei der jüngeren Generation gelebten Zechkultur verbunden. Markus präsentierte nicht nur diverseste Spielideen, die damit verbunden sind, sondern versuchte sich auch am sog. Yard of Ale. Dies ist eine vermutlich bereits hunderte Jahre alte Glasform, die sehr schmal etwa 1,5l fasst. Vergleichbar mit dem sog. Stiefel ist diese jedoch unten Kugelrund und lässt sich auch nicht abstellen. Dadurch ist man quasi gezwungen das Bier schnellstmöglich „herunterzukippen“. Während der Rekord bei knapp einer halben Minute liegt, hat sich Markus nicht unter Druck setzen lassen und dies auf den ganzen Abend ausgedehnt. Damit er immer noch präsentierfähig ist, hat er auch nur alkoholfreies Bier verwendet.

Die Biere

Den bierigen Beginn machte das neueste Saison-Bier vom Bönnsch: Die Beethoven I. Biersymphonie – ein naturtrübes und mit Aromahopfen versehenes Pils.

Persönlicher Eindruck:
süßlich-malzig, melonenfruchtig
sehr würzig, hopfig herb, grasig bis strohig

Weiter ging es mit einem Bier, das sehr gut ins Thema passt, da es eine Bierkategorie symbolisiert, die die Drinkability verkörpert: die sog. Session-Biere. Grundsätzlich sind das leichtere Bier mit weniger Alkohol und geringeren Malz- und Hopfennoten. Der recht neu erscheinende Begriff des Session-Bieres könnte schon über hundert Jahre alt sein. Zu dieser Zeit gab es in Großbritannien restriktive Kneipenöffnungszeiten, die nur zu bestimmten Zeiten bzw. Sessions geöffnet waren. Damit sich aber die Leute nicht unter Druck zu sehr betranken, soll milderes Bier ausgeschenkt worden sein.

Beim Session Bier von Camba – einer der bekanntesten Craftbier-Marken Deutschlands, die einst als Showroom-Brauerei starteten – handelt es sich um ein American Pale Ale mit geringen Bittereinheiten und nur etwas mehr als vier Prozent Alkohol.

Persönlicher Eindruck:
fruchtig mild, Süßholz
trocken-würzig, mild-grasig, geringe Hopfennote, kaum Herbe

Als drittes Bier erwartete uns erneut ein Vertreter von Camba. Das Helle der Chiemseer entspricht in etwa der neuen Drinkability-Offensive der Szene, wobei Camba, seit jeher neben den typischen Craftbier-Stilen auch traditionelle bayrische Bierstile herausgebracht hat.

Persönlicher Eindruck:
wenig wie ein typisches Helles, eher Hausbrau-ähnlich
mittelmalzig, hefig, leicht gehopft, buttrig, gemüsig

Als vorletztes Bier der Verkostung ging das Tripel von Westmalle in den Ring. Obwohl es mit 9,5% daherkommt passt es ebenfalls zum Thema Drinkability. Denn in diesem Stilbildenden Bier aus der flandernschen Trappisten-Kloster-Brauerei wird Zucker mit vergoren, sodass zwar hohe Alkoholgrade erreicht werden, das Bier aber dennoch relativ leicht schmeckt.

Persönlicher Eindruck:
sehr süß, Lakritz, Minze
 malzig, süßlich nach Honig, hefig, etwas bitter, leichtes Alkoholaroma

Trotz des doch recht allgemeinen Themas hatte es Markus bis dahin geschafft Biere auszuwählen, die ich noch nicht gelistet hatte. Den Abschluss der Verkostung – und damit das vollmundigste Bier des Abends – hatte ich dann aber doch bereits vom ersten Kierberger Stärk Antrinken proBiert.

Persönlicher Eindruck:
Karamell, süßmalzig, etwas harzig
größerer Köper, süßmalzig, Vanille, (ge-)würzig, leicht waldig, bittersüßer Abgang

 

Das Gesamtresultat des Tastings in der Übersicht:

Im Anschluss gab es dann noch folgende besondere Köstlichkeiten in gemeinsamer Runde zu verkosten:

  • Bitburger Winterbock
    – untergärig; 16.8°P; 7%
    – Helles Bockbier der größten Privatbrauerei Deutschlands
    hellmalzig, Karamell
    relativ mild, cremig-malzig, karamellig, leicht Bonbon, geringes Alkoholaroma
    https://www.bitburger.de/winterbock/

Vielen Dank also nochmals an Markus für den sehr interessanten Abend.
Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich wenn möglich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

568. Leffe Royale Whitbread Golding

In Zeiten des Megxit passt mein heutiges Bier sehr gut zu den jüngsten Schlagzeilen. Gefunden habe ich es im hiesigen Getränkemarkt.
Es handelt sich um ein nicht näher spezifiziertes belgisches Starkbier der Marke Leffe, die zum ABInBev-Giganten gehört. Neben der typischen Verwendung von Zucker befindet sich auch Mais und unvermälzte Gerste im Bier. Der Name des Bieres entstammt der Hopfensorte, die dort Verwendung findet.
Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Belgisch Starkbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Gerste, Mais, Zucker, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Dinant (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
2012

Fazit

Ein doch interessantes Geruchs- und Geschmackserlebnis. Auch wenn eine trocken-herbe Bittere alles überlagert sind die hefigen, malzig-süßen Noten von Karamell, bis Lakritz schmeckbar. Insgesamt ist es sehr vollmundig mit einem leichten Alkoholaroma. Wäre also die herbe Bittere (oder bittere Herbe) nicht, wäre es durchaus ein sehr gutes Bier.

| 11 Pkt. (2)

https://leffe.com/nl/leffe-whitbread-golding

Prost & guten Abend ! 🍻