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Urlaub an der ostfriesischen Nordsee, die II.

Vor zwei Jahren war ich bereits einmal mit meiner Familie an der ostfriesischen Nordseeküste. Dieses Jahr zog es uns mit Kind #3 im ersten Teil meiner letzten Elternzeit erneut dorthin. Ich nutzte die Gelegenheit, um meinen Biervorrat mal etwas zu tilgen. Auf den Plan standen neben diversen Discounter-Craftbieren auch nicht gelistete Biere aus den dortigen Märkten.

Bierfacts:

 

Vielen Dank im Zuge dessen auch an dieser Stelle nochmals an die beste Familie der Welt für diesen tollen Bauernhof-Nordsee-Urlaub.

Weitere Infos auch unter: http://www.ostfriesland.de/mein-ostfriesland/bummeln-und-kulinarik/regionale-spezialitaeten/bierkultur/ostfrieslands-brauereien.html?Brauereien=.

Bierjubiläum Krone 2019

Das Jahr 2019 liegt nun bereits hinter uns, doch dennoch möchte ich es nochmals auf besondere Weise Revue passieren lassen. Und da ich eben nicht nur einfach Bier trinke, sondern mir dazu auch immer reichlich Notizen mache, möchte ich heute bereits zum dritten Mal diejenigen Biere prämieren, die mich in diesem Jahr ganz besonders überzeugt haben. Dabei ist mir die Auswahl in bestimmten Bereichen wie immer nicht leicht gefallen, da ich ja grundsätzlich schon dazu neige hochqualitative Biere zu probieren, sodass es selbst an der Spitze recht eng ist. Neben der Auszeichnung des besten Bier des Jahres, möchte ich aber auch gerne noch weitere Biere in fünf zusätzlichen Kategorien hervorheben, die in besonderer Weise auf sich aufmerksam gemacht haben.

Kommen wir aber nun erst mal zu den besten Einzelbieren. Basis der Auswahl waren die kontinuierlich geführten Bewertungen, die ich bei jeder Rezension aufstelle, sowie darüber hinaus besonders in Erinnerung gebliebene Biere außerhalb der Einzelrezensionen.
Eines dieser Biere, die sich in meinem Biergedächtnis gebrannt hat, ist der diesjährige Sieger der Bierjubiläum-Krone. Verkostet habe ich es auf dem ersten Craftbeer Festival Cologne. Gebraut wird es von der letzten Brauerei des Vulkanstollens in Mendig in der Eifel. Außer von mir wurde es bereits vielfach an anderer Stelle als bestes Bier seines Stils ausgezeichnet. Normalerweise in der Flasche nur für einen meiner Geldbörse nach ziemlich hohen Preis zu erstehen, hatte ich Glück es auf dem Festival zu kleinerem Geld proBieren zu können. Platz 1 in der Gesamtwertung für 2019 geht an das Vulkan Bourbon Barrel Doppelbock.
Der aufmerksame Leser wird festgestellt haben, dass es neben einigen Bewertungen von 13 bzw. 13,5 von 15 Pkt. nur eine Rezension geschafft hat die diesjährige Bestmarke von 14 Pkt. zu knacken. Und dies quasi mit dem Schlusspfiff in der allerletzten Rezension des Jahrzehnts. Dementsprechend leicht fiel dann auch die Vergabe der Silbermedaille. Sie geht an BrewDog vs. To Øl Mercurial Mælk – einem Imperial Stout mit Haferflocken, Kakao und Laktose.
Etwas schwerer ist es mir die diesjährige Bronzemedaille gefallen. Hier gab es eine Auswahl von drei Bieren mit der Endnote 13,5 Pkt. Wie in jeder guten Jury hat bei mir letztlich wieder das Bauchgefühl entschieden…  Und das fiel auf ein Bier, das mir ein Freund aus der Schweiz geschickt hatte. Es wird alljährlich zum Altstadtfest in Appenzell gebraut und enthält neben Wacholder, Koriander und Ingwer auch eine Frucht die mit gleich mehreren Namen daherkommt: Zitronatzitrone, Cedrat, medischer Apfel, Cedrizitrone, Zedernapfel, Cedernfrucht oder Zedrat-Zitrone. Zudem ist es doppelt obergärig vergoren. Platz 3 in diesem Jahr geht also an das Appenzeller Hofer Brauw.
Hier also nun das verdiente Siegertreppchen:

Diese neun Biere (allesamt mit mindestens 12,5 Pkt. bewertet) komplettieren schließlich die Top Twelve – sortiert in alphabetischer Reihenfolge:

Neben den Bieren möchte ich an dieser Stelle aber auch die drei „besten“ Brauereien meines persönlichen Bierjahres auszeichnen. Auch wenn hier kein so eindeutiger Bewertungsschlüssel wie zuvor vorliegt, sind mir einige Brauereien im zurückliegenden Jahr aus ganz unterschiedlichen Gründen in Erinnerung geblieben.
Die Goldmedaille der Brauereien des Jahres 2019 geht dabei für mich an Gaffel. Die private Kölschbrauerei aus der Domstadt hat im Jahre ihres 111-jährigen Jubiläums nicht nur tolle und interessante Bierprojekte wie das Viking Kölsch gestartet sondern war mit ihrem Pressesprecher Michael Busemann auch Initiator des Kölner Craftbeer Festivals.
Silber verleihe ich der Störtebeker Braumanufaktur stellvertretend für den Sieg ihrer Pressesprecherin Elisa Raus bei den letzten Weltmeisterschaften der Biersommeliers im italienischen Rimini.
Platz 3 und Bronze geht an Maisel & Friends aus dem schönen Bayreuth. Nicht nur hat mich Eva Ploß unterjährig immer wieder mit kostenlosen Bierlieferungen bestochen, die dann auch noch super schmeckten, auch hat sich der Ableger der bekannten Weißbierbrauerei als Pionier der deutschen Craftbier-Szene auch dieses Jahr wieder an der Vernetzung und Entwicklung neuer Biere außerordentlich beteiligt.

Weiter geht mit den Einzelkategorien. Den Anfang macht die besten regionalen Biere. Ausgangspunkt ist hierbei ganz subjektiv mein Wohnort Brühl. Da ich mich diesmal zwischen gleich sechs interessanten und die Region prägenden Bieren nicht entscheiden konnte, gibt es für 2019 eben ein halbes Dutzend geteilte Sieger.

In der Kategorie „Traditionell“ ehre ich Biere, die alte oder seltene Stile wieder aufleben lassen. Hervorheben möchte ich in diesem Jahr die Segelschiff Mumme aus Braunschweig – die jahrzehntelang ausgestorben war, den Young Adam von Clucking Hen aus dem Sauerland, Fullers & Friends mit dem auf Torf geräucherten Peat Souper und eines der weltweit wenigen Tafelbiere Piedboeuf Blond.

Die folgende Kategorie soll die besondersten der besonderen Biere aus 2019 auserwählen. So geht der diesjährige Sonderpreis an das für einen gute Zweck gebraute Kaffeebier meines lieben Freund Ralf vom Braukunst Vorgebirge, den Wooly Bully der niederländischen Brauerei Ramses – ein Hop Hash Barley-Wine Quadrupel, das mit Hopfenharz eingebraut ist, sowie an das höchstprozentige Bier, das ich bislang je getrunken habe: Die Weltreise von Schoppe Bräu.

In der Kategorie „Alkoholfrei“ haben es zwei Biere in die Prämierung geschafft. Neben dem der alkoholfreien Neuerscheinung von Maisel & Friends  war ich insbesondere vom mit Salz eingebrautem Snorkeler’s Sea Salt IPA aus Rügen überrascht.

Und last but not least der Ehren- pardon Ährenpreis für besondere Verdienste an den Zielen des Bierjubiläums. Dieser geht dieses Jahr erneut ganz uneigennützig an das Cerevisia M˟ von mir selbst. Das erste Bier weltweit, das mit allen sieben Hauptgetreiden eingebraut ist, habe ich in 2019 auf zehn Getreidearten erweitert. Das Cerevisia-Projekt wird dieses Jahr übrigens auf zwölf Körner finalisiert.

Allen Preisträgern einen herzlichen Glückwunsch und ein mindestens genauso erfolgreiches und leckeres Jahr 2016+4.

Prosit 2020!

Startbild_IIProsit Neujahr | Rückblick 2019 – Ausblick 2020

Allen Lesern und Bierinteressierten wünsche ich auf diesem Wege ein bierig-leckeres neues Jahr 2020.

Ein ereignisreiches und bewegendes Jahr mit vielen Höhepunkten ist zu Ende. Dabei geriet für mich das Thema Bier so weit in den Hintergrund wie lange nicht mehr. Grund war einerseits die Komplettierung meiner kleinen Familie im Sommer und andererseits unser Umzug ins Eigenheim gegen Ende des Jahres.

In bieriger Hinsicht gab es aber auch einige Highlights. Zu nennen ist da der zweite Hoppy Birthday der Craftbeer Corner in Coeln sowie mein erster Besuch der neuen Craftbeer Bar Balthasar in der Bonner Innenstadt. Daneben feierten wir in der Kierberger Eule 33 Jahre Kölsch Konvention mitsamt Blindverkostung von verschiedenen Kölsch-Marken. Meine Stammkneipe des Biersommeliers meines Vertrauens war auch im Herbst mit der langen Craftbeer Nacht Teil des ersten Brühler Kneipenfestivals. Größtes Highlight war wohl aber das vom Pressesprecher von Gaffel organisierte erste Craftbeer Festival Cologne, welches mangels stattfindendem Festival der Bierkulturen ins Leben gerufen wurde und mir persönlich sehr gut gefallen hatte.

Auch hatte ich in der ersten Jahreshälfte noch die Möglichkeit mein Heimbrau-Projekt Cerevisia M weiterzuentwickeln. Inzwischen habe ich es auf zehn unterschiedliche Getreidearten und fünf Hopfensorten erweitert.

Quantitativ fällt die Jahresbilanz im Vergleich zu den Vorjahren mit rund 250 verkosteten Bieren zwar etwas geringer aus, bleibt dennoch aber im Bereich meiner Erwartungen.

Im nun schon gestarteten neuen Jahr 2020 werde ich natürlich weiter fleißig in die Tasten hauen. Dabei wird die Taktung der Beiträge wie bereits zuletzt etwas geringer ausfallen als in den vorherigen Jahren. Neben dem Blog wird hoffentlich vor allem die Gründung und der Aufbau der einzigen echten Brühler Brauerei in der Eule im Mittelpunkt stehen. Im Rahmen dessen möchte ich mein Cerevisia M auf 12 Getreide finalisieren und mich an weitere Stile wie Black IPA, Barley Wine oder Gruitbier heranwagen.

Und vielleicht schaffe ich es in diesem Jahr ja auch noch die bereits avisierte Reise ins Bierland Belgien realisieren können.

Über alle dem werde ich aber trotzdem auch weiterhin meine Bierbotschaft eines reformierten Reinheitsgebotes verbreiten und mich für Natürlichkeit, Qualität, Vielfalt, Regionalität und Transparenz einsetzen.

Ich möchte mich vor allem aber auch recht herzlich bei Euch allen bierinteressierten Lesern bedanken und nochmals meine Einladung erneuern, gerne jederzeit auch Beiträge in Form von Bildern, Videos, Audios oder kurzen Artikeln beizusteuern.

Bis dahin verbleibe ich mit bierigen Grüßen aus Brühl

Euer Markus

PS: Für weitere Infos zu meinen Gedanken zur Reinheitsgebotsreform verweise ich gerne nochmals auf  „Das Reinheitsgebot“.

529. Rieder Kürbiskernbier

In meiner aktuellen kleinen Reihe von Bieren mit dem gewissen Extra steht heute das Kürbiskernbier der Brauerei Rieder an. Die oberösterreichische Brauerei aus dem Innkreis braut sowohl Biere der Kategorie traditionelle deutsche/österreichische Bierklassiker als auch experimentellere Bierspezialitäten á la „Craftbeer“. Nicht ans Reinheitsgebot gebunden entstehen somit auch Bierkreationen mit besonderen Zutaten.

„Seit 2010 wächst der Ölkürbis auch im Innviertel, nämlich bei pramoleum. Gesunde Böden und ausreichend Sonne lassen die größte Beere der Welt hier in der Bierregion prächtig gedeihen.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Kürbiskerne, Hopfen, Hopfenextrakt
Stammwürze
. . . . . .  12.4°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Ried am Innkreis (Österreich)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Während in der Nase noch eher die ölige Note durchbricht, wirkt das Kürbiskernbier auf der Zunge klar würzig und nussig. Neben leichten Karamell- treten noch Gemüsearomen zu Tage. Kein Bier für den sturen Pilstrinker, aber auch nicht zu gewöhnungsbedürftig für Bierkenner. Für mich trotz überdurchschnittlichem Gesamteindruck leider kein geschmacklicher Volltreffer.

| 9 Pkt. (3+)

 • https://www.rieder-bier.at/de/produkte/bierspezialitaeten/

Prost & guten Abend! ?

 

528. Uiltje Mind Your Step (Coffee Edition)

Fast im Direktvergleich zum gestrigen Imperial Stout mit dem gewissen Extra, folgt heute ein zumindest auf dem Papier gleichwertiger Kandidat.

Gebraut wird er von der Nord-Holländischen Craftbeer-Schmiede Uiltje, die auch international zu einer der führenden Kreativbrauereien zählt. Mit Mind your Step haben die Niederländer eine Bier-Reihe kreiert, die sich dem Stil Imperial Stout widmet und diesen durch verschiedene weitere natürliche Zutaten ergänzt. In der heute vorliegenden Coffee Edition sind neben den Malzen Pale, Cara, Amber und Roggen sowie den Hopfen East Kent Golding, Bramling X und Athanum noch Wacholder, Cranberries und eben eine ganze Menge Kaffee enthalten. Zudem wurde das Stout mit Eichenholzchips gelagert.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Imperial Stout
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Roggenmalz, Hafer, Wacholder, Cranberries, Kaffee, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 14%
Herkunft. . . . . . . . . . . Haarlem (Niederlande)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Ein sehr intensives Geruchserlebnis nach tiefschwarzen Kakao-, Kaffee- und röstig-fruchtigen Karamellmalzaromen wird gefolgt von einer sehr cremig-öligen Textur auf der Zunge, die ein sehr ausbalanciertes Bier schmecken darf. In seinen malzig-röstigen Noten sehr am Rande des maximal Möglichen und dennoch blitzen die fruchtig-holzigen Nuancen immer wieder heraus. Mit 14 Umdrehungen ist es das zweitstärkste Bier, das ich je getrunken habe. Diese sind zwar vor allem im Abgang spürbar, jedoch längst nicht unangenehm auffällig. Ein Bier für den ganzen Abend und für mich nur ganz knapp an der Bestwertung vorbei geschrammt.

| 13,5 Pkt. (1(-))

 • https://www.uiltjecraftbeer.com/

Prost & guten Abend! ?

 

525. Nowhere Brewing Clockwork Orange

Das letzte Bier vom Craftbeer Festival Cologne ist wieder einmal eine Premiere für meine Rezensionen. Zum ersten Mal stelle ich Euch ein Bier aus Luxemburg vor.

Das letzte Großherzogtum der Welt erlangte Ende des vorletzten Jahrhunderts von den Niederlanden die vollständige Unabhängigkeit und ist ähnlich wie die Schweiz mehrsprachig (luxemburgisch, deutsch und französisch) und vor allem als europäisches Steuerparadies für Institutionen der Finanzbranche bekannt. Das Groussherzogtum Lëtzebuerg weist darüber hinaus eine relativ junge Bevölkerung auf, die sich aus knapp 50% Ausländern speist (die größte Gruppe sind Portugiesen).

In Sachen Bier ist das Weinland bis heute relativ wenig in Erscheinung getreten. Daran wollen die Jungs von Nowhere Brewing nun etwas ändern. Auch wenn es (zunächst) bei der Loonbrouwerij in den Niederlanden produziert wird, stammt die Rezeptur-Entwicklung zumindest aus Luxemburg. Nachdem ich bereits das Accidental Wheatness proBieren durfte, folgt heute nun das Clockwork Orange. Ein New England India Pale Ale mit Orangenschale, Vanille und Laktose.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . NEIPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hafer, Orangenschale, Vanille, Hopfen, Laktose, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,4%
Herkunft. . . . . . . . . . . Cothen (Niederlande) [Luxemburg]
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Einem intensiven fruchtig-bitterhopfigen Geruch, folgt ein weicher cremiger Antrunk von fruchtigen Malz- und blumiger Hopfennoten. Sowohl Hafer, als auch eine Süße von Vanille und/oder Laktose sind erkennbar. Wie jedes NEIPA kein Bier für Anfänger, aber für Fortgeschrittene wie mich ein ziemlich besonderer Genuss. Nicht zu extrem in seinen Facetten und dennoch alles andere als 08/15.

| 13 Pkt. (1-)

 • http://www.nowherebrewing.com/

Prost & guten Abend! ?

 

Blogbier, die XLVII. – H.C.

Im Rahmen eines Taufbesuchs in Herzebrock-Clarholz wurden folgende Biere neu gelistet:

Tasting-Notizen:

Vielen Dank auch wieder an Sabrina und René für die tolle Gastfreundschaft.

Blogbier, die XLVI. – Mama frei

Im Rahmen eines Wochenendkurzurlaubs mit meiner Familie haben es folgende Biere auf die Liste geschafft:

Tasting-Notizen:

  • Franziskaner Helles:
    – 11.8°P; 6%; untergärig
    – dieses Jahr eingeführte Sortimentserweiterung des Weißbierherstellers
      süß, buttrig, hellmalzig, hefig, ganz leicht herb
    mittelkleiner Körper, würzig, herb, hefig, gering malzig, getreidig, feinperlig, herb- süßer Abgang
    https://www.franziskaner-weissbier.de/unsere-biere/helles
  • Bayern Bräu Helles Vollbier:
    – 4,8%; untergärig
    – von Tucher in Fürth/Nürnberg gebraut
    dünn, säuerlich, gemüsig, würzig
      mittlerer Körper, leicht säuerlich, hellmalzig, würzig, gemüsig, leicht holzig, feinperlig, dünner Abgang
  • Herren Premium Pils:
    – 4,9%; untergärig
    – produziert für Getränke Hoffmann aus dem brandenburgischen Blankenfelde-Mahlow
    herb, hefig, bananig, malzig
      mittelgroßer Körper, malzig, hefig, leicht bananig, getreidig, feinperlig, süß malziger Abgang
    https://www.getraenke-hoffmann.de/

Vielen Dank auf diesem Wege an meine Schwiegereltern für das tolle Wochenende.

477. Kaltenecker 11°

Nach den beiden japanischen Bieren vor einigen Tagen steht heute wieder ein Bier an, das ich nicht lesen kann. Zwar liegt es diesmal nicht an den Schriftzeichen, aber an der Sprache. Denn es handelt sich um ein Bier aus der Slowakei.

1997 entstand in Rosenau im mittleren Südosten des Landes die gleichnamige Brauerei Kaltenecker. Wie so oft waren es vermutlich deutschsprachige Siedler (wohl aus Österreich), die mindestens für den Namen Paten standen. Den genauen Hintergrund der Brauerei lässt sich auf den ersten Blick nicht näher herausfinden. Nur so viel ist klar: Es wird vor Ort ohne chemische Zusätze und mit natürlichen Zutaten gebraut. Das Sortiment umfasst neben klassischen Lagerbieren auch viele IPAs oder andere Stile aus dem Craftbeer-Classement. Neben den eigenen Bieren produziert Kaltenecker interessanterweise auch Paulaner, was darauf schließen lässt, dass die Brauerei inzwischen zur Paulaner-Gruppe gehört.

Beim Aushängeschild der Brauerei handelt sich um leicheres Lager, das mit zwei Malzen (Pilsner und Caramünch) sowie zwei Hopfen (Spalter Select und Magnum) gebraut ist.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Light-Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  11°P
Alkoholgehalt. . . . . . 4,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Rosenau (Slowakei)
Erscheinungsjahr. . .
1997

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___8
  • Aussehen:____________________6
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________10
Fazit

  | sehr malzsüß, getreidig, sehr buttrig, grasig
  | mittelkleiner Körper, malzig, würzig, etwas herb, getreidig, leicht bitter, feinperlig-spritzig, herb-süßer Abgang
  | Nachdem die Optik noch etwas abschreckend war, bin ich sowohl in der Nase als auch auf der Zunge positiv überrascht worden. Ein schön aromatisch buttrig-malzsüßer Geruch wird durch ein recht unaufgeregtes würzig-herb-süßes untergäriges Geschmackserlebnis abgelöst. Das kann zwar nicht mit viel Besonderem glänzen, macht aber auch nicht viel falsch. In Summe macht das dann ganz ordentliche 10 Pkt. (2-).

 • https://kaltenecker.sk/produkt/kaltenecker-11/

Prost & guten Abend! ?

Silvester 2018

Die letzten Stunden und Minuten in 2018 wurden mit dieser Bierauswahl erneut im beschaulichen Herzebrock-Clarholz begangen:

Bierfacts:

  • Pott’s Weizen:
    – 15.5°P; 5,3%; obergärig
    – von der 1779 gegründeten Familienbrauerei Pott aus Oelde, an der in beim benachbarten Bierkauf vorbeigefahren bin
    –das Wasser der Brauerei kommt aus der eigenen „Gesaris-Quelle“ und liefert eiszeitliches Mineralwasser; es entspringt aus den Tiefen des Münsterschen Kreidebeckens, dem größten zusammenhängenden Urwasserreservoir Europas
     hefig, bananig, leicht säuerlich, gering würzig
     mittelschwerer Körper, würzig, leicht bitter, wenig malzig, wenig süß, eher matt, herb-süßer Abgang
    https://www.potts.de/unsere_produkte/potts-weizen-naturtrueb/
  • Mikkeller American Dream
    – 4,6%; untergärig
    – offizielles Pilsener der 2006 entstandenen dänischen Gypsy-Brauerei
    – gebraut bei D’Proef in Belgien
     hopfig, fruchtig nach Maracuja, Mango & Zitronengras, grasig, wenig herb
     mittelgroßer Körper, herb, grasig, etwas bitter, leicht würzig, feinperlig, hopfig-herber Abgang
    wohl eher ein Pale Ale als ein Pilsener…
    https://shop.mikkeller.dk/products/american-dream-pils
  • Hövels Hop Pale Ale:
    – 5,5%; obergärig
    – mit Yellow Sub kaltgehopftes Pale Ale der 1854 gegründeten Dortmunder Brauerei
     hopfig, fruchtig, grasig, hellmalzig, buttrig
     vollmundig, herb, waldig, harzig, leicht fruchtig, feinperlig, würzig-herber Abgang
    https://www.hoevels-original.de/produkte/hop-pale-ale.html
  • Moritz Fiege Bernstein:
    – 11.2°P; 4,7%; untergärig
    – Wiener Lager von der 1878 gegründeten Familienbrauerei aus Bochum
     sehr malzsüß, Karamell, Bonbon, Getreide, grasig
     mittlerer Körper, sehr cremig, leicht würzig, Malzsüße, Karamell, getreidig, grasig, etwas buttrig, leicht prickelnd, süßlicher Abgang
    – bestes Bier des Jahreswechsels
    http://www.moritz-fiege.de/sorten/bernstein
  • Brau Atelier Farmhouse Ale:
    – 3,9%; obergärig
    – eines von drei Bieren der neuen „Craftbeer-Linie“ der Potts Brauerei
     hellmalzig, leicht fruchtigv, säuerlich, sehr grasig & waldig, Kaktusfeige & Pinie, hefig
     mittelkleiner Körper, leicht säuerelich, etwas würzig, waldig, etwas getreidig, feinperlig, würzig-süßer Abgang
    https://www.potts.de/unsere_produkte/brauatelier-farmhouse-ale/
    http://www.brau-atelier.de/produkte/
  • Störtebeker Nordik Porter:
    – 9,1%; obergärig
    – Porter-Eisbock der Stralsunder Braumanufaktur
     leicht röstig, holzig, dunkelmalzig, etwas Zartbitter
     ölig, cremig, Karamell, dunkelmalzig, leicht bitter, wenig röstig, feinperlig
    – matt, trocken-süßer Abgang

    – zweitbestes Bier des Jahreswechsels
    https://www.stoertebeker.com/de_de/nordik-porter/
  • Flensburger Winterbock:
    – 7%; untergärig
    – von der 1888 gegründeten norddeutschen Privatbrauerei
     dunkelmalzig, Karamell, wenig würzig, getreidig süß
      vollmundig, dunkelmalzig, würzig, leicht alkoholaromatisch, harzig, waldig, feinperlig, süß-würziger Abgang
    https://www.flens.de/produkte/sortiment/klassiker/winterbock/

Biergartengeschenk

Zudem habe ich vom Christkind noch ein verspätetes aber tolles Weihnachtsgeschenk bekommen: ein Anzuchset für Brauhopfen vom Österreichischen Samenhändler Naturkraftwerk, welches ich in dieser Saison gleich mal ausprobieren werde.

Vielen Dank nochmals auch auf diesem Wege an Sabrina und René für die wie immer hervorragende Gastfreundschaft. Alles Gute euch vier in 2019.

Bierjubiläum Krone 2018

Das Jahr 2018 liegt nun in den letzten Schlücken und auch ich habe meine Verkostungen abgeschlossen. Und da ich eben nicht nur einfach Bier trinke, sondern mir dazu auch immer reichlich Notizen mache, möchte ich heute bereits zum zweiten Mal diejenigen Biere prämieren, die mich in diesem Jahr ganz besonders überzeugt haben. Dabei ist mir die Auswahl in bestimmten Bereichen wirklich nicht leicht gefallen, da ich ja grundsätzlich schon dazu neige hochqualitative Biere zu probieren, sodass es selbst an der Spitze recht eng ist. Neben der Auszeichnung des besten Bier des Jahres, möchte ich aber auch gerne noch weitere Biere in sechs zusätzlichen Kategorien hervorheben, die in besonderer Weise auf sich aufmerksam gemacht haben.

Kommen wir aber nun erst mal zu den besten Einzelbieren. Basis der Auswahl waren die kontinuierlich geführten Bewertungen, die ich bei jeder Rezension aufstelle, sowie darüber hinaus besonders in Erinnerung gebliebene Biere. Der aufmerksame Leser wird festgestellt haben, dass es neben durchaus vielen Bewertungen von 13 bzw. 13,5 von 15 Pkt. (wie im letzten Jahr) nur zwei Rezensionen geschafft haben die diesjährige Bestmarke von 14 Pkt. zu knacken. Aufgrund der außergewöhnlichen und hervorzuhebenden Zutatenliste, aber auch weil es einfach auch hervorragend zu mir in diesem Jahr gepasst hat, ist mir dieses Mal die Entscheidung hinsichtlich der zweiten Bierjubiläum-Krone nicht so schwer gefallen wie im letzten Jahr. Und so geht der diesjährige Platz 1 an das Dirty 30 von Maisel & Friends – dem Bier mit 30 unterschiedlichen Malzen und Hopfensorten. Dementsprechend leicht fiel mir dann auch Platz 2, da es sich hierbei um die andere von beiden Top-Bewertungen von 14 Pkt. handelte: Das Hanscraft Black Nizza Motor Øl – einem der besten Imperial Stouts, die ich je getrunken habe. Umso schwerer ist es mir die diesjährige Bronzemedaille gefallen. Wie in jeder guten Jury hat bei mir letztlich das Bauchgefühl entschieden…  Die Auswahl zwischen etwa 25 weiteren sehr guten Bieren gewann dann aber eines, dass diesmal auch außerhalb der Rezensionen einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat: Die Potsdamer Stange aus der Potsdamer Braumanufaktur.
Hier also nun das verdiente Siegertreppchen:

Diese neun Biere komplettieren schließlich die Top Twelve – sortiert in alphabetischer Reihenfolge:

Neben den Bieren möchte ich an dieser Stelle aber auch die drei „besten“ Brauereien meines persönlichen Bierjahres auszeichnen. Auch wenn hier kein so eindeutiger Bewertungsschlüssel wie zuvor vorliegt, haben mich einige Brauereien diesmal besonders bierig überzeugt. Die Bierjubiläum-Krone für die beste Brauerei des Jahres 2018 geht an das Lahnsteiner Brauhaus. Auch wenn keines der Biere im Rahmen von ordentlichen Rezensionen eingewertet wurde, hat mir neben der Biervielfalt vor allem auch die Produktwelt neben den Bieren überzeugt. Silber geht an Maisel & Friends aus dem schönen Bayreuth. Nicht nur hat mich Eva Ploß unterjährig immer wieder mit kostenlosen Bierlieferungen bestochen, die dann auch noch super schmeckten, auch hat sich der Ableger der bekannten Weißbierbrauerei als Pionier der deutschen Craftbier-Szene auch dieses Jahr wieder an der Vernetzung und Entwicklung neuer Biere außerordentlich beteiligt. Platz 3 und Bronze verleihe ich an die Mikrobrauerei Heinenhof aus Pulheim-Orr. Diese hat es in diesem Jahr geschafft den Sprung aus dem Hobbybrautum in die gewerbliche Brauerei zu meistern und machte zudem mit sehr interessanten Bieren auf sich aufmerksam, die in den weiteren Kategorien unten noch ihre Würdigung finden werden.

Zusätzlich zur übergeordneten Auswahl der besten Biere des Jahres möchte ich gerne auch die zehn besten Biere im Kontext meines Jahresthemas „Hobbybrauen“ prämieren. Wer genau hinschaut wird feststellen, dass auch einige Biere dabei sind, die streng genommen keine richtigen Hobbybraubiere mehr sind. Dennoch passen sie aufgrund ihrer Historie besser in diese Kategorie. Neben den Bieren der Kölner Bierhistoriker und Bonner Hobbybrauer haben vor allem der neue Biersommelier-Weltmeister Stephan Hilbrandt sowie das erste Gewinnerbier aus dem Maisel & Friends Hobbybrauwettbewerb überzeugt.

Weiter geht mit den Einzelkategorien. Den Anfang macht das beste regionale Bier. Ausgangspunkt ist hierbei ganz subjektiv mein Wohnort Brühl. Und da hat mich eine kleine Brauerei aus Bad Honnef mit ihrem Wieß überzeugt, dass sehr gute 13 Pkt. abgestaubt hat. Es steht zudem für einen kleinen Boom an aufstrebenden Mikro-Brauereien rund um die ehemaligen Bundeshauptstadt. Hier dürfen wir gespannt sein, wie sich die Lage im kommenden Jahr weiterentwickelt.

In der Kategorie „Traditionell“ möchte ich zum Einen ein Bier hervorheben, dass einen historischen Bierstil wiederbelebt hat. Die Süffige Sünde von Heinenhof legt den alten Bierstil Kölsches Knupp wieder auf. Entwickelt im Rahmen der Kölner Bierhistoriker geht es auf einen dunklen schweren Bierstil zurück, der im Kölner Umland als Pendant zum Wieß vor etwa 100-200 Jahren eine große Beliebtheit erfahren hat. Das zweite in dieser Kategorie prämierte Bier ist das Preußen Pilsener, welches von den Nachfahren des letzten deutschen Kaisers produziert wird. So ist Georg Friedrich Prinz von Preußen – seines Zeichens aktuelles Oberhaupt der Hohenzollern – auch Chef der neuen Königlich Preußischen Biermanufactur.

Die folgende Kategorie soll die besondersten der besonderen Biere aus 2018 auserwählen. So geht der diesjährige Sonderpreis sowohl an das Dorada Especial Selección de Trigo – ein Bier mit geröstetem Mehl gebraut – als auch an das Highway to Helles von meinem lieben Freund Ralf vom Braukunst Vorgebirge. Das Flaggschiff meines nicht mehr ganz so neuen Braupartners wird mit Vollkorn-Brot eingebraut und schließlich für einen guten Zweck verkauft.

In der Kategorie „Alkoholfrei“ gab es dieses Mal eine größere Auswahl als noch in 2017. Deshalb haben es auch gleich drei Biere in die Prämierung geschafft. Neben dem Dinkel Alkoholfrei von Riedenburger und der alkoholfreien dunklen Weisse vom Neumarkter Lammsbräu war ich insbesondere vom naturtrüben und kaltgehopften Clausthaler überrascht.

Und last but not least der Ehren- pardon Ährenpreis für besondere Verdienste an den Zielen des Bierjubiläums. Dieser geht dieses Jahr ganz uneigennützig an das Cerevisia M von mir selbst. Das erste Bier weltweit, das mit allen sieben Hauptgetreiden eingebraut ist, stellt einfach einen wenn auch kleinen Meilenstein in der vernunftbegabten Betrachtung des Reinheitsgebots dar. Erstmals gibt es ein Bier, dass alle Getreide der Welt vereint und zudem beweist, dass handwerkliche Braukunst auch hohe außergewöhnliche Qualität erzielen kann. Das Cerevisia-Projekt wird übrigens mit einer permanenten „Kornerweiterung“ auch im kommenden Jahr fortgesetzt.

Allen Preisträgern einen herzlichen Glückwunsch und ein mindestens genauso erfolgreiches Jahr 2019.

Beim Genuss des aktuellen Sudes vom Cerevisia M 9-Korn-Neo-Alt verabschiede ich mich aus 2018, wünsche allen einen guten Rutsch ins Jahr 2016+3 und vor allem immer ein Glas leckeren Bieres in der Nähe zu haben.

Weihnachten 2018

Unser Weihnachtsfest wurde neben der Stillen Nacht u.a. mit folgenden Bieren begangen:

Bierfacts:

  • Bürgerliches Brauhaus Altbairisch Hell:
    – 11.6°P; 4,9%; untergärig
    – von Herrnbräu aus Ingolstadt
    – das BB entstand 1882 aus dem Zusammenschluss von Schwabenbräu und Schmalzingerbräu – 14 weitere Brauereien aus Ingolstadt (u.a. Herrnbräu) schlossen sich in der Folge der AG an
    – fruchtig, grasig, wenig Seele
    – mittlerer Körper, würzig, herb, hellmalzig, waldig, süßlich, Getreide, feinperlig, würzig-herber Abgang
    https://buergerliche-brauhaus.de/
  • Flecks Winter-Bock:
    – 6,9%; untergärig
    – von der 2014 gegründeten gleichnamigen Familien-BrauSchauerei aus Laufnitzdorf nördlich von Graz in der Steiermark
    – süß, fruchtig, würzig, malzig
    – vollmundig, würzig, leicht röstig, dunkelmalzig, feinperlig, leicht alkoholaromatischer Abgang
    https://www.flecksbier.at/

Ich hoffe auch Ihr hattet ein ähnlich schönes (und bieriges) Weihnachtsfest.

431. Perlenbacher IPA Alkoholfrei

Im direkten Vergleich zum gestrigen Dolden Null von Riedenburger, folgt heute das seit diesem Jahr im Handel erhältliche alkoholfreie IPA der LIDL-Eigenmarke Perlenbacher. Im Rahmen der Craftbier-Welle in einigen Supermärkten und Discountern hat es das Bier überraschenderweise auch kürzlich in die LIDL-Regale geschafft. Überraschend deshalb, weil ein alkoholfreies IPA durchaus immer noch eine Nische in der Nische darstellt und somit eigentlich von geringem Interesse der Handelsketten sein sollte. Nichtsdestotrotz bewerte ich diesen Produktvorstoß grundsätzlich als positiv, wenngleich auch hier das Image von Craftbieren leiden kann. Zwar konnte ich bislang bei meinen beiden großen Testreihen (I + II) keine durchweg schlechte Qualität erschmecken, aber alleine der hier verwendete Hopfenextrakt beweist im Grunde schon, dass es sich um kein Craft- also Manufakturbier handelt, sondern ein solchen nur nachgeahmt werden soll. Was sich hier eben auch zeigt, ist das in Deutschland schwierige Verständnis von „Craftbeer“, das hierzulande erstens stilmäßig und zweitens in seiner Herkunft falsch interpretiert wird.

Steckbriefe

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . <0,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . ?
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertungen

  • Flaschendesign + Kronkorken:___7
  • Aussehen:____________________8
  • Geruch:______________________8
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Geruch: bitter-grasig, süßlich, waldig, harzig, leicht muffig
Geschmack: süffig, leicht würzig, grasig, malzig-süß, leicht herb, feinperlig, lascher süßlich-grasiger Abgang
Gesamt: Nachdem Optik und nasaler Eindruck noch recht mäßig daherkommen überzeugt das alkoholfreie IPA von LIDL zumindest relativ dazu am Gaumen. Wenngleich es auch weit von einer Offenbarung entfernt ist, sind die grasig-malzigen Noten gefällig und bieten einem Einsteiger durchaus auch Variation von anderen populärerer alkoholfreien. In Summe reicht es aber dennoch nicht zu mehr als 8 Pkt. (3).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.ratebeer.com/beer/perlenbacher-ipa-alkohol-frei/658696/.

Prost & guten Abend! ?

Blogbier, die XXXIX. – Goldener Herbst

Am Wochenende hatte uns erfreulicherweise spontan mal wieder Nils besucht. Eine sehr gute Gelegenheit mal wieder meine Vorräte zu plündern:

Tasting-Notizen:

  • Birra Moretti:
    – 4,6%; untergärig
    – international Lager der wohl bekanntesten Biermarke Italiens aus Udine
    – nach Rezeptur von 1859
    – seit 1996 zu Heineken gehörend
    – sehr würzig, malzig, wenig herb
    – mittlerer Körper, würzig, hellmalzig, getreidig, grasig, matt, grasig-strohiger Abgang
    – https://www.birramoretti.com/our-beers/birra-moretti-autentica/
  • Forst Kronen Special:
    – 5,2%; untergärig
    – Export-Bier mit Maisgrieß
    – von der 1857 gegründeten Spezialbier-Brauerei Forst in der Algunder Fraktion
    – größte Biermarke Südtirols & privat geführt
    – malzig, fruchtig, würzig-herb
    http://www.forst.it/de/biersorten/kronen
  • Forst Sixtus:
    – 6,2%; untergärig
    – Doppelbock
    – ebenfalls mit Maisgrieß
    – Glukosesirup, Karamell, Duneklmalz, Wald
    – leicht röstig, süßlich, wenig malzig, harzig, süßlicher Abgang, feinperlig
    http://www.forst.it/de/biersorten/sixtus
  • Maxl Helles:
    – 5,1%; untergärig
    – von der 1636 in Tuntenhausen gegründeten Schlossbrauerei Maxlrain
    – 2016 mit dem goldenen Bundesehrenpreis als beste Brauerei Deutschlands ausgezeichnet worden
    – hopfig, erdig
    – das Durchschnitts-Helle: süffig, etwas flaches Finish, keine übermäßige Hopfennote
    https://www.maxlrain.de/de/unsere-biere/maxl-helles
  • Härke Pils:
    – 11°P; 4,9%; untergärig
    – von der 1890 entstandenen BrauManufaktur Härke aus dem niedersächsischen Peine
    – buttrig. grasig, wenig herb
    – recht süffig, sehr herb, etwas malzig, feinperlig, hopfig-herber Abgang
    http://www.braumanufaktur-haerke.de/unsere-biere.html
  • Erl Hell:
    – 5,4%; untergärig
    – gebraut von der 1871 gegründeten Landbrauerei Ludwig Erl aus dem niederbayrischen Geiselhöring
    – hellmalzig, leicht fruchtig, blumig
    –malzig, süßlich, weich, blumig, waldig, matt, leicht herber Abgang
    https://www.erl-braeu.de/brauerei/hell
  • De Dochter van de Korenaar Sans Pardon:
    – 11%; obergärig
    – Russian Imperial Stout mit Rooibos-Tee
    – aus der niederländisch-belgischen Exklaven-Enklaven Stadt Barle-Hertog
    – trocken, leicht bitter, röstig, ölig, sehr dunkel, blumig, Bonbon
    – ölig, schwer, Karamell, röstig, holzig, wenig dunkelmalzig, harzig, etwas bitter, nussig, süßlich-herber Abgang, aber so gut wie kein Rooibos zu erkennen
    http://www.dedochtervandekorenaar.be/#vastebierenCntr
  • Emelisse Barley Wine:
    – 12%; obergärig
    – Barley-Wine (mit Glukosesirup) aus dem niederländischen Goes
    – sehr schwer, rotweinig, fruchtig, röstmalzig
    – weniger ölig, würzig, fruchtig, rotweinig, malzig, leicht bitter, rotweiniger Abgang
    https://www.emelisse.nl/en/our-beers/
  • Löwenbräu Oktoberfestbier:
    – 6,1%; untergärig
    – vom 1756 gegründeten Löwenbräu, das seit 1997 zu Spaten und somit zu ABInBev gehört
    – sehr würzig, malzig, herb
    – mittel-süffig, sehr malzig, süßlich, würzig, matt, süßlicher Abgang
    https://loewenbraeu.de/loewenfuetterung/loewenbraeu-oktoberfestbier

Danke also für die Unterstützung Nils.

Der neue Trend – Biercocktails?!

Frisch und prickelnd: Cocktails mit Bier!

Seit dem Hype um Craft Beer ist Bier wieder ein Trendgetränk und auch fein gemixt wird es auf Partys, Grillabenden oder in Bars immer beliebter: Biercocktails sind frisch, herb und vielfältig wie die verschiedenen Biersorten selbst. Ob man seinen Cocktail nun fruchtig mit einem Ale mag, als Aperitif mit einem feinen Pils oder als Digestif mit dunklem Lager – ein prickelnder Gaumenschmaus ist gewiss. Wie man diese ganz einfach selbst macht, zeigen folgende erfrischende Tipps!

Die meisten Biercocktails sind Varianten bekannter Klassiker, so dass man als passionierter Cocktail-Liebhaber bekannte Spirituosen hernimmt. Eine reichhaltige Auswahl an solchen Basisgetränken findet man zum Beispiel hier. Aber wie schaut denn nun so ein Cocktail mit Bier aus? Hier kommen drei Beispiele:

Bavarian Fizz
Diese Variation des kultigen Gin Fizz ist leicht selbst zu machen: Man nehme dazu 5 cl Gin, 3 cl Zitronensaft und 2 cl Zuckersirup: Für das „Bavarian Finish“ nun einfach nur noch mit Weißbier aufgießen. Ebenfalls mit Weißbier lässt sich der „Wojito“ mixen: Das ist – wie der Name schon verrät – die bierige Variante des Mojito: Man benötigt dazu frische Minze, eine Limette, 1 – 2 Tl braunen Zucker, 5 cl weißen Rum und eben Weißbier zum Aufgießen des Ganzen.

Black Refresher
Wer eine kreative Erfrischung testen will, sollte sich diesen prickelnden und zugleich leichten Biercocktail mischen: Dazu ein großes Glas dreiviertel mit Eiswürfeln auffüllen, dazu kommen 3 cl Apricot Brandy, 2 cl Martini d’Oro und 4 cl Ginger Ale. Das Ganze dann mit Schwarzbier auffüllen, kräftig umrühren und als Clou 1/8 Orange über dem Cocktail ausdrücken und mit Minze dekorieren.

Spiced Pils
So herb wie ein Pils schmeckt auch dieser freche und fruchtige Cocktail: Um das würzige Geschmackserlebnis zu bekommen, sollte der Shaker zu 2/3 mit crushed Eis gefüllt werden. Dazu gibt man dann 3 cl Mangalore Likör, 3 cl Wodka, 2 cl Cointreau sowie 2 cl Orangensaft. Das Ganze wird anschließend kräftig geschüttelt, in einem hohen Glas serviert und mit Pils aufgefüllt. Als Dekoration macht sich hier eine Scheibe frisches Obst ziemlich gut!

Cocktails mit Bier sind also leicht zu mixen, denn im Endeffekt ist das Bier stets der Filler: Wo man ansonsten Sodawasser oder Fruchtsäfte verwenden würde, setzt man hier je nach Geschmack die unterschiedlichen Biersorten ein. Dieser Twist gibt bekannten – oder auch neu kreierten – Cocktails letztendlich eine ganz besondere Note. Das Geheimnis der extrem erfrischenden Nuance: Das Bier wird immer erst am Schluss hinzu gegeben: Vorsichtig und langsam, quasi mit typisch bayerischer Gelassenheit und Gemütlichkeit – denn nur so sprudelt die Kohlensäure nicht zu sehr. Und selbstverständlich gehört Bier auch niemals in den Shaker – am besten man zapft es eben quasi darüber, so dass man am Ende auch noch eine herrliche Schaumkrone erhält.

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, kann seiner Kreativität sowie Phantasie in Sachen Biercocktails freien Lauf lassen, denn es gibt noch so viel mehr an Zutaten, die man hier verwenden kann: Whisky und Bier eignen sich beispielsweise auch hervorragend zum mixen. Aber auch Stouts sind dankbare Cocktailpartner, denn zusammen mit Rum erhält man einen besonders vollmundigen Drink. In diesem Sinne: Ein Prosit!

Weitere Rezeptideen auch unter Bier-Cocktails.
Weitere Hintergrundinfos zum Thema gibt es hier.

356. Brew Age Dunkle Materie

„Mysteriös ist sie, (noch) nicht nachgewiesen, dennoch notwendig zur Erklärung von Gravitations-Wechselwirkungen im All – die Dunkle Materie.“

Nachdem es am vergangen Wochenende auf dem Festival der Bierkulturen in Köln wirklich hoch herging, komme ich heute wieder zurück in die Spur und möchte Euch in den kommenden Tagen und Wochen ausgewählte Craftbiere vorstellen. Den Anfang macht die dunkle Materie von Brew Age aus der österreichischen Hauptstadt Wien.

Brew Age, das sind Christian, Michael, Raphael, Tom und Johannes. Allsamt Bierbegeisterte waren es vor allem die letzteren beiden, die ihr Hobby seit 2006 immer stärker professionalisierten. Zunächst studierten sie Brauwesen bei der TUM Weihenstephan und kreierten schließlich 2012 den Entschluss eine Gypsy-Brauerei zu entwickeln, da eine eigene Brauerei samt sämtlicher Anlagen schlicht (noch) nicht realisierbar war. Doch sind die Jungs keine klassischen Kuckucksbrauer, die von Brauerei zu Brauerei ziehen, sondern brauen seit jeher im Brauhaus Gusswerk in Elsenwang. Heute ist Brew Age eines der populärsten Biermarken der österreichischen Craftbierszene und ist auch deutschlandweit erhältlich. Bekannt sind sie neben einer vielfältigen und hochqualitativen Auswahl an Bierspezialitäten vor allem durch ein auffallendes Etikettendesign, das wohl nicht nur mir sehr gefällt.

Die heutige dunkle Materie ist ein sog. Black IPA. Dieser erst dieses Jahr definierte Bierstil – auch Cascadian Dark Ale genannt – ist quasi eine Kombination aus einem Stout und einem IPA. So wird zunächst mit kräftigen Röstmalzen eingemaischt ehe nach Abschluss der Gärung mit ausgeprägten Hopfen kalt gehopft wird.

„Bei jedem Schluck offenbart sich eine neue Nuance. Das Black IPA will geschmacklich ständig neu erforscht werden – wie die Dunkle Materie eben.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Black IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Wien [Elsenwang]
Erscheinungsjahr. . .
2015

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Geruch: würzig, grasig, blumig, röstig, holzig, fruchtig, süßlich
Geschmack: mittlerer Körper, holzig, röstig, Kaffee & Zartbitter, blumig, leicht zitrusartig, frisch, feinperlig, mild-röstiger Abgang
Gesamt: Schaut man auf die Punkte, könnte man meinen: stark begonnen und stark nachgelassen. Doch das täte dem Bier sehr unrecht, ist es doch schließlich in seiner Geschmacksvielfalt höchst interessant und durchaus auch sehr lecker. Mir persönlich ist es nur etwas zu röstig und etwas zu wenig hopfenbetont. Trotzdem möchte ich diese hochspannende Verknüpfung aus Röstmalzen und Hopfennoten mit (fast) sehr guten 12,5 Pkt. (2++) bewerten.

Weitere Infos zum Bier unter: https://brewage.at/biere/?nr=11.

Prost & guten Abend! ?

Urlaub an der ostfriesischen Nordsee

Meinen zweiten Teil der Tochter-Elternzeit haben wir genutzt um für zwei Wochen an die ostfriesische Nordsee zu fahren. Aufgrund der dortigen geringen Brauerei-Dichte, hatte ich auch unter Berücksichtigung des Aufwandes im Vorfeld keinen Brauereibesuch geplant. Zufällig hatte ich aber die Gelegenheit Biere von zwei regionalen/lokalen Brauereien direkt vom Fass proBieren zu können. Zum Einen die beiden Watt’n Biere der Küstenbrauerei, Brennerei & Kaffeerösterei zu Werdum, die ich in Heikes Eis- & Pfannkuchencafé in Dornumersiel gefunden hatte und dabei auch den alten Braumeister der Brauerei kennenlernen durfte (siehe auch 343.). Zum Anderen bin ich glücklicherweise beim Standspaziergang auf Norderney an der Weststrand-Bar vorbeigekommen. Dort wird nämlich in wirklich tollem Ambiente das Bier des 2012 gegründeten Norderneyer Brauhauses ausgeschenkt:

Bierfacts:

  • Norderneyer Pils:
    – 11.8°P; 4,8%; untergärig
    – Geruch: Grasig, mild, leicht fruchtig
    – Geschmack: vollmundig, leckere Hopfennote, mild herb, gewisse Malzsüße, grasig, heuig, feinperlig, herb- süßer Abgang
    – definitiv ein hervorragendes Pils mit toller Eigennote – wer mal auf der Insel weilt sollte es unbedingt probieren
    http://norderneyer-bier.chayns.net/aboutus
  • Norderneyer Weizen:
    – 5,1%; obergärig
    – Geruch: eher unscheinbar, malzig-süß, dezente Frische
    – Geschmack: voller Körper, herb, würzig, dunkelmalzig, Karamell, Banane, gering säuerlich, matt, malziger Abgang
    – gerade im Vergleich zum Insel-Pils eher nur durchschnittlich
    http://norderneyer-bier.chayns.net/aboutus

 

  • Watt’n Bier hell:
    – 4,8%; untergärig
    – Geruch: frisch, hell-malzig, leicht würzig, grasig, etwas fruchtig
    – Geschmack: recht süffig, weich, Malzsüße, Hopfenherbe, etwas getreidig, leicht würzig, feinperlig, trocken-süßlich-herber Abgang
    – nicht überragend, aber definitiv ein leckeres (Urlaubs-)Bier, das zwar mehr ein Helles, als ein Pils ist, aber trotzdem überzeugt
    –  https://www.werdumer-hof.de/brauerei-wattn-bier/brauhaus.html
  • Watt’n Bier dunkel:
    – 10%; untergärig
    – Geruch: Leicht röstig, dunkelmalzig, holz, Getreide, Karamell
    – Geschmack: Vollmundiger, röstig, würzig, süßlich, leicht Lakritz, matt, milder Abgang
    – ein leider nur unterdurchschnittliches Dunkel aus der privaten Brauerei, Brennerei und Rösterei
    –  https://www.werdumer-hof.de/brauerei-wattn-bier/brauhaus.html

Fazit:

Neben den genannten beiden Brauereien gibt es im Nordosten neben dem hier schon vorgestellten Ostfriesen-Bräu und der Industriebrauerei Jever nur noch Brauereien in Varel (südlich von Wilhelmshaven am Jadebusen), in Weener (an der Ems südlich von Leer) und auf der Insel Borkum. Angesichts der Bevölkerungsdicht in Ordnung, aber trotzdem nicht ausreichend um allerorten regionales (privates) Bier zu bekommen. Nichtsdestotrotz kann sich das ostfriesische Bier (mit Abstrichen) durchaus sehen lassen, sollte aber insbesondere für Touristen noch etwas an Qualität, Vielfalt und Marketing zulegen. Sollte es uns nächstes Jahr erneut hierhin verschlagen, werde ich versuchen mir die Sache dann auch mal vor Ort anzuschauen.

Vielen Dank im Zuge dessen auch an dieser Stelle nochmals an die beste Familie der Welt für diesen tollen Bauernhof-Nordsee-Urlaub.

Weitere Infos auch unter: http://www.ostfriesland.de/mein-ostfriesland/bummeln-und-kulinarik/regionale-spezialitaeten/bierkultur/ostfrieslands-brauereien.html?Brauereien=.

291. Gouverneur Speciale 140

Bier #3 von 4 der regionalen Brauerei Lindeboom aus Limburg- Diesmal am Start das Speciale 140 der Gouverneur-Reihe. Neben den eigentlichen Lindeboom Bieren (Pilsener, Oud Bruin und Radler) sowie den beiden Venloosch Bieren (Wit und Alt) braut der Hoflieferant des niederländischen Königshauses unter dieser Marke weitere Spezialitäten-Biere. Am 3-Königs-Wochenende durfte ich bereits das Stout op Hout proBieren. Zudem gibt es noch klassisch belgische Stile wie Blonde, Dubbel, Dubbelbock oder Tripel. Heute also das Speciale 140, das seinen Namen von seinem Erscheinungsanlass hat: Dem 140-jährigen Bestandsjubiläums der 1870 gegründeten Brauerei. Es ist ein obergäriges, helles und süffiges Bier belgischer Brauart, das dezent fruchtig-gehopft und erfrischend daherkommen soll.

„Cervisia Natura Protecta“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Belgian Pale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Neer / Niederlande
Erscheinungsjahr. . .
2010

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: malzig-sauer, süßlich-blumig, heuartig, hefig
Geschmack: süffig, aber mittelgroßer Körper, malzig-würzig, leicht fruchtig, hefig-süßlich, leicht hopfig-herb, feinperlig, herber Abgang
Gesamt: Überraschend interessant! Trotz der vielen Geruchs- und Geschmacksrichtungen sauer, malzig, würzig, süß, fruchtig und herb wirkt es erstaunlich ausbalanciert und aufeinander abgestimmt. Sicher schmeckt man auch den belgischen Hefecharakter heraus, aber gerade für deutsche Zungen hält sich dieser dezent zurück. Das bisher beste Bier aus Neer bekommt dafür zu Recht 12,5 Pkt. (2++).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.lindeboom.nl/bieren-van-hier/onze-bieren.html.

Prost & guten Abend! ?

Blogbier, die XXIII. – Lommerbergen

Vergangenes Wochenende verbrachten wir ein wunderschönes ebensolches im Landal-Greenpark de Lommerbergen zwischen der Maas und der deutsch-niederländischen Grenze. Überrascht und begeistert war ich von der relativ reichhaltigen Bierauswahl vor Ort, die sich vor allem auch auf regionale Biere fokussiert. Folgende neue Biere habe ich gleich dort proBiert, weitere werde ich in den kommenden Wochen vorstellen:

Bierfacts:

 

 

 

 

 

 

 

  • Ch´Nord:
    – 7%; obergärig
    – blondes Bière de Garde von Les Brasseurs De Gayant (Brasserie de Goudale) aus dem nordfranzösischen Arques
    – von Bekannten meiner Schwiegereltern aus dem Frankreich-Urlaub mitgebracht
    – hefig-süß, weich & leicht getreidig
    https://www.ratebeer.com/beer/la-blonde-de-chnord/139907/
  • Forest Pilsen:
    – 4,1%; untergärig
    – von der Cervejaria Amazonia aus dem brasilianischen Belém im Baía de Marajó (südöstlich des Amazonas-Deltas)
    – mitgebracht von Nils aus seinem Urlaub auf
    – eines der schlechtesten Interpretationen eines Pilseners, das ich je getrunken habe
    http://www.amazonbeer.co.uk/
  • Kwaremont:
    – 6,6%; obergärig
    – Blondes von der etwa 20 km vom Oude Kwaremont entfernten Familienbrauerei de Brabandere in Bavikhove (seit 2013 gebraut)
    – Etikett zeugt vom Sponsorship des Flandern-Radsports:
    „Gebrouwen voor Kopmannen“ – also dem Führer eines Rennens
    „Kopman means a type of person is authentic, loyal and trusty. A Kopman never leaves the team behind and always share a win with the other. A Kopman can be the leader, can be the helper, can be the fan, can be the wive, can be the husband… Everyone can be a Kopman aslong as it means you do it with passion and for the love of cycling!“
    http://www.brouwerijdebrabandere.be/en/merken/kwaremont bzw. http://www.kwaremont.be/index_EN.php
  • Gouverneur Stout op Hout:
    – 7,5%; untergärig
    –  von der Lindeboom Bierbrouwerij (Gründung 1870) aus dem niederländischen Neer in Limburg, die Hoflieferant des niederländischen Königshauses sind
    –  gelagert auf Eichenholz
    –  ganz solides Stout
    http://www.lindeboom.nl/bieren-van-hier/onze-bieren.html

  • Affligem Dubbel:
    – 6,8%; obergärig
    – in der gleichnamigen belgischen Brauerei  im flandernschen Opwijk (Brabant) produziert
    – Geschichte der Brauerei reicht bis 1074 und ist somit eine der ältesten der Welt – seit 2000 gehört sie aber zur Heineken-Gruppe
    – Meiningers International Craft Beer Gold-Award 2015
    –  https://www.affligembeer.com/beers/double/

Vielen Dank nochmals auch auf diesem Wege an meine Schwiegereltern, meine Schwägerin, meine Frau und natürlich meinen Kindern für dieses wunderbare Wochenende.

Bierjubiläum Krone 2017

Das Jahr 2017 liegt nun in den letzten Schlücken und auch ich habe meine Verkostungen abgeschlossen. Und da ich eben nicht nur einfach Bier trinke, sondern mir dazu auch immer reichlich Notizen mache, möchte ich heute erstmals diejenigen Biere prämieren, die mich in diesem Jahr ganz besonders überzeugt haben. Dabei ist mit die Auswahl in bestimmten Bereichen wirklich nicht leicht gefallen, da ich ja grundsätzlich schon dazu neige hochqualitative Biere zu probieren, sodass es selbst an der Spitze recht eng ist. Neben der Auszeichnung des besten Bier des Jahres, möchte ich aber auch gerne noch weitere Biere in sechs zusätzlichen Kategorien hervorheben, die in besonderer Weise auf sich aufmerksam gemacht haben.

Kommen wir aber nun erst mal zu den besten Einzelbieren. Basis der Auswahl waren die kontinuierlich geführten Bewertungen, die ich bei jeder Rezension aufstelle, sowie darüber hinaus in Erinnerung gebliebene Biere. Der aufmerksame Leser wird festgestellt haben, dass es neben durchaus vielen Bewertungen von 13 bzw 13,5 von 15 Pkt. nur zwei Rezensionen geschafft haben die diesjährige Bestmarke von 14 Pkt. zu knacken. Umso schwerer ist es mir gefallen, die diesjährige Nummer 1 auszuwählen. Wie in jeder guten Jury hat bei mir letztlich das Bauchgefühl entschieden… Ich verleihe nun also feierlich die erste Bierjubiläum-Krone an die Grünhopfen-Doppelssticke Jrön aus dem Düsseldorfer Hause Uerige in Kooperation mit der Kehrwieder Kreativbierbrauerei aus Hamburg. Dicht dahinter eben das andere 14 Pkt.-Bier mit einer absolut tollen Roggen-Reifenote: Das Giesinger Baltic Rye Porter. Die folgenden Plätze haben dann schon relativ betrachtet einen größeren Abstand zum Führungsduo. Platz 3 bis etwa 15 waren dabei alle recht ähnlich beisamen, sodass mir vor allem die Bronzemmedaille schwer fiel. Die Auswahl gewann dann aber ein Bier, dass symbolisch für ein großes Ereignis des zurückliegenden Jahres steht: 500 Jahre Reformation. Die Rede ist vom Einbecker Ainpöckisch Bier 1378. Hier also nun das verdiente Siegertreppchen:

Diese sieben Biere komplettieren schließlich die Top Ten – sortiert in alphabetischer Reihenfolge:

Neben den Bieren möchte ich an dieser Stelle aber auch die drei „besten“ Brauereien meines persönlichen Bierjahres auszeichnen. Auch wenn hier kein so eindeutiger Bewertungsschlüssel wie zuvor vorliegt, haben mich einige Brauereien diesmal besonders bierig überzeugt. Die Bierjubiläum-Krone für die beste Brauerei des Jahres geht an Riedenburger. Im Rahmen meines Jahresthemas (s.u.) hat mich die Brauerei mit ihrer Vielfalt an Bieren unterschiedlichster Getreidearten höchst erfreut, sodass es schwer bis unmöglich war sie von Platz 1 zu verdrängen. Silber geht an AleMania aus Bonn, dass dieses Jahr endgültig den Durchbruch zu einer wirtschaftlichen Handwerks-Brauerei geschafft hat. Vor allem mit dem Brauereifest im November hat Fritz meine Sympathien gewonnen. Platz 3 und Bronze verleihe ich an Maisel & Friends aus dem schönen Bayreuth. Nicht nur hat mich Eva Ploß unterjährig immer wieder mit kostenlosen Bierlieferungen bestochen, die dann auch noch super schmeckten, auch hat sich der Ableger der bekannten Weißbierbrauerei als Pionier der deutschen Craftbier-Szene auch dieses Jahr wieder an der Vernetzung und Entwicklung neuer Biere außerordentlich beteiligt.

Zusätzlich zur übergeordneten Auswahl der besten Biere des Jahres möchte ich gerne auch die zehn besten Biere im Kontext meiner Jahresreihe „Alternative Getreide & weitere natürliche Zutaten“ prämieren. Jedes für sich stellt in der Kombination aus außergewöhnlichen Getreiden bzw. Zutaten und besonderem Biergenuss ein Alleinstellungsmerkmal dar, sodass hier auf eine Platzierung verzichtet und nur in alphabetischer Reihenfolge gelistet habe. Ich kann nur wirklich jedem empfehlen diese Bier einmal probiert zu haben.

Weiter geht mit den Einzelkategorien. Den Anfang macht das beste regionale Bier. Ausgangspunkt ist hierbei ganz subjektiv mein Wohnort Brühl. Und da hat mich in meiner Blog-Abwesenheit nach der Geburt meiner bezaubernden Tochter im März das Bonner Vintage von Bönnsch überrascht. Ein Bier, das nach mittelalterlichem Verfahren über Holz und Rauch gebraut wurde stellt einen völlig neuen Bierstil dar, der als eine Kreuzung zwischen Alt, Wieß und Rauchbier beschrieben werden kann.

In der Kategorie „Traditionell“ möchte ich ein Bier hervorheben, dass einen historischen Bierstil wiederbelebt hat. Denn mit dem Monarchy Methusalem vom Freigeist Sebastian Sauer wurde das historische Dortmunder Altbier zum Leben erweckt. Auch wenn es sich nach einer Patentanmeldung von der Dortmunder Bergmann-Brauerei nicht mehr so nennen darf, bleibt es für mich eines der herausragendsten Wiederbelebungen historischer Bierstile. Dazu aber hoffentlich nächstes mehr.

Die folgende Kategorie soll die besondersten der besonderen Biere aus 2017 auserwählen. So geht der diesjährige Sonderpreis sowohl an den Akarusho Banana Wine – ein 14%iges Biergebräu auf Hirsebasis aus Afrika – als auch an Er Boquerón von La Socarrada – das einzige mir bekannte Bier am Markt mit Meereswasser.

In der Kategorie „Alkoholfrei“ gab es zugegebenermaßen nicht so viel Auswahl und doch habe ich dieses Jahr eine durchaus große qualitative und geschmackliche Bandbreite ertrinken können. Nicht nur mich, sondern auch meiner Gattin hat aber vor allem das Riegele IPA Liberis mit seinen vollmundigen Fruchtnoten überzeugt.

Und last but not least der erstmalige Ehren- pardon Ährenpreis für besondere Verdienste an den Zielen des Bierjubiläums. Diesen teilen sich das Heubacher 500, welches ich am diesjährigen Tag des Bieres probierte und das 500 Tage im Holzfass reifen durfte, sowie der erste Kreativsud der dieses Jahr konstituierten Deutschen Kreativbrauer, die sich für das Natürlichkeitsgebot stark machen, mit der revolutionären Verknüpfung von Weizenmalz und untergäriger Hefe.

Allen Preisträgern einen herzlichen Glückwunsch und ein mindestens genauso erfolgreiches Jahr 2018.

Beim Genuss des Jahrgangsnachfolgers vom diesjährigen Siegerbier Jrön verabschiede ich mich aus 2017, wünsche allen einen guten Rutsch ins Jahr 2016+2 und vor allem immer ein Glas leckeren Bieres in der Nähe zu haben.

Kwas [квас] – Russisch Braun [ру́сский бу́рый]

Nach dem vorgestrigen hellen Kwass möchte ich mich heute an die dunkle Variante wagen. Grundsätzlich ist diese auch in Russland inzwischen weniger verbreitet, da sie weniger spritziger und erfrischender wirken soll. Historisch ist sie aber der Original-Kwass, da dieser zunächst aus Überresten von Roggensauerteigen entstanden ist, die durch umherfliegende Hefen angesteckt wurden. Im Gegensatz zum hellen Kwass soll der dunkle deutlich malziger und weniger fruchtiger schmecken und so an ein Malzbier erinnern.

Deshalb bin ich gespannt, ob diese industrielle Interpretation zumindest so gut wie das helle schmeckt. Skeptisch machen mich da die vielen Zusatzstoffe zur Säureregulierung und Konservierung mit den wohlklingenden E-Nummern. Offensichtlich scheint der Original-Kwass doch zu exotisch zu sein, um ihn auch in Deutschland anbieten zu können.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kwass
Brauart
. . . . . . . . . . . spontangärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Zucker, Glukose-Fructose-Sirup, Roggen- & Gerstenmalz, Hefe, E330, E202 & E211
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . <1,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Litauen
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Geruch: karamell-malzig, süß, ganz leicht röstig, wenig schokoladig
Geschmack: malzig-süß, leicht fruchtig, getreidig, bisschen spritzig, leicht angeröstet, trocken-süß-getreidiger Abgang
Gesamt: Auch der dunkle Kwass überrascht mich mit einem absolut annehmbaren Geschmacksprofil. Für meinen Gaumen bei der dunklen Note zwar etwas zu süß, aber durchaus ebenfalls eine interessante Alternative zum deutschen Malzbier. Allerdings muss auch klar kritisiert werden, dass der Einsatz von künstlichen Zusatzstoffen definitiv nicht zu unterstützen ist. Es ist wie schon erwähnt wohl aber darauf zurückzuführen, dass das Produkt an den hiesigen Markt angepasst wurde. Dies bestätigen auch einige, die bereits in Ostslawien dortigen (oder selbst hergestellten) Kwass probieren konnten.

Prost bzw. Ва́ше здоро́вье!