Archiv der Kategorie: Allgemein

529. Rieder Kürbiskernbier

In meiner aktuellen kleinen Reihe von Bieren mit dem gewissen Extra steht heute das Kürbiskernbier der Brauerei Rieder an. Die oberösterreichische Brauerei aus dem Innkreis braut sowohl Biere der Kategorie traditionelle deutsche/österreichische Bierklassiker als auch experimentellere Bierspezialitäten á la „Craftbeer“. Nicht ans Reinheitsgebot gebunden entstehen somit auch Bierkreationen mit besonderen Zutaten.

„Seit 2010 wächst der Ölkürbis auch im Innviertel, nämlich bei pramoleum. Gesunde Böden und ausreichend Sonne lassen die größte Beere der Welt hier in der Bierregion prächtig gedeihen.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Kürbiskerne, Hopfen, Hopfenextrakt
Stammwürze
. . . . . .  12.4°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Ried am Innkreis (Österreich)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Während in der Nase noch eher die ölige Note durchbricht, wirkt das Kürbiskernbier auf der Zunge klar würzig und nussig. Neben leichten Karamell- treten noch Gemüsearomen zu Tage. Kein Bier für den sturen Pilstrinker, aber auch nicht zu gewöhnungsbedürftig für Bierkenner. Für mich trotz überdurchschnittlichem Gesamteindruck leider kein geschmacklicher Volltreffer.

| 9 Pkt. (3+)

 • https://www.rieder-bier.at/de/produkte/bierspezialitaeten/

Prost & guten Abend! 🍻

 

528. Uiltje Mind Your Step (Coffee Edition)

Fast im Direktvergleich zum gestrigen Imperial Stout mit dem gewissen Extra, folgt heute ein zumindest auf dem Papier gleichwertiger Kandidat.

Gebraut wird er von der Nord-Holländischen Craftbeer-Schmiede Uiltje, die auch international zu einer der führenden Kreativbrauereien zählt. Mit Mind your Step haben die Niederländer eine Bier-Reihe kreiert, die sich dem Stil Imperial Stout widmet und diesen durch verschiedene weitere natürliche Zutaten ergänzt. In der heute vorliegenden Coffee Edition sind neben den Malzen Pale, Cara, Amber und Roggen sowie den Hopfen East Kent Golding, Bramling X und Athanum noch Wacholder, Cranberries und eben eine ganze Menge Kaffee enthalten. Zudem wurde das Stout mit Eichenholzchips gelagert.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Imperial Stout
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Roggenmalz, Hafer, Wacholder, Cranberries, Kaffee, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 14%
Herkunft. . . . . . . . . . . Haarlem (Niederlande)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Ein sehr intensives Geruchserlebnis nach tiefschwarzen Kakao-, Kaffee- und röstig-fruchtigen Karamellmalzaromen wird gefolgt von einer sehr cremig-öligen Textur auf der Zunge, die ein sehr ausbalanciertes Bier schmecken darf. In seinen malzig-röstigen Noten sehr am Rande des maximal Möglichen und dennoch blitzen die fruchtig-holzigen Nuancen immer wieder heraus. Mit 14 Umdrehungen ist es das zweitstärkste Bier, das ich je getrunken habe. Diese sind zwar vor allem im Abgang spürbar, jedoch längst nicht unangenehm auffällig. Ein Bier für den ganzen Abend und für mich nur ganz knapp an der Bestwertung vorbei geschrammt.

| 13,5 Pkt. (1(-))

 • https://www.uiltjecraftbeer.com/

Prost & guten Abend! 🍻

 

525. Nowhere Brewing Clockwork Orange

Das letzte Bier vom Craftbeer Festival Cologne ist wieder einmal eine Premiere für meine Rezensionen. Zum ersten Mal stelle ich Euch ein Bier aus Luxemburg vor.

Das letzte Großherzogtum der Welt erlangte Ende des vorletzten Jahrhunderts von den Niederlanden die vollständige Unabhängigkeit und ist ähnlich wie die Schweiz mehrsprachig (luxemburgisch, deutsch und französisch) und vor allem als europäisches Steuerparadies für Institutionen der Finanzbranche bekannt. Das Groussherzogtum Lëtzebuerg weist darüber hinaus eine relativ junge Bevölkerung auf, die sich aus knapp 50% Ausländern speist (die größte Gruppe sind Portugiesen).

In Sachen Bier ist das Weinland bis heute relativ wenig in Erscheinung getreten. Daran wollen die Jungs von Nowhere Brewing nun etwas ändern. Auch wenn es (zunächst) bei der Loonbrouwerij in den Niederlanden produziert wird, stammt die Rezeptur-Entwicklung zumindest aus Luxemburg. Nachdem ich bereits das Accidental Wheatness proBieren durfte, folgt heute nun das Clockwork Orange. Ein New England India Pale Ale mit Orangenschale, Vanille und Laktose.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . NEIPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hafer, Orangenschale, Vanille, Hopfen, Laktose, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,4%
Herkunft. . . . . . . . . . . Cothen (Niederlande) [Luxemburg]
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Einem intensiven fruchtig-bitterhopfigen Geruch, folgt ein weicher cremiger Antrunk von fruchtigen Malz- und blumiger Hopfennoten. Sowohl Hafer, als auch eine Süße von Vanille und/oder Laktose sind erkennbar. Wie jedes NEIPA kein Bier für Anfänger, aber für Fortgeschrittene wie mich ein ziemlich besonderer Genuss. Nicht zu extrem in seinen Facetten und dennoch alles andere als 08/15.

| 13 Pkt. (1-)

 • http://www.nowherebrewing.com/

Prost & guten Abend! 🍻

 

Blogbier, die XLVII. – H.C.

Im Rahmen eines Taufbesuchs in Herzebrock-Clarholz wurden folgende Biere neu gelistet:

Tasting-Notizen:

Vielen Dank auch wieder an Sabrina und René für die tolle Gastfreundschaft.

Blogbier, die XLVI. – Mama frei

Im Rahmen eines Wochenendkurzurlaubs mit meiner Familie haben es folgende Biere auf die Liste geschafft:

Tasting-Notizen:

  • Franziskaner Helles:
    – 11.8°P; 6%; untergärig
    – dieses Jahr eingeführte Sortimentserweiterung des Weißbierherstellers
      süß, buttrig, hellmalzig, hefig, ganz leicht herb
    mittelkleiner Körper, würzig, herb, hefig, gering malzig, getreidig, feinperlig, herb- süßer Abgang
    https://www.franziskaner-weissbier.de/unsere-biere/helles
  • Bayern Bräu Helles Vollbier:
    – 4,8%; untergärig
    – von Tucher in Fürth/Nürnberg gebraut
    dünn, säuerlich, gemüsig, würzig
      mittlerer Körper, leicht säuerlich, hellmalzig, würzig, gemüsig, leicht holzig, feinperlig, dünner Abgang
  • Herren Premium Pils:
    – 4,9%; untergärig
    – produziert für Getränke Hoffmann aus dem brandenburgischen Blankenfelde-Mahlow
    herb, hefig, bananig, malzig
      mittelgroßer Körper, malzig, hefig, leicht bananig, getreidig, feinperlig, süß malziger Abgang
    https://www.getraenke-hoffmann.de/

Vielen Dank auf diesem Wege an meine Schwiegereltern für das tolle Wochenende.

477. Kaltenecker 11°

Nach den beiden japanischen Bieren vor einigen Tagen steht heute wieder ein Bier an, das ich nicht lesen kann. Zwar liegt es diesmal nicht an den Schriftzeichen, aber an der Sprache. Denn es handelt sich um ein Bier aus der Slowakei.

1997 entstand in Rosenau im mittleren Südosten des Landes die gleichnamige Brauerei Kaltenecker. Wie so oft waren es vermutlich deutschsprachige Siedler (wohl aus Österreich), die mindestens für den Namen Paten standen. Den genauen Hintergrund der Brauerei lässt sich auf den ersten Blick nicht näher herausfinden. Nur so viel ist klar: Es wird vor Ort ohne chemische Zusätze und mit natürlichen Zutaten gebraut. Das Sortiment umfasst neben klassischen Lagerbieren auch viele IPAs oder andere Stile aus dem Craftbeer-Classement. Neben den eigenen Bieren produziert Kaltenecker interessanterweise auch Paulaner, was darauf schließen lässt, dass die Brauerei inzwischen zur Paulaner-Gruppe gehört.

Beim Aushängeschild der Brauerei handelt sich um leicheres Lager, das mit zwei Malzen (Pilsner und Caramünch) sowie zwei Hopfen (Spalter Select und Magnum) gebraut ist.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Light-Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  11°P
Alkoholgehalt. . . . . . 4,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Rosenau (Slowakei)
Erscheinungsjahr. . .
1997

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___8
  • Aussehen:____________________6
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________10
Fazit

  | sehr malzsüß, getreidig, sehr buttrig, grasig
  | mittelkleiner Körper, malzig, würzig, etwas herb, getreidig, leicht bitter, feinperlig-spritzig, herb-süßer Abgang
  | Nachdem die Optik noch etwas abschreckend war, bin ich sowohl in der Nase als auch auf der Zunge positiv überrascht worden. Ein schön aromatisch buttrig-malzsüßer Geruch wird durch ein recht unaufgeregtes würzig-herb-süßes untergäriges Geschmackserlebnis abgelöst. Das kann zwar nicht mit viel Besonderem glänzen, macht aber auch nicht viel falsch. In Summe macht das dann ganz ordentliche 10 Pkt. (2-).

 • https://kaltenecker.sk/produkt/kaltenecker-11/

Prost & guten Abend! 🍻

Silvester 2018

Die letzten Stunden und Minuten in 2018 wurden mit dieser Bierauswahl erneut im beschaulichen Herzebrock-Clarholz begangen:

Bierfacts:

  • Pott’s Weizen:
    – 15.5°P; 5,3%; obergärig
    – von der 1779 gegründeten Familienbrauerei Pott aus Oelde, an der in beim benachbarten Bierkauf vorbeigefahren bin
    –das Wasser der Brauerei kommt aus der eigenen „Gesaris-Quelle“ und liefert eiszeitliches Mineralwasser; es entspringt aus den Tiefen des Münsterschen Kreidebeckens, dem größten zusammenhängenden Urwasserreservoir Europas
     hefig, bananig, leicht säuerlich, gering würzig
     mittelschwerer Körper, würzig, leicht bitter, wenig malzig, wenig süß, eher matt, herb-süßer Abgang
    https://www.potts.de/unsere_produkte/potts-weizen-naturtrueb/
  • Mikkeller American Dream
    – 4,6%; untergärig
    – offizielles Pilsener der 2006 entstandenen dänischen Gypsy-Brauerei
    – gebraut bei D’Proef in Belgien
     hopfig, fruchtig nach Maracuja, Mango & Zitronengras, grasig, wenig herb
     mittelgroßer Körper, herb, grasig, etwas bitter, leicht würzig, feinperlig, hopfig-herber Abgang
    wohl eher ein Pale Ale als ein Pilsener…
    https://shop.mikkeller.dk/products/american-dream-pils
  • Hövels Hop Pale Ale:
    – 5,5%; obergärig
    – mit Yellow Sub kaltgehopftes Pale Ale der 1854 gegründeten Dortmunder Brauerei
     hopfig, fruchtig, grasig, hellmalzig, buttrig
     vollmundig, herb, waldig, harzig, leicht fruchtig, feinperlig, würzig-herber Abgang
    https://www.hoevels-original.de/produkte/hop-pale-ale.html
  • Moritz Fiege Bernstein:
    – 11.2°P; 4,7%; untergärig
    – Wiener Lager von der 1878 gegründeten Familienbrauerei aus Bochum
     sehr malzsüß, Karamell, Bonbon, Getreide, grasig
     mittlerer Körper, sehr cremig, leicht würzig, Malzsüße, Karamell, getreidig, grasig, etwas buttrig, leicht prickelnd, süßlicher Abgang
    – bestes Bier des Jahreswechsels
    http://www.moritz-fiege.de/sorten/bernstein
  • Brau Atelier Farmhouse Ale:
    – 3,9%; obergärig
    – eines von drei Bieren der neuen „Craftbeer-Linie“ der Potts Brauerei
     hellmalzig, leicht fruchtigv, säuerlich, sehr grasig & waldig, Kaktusfeige & Pinie, hefig
     mittelkleiner Körper, leicht säuerelich, etwas würzig, waldig, etwas getreidig, feinperlig, würzig-süßer Abgang
    https://www.potts.de/unsere_produkte/brauatelier-farmhouse-ale/
    http://www.brau-atelier.de/produkte/
  • Störtebeker Nordik Porter:
    – 9,1%; obergärig
    – Porter-Eisbock der Stralsunder Braumanufaktur
     leicht röstig, holzig, dunkelmalzig, etwas Zartbitter
     ölig, cremig, Karamell, dunkelmalzig, leicht bitter, wenig röstig, feinperlig
    – matt, trocken-süßer Abgang

    – zweitbestes Bier des Jahreswechsels
    https://www.stoertebeker.com/de_de/nordik-porter/
  • Flensburger Winterbock:
    – 7%; untergärig
    – von der 1888 gegründeten norddeutschen Privatbrauerei
     dunkelmalzig, Karamell, wenig würzig, getreidig süß
      vollmundig, dunkelmalzig, würzig, leicht alkoholaromatisch, harzig, waldig, feinperlig, süß-würziger Abgang
    https://www.flens.de/produkte/sortiment/klassiker/winterbock/

Biergartengeschenk

Zudem habe ich vom Christkind noch ein verspätetes aber tolles Weihnachtsgeschenk bekommen: ein Anzuchset für Brauhopfen vom Österreichischen Samenhändler Naturkraftwerk, welches ich in dieser Saison gleich mal ausprobieren werde.

Vielen Dank nochmals auch auf diesem Wege an Sabrina und René für die wie immer hervorragende Gastfreundschaft. Alles Gute euch vier in 2019.

Bierjubiläum Krone 2018

Das Jahr 2018 liegt nun in den letzten Schlücken und auch ich habe meine Verkostungen abgeschlossen. Und da ich eben nicht nur einfach Bier trinke, sondern mir dazu auch immer reichlich Notizen mache, möchte ich heute bereits zum zweiten Mal diejenigen Biere prämieren, die mich in diesem Jahr ganz besonders überzeugt haben. Dabei ist mir die Auswahl in bestimmten Bereichen wirklich nicht leicht gefallen, da ich ja grundsätzlich schon dazu neige hochqualitative Biere zu probieren, sodass es selbst an der Spitze recht eng ist. Neben der Auszeichnung des besten Bier des Jahres, möchte ich aber auch gerne noch weitere Biere in sechs zusätzlichen Kategorien hervorheben, die in besonderer Weise auf sich aufmerksam gemacht haben.

Kommen wir aber nun erst mal zu den besten Einzelbieren. Basis der Auswahl waren die kontinuierlich geführten Bewertungen, die ich bei jeder Rezension aufstelle, sowie darüber hinaus besonders in Erinnerung gebliebene Biere. Der aufmerksame Leser wird festgestellt haben, dass es neben durchaus vielen Bewertungen von 13 bzw. 13,5 von 15 Pkt. (wie im letzten Jahr) nur zwei Rezensionen geschafft haben die diesjährige Bestmarke von 14 Pkt. zu knacken. Aufgrund der außergewöhnlichen und hervorzuhebenden Zutatenliste, aber auch weil es einfach auch hervorragend zu mir in diesem Jahr gepasst hat, ist mir dieses Mal die Entscheidung hinsichtlich der zweiten Bierjubiläum-Krone nicht so schwer gefallen wie im letzten Jahr. Und so geht der diesjährige Platz 1 an das Dirty 30 von Maisel & Friends – dem Bier mit 30 unterschiedlichen Malzen und Hopfensorten. Dementsprechend leicht fiel mir dann auch Platz 2, da es sich hierbei um die andere von beiden Top-Bewertungen von 14 Pkt. handelte: Das Hanscraft Black Nizza Motor Øl – einem der besten Imperial Stouts, die ich je getrunken habe. Umso schwerer ist es mir die diesjährige Bronzemedaille gefallen. Wie in jeder guten Jury hat bei mir letztlich das Bauchgefühl entschieden…  Die Auswahl zwischen etwa 25 weiteren sehr guten Bieren gewann dann aber eines, dass diesmal auch außerhalb der Rezensionen einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat: Die Potsdamer Stange aus der Potsdamer Braumanufaktur.
Hier also nun das verdiente Siegertreppchen:

Diese neun Biere komplettieren schließlich die Top Twelve – sortiert in alphabetischer Reihenfolge:

Neben den Bieren möchte ich an dieser Stelle aber auch die drei „besten“ Brauereien meines persönlichen Bierjahres auszeichnen. Auch wenn hier kein so eindeutiger Bewertungsschlüssel wie zuvor vorliegt, haben mich einige Brauereien diesmal besonders bierig überzeugt. Die Bierjubiläum-Krone für die beste Brauerei des Jahres 2018 geht an das Lahnsteiner Brauhaus. Auch wenn keines der Biere im Rahmen von ordentlichen Rezensionen eingewertet wurde, hat mir neben der Biervielfalt vor allem auch die Produktwelt neben den Bieren überzeugt. Silber geht an Maisel & Friends aus dem schönen Bayreuth. Nicht nur hat mich Eva Ploß unterjährig immer wieder mit kostenlosen Bierlieferungen bestochen, die dann auch noch super schmeckten, auch hat sich der Ableger der bekannten Weißbierbrauerei als Pionier der deutschen Craftbier-Szene auch dieses Jahr wieder an der Vernetzung und Entwicklung neuer Biere außerordentlich beteiligt. Platz 3 und Bronze verleihe ich an die Mikrobrauerei Heinenhof aus Pulheim-Orr. Diese hat es in diesem Jahr geschafft den Sprung aus dem Hobbybrautum in die gewerbliche Brauerei zu meistern und machte zudem mit sehr interessanten Bieren auf sich aufmerksam, die in den weiteren Kategorien unten noch ihre Würdigung finden werden.

Zusätzlich zur übergeordneten Auswahl der besten Biere des Jahres möchte ich gerne auch die zehn besten Biere im Kontext meines Jahresthemas „Hobbybrauen“ prämieren. Wer genau hinschaut wird feststellen, dass auch einige Biere dabei sind, die streng genommen keine richtigen Hobbybraubiere mehr sind. Dennoch passen sie aufgrund ihrer Historie besser in diese Kategorie. Neben den Bieren der Kölner Bierhistoriker und Bonner Hobbybrauer haben vor allem der neue Biersommelier-Weltmeister Stephan Hilbrandt sowie das erste Gewinnerbier aus dem Maisel & Friends Hobbybrauwettbewerb überzeugt.

Weiter geht mit den Einzelkategorien. Den Anfang macht das beste regionale Bier. Ausgangspunkt ist hierbei ganz subjektiv mein Wohnort Brühl. Und da hat mich eine kleine Brauerei aus Bad Honnef mit ihrem Wieß überzeugt, dass sehr gute 13 Pkt. abgestaubt hat. Es steht zudem für einen kleinen Boom an aufstrebenden Mikro-Brauereien rund um die ehemaligen Bundeshauptstadt. Hier dürfen wir gespannt sein, wie sich die Lage im kommenden Jahr weiterentwickelt.

In der Kategorie „Traditionell“ möchte ich zum Einen ein Bier hervorheben, dass einen historischen Bierstil wiederbelebt hat. Die Süffige Sünde von Heinenhof legt den alten Bierstil Kölsches Knupp wieder auf. Entwickelt im Rahmen der Kölner Bierhistoriker geht es auf einen dunklen schweren Bierstil zurück, der im Kölner Umland als Pendant zum Wieß vor etwa 100-200 Jahren eine große Beliebtheit erfahren hat. Das zweite in dieser Kategorie prämierte Bier ist das Preußen Pilsener, welches von den Nachfahren des letzten deutschen Kaisers produziert wird. So ist Georg Friedrich Prinz von Preußen – seines Zeichens aktuelles Oberhaupt der Hohenzollern – auch Chef der neuen Königlich Preußischen Biermanufactur.

Die folgende Kategorie soll die besondersten der besonderen Biere aus 2018 auserwählen. So geht der diesjährige Sonderpreis sowohl an das Dorada Especial Selección de Trigo – ein Bier mit geröstetem Mehl gebraut – als auch an das Highway to Helles von meinem lieben Freund Ralf vom Braukunst Vorgebirge. Das Flaggschiff meines nicht mehr ganz so neuen Braupartners wird mit Vollkorn-Brot eingebraut und schließlich für einen guten Zweck verkauft.

In der Kategorie „Alkoholfrei“ gab es dieses Mal eine größere Auswahl als noch in 2017. Deshalb haben es auch gleich drei Biere in die Prämierung geschafft. Neben dem Dinkel Alkoholfrei von Riedenburger und der alkoholfreien dunklen Weisse vom Neumarkter Lammsbräu war ich insbesondere vom naturtrüben und kaltgehopften Clausthaler überrascht.

Und last but not least der Ehren- pardon Ährenpreis für besondere Verdienste an den Zielen des Bierjubiläums. Dieser geht dieses Jahr ganz uneigennützig an das Cerevisia M von mir selbst. Das erste Bier weltweit, das mit allen sieben Hauptgetreiden eingebraut ist, stellt einfach einen wenn auch kleinen Meilenstein in der vernunftbegabten Betrachtung des Reinheitsgebots dar. Erstmals gibt es ein Bier, dass alle Getreide der Welt vereint und zudem beweist, dass handwerkliche Braukunst auch hohe außergewöhnliche Qualität erzielen kann. Das Cerevisia-Projekt wird übrigens mit einer permanenten „Kornerweiterung“ auch im kommenden Jahr fortgesetzt.

Allen Preisträgern einen herzlichen Glückwunsch und ein mindestens genauso erfolgreiches Jahr 2019.

Beim Genuss des aktuellen Sudes vom Cerevisia M 9-Korn-Neo-Alt verabschiede ich mich aus 2018, wünsche allen einen guten Rutsch ins Jahr 2016+3 und vor allem immer ein Glas leckeren Bieres in der Nähe zu haben.

Weihnachten 2018

Unser Weihnachtsfest wurde neben der Stillen Nacht u.a. mit folgenden Bieren begangen:

Bierfacts:

  • Bürgerliches Brauhaus Altbairisch Hell:
    – 11.6°P; 4,9%; untergärig
    – von Herrnbräu aus Ingolstadt
    – das BB entstand 1882 aus dem Zusammenschluss von Schwabenbräu und Schmalzingerbräu – 14 weitere Brauereien aus Ingolstadt (u.a. Herrnbräu) schlossen sich in der Folge der AG an
    – fruchtig, grasig, wenig Seele
    – mittlerer Körper, würzig, herb, hellmalzig, waldig, süßlich, Getreide, feinperlig, würzig-herber Abgang
    https://buergerliche-brauhaus.de/
  • Flecks Winter-Bock:
    – 6,9%; untergärig
    – von der 2014 gegründeten gleichnamigen Familien-BrauSchauerei aus Laufnitzdorf nördlich von Graz in der Steiermark
    – süß, fruchtig, würzig, malzig
    – vollmundig, würzig, leicht röstig, dunkelmalzig, feinperlig, leicht alkoholaromatischer Abgang
    https://www.flecksbier.at/

Ich hoffe auch Ihr hattet ein ähnlich schönes (und bieriges) Weihnachtsfest.

431. Perlenbacher IPA Alkoholfrei

Im direkten Vergleich zum gestrigen Dolden Null von Riedenburger, folgt heute das seit diesem Jahr im Handel erhältliche alkoholfreie IPA der LIDL-Eigenmarke Perlenbacher. Im Rahmen der Craftbier-Welle in einigen Supermärkten und Discountern hat es das Bier überraschenderweise auch kürzlich in die LIDL-Regale geschafft. Überraschend deshalb, weil ein alkoholfreies IPA durchaus immer noch eine Nische in der Nische darstellt und somit eigentlich von geringem Interesse der Handelsketten sein sollte. Nichtsdestotrotz bewerte ich diesen Produktvorstoß grundsätzlich als positiv, wenngleich auch hier das Image von Craftbieren leiden kann. Zwar konnte ich bislang bei meinen beiden großen Testreihen (I + II) keine durchweg schlechte Qualität erschmecken, aber alleine der hier verwendete Hopfenextrakt beweist im Grunde schon, dass es sich um kein Craft- also Manufakturbier handelt, sondern ein solchen nur nachgeahmt werden soll. Was sich hier eben auch zeigt, ist das in Deutschland schwierige Verständnis von „Craftbeer“, das hierzulande erstens stilmäßig und zweitens in seiner Herkunft falsch interpretiert wird.

Steckbriefe

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . <0,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . ?
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertungen

  • Flaschendesign + Kronkorken:___7
  • Aussehen:____________________8
  • Geruch:______________________8
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Geruch: bitter-grasig, süßlich, waldig, harzig, leicht muffig
Geschmack: süffig, leicht würzig, grasig, malzig-süß, leicht herb, feinperlig, lascher süßlich-grasiger Abgang
Gesamt: Nachdem Optik und nasaler Eindruck noch recht mäßig daherkommen überzeugt das alkoholfreie IPA von LIDL zumindest relativ dazu am Gaumen. Wenngleich es auch weit von einer Offenbarung entfernt ist, sind die grasig-malzigen Noten gefällig und bieten einem Einsteiger durchaus auch Variation von anderen populärerer alkoholfreien. In Summe reicht es aber dennoch nicht zu mehr als 8 Pkt. (3).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.ratebeer.com/beer/perlenbacher-ipa-alkohol-frei/658696/.

Prost & guten Abend! 🍻

Blogbier, die XXXIX. – Goldener Herbst

Am Wochenende hatte uns erfreulicherweise spontan mal wieder Nils besucht. Eine sehr gute Gelegenheit mal wieder meine Vorräte zu plündern:

Tasting-Notizen:

  • Birra Moretti:
    – 4,6%; untergärig
    – international Lager der wohl bekanntesten Biermarke Italiens aus Udine
    – nach Rezeptur von 1859
    – seit 1996 zu Heineken gehörend
    – sehr würzig, malzig, wenig herb
    – mittlerer Körper, würzig, hellmalzig, getreidig, grasig, matt, grasig-strohiger Abgang
    – https://www.birramoretti.com/our-beers/birra-moretti-autentica/
  • Forst Kronen Special:
    – 5,2%; untergärig
    – Export-Bier mit Maisgrieß
    – von der 1857 gegründeten Spezialbier-Brauerei Forst in der Algunder Fraktion
    – größte Biermarke Südtirols & privat geführt
    – malzig, fruchtig, würzig-herb
    http://www.forst.it/de/biersorten/kronen
  • Forst Sixtus:
    – 6,2%; untergärig
    – Doppelbock
    – ebenfalls mit Maisgrieß
    – Glukosesirup, Karamell, Duneklmalz, Wald
    – leicht röstig, süßlich, wenig malzig, harzig, süßlicher Abgang, feinperlig
    http://www.forst.it/de/biersorten/sixtus
  • Maxl Helles:
    – 5,1%; untergärig
    – von der 1636 in Tuntenhausen gegründeten Schlossbrauerei Maxlrain
    – 2016 mit dem goldenen Bundesehrenpreis als beste Brauerei Deutschlands ausgezeichnet worden
    – hopfig, erdig
    – das Durchschnitts-Helle: süffig, etwas flaches Finish, keine übermäßige Hopfennote
    https://www.maxlrain.de/de/unsere-biere/maxl-helles
  • Härke Pils:
    – 11°P; 4,9%; untergärig
    – von der 1890 entstandenen BrauManufaktur Härke aus dem niedersächsischen Peine
    – buttrig. grasig, wenig herb
    – recht süffig, sehr herb, etwas malzig, feinperlig, hopfig-herber Abgang
    http://www.braumanufaktur-haerke.de/unsere-biere.html
  • Erl Hell:
    – 5,4%; untergärig
    – gebraut von der 1871 gegründeten Landbrauerei Ludwig Erl aus dem niederbayrischen Geiselhöring
    – hellmalzig, leicht fruchtig, blumig
    –malzig, süßlich, weich, blumig, waldig, matt, leicht herber Abgang
    https://www.erl-braeu.de/brauerei/hell
  • De Dochter van de Korenaar Sans Pardon:
    – 11%; obergärig
    – Russian Imperial Stout mit Rooibos-Tee
    – aus der niederländisch-belgischen Exklaven-Enklaven Stadt Barle-Hertog
    – trocken, leicht bitter, röstig, ölig, sehr dunkel, blumig, Bonbon
    – ölig, schwer, Karamell, röstig, holzig, wenig dunkelmalzig, harzig, etwas bitter, nussig, süßlich-herber Abgang, aber so gut wie kein Rooibos zu erkennen
    http://www.dedochtervandekorenaar.be/#vastebierenCntr
  • Emelisse Barley Wine:
    – 12%; obergärig
    – Barley-Wine (mit Glukosesirup) aus dem niederländischen Goes
    – sehr schwer, rotweinig, fruchtig, röstmalzig
    – weniger ölig, würzig, fruchtig, rotweinig, malzig, leicht bitter, rotweiniger Abgang
    https://www.emelisse.nl/en/our-beers/
  • Löwenbräu Oktoberfestbier:
    – 6,1%; untergärig
    – vom 1756 gegründeten Löwenbräu, das seit 1997 zu Spaten und somit zu ABInBev gehört
    – sehr würzig, malzig, herb
    – mittel-süffig, sehr malzig, süßlich, würzig, matt, süßlicher Abgang
    https://loewenbraeu.de/loewenfuetterung/loewenbraeu-oktoberfestbier

Danke also für die Unterstützung Nils.

Der neue Trend – Biercocktails?!

Frisch und prickelnd: Cocktails mit Bier!

Seit dem Hype um Craft Beer ist Bier wieder ein Trendgetränk und auch fein gemixt wird es auf Partys, Grillabenden oder in Bars immer beliebter: Biercocktails sind frisch, herb und vielfältig wie die verschiedenen Biersorten selbst. Ob man seinen Cocktail nun fruchtig mit einem Ale mag, als Aperitif mit einem feinen Pils oder als Digestif mit dunklem Lager – ein prickelnder Gaumenschmaus ist gewiss. Wie man diese ganz einfach selbst macht, zeigen folgende erfrischende Tipps!

Die meisten Biercocktails sind Varianten bekannter Klassiker, so dass man als passionierter Cocktail-Liebhaber bekannte Spirituosen hernimmt. Eine reichhaltige Auswahl an solchen Basisgetränken findet man zum Beispiel hier. Aber wie schaut denn nun so ein Cocktail mit Bier aus? Hier kommen drei Beispiele:

Bavarian Fizz
Diese Variation des kultigen Gin Fizz ist leicht selbst zu machen: Man nehme dazu 5 cl Gin, 3 cl Zitronensaft und 2 cl Zuckersirup: Für das „Bavarian Finish“ nun einfach nur noch mit Weißbier aufgießen. Ebenfalls mit Weißbier lässt sich der „Wojito“ mixen: Das ist – wie der Name schon verrät – die bierige Variante des Mojito: Man benötigt dazu frische Minze, eine Limette, 1 – 2 Tl braunen Zucker, 5 cl weißen Rum und eben Weißbier zum Aufgießen des Ganzen.

Black Refresher
Wer eine kreative Erfrischung testen will, sollte sich diesen prickelnden und zugleich leichten Biercocktail mischen: Dazu ein großes Glas dreiviertel mit Eiswürfeln auffüllen, dazu kommen 3 cl Apricot Brandy, 2 cl Martini d’Oro und 4 cl Ginger Ale. Das Ganze dann mit Schwarzbier auffüllen, kräftig umrühren und als Clou 1/8 Orange über dem Cocktail ausdrücken und mit Minze dekorieren.

Spiced Pils
So herb wie ein Pils schmeckt auch dieser freche und fruchtige Cocktail: Um das würzige Geschmackserlebnis zu bekommen, sollte der Shaker zu 2/3 mit crushed Eis gefüllt werden. Dazu gibt man dann 3 cl Mangalore Likör, 3 cl Wodka, 2 cl Cointreau sowie 2 cl Orangensaft. Das Ganze wird anschließend kräftig geschüttelt, in einem hohen Glas serviert und mit Pils aufgefüllt. Als Dekoration macht sich hier eine Scheibe frisches Obst ziemlich gut!

Cocktails mit Bier sind also leicht zu mixen, denn im Endeffekt ist das Bier stets der Filler: Wo man ansonsten Sodawasser oder Fruchtsäfte verwenden würde, setzt man hier je nach Geschmack die unterschiedlichen Biersorten ein. Dieser Twist gibt bekannten – oder auch neu kreierten – Cocktails letztendlich eine ganz besondere Note. Das Geheimnis der extrem erfrischenden Nuance: Das Bier wird immer erst am Schluss hinzu gegeben: Vorsichtig und langsam, quasi mit typisch bayerischer Gelassenheit und Gemütlichkeit – denn nur so sprudelt die Kohlensäure nicht zu sehr. Und selbstverständlich gehört Bier auch niemals in den Shaker – am besten man zapft es eben quasi darüber, so dass man am Ende auch noch eine herrliche Schaumkrone erhält.

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, kann seiner Kreativität sowie Phantasie in Sachen Biercocktails freien Lauf lassen, denn es gibt noch so viel mehr an Zutaten, die man hier verwenden kann: Whisky und Bier eignen sich beispielsweise auch hervorragend zum mixen. Aber auch Stouts sind dankbare Cocktailpartner, denn zusammen mit Rum erhält man einen besonders vollmundigen Drink. In diesem Sinne: Ein Prosit!

Weitere Rezeptideen auch unter Bier-Cocktails.
Weitere Hintergrundinfos zum Thema gibt es hier.

356. Brew Age Dunkle Materie

„Mysteriös ist sie, (noch) nicht nachgewiesen, dennoch notwendig zur Erklärung von Gravitations-Wechselwirkungen im All – die Dunkle Materie.“

Nachdem es am vergangen Wochenende auf dem Festival der Bierkulturen in Köln wirklich hoch herging, komme ich heute wieder zurück in die Spur und möchte Euch in den kommenden Tagen und Wochen ausgewählte Craftbiere vorstellen. Den Anfang macht die dunkle Materie von Brew Age aus der österreichischen Hauptstadt Wien.

Brew Age, das sind Christian, Michael, Raphael, Tom und Johannes. Allsamt Bierbegeisterte waren es vor allem die letzteren beiden, die ihr Hobby seit 2006 immer stärker professionalisierten. Zunächst studierten sie Brauwesen bei der TUM Weihenstephan und kreierten schließlich 2012 den Entschluss eine Gypsy-Brauerei zu entwickeln, da eine eigene Brauerei samt sämtlicher Anlagen schlicht (noch) nicht realisierbar war. Doch sind die Jungs keine klassischen Kuckucksbrauer, die von Brauerei zu Brauerei ziehen, sondern brauen seit jeher im Brauhaus Gusswerk in Elsenwang. Heute ist Brew Age eines der populärsten Biermarken der österreichischen Craftbierszene und ist auch deutschlandweit erhältlich. Bekannt sind sie neben einer vielfältigen und hochqualitativen Auswahl an Bierspezialitäten vor allem durch ein auffallendes Etikettendesign, das wohl nicht nur mir sehr gefällt.

Die heutige dunkle Materie ist ein sog. Black IPA. Dieser erst dieses Jahr definierte Bierstil – auch Cascadian Dark Ale genannt – ist quasi eine Kombination aus einem Stout und einem IPA. So wird zunächst mit kräftigen Röstmalzen eingemaischt ehe nach Abschluss der Gärung mit ausgeprägten Hopfen kalt gehopft wird.

„Bei jedem Schluck offenbart sich eine neue Nuance. Das Black IPA will geschmacklich ständig neu erforscht werden – wie die Dunkle Materie eben.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Black IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Wien [Elsenwang]
Erscheinungsjahr. . .
2015

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Geruch: würzig, grasig, blumig, röstig, holzig, fruchtig, süßlich
Geschmack: mittlerer Körper, holzig, röstig, Kaffee & Zartbitter, blumig, leicht zitrusartig, frisch, feinperlig, mild-röstiger Abgang
Gesamt: Schaut man auf die Punkte, könnte man meinen: stark begonnen und stark nachgelassen. Doch das täte dem Bier sehr unrecht, ist es doch schließlich in seiner Geschmacksvielfalt höchst interessant und durchaus auch sehr lecker. Mir persönlich ist es nur etwas zu röstig und etwas zu wenig hopfenbetont. Trotzdem möchte ich diese hochspannende Verknüpfung aus Röstmalzen und Hopfennoten mit (fast) sehr guten 12,5 Pkt. (2++) bewerten.

Weitere Infos zum Bier unter: https://brewage.at/biere/?nr=11.

Prost & guten Abend! 🍻

Urlaub an der ostfriesischen Nordsee

Meinen zweiten Teil der Tochter-Elternzeit haben wir genutzt um für zwei Wochen an die ostfriesische Nordsee zu fahren. Aufgrund der dortigen geringen Brauerei-Dichte, hatte ich auch unter Berücksichtigung des Aufwandes im Vorfeld keinen Brauereibesuch geplant. Zufällig hatte ich aber die Gelegenheit Biere von zwei regionalen/lokalen Brauereien direkt vom Fass proBieren zu können. Zum Einen die beiden Watt’n Biere der Küstenbrauerei, Brennerei & Kaffeerösterei zu Werdum, die ich in Heikes Eis- & Pfannkuchencafé in Dornumersiel gefunden hatte und dabei auch den alten Braumeister der Brauerei kennenlernen durfte (siehe auch 343.). Zum Anderen bin ich glücklicherweise beim Standspaziergang auf Norderney an der Weststrand-Bar vorbeigekommen. Dort wird nämlich in wirklich tollem Ambiente das Bier des 2012 gegründeten Norderneyer Brauhauses ausgeschenkt:

Bierfacts:

  • Norderneyer Pils:
    – 11.8°P; 4,8%; untergärig
    – Geruch: Grasig, mild, leicht fruchtig
    – Geschmack: vollmundig, leckere Hopfennote, mild herb, gewisse Malzsüße, grasig, heuig, feinperlig, herb- süßer Abgang
    – definitiv ein hervorragendes Pils mit toller Eigennote – wer mal auf der Insel weilt sollte es unbedingt probieren
    http://norderneyer-bier.chayns.net/aboutus
  • Norderneyer Weizen:
    – 5,1%; obergärig
    – Geruch: eher unscheinbar, malzig-süß, dezente Frische
    – Geschmack: voller Körper, herb, würzig, dunkelmalzig, Karamell, Banane, gering säuerlich, matt, malziger Abgang
    – gerade im Vergleich zum Insel-Pils eher nur durchschnittlich
    http://norderneyer-bier.chayns.net/aboutus

 

  • Watt’n Bier hell:
    – 4,8%; untergärig
    – Geruch: frisch, hell-malzig, leicht würzig, grasig, etwas fruchtig
    – Geschmack: recht süffig, weich, Malzsüße, Hopfenherbe, etwas getreidig, leicht würzig, feinperlig, trocken-süßlich-herber Abgang
    – nicht überragend, aber definitiv ein leckeres (Urlaubs-)Bier, das zwar mehr ein Helles, als ein Pils ist, aber trotzdem überzeugt
    –  https://www.werdumer-hof.de/brauerei-wattn-bier/brauhaus.html
  • Watt’n Bier dunkel:
    – 10%; untergärig
    – Geruch: Leicht röstig, dunkelmalzig, holz, Getreide, Karamell
    – Geschmack: Vollmundiger, röstig, würzig, süßlich, leicht Lakritz, matt, milder Abgang
    – ein leider nur unterdurchschnittliches Dunkel aus der privaten Brauerei, Brennerei und Rösterei
    –  https://www.werdumer-hof.de/brauerei-wattn-bier/brauhaus.html

Fazit:

Neben den genannten beiden Brauereien gibt es im Nordosten neben dem hier schon vorgestellten Ostfriesen-Bräu und der Industriebrauerei Jever nur noch Brauereien in Varel (südlich von Wilhelmshaven am Jadebusen), in Weener (an der Ems südlich von Leer) und auf der Insel Borkum. Angesichts der Bevölkerungsdicht in Ordnung, aber trotzdem nicht ausreichend um allerorten regionales (privates) Bier zu bekommen. Nichtsdestotrotz kann sich das ostfriesische Bier (mit Abstrichen) durchaus sehen lassen, sollte aber insbesondere für Touristen noch etwas an Qualität, Vielfalt und Marketing zulegen. Sollte es uns nächstes Jahr erneut hierhin verschlagen, werde ich versuchen mir die Sache dann auch mal vor Ort anzuschauen.

Vielen Dank im Zuge dessen auch an dieser Stelle nochmals an die beste Familie der Welt für diesen tollen Bauernhof-Nordsee-Urlaub.

Weitere Infos auch unter: http://www.ostfriesland.de/mein-ostfriesland/bummeln-und-kulinarik/regionale-spezialitaeten/bierkultur/ostfrieslands-brauereien.html?Brauereien=.

291. Gouverneur Speciale 140

Bier #3 von 4 der regionalen Brauerei Lindeboom aus Limburg- Diesmal am Start das Speciale 140 der Gouverneur-Reihe. Neben den eigentlichen Lindeboom Bieren (Pilsener, Oud Bruin und Radler) sowie den beiden Venloosch Bieren (Wit und Alt) braut der Hoflieferant des niederländischen Königshauses unter dieser Marke weitere Spezialitäten-Biere. Am 3-Königs-Wochenende durfte ich bereits das Stout op Hout proBieren. Zudem gibt es noch klassisch belgische Stile wie Blonde, Dubbel, Dubbelbock oder Tripel. Heute also das Speciale 140, das seinen Namen von seinem Erscheinungsanlass hat: Dem 140-jährigen Bestandsjubiläums der 1870 gegründeten Brauerei. Es ist ein obergäriges, helles und süffiges Bier belgischer Brauart, das dezent fruchtig-gehopft und erfrischend daherkommen soll.

„Cervisia Natura Protecta“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Belgian Pale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Neer / Niederlande
Erscheinungsjahr. . .
2010

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: malzig-sauer, süßlich-blumig, heuartig, hefig
Geschmack: süffig, aber mittelgroßer Körper, malzig-würzig, leicht fruchtig, hefig-süßlich, leicht hopfig-herb, feinperlig, herber Abgang
Gesamt: Überraschend interessant! Trotz der vielen Geruchs- und Geschmacksrichtungen sauer, malzig, würzig, süß, fruchtig und herb wirkt es erstaunlich ausbalanciert und aufeinander abgestimmt. Sicher schmeckt man auch den belgischen Hefecharakter heraus, aber gerade für deutsche Zungen hält sich dieser dezent zurück. Das bisher beste Bier aus Neer bekommt dafür zu Recht 12,5 Pkt. (2++).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.lindeboom.nl/bieren-van-hier/onze-bieren.html.

Prost & guten Abend! 🍻

Blogbier, die XXIII. – Lommerbergen

Vergangenes Wochenende verbrachten wir ein wunderschönes ebensolches im Landal-Greenpark de Lommerbergen zwischen der Maas und der deutsch-niederländischen Grenze. Überrascht und begeistert war ich von der relativ reichhaltigen Bierauswahl vor Ort, die sich vor allem auch auf regionale Biere fokussiert. Folgende neue Biere habe ich gleich dort proBiert, weitere werde ich in den kommenden Wochen vorstellen:

Bierfacts:

 

 

 

 

 

 

 

  • Ch´Nord:
    – 7%; obergärig
    – blondes Bière de Garde von Les Brasseurs De Gayant (Brasserie de Goudale) aus dem nordfranzösischen Arques
    – von Bekannten meiner Schwiegereltern aus dem Frankreich-Urlaub mitgebracht
    – hefig-süß, weich & leicht getreidig
    https://www.ratebeer.com/beer/la-blonde-de-chnord/139907/
  • Forest Pilsen:
    – 4,1%; untergärig
    – von der Cervejaria Amazonia aus dem brasilianischen Belém im Baía de Marajó (südöstlich des Amazonas-Deltas)
    – mitgebracht von Nils aus seinem Urlaub auf
    – eines der schlechtesten Interpretationen eines Pilseners, das ich je getrunken habe
    http://www.amazonbeer.co.uk/
  • Kwaremont:
    – 6,6%; obergärig
    – Blondes von der etwa 20 km vom Oude Kwaremont entfernten Familienbrauerei de Brabandere in Bavikhove (seit 2013 gebraut)
    – Etikett zeugt vom Sponsorship des Flandern-Radsports:
    „Gebrouwen voor Kopmannen“ – also dem Führer eines Rennens
    „Kopman means a type of person is authentic, loyal and trusty. A Kopman never leaves the team behind and always share a win with the other. A Kopman can be the leader, can be the helper, can be the fan, can be the wive, can be the husband… Everyone can be a Kopman aslong as it means you do it with passion and for the love of cycling!“
    http://www.brouwerijdebrabandere.be/en/merken/kwaremont bzw. http://www.kwaremont.be/index_EN.php
  • Gouverneur Stout op Hout:
    – 7,5%; untergärig
    –  von der Lindeboom Bierbrouwerij (Gründung 1870) aus dem niederländischen Neer in Limburg, die Hoflieferant des niederländischen Königshauses sind
    –  gelagert auf Eichenholz
    –  ganz solides Stout
    http://www.lindeboom.nl/bieren-van-hier/onze-bieren.html

  • Affligem Dubbel:
    – 6,8%; obergärig
    – in der gleichnamigen belgischen Brauerei  im flandernschen Opwijk (Brabant) produziert
    – Geschichte der Brauerei reicht bis 1074 und ist somit eine der ältesten der Welt – seit 2000 gehört sie aber zur Heineken-Gruppe
    – Meiningers International Craft Beer Gold-Award 2015
    –  https://www.affligembeer.com/beers/double/

Vielen Dank nochmals auch auf diesem Wege an meine Schwiegereltern, meine Schwägerin, meine Frau und natürlich meinen Kindern für dieses wunderbare Wochenende.

Bierjubiläum Krone 2017

Das Jahr 2017 liegt nun in den letzten Schlücken und auch ich habe meine Verkostungen abgeschlossen. Und da ich eben nicht nur einfach Bier trinke, sondern mir dazu auch immer reichlich Notizen mache, möchte ich heute erstmals diejenigen Biere prämieren, die mich in diesem Jahr ganz besonders überzeugt haben. Dabei ist mit die Auswahl in bestimmten Bereichen wirklich nicht leicht gefallen, da ich ja grundsätzlich schon dazu neige hochqualitative Biere zu probieren, sodass es selbst an der Spitze recht eng ist. Neben der Auszeichnung des besten Bier des Jahres, möchte ich aber auch gerne noch weitere Biere in sechs zusätzlichen Kategorien hervorheben, die in besonderer Weise auf sich aufmerksam gemacht haben.

Kommen wir aber nun erst mal zu den besten Einzelbieren. Basis der Auswahl waren die kontinuierlich geführten Bewertungen, die ich bei jeder Rezension aufstelle, sowie darüber hinaus in Erinnerung gebliebene Biere. Der aufmerksame Leser wird festgestellt haben, dass es neben durchaus vielen Bewertungen von 13 bzw 13,5 von 15 Pkt. nur zwei Rezensionen geschafft haben die diesjährige Bestmarke von 14 Pkt. zu knacken. Umso schwerer ist es mir gefallen, die diesjährige Nummer 1 auszuwählen. Wie in jeder guten Jury hat bei mir letztlich das Bauchgefühl entschieden… Ich verleihe nun also feierlich die erste Bierjubiläum-Krone an die Grünhopfen-Doppelssticke Jrön aus dem Düsseldorfer Hause Uerige in Kooperation mit der Kehrwieder Kreativbierbrauerei aus Hamburg. Dicht dahinter eben das andere 14 Pkt.-Bier mit einer absolut tollen Roggen-Reifenote: Das Giesinger Baltic Rye Porter. Die folgenden Plätze haben dann schon relativ betrachtet einen größeren Abstand zum Führungsduo. Platz 3 bis etwa 15 waren dabei alle recht ähnlich beisamen, sodass mir vor allem die Bronzemmedaille schwer fiel. Die Auswahl gewann dann aber ein Bier, dass symbolisch für ein großes Ereignis des zurückliegenden Jahres steht: 500 Jahre Reformation. Die Rede ist vom Einbecker Ainpöckisch Bier 1378. Hier also nun das verdiente Siegertreppchen:

Diese sieben Biere komplettieren schließlich die Top Ten – sortiert in alphabetischer Reihenfolge:

Neben den Bieren möchte ich an dieser Stelle aber auch die drei „besten“ Brauereien meines persönlichen Bierjahres auszeichnen. Auch wenn hier kein so eindeutiger Bewertungsschlüssel wie zuvor vorliegt, haben mich einige Brauereien diesmal besonders bierig überzeugt. Die Bierjubiläum-Krone für die beste Brauerei des Jahres geht an Riedenburger. Im Rahmen meines Jahresthemas (s.u.) hat mich die Brauerei mit ihrer Vielfalt an Bieren unterschiedlichster Getreidearten höchst erfreut, sodass es schwer bis unmöglich war sie von Platz 1 zu verdrängen. Silber geht an AleMania aus Bonn, dass dieses Jahr endgültig den Durchbruch zu einer wirtschaftlichen Handwerks-Brauerei geschafft hat. Vor allem mit dem Brauereifest im November hat Fritz meine Sympathien gewonnen. Platz 3 und Bronze verleihe ich an Maisel & Friends aus dem schönen Bayreuth. Nicht nur hat mich Eva Ploß unterjährig immer wieder mit kostenlosen Bierlieferungen bestochen, die dann auch noch super schmeckten, auch hat sich der Ableger der bekannten Weißbierbrauerei als Pionier der deutschen Craftbier-Szene auch dieses Jahr wieder an der Vernetzung und Entwicklung neuer Biere außerordentlich beteiligt.

Zusätzlich zur übergeordneten Auswahl der besten Biere des Jahres möchte ich gerne auch die zehn besten Biere im Kontext meiner Jahresreihe „Alternative Getreide & weitere natürliche Zutaten“ prämieren. Jedes für sich stellt in der Kombination aus außergewöhnlichen Getreiden bzw. Zutaten und besonderem Biergenuss ein Alleinstellungsmerkmal dar, sodass hier auf eine Platzierung verzichtet und nur in alphabetischer Reihenfolge gelistet habe. Ich kann nur wirklich jedem empfehlen diese Bier einmal probiert zu haben.

Weiter geht mit den Einzelkategorien. Den Anfang macht das beste regionale Bier. Ausgangspunkt ist hierbei ganz subjektiv mein Wohnort Brühl. Und da hat mich in meiner Blog-Abwesenheit nach der Geburt meiner bezaubernden Tochter im März das Bonner Vintage von Bönnsch überrascht. Ein Bier, das nach mittelalterlichem Verfahren über Holz und Rauch gebraut wurde stellt einen völlig neuen Bierstil dar, der als eine Kreuzung zwischen Alt, Wieß und Rauchbier beschrieben werden kann.

In der Kategorie „Traditionell“ möchte ich ein Bier hervorheben, dass einen historischen Bierstil wiederbelebt hat. Denn mit dem Monarchy Methusalem vom Freigeist Sebastian Sauer wurde das historische Dortmunder Altbier zum Leben erweckt. Auch wenn es sich nach einer Patentanmeldung von der Dortmunder Bergmann-Brauerei nicht mehr so nennen darf, bleibt es für mich eines der herausragendsten Wiederbelebungen historischer Bierstile. Dazu aber hoffentlich nächstes mehr.

Die folgende Kategorie soll die besondersten der besonderen Biere aus 2017 auserwählen. So geht der diesjährige Sonderpreis sowohl an den Akarusho Banana Wine – ein 14%iges Biergebräu auf Hirsebasis aus Afrika – als auch an Er Boquerón von La Socarrada – das einzige mir bekannte Bier am Markt mit Meereswasser.

In der Kategorie „Alkoholfrei“ gab es zugegebenermaßen nicht so viel Auswahl und doch habe ich dieses Jahr eine durchaus große qualitative und geschmackliche Bandbreite ertrinken können. Nicht nur mich, sondern auch meiner Gattin hat aber vor allem das Riegele IPA Liberis mit seinen vollmundigen Fruchtnoten überzeugt.

Und last but not least der erstmalige Ehren- pardon Ährenpreis für besondere Verdienste an den Zielen des Bierjubiläums. Diesen teilen sich das Heubacher 500, welches ich am diesjährigen Tag des Bieres probierte und das 500 Tage im Holzfass reifen durfte, sowie der erste Kreativsud der dieses Jahr konstituierten Deutschen Kreativbrauer, die sich für das Natürlichkeitsgebot stark machen, mit der revolutionären Verknüpfung von Weizenmalz und untergäriger Hefe.

Allen Preisträgern einen herzlichen Glückwunsch und ein mindestens genauso erfolgreiches Jahr 2018.

Beim Genuss des Jahrgangsnachfolgers vom diesjährigen Siegerbier Jrön verabschiede ich mich aus 2017, wünsche allen einen guten Rutsch ins Jahr 2016+2 und vor allem immer ein Glas leckeren Bieres in der Nähe zu haben.

Kwas [квас] – Russisch Braun [ру́сский бу́рый]

Nach dem vorgestrigen hellen Kwass möchte ich mich heute an die dunkle Variante wagen. Grundsätzlich ist diese auch in Russland inzwischen weniger verbreitet, da sie weniger spritziger und erfrischender wirken soll. Historisch ist sie aber der Original-Kwass, da dieser zunächst aus Überresten von Roggensauerteigen entstanden ist, die durch umherfliegende Hefen angesteckt wurden. Im Gegensatz zum hellen Kwass soll der dunkle deutlich malziger und weniger fruchtiger schmecken und so an ein Malzbier erinnern.

Deshalb bin ich gespannt, ob diese industrielle Interpretation zumindest so gut wie das helle schmeckt. Skeptisch machen mich da die vielen Zusatzstoffe zur Säureregulierung und Konservierung mit den wohlklingenden E-Nummern. Offensichtlich scheint der Original-Kwass doch zu exotisch zu sein, um ihn auch in Deutschland anbieten zu können.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kwass
Brauart
. . . . . . . . . . . spontangärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Zucker, Glukose-Fructose-Sirup, Roggen- & Gerstenmalz, Hefe, E330, E202 & E211
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . <1,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Litauen
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Geruch: karamell-malzig, süß, ganz leicht röstig, wenig schokoladig
Geschmack: malzig-süß, leicht fruchtig, getreidig, bisschen spritzig, leicht angeröstet, trocken-süß-getreidiger Abgang
Gesamt: Auch der dunkle Kwass überrascht mich mit einem absolut annehmbaren Geschmacksprofil. Für meinen Gaumen bei der dunklen Note zwar etwas zu süß, aber durchaus ebenfalls eine interessante Alternative zum deutschen Malzbier. Allerdings muss auch klar kritisiert werden, dass der Einsatz von künstlichen Zusatzstoffen definitiv nicht zu unterstützen ist. Es ist wie schon erwähnt wohl aber darauf zurückzuführen, dass das Produkt an den hiesigen Markt angepasst wurde. Dies bestätigen auch einige, die bereits in Ostslawien dortigen (oder selbst hergestellten) Kwass probieren konnten.

Prost bzw. Ва́ше здоро́вье!

 

Kwas [квас] – Taras Weiss [тарас бе́лый]

Im Nachgang zur dieswöchigen Bierverkostung in der Brühler Eule zum Thema „Biere in Russland“, dessen Bericht hier in Kürze folgt, möchte ich mich einer weiteren russischen „Bier-„Spezialität nähern.

Der Kwass ist zwar kein wirkliches Bier, ist jedoch nah verwandt. So zählt es zu den Gärgetränken und wird ebenfalls auch Getreide hergestellt. Genauer entsteht es aus der Gärung von altem Brot oder Malz, Roggenmehl (oder Roggenbrot) sowie Kwas-Hefe oder Sauerteig. Deshalb wird es auch als Brotbier bezeichnet. Um den Kohlensäuregehalt zu erhöhen kann noch Zucker, Melasse o.ä. eingesetzt werden. Kwass enthält traditionell nur wenig (bis zu 1,5%) Alkohol uns ist somit auch als Erfrischungsgetränk beliebt. Es gibt Kwass in der hellen und dunklen Variante. Letztere soll etwas an Malzbier erinnern, jedoch weniger süß sein. Erstere hingegen soll in etwa wie ein Radler schmecken. Getrunken wird es vor allem in ostslawischen Regionen vom Baltikum über Weißrussland und Ukraine bis hin zum Kaukasus.

Und selbstverständlich auch in Russland. Dort wird es bis heute auf dem Land in traditioneller Weise daheim „gebraut“. So zum Beispiel auch bei einem Teil der Familie meines halb-russischen Kollegen Heinrich aus dem Köln-Porz. Da der Kwass allerdings noch keine Popularität außerhalb der oben genannten Region erlangt hat, ist es erforderlich einen russischen Supermarkt auszusuchen, um in Deutschland überhaupt an das „Brotbier“ zu gelangen. Glücklicherweise gibt es u.a. in Porz einen Mix-Markt, der fast ausschließlich russische Produkte und somit auch den Kwass führt. Freundlicherweise war besagter Kollege so nett und brachte mir diese Woche jeweils eine (große) Flasche des hellen und dunklen Gärgetränks mit.

Heute möchte ich euch zunächst die helle Variante vorstellen:

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kwass
Brauart
. . . . . . . . . . . spontangärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Glukose-Fructose-Sirup, Gersten- & Weizenmalz, Gerste, Hefe, Akazienextrakt
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . <1,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Litauen
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Geruch: leicht malzbierig, hell fruchtig, getreidig, grasig, frisch, brotig
Geschmack: lecker erfrischend, leichtes Radler, süß-fruchtig nach Ananas, Mango, Maracuja & Banane, nur wenig malzig, weich-grasig-fruchtiger Abgang
Gesamt: Derartige Experimente wie das heutige gehe ich ja stets mit einer gesunden Portion Skepsis an. Auch wenn ich wirklich kaum wissen könnte, was mich erwarten würde, will ich behaupten, dass ich positiv überrascht bin. Sicher kann man es kaum mit einem Bier vergleichen, doch kann ich verstehen, dass das Brotbier östlich von uns als Erfrischungsgetränk einen derart guten Ruf hat. Und trotz dessen, dass hier Zucker zugesetzt ist hält sich der Gesamtgehalt mit unter 10% für solch ein süß-schmeckendes Getränk noch im Rahmen. Dabei ist es aber zu keinem Zeitpunkt zu künstlich süß, sondern stets erfrischend und lecker. Durchaus also empfehlenswert und eine sehr spannende und gute Alternative zu anderen Erfrischungsgetränken (des Westens).

Prost bzw. Ва́ше здоро́вье!

 

262. Reformator Pfloschenbier

31.10.1517 – 31.10.2017: 500 Jahre Reformation

So, nun ist es also soweit: 500 Jahre Reformation. Heute vor genau einem halben Jahrtausend soll der Theologe, Jurist und Mönch Martin Luther mit seinem Anschlag der 95 Thesen für eine erneuerte Kirche an die Schlosskirche zu Wittenberg den Beginn der Reformation markiert haben, aus der die bis heute bestehende Trennung der christlichen Kirche in die römisch-katholische und evangelisch-lutherische Konfession resultierte. Aus diesem historischen Anlass ist der Reformationstag zum ersten Mal in der Geschichte der BRD ein außerordentlicher und einmaliger bundeseinheitlicher Feiertag. Auch wenn sich heutzutage die beiden größten Konfessionen des Christentums wieder allmählich annähern, wurde ganz Europa durch die Reformation gespalten und geprägt. Mit seiner Kritik des Ablasshandels und der Entfernung der Kirche von den ursprünglichen Zielen der Lehre Jesu Christi sorgte Luther schon zu Lebzeiten für weitreichende Veränderungen der theologischen, politischen und gesellschaftlichen Struktur auf dem europäischen Kontinent. Nachdem er als erster Mensch die Bibel in Gänze in die deutsche Sprache übersetzte, musste er sich später unter falscher Identität auf die Eisenacher Wartburg zurückziehen, da er als vogelfrei erklärt wurde. Im Rahmen seines Untergrund-Wirkens machte er sich eine bedeutende Erfindung der damaligen Zeit zu Nutze: Im 15. Jahrhundert entwickelte der Mainzer Goldschmied Johannes Gutenberg den modernen Buchdruck. Mit diesem Medium erreichte Luther eine für damalige Verhältnisse enorme Reichweiten seiner Thesen und konnte sich so effektiver mit seinen Unterstützern verbinden. Dabei war es niemals Luthers Ziel die Kirche zu spalten, doch führte die Reformation (und Gegenreformation) noch lange Zeit zu kriegerischen Auseinandersetzungen, bei denen viele Menschen ihr Leben lassen mussten. Heute beschränkt sich die Spaltung zum Glück nur noch auf den theologischen Bereich und lässt zusehends mehr Ökumene zu.

„Wer kein Bier hat, hat nichts zu trinken.“

Zeit seines Lebens war aber auch Bier stets ein enger Begleiter Luthers.  Offensichtlich verwöhnt von den hervorragenden heimischen Braukünsten seiner Frau (denn damals war das Bierbrauen noch fast vollständig in Frauenhand) hatte Luther auf Reisen immer recht hohe Ansprüche an den Gerstensaft. So sind bis heute viele Kommentare und Anekdoten über seine bierigen Reiseerlebnisse überliefert. Offensichtlich führte es mancherorts und zu mancher Zeit sogar dazu, dass er sich das heimische Bier abfüllen und nachschicken ließ. Das heutige Bier soll diesem nachempfunden sein. Dabei hat man sich für ein helles Bier entschieden. Da vor allem die Heimbraubiere damals recht volatil in ihrer Rezeptur waren und auch noch keinen konkreten Bierstil besaßen ist es natürlich schwierig ein solches Bier originalgetreu historisch nachzubrauen. Oftmals wurde nur zwischen einem untergärigen (Winter-)Braun- und einem obergärigen (Sommer-)Weißbier unterschieden, sodass man die heutigen Bierstile nicht als Maßstab anlegen kann. Allerdings beschleicht mich das Gefühl, dass hier aus fehlendem Mut zur historischen Kreativität schlicht ein Pils oder Helles gebraut wurde. Ein weiteres Indiz ist der Umstand, dass das Bier von der Brauerei Neuspringe, welche auch die anderen Luther-Biere produziert, für die bierundmehr GmbH gebraut wurde und somit nur als „Marketing-Gag“ herhalten muss. Aber lassen wir uns wie immer überraschen und feiern trotzdem dieses historische Ereignis gebührend mit diesem Reformator-Reisebier.

„Auf seinen Reisen musste der Reformator Martin Luther oft Bier trinken, dass diesen Namen nicht verdiente. Als er wieder einmal so ein übles Gebräu trinken musste, schrieb er an seine Frau Katharina von Bora, die selbst eine vorzügliche Braumeisterin war: ‚Gestern hatt ich einen bosen Trunk gefasset. Und sie möge doch ein Pfloschen ihres Bieres zu ihm schicken so oft sie könne.‘

Auch im stillen Gedenken an die vielen Opfer der Reformation & Gegenreformation.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pils
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Leinefelde-Worbis/Landsberg
Erscheinungsjahr. . .
(1517)

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Geruch: hopfig, grasig, blumig, hellmalzig, etwas matt
Geschmack: „steinig“, hopfig-herb, süffig, mittelschwacher Körper, feinperlig, wenig Malz, klar, herber Abgang
Gesamt: Von den bisher proBierten Bieren der Luther Reihe mit dem Reformationsbier vom Beginn des Jahres sicher das Beste. Zwar kann ein Pils – und als solches ist dieses Bier deklariert – kein historisches Lutherbier sein, da das Pilsner erst 1842 entwickelt wurde, aber dafür ist es qualitativ völlig in Ordnung und stilgerecht. Sicher kann man auch hier von einer gewissen Verbrauchertäuschung sprechen, da man im Idealfall wirklich eine Originalrezeptur erwarten möchte, aber davon will ich an diesem heutigen Feiertag einmal absehen. Deshalb mit 500. Reformationstags-Bonus heute 10 Pkt. (2-).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.lutherbier.de/produkte_pfloschenbier.html.

Prost & auf die Ökumene!

260. Luther Porter

Nach dem gestrigen Urtyp folgt heute Reformations-Einleitungsbier #2. Namentlich handelt es sich hierbei eigentlich um ein Porter. Ein Bierstil, der vor allem im nördlichen Europa weit verbreitet war und teilweise noch ist. Dabei werden grundsätzlich die Familien des britischen und baltischen Porters unterschieden. Ersterer wird obergärig, letzterer untergärig gebraut. Zudem beinhaltet der britische mehr Röstaromen, während der baltische etwas süßer daherkommt. Zwischen diesen beiden Formen hat sich in früheren Zeiten aber auch eine deutsche Abwandlung des Porters entwickelt, der vor allem in Mitteldeutschland sehr beliebt war. Dieser wurde je nach Brauerei und Möglichkeit ober- oder untergärig gebraut und konnte auch geschmacklich variieren.

So wäre es für mich auch zu vermuten gewesen, dass ich es heute auch mit ebene diesem zu tun habe. Aber weit gefehlt: Die Brauerei Neuspringe, die das Bier herstellt, nennt als Bierstil hier „gesüßtes Schwarzbier“. Leider bestätigt dies auch der Blick auf die Zutatenliste, in der Invertzuckersirup auftaucht. Natürlich war mir klar, dass die Luther-Biere keine wirklich hochqualitative Braukunst darstellen, aber es ist schon schade, wie auch hier der Verbraucher etwas getäuscht wird. Auch wenn diese sich dabei auf eine alte Rezeptur beruft und es lieblicher Schwarztrunk nennt, entsteht doch der Eindruck, dass ein Porter ein gesüßtes Schwarzbier sei. Keineswegs möchte ich die historische Herkunft des Bieres grundsätzlich in Frage stellen, aber vielleicht hätte man es klarer formulieren können. Interessant wäre für mich auch zu wissen, wie dies mit dem hochgelobten „Reinheitsgebot“, das nur ein Jahr vor Luthers Thesenanschlag zumindest in Bayern verabschiedet wurde, vereinbar ist. Dürfen doch wenigstens in untergärigen Bieren (und das „gesüßte“ Schwarzbier gehört dazu) bis auf chemische Hilfsstoffe nur Gerstenmalz, Hopfen und Hefe eingesetzt werden. Nicht, dass ich an die heutigen Gesetzgebungen festhalten will – im Gegenteil – aber hier wird auch ohne expliziten Verweis auf das „Reinheitsgebot“ zumindest unbewusst getäuscht. Ein Blick auf die Flasche zeigt dann hier die Lösung: Es ist einfach als „Biermischgetränk“ deklariert… Auf Basis dessen wirkt folgendes Luther-Zitat auf der Website etwas unaufrichtig:

„Wie viele gibt es jetzt, die das Evangelium rühmen und um desselben willen einen Heller willig verlieren oder ihren Geiz und Mutwillen lassen? …. Ebenso machte kein Bürger, könnte er sein Dünnbier für Bier verkaufen, sich ein Gewissen davon.“

Aber ich will natürlich nicht vorschnell urteilen und lasse mich gerne auch eines Besseren belehren.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . (Schwarzbier)
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Invertzuckersirup, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Leinefelde-Worbis
Erscheinungsjahr. . .
(1517)

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________9
  • Geschmack:__________________7
Fazit

Geruch: (metallisch, industriell,) malzig, matt, süßlich, getreidig, wenig waldig
Geschmack: zuckersüß, dunkelmalzig, etwas rotfruchtig, leicht bitter, sehr süffig, wenig Körper, wenig spritzig, süßlich-herber Abgang
Gesamt: Also wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich behaupten hier handelt es sich um alkoholhaltiges „Malzbier“. Während der Geruch noch wenig Süße erahnen lässt, kommt der Zuckersirup am Gaumen voll durch. Ich verstehe zwar immer noch nicht, warum man so etwas unter solch einem Titel braut, aber hieran erkannt man zumindest die historische Verknüpfung von früheren und heutigen Malzbieren. Gibt es heutzutage fast ausschließlich nur alkoholfreie Varianten, war früher die Biersüßung in Teilen auch recht üblich bei normalhaltigen Bieren. Im Sinne des Vielfaltsgedankens also tatsächlich löblich. Doch: Bei diesem Bier verschwimmen die Grenzen zwischen Porter, Schwarzbier und Malzbier, die der Bierlaie nicht mehr nachvollziehen kann. Deshalb mit 8 Pkt. (3) vielleicht auch ein etwas hartes Urteil.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.lutherbier.de/produkte_porter.html.

Prost!

Craftbeer Corner Coeln, die III.

Veedels Weizen | Veedels IPA | Victory Brewing Sour Monkey | Freigeist+BrauArt Apricot Fest | Freigeist Monarchy Methusalem | Against the Grain Muy Fuerte | Lervig Zipper | Bevog Rudeen | Brewski Conan | Stigbergets Children Village | Bevog Ond | Kompaan 39 Bloedbroeder | Freigeist Prussian Imperial Stout | Great Divide Brewing Yeti | Braustelle White Cardigan W | AndUnion Steph Weiss | Tilmans das Helle | Nøgne Ø #100 | Kloster Andechs Weißbier | De Molen Tsarina Esra | La Trappe Quadrupel

 

 

 

 

 

 

 

Letztes Wochenende war es (endlich) wieder soweit: C³-Time. Nach dem privaten Tasting am Vorabend mit meinem alten Studienkollegen David, reiste am Samstag erneut Nils aus Osnabrück an, um dann gemeinsam ins Craft-Bier-Zentrum Kölns zu fahren. Seit meinem letzten Besuch sind zwei neue Hausbiere (das Weizen und das IPA) hinzugekommen, die ich natürlich proBieren musste. Außerdem war die Taplist darüber hinaus auch sehr interessant und ausgewogen bestückt. Grund genug also für unser Trio uns (erneut) durch die weite Welt der Kreativbiere zu trinken. Hier also meine Impressionen aus dem Herzen der Biervielfalt in Kölle.

Bierfacts:

  •  Veedels Weizen:
    – obergärig; 5%
    – fruchtig frisches Hausweizen der CCC mit Yellow-Sub-Hopfen
    – gebraut durch Freigeist in Stolberg
  • Veedels IPA:
    – obergärig; 5,5%
    – blumig-frische Haus-IPA der CCC mit den Hopfensorten Nelson Sauvin, Apollo & Bravo
    – saisonal wechselnde Interpretation dieses Stils am Hahn 3
    – gebraut durch Freigeist in Stolberg
  • Victory Brewing Sour Monkey:
    – obergärig; 5,5%
    – Sour Tripel der 1996 gegründeten in Downingtown / Pennsylvania (USA) beheimateten Victory Brewing Company
    – geschmacklich besser als geruchlich
    http://www.victorybeer.com/beers/sour-monkey/
  • Freigeist+BrauArt Apricot Fest:
    – obergärig, 6%
    – diesjährige Collaboration Gose von Freigeist Bierkultur & BrauArt Sausenheim in Grünstadt in der Pfalz
    – gut fruchtig, aber zu sauer
    https://www.ratebeer.com/beer/brauart–freigeist-apricot-fest/499886/1/3/
  • Freigeist Monarchy Methusalem:
    – obergärig; 10%
    – Reaktivierung eines fast vergessenen Bierstils: Das Dortmunder Adambier – ein starkes saures Altbier
    – in Stolberg bei Vormann gebraut
    – neben der sauren auch eine schöne röstige & fruchtige Note
    https://www.ratebeer.com/beer/the-monarchy-methusalem/212801/
  • Against the Grain Muy Fuerte:
    – obergärig; 6,8%
    – belgisches Rauchbier aus Louisville / Kentucky (USA)
    – unangenehmer Geruch, leicht fruchtig, aber nicht der Knaller
    http://www.atgbrewery.com/Menu/Beer/2/Smoke/2/Muy-Fuerte/592
  • Lervig Zipper:
    – obergärig; 5,6%
    – American Pale Ale aus dem Hause Lervig (Stavanger, Norwegen) in Koorperation mit Stigbergets (Göteborg, Schweden)
    – auch als Einstiegsbier gut geeignet
    http://lervig.no/en/brewery/#beer
  • Bevog Rudeen:
    – obergärig; 7,4%
    – Black IPA aus Bad Radkersburg in Österreich
    – recht rauchtig mit fruchtigem Geruch
    https://bevog.at/beer/monster-line/rudeen/
  • Brewski Conan:
    – obergärig; 8%
    – Double IPA aus der 2014 gegründeten schwedischen Brauerei in Helsingborg
    – wenig fruchtig, recht grasig
    http://brewski.se/
  • Stigbergets Children Village:
    – obergärig; 11%
    – Imperial IPA aus Göteborg / Schweden (Brauereigründung 2012)
    – sehr lecker & stark fruchtig
    http://www.stigbergetsbryggeri.se/
  • Bevog Ond:
    – obergärig; 6,3%
    – österreichisches Rauch-Porter
    – harmonisch rauchig
    https://bevog.at/beer/monster-line/ond/
  • Kompaan 39 Bloedbroeder:
    – obergärig; 10%
    – Rum-Barrel-Aged Russian Imperial Stout aus der 2016 in Den Haag (Niederlande) gegründeten Brauerei Kompaan
    – starker toller Rumgeruch, im Geschmack dezenter aber gut
    http://kompaanbier.nl/beer
  • Freigeist Prussian Imperial Stout:
    – obergärig; 8%
    – Imperial Stout von Sebastian Sauer aus Stolberg nahe Aachen
    – malzig, sauer & Bitter
    https://www.ratebeer.com/beer/freigeist-prussian-imperial-stout/487243/
  • Great Divide Brewing Yeti:
    – obergärig; 9,5%
    – Imperial Stout aus der 1994 in Denver / Colorado (USA) gegründeten Craftbeer-Brewery
    – auf Preiselbeeren gelagert
    – sehr schön geschmeidig & malzig-süß
    https://greatdivide.com/beers/yeti-imperial-stout/

  • Braustelle White Cardigan W:
    – obergärig; 6,8
    – Weizenbock im Whisky-Fass gelagert
    – von Kölns kleinster aber vielfältigster Brauerei in Ehrenfeld
    – recht sauer, leicht ölig, aber lecker
    http://www.braustelle.com/homeneuigkeiten.html
  • AndUnion Steph Weiss:
    – obergärig; 5%
    – Weißbier der seit 2007 in München ansässigen Brauunternehmer, die in Kooperation mit kleinen traditionellen Brauereien arbeiten
    – „MODERNIST BAVARIAN CRAFT BEER“
    – würzig-süße Banane, harmonisch-weich
    http://www.andunion.com/de/product/steph-weiss/
  • Tilmans das Helle:
    – untergärig; 5,1%, 12.3°P
    – vom am Tag des deutschen Bieres 2014 gegründeten Münchner Brauunternehmen in der Brauerei Gut Forsting im Landkreis Rosenheim gebraut
    – schön malzig-süß & erfrischend
    http://www.tilmansbiere.de/

  • Nøgne Ø #100:
    – obergärig; 10%; 22.5°P
    – Barley Wine aus der 2002 in Grimstad / Norwegen gegründeten „nackten-Insel-Brauerei“
    – 2004 zur 100-Jahr-Feier der Auflösung der Personalunion von Norwegen & Schweden auf den Markt gebracht
    – absolut top, malzig-süß, röstig & Getreide im Abgang
    – als erste & einzige Brauerei produziert Nøgne auch Sake
    https://www.nogne-o.com/our-beers/
  • Kloster Andechs Weißbier:
    – obergärig; 5,5%
    – 1993 von der oberbayrischen Klosterbrauerei eingeführt
    – größte von nur noch wenigen authentischen Klosterbrauereien, die eine existierende Ordensgemeinschaft konzernunabhängig führt
    – gehört zu den Benediktinern von St. Bonifaz in München & Andechs
    – fruchtig, süß, würzig & frisch
    http://andechs.de/die-klosterbrauerei/unsere-biersorten/weissbier-hell/

  • De Molen Tsarina Esra:
    – obergärig; 10,1%; 23.4°P
    – Imperial Porter von der 2004 in Boidegraven / Niederlande am Oude Rijn gegründeten Brauerei
    – bis 2041 „haltbar“
    – noch harmonischer & weicher als das #100
    http://brouwerijdemolen.nl/beers

Fazit:

Auch nach meinem dritten Besuch hat die Faszination CCC noch nicht viel Glanz verloren. Sicher muss man hier bei vielen Bieren etwas tiefer in die Tasche greifen, aber dafür ist sowohl Auswahl als auch Qualität der Biere  in der westlichen Millionenstadt aber auch darüber hinaus absolut unschlagbar. Das regelmäßig wechselnde Fassbierangebot sorgt für immerwährende Kurzweile, wobei es beachtlich ist mit welcher Sorgfalt die jeweiligen Biere ausgewählt werden. Schließlich findet hier jeder ein (sehr gutes) Bier nach seinem Geschmack und erhält zudem auch noch fachkundige Informationen und Beratung.

Auf dem Weg nach Hause sind wir dann noch auf einen Absacker im Brühler Seasons eingekehrt:

Es war also auch diesmal wieder ein herrlicher Bierabend. Und wenn Ihr auch mal Biervielfalt live erleben wollt, kann ich euch das CCC erneut wärmstens ans Bierherz legen.

Weitere Informationen zur CCC unter: http://www.craftbeercorner.de

International Beer Day 2017

Bierjubiläum wishes all beer friends around the world a happy International Beer Day 2017!
• Gather with friends and enjoy the taste of beer
• Celebrate those responsible for brewing and serving beer
• Unite the world under the banner of beer, by celebrating the beers of all nations together today!
Cheers!

Bei mir gab’s heute zur Feier des International-Beer-Day ein wirklich leckeren Weißbier- und Schwarzbier-Sour mit meinem selbstgemachten Biersirup:

 

 

 

 

 

 

Auf die Natürlichkeit, Vielfalt, Qualität, Regionalität & Transparenz!