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Craftbeer Corner Coeln, die III.

Veedels Weizen | Veedels IPA | Victory Brewing Sour Monkey | Freigeist+BrauArt Apricot Fest | Freigeist Monarchy Methusalem | Against the Grain Muy Fuerte | Lervig Zipper | Bevog Rudeen | Brewski Conan | Stigbergets Children Village | Bevog Ond | Kompaan 39 Bloedbroeder | Freigeist Prussian Imperial Stout | Great Divide Brewing Yeti | Braustelle White Cardigan W | AndUnion Steph Weiss | Tilmans das Helle | Nøgne Ø #100 | Kloster Andechs Weißbier | De Molen Tsarina Esra | La Trappe Quadrupel

 

 

 

 

 

 

 

Letztes Wochenende war es (endlich) wieder soweit: C³-Time. Nach dem privaten Tasting am Vorabend mit meinem alten Studienkollegen David, reiste am Samstag erneut Nils aus Osnabrück an, um dann gemeinsam ins Craft-Bier-Zentrum Kölns zu fahren. Seit meinem letzten Besuch sind zwei neue Hausbiere (das Weizen und das IPA) hinzugekommen, die ich natürlich proBieren musste. Außerdem war die Taplist darüber hinaus auch sehr interessant und ausgewogen bestückt. Grund genug also für unser Trio uns (erneut) durch die weite Welt der Kreativbiere zu trinken. Hier also meine Impressionen aus dem Herzen der Biervielfalt in Kölle.

Bierfacts:

  •  Veedels Weizen:
    – obergärig; 5%
    – fruchtig frisches Hausweizen der CCC mit Yellow-Sub-Hopfen
    – gebraut durch Freigeist in Stolberg
  • Veedels IPA:
    – obergärig; 5,5%
    – blumig-frische Haus-IPA der CCC mit den Hopfensorten Nelson Sauvin, Apollo & Bravo
    – saisonal wechselnde Interpretation dieses Stils am Hahn 3
    – gebraut durch Freigeist in Stolberg
  • Victory Brewing Sour Monkey:
    – obergärig; 5,5%
    – Sour Tripel der 1996 gegründeten in Downingtown / Pennsylvania (USA) beheimateten Victory Brewing Company
    – geschmacklich besser als geruchlich
    http://www.victorybeer.com/beers/sour-monkey/
  • Freigeist+BrauArt Apricot Fest:
    – obergärig, 6%
    – diesjährige Collaboration Gose von Freigeist Bierkultur & BrauArt Sausenheim in Grünstadt in der Pfalz
    – gut fruchtig, aber zu sauer
    https://www.ratebeer.com/beer/brauart–freigeist-apricot-fest/499886/1/3/
  • Freigeist Monarchy Methusalem:
    – obergärig; 10%
    – Reaktivierung eines fast vergessenen Bierstils: Das Dortmunder Adambier – ein starkes saures Altbier
    – in Stolberg bei Vormann gebraut
    – neben der sauren auch eine schöne röstige & fruchtige Note
    https://www.ratebeer.com/beer/the-monarchy-methusalem/212801/
  • Against the Grain Muy Fuerte:
    – obergärig; 6,8%
    – belgisches Rauchbier aus Louisville / Kentucky (USA)
    – unangenehmer Geruch, leicht fruchtig, aber nicht der Knaller
    http://www.atgbrewery.com/Menu/Beer/2/Smoke/2/Muy-Fuerte/592
  • Lervig Zipper:
    – obergärig; 5,6%
    – American Pale Ale aus dem Hause Lervig (Stavanger, Norwegen) in Koorperation mit Stigbergets (Göteborg, Schweden)
    – auch als Einstiegsbier gut geeignet
    http://lervig.no/en/brewery/#beer
  • Bevog Rudeen:
    – obergärig; 7,4%
    – Black IPA aus Bad Radkersburg in Österreich
    – recht rauchtig mit fruchtigem Geruch
    https://bevog.at/beer/monster-line/rudeen/
  • Brewski Conan:
    – obergärig; 8%
    – Double IPA aus der 2014 gegründeten schwedischen Brauerei in Helsingborg
    – wenig fruchtig, recht grasig
    http://brewski.se/
  • Stigbergets Children Village:
    – obergärig; 11%
    – Imperial IPA aus Göteborg / Schweden (Brauereigründung 2012)
    – sehr lecker & stark fruchtig
    http://www.stigbergetsbryggeri.se/
  • Bevog Ond:
    – obergärig; 6,3%
    – österreichisches Rauch-Porter
    – harmonisch rauchig
    https://bevog.at/beer/monster-line/ond/
  • Kompaan 39 Bloedbroeder:
    – obergärig; 10%
    – Rum-Barrel-Aged Russian Imperial Stout aus der 2016 in Den Haag (Niederlande) gegründeten Brauerei Kompaan
    – starker toller Rumgeruch, im Geschmack dezenter aber gut
    http://kompaanbier.nl/beer
  • Freigeist Prussian Imperial Stout:
    – obergärig; 8%
    – Imperial Stout von Sebastian Sauer aus Stolberg nahe Aachen
    – malzig, sauer & Bitter
    https://www.ratebeer.com/beer/freigeist-prussian-imperial-stout/487243/
  • Great Divide Brewing Yeti:
    – obergärig; 9,5%
    – Imperial Stout aus der 1994 in Denver / Colorado (USA) gegründeten Craftbeer-Brewery
    – auf Preiselbeeren gelagert
    – sehr schön geschmeidig & malzig-süß
    https://greatdivide.com/beers/yeti-imperial-stout/

  • Braustelle White Cardigan W:
    – obergärig; 6,8
    – Weizenbock im Whisky-Fass gelagert
    – von Kölns kleinster aber vielfältigster Brauerei in Ehrenfeld
    – recht sauer, leicht ölig, aber lecker
    http://www.braustelle.com/homeneuigkeiten.html
  • AndUnion Steph Weiss:
    – obergärig; 5%
    – Weißbier der seit 2007 in München ansässigen Brauunternehmer, die in Kooperation mit kleinen traditionellen Brauereien arbeiten
    – „MODERNIST BAVARIAN CRAFT BEER“
    – würzig-süße Banane, harmonisch-weich
    http://www.andunion.com/de/product/steph-weiss/
  • Tilmans das Helle:
    – untergärig; 5,1%, 12.3°P
    – vom am Tag des deutschen Bieres 2014 gegründeten Münchner Brauunternehmen in der Brauerei Gut Forsting im Landkreis Rosenheim gebraut
    – schön malzig-süß & erfrischend
    http://www.tilmansbiere.de/

  • Nøgne Ø #100:
    – obergärig; 10%; 22.5°P
    – Barley Wine aus der 2002 in Grimstad / Norwegen gegründeten „nackten-Insel-Brauerei“
    – 2004 zur 100-Jahr-Feier der Auflösung der Personalunion von Norwegen & Schweden auf den Markt gebracht
    – absolut top, malzig-süß, röstig & Getreide im Abgang
    – als erste & einzige Brauerei produziert Nøgne auch Sake
    https://www.nogne-o.com/our-beers/
  • Kloster Andechs Weißbier:
    – obergärig; 5,5%
    – 1993 von der oberbayrischen Klosterbrauerei eingeführt
    – größte von nur noch wenigen authentischen Klosterbrauereien, die eine existierende Ordensgemeinschaft konzernunabhängig führt
    – gehört zu den Benediktinern von St. Bonifaz in München & Andechs
    – fruchtig, süß, würzig & frisch
    http://andechs.de/die-klosterbrauerei/unsere-biersorten/weissbier-hell/

  • De Molen Tsarina Esra:
    – obergärig; 10,1%; 23.4°P
    – Imperial Porter von der 2004 in Boidegraven / Niederlande am Oude Rijn gegründeten Brauerei
    – bis 2041 „haltbar“
    – noch harmonischer & weicher als das #100
    http://brouwerijdemolen.nl/beers

Fazit:

Auch nach meinem dritten Besuch hat die Faszination CCC noch nicht viel Glanz verloren. Sicher muss man hier bei vielen Bieren etwas tiefer in die Tasche greifen, aber dafür ist sowohl Auswahl als auch Qualität der Biere  in der westlichen Millionenstadt aber auch darüber hinaus absolut unschlagbar. Das regelmäßig wechselnde Fassbierangebot sorgt für immerwährende Kurzweile, wobei es beachtlich ist mit welcher Sorgfalt die jeweiligen Biere ausgewählt werden. Schließlich findet hier jeder ein (sehr gutes) Bier nach seinem Geschmack und erhält zudem auch noch fachkundige Informationen und Beratung.

Auf dem Weg nach Hause sind wir dann noch auf einen Absacker im Brühler Seasons eingekehrt:

Es war also auch diesmal wieder ein herrlicher Bierabend. Und wenn Ihr auch mal Biervielfalt live erleben wollt, kann ich euch das CCC erneut wärmstens ans Bierherz legen.

Weitere Informationen zur CCC unter: http://www.craftbeercorner.de

International Beer Day 2017

Bierjubiläum wishes all beer friends around the world a happy International Beer Day 2017!
• Gather with friends and enjoy the taste of beer
• Celebrate those responsible for brewing and serving beer
• Unite the world under the banner of beer, by celebrating the beers of all nations together today!
Cheers!

Bei mir gab’s heute zur Feier des International-Beer-Day ein wirklich leckeren Weißbier- und Schwarzbier-Sour mit meinem selbstgemachten Biersirup:

 

 

 

 

 

 

Auf die Natürlichkeit, Vielfalt, Qualität, Regionalität & Transparenz!

Gründung Deutsche Kreativbrauer e.V.

Zum diesjährigen Bierjubiläum hat sich ein neuer Verband gegründet, der sich das Ziel gesetzt hat das Reinheitsgebot zu reformieren. Einerseits soll es auf natürliche Zutaten eingeschränkt, aber gleichzeitig auch von unverständlichen Restriktionen befreit werden.
So ist es derzeit wie bereits in Das Reinheitsgebot beschrieben zwar möglich chemische Hilfsstoffe oder Zuckerarten zur Färbung des Bieres zu verwenden, allerdings sind jegliche natürliche Zutaten außer Gersten-, Weizen-, Roggen- und Hafermalz (bei untergärigen Bieren sogar nur Gerstenmalz), sowie Hopfen und Hefe verboten. Der Verein – zu dem u.a. das Ale Mania mit Fritz Wülfing aus Bonn zählt – will sich dafür einsetzen die Qualität des in Deutschland gebrauten Bieres wieder zu erhöhen – dafür soll das Reinheitsgebot einem „Natürlichkeitsgebot“ weichen.
Als „Konstitutionssud“ wurde gleich gemeinschaftlich ein untergäriges Weizenbier gebraut – etwas, das laut vorläufigem Biergesetz v.a. in Bayern nicht erlaubt ist.

Bierjubiläum begrüßt diesen längst überfälligen Schritt, wünscht allen Kreativbraueren viel Erfolg und hofft, dass sich auch die weiteren deutschen Brauverbände dieser Initiative offen gegenüber stellen.

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Infos unter:

www.deutschekreativbrauer.de/das-natuerlichkeitsgebot/

http://www.ardmediathek.de/tv/Schwaben-Altbayern/Nat%C3%BCrlichkeit-statt-Reinheit/BR-Fernsehen/Video?bcastId=14913702&documentId=42261512

182. Heubacher 500

Ein Jahr ist nun schon seit dem Bierjubiläum vergangen. Den heutigen Tag des deutschen Bieres möchte ich deshalb mit einem ganz besonderen Bier begießen. Ein Bier, das zumindest auf dem Papier sehr vielversprechend ist und wie kaum ein zweites für mein Blog geschaffen ist.

Schon zum Bierjubiläum im letzten Jahr präsentierte die bis 1725 zurückgehende Hirschbrauerei Heubach aus dem Ostalbkreis ein Bier, wie es passender für diesen Anlass kaum sein könnte. Mit erhöhtem Stammwürzegehalt und bei nahezu 0°C wurde es für über 500 Tage in den Albfelskellern gelagert und gereift. Für den Rheinländer in mir ist insbesondere die Verwendung von Altbierhefe sehr interessant – ein Alt aus Baden-Württemberg habe ich bisher nämlich noch nicht probiert.

„Die moderne Interpretation eines historischen Bieres.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Altbierbock
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  17.6°P
Alkoholgehalt. . . . . .
6,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Heubach
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___15
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

In der Nase intensiv karamellmalzig mit einer leichten Note nach roten Früchten und alkoholaromatischer Süße.
Am Gaumen dann eine wirklich ausgewogene Überraschung aus einem gut balancierten Mix aus Malzigkeit und fruchtiger Süße. Die Bittere ist im Vergleich zum Alkoholaroma zwar dominanter, aber beides hält sich noch ausreichend im Hintergrund. Auch der ölige herbe Abgang fügt sich gut ins (weiche) Gesamtbild.
Alles in allem also sehr abgerundet und obwohl es in der Liga eines Sticke (Altbierbock) aus Düsseldorf spielt, ist es doch ganz individuell, eher orientiert an einem dunklen Weizenbock. Für diese hervorragende Besonderheit, für die 500 Tage Lagerung und für den heutigen Tag des deutschen Bieres vergebe ich ausnahmsweise 14 Pkt. (1).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.heubacher.de/index.php/wo-gibt-s-heubacher/haendlerliste/item/103-500-jahre-reinheitsgebot-500-tage-gereift-das-neue-heubacher-500.

Prost!

181. Weihenstephaner 1516 Kellerbier

Anlässlich des morgigen Tags des deutschen Bieres möchte ich heute meine erste „nachgeburtliche“ Rezension wagen. Dabei ist mir das Weihenstephaner im hiesigen Getränkemarkt über den Weg gelaufen und musste mit eingepackt werden. Grundsätzlich bin ich natürlich bei „handwerklichen“ Brauversuchen größerer Brauhäuser skeptisch, allerdings glaube ich mit diesem Bier. Ist Weihenstephan doch eine relativ authentische Brauerei, die mit der angegliederten Forschungsbrauerei der Technischen Universität München seit einiger Zeit auch wieder den Blick in die Zukunft gerichtet hat. Deshalb nehme ich es erst einmal wohlwollen hin, dass man sich anlässlich des Bierjubiläums wieder mal ein Kellerbier gewagt hat (auch wenn das sicher nicht besonders kreativ zu sein scheint):

„Das Weihenstephaner 1516 wurde zu Ehren des 500-jährigen Bayerischen Reinheitsgebots eingebraut und wird nur saisonal, zur Frühjahreszeit, angeboten. […]

Beim Brauverfahren des 1516 haben sich die Braumeister an die traditionelle Herstellungsweise eines Märzenbieres gehalten. So reift das Bier aus dunklem Münchner und hellem Pilsner Malz in Kombination mit traditionellen Hallertauer Hopfensorten, wie der seltenen Sorte Hallertauer Record, lange und kalt in den historischen Gewölbekellern am Weihenstephaner Berg.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kellerbier
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  12.6°P
Alkoholgehalt. . . . . .
5,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Weihenstephan
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________9
Fazit

Im Geruch frisch, würzig und vor allem grasig-blumig – zudem leicht bitter.
Geschmacklich ebenso grasig-würzig mit einer unterschwelligen Malzigkeit. Während die Bitterkeit im Antrunk noch gemäßigt rüberkommt, wird sie im leicht säuerlichen Abgang doch etwas störend.
Auch wenn das Bier insgesamt recht ausgewogen ist und trotz der Titulierung als Kellerbier wohl näher am beschriebenen Märzen liegt, fehlen mir zu einem herausragenden Bier schlicht die kreativen Spitzen. Nicht nur die schwankende Bitterkeit, auch die geringe Malzigkeit lassen eine fehlende Linie erkennen. Deshalb summa summarum 10 Pkt. (2-).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.weihenstephaner.de/unsere-biere/1516-kellerbier/.

Prost!

Frohe Ostern 2017!

Mit diesem wohl passendsten Bier möchte ich allen auch aus bieriger Sicht frohe Ostern wünschen und hoffe, auch euch begleitet in diesen Tagen eine leckere Hopfenschorle.Guardians of the Galaxy Vol. 2 movie

  • Hasenbräu Oster-Festbier:
    – 13.2°P; 6%
    – untergäriges Märzen
    – aus der 1464 gegründeten „Hasen-Preu“-Brauerei
    – diese gehört inzwischen aber zur Oetker- bzw- Radeberger-Gruppe
    – in Augsburg wurde im Jahre 1156 das älteste bekannte deutsche „Reinheitsgebot“ für Biere erlassen
    http://www.hasen-braeu.de/der-haus-preu

>>>Für die Deko ist übrigens mein kleiner Sohnemann verantwortlich 😉

Das letzte Abendmahl: Bierbrot

„Während des Mahls nahm er das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es ihnen und sagte: Nehmt, das ist mein Leib. Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, reichte ihn den Jüngern und sie tranken alle daraus. Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.“ Markus-Evangelium Kapitel 14 Vers 22-24

Am heutigen Gründonnerstag, welcher an das letzte Abendmahl Jesu Christi erinnert, habe ich mit der mir geschenkten Backmischung zum ersten Mal ein Bierbrot gebacken. Und welches Bier könnte dafür nicht passender sein als das Loffelder Bio-5-Korn vom Staffelberg Bräu aus Bad Staffelstein. Bereits auf unserer Franken-Tour verköstigt und für sehr gut befunden, wurde es im letzten Jahr anlässlich des Bierjubiläums als Sondersud mit Gerste, Hafer, Roggen, Emmer und Dinkel eingebraut. Verfeinert mit etwas Dinkelvollkornmehl und Haferflocken verwandelt sich das Bier mit der Backmischung nun zu einer wahren Osterköstlichkeit.

Besten Dank auch nochmals an Sabrina und René für das tolle Geschenk.

Infos zum Bier unter: http://www.staffelberg-braeu.de/cms2/aktuell/2016/160-Jahre-Staffelberg-Braeu_500-Jahre-Reinheitsgebot.php

Und die dazugehörige Backmischung: https://www.depot-online.com/backmischung-bierbrot-454g-MRT0002240.html

Guten Appetit!

144. Luther Reformationsbier

1517-2017: 500 Jahre Reformation

Nach 500 Jahren Reinheitsgebot folgt in diesem Jahr gleich das nächste große Jubiläum. Luther’s Thesenanschlag an die Schlosskirche zu Wittenberg und die darauf folgende Reformation mitsamt Aufspaltung der christlichen Kirche in katholisch und protestantisch jährt sich das 500. Mal. Dass Martin Luther auch passionierter Biertrinker war, ist weithin bekannt und durch viele Zitate belegt:

„Wer kein Bier hat, hat nichts zu trinken!“

Eines seiner Lieblingsbiere war das seiner Frau, welche selbst das Brauen gelernt hatte und in den heimischen Räumlichkeiten praktizierte. Aber auch sonst war er großer Fan insbesondere der Mitteldeutschen Biere, wie z.B. dem heutigen Einbecker. Glücklicherweise bin ich per probiershop.com zu diesem feierlichen Anlass auch an das passendste Bier des Jahres gekommen: Das Luther Reformationsbier. Das wird zwar nicht mehr von seiner Frau hergestellt, dafür aber von der Brauerei Neunspringe, die neben diesem Bier noch drei weitere im Aufgebot hat.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . .  Pilsner
Brauart. . . . . . . . . . .
untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Wasser, Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze. . . . . .  –
Alkoholgehalt. . . . . .
4,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Leinefelde-Worbis
Erscheinungsjahr. . . (1517)

Bewertung

144_Luther Reformationsbier

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________7
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________8

Fazit

Für ein Pils recht wenig hopfig-herb, dafür sowohl im Geruch als auch im Geschmack recht malzig und ein wenig würzig. Auch die Rezenz ist ganz ordentlich. Im Abgang überraschend frisch und leicht sauer. Leider kann das Bier insgesamt aber nicht mit der historischen Lebensleistung des Hr. Luther mithalten, ist jedoch ein passables und gut trinkbares Bier. Und darauf kam es doch 1517 schließlich an – deshalb in Summe 9 Pkt. (3+).

„Dies Übel regiert am meisten in denen, die etwas voraus zu haben glauben vor anderen und ein ehrbares Leben führen und mehr Gnade haben. Die blähen und brüsten sich; was ihnen nicht gleich ist, das muss sinken, das richten sie, das verachten sie, und sie sind das hübsche Kätzlein im Hause.“ (Martin Luther)

Weitere Infos zum Bier unter: http://lutherbier.de/produkte_pils.html.

Prost und auf die Ökumene!

1516-2016: Bier-Jubiläum – Ein Fazit

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>>>500 Jahre deutsches „Reinheitsgebot“
>>>500 Biere aus knapp 40 Ländern von jedem Kontinent
>>>In Summe über 125 Liter Bier

Das ist das Ergebnis aus einem Jahr Bier-Blog. Ein Jahr, das einem großen Jubiläum gewidmet war: 500 Jahre Reinheitsgebot für deutsches Bier. Dabei hat dieses Reinheitsgebot nicht nur eine bewegte Vergangenheit hinter sich, weshalb sowohl die 500 Jahre als auch deutsches Bier bei genauerer Betrachtung natürlich nicht ganz korrekt und klar abgrenzbar sind. Und auch der Begriff „Reinheitsgebot“ ist sowohl historisch als auch buchstäblich kritisch zu sehen. Schließlich hat es in den letzten 500 Jahren vielerlei Entwicklungen in der deutschen (und natürlich auch internationalen) Bierwelt gegeben, die die stets die Herausforderung mit sich brachten, Bier in möglichst hoher Qualität genießbar zu halten. Allerdings hat sich der Anspruch hierüber immer wieder verändert. Wurden in den ersten Jahrhunderten noch viele Experimente mit dem Bier gewagt, kam es nach der Einführung des „Reinheitsgebots“ in ganz Deutschland nach der Reichsgründung zu einer sukzessiven Uniformierung und auch Zentralisierung. Erst neue Einflüsse aus Übersee haben auch in Deutschland wieder zu einem Umdenken geführt. So entstehen auch hierzulande immer mehr neue Brauereien, die wieder für mehr Vielfalt sorgen.

Diese Vielfalt gerät allerdings immer wieder im Konflikt mit dem „Reinheitsgebot“, welches sich u.a. im vorläufigen Biergesetz niederschlägt und den Brauern z.T. nur wenig Handlungsspielraum einräumt. Dies sei grundsätzlich auch gar nicht zu kritisieren, wenn nicht aber auf der anderen Seite eine Vielzahl an künstlichen (chemischen) Zusatz- oder Hilfsstoffe erlaubt werden, welche so gar nicht zur Vorstellung eines „reinen Bieres“ passt. Außerdem ist auch die Differenzierung zwischen unter- und obergärigen Bieren nicht nachvollziehbar.

>>>Wie erging es dem Bierjubiläum?

Eine große Erkenntnis aus einem Jahr Bierjubiläum ist sicherlich, dass es ohne Netzwerk und Vitamin B kaum eine Möglichkeit gibt auf Seiten des Gesetzgebers Druck aufzubauen, diese Situation zu verbessern. Schade finde ich insbesondere, dass auch Verbände, wie die Privaten Brauer oder die Association of Craft Beeer Brewers, keinerlei Reaktion auf meine Kontaktanfragen zeigen. Dabei ist eine grundlegende Reform des „Reinheitsgebots“ längst überfällig. Einen Vorschlag hierzu hätte ich auch schon erarbeitet. Allerdings scheint hier (noch) die Macht und der Lobby-Einfluss der „Kartell-Brauereien“ enorm groß zu sein. Aber auch die (neue) Craft-Bier-Szene – so mein Eindruck – verleiht einer Weiterentwicklung der gesetzlichen Grundlagen kaum Nachdruck. Vielleicht auch, weil sie sich immer wieder auf Ausnahmegenehmigungen verlassen und darauf hoffen, dass der Markt hier die Dinge regeln wird. Trotzdem möchte ich auch nicht an Kritik gegenüber den Craft-Brauern sparen, welche sich allzu oft nur im Marketing verlieren und nur darauf aus sind immer extremere Biere auf dem Markt zu werfen. Ziel sollte es sein Biere in gleichbleibend hoher Qualität mit hochwertigen natürlichen Bier-Zutaten zu brauen und diese dabei nicht „pseudo zu veredeln“. Aspekte, wie Regionalität, Saisonalität oder Tradition sollten hierbei eine ebenso große Rolle spielen. Und warum probiert man eigentlich nicht auch mal Blend-Biere aus? Vielleicht schafft es das „deutsche Reinheitsgebot“ auch dann in die Liste der UNESCO-Weltkulturerben. Ein Beispiel sollten uns hier die Belgier sein, die es mit ihrem Bier bereits in die Liste geschafft haben.

>>>Warum nochmal das Ganze?

Ziel meines Blogs soll dabei aber weiterhin langfristig sein, diese Strukturen aufzubrechen und einen Reform-Prozess anzustoßen bzw. meinen Beitrag dazu zu leisten. Kurzfristig möchte ich wenigstens die Leser zu diesem Thema sensibilisieren um somit ggf. einen Multiplikator-Effekt zu erzielen. Beides ist jedoch effektiv nur mit einem halbwegs großen Netzwerk möglich, welches mir aktuell noch nicht wirklich zur Verfügung steht.

>>>Die Highlights?

Vor diesem Hintergrund gab es trotzdem zahlreiche Höhepunkte, die das Bierjubiläum-Jahr säumten. In erster Linie sind da die regelmäßigen Verkostungsrunden in der Kierberger Eule zu nennen, die jedes Mal interessant und lecker zugleich waren. Herauszustellen ist sicherlich mein eigener Auftritt im April zum Thema 500 Jahre Reinheitsgebot. Aber auch der regelmäßige Austausch mit Biersommelier Markus Weick war sehr inspirierend und lehrreich. Am Tag der Tage – dem 500. Tag des Bieres fand die Craft-Bier-Messe in Walberberg statt, die mir nochmals die Größe der Craft-Bier-Welt aufgezeigt hat. Dass aber auch die traditionelle Bierwelt da mehr als mithalten kann, zeigte sich dann im Juli auf der Bierbörse in der Bonner Rheinaue. Der wohl aber bierigste Höhepunkt des Jahres war die Franken-Bier-Tour im August, wo wir (Alex, Nils und meine Wenigkeit) innerhalb einer Woche an 6 Stationen zusammen 100 unterschiedliche Biere genießen durften. Und sogar in meinen Urlauben an der Ostsee und im Schwarzwald konnte ich glücklicherweise viel Braukultur hautnah erleben. Unerwähnt bleiben sollte zudem natürlich auch nicht mein Start auf Facebook gegen Ende des Jahres.

>>>Was waren meine ganz persönlichen Erfahrungen in 2016?

Nunja, in erster Linie musste ich feststellen, dass Blogschreiben deutlich mehr Aufwand bedeutet als anfänglich vermutet. Dass dadurch andere Dinge kürzertreten mussten, habe ich aber meistens gerne in Kauf genommen. Auch musste ich feststellen, dass Projekte mit mehreren Leuten nicht immer funktionieren. Gerade nach dem entmutigenden Ausscheiden der anderen Co-Autoren habe ich lange mit mir gerungen, ob ich das Blog überhaupt weiter fortführe. Im Prinzip hat mich schließlich nur die Kierberger Eule daran gehindert. Konsequenterweise habe ich dann auch (vielleicht etwas zu spät) den Weg in die sozialen Medien gesucht und gefunden. Hier bietet mir Facebook zumindest eine erkennbare Plattform um mich, das Blog und das Thema etwas sichtbarer zu machen. Persönlich würde ich mir jedoch nach wie vor mehr direkte Rückmeldungen wünschen. Denn hin und wieder kommen Zweifel bei mir auf, ob das Interesse überhaupt groß genug ist, hier so viel Zeit zu investieren. Aber dann kommen immer wieder wertschätzende Momente, wie mein letzter Beitrag zum Bierjubiläums-Bier, welcher mehr als 1100 Leute in über 30 Ländern erreichte, die mich weiter motivieren.

>>>Und sonst?

Auch nach über 500 Bieren in einem Jahr, was mir gleichzeitig über 300 neue Kronkorken bescherte, muss ich konstatieren, dass die riesige (deutsche) Bierwelt nahezu unentdeckbar zu bleiben scheint. Auch wenn ich inzwischen viele Biere und Brauereien wiedererkennen kann, bleibt doch alleine die schiere Masse überwältigend. Etwas verloren gegangen ist dabei aber die Faszination für Craft-Biere. Nicht, weil diese qualitativ minderwertig sind, sondern weil auch hier oftmals kopiert oder in zu kleinen Nuancen gearbeitet wird. Kann aber auch sein, dass ich einfach meine Geschmacksknospen in diesem Jahr zu sehr beansprucht habe. Schließlich konnte ich gegen Ende durchaus feststellen, dass eine differenzierte Bewertung immer schwieriger wurde. Dies lag aber auch daran, dass ich natürlich vorwiegend Biere rezensiert habe, die mir persönlich zusagten bzw. besonders interessant waren. Dadurch ist auch zu erklären, dass es zu einen recht guten Punktedurchschnitt von 11 Pkt. gekommen ist. Insgesamt kann ich aber auch festhalten, dass sich mein Geschmack für Biere geändert hat. So bin ich inzwischen deutlich offener für Bierstile, die sich recht weit vom deutschen Mainstreamgeschmack bewegen.

>>>Wie geht es also weiter?

Natürlich werde ich weiterschreiben und posten. Vermutlich aber nicht mehr in der Intensität wie noch in 2016. Alleine unser familiärer Zuwachs Anfang April wird (zunächst) für eine Prioritätenverschiebung sorgen :). Und wer weiß vielleicht geht auch irgendwann mein kleiner Lebenstraum in Erfüllung und auch ich eröffne eine eigene Brauerei, in der dann nicht nur spannende Biere aus den verschiedensten Getreidesorten (ja es gibt mehr als Gerste und Weizen – und ja Reis, Mais und Hirse sind auch Getreide ;)) sondern auch leckere Bier-Mix-Cocktails entworfen und serviert werden…

Am Ende möchte ich mich nochmals recht herzlich bei Euch allen bierinteressierten Lesern bedanken und nochmals meine Einladung erneuern, gerne jederzeit auch Beiträge in Form von Bildern, Videos, Audios oder kurzen Artikeln beizusteuern.

Bis dahin verbleibe ich mit bierigen Grüßen aus Brühl

Euer Markus

PS: Für weitere Infos zu meinen Gedanken zur Reinheitsgebotsreform verweise ich gerne nochmals auf  23.04.1516 – 23.04.2016: 500 Jahre Reinheitsgebot – (K)ein Grund zum Jubeln?

Urlaub im Hochschwarzwald

Hier einige bierige Impressionen von unserem Urlaub rund den Feldberg:

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  • Feierling Inselhopf & Bruno (5%):
    – seit 1877 unabhängige Hausbrauerei im Herzen der Freiburger Altstadt mit Sudhaus im Gastraum, sodass stets der leckere Geruch der Maische in der Nase ist
    – Prädikat: absolut empfehlenswert!
    http://www.feierling.de/

SAM_0732 SAM_0731 SAM_0733 SAM_0737 SAM_0740 SAM_0742 SAM_0744

SAM_0749

  • Lenzkircher Pils (11.7°P; 4,9%), Zwickl, Dunkel (11.8°P; 45,2%) & Weizen (12.6 °P; 5,2%):
    – aus der 1846 gegründeten Familienbrauerei Rogg in Lenzkirch, welche ich selbstverständlich besuchen musste
    – in der Brauereigaststätte gab es alle vier im tollen ProBierle
    – die zwei weiteren Bio-Biere sowie das Rogg Zipfel habe ich mir dann als Flasche mitgenommen
    – angeschlossen am Brauerei-Gelände ist ein Camping-Platz
    http://www.brauerei-rogg.de/start_01.html

SAM_0771 IMG_20160923_124229 IMG_20160923_124859Daneben habe ich mir noch das ein oder andere Bier aus meinem Craft-Bier-Fundus mitgenommen:

  • Brooklyn East IPA (6,5%):
    – obergäriges IPA mit Weizenmalz aus einer der älteren Craft-Beer-Brauereien der USA (mit Gründung 1988)
    http://brooklynbrewery.com/

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  • Ratsherrn Pale Ale (5,6%):
    – das Ganze un-imperial aus dem Hause Ratsherrn in Hamburg
    http://ratsherrn.de/de/

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  • Ingelmunster Kasteel Rouge (8%):
    – aus der 1900 entstandenen Castle-Brauerei van Honsebrouck im westflämischen Izegem
    – enthält neben der Weizenrohfrucht auch Kirschen und Stevia
    http://www.vanhonsebrouck.be/kasteel-rouge/

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  • Maredsous Abbaye Blonde (6%):
    – geht auf die Abtei Maredsous im wallonischen Denée zurück, wird jedoch in der Brauerei Mortgaart im flämischen Puurs produziert
    – Abteibier nach Benediktiner-Tradition und mit Glukosesirup, welches laut Wikipedia nie in der besagten Abtei gebraut wurde
    http://www.maredsousbieres.be/

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  • Camba Hop Gun (14.6°P; 6,4%):
    – Brown Ale aus dem Hause Camba im bayrischen Truchtlaching
    – Best American Brown Ale World Beer Awards 2016
    – Craft-Brauerei des Jahres 2014
    – eines von wirklich sehr vielen traditionellen und modernen Bieren der Brauerei
    http://www.camba-bavaria.de/internationale-biere/camba-hop-gun/

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  • Hanscraft & Co Backbone Splitter (17.2°P; 6,6%):
    – IPA aus der Craft-Bier-Brauerei Hanscraft in Aschaffenburg
    http://hc-co.de/de/

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Beim Schreiben dieser Zeilen hat mich darüber hinaus folgendes Bier begleitet:

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Nicht probiert aber gesehen habe ich folgende Brauerei:

http://www.martinsbräu-freiburg.de/ (2. Hausbrauerei Freiburgs)

Bierige Grüße also aus dem deutschen Südwesten 🙂

Biermix-Cocktail

Ja, auch das ist Teil der (deutschen) Bierkultur. Und als stolzer Besitzer der wohl größten Hausbar Brühls natürlich auch wichtiger Teil meines Repertoires.

Hier ein Bespiel – der WeiBa Deluxe: Hefeweizen , Bananensaft, Limettensaft und 43er. Das Weißbier kam diesmal aus der (offiziell) ältesten Brauerei Deutschlands, der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan von 1040.

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Ein Hoch auf die Biermixcocktails! Prost!

Urlaub am Weißenhäuser Strand

Hier einige bierige Impressionen von unserem Urlaub an der Ostsee:

  • Lück Pils (4,8%):
    – gegründet 1865 in Lübeck von Jürgen Heinrich Lück, der als einer der ersten im Norden untergärig brauen lies
    – Verkauf des Familienunternehmens 1979 an die Bavaria-Brauerei in Hamburg, welche 1989 die Produktion des Bieres einstellte
    – Vor einigen Jahren Wiederauferstehung in Schillsdorf durch die ehemaligen Besitzer und Braumeister
    http://www.lueck-pils.de/unser_bier.html

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  • Dithmarscher Pilsener (11.6 °P / 4,8%) & Urtyp (11.4 °P / 4,9%):
    – aus der einzigen Privatbrauerei an der Westküste Schleswig-Holsteins Dithmarschen in Marne- mit einer sehr interessanten und leckeren Getreidenote
    http://www.dithmarscher.de/ueber-uns/produkte.html

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  • Holsten Edel (11.2 °P / 4,9%):
    – aus der inzwischen nicht mehr existenten Holsten Brauerei in Hamburg-Altona
    – Gründung der Brauerei 1879 – Einführung des Edel 1913
    – Übernahme des Unternehmens 2004 durch die Carlsberg-Gruppe, welche dieses 2014 auflöste (fortan Braubetrieb für Carlsberg direkt)
    https://www.holsten-pilsener.de/biere.html

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  • Fietsche Fischer´s Hafenbier dunkel (4,8%):
    – gebraut von der Lück Brauerei für die Travemünder Marke Fietsche Fischer
    – neben dem Bier werden auch diverse weitere Produkte – wie Liköre, Schnäppse aber auch Fisch und Souvenirs – vertrieben
    http://fietschefischers.de/

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  • Kieler Bier (12°P / 4,8%) & Kieler Pils (4,8%):
    – Naturtrübe Biere aus der letzten Brauerei der Kieler Altstadt
    – erst 1988 gegründet, wollte man die Braukunst wieder in Kiel ansiedeln
    – besonders spannend ist der Einblick in die Brauräume, welche aus dem Gastraum einsehbar sind, und die Geruchsproben von Malz und Hopfen
    – neben vielerlei Informationen rund um das Bier und den Brauprozess ist auch die Reinheitsgebotsurkunde ausgehängt
    – zusätzlich gab es noch das aktuelle Saisonbier: ein Maibock
    http://www.kieler-brauerei.de/

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  • Pionier glutenfrei Pilsener (4,5%):
    – nach eigenen Angaben das erste glutenfreie Pils, das dank einer neu entwickelten Braugerste nach Reinheitsgebot gebraut ist
    – der Rohstoff soll dabei gentechnikfrei sein und in Australien entwickelt worden sein
    http://www.pionier-glutenfrei.de/#

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  • Oldenburger Schaumkrönchen (5,1%):
    – gebraut mit Holsteiner Gerstenmalz, aber produziert und abgefüllt im bayrischen Aldersbach
    – präsentiert in stylischen Holzkästen

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  • Ratsherrn Pilsener (11.3°P / 4,9%) & Backyard Beach Summer Ale (11.3°P / 4,5%):
    – aus der 2012 gegründeten Craft-Bier-Brauerei im Hamburger Schanzenviertel
    – neben 6 Stammbieren gibt es noch unzählige weitere saisonale sowie limitierte Biere
    http://ratsherrn.de/de/

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  • Sternburg Export (11.9°P / 5,2%):
    – aus der heutigen Leipziger Brauerei Sternburg
    – gegründet von Maximilian Speck als Freiherrlich von Sternburg’sche Brauerei im Leipziger Vorort Lützschena, welcher durch seine „Bierverdienste“ vom bayrischen König in den Freiherrnstand erhoben wurde
    – zu DDR-Zeiten wurde ein German Pils gebraut, welches in den Ostblock exportiert und für das Militär gebraut wurde
    – nach der Wende mussten die ehemaligen Brauanlagen aufgegeben werden und der Betrieb nach Leipzig selbst verlegt werden
    – heute gehört es zur Radeberger-Gruppe
    http://www.sternburg-bier.de/sternburg-bier/sortiment/export/

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Nicht probiert aber gesehen habe ich folgende zwei Brauereien:

http://www.brauberger.de/cms/ (Altes Lübecker Brauhaus)

http://lillebraeu.de/ (einzige Kieler Craft-Bier-Brauerei)

 

Bierige Grüße also aus dem deutschen Norden 🙂

23.04.1516 – 23.04.2016: 500 Jahre Reinheitsgebot – (K)ein Grund zum Jubeln?

Heute ist es nun soweit: Das „Reinheitsgebot“ (wie es heutzutage genannt wird) feiert seinen 500. Geburtstag! Höchste Zeit also für eine Hülle und Fülle an Gratulationen und Glückwünschen?! Ich würde sagen ja, aber…

TagdesdeutschenBieres

Damals wie heute ist dieses Reinheitsgebot nicht unumstritten. War es damals noch die scheinbare Preissicherheit und die Zentralisierung des Braurechts bei der herrschenden Elite, ist heute vor allem die aktuelle Rechtslage sowie die Abnutzung des Begriffs als Marketinginstrument größter Kritikpunkt der Gegnerschaft. Bei all der Kritik wird allerdings häufig vergessen, dass wir in Deutschland mit einer der vielfältigsten und hochwertigsten Bierlandschaft der Welt gesegnet sind, die sicher auch zu einem Teil auf die nun schon 500 Jahre bestehenden Beschränkungen des Bierbrauens zurückgeht. Was ist also dran an all der Kritik, die sich insbesondere im Jubiläumsjahr im Netz und in den Medien ausbreitet?

Festzuhalten bleibt, dass es das (deutsche) Reinheitsgebot so nicht gibt. Erst einmal hat es viele Jahrhunderte gebraucht bis sich das Gebot in ganz Deutschland durchsetzen konnte, wobei es im Laufe der Zeit immer mal wieder modifiziert wurde. Dabei gab es (siehe Beispiel DDR) und gibt es bis heute immer wieder Ausnahmen vom „strengen“ Reinheitsgebot. Zudem ist die derzeitige Biergesetzgebung derart inkonsequent, dass das Label „gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot“ eigentlich kaum noch ein wirkliches Qualitätsmerkmal ist. Ohne mich in die lange Reihe der Kritiker einreihen zu wollen, muss alleine ganz grundsätzlich bemängelt werden, dass es eine derart unterschiedliche Regelung zu unter- und obergäriger Brauart gibt. Es ist kaum vermittelbar, warum in untergärigen Bieren bis heute nur Gerstenmalz, Hopfen und Hefe eingesetzt werden darf, wohingegen bei obergärigen Bieren auch Weizen, Roggen und Hafer sowie Rohr-, Rüben-, Invert- und Stärkezucker, Süßstoffe und daraus hergestellte Farbstoffe Verwendung finden dürfen. Der größte Kritikpunkt hingegen ist wohl, dass trotz dieser reinlichen Vorschrift die Möglichkeit besteht allerhand sogenannter Lebensmittelzusatzstoffe beizumengen, um beispielsweise die Naturtrübung des Bieres zu entfernen. Vor allem die Diskrepanz zwischen der erlaubten Verwendung von chemischen Hilfsstoffen und alleine des Verbots von anderen Getreidegattungen wie Reis, Mais oder Hirse, unterstreicht für mich die Fragwürdigkeit des heute geltenden Biergesetzes.

Meiner Ansicht nach Bedarf es also einer Reform (nicht Revolution) des heutigen Reinheitsgebots. Dabei sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:

1. Genehmigung der Verwendung aller Formen von Getreidemalz – dabei gelten folgende Pflanzen als Getreide:

  • Gerste
  • Weizen und dessen Arten wie z.B. Einkorn, Emmer oder Dinkel
  • Roggen
  • Hafer
  • Reis
  • Mais
  • Hirse (Rispen- und Kolbenhirse, Sorghum sowie alle weiteren Arten)
  • sowie alle daraus entstandenen Kreuzungen wie Triticale oder Secalotricum

2. Möglichkeit der zusätzlichen Verwendung von allen oben genannten Getreiden als Rohfrucht

3. Klare Vorgabe zur ausschließlichen Verwendung folgender Zusatzstoffe:

  • Direkte Getreideprodukte (z.B. Maltose)
  • Zucker nur aus direkter landwirtschaftlicher Erzeugung (incl. Honig)
  • weitere natürliche Zutaten wie Gewürze oder Früchte

4. Ausschluss bzw. strenge Begrenzung der (chemischen) Lebensmittelzusatzstoffe, Konzentrate & Extrakte welche in der Bierherstellung (keine) Verwendung finden dürfen

5. vollumfängliche Kennzeichnung und Ausweis aller verwendeten Hauptinhalts- sowie Zusatzstoffe

Zudem wäre unabhängig der Zutatendiskussion eine klare Darstellung des tatsächlichen Brauortes sowie bei abhängigen Brauereien auch die Nennung der zugehörigen Braugruppe/Großunternehmens auf dem Bieretikett sehr  wünschenswert.

Dabei soll es niemals darum gehen strenge Vorschriften zur Lebensmittelqualität aufzuweichen, sondern die heutzutage stark dezimierte Biervielfalt Deutschlands wiederzubeleben und mit dem fraglos sehr hohen Brau-Know-How deutscher Bierproduzenten neue hochwertige Biere zu kreieren. Die Reform des Reinheitsgebots würde überdies auch Vorteile für die deutschen Brauer bereithalten. So könnte man mit Reis- oder Maisbieren einen ganz neuen Massenmarkt für günstigere Biere eröffnen. Gleichzeitig würden die „klassischen“ Biere nach dem traditionellen Reinheitsgebot aufgewertet. Zudem hätte man mit modernen kreativen Bieren eine wohl weitaus größere Chance die Jugend (aber auch Erwachsene) wieder zum Bier trinken zu gewinnen, als mit irgendwelchen Biermischgetränken.

Ein Vorschlag zur Güte wäre meiner Meinung nach deshalb eine Kategorisierung von Bieren. Je nach Verwendung von Hauptinhalts- oder Zusatzstoffen (unabhängig der Brauart), wird es einer von sechs Klassen zugeordnet. Folgende Übersicht soll das einmal verdeutlichen:

Dabei wird je nach Rezeptur zwischen Reinheitsgebotskonform oder nicht unterschieden. Darüber hinaus dürfen sich Biere der ersten drei Klassen noch mit einem zusätzlichen Gütekriterium versehen lassen.

Im Fokus des Bierbrauens sollte auch in Zukunft unabhängig des Bieres die grundsätzliche Verwendung von hochwertigen Zutaten stehen. Ein neues für alle Reinheitsgebotskonformen Biere geltendes Gütesiegel könnte dabei für mehr Verbrauchersicherheit sorgen. Eine Arbeitsversion könnte in etwa so aussehen:

Alle weiteren in Deutschland produzierten Biere könnten sich selbstverständlich auch Bier nennen (auch das ist heute noch nicht möglich), insofern sie bestimmte weitere Kriterien (wie Malzanteil, Verwendung von Hopfen oder Hefe etc.) erfüllen. Zudem sind natürlich alle aktuell geltenden Ausnahmen von dieser Regelung weiterhin ausgenommen. Meiner Ansicht nach sollte überdies angestrebt werden, diese allumfassende Regelung auch auf die importierten Biere aus dem Ausland anzuwenden, um dem Verbraucher eine möglichst hohe Transparenz und Sicherheit zu geben. Da diese Regelung deutlich internationaler orientiert ist, sollte dies auf geringen Widerstand stoßen.

Nur somit kann das Reinheitsgebot wieder das sein, was es seit jeher sein sollte, aber durch unterschiedlichste Missbräuche niemals so recht wurde: Ein Qualitätsmerkmal für allerhöchste Braukunst und hochwertigste Zutaten.

Weitere Informationen zum Reinheitsgebot an dieser Stelle unter: 45. & Das Reinheitsgebot

Zudem hier noch einige ausgewählte interessante Links zum Thema:

http://reinheitsgebot.de/startseite/

http://www.welt.de/icon/article153626650/Warum-man-das-Reinheitsgebot-endlich-kippen-sollte.html

http://www.welt.de/sonderthemen/bierreport/article148093684/Warum-sollte-das-Reinheitsgebot-noch-aktuell-sein.html

http://blogs.faz.net/bierblog/

http://deutschekreativbrauer.de/das-natuerlichkeitsgebot/

http://www.taz.de/Zum-Start-der-Gruenen-Woche/!5265757/

http://www.bier1516.bayern/biergeschichten.html

http://www.online-beilage.idowa.de/beilagen/archiv/20160122_reinheitsgebot/index.html#1

http://www.lieblingsbier.de/2015/04/23/wir-brauchen-ein-reinheitsgebot-2-0/

http://www.slowfood-hamburg.de/reinheitsgebot/

http://www.besser-bier-brauen.de/so-siehts-aus/das-reinheitsgebot-die-reine-wahrheit/

http://bier-scout.de/500-jahre-bayerisches-reinheitsgebot-kein-grund-zum-feiern/

http://www.besser-bier-brauen.de/kolumnen/so-siehts-aus/das-reinheitsgebot-die-reine-wahrheit/

http://www.beerkeeper.news/neues-zum-thema-reinheitsgebot

http://www.transgen.de/datenbank/lebensmittel/2095.bier.html

In diesem Sinne also nochmals alles Gute zum 500-Jährigen!

Ein Prosit auf das Reinheitsgebot!

45. 500 Jahre Reinheitsgebot – Bierverköstigung April

Schneider Weisse Tab 5 – Meine Hopfenweisse | Ayinger Jahrhundert Bier | Herrnbräu Tradition | Bolten Ur-Alt | Lausitzer Porter | Weißenoher Classic Export | Maisels & Friends Pale Ale | Aecht Schlenkerla Rauchbier Märzen | La Trappe Witte Trappist | Tripel Karmeliet

Anlässlich des Bierjubiläum-Monats stand vergangenen Montag ein ganz besonderes Thema zur Bierverköstigung in der Kierberger Eule an: 500 Jahre Reinheitsgebot. Besonders war aber vor allem auch, dass nicht nur Markus Weick durch den Abend führte, sondern auch ich die Gelegenheit hatte Biere zu präsentieren und zum Thema Reinheitsgebot zu referieren. Folgerichtig, wenn man sich das Bierjubiläum anschaut ;). Als Gast durfte ich außerdem Alex begrüßen, der den weiten Weg aus Osnabrück auf sich genommen hatte, um diesem historischen Ereignis beizuwohnen.

Bei den letzten Vorbereitungen der Präsentationsfolien, wärmten wir uns schon einmal mit einem Schneider Weisse Tab 5 – Meine Hopfenweisse auf. Ein wahrlich interessantes Bier. In Zusammenarbeit einer US-amerikanischen Craft-Beer-Brauerei wurde dieser Doppelbock entwickelt und zeichnet sich ganz besonders durch die Kalthopfung aus, welche dem Bier eine besondere Hopfennote verleihen, sodass man die mehr als 8% Alkohol gar nicht so sehr merkte. Die Kalthopfung (auch Hopfenstopfen genannt) wurde übrigens erst nachträglich in den vergangenen Jahren als Reinheitsgebots-konform zugelassen – womit wir auch schon gleich beim Thema wären.

Nach einer guten Schnitzel-Stärkung vom Wirt des Hauses ging es dann auch mit dem ersten offiziellen Bier los: Das Ayinger Jahrhundert Bier.

Ayinger Jahrhundert Bier

Der Name ist daher begründet, dass es in den 1970ern zum 100-jährigen Bestehen der Brauerei eingebraut wurde. Es muss derart erfolgreich gewesen sein, dass man es ins permanente Sortiment mit aufnahm. Das Besondere an diesem Bier ist der Bierstil des Export Hell. Halb Export, halb Hell vereint es eine recht hohe Würzigkeit mit einer gewissen Süffigkeit. Den Einstieg in das Thema Reinheitsgebot bot dabei das Etikett, welches das in Bayern übliche „gebraut nach dem bayrischen Reinheitsgebot“ trug.

Das war dann auch mein Einstieg mit der Präsentation des Herrnbräu Tradition. Ein Bier, welches nicht passender sein könnte für einen Abend wir diesen. Zum Einen kommt es aus der Geburtsstadt des heutigen Reinheitsgebots Ingolstadt, zum Anderen wird es anlässlich des Jahrestages des Bierjubiläums im April gebraut.

Herrnbräu Tradition

Geschmacklich konnte es mich auch überzeugen, ohne, dass eine besondere Klasse herausstach. Eine Flasche für zu Hause durfte ich mir dann sogar auch noch mitnehmen. Ich wüsste auch schon eine Gelegenheit, wann ich mir diese zu Gemüt führe…

Was folgte, war eine grundsätzliche Einführung in die Fragestellung: Was ist eigentlich genau das Reinheitsgebot und wie hat es sich in den vergangenen 500 Jahren entwickelt.

Reinheitsgebot - UrspungReinheitsgebot - Entwicklung

Insbesondere der Unterschied zwischen unter- und obergäriger Brauart sowie die historischen Hintergründe wurden dabei thematisiert. Dabei sei auch nochmals hervorzuheben, dass es sich beim Reinheitsgebot nicht nur um ein Verbraucherschutzgesetz handelte, sondern auch früher wie heute als Marketinginstrument zur Abgrenzung zu ausländischen Bieren herhält. Profitiert haben deshalb nicht nur die Biertrinker, sondern in erster Linie die Politik und Bierwirtschaft (früher Wittelsbacher – heute Braukonzerne).

Bevor es aber mit einer juristischen Vertiefung weiterging, durfte ich endlich das kölsche Land missionieren. Ohne selbst auf die Idee gekommen zu sein und auch ohne provozieren zu wollen, hatte ich die Ehre mit dem Bolten Ur-Alt das älteste Altbier der Welt unter die Leute zu bringen.

Bolten Ur-Alt

Das Alt wird übrigens tatsächlich deshalb so bezeichnet, da es einer der ältesten noch verbliebenen Bierstile Deutschlands ist. Auch wenn es natürlich unverbesserliche Kölsch-Liebhaber gab, kam das Bier zu Recht insgesamt sehr gut an.

Anknüpfend an die theoretischen Ausführungen zum Reinheitsgebot, ging ich dann auf die deutsche Gesetzgebung zum Bier ein.

Deutsche Bier Gesetzgebung

Dabei seien zwei geographische Besonderheiten herauszustellen, die darauf basieren, dass die Interpretation der Biergesetzte und -verordnungen bis heute Ländersache ist. Während in den südlichen Bundesländern weiterhin das strengste aller Reinheitsgebote gilt und Zucker dort grundsätzlich verboten ist, kann dieser und weitere Zutaten aus historischen Gründen bei speziell zugelassenen Bierstilen in der ehemaligen DDR verwendet werden (glücklicherweise sind jedoch nicht mehr alle damals jenseits des Eisernen Vorhangs zugelassenen Zutaten erlaubt). So ist es bis heute nicht gelungen für Gesamtdeutschland eine einheitliche juristische Norm zu finden, sodass im Einzelfall immer wieder Ausnahmeregelungen zum traditionellen Reinheitsgebot vor Gericht erstritten werden (müssen). Als interessanten Hintergrund erläuterte Markus, dass das Bewerben oder Vermarkten des heute recht beliebten Hausbrauens bis in die 1990ern in Deutschland verboten war. Untersagt war sowohl der Verkauf von Zutaten oder Hilfsmittel als auch die Inumlaufnahme von Anleitungen zum Hausbrauen.

Neben der Leipziger Gose ist eines der bekanntesten der besagten Ausnahmen das Lausitzer Porter.

Lausitzer Porter

Während bei anderen Bieren der zugesetzte Zucker kaum oder gar nicht herausschmeckbar ist (siehe 34.), ist dieser beim Lausitzer Porter leider derart dominant, dass es höchstens zum Dessert eine gute Figur machen würde.  Aber im Sinne der Biervielfalt sicher eine gute Idee.

Jenseits des Reinheitsgebotes stellte Markus, dann auch noch weitere Zutaten vor, die häufig (außerhalb des deutschen Biergesetztes) zur Bierherstellung verwendet werden:

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Den Abschluss der offiziellen Verköstigung bot das Weißenoher Export Classic. Seines Zeichens ebenfalls ein Export Hell, womit der Kreis des Abends geschlossen wäre.

Weißenoher Export Classic

Das Besondere am Export Classic ist jedoch etwas Anderes. Als Bio-Bier definiert es die Maßstäbe von Reinheit ganz neu und öffnet somit die Perspektive eines ganz neuen Reinheitsgebotes. Geschmacklich konnte es zwar nicht mit den ersten drei Bieren mithalten (was aber auch an dem zuvor getrunkenen Porter liegen konnte), allerdings ist zu erwarten, dass der Markt von und für Bio-Biere auch in Zukunft weiter wachsen wird.

Zu Übersicht nochmals alle präsentierten Biere:

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Da ich selbst zu sehr mit der Präsentation beschäftigt war, an dieser Stelle die Hitliste von Alex:

  1. Bolten Ur-Alt
  2. Ayinger Jahrhundert Bier
  3. Herrnbräu Tradition
  4. Lausitzer Porter
  5. Weißenoher Classic Export

Es folgen Impressionen vom Abend:

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Im Anschluss an die große Verköstigung hatte ich dann noch die Gelegenheit mit Alex zwei weitere Biere aus dem reichhaltigen Sortiment der Eule zu probieren: Das Maisels & Friends Pale Ale und das Aecht Schlenkerla Rauchbier Märzen. Auch wenn ich beide bereits kannte, sind dies doch zwei sehr schöne Beispiele, wie groß die Biervielfalt selbst unter dem Reinheitsgebot sein kann.

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Als Absacker des Abends genehmigten wir beide uns dann noch zwei Biere aus meiner kleineren aber doch auch recht vielfältigen Bierauswahl:

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Während sich Alex das Witte Trapist von La Trappe einverleibte, hatte ich mit dem Tripel von Karmeliet vorliebgenommen. Zu diesem sei gesagt, dass es nicht nur vom Bierstil her ein Tripel ist, sondern auch mit Gersten-, Weizen- und Hafermalz gebraut wurde. Auch wenn ich die Verwendung von weiteren Getreidesorten wie Hafer, Reis, Mais oder Hirse ausdrücklich befürworte und hoffe, dass es hiervon zukünftig mehr auf dem Markt gibt, konnte das Karmeliet leider nicht sehr überzeugen, da es zu viel Malzsüße besaß. Das Trappist hingegen war für ein belgisches Bier außerordentlich bekömmlich.

Wie wichtig das Thema Reinheitsgebot auch medial wahrgenommen wird, zeigt das folgende Beispiel, dass Alex auf der Rückreise aus Brühl nach Osnabrück im Zug gefunden hat:

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Ein Glück, dass ich meinen Bart vor dem Abend noch gestutzt hatte… 😉

Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend. Prost!

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

 

Das Reinheitsgebot

Hallo zusammen und herzlich Willkommen im Jahr des deutschen Bieres!

Grund dieses freudigen Ereignisses ist das 500-jährige Jubiläum des Bestehens des sogenannten deutschen (bzw. bayrischen) Reinheitsgebots.

Die offiziell am 23. April 1516 in Ingolstadt erlassene Verordnung (mit dem Titel „Wie das Bier im Sommer und Winter auf dem Land ausgeschenkt und gebraut werden soll“) gilt als ältestes Lebensmittel- bzw. Verbraucherschutzgesetz der Welt.

Ihre drei wichtigsten Ziele waren:

  1. Festsetzung eines einheitlichen Mengenpreises zum Schutz vor überzogene Preiserhöhungen
  2. Schutz von Rohstoffen, welche für die Brotherstellung reserviert werden sollten, zur Sicherstellung einer ausreichenden Nahrungsmittelversorgung
  3. Ausschluss von gesundheitsgefährdenden Zusatzstoffen

Obwohl es bereits zuvor  schon Herstellungsvorgaben auf lokaler Ebene gab (z.B. Augsburg 1156 oder München 1487), war dieses das erste landesweit geltende Gesetz zur Zubereitung vom Bier.

Gemäß des Originallauts der Verordnung:

„Wir wöllen auch sonderlichen / das füran allenthalben in unsern Stetten / Märckthen / unn auf dem Lannde / zu kainem Pier / merer stückh / dann allain Gersten / Hopfen / unn wasser / genommen unn gepraucht sölle werdn.“

sollte damit vor allem der oftmals verwendete Weizen zur Brotherstellung gesichert werden. Inoffiziell sollte es aber auch dem herzoglichen Hof langfristig das lukrative Recht des Weißbier-Brauens sichern.

Im Verlaufe der darauf folgenden Jahrhunderte wurde das Gesetz mehrere Male angepasst. Nachdem die Gefahr von Hungersnöten weitgehend gebannt wurde, wurden auch wieder weitere Getreidesorten wie Weizen oder Roggen erlaubt. Differenziert nach unter- und obergäriger Brauart durften zwischenzeitlich sogar auch weitere Zutaten wie Kräuter, Salz oder Zucker beigemischt werden. Aber erst nach der Erforschung der Hefe im 19. Jahrhundert wurde diese als letzte bis dato geltende Zutat hinzugefügt.

Aufgrund der relativ späten Zusammenführung der vielen deutschen Fürsten- und Herzogtümer sowie Königreiche zum deutschen Kaiserreich, erlang das Reinheitsgebot erst 1909 im Zuge des neuen Biergesetzes deutschlandweit Gültigkeit. Der Name „Reinheitsgebot“ wurde im Übrigen erst erstmals 1918 erwähnt.

Heutzutage dürfen laut aktueller Gesetzeslage nur noch Malz, Hopfen(-extrakt), Hefe und Wasser verwendet werden. Die Verwendung von Farb- oder Süßstoffen ist damit zumindest für untergärige Biere ausgeschlossen. Obergärigen Bieren können je nach Gattung hingegen weiterhin Zusatzstoffe enthalten. Insbesondere die Verwendung von chemischen Hilfsstoffen (wie Polyvinylpolypyrrolidon (PVPP)) wird durch das Gesetz jedoch nicht abgedeckt. Diese befinden sich zwar offiziell nicht mehr im Endprodukt, werden dem Bier aber während des Brauprozesses zugesetzt.

 

Weitere interessante Informationen gibt es unter anderem unter Das Reinheitsgebot  zu finden.

Wir möchten dieses Jubiläum nun an dieser Stelle mit Beiträgen rund um die Hopfenschorle gebührend feiern. Dabei sind explizit nicht alle präsentierten Biere nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut, da wir uns auch  kritisch mit diesem Thema auseinandersetzen wollen.