Archiv der Kategorie: In eigener Sache

Biersirup

Anlässlich des heutigen Tages der Arbeit war ich auch nicht untätig und habe zum ersten Mal selbst Biersirup für meine HausMannBar hergestellt. Als Basis dienten mir dabei zum Einen das Original-Weißbier von Schneider Weisse und zum Anderen das Köstritzer Schwarzbier. Und da ich sowieso mal ausprobieren wollte, wie ein Blend-Bier schmeckt, habe ich ganz Reinheitsgebots-inkonform beide Restbiere zusammengekippt:

Neben dem Bier und Rohrohrzucker (weißer für das Cervisia Blanca, brauner für das Cervisia Nigra) im Verhältnis 1:1 kamen übrigens noch 2cl Drambui und eine Prise geheime Biergewürze zum Einsatz.

Doch wofür braucht man denn eigentlich Biersirup? Nunja einerseits kann er natürlich als Bierersatz in dem ein oder anderen Biermix-Cocktail herhalten. Andererseits aber bereichert er auch die „unbierige“ Cocktail-Karte um interessante  Geschmackskomponenten. Hier nur einmal zwei Cocktail-Rezepte mit Biersirup:

Weißbier Sour*:
2cl Wodka
1cl Bananenlikör
2cl Grapefruitsaft
2cl Zitronensaft
2cl Weißbier-Sirup
(+ Weißbier-Espuma)

Duits-Hollands Sour**:
6cl Oude Genever
3cl Zitronensaft
2cl Schwarzbier-Sirup
1/2 Eiweiß
+ eine Prise geriebene Muskatnuss

* by Dietmar Petri, Cortiina Bar, München
** by Helmut Adam, Jeny Hasenbein & Bastian Heuser from Coktailian

Weitere Infos zum Thema gibt es auch hier. Gerne verweise ich in diesem Zusammenhang auch nochmals auf meine kleine Auswahl an Biermix-Cocktail-Rezepten:

Bier-Mix-Cocktails

Achso: Das schwarz-weiße Blend-Bier war in der Tat interessant. Da keine der beiden Biere dominierte, war es sowohl leicht hefig-bananig als auch röstig-malzig. Zugegebenermaßen sind die Unterschiede dieser beiden Bierstile trotzdem wohl aber zu groß, als dass sie sehr gut harmonieren würde. Und: Ein Blend-Bier, dass bereits beim Brauvorgang entsteht entwickelt sicher weitmehr ausbalancierte Geschmackselemente. Aber einen Versuch war es allemal wert.

In diesem Sinne also auf die Bier-Mix-Cocktails!

Gründung Deutsche Kreativbrauer e.V.

Zum diesjährigen Bierjubiläum hat sich ein neuer Verband gegründet, der sich das Ziel gesetzt hat das Reinheitsgebot zu reformieren. Einerseits soll es auf natürliche Zutaten eingeschränkt, aber gleichzeitig auch von unverständlichen Restriktionen befreit werden.
So ist es derzeit wie bereits in Das Reinheitsgebot beschrieben zwar möglich chemische Hilfsstoffe oder Zuckerarten zur Färbung des Bieres zu verwenden, allerdings sind jegliche natürliche Zutaten außer Gersten-, Weizen-, Roggen- und Hafermalz (bei untergärigen Bieren sogar nur Gerstenmalz), sowie Hopfen und Hefe verboten. Der Verein – zu dem u.a. das Fritz Wülfing mit Ale Mania aus Bonn zählt – will sich dafür einsetzen die Qualität des in Deutschland gebrauten Bieres wieder zu erhöhen – dafür soll das Reinheitsgebot einem „Natürlichkeitsgebot“ weichen.
Als „Konstitutionssud“ wurde gleich gemeinschaftlich ein untergäriges Weizenbier gebraut – etwas, das laut vorläufigem Biergesetz v.a. in Bayern nicht erlaubt ist.

Bierjubiläum begrüßt diesen längst überfälligen Schritt, wünscht allen Kreativbraueren viel Erfolg und hofft, dass sich auch die weiteren deutschen Brauverbände dieser Initiative offen gegenüber stellen.

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Infos unter:

www.deutschekreativbrauer.de/das-natuerlichkeitsgebot/

http://www.ardmediathek.de/tv/Schwaben-Altbayern/Nat%C3%BCrlichkeit-statt-Reinheit/BR-Fernsehen/Video?bcastId=14913702&documentId=42261512

500 + 1

Am heutigen Tag des deutschen Bieres gratuliere ich dem „Reinheitsgebot“ recht herzlich zum 501. Geburtstag – auf, dass es in neuer Form zur alten Stärke zurückkehrt.

>>>http://www.bierjubilaeum.de/das-reinheitsgebot/

1516-2016: Bier-Jubiläum – Ein Fazit

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>>>500 Jahre deutsches „Reinheitsgebot“
>>>500 Biere aus knapp 40 Ländern von jedem Kontinent
>>>In Summe über 125 Liter Bier

Das ist das Ergebnis aus einem Jahr Bier-Blog. Ein Jahr, das einem großen Jubiläum gewidmet war: 500 Jahre Reinheitsgebot für deutsches Bier. Dabei hat dieses Reinheitsgebot nicht nur eine bewegte Vergangenheit hinter sich, weshalb sowohl die 500 Jahre als auch deutsches Bier bei genauerer Betrachtung natürlich nicht ganz korrekt und klar abgrenzbar sind. Und auch der Begriff „Reinheitsgebot“ ist sowohl historisch als auch buchstäblich kritisch zu sehen. Schließlich hat es in den letzten 500 Jahren vielerlei Entwicklungen in der deutschen (und natürlich auch internationalen) Bierwelt gegeben, die die stets die Herausforderung mit sich brachten, Bier in möglichst hoher Qualität genießbar zu halten. Allerdings hat sich der Anspruch hierüber immer wieder verändert. Wurden in den ersten Jahrhunderten noch viele Experimente mit dem Bier gewagt, kam es nach der Einführung des „Reinheitsgebots“ in ganz Deutschland nach der Reichsgründung zu einer sukzessiven Uniformierung und auch Zentralisierung. Erst neue Einflüsse aus Übersee haben auch in Deutschland wieder zu einem Umdenken geführt. So entstehen auch hierzulande immer mehr neue Brauereien, die wieder für mehr Vielfalt sorgen.

Diese Vielfalt gerät allerdings immer wieder im Konflikt mit dem „Reinheitsgebot“, welches sich u.a. im vorläufigen Biergesetz niederschlägt und den Brauern z.T. nur wenig Handlungsspielraum einräumt. Dies sei grundsätzlich auch gar nicht zu kritisieren, wenn nicht aber auf der anderen Seite eine Vielzahl an künstlichen (chemischen) Zusatz- oder Hilfsstoffe erlaubt werden, welche so gar nicht zur Vorstellung eines „reinen Bieres“ passt. Außerdem ist auch die Differenzierung zwischen unter- und obergärigen Bieren nicht nachvollziehbar.

>>>Wie erging es dem Bierjubiläum?

Eine große Erkenntnis aus einem Jahr Bierjubiläum ist sicherlich, dass es ohne Netzwerk und Vitamin B kaum eine Möglichkeit gibt auf Seiten des Gesetzgebers Druck aufzubauen, diese Situation zu verbessern. Schade finde ich insbesondere, dass auch Verbände, wie die Privaten Brauer oder die Association of Craft Beeer Brewers, keinerlei Reaktion auf meine Kontaktanfragen zeigen. Dabei ist eine grundlegende Reform des „Reinheitsgebots“ längst überfällig. Einen Vorschlag hierzu hätte ich auch schon erarbeitet. Allerdings scheint hier (noch) die Macht und der Lobby-Einfluss der „Kartell-Brauereien“ enorm groß zu sein. Aber auch die (neue) Craft-Bier-Szene – so mein Eindruck – verleiht einer Weiterentwicklung der gesetzlichen Grundlagen kaum Nachdruck. Vielleicht auch, weil sie sich immer wieder auf Ausnahmegenehmigungen verlassen und darauf hoffen, dass der Markt hier die Dinge regeln wird. Trotzdem möchte ich auch nicht an Kritik gegenüber den Craft-Brauern sparen, welche sich allzu oft nur im Marketing verlieren und nur darauf aus sind immer extremere Biere auf dem Markt zu werfen. Ziel sollte es sein Biere in gleichbleibend hoher Qualität mit hochwertigen natürlichen Bier-Zutaten zu brauen und diese dabei nicht „pseudo zu veredeln“. Aspekte, wie Regionalität, Saisonalität oder Tradition sollten hierbei eine ebenso große Rolle spielen. Und warum probiert man eigentlich nicht auch mal Blend-Biere aus? Vielleicht schafft es das „deutsche Reinheitsgebot“ auch dann in die Liste der UNESCO-Weltkulturerben. Ein Beispiel sollten uns hier die Belgier sein, die es mit ihrem Bier bereits in die Liste geschafft haben.

>>>Warum nochmal das Ganze?

Ziel meines Blogs soll dabei aber weiterhin langfristig sein, diese Strukturen aufzubrechen und einen Reform-Prozess anzustoßen bzw. meinen Beitrag dazu zu leisten. Kurzfristig möchte ich wenigstens die Leser zu diesem Thema sensibilisieren um somit ggf. einen Multiplikator-Effekt zu erzielen. Beides ist jedoch effektiv nur mit einem halbwegs großen Netzwerk möglich, welches mir aktuell noch nicht wirklich zur Verfügung steht.

>>>Die Highlights?

Vor diesem Hintergrund gab es trotzdem zahlreiche Höhepunkte, die das Bierjubiläum-Jahr säumten. In erster Linie sind da die regelmäßigen Verkostungsrunden in der Kierberger Eule zu nennen, die jedes Mal interessant und lecker zugleich waren. Herauszustellen ist sicherlich mein eigener Auftritt im April zum Thema 500 Jahre Reinheitsgebot. Aber auch der regelmäßige Austausch mit Biersommelier Markus Weick war sehr inspirierend und lehrreich. Am Tag der Tage – dem 500. Tag des Bieres fand die Craft-Bier-Messe in Walberberg statt, die mir nochmals die Größe der Craft-Bier-Welt aufgezeigt hat. Dass aber auch die traditionelle Bierwelt da mehr als mithalten kann, zeigte sich dann im Juli auf der Bierbörse in der Bonner Rheinaue. Der wohl aber bierigste Höhepunkt des Jahres war die Franken-Bier-Tour im August, wo wir (Alex, Nils und meine Wenigkeit) innerhalb einer Woche an 6 Stationen zusammen 100 unterschiedliche Biere genießen durften. Und sogar in meinen Urlauben an der Ostsee und im Schwarzwald konnte ich glücklicherweise viel Braukultur hautnah erleben. Unerwähnt bleiben sollte zudem natürlich auch nicht mein Start auf Facebook gegen Ende des Jahres.

>>>Was waren meine ganz persönlichen Erfahrungen in 2016?

Nunja, in erster Linie musste ich feststellen, dass Blogschreiben deutlich mehr Aufwand bedeutet als anfänglich vermutet. Dass dadurch andere Dinge kürzertreten mussten, habe ich aber meistens gerne in Kauf genommen. Auch musste ich feststellen, dass Projekte mit mehreren Leuten nicht immer funktionieren. Gerade nach dem entmutigenden Ausscheiden der anderen Co-Autoren habe ich lange mit mir gerungen, ob ich das Blog überhaupt weiter fortführe. Im Prinzip hat mich schließlich nur die Kierberger Eule daran gehindert. Konsequenterweise habe ich dann auch (vielleicht etwas zu spät) den Weg in die sozialen Medien gesucht und gefunden. Hier bietet mir Facebook zumindest eine erkennbare Plattform um mich, das Blog und das Thema etwas sichtbarer zu machen. Persönlich würde ich mir jedoch nach wie vor mehr direkte Rückmeldungen wünschen. Denn hin und wieder kommen Zweifel bei mir auf, ob das Interesse überhaupt groß genug ist, hier so viel Zeit zu investieren. Aber dann kommen immer wieder wertschätzende Momente, wie mein letzter Beitrag zum Bierjubiläums-Bier, welcher mehr als 1100 Leute in über 30 Ländern erreichte, die mich weiter motivieren.

>>>Und sonst?

Auch nach über 500 Bieren in einem Jahr, was mir gleichzeitig über 300 neue Kronkorken bescherte, muss ich konstatieren, dass die riesige (deutsche) Bierwelt nahezu unentdeckbar zu bleiben scheint. Auch wenn ich inzwischen viele Biere und Brauereien wiedererkennen kann, bleibt doch alleine die schiere Masse überwältigend. Etwas verloren gegangen ist dabei aber die Faszination für Craft-Biere. Nicht, weil diese qualitativ minderwertig sind, sondern weil auch hier oftmals kopiert oder in zu kleinen Nuancen gearbeitet wird. Kann aber auch sein, dass ich einfach meine Geschmacksknospen in diesem Jahr zu sehr beansprucht habe. Schließlich konnte ich gegen Ende durchaus feststellen, dass eine differenzierte Bewertung immer schwieriger wurde. Dies lag aber auch daran, dass ich natürlich vorwiegend Biere rezensiert habe, die mir persönlich zusagten bzw. besonders interessant waren. Dadurch ist auch zu erklären, dass es zu einen recht guten Punktedurchschnitt von 11 Pkt. gekommen ist. Insgesamt kann ich aber auch festhalten, dass sich mein Geschmack für Biere geändert hat. So bin ich inzwischen deutlich offener für Bierstile, die sich recht weit vom deutschen Mainstreamgeschmack bewegen.

>>>Wie geht es also weiter?

Natürlich werde ich weiterschreiben und posten. Vermutlich aber nicht mehr in der Intensität wie noch in 2016. Alleine unser familiärer Zuwachs Anfang April wird (zunächst) für eine Prioritätenverschiebung sorgen :). Und wer weiß vielleicht geht auch irgendwann mein kleiner Lebenstraum in Erfüllung und auch ich eröffne eine eigene Brauerei, in der dann nicht nur spannende Biere aus den verschiedensten Getreidesorten (ja es gibt mehr als Gerste und Weizen – und ja Reis, Mais und Hirse sind auch Getreide ;)) sondern auch leckere Bier-Mix-Cocktails entworfen und serviert werden…

Am Ende möchte ich mich nochmals recht herzlich bei Euch allen bierinteressierten Lesern bedanken und nochmals meine Einladung erneuern, gerne jederzeit auch Beiträge in Form von Bildern, Videos, Audios oder kurzen Artikeln beizusteuern.

Bis dahin verbleibe ich mit bierigen Grüßen aus Brühl

Euer Markus

PS: Für weitere Infos zu meinen Gedanken zur Reinheitsgebotsreform verweise ich gerne nochmals auf  23.04.1516 – 23.04.2016: 500 Jahre Reinheitsgebot – (K)ein Grund zum Jubeln?

XXIX.

Anlässlich meines Geburtstages habe ich für meine Kollegen ein Bonner Bierensemble zusammengestellt. Vor allem das Wieß und der Lokalpatriot fanden reißenden Absatz und haben gezeigt, dass es nicht immer ein „Fernseh-Bier“ sein muss. Komplettiert wird das Bild vom obergärigen Cramer aus der Eifel und dem Schultheiss Pilsener. Wer mich schon etwas länger kennt wird wissen, warum es genau dieses Bier sein musste ;).

Bierfacts:

  • Schultheiss Pilsener:
    – untergärig; 5%
    – aus der Berliner-Kindl-Schultheiss Brauerei
    – die Geschichte der Marke geht bis ins Jahr 1842 zurück
  • Ale Mania Bonner Wieß:
    – obergärig; 12°P, 4,5%
    – Original-Lokal-Bier Bonns von der rechten Rheinseite aus der noch recht jungen Kleinstbrauerei Ale Mania
    – siehe auch
  • Bönnsch:
    – obergärig; 4,9%
    – aus dem älteste noch bestehenden Brauhaus Bonns
    – das erste Bier des Bierjubiläums (siehe )
  • Ennert-Bräu Lokalpatriot
    – untergäriges Lager; 4,9%
    – aus der 1997 entstandenen Hausbrauerei am Ortsrand von Beuel, die seit einem Genrationswechsel auch speziellere Biere braut
    – das Bier gibt es ausschließlich im Hausverkauf vor Ort
  • Cramer Obergärig
    – obergäriges Wieß, 4,8%
    – aus der ältesten privaten Landbrauerei der Eifel (seit 1791) in Nideggen-Wollersheim

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23.04.1516 – 23.04.2016: 500 Jahre Reinheitsgebot – (K)ein Grund zum Jubeln?

Heute ist es nun soweit: Das „Reinheitsgebot“ (wie es heutzutage genannt wird) feiert seinen 500. Geburtstag! Höchste Zeit also für eine Hülle und Fülle an Gratulationen und Glückwünschen?! Ich würde sagen ja, aber…

TagdesdeutschenBieres

Damals wie heute ist dieses Reinheitsgebot nicht unumstritten. War es damals noch die scheinbare Preissicherheit und die Zentralisierung des Braurechts bei der herrschenden Elite, ist heute vor allem die aktuelle Rechtslage sowie die Abnutzung des Begriffs als Marketinginstrument größter Kritikpunkt der Gegnerschaft. Bei all der Kritik wird allerdings häufig vergessen, dass wir in Deutschland mit der vielfältigsten und hochwertigsten Bierlandschaft der Welt gesegnet sind, die sicher zu einem großen Teil auf die nun schon 500 Jahre bestehenden Beschränkungen des Bierbrauens zurückgeht. Was ist also dran an all der Kritik, die sich insbesondere in diesem Jubiläumsjahr im Netz und in den Medien ausbreitet?

Festzuhalten bleibt, dass es das (deutsche) Reinheitsgebot so nicht gibt. Erst einmal hat es viele Jahrhunderte gebraucht bis sich das Gebot in ganz Deutschland durchsetzen konnte, wobei es im Laufe der Zeit immer mal wieder modifiziert wurde. Dabei gab es (siehe Beispiel DDR) und gibt es bis heute immer wieder Ausnahmen vom „strengen“ Reinheitsgebot. Zudem ist die derzeitige Biergesetzgebung derart inkonsequent, dass das Label „gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot“ eigentlich kaum noch ein wirkliches Qualitätsmerkmal ist. Ohne mich in die lange Reihe der Kritiker einreihen zu wollen, muss ganz grundsätzlich bemängelt werden, dass es eine derart unterschiedliche Regelung zu unter- und obergäriger Brauart gibt. Es ist kaum vermittelbar, warum in untergärigen Bieren bis heute nur Gerstenmalz, Hopfen und Hefe eingesetzt werden darf, wohingegen bei obergärigen Bieren auch Weizen, Roggen und Hafer sowie Rohr-, Rüben-, Invert- und Stärkezucker, Süßstoffe und daraus hergestellte Farbstoffe Verwendung finden dürfen. Der größte Kritikpunkt hingegen ist wohl, dass trotz dieser reinlichen Vorschrift die Möglichkeit besteht allerhand sogenannter Lebensmittelzusatzstoffe beizumengen, um beispielsweise die Naturtrübung des Bieres zu entfernen. Vor allem die Diskrepanz zwischen der erlaubten Verwendung von chemischen Hilfsstoffen und alleine des Verbots von anderen Getreidegattungen wie Reis, Mais oder Hirse, unterstreicht für mich die Fragwürdigkeit des heute geltenden Biergesetzes.

Meiner Ansicht nach Bedarf es also einer Reform (nicht Revolution) des heutigen Reinheitsgebots. Dabei sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:

1. Genehmigung der Verwendung aller Formen von Getreidemalz – dabei gelten folgende Pflanzen als Getreide:

  • Gerste
  • Weizen und dessen Arten wie z.B. Einkorn, Emmer oder Dinkel
  • Roggen
  • Hafer
  • Reis
  • Mais
  • Hirse (Rispen- und Kolbenhirse, Sorghum sowie alle weiteren Arten)
  • sowie alle daraus entstandenen Kreuzungen wie Triticale oder Secalotricum

2. Möglichkeit der zusätzlichen Verwendung von allen oben genannten Getreiden als Rohfrucht

3. Klare Vorgabe zur ausschließlichen Verwendung folgender Zusatzstoffe:

  • Direkte Getreideprodukte (z.B. Maltose)
  • Zucker nur aus direkter landwirtschaftlicher Erzeugung (incl. Honig)
  • Zuckercouleur
  • weitere natürliche Zutaten wie Gewürze oder Früchte

4. strenge Begrenzung der erlaubten (chemischen) Lebensmittelzusatzstoffe, welche in der Bierherstellung Verwendung finden dürfen

5. vollumfängliche Kennzeichnung und Ausweis aller verwendeten Hauptinhalts- sowie Zusatzstoffe

Dabei soll es niemals darum gehen strenge Vorschriften zur Lebensmittelqualität aufzuweichen, sondern die heutzutage stark dezimierte Biervielfalt Deutschlands wiederzubeleben und mit dem fraglos sehr hohen Brau-Know-How deutscher Bierproduzenten neue hochwertige Biere zu kreieren. Die Reform des Reinheitsgebots würde überdies auch Vorteile für die deutschen Brauer bereithalten. So könnte man mit Reis- oder Maisbieren einen ganz neuen Massenmarkt für günstigere Biere eröffnen. Gleichzeitig würden die „klassischen“ Biere nach dem traditionellen Reinheitsgebot aufgewertet. Zudem hätte man mit modernen kreativen Bieren eine wohl weitaus größere Chance die Jugend (aber auch Erwachsene) wieder zum Bier trinken zu gewinnen, als mit irgendwelchen Biermischgetränken.

Ein Vorschlag zur Güte wäre meiner Meinung nach deshalb eine Kategorisierung von Bieren. Je nach Verwendung von Hauptinhalts- oder Zusatzstoffen (unabhängig der Brauart), wird es einer von sechs Klassen zugeordnet. Folgende Übersicht soll das einmal verdeutlichen:

Matrix

Dabei wird je nach Rezeptur zwischen Reinheitsgebotskonform oder nicht unterschieden. Darüber hinaus dürfen sich Biere der ersten drei Klassen noch mit einem zusätzlichen Gütekriterium versehen lassen.

Im Fokus des Bierbrauens sollte auch in Zukunft unabhängig des Bieres die grundsätzliche Verwendung von hochwertigen Zutaten stehen. Ein neues für alle Reinheitsgebotskonformen Biere geltendes Gütesiegel könnte für mehr Verbrauchersicherheit sorgen. Eine Arbeitsversion könnte in etwa so aussehen:

Siegel

Alle weiteren in Deutschland produzierten Biere könnten sich selbstverständlich auch Bier nennen (auch das ist heute noch nicht möglich), insofern sie bestimmte weitere Kriterien (wie Malzanteil, Verwendung von Hopfen oder Hefe etc.) erfüllen. Zudem sind natürlich alle aktuell geltenden Ausnahmen von dieser Regelung weiterhin ausgenommen. Meiner Ansicht nach sollte überdies angestrebt werden, diese allumfassende Regelung auch auf die importierten Biere aus dem Ausland anzuwenden, um dem Verbraucher eine möglichst hohe Transparenz und Sicherheit zu geben. Da diese Regelung deutlich internationaler orientiert ist, sollte dies auf geringen Widerstand stoßen.

Nur somit kann das Reinheitsgebot wieder das sein, was es seit jeher sein sollte, aber durch unterschiedlichste Missbräuche niemals so recht wurde: Ein Qualitätsmerkmal für allerhöchste Braukunst und hochwertigste Zutaten.

Weitere Informationen zum Reinheitsgebot an dieser Stelle unter: 45. & Das Reinheitsgebot

Zudem hier noch einige ausgewählte interessante Links zum Thema:

http://www.welt.de/icon/article153626650/Warum-man-das-Reinheitsgebot-endlich-kippen-sollte.html

http://www.welt.de/sonderthemen/bierreport/article148093684/Warum-sollte-das-Reinheitsgebot-noch-aktuell-sein.html

http://www.taz.de/Zum-Start-der-Gruenen-Woche/!5265757/

http://www.bier1516.bayern/biergeschichten.html

http://www.online-beilage.idowa.de/beilagen/archiv/20160122_reinheitsgebot/index.html#1

http://www.lieblingsbier.de/2015/04/23/wir-brauchen-ein-reinheitsgebot-2-0/

http://www.slowfood-hamburg.de/reinheitsgebot/

http://www.besser-bier-brauen.de/so-siehts-aus/das-reinheitsgebot-die-reine-wahrheit/

http://bier-scout.de/500-jahre-bayerisches-reinheitsgebot-kein-grund-zum-feiern/

http://www.besser-bier-brauen.de/kolumnen/so-siehts-aus/das-reinheitsgebot-die-reine-wahrheit/

http://www.transgen.de/datenbank/lebensmittel/2095.bier.html

In diesem Sinne also nochmals alles Gute zum 500-Jährigen!

Ein Prosit auf das Reinheitsgebot!

500!

500Liebes Reinheitsgebot,

herzlichen Glückwunsch zu Deinem 500. Geburtstag. Lass Dich ausgiebig und feucht-fröhlich feiern und genieße Deinen Ehrentag.

Hier ein kurzer Überblick über die Feierlichkeiten:

https://www.google.de/search?q=500+jhare+reinheitsg&ie=utf-8&oe=utf-8&gws_rd=cr&ei=WGobV7TuFcepsAHJpZSgBQ#q=500+jahre+reinheitsgebot&tbm=nws

Wir wünschen Dir alles Gute für die Zukunft. Auf, dass Du in neuer Form zur alten Stärke zurückkehrst.

In tiefer Verbundenheit

Dein Team vom Bierjubiläum

Prost!

Wissenswertes zum Wochenende II

Aus gegebenem Anlass der aktuellen Berichterstattungen:

http://www.der-postillon.com/2016/02/deutsches-reinheitsgebot-wird-um-zutat.html

😉

Wissenswertes zum Wochenende

Ein kurzer Hinweis in eigener Sache:

http://bruehl.de/tourismus/eventstart/events_2016/106080100000049041.php

Und ein interessanter Artikel zum Thema:

http://www.welt.de/sonderthemen/bierreport/article148093684/Warum-sollte-das-Reinheitsgebot-noch-aktuell-sein.html

aus der Welt-Sonderthema-Reihe Bier-Report:

http://www.welt.de/sonderthemen/bierreport/

Es gibt was zu feiern!

  • 1516: Erlassung des deutschen Reinheitsgebots
  • 2016: 500. Jahrestag

Wir feiern dieses besondere Jubiläum mit täglich neuen Beiträgen rund um das Bier.

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Am 1. Januar 2016 geht es los.

Viel Spaß!