508. Appenzeller Quöllfrisch

Mit dem heutigen Bier beginnend möchte ich Euch drei Gerstensäfte näher bringen, die ich freundlicherweise von Tobias – einem Freund aus Lindau – erhalten habe. Es sind die ersten Biere aus der Schweiz, die ich rezensieren darf.

Zwischen Liechtenstein und dem Bodensee im gleichnamigen Kanton gelegen, existiert seit 1810 die heutige Brauerei Appenzell. Diese wurde 1886 von Johann Christoph Locher erworben und bis heute in seiner Familie weiter geführt. Nach einigen wirtschaftlichen Reformen in der Schweiz geht die Brauerei Locher in den 1990ern in die landesweite Vermarktung und schafft es im neuen Jahrtausend auch außerhalb der Schweiz Fuß zu fassen. Bis heute allerdings bleibt nicht nur das Appenzeller, sondern fast jedes Bier aus der Alpenrepublik ein Geheimtipp auf dem Biermarkt.

„Das Zusammenspiel von Tradition und Innovation bildet den Kreislauf, der unsere Appenzeller Herzen höherschlagen lässt. Mit Rücksicht und Liebe zu unserer Heimat, zur Natur und zu den Menschen, kreieren wir die Appenzeller Biersorten, welche diese Sorgfalt in Geschmack und Qualität widerspiegeln.

Die traditionellen Bauernmalereien der Bieretiketten illustrieren unsere Wurzeln, die Werte, für die wir und das Appenzeller Bier stehen.“

Dabei hat das Appenzeller Rekord-Bier zu bieten. Auf den höchstgelegenen Braugerstenfeldern Europas, zwischen 1200 und 1700 Metern über NN, wird sprichwörtlich die Saat für das Appenzeller Bier gelegt. Ein Bier, dass in besonderer Vielfalt und Wertschätzung für die Region und Natur daherkommt. So gibt es zum Beispiel diese Produktvielfalt:

  • Reisbier
  • Hanfblütenbier
  • Castégna (mit Kastanien)
  • Calvinus Blanche (Witbier)
  • Mielfore (Honigbier)
  • sowie eigens hergestellter Whisky und aus dem Treber hergestellte Chips

Das heutige Quöllfrisch ist das Aushängeschild der Brauerei. Es ist ein naturtrübes Lagerbier.

„Ein Schluck Appenzeller Lebensqualität. Geschaffen von der Natur mit Quellwasser aus dem Alpstein, gehegt, gelagert und unfiltriert abgefüllt.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Appenzel (Schweiz)
Erscheinungsjahr. . .
1992

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________10
Fazit

  | blumig, buttrig, leicht hefig, hellmalzig, leicht würzig
  | mitteldünner Körper, hellmalzig, hopfen-herb, waldig, grasig, feinperlig-matt, süß-herber Abgang
  | Meine erste Schweizer Rezension landet insgesamt im guten Mittelmaß. Alles in allem fehlt es mir etwas an Balance und Abgestimmtheit zwischen Malz und Hopfen. Bei der Bewertung darf allerdings der lange Lieferweg und die wohl nicht immer optimale Lagerhaltung berücksichtigt werden. 11 Pkt. (2) ist es mir aber dennoch wert.

 • https://www.appenzellerbier.ch/de/bier/quoellfrisch-naturtrueb.html

Prost & guten Abend! 🍻

500. Cerevisia M˟

Endlich ist es soweit: Bierjubiläum. Heute vor genau 503 Jahren erließen die damaligen bayrischen Herzöge eine Verordnung, die heute allgemein als das „Reinheitsgebot“ bezeichnet wird.

Seit Anfang 2016 beschäftige ich mich nun mit dem Thema und habe in der Zeit einiges an Wissen und Biererfahrung ansammeln können. So war es dann auch letztes Jahr soweit, dass ich in meiner Bierliste die 1.000er Marke an vorgestellten Bieren geknackt hatte. Inzwischen ist die Liste bereits mehr als 1.500 Biere stark. Zu Ehren dieses Ereignisses hatte ich mir etwas ganz besonderes vorgenommen: mein erstes selbstgebrautes Bier. Wie ich schon damals vom Brautag und der Abfüllung berichtete, habe ich dabei das Glück gehabt, dass mir Ralf Mohr vom Braukunst Vorgebirge nicht nur seine Braugarage nebst Anlagen zur Verfügung gestellt hatte, sondern mich auch mit seinem reichhaltigen Wissen rund ums Brauen unterstützt hat. Es sollte aber natürlich kein 08/15-Bier werden, sondern eines, dass ein Zeichen für eine Reform des „Reinheitsgebots“ darstellen sollte. Herausgekommen ist das erste Bier der Welt, das mit allen sieben Hauptgetreidearten Gerste, Weizen, Roggen, Hafer, Reis, Mais und Hirse gebraut wurde. Bislang gibt es zwar Biere mit unterschiedlichsten Korn-Kombinationen, ein solches gab es aber bis dato noch nie. Würde ich es kommerziell brauen, bräuchte ich hierfür eine Sondergenehmigung und dürfte ich wahrscheinlich noch nicht einmal Bier nennen. Dabei enthält es ausschließlich Getreide, Hopfen und Hefe. Alles was eigentlich ein Bier ausmacht. Und nichts, was nicht auch auf anderen Kontinenten für ein Bier essentiell ist: Mais in Amerika, Hirse in Afrika und Reis in Asien. Für mich also unbegreiflich, warum hier der deutsche Gesetzgeber weiterhin blind der großindustriellen Brau-Lobby folgt. Hinsichtlich weiterer Zutaten wie Obst oder Gemüse kann ich Diskussionsbedarf zwischen Traditionalisten und „modernen“ Craft-Brauern durchaus nachvollziehen. Warum jedoch kein weiteres Getreide außer Gerste in untergärigen sowie Weizen, Hafer und Roggen in obergärigen Bieren rein darf bleibt mir weiterhin ein Rätsel.

Nach einigen weiteren Brauversuchen und Rezeptentwicklungen (siehe auch hier) ist nun das CEREVISIA Mx herausgekommen. Weiterhin auf der Basisrezeptur eines unfiltrierten Altbieres, habe ich seit dem ersten Sud die Kornzahl sukzessive erhöht und bin nun bei 10 Getreiden angelangt: Gerste, Weizen, Roggen, Hafer, Dinkel, Emmer, Einkorn, Reis, Hirse, Mais. Im Vergleich zu den bisherigen Suden ist das 10-Korn-Neo-Alt stärker eingebraut. Neben diesen 10 Getreiden fanden auch noch fünf ausgewählte Hopfensorten den Weg in den Braukessel: Hallertauer Tradition, Spalter Select, Brewers Gold, Target und Centennial.

#Natürlichkeit
#Qualität
#Vielfalt
#Regionalität
#Transparenz

 

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . 10-Korn-Neo-Alt [Bierjubiläums-Jubiläumsbier]
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen-, Roggen-, Dinkel- & Emmermalz, Hafer-, Einkorn-, Reis- & Hirseflocken, Cornflakes, Röstgerste, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  18°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bornheim-Sechtem [Brühl-Pingsdorf]
Erscheinungsjahr. . .
2019

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___15
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________14
Fazit

  | würzig, leicht röstig, dunkelmalzig, dunkelfruchtig, harzig, etwas waldig
  | größerer Körper, würzig, etwas bitter, hopfig-herb, dunkelmalzig, leicht fruchtig, etwas holzig, gering grasig, leicht ölige Textur, feinperlig, süßlich-malzig-würziger Abgang
  | Mit dem nun vierten Brauversuch bin ich durchaus wieder sehr zufrieden, obschon die Rezeptur immer noch etwas verbessert werden könnte. Die Verknüpfung von fruchtigen Getreidenoten mit würzigen Holz- und Röst-Aromen ist nicht nur gelungen, sondern bietet olfaktorisch und gustatorisch eine mehr als spannende natürliche Vielfalt. Sensorisch und stilistisch ein absolutes Alleinstellungsmerkmal, das im Übrigen auch beim Bierpublikum hervorragend ankommt. Völlig zweifellos haben wir uns damit die 15 Pkt. (1+) erneut verdient.

 • weitere Infos zu meinem Reformvorschlag für das „Reinheitsgebot“ unter: http://www.bierjubilaeum.de/das-reinheitsgebot/.

Prosit Mundus manufactum!

507. Aecht Schlenkerla Fastenbier

Was könnte passender sein, als die Fastenzeit mit einem Fastenbier zu beschließen. Eine Brauerei, die dieses seit jeher braut ist die „Heller-Bräu“ Trum GmbH – besser bekannt als Aecht Schlenkerla. Mitten in der Altstadt der Biermetropole Bamberg gelegen reicht ihre Geschichte bis ins 15. Jahrhundert zurück. Sie ist eine der traditionellen Rauchbier-Brauereien, die vor allem Bamberg aber auch die Region prägten und ein weltweites Alleinstellungsmerkmal darstellen. Waren früher praktisch alle mitteleuropäischen Biere mehr oder weniger Rauchbiere, hat man in Bamberg und beim Schlenkerla die Tradition des Rauchmalzbieres bis heute lebendig gehalten. Im Rahmen unserer Franken-Tour hatte ich auch bereits das große Vergnügen vor Ort sein zu dürfen. Damals wie heute kann ich Bamberg und Franken nur wärmstens empfehlen.

Das Fastenbier wird mit einer Mischung aus hellen unrauchigen und dunkleren Rauchmalzen gebraut. Der Hopfen stammt aus Spalt und der Hallertau. Als eines der letzten traditionell gebrauten Rauchbiere ist es ein Passagier in der „Arche des Geschmacks“ von SlowFood.

Historischer Hintergrund:
‚Bereits in der Antike war das Fasten bei den Römern gebräuchlich. Die Christen übernahmen dieses Ritual im 2. Jh. als 2-tägige Vorbereitung auf das Osterfest. Später erweiterte die Kirche die Zeit der Enthaltsamkeit auf die noch heute üblichen 40 Tage. Gemäß dem Grundsatz „liquida non frangunt ieiunium“ (Flüssiges bricht das Fasten nicht) brauten die Mönche der mittelalterlichen Klöster für die Fastenzeit ein stärkeres, nahrhafteres Bier, um bei Kräften zu bleiben. In dieser Tradition steht das unfiltrierte Aecht Schlenkerla Fastenbier, das nur von Aschermittwoch bis Ostern ausgeschänkt wird.‘

„Das Aecht Schlenkerla Fastenbier ist ein unfiltriertes Rauchbier, das gemäß dem Bayerischen Reinheitsgebot von 1516 gebraut wird. Die untergärige Hefe verleiht dem rötlich hellbraunen Fastenbier eine leichte natürliche Trübung. Sein Raucharoma ist schon im Geruch erkennbar und wird begleitet von einer edlen Hopfennote. Durch die vollmundige Hefe ist im Aecht Schlenkerla Fastenbier die ‚Brotzeit schon mit drin‘.“

Fastenbier Logo

„Tradition heißt, die Flamme zu erhalten, und nicht die Asche aufzubewahren.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Rauchbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bamberg
Erscheinungsjahr. . .
1410

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________13
Fazit

  | klar rauchig, Salami, Schinken, dunkelmalzig, leicht würzig, gering buttrig & blumig
  | voller Körper, malzwürzig, rauchig, „Aufschnitt“, gering hopfenbitter, etwas Karamell, feinperlig, süß-rauchiger Abgang
  | Wie immer heißt es bei Schlenkerla: Wer nicht eine gewisse Affinität zu Rauchbieren hat, wird hier auch nicht glücklich. Für alle anderen wartet ein ganz besondere Bier-Erlebnis, das von einer sehr interessanten Vielfalt lebt. Neben den klassischen Rauchnoten, kommen deutliche Karamellaromen und blumige Hopfenauszüge hinzu. Nicht nur für mich eines der besten Rauchbiere. Völlig verdiente 13 Pkt. (1-).

 • https://www.schlenkerla.de/rauchbier/sorten/fastenbier.html

Prost & guten Abend! 🍻

506. Budweiser Budvar B:Free

Kurz vor Ende der Fastenzeit möchte ich dann doch noch einmal ein alkoholfreies Bier vorstellen, dass mir recht zufällig über den Weg gelaufen war, da ich schließlich auch Kronkorkenjäger bin.

Es ist die alkoholfreie Variante es weltweit bekannten Budweiser Budvar, das wohl eines der prominentesten Bier-Rechtsverfahren in den letzten Jahrzehnten durchmachen musste. Die 1895 als Tschechische Aktienbrauerei Budweis gegründete Brauerei ist zu 20% am gesamten Bierexport Tschechiens beteiligt und vertreibt das Budvar in 60 Länder. Wohl auch aufgrund des historischen Hintergrunds ist die Brauerei bis heute ein Staatsbetrieb.

„Das Budweiser Budvar Lagerbier reift in den Lagerkellern unglaubliche 90 Tage, und bei seiner Herstellung finden ausschließlich mährisches Malz, Saazer Doldenhopfen und vor allem das reine Naturwasser aus eigenen artesischen Brunnen Verwendung.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . <0,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Budweis
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________8
Fazit

  | sehr buttrig, leicht gemüsig, malzig, blumig
  | schlank, etwas malzig, gering hopfig-herb, blumig, wenig buttrig, recht matt, gering süßlicher Abgang
  | Sicher, es ist und bleibt unfair alkoholfreie Biere mit alkoholhaltigen zu vergleichen. Dennoch habe ich in meinem inzwischen doch recht großen Alkoholfrei-Portfolio durchaus schon bessere Biere kosten dürfen. Mir ist es schlicht zu einfältig und wenig charakterlich. Eine bessere Alternative zu fast allen anderen alkoholfreien Getränken ist aber trotzdem: 9 Pkt. (3+).

 • http://www.budejovickybudvar.cz/de/produkty/sortiment/budweiser-budvar.html

Prost & guten Abend! 🍻

505. Grevensteiner Westfälisch Hell

Am heutigen Sonntag-Abend gibt es mal wieder ein sogenanntes Fernsehbier. Zumindest ist ein naher Verwandter eines solchen. Denn die Biere der Marke Grevensteiner sind ein relativ neuer Ableger der Veltins-Brauerei, um im Zuge der sogenannten Craftbier-Welle auch anspruchsvollere Zielgruppen zu erreichen. Wie die Konkurrenz setzt man dabei vor allem auf traditionelle deutsche Bierstile, die in einem historischen Kontext gestellt vermarktet werden. Mit Authentizität und Handwerk hat das selten viel zu tun, wobei es dennoch ein Schritt in die richtige Richtung ist und ja gute Qualität nicht definitorisch ausschließt. Mit dem heutigen Bier tritt auch Veltins in die erlauchte Bierjubiläum-Liste ein. Sind wir gespannt, mit welchen Ergebnis.

„In ihrer westfälischen Heimat waren die Brüder Carl und Anton Veltins bekannt für ihre handwerklichen Bierspezialitäten. Für besondere Anlässe brauten sie ein genussvolles helles Grevensteiner – mild, süffig und wie zur damaligen Zeit üblich: naturtrüb.“

„Carl Veltins hatte in seinen bayerischen Wanderjahren das typische Helle jener Zeit für sich entdeckt und die damals junge Rezeptur mit nach Westfalen gebracht. Der Eindruck auf das Erlebte seines brauhandwerklichen Tuns hinterließ sichtbare Spuren. Dort wurde wechselweise bernsteinfarbenes Grevensteiner Original und das Grevensteiner Westfälisch Hell eingebraut, aber auch weitere Spezialitäten fanden bis zum Jahr 1927 immer wieder den Weg in die Fässer, bevor man sich auf das prosperierende Bier Pilsener Brauart konzentrierte.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Hell
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Meschede-Grevenstein
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | hellmalzig, leichte Würze, sehr gering sauer-fruchtig, etwas Karamell
  | mittlerer Körper, trocken-malzig, mild würzig, leichte holzige Röstnoten, strohig, feinperlig-matt, malzsüßer Abgang
  | Ein etwas überraschend guter Vertreter der industriellen Handwerksbiere. Auch wenn man ihm die Massenware herausschmeckt, ist das Westfälische Helle nicht nur beliebig und eindimensional. Ein solides Bier, das nicht weh tut und mit einer hohen Drinkablity daherkommt: 11 Pkt. (2).

 • https://www.grevensteiner.de/de#produkt + https://www.veltins.de/sortiment/grevensteiner/sorten/http://www.about-drinks.com/grevensteiner-westfaelisch-hell-ueberzeugt-mit-sueffigkeit-und-dezenter-malznote/

Prost & guten Abend! 🍻

504. Einbecker Export Ur-Bock

Heute gibt es mal wieder ein Bier, das mir im hiesigen Getränkemarkt über den Weg gelaufen ist. Es ist ein Export von den Bockbier-Erfindern aus Einbeck. Und wie es sich für ein richtiges Einbecker gehört ist es nicht ein gewöhnliches Export, sondern natürlich in der Bockbier-Variante stärker eingebraut.

„Ein echtes Export-Bier darf sich eigentlich nur so nennen, wenn es auch um die Welt gereist ist. Und das kann das Export Ur-Bock des Einbecker Brauhauses mit Fug und Recht behaupten.
Nicht nur, dass das Einbecker Bier von der Hanse ins Baltikum und nach Italien verschifft wurde – es wurde sogar nach Bayern transportiert. Schon im Jahr 1851 wurde Export Ur-Bock mit ganz besonderem Hopfen für einen kräftigen, einzigartigen Geschmack und mit etwas stärker eingebrautem Sud hergestellt. Dieses Bier war in aller Welt begehrt.“

Folgende Stationen machte das Einbecker Export auf seiner ersten Weltreise:

  • 1879 – Sydney
  • 1881 – Rio de Janeiro
  • 1886 – Kapstadt
  • 1895 – Hong Kong
  • 1897 – Guatemala

Auch wenn Einbecker u.a. durch die Fokussierung auf das Bockbiergeschäft inzwischen an Globalität eingebüßt hat, ist es dennoch deutschlandweit ein fester Bestandteil von Supermärkten, Getränkemärkten und Bierfachhandel. Mit über 130 Mitarbeitern und mehr als 500.000 hl Ausstoß ist die im 14. Jahrhundert gegründete und bis heute private Brauerei überdies ein bedeutender Akteur in der mittelständischen Bierproduktion.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Export
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Einbeck
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | helle Malzsüße, mild würzig, leicht getreidig, Karamell, etwas harzig, ölig
  | großer Körper, malzig-würzig, leicht hefig, strohig, leicht bitter, geringes Alkoholaroma, feinperlig, süßlich-würziger Abgang
  | Ein fast schon gewohnt hochqualitatives Bier der Bockbier-Experten. Interessant ist tatsächlich der Ansatz Export-Bock zu reaktivieren. Dabei zeigt sich auch, dass dies weniger mit dem aus den 1950ern bekannt gewordenen Export zu tun hat, als zu vermuten. Mir fehlt es dabei fast nur an ein wenig Balance zwischen Malzigkeit und Würzigkeit. 12 Pkt. (2+) sind wohl dennoch ein gutes Resultat.

 • https://www.einbecker.de/export-ur-bock.html

Prost & guten Abend! 🍻

503. Bierverkostung Zur Eule 04/19 – Brauerei 53

Bönnsch Pils Mosaic | Brauerei 53 Blond | Brauerei 53 Red | AleMania Milk Stout | AleMania Extra Special Bonner | St. Peters Cream Stout | Maisel & Friends + Tanker Freaky Wheat

Bonner Biere

Nachdem der letzte Biermontag ganz im Zeichen des Kölner Bieres stand, widmete  Biersommelier Markus Weick bereits zum dritten Mal einen Abend in der Brühler Eule den Bonner Bieren. Dabei gab es eine Auswahl von gleich drei Brauereien, wobei im Fokus die neue Brauerei 53 vom Stargast und Biersommelier-Weltmeister Stephan Hilbrandt und Kopf der ehemalige Marke Toms Hütte Thomas Kremer stand.

Während sich erster bei der letzten Biersommelier-Weltmeisterschaft in fünf Disziplinen zum Champion krönen konnte, gewann letzterer vor einem Jahr eine nette Summe beim Wer wird Millionär-Überraschungs-Special. Nachdem ihm nicht nur die Show, sondern auch der Erfolg seiner daraufhin ins Leben gerufene Marke mehr als überrascht hatte, beschloss er sich zu professionalisieren und Synergien zu nutzen. Um nicht nur gutes, sondern auch effizienteres Bier zu schaffen, schloss er sich mit Weltmeister Stephan und einem weiteren Hobbybrauer aus Bonn zusammen. Der Name der daraus entstandenen Brauerei bezieht sich dabei nicht nur auf die ersten zwei Ziffern der Bonner Postleitzahl, sondern auch auf die Kombination aus 5 Zutaten (Wasser, Malz, Hopfen, Hefe & Liebe) und den 3 Menschen hinter der Marke (Phil Jegger war krankheitsbedingt leider nicht zugegen). Gebraut wird seit Ende letzten Jahres zur Untermiete bei Fritz Wülfings AleMania in Beuel. Nach der Art der Brauerei gefragt, bezeichnen sich die drei gerne als Nano-Brauerei, da die maximale Kapazität pro Sud bei 2,5 hl liegt. Der bierige Fokus soll auf belgische Bierstile liegen, die zwar interessant, aber nicht zu extrem sein sollen. Damit versteht man sich als Ergänzung zum bereits bestehenden Angebot der Bonner Bierlandschaft.

Zunächst mal gab es aber zum warm werden das neueste Saison-Bier des Bönnsch: Ein mit Mosaic-Hopfen gestopftes Pils, wovon Markus ein Fass aus Bonn mitgebracht hatte, als er der Abfüllung beiwohnte. Wer das auch mal machen möchte, der kann sich bei Braumeister Gunnar Martens zum Brauseminar oder Verkostung anmelden (siehe unten).

Persönlicher Eindruck:
 sehr schön hopfig, sehr fruchtig, fast milchig, leicht herb
 mittelgroßer Köper, sehr herb, hopfig-fruchtig, buttrig, blumig, feinperlig-spritzig, herb-waldiger Abgang

Nun aber übernahmen Stephan und Tom die Bühne und erzählten über sich und die neue Brauerei. Dabei gab es eines ihrer bislang zwei Biere: Das Blond. Ein helles obergäriges Bier nach belgischer Brauart, dem neben Orangenschalen und Paradieskörner auch Zuckerrübensirup als Stärke- und Süßungsquelle hinzugefügt wurde.

Persönlicher Eindruck:
 gewürzig, leicht fruchtig, buttrig, hefig
 mittelkleiner Körper, hefig, malzig, leicht würzig, leicht hopfig, geringe Schärfe, matt, blumig-süßlicher Abgang

Das zweite Bier der Nano-Weltmeister-Brauerei ist ein Red Ale. Diesen eher auch britisch geprägten Bierstil haben die Bonner in eine etwas würzig-säuerlichen Richtung neu interpretiert. Zur Gärung wurde interessanterweise übrigens eine Kölsch-Hefe eingesetzt. Im in Kürze anstehenden nächsten Sud wird aber nochmals ein wenig an der Rezeptur gearbeitet.

Persönlicher Eindruck:
 sauer, leicht fruchtig & röstig, wenig malzig
 mittelkleiner Körper, säuerlich, wenig fruchtig, wenig röstig, matt, sauer-fruchtiger Abgang

Doch die Brauerei 53 kann nicht nur Bier. Ein bisschen inspiriert von der kleinen aktuellen Beliebtheitswelle haben sich Philipp (der dritte im Bunde) und Tom an ein Cider/Apfelwein herangetraut. Mit frischem Apfelsaft von Rheinisch Boon Äpfeln aus Frechen, Birkenzucker und einer Mischung aus deren wilden Hefen und einer Cider-Hefe ist ein ziemlich tolles Produkt herausgekommen. Mit einem relativ hohem Alkoholgehalt vom 8% sollte man davon allerdings leider nicht zu viel genießen.

Persönlicher Eindruck:
– sehr schön apfelig, leicht bitter und spritzig

Zum Abschluss der offiziellen Verkostung gab es dann noch eines der neuen Biere vom Vermieter Fritz Wülfing. Das Milk Stout von AleMania ergänzt das bereits jetzt gut bestückte Sortiment aus diversen IPAs, Gose und anderen Stouts.

Persönlicher Eindruck:
 sehr holzig, röstig, dunkelmalzig
 mittelgroßer Köper, cremig, holzig, süßlich, Karamell, Bonbon, malzig, wenig milchig, matt, holzig-süßer Abgang

Das Gesamtresultat in der Übersicht:

 

Im Anschluss gab es dann noch folgende besondere Köstlichkeiten in gemeinsamer Runde zu verkosten:

  • AleMania Extra Special Bonner
    – obergärig; 5%
    – Extra Special Bitter
    Käsefüße, buttrig, gemüsig
     mittelgroßer Körper, trocken-malzig, strohig, erdig, flach, süßmalziger-milchiger Abgang
    https://www.alemaniabonn.de/

  • St. Peters Cream Stout
    – obergärig; 6,5%
    – Real Ale aus St. Peters Hall in Suffolk
    – 80% Flaschenabfüllung, die Hälfte davon zum Export / Produktion von 80.000 Pints pro Woche
    holzig, malzig, röstig, leicht Karamell
     vollmundig, viel Karamell, etwas Zartbitter & Kaffee, röstig, cremig, öliger Abgang
    https://www.stpetersbrewery.co.uk/products/porters-and-stouts/cream-stout/

  • Maisel & Friends + Tanker Freaky Wheat
    – obergärig; 10,4%
    – „Wheat Wine“, da stark und mit Blanc-Hopfen versetzt
    – Kollaborations-Sud mit der estnischen Tanker Brewery
    – per Flaschenpost von Eva Ploß aus Bayreuth gekommen
    stark, alkoholaromatisch, würzig, hefig, waldig, gemüsig
     großer Körper, stark, weizig, hefig, etwas bananig, Karamell, Bonbon, feinperlig, süßmalziger Abgang
    https://maiselandfriends.com/biere/limited/maisel-tanker-freaky-wheat

Vielen Dank also nochmals an Markus, Stephan und Tom für den sehr interessanten Abend.
Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

Ein zusätzlicher Artikel zu weiteren Brauereien der Bonner Region: http://www.general-anzeiger-bonn.de/besser-leben/genuss/essenundtrinken/Diese-Biere-kommen-aus-Bonn-und-der-Region-article3901399.html?page=1

502. La Trappe Trappist Isid’or

Als vorerst letztes Bier aus unserem nordwestlichen Nachbarland kommt das Isid’or von La Trappe zum Zuge.

Der Name La Trappe stammt aus der französischen Abtei Notre-Dame de la Grande Trappe in der Normandie Soligny-la-Trappe. 1881 machten sich Trappistenmönche aus ebenjener Abtei in die Provinz Brabant auf und ließen sich in Koningshoeven nieder. Drei Jahre später begann auch der Braubetrieb der bis heute die Haupteinnahmequelle der Abtei bildet.

La Trappe ist eine der wenigen Brauereien der Welt die das offizielle ‚Authentic Trappist Product‘-Logo tragen dürfen, welches folgende Kriterien erfüllen muss:

  1. Das Bier muss in den Mauern eines Trappistenklosters gebraut werden, entweder von den Mönchen selbst oder unter ihrer Aufsicht.
  2. Die Brauerei muss im Kloster von untergeordneter Bedeutung sein und es sollte Zeuge der Geschäftspraktiken sein, die einer klösterlichen Lebensweise eigen sind.
  3. Die Brauerei ist nicht beabsichtigt, ein gewinnorientiertes Unternehmen zu sein. Das Einkommen deckt die Lebenshaltungskosten der Mönche und die Erhaltung der Gebäude und Grundstücke ab. Was auch immer bleibt, wird für die Wohltätigkeitsorganisation für soziale Arbeit gespendet und Menschen in Not gebraucht.

Und auch in Sachen Nachhaltigkeit verhält sich die Trappistenbrauerei vorbildlich: Es wird Gerste aus der Region verwendet, der Treber fürs Brotbacken wiederverwertet, Menschen mit Lernstörungen und/oder einer geistigen Behinderung eine Beschäftigung angeboten und sich für Ackerbau und Viehzucht in Uganda eingesetzt.

„Bruder Isidorus Laaber war der erste Braumeister der Onze Lieve Vrouw von Koningshoeven Abtei. Im Jahre 1884 begann er, Trappisten Bier zu brauen und legte den Grundstein für das Bier, das wir bis heute brauen. Eine weise Entscheidung, für die viele Bierliebhaber ihm dankbar sind. Das macht Bruder Isidorus zum Gründungsvater von La Trappe. Im Jahr 2009 wurde anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Trappistenbrauerei Bruder Isidorus mit seinem eigenen Bier geehrt: La Trappe Isid’or. Das Bier wurde so gut aufgenommen, dass es in unsere Standard-Kollektion aufgenommen wurde.“

Schöne weitere Besonderheit der Brauerei übrigens: Die Website ist auch auf deutsch vorhanden.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Belgisches Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Glukosesirup, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Berkel-Enschot (Niederlande)
Erscheinungsjahr. . .
2009

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________12
Fazit

  | würzig, karamell-malzig, waldig, harzig, spritzig
  | mittelgroßer Körper, dunkelmalzig, leicht holzig & röstig, sehr karamellig, wenig bitter-herb, matt-feinperlig, malzsüßer Abgang
  | Ein durchaus würdiger Repräsentant der Trappistenbiere, der sowohl Fans der belgischen Bierstile als auch neugierige Bierinteressierte anspricht. Für meinen Geschmack fast zu würzig, aber ohne die Karamell-Note zu überlagern. Schöner fände ich es nur, wenn anstelle des Glukosesirups eine natürlichere Stärkequelle Verwendung finden würde. Mir sind das damit heute fast sehr gute 12 Pkt. (2+) wert.

https://www.latrappetrappist.com/de/unsere-trappistenbiere/la-trappe-isidor/

Prost & guten Abend! 🍻

501. Brouwerij ‚t IJ Zatte

Zum Wochenstart geht es für mich weiter mit meinen Bieren aus den Niederlanden.

Das heutige Bier ist ein Tripel und stammt von der 1985 gegründeten Brauerei mit dem fast unaussprechlichen Namen. In Amsterdam beheimatet war es zum Gründungszeitpunkt noch eine der ersten Brauereien, die heute als sog. Craftbeer-Brauereien klassifiziert werden. Was heute gerade in Hollands größter Metropole völlig üblich ist, ist Mitte der 80er noch eine wirkliche Rarität. Damals wie heute bleibt es jedoch Ausdruck für den Wunsch nach mehr Handwerk, Qualität und Vielfalt. Der Name der Brauerei leitet sich übrigens vom ehemaligen Meeresarm und heutigen Kanal IJ ab, der Amsterdam in Nord und Süd trennt. Alle Biere des Standard-Sortiments sind zudem in Bio-Qualität gebraut.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Tripel
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Amsterdam (Niederlande)
Erscheinungsjahr. . .
1985

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___10
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | würzig-malzig, harzig-waldig, leicht Karamell
  | voller Körper, gewisses Alkoholaroma, hellmalzig, karamellig, etwas Bonbon, würzig, harzig, gering blumig, feinperlig, trocken-malziger Abgang
  | Ein überraschend mittelmäßiges Tripel aus der Hauptstadt der Niederlande. Für mich ist es zu würzig und auch für belgische Stilverhältnisse zu stark im Alkoholaroma. Dennoch spannend, da ein solches helles Tripel relativ selten anzutreffen ist. In Summe macht das 10,5 Pkt (2(-)).

https://www.brouwerijhetij.nl/zatte/?lang=en

Prost & guten Abend! 🍻

499. Braukunst Vorgebirge ^tausend

Zum Ende des Wochenendes schließt sich der Rahmen mit einem weiteren Bier meines Braumeisters Ralf vom Braukunst Vorgebirge aus Bornheim-Sechtem. Nach diversesten ProBier-Suden zeigte sich er zumindest schon sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Gebraut ist es mit Espressobohnen aus dem Land der tausend Hügel Ruanda.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Coffee-Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Espressobohnen, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bornheim-Sechtem
Erscheinungsjahr. . .
2019

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___6
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________12
Fazit

  | sehr kafeeig, dunkelmalzig, leicht röstig & holzig,
  | vollmundig, cremig, röstig, dunkelmalzig, leicht herb, waldig, Kaffee, feinperlig-matt, röstig-süßlicher Abgang
  | Erst im Verlaufe des Trinkens ist mir wieder eingefallen, dass ich ja eigentlich zuletzt etwas auf Kriegsfuß mit Kaffeebieren stand, da diese zu oft eine zu bittere Kaffeenote mitbrachten. Dass mir diese nicht schon beim ersten Schluck des Bieres, spricht schon alleine für die gute Qualität dieses Handwerksbiers. Auch wenn man dem Bier in der Tat eine gewisse fehlende Balance vorwerfen kann, ist es darüber hinaus echt gut gemacht. Weder zu bitter, noch zu röstig. Vor allem die Cremigkeit ist für eine Heimbrauprodukt hervorragend. Daher auch hier 11,5 Pkt. (2(+)).

https://www.braukunst-vorgebirge.de

Prost & guten Abend! 🍻

Blogbier, die XLVI. – Mama frei

Im Rahmen eines Wochenendkurzurlaubs mit meiner Familie haben es folgende Biere auf die Liste geschafft:

Tasting-Notizen:

  • Franziskaner Helles:
    – 11.8°P; 6%; untergärig
    – dieses Jahr eingeführte Sortimentserweiterung des Weißbierherstellers
      süß, buttrig, hellmalzig, hefig, ganz leicht herb
    mittelkleiner Körper, würzig, herb, hefig, gering malzig, getreidig, feinperlig, herb- süßer Abgang
    https://www.franziskaner-weissbier.de/unsere-biere/helles
  • Bayern Bräu Helles Vollbier:
    – 4,8%; untergärig
    – von Tucher in Fürth/Nürnberg gebraut
    dünn, säuerlich, gemüsig, würzig
      mittlerer Körper, leicht säuerlich, hellmalzig, würzig, gemüsig, leicht holzig, feinperlig, dünner Abgang
  • Herren Premium Pils:
    – 4,9%; untergärig
    – produziert für Getränke Hoffmann aus dem brandenburgischen Blankenfelde-Mahlow
    herb, hefig, bananig, malzig
      mittelgroßer Körper, malzig, hefig, leicht bananig, getreidig, feinperlig, süß malziger Abgang
    https://www.getraenke-hoffmann.de/

Vielen Dank auf diesem Wege an meine Schwiegereltern für das tolle Wochenende.

498. Braukunst Vorgebirge Emotion Ale

Vor meinem bevorstehenden Familienwochenende möchte ich noch ein Geschenk proBieren, dass mir mein Lehrmeister Ralf im Gegenzug zu meinem aktuellen Cerevisia M – 10-Korn-Neo-Alt [Bericht folgt in Kürze] mitgebracht hat. Eigentlich für seine Tochter gebraut, traue ich mich fast nicht es zu veröffentlichen, da es eine der letzten Flaschen des limitierten Suds ist.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . India Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bornheim-Sechtem
Erscheinungsjahr. . .
2019

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___7
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________10
Fazit

  | sehr blumig-fruchtig nach Birne, Mango, Litschi & Maracuja, leicht nach Laktose, würzig, waldig, etwas gemüsig
  | mittelgroßer Körper, würzig, hellmalzig, hopfig-herb, leichte Fruchtigkeit, matt-feinperlig, mild bitter-herber Abgang
  | Das Emotion Ale ist in der Nase wirklich mehr als wettbewerbsfähig und muss sich in keinster Weise vor der (semi-)professionellen Konkurrenz verstecken. Auf der Zunge hingegen fehlt es noch ein wenig an Balance. Interessant ist die Vermengung von malzsüßen, herben, fruchtigen und bitteren Elementen. Gerne hätte ich mir aber auch hier mehr Fokus auf die originär hopfigen Noten gewünscht, die hier etwas ins Hintertreffen geraten. Für ein Hobbybrau-IPA jedoch wirklich mehr als ordentlich und mit 11,5 Pkt (2(+)). auch in der Gesamtwertung konkurrenzfähig.

https://www.braukunst-vorgebirge.de

Prost & guten Abend! 🍻

497. Maisel & Friends Alkoholfrei

Nach kurzer (auch Biermontags-bedingte (ich werde berichten)) Pause geht es hier und heute weiter im Thema Bier. Das heutige Bier ist wieder einmal freundlicherweise eine Flaschenpost von Eva Ploß aus Bayreuth. Und es ist ausnahmsweise alkoholfrei. Maisel & Friends nimmt dabei den aktuellen Trend mit und ergänzt sein Standard-Sortiment nun auch um ein alkoholfreies „Craftbier“. Im Stile eines Pale Ales ist hier die Gärung vorzeitig abgebrochen worden, um so noch im alkoholfreien Bereich zu liegen.

„Aufregend. Anders. Alkoholfrei.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  7.75°P
Alkoholgehalt. . . . . . 0,4%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bayreuth
Erscheinungsjahr. . .
2019

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________12
Fazit

  | sehr blumig-fruchtig, leicht waldig, etwas erdig, etwas Hopfebittere, gering buttrig
  | schlanker Körper, sehr blumig, hopfenfrisch, herbe Fruchtigkeit, gering gemüsig, feinerperlig-matt, leicht künstlich süßer Abgang
  | Ein insgesamt wirklich sehr tolles alkoholfreies Pale Ale, das mal wieder beweist, dass Qualität und Geschmack nicht vom Alkoholgehalt abhängt. Neben dem Riegele IPA Liberis für mein Dafürhalten eines der besten alkoholfreien „Craft“-Biere. Eine leicht künstlich süßliche Note, eine gewisse Gemüsigkeit und ein nicht ganz durchschlagendes nasales Erlebnis sind die einzigen Kritikpunkte an diesem Bier. Deshalb völlig verdient 13 Pkt. (1-).

https://maiselandfriends.com/biere/session/alkoholfrei/

Prost & guten Abend! 🍻

Blogbier, die XLV. – EMH II.

Im Rahmen des Besuchs von Nils zum Geburtstag seines Patenkindes haben es folgende Biere auf die Liste geschafft:

Tasting-Notizen:

  • Edel Export Hell:
    – 5,4%; untergärig
    – gebraut durch Tucher in Fürth/Nürnberg
      süß, buttrig, hellmalzig, hefig, ganz leicht herb
    mittelkleiner Körper, würzig, herb, hefig, gering malzig, getreidig, feinperlig, herb- süßer Abgang
  • Lederer Pils:
    – 5,1%; untergärig
    – die Marke gehört zum Lederer Bierkontor – einem der ältesten Unternehmen Nürnbergs
    – ebenfalls durch Tucher gebraut
    dünn, säuerlich, gemüsig, würzig
      mittlerer Körper, leicht säuerlich, hellmalzig, würzig, gemüsig, leicht holzig, feinperlig, dünner Abgang
  • Rosenheimer Märzen:
    – 13.5°P; 5,6%; untergärig
    – von der 1543 gegründeten Brauerei Flötzinger
    herb, hefig, bananig, malzig
      mittelgroßer Körper, malzig, hefig, leicht bananig, getreidig, feinperlig, süß malziger Abgang
    https://www.floetzinger.de/produkt/floetzinger-maerzen
  • Das Echte:
    – 13.3°P; 6,7%; obergärig
    – vom 1878 entstandenen Schwaben Bräu
    – als erstes Bier Deutschlands wird es 1897 motorisiert ausgeliefert
    – 2007 wird das Unternehmen durch einen Nachfahren der in den 90ern fusionierten Dinkelacker-Brauerei  re-privatisiert
    hellmalzig, leicht säuerlich, harzig, etwas gewürzig
      mittelkleiner Körper, hellmalzig, würzig, herb, feinperlig, herb harziger Abgang
    https://www.schwabenbraeu.de/sortiment.html
  • Neuzeller Stout Beer:
    – 8,1%; obergärig
    – Imperial Porter von der heutigen Familienbrauerei mit klösterlichen Wurzeln bis 1416
    – bekannt durch eine Vielzahl kreativer Biere, die manchmal übers Ziel hinaus schießen
    rotmalzig, süßlich, harzig, Karamell
      mittelgroßer Körper, malzig, Karamell, ganz leicht bitter-holzig feinperlig, süßlich karamelliger Abgang
    https://www.klosterbrauerei.com/shop/Produkte/Imperial-Porter/193
  • Beura Bockbier:
    – 18.5°P; 7,8%; untergärig
    – von der Osnabrücker Kreativbrauerei (est. 2016)
    – Limited Edition 2018: barrel-aged im Tequilafass
    sehr hopfig fruchtig nach Grapegruit, Litschi und Ananas, hellmalzig, harzig, buttrig, grasig, leicht herb
      mittelgroßer Körper, herb-grasig, dumpf fruchtig, hopfig-herb, matt, herb-hopfiger Abgang
    https://www.beura.de/http-www-beura-de/
  • Detmolder Kellerbier:
    – 11°P; 4,8%; untergärig
    – gebraut von der 1853 gegründeten Privat-Brauerei Strate, die von drei Frauen geführt wird
    fruchtig, hopfig, grasig, Citra, hellmalzig, waldig
      kleiner Körper, bitter, grasig, herb, gering fruchtig, matt, fruchtig herber Abgang
    https://brauerei-strate.de/unsere-biere/#detmolder-kellerbier

Vielen Dank auf diesem Wege an Nils für seinen Besuch, die Biere und die wie immer tollen Gespräche.

496. Brand IPA

Weiter geht es in meiner kleinen Reihe niederländischer Biere, die noch aus meinem Jahresauftaktfamilienurlaub mitgenommen hatte.

Heute an der Reihe: Das India Pale Ale der Marke Brandt. Zum Heineken-Konzern gehörig, bietet diese meiner Meinung nach trotzdem noch eine recht passable Qualität an. Als Hopfen kamen Cascade, Amarillo und Citra zum Einsatz. Das interessante an diesem IPA ist jedoch, dass es im Rahmen eines Brauwettbewerbs von einem Hobbybrauer entwickelt wurde.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . .  16.3°P
Alkoholgehalt. . . . . . 7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Wijlre (Niederlande)
Erscheinungsjahr. . .
2014

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________7
  • Geschmack:__________________10
Fazit

  | leicht oxidiert, gemüsig-säuerlich, leicht würzig & nussig, gering harzig
  | mittelgroßer Körper, mild malzig, würzig-bitter, hopfig-herb, süßlich-sauer, leicht karamellig, feinperlig, bittersüßer Abgang
  | Nachdem ich durch den nasalen Eindruck schon Angst bekommen hatte, bin ich doch noch am Gaumen positiv überrascht worden. Obwohl es sich noch in der MHD-Range befindet habe ich dennoch das Gefühl, dass es schon etwas drüber ist. Warum IPA-untypisch hier die Hefe rausgefiltert wurde ist mir auch nicht ganz erklärlich. Insgesamt ist es nicht das schlechteste IPA, aber immer noch mit viel Luft nach oben: 9 Pkt. (3+).

https://www.brand.nl/onze-bieren/ipa

Prost & guten Abend! 🍻

495. Grolsch Kornuit

Anfang des Jahres war ich mit der Familie auf Wochenendurlaub in Brabant. Dort habe ich einige Biere mitgenommen, die ich Euch nun in den kommenden Tagen vorstellen möchte.

Den Anfang macht ein Bier, für das ich mal wieder eine Ausnahme mache. Denn normalerweise nehme ich hier auf Bierjubiläum ja Abstand davon den industriellen Fernsehbieren eine Plattform zu bieten. Doch das Grolsch Kornuit hat mich davon überzeugt, es in die Reihe der wenigen Ausnahmen aufzunehmen, da es ein mit Columbus und Cascade gehopft ist.

Auch wenn meine Erwartungen recht niedrig sind lasse ich mich gerne von diesem Bier überraschen.

(Kornuit bedeutet übrigens auf deutsch so viel wie Kollege oder Kamerad.)

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pilsener
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Boekelo (Niederlande)
Erscheinungsjahr. . .
2013

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________9
  • Geschmack:__________________7
Fazit

  | gemüsig, grasig, strohig, etwas würzig, hellmalzig
  | schlank, malzig, grasig, leicht würzig, gering waldig, wenig hopfig-herb, matt-feinperlig, herb-süßer Abgang
  | Ein Bier, was fast nicht wehtut, aber sonst nicht wirklich auffällt. Es ist zwar charakterstärker als die Hauptmarke, bleibt aber dennoch hinter den eigenen Erwartungen zurück. Definitiv trinkbar, aber mit wenig Inspiration und Ausdrucksstärke. Die Hopfen kommen relativ zu anderen internationalen Lagern durchaus durch, bleiben aber im Hintergrund und überlassen einer eher nichtssagenden grasigen Malznote den Vortritt. Mir ist das alles zu blass, weshalb der Zeiger bei 7 Pkt. (3-) stehen bleibt.

https://www.ontdekkornuit.nl/kornuit-bier.html

Prost & guten Abend! 🍻

494. Maisel & Friends Hopfenreiter 2019

Nachdem mich streng genommen nun bereits die dritte Flaschenpost von Maisel & Friends erreichte, möchte ich euch heute wenigstens eine davon präsentieren. Es handelt sich um den diesjährigen Hopfenreiter. Ein Projekt, bei dem Maisel bereits im vierten Jahr zu einem Kollaborations-Sud ausruft. Jedes Mal kommen andere Brauereien und bringen für das Double-IPA ihre ausgewählten Hopfensorten mit. Diesmal am Start:

  • El Dorado von ÜberQuell (D)
  • Comet von Tilmans Biere (D)
  • Ekuanot von Sudden Death Brewing (D)
  • Citra von Brouwerij De Molen (NL)
  • Moutere von Tiny Rebel Brewing (GB)
  • Azacca von Maisel

Double IPA Hopfenreiter 2019

Ein Bier also, das seinem Namen Maisel & Friends mehr als gerecht wird…

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Double-IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  18.8°P
Alkoholgehalt. . . . . . 8,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bayreuth
Erscheinungsjahr. . .
2019

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________13
Fazit

  | sehr sehr cremig-fruchtig nach Grapefruit, Ananas, Mango & Limette, grasig-waldig
  | großer Körper, leicht ölig, malzig-würzig, sehr hopfig, fruchtig, waldig, leicht bitter, leichte Schärfe, feinperlig, hopfenbitterer leicht süßlicher Abgang
  | Ein mal wieder wirklich gutes Hopfenreiter-Werk. Sicher nichts für Craftbier-Beginner, aber gerade für Fortgeschrittene ein interessantes (Double-)IPA, das mannigfaltige Hopfenaromen bietet. Ob dies bereits zu viele Aromen sind, kann ich nicht beurteilen. Für meinen Gaumen ist es mal wieder eine willkommene Abwechselung, sich wieder mit den vielfältigen Facetten des Hopfens auseinanderzusetzen. Verdientermaßen ergeben das sehr gute 13 Pkt. (1-).

https://maiselandfriends.com/biere/limited/hopfenreiter-2019/

Prost & guten Abend! 🍻

493. Wacken Ullr Julbock

Kurz vor Ende des astronomischen Winters und dem hoffentlichen Einsetzen des Frühlings, möchte ich mit dem heutigen Bier nochmals auf die kalte Jahreszeit zurückblicken.

„Ob Sonnenwende, Julfest, Weihnachten, Mittwinter oder Rauhnächte, die Menschen des Nordens haben sich jeher die dunkle Jahreszeit mit feierlichen Höhepunkten erhellt.
Nicht fehlen darf dabei natürlich der treffliche Trank.
Unser winterliches Bockbier ist Ullr gewidmet, dem nordischen Gott des Winters und der Jagd. Obwohl er von einem Eisriesen abstammt, gehört er, als Ziehsohn Thors, zu den Asen.“

Gebraut wird es von der der 2016 gegründeten Craft-Brauerei aus Holstein, deren Name und Herkunft auch international vom bekannten Metal-Festival profitiert. Dies führte dazu, dass die Marke inzwischen zum Standardsortiment vieler Bierfachhändler geworden ist. Zur Produktpalette der Beer of Gods gehört eine bunte Mischung diverser Bierstile, die jedoch allesamt nordisch (und mystisch) angehaucht sind.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Heller Bock
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  16°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Wacken
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________13
Fazit

  | würzig, malzig, waldig, harzig, Lakritz, Karamell, leicht buttrig
  | mittelgroßer Körper, hellmalzig, würzig, bittersüß, harzig, waldig, Nelke, Anis, recht cremig, feinperlig-spritzig, herb-würzig-süßer Abgang
  | Endlich mal wieder ein Bier mit Tiefgang. Auch wenn es sicher noch etwas malziger und weniger bitter hätte sein können, bietet es eine Vielfalt an Geruchs- und Geschmacksnoten, die mir durchaus sehr gefallen. Insgesamt hat es einen waldigen Charakter, der gut zur bitteren Süße passt. Knapp aber verdient sind das dann 13 Pkt. (1-).

https://www.wacken.beer/ullr/

Prost & guten Abend! 🍻

492. Orkney Brewery Dark Island

Vor 5000 Jahren wurden die Orkney-Inseln im Norden des schottischen „Festlands“ erstmals besiedelt. Vor deutlich weniger Jahren etablierte sich an den Städten dieser  neolithischen Siedlungen von Skara Brae eine Brauerei, die es auf den internationalen Markt geschafft hat. Durch das höhere Qualitätsbewusstsein und der Verbundenheit zur Regionalität in Großbritannien gehört die unscheinbare Brauerei aus dem höchsten Norden Europas inzwischen auch zum Standard-Sortiment im kontinentalen Bierfachhandel.

Heute am Start, das Flaggschiff von Orkney:

„Dark Island is an iconic beer: The Orkney Brewery’s flagship beer.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Dark Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Quoyloo (Schottland)
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________14
  • Geschmack:__________________8
Fazit

  | sehr cremig, karamellig, harzig, Bonbon, etwas Lakritz, holzig-grasig, würzig-malzig
  | mittelkleiner Körper, dunkelmalzig, röstig, holzig, etwas Karamell & Lakritz, leicht bitter, feinperlig-matt, bittersüßer Abgang
  | Ähnlich wie gestern wurde ich erst mit einem olfaktorischen Genusserlebnis gelockt, um dann wieder auf den gustatorischen Boden der Tatsachen zurückzukehren. Auch hier ist der Unterschied zwischen Nase und Gaumen frappierend. Sicher bin ich auch etwas anspruchsvoller geworden, dennoch fehlt es mir wie so oft auch hier an Balance und einer klaren Linie. Für den leichten dunklen Genuss ist das Dark Island Ale aber sicher gut geeignet: 11 Pkt. (2).

 • https://www.orkneybrewery.co.uk/beer/dark-island

Prost & guten Abend! 🍻

491. Hellers Alt

Nach so viel Kölsch letzte Woche muss es jetzt wieder mal ein Altbier sein. Doch wie es passender nicht sein könnte habe ich heute endlich das Vergnügen eines der ganz wenigen Altbiere zu verkosten, das in der verbotenen Domstadt gebraut wird. Definitiv ist es auf jeden Fall das einzige Alt aus Köln in Bio-Qualität.

1991 gegründet stellt die Brauerei Heller seit jeher ausnahmslos Bio-Biere her und braut ausschließlich obergärige Bierspezialitäten wie Kölsch, Weizen und eben das Alt. Seit 1996 gibt es Kwartier Latäng auch ein Brauhaus mit Restaurant und Veranstaltungsräumen.

„Eine Kölner Brauerei mit einem Altbier? Aber natürlich, denn diese Spezialität wurde früher auch in Köln gebraut, eben nach alter Tradition. „

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Alt
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Köln
Erscheinungsjahr. . .
1991

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________9
Fazit

  | leicht metallisch, karamellig, holzig, Lakritz, leicht dunkel-fruchtig, sehr cremig
  | mittelkleiner Körper, holzig, leicht röstig, flach malzig, gering karamellig, etwas Süßholz, feinperlig-matt, mild süß-röstiger Abgang
  | Es ist schon ein tolles Gefühl ein Alt aus Köln zu proBieren. Als Alt-Fan und Kölsch-Kritiker umso mehr. Leider flacht der Geschmack aber besonders nach dem sehr guten intensiven Eindruck in der Nase etwas ab. Dennoch ein mehr als empfehlenswertes Bier: 12 Pkt. (2+).

 • https://www.hellers.koeln/hellers-biere/#alt

Prost & guten Abend! 🍻

490. Bierverkostung Zur Eule 03/19 – 33 Jahre Kölsch Konvention

3 Cordilleras Mestiza | Phuket Lager | Braunschweiger Segelschiff-Mumme

1986-2019: 33 Jahre Kölsch Konvention

Nach über zweieinhalb Jahren Vorbereitung feierte Biersommelier Markus Weick diese Wochen nun endlich in der Brühler Eule 33 Jahre Kölsch Konvention. Am 06. März 1986 von allen damals existierenden  Kölsch-Brauereien verabschiedet regelt es bis heute wer, wo und wie das Kölner Kultgetränk gebraut werden darf.

Bis heute existiert eine recht große Kölsch-Markenvielfalt. Wenngleich viele auch nicht (mehr) als eigene Brauerei agieren und u.a. zur Radeberger-Gruppe gehören ist es für einen derart lokalen Bierstil dennoch bemerkenswert, wie breit man aufgestellt ist.

Die mir größte bekannte Sammlung nicht mehr existenter Kölsch-Marken beherbergt die Brühler Eule. Gerade als Nicht-Kölner war ich mehr als überrascht, was die Kölsch-Geschichte so alles hergibt.

Im Rahmen des Kölsch-Projekts, bei dem Markus bis zu diesem Jubiläum jeden Monat immer ein neues Kölsch vorgestellt hat, haben es alle derzeit noch lebendigen und verfügbaren Kölsch-Marken auf die Liste geschafft:

Blindverkostung

Zur Feier der 33 Jahre Kölsch-Konvention hatte sich Markus derweil eine besonders interessante Idee einfallen lassen. Anstatt einfach zum Bier zu philosophieren, gab es eine Blindverkostung zwischen verschiedenen marktgängigen Kölsch sowie dem lokalen Bischoff und als Test auch ein Augustiner Hell. Wie bereits beim letzten Biermontag festgelegt, haben es folgende 5 Kölsch in die Auswahl zur Blindprobe geschafft:

Nach und nach wurden nun die Gläser befüllt und die Blindprobe konnte starten. Besonders herausfordernd war aus meiner Sicht sechs verschiedene Geruchsproben mit sechs verschiedenen Geschmacksproben zueinander zu bringen. Dabei wurde das Bischoff noch am einfachsten erkannt, während selbst das Augustiner zwischen den anderen Kölsch unterging. Auch aufgrund dessen war selbst das doch eher auffällige Gaffel relativ schwer zu identifizieren.

Mein leider recht bescheidenes Resultat könnt ihr folgender Übersicht entnehmen:

UNTAPPD

Parallel zur Blindverkostung machte Markus auch nochmals auf die App Untappd aufmerksam, bei der Biere nicht nur bewertet, sondern auch lokalisiert werden können.

Nicht nur für den Sieger brachten Julia und Rolf vom Alten Bahnhof Frechen dann noch als Belohnung ihr Kölsch „Fienchen“ als Gastgeschenk mit.

Im Anschluss gab es dann noch folgende besondere Köstlichkeiten in gemeinsamer Runde zu verkosten:

  • 3 Cordilleras Mestiza
    – obergärig; 4,8%
    – American Pale Ale
    – von der 2008 gegründeten kolumbianischen Craftbrauerei aus Medellín / Antioquia
    waldig, grasig, hopfig-hell-fruchtig
    schlank, gewürzig, waldig, wenig malzig, Rosmarin-Thymian, feinperlig-matt, gewürziger Abgang
    http://www.3cordilleras.com/nuestras_cervezas.html

  • Phuket Lager
    – untergärig; 5%
    – mit thailändischem Jasmin-Reis gebraut
    – gebraut für die thailändische Tropical Beverage aus Bankgok von der Phnom Penh Brewery im kambodschanischen Samaky Meanchey
    fruchtig, wenig malzig, kaum grasig
     süffig, sehr fruchtig, süßlich, gering grasig, künstlich-fruchtiger Abgang
    https://en.wikipedia.org/wiki/Phuket_Beer

  • Braunschweiger doppelte Segelschiff-Mumme
    – obergärig; 5,4%
    – historischer Bierstil aus Braunschweig, der jahrzehntelang ausgestorben war
    – von der Nettelbeck KG, die auch Mumme-Malzextrakt u.w. herstellt
    sehr karamellig, Lakritz, Süßholz, waldig
    vollmundig, karamellig, dunkelmalzig, süßlich, etwas würzig, matt, süßer Abgang
    http://www.bs-mumme.de/content/home

Vielen Dank also nochmals an Markus für den sehr interessanten Abend.
Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

489. Dirndl Bräu Schürzenjäger

Nachträglich zum internationalen Frauentag stelle ich Euch heute ein Bier vor, das gewissen Seltenheitswert hat. Denn hinter der letztes Jahr entstandenen neuen Marke Dirndl Bräu stecken die vier Brauerinnen Antje Leisler, Steffi Meyer, Liesa Pfützenreiter und Sylvia Tromba. Alle vier Damen entstammen dem Gräflichen Hofbrauhaus Freising, wo sie auch ihre neuen Kreativsude brauen. Der erste auf den Markt gebrachte ist der heutige Schürzenjäger – ein sogenanntes India Pale Lager. Also ein kalt gehopftes untergäriges Bier. Die vier Dirndl haben dabei auf Hallertauer Tradition, Citra, Mandarina Bavaria und Callista zurückgegriffen. Geballte Frauen- und Hopfenpower also.

„Fruchtig, hopfig, frech.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . India Pale Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Freising
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________8
  • Geschmack:__________________9
Fazit

  | säuerlich-fruchtig, malzig, würzig, grasig, harzig
  | mittelkleiner Körper, malzig, leicht holzig, fruchtig-hopfig, leicht herb & bitter, etwas würzig, waldig, feinperlig, herb-süß-sauer-grasiger Abgang
  | Ein interessantes Erstlingswerk der vier Brauerinnen, das nicht nur einen Stil bedient, der bislang kaum auf dem Markt in Erscheinung getreten ist, sondern diesen auch noch sehr individuelle interpretiert. Dieses kaltgehopfte Rotbier zeichnet sich durch eine interessante Verknüpfung von (säuerlich-)fruchtigen und malzig-herben Noten aus. Für meinen Geschmack ist es aber zu unausgewogen und ausgleichend. Trotzdem sind es am Ende gute 9 Pkt. (3+).

 • https://www.dirndl-braeu.bayern/das-bier/

Prost & guten Abend! 🍻

488. Zum Löwenbräu Schwarzer Löwe

Nach dem vorgestrigen 1747 Dunkel folgt nun heute das zweite Bier der Familienbrauerei Zum Löwenbräu aus dem Bierland Franken. Es kommt aus der Spezialbier-Reihe, die sechs unterschiedliche saisonal wechselnde Löwen-Biere beinhaltet.

Braumeister und Geschäftsführer Günter Wirth hatte mir nun den schwarzen Löwen zur Verfügung gestellt, der in den Monaten Januar und Februar ausgeschenkt wird und den ich natürlich gerne für Euch verkoste.

„Schwarz wie die Nacht erwartet Sie dieses selbstbewusste Bier mit seinen kräftigen Malz- und Röstaromen. Typisch fränkisch, voller Ehrgeiz und Charakter tritt es an, um Ihre Brotzeit oder den Sonntagsbraten zu bereichern.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Schwarzbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12.8°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Adelsdorf-Neuhaus
Erscheinungsjahr. . .
1747

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | dunkelmalzig, Karamell, buttrig, leicht waldig, wenig röstig
  | vollmundig, dunkelmalzig, leicht röstig, etwas würzig, leicht Malzsüß, gering grasig, feinperlig, trocken-malziger Abgang
  | Auch der Schwarze Löwe ist wirklich sehr gelungen. Wenngleich für ein Schwarzbier schon sehr mild, kommt es mir persönlich durchaus entgegen. Grundsätzlich hätte ich mir aber mehr würzige und röstige Noten gewünscht, wodurch mit 12,5 Pkt. (2++) knapp eine Top-Bewertung verpasst wird.

 • https://brauerei-zum-loewenbraeu.de/sortiment/biere

Prost & guten Abend! 🍻

487. Zum Löwenbräu 1747 Dunkles

Die kommenden zwei Rezensionen möchte ich gerne auf Biere verwenden, die mir freundlicherweise Braumeister, Geschäftsführer und Inhaber der Brauerei Zum Löwenbräu Günther Wirth zur Verfügung gestellt hat.

Die Geschichte der Brauerei aus Neuhaus bei Adelsdorf (etwa 20 Minuten westlich von Forchheim zwischen Bamberg und Nürnberg) ist fest verknüpft mit der Familie Wirth. Johann Adam Wirth war es, der 1747 Brauerei, Büttnerei, Gastwirtschaft und Landwirtschaft entstehen ließ. Seither haben sich alle nachkommenden Familienmitglieder in diesen Berufsfeldern verwirklicht. Heute – also mehr als 250 Jahre später – wird die Brauerei in der 10. Generation geführt und hat sich selbst im hart umkämpften Biermarkt deutschlandweit durchsetzen können.

Die klassisch traditionelle Braukunst fränkischer Bierstile in möglichst handwerklicher Weise trifft dabei offenbar den Geschmack der hiesigen Biertrinker, die vor allem Qualität und Authentizität wieder mehr zu schätzen wissen. Zumal die Braugerste ebenfalls vom familiären Betrieb stammt. Mein heutiges Bier ist DAS Aushängeschild des bierigen Frankenlands und ist auch für mich der Geschmack, den ich mit dieser Region verbinde: Das (alt-)fränkisch Dunkel.

„Unser altfränkischer Kellertrunk, ein Bier wie dunkles flüssiges Brot.“

Neben Bier produziert die Familienbrauerei übrigens auch sehr interessante Bierbrände.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Fränkisch Dunkel
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Adelsdorf-Neuhaus
Erscheinungsjahr. . .
1747

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | dunkelmalzig, leicht Karamell, mittelröstig, holzig, waldig, würzig, buttrig
  | voller Körper, cremig, dunkelmalzig, holzig, leicht röstig, etwas Karamell, gering würzig & waldig, feinperlig, trocken-malzsüßer Abgang
  | Ein durchaus würdiger Vertreter Frankens. Die röstig-karamelligen Malznoten entsprechen den Erwartungen an ein Fränkisch Dunkel. Und auch sonst kommt das 1747er Dunkle mit einer recht guten Qualität daher. Mir ist es in der Spitze etwas zu unausgewogen und unfokussiert. Die 12 Pkt. (2+) gehen wohl aber dennoch voll in Ordnung.

 • https://brauerei-zum-loewenbraeu.de/sortiment/biere

Prost & guten Abend! 🍻