Archiv der Kategorie: Bierrezension

464. Madriz Hop Repúblic Chueca

Nach einem beruflichen Tag in Frankfurt am Main möchte ich heute ein Bier vorstellen, das ich von einem Kollegen im Rahmen des letzten Weihnachtswichteln übertragen bekommen hatte. Weder vom Bier noch von der Brauerei hatte ich bis dato etwas gehört, was es für mich natürlich interessanter machte.

Die Hop Republic aus der spanischen Kapitale wurde 2015 von einem in Berlin ausgebildeten Braumeister ins Leben gerufen und setzt voll auf den Trend „Craftbeer“. So will man sich dem industriellen Einheitsbier mit individuellen Rezepturen hoher Qualität entgegenstellen. Dabei wird nur in kleinen Chargen und mit viel Zeit produziert. Unklar bleibt jedoch, ob selbst in Madrid oder per Lohnbrauverfahren woanders gebraut wird.

Die Katze als Symbol der Marke geht auf die Zeit der Rückeroberung Madrids durch König Alfonso IV. zurück. Dort hatte ein mutiger Soldat auf sich aufmerksam gemacht als er im Stile einer Katze eine Mauerwand entlang kletterte. Fortan etablierte sich für alle Madrilenen der Begriff der Katze als identitätsstiftendes Symbol der ganzen Hauptstadt. An diese Identität möchte die Hop Republic anknüpfen und ein Bier für die Bürger bieten, das Teil der Kultur Madrids sein soll.

„Madriz Hop Republic y su gato son un tributo a la capital de todos los españoles, la ciudad que acoge, la que siempre está abierta a lo nuevo, al cambio y de la que todos debemos sentirnos orgullosos de formar parte de ella, Madrid.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . .  Lager
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Madrid (Spanien)
Erscheinungsjahr. . .
2015

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________10
Fazit

  | würzig, grasig, herb, hellmalzig
  | mittelkleiner Körper, malzig, leicht süß, würzig-herb, grasig, leicht waldig, feinperlig-matt, leicht süßlicher Abgang
  | Ein durchaus passables (internationales) Lager aus Spaniens Mitte. Es hebt sich von nichtssagenderer Konkurrenz durch eine malzigere und grasigere Note ab. Dennoch ist es eben immer noch ein Lager, das per Definition keine enormen Geruchs- und Geschmacksexplosionen bietet. Dafür ist es geeignet auch in größerer Menge getrunken zu werden. In Summe gibt es dafür 10,5 Pkt. (2(-)).

 • https://www.cervezasmadriz.com/las-cervezas/

Prost & guten Abend! 🍻

463. Vulkan Porter

Bevor es für mich mit meiner Familie morgen in den Wochenendurlaub nach Brabant geht, kehre ich biertechnisch zunächst einmal wieder nach Deutschland zurück.

Mitten in der Vulkaneifel befindet sich die Brauerei meines heutigen Bieres, dessen Name zumindest auf eine mehr als 200.000-jährige Geschichte zurückblicken kann. Zu dieser Zeit nämlich brach der nahegelegene Wingertsberg-Vulkan aus und lagerte untertage Basalt ab. Vor etwa 13.000 Jahren war es dann der Laacher See-Vulkan der bei seinem Ausbruch Bims im Neuwieder Becken verteilte. Beides wurde bis ins 19. Jahrhundert großräumig abgebaut, sodass große Gewölbe und Felsenkeller entstanden. Diese wurde vor der Erfindung der Kühlmaschine auch als Lagerraum für die Gärung von Bier genutzt. Von den damals 28 Brauereien, die dies nutzen, ist heute nur noch die Vulkan-Brauerei übrig, die diese tolle Tradition mit ihren holzfassgelagerten Bieren fortsetzt.

Auch wenn das heutige Porter dies nicht ist, erwarte ich ein gutes Bier – hatte ich doch bislang einen wirklich guten Eindruck der Brauerei. Als zertifizierter Eifelproduzent kommen übrigens 90% der verwendeten Rohstoffe aus dieser Region. Auch Kuckucksbrauern gibt die Brauerei eine Heimat und unterstützt kreative Ideen.

„Die schwarze Verführung für echte Malzlover.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Porter
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  15°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Mendig
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________14
Fazit

  | röstig, holzig, würzig, dunkelmalzig, Malzsüße, Süßholz, Zartbitter
  | vollmundig, cremig, weich, schokoladig, malzig, würzig, etwas röstig, harzig, wenig Kaffee, feinperlig, bitter-süßer Abgang
  | Welch ein herrliches Bier. Nach vielen Bieren in der letzten Zeit, die mich einfach nicht voll überzeugen konnten, tut es gut mal wieder so ein richtig gutes proBieren zu dürfen. Das dürfte natürlich auch am Bierstil liegen, der mir einfach gut gefällt. Aber auch ein Porter kann mäßig hergestellt werden. Außer ein wenig zu große bittere Nuancen und ein bisschen zu wenig Pepp, kann ich an dem Vulkan Porter nicht viel aussetzen. Mit 13,5 Pkt. (1(-)) übernimmt es dann auch die frühe Führung im diesjährigen Bierjubiläum-Ranking (im letzten Jahr hatten übrigens nur drei Biere eine solche Bewertung erhalten).

 • https://www.vulkan-brauerei.de/produkt/vulkan-porter-033l-flasche/

Prost & guten Abend! 🍻

462. Alefried Klabauter India Pale Ale

Nach der doppelten Doppelverkostung in den letzten zwei Tagen folgen heute und morgen wieder einzelne Biere. Beginnen möchte ich mit einem Bier, das wie so viele zuletzt den Weg über die Beertasting.Club-Box zu mir gefunden hat. Es kommt wie ebenfalls zuletzt häufiger aus unserem schönen Nachbarland im Süden: Österreich. Während ich zuletzt viel aus dem Salzburger Land oder Oberösterreich gefischt habe, geht es nun in die Hauptstadt der Steiermark. Dort wird seit 2016 unter dem Label Alefried „klassisches Craftbier“ gebraut. Alfried Borkenstein hat sich dabei voll und Ganz der obergärigen Brauart verschrieben und will damit eine Akzent gegen die Masse an untergärigen Lagern im Alpenland setzen. Weiterhin sind alle Biere unfiltriert und in der Flasche nachvergoren.

Der Klabauter ist ein Craftbier-typisches India Pale Ale mit Hopfengaben aus dem Südwesten der USA:

„Ein fruchtiges, obergäriges Bier mit Aromahopfen aus der Neuen Welt. Der Klabauter ist ein wilder Seefahrer, der jedem Wellengang trotzt. Für lange Überfahrten hat er immer ein Fässchen von seinem besten IPA dabei. Das ist herrlich erfrischend und durch 5 verschiedene Hopfensorten besonders fruchtig. Die höhere Bitterheit macht dieses Bier haltbar für lange Reisen, und dem Klabauter schmeckt’s umso besser.“

Offiziell ist das IPA übrigens seit einer Woche „abgelaufen“. Mal schmecken, ob und wie es sich äußert.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Graz (Österreich)
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | dumpf-fruchtig, süß-säuerlich, karamellig-malzig, sehr grasig, recht harzig
  | voller Körper, herb, hopfig, grasig, fruchtig, würzig, süßmalzig, feinperlig-matt, süß-bitterer Abgang
  | Also dieser süß-saure Grundton zieht sich irgendwie durch meine letzten Biere aus Österreich. Auch ist die Karamell-Bittere nicht gerade IPA-stereotyp. Auch wenn es handwerklich gut gemacht zu sein scheint, fehlt mir einfach die klare Hopfen-Fruchtigkeit. Deshalb gibt es im Endclassement auch „nur“ 12 Pkt. (2+).

 • https://www.alefried.com/de/produkte

Prost & guten Abend! 🍻

461. Landgang Amerikanischer Traum + Hopfnung

Wie gestern angekündigt folgt heute noch eine Duo-Vergleichsverkostung. Forschungsobjekt diesmal: Die Brauerei Landgang.

Vor über vier Jahren in der Nord-Metropole Hamburg gegründet, gehört sie inzwischen zu einer der aufstrebensten Craftbier-Brauereien des Landes. Beheimatet ist sie in Altona, wo es neben der Brauerei auch eine Bar gibt. Insgesamt wurden in der alten Industriehalle über 1 km Rohre verlegt. Die Anlagen stammen dabei zumeist aus dem deutschen Mittelstand. Neben Brauereiführungen werden dort auch Braukurse angeboten. Das Sortiment ist sehr breit aufgestellt und deckt alle wichtigen Bierstile ab, sodass wohl jeder fündig werden sollte.

Im heutigen Duell befinden sich das IPA Amerikanischer Traum und das American Pale Ale Hopfnung. Erstes gehört zum Standardsortiment, während letzteres in der Regel ab September für einige Wochen erhältlich ist.

„We have a Dream. Enjoy!

Steckbriefe

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA | American Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig | obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe | Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  16°P | –
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5% | 6,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Hamburg
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertungen

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13|13
  • Aussehen:____________________10|11
  • Geruch:______________________11|13
  • Geschmack:__________________12|11
Fazit

  | süß, dunkel-fruchtig, karamellig, hopfig-waldig, grasig, erdig, etwas malzig-würzig
// sehr hopfig, grasig, hell-fruchtig nach Litschi, Papaya, Mango & Maracuja, etwas harzig, wenig malzig
  | mittelgroßer Körper, cremig, weich, grasig, fruchtig, karamellig-süß, wenig herb, leichte Bittere, feinperlig, süß-herber Abgang
// mittelgroßer Körper, weich, fruchtig, bitter, harzig, karamellig, wenig Herbe, feinperlig, süß-herber Abgang
  | Ein Duell auf Augenhöhe und mit Niveau. Beiden Bieren merkt man die Herkunft an, wenngleich sie auch interessante Unterschiede aufweisen. Während mich beim IPA die erdig-waldigen Nuancen überraschten, war es beim Pale Ale eher die harzige Bittere. Beim Kopf-an-Kopf-Rennen hat im Auge und in der Nase die Hopfnung einen kleinen Vorsprung, wobei mir der Amerikanische Traum am Gaumen besser gefällt. Im Gesamtergebnis heißt das dann ein knapper Sieg für das Pale Ale, obwohl hier natürlich aufgrund der unterschiedlichen Bierstile kein direkter Vergleich gezogen werden kann.
Amerikanischer Traum: 11,5 (2(+)) // Hopfnung: 12 Pkt. (2+).

 • https://www.landgang-brauerei.de/die-biere/

Prost & guten Abend! 🍻

460. Camba Hopla + Nelson

Heute und morgen werden ich angesichts eines prall gefüllten Kühlschranks mal wieder zu einer Doppel-Vergleichsverkostung greifen. Heute am Start: Der Big Player im Craftbier-Segment Camba aus Bavaria.

Vergleichen möchte ich dabei zwei Biere, die ungleich gleich sind. Das eine untergärig, das andere obergärig, verbindet beide, dass es sich eigentlich um ganz gewöhnliche (deutsche) Bierstile handelt, die jedoch durch eine Kalthopfung veredelt wurden. Das Hopla ist ein Lager, das mit den Hopfen El Dorado, Perle und Tradition eingebraut ist – während das Nelson ein mit (wie es Name schon verrät) Nelson Sauvin und Hersbrucker gehopftes Weißbier ist.

Beides meiner Meinung nach spannende Stilexperimente, die zwar nicht neu sind, aber gewiss noch nicht oft in der Form auch gegenübergestellt wurden.

Steckbriefe

Stil. . . . . . . . . . . . . . . India Lager | India Weißbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig | obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe | Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12.4°P | 12.4°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,4% | 5,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Seeon
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertungen

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13|13
  • Aussehen:____________________11|11
  • Geruch:______________________12|7
  • Geschmack:__________________11|10
Fazit

  | sehr hopfig, würzig, frisch, fruchtig, süß-sauer, grasig, buttrig, waldig, harzig
// sehr fruchtig-bananig, sahnig, Ananas, Traube, künstlich süß nach Cocktailkirsche & Erdbeersirup
  | mittelkleiner Körper, süß-saure Hopfennote, leicht würzig, grasig, waldig,  harzig, gering malzig, cremig, feinperlig, süß-saurer Abgang
// vollmundig, hefig, bananig, süß-sauer-fruchtig, wenig malzig, feinperlig, künstlich süßer Abgang
  | Welch ein interessanter Vergleich. Obwohl sich beide Bierstile doch recht unähnlich sind und auch die Hopfensorten differieren, haben die Biere erstaunliche Gemeinsamkeiten. Beide irritieren durch eine süß-saure Grundnote und eine recht dünne Resenz. Zudem dominieren waldig-fruchtige Hopfenaromen exotischer Sorten, wenn auch beim Hopla das würzige Malz und beim Nelson die hefige Banane hervortritt. Da das Ganze streng genommen ein Vergleich zwischen Äpfel und Birnen ist, gibt es heute auch keinen Sieger, obschon beide mit einer unterschiedlichen Gesamtbewertung nach Hause gehen. Mir besser gefallen hat das Hopla, welches weniger künstlich daherkam, obwohl beide Biere auch für mich echt gewöhnungsbedürftig sind.
Hopla: 11,5 (2(+)) // Nelson: 10 Pkt. (2-).

 • http://www.camba-bavaria.de/internationale-biere/camba-hopla/ + http://www.camba-bavaria.de/internationale-biere/camba-nelson/

Prost & guten Abend! 🍻

459. Brew Town | Pinzga‘ Coffee Stout

Das vierte und letzte Pinzgauer Bier ist eine Kollaboration zwischen der Brucker Brauerei und Brew Town aus St. Johann im Pongau. Etwa eine halbe Stunde östlich des Laacher Sees brodeln bereits seit 2014 die Braukessel. Doch erst vor Kurzem wurden dort durch personellem Zuwachs die City of Hops empor gehoben.

Das Bier ist mit Gerstenflocken, Röstmalzen und Kaffee (ob Bohnen oder in flüssiger Form ist zunächst nicht ersichtlich) eingebraut und reiht sich ein in eine inzwischen doch recht lange Liste an Kaffee-Bieren, die sich vor allem bei Stouts wiederfinden, da diese durch die Röstaromen des Malzes ohnehin schon ein kaffee-artiges Aroma mitbringen.

Beigesteuert wird der Kaffee von der Röstmanufaktur Tridor aus Zell am See, die neben Kaffee auch Tee, Gewürze, Öle, Essige und Schnäpse anbietet.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Coffee-Stout
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Gerstenflocken, Kaffee, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bruck (Österreich)
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________11
Fazit

  | milder Kaffee, etwas Zartbitter, Getreide, Sahne, malzige Würze, leicht karamellig
  | mittelkleiner Körper, recht bitter, fruchtig, Kaffee, röstig, gering cremig-sahnig, würzig-herb, matt-feinperlig, süß-herb-kaffeeiger Abgang
  | Nachdem ja in der Vergangenheit durchaus so einige nicht ganz hervorragende Kaffee-Biere dabei hatte, bin ich bei diesem endlich wieder positiv überrascht. Auch wenn ich immer noch kein Kaffee-Bier-Fan bin, gefällt mir diese Interpretation. Es könnte für mich noch cremiger, öliger und malzger sein, aber sowohl Bittere als auch Herbe halten sich doch in Grenzen. Interessant ist auch die recht fruchtige Note, die womöglich aus der Kaffeebohne stammt. Getreu dem Motto „last, but not least“ gibt es für so viel gemeinschaftliche Handwerkskunst 11 Pkt. (2).

 • https://www.pinzgau-braeu.at/index.php

Prost & guten Abend! 🍻

458. Pinzga‘ Phoenix aus der Asche

Auch heute am Samstag bleibe ich in der Salzburger Provinz. Nach Weißbier und Zwickl folgt heute das Rauchbier des Pinzgau. Dabei wird nicht nur einfaches Rauchmalz zur Erzeugung des Geschmacks verwendet, sondern Whiskeymalz über Torf geräuchert. Beides dürfte dem Bier hoffentlich eine außerordentliche Geschmacksnote geben, ist aber auch aufwändiger und kostenintensiver. Einerseits ist das Malz eigentlich ein Produkt der Whiskey-Herstellung, da es anders vermälzt und gedarrt wurde. Anderseits hat die Räucherung über Torf auch aufgrund der schwierigeren Beschaffung dessen Seltenheitswert.

„Wie Phoenix aus der Asche, steigt dieses Bier aus der abgebrannten Halle empor.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Rauchbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . (getorftes Whisky-)Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,4%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bruck (Österreich)
Erscheinungsjahr. . .
2015

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________7
  • Geruch:______________________8
  • Geschmack:__________________10
Fazit

  | rauchig, torfig, leicht modrig, moorig, waldig, erdig, würzig, rotmalzig
  | mittelgroßer Körper, leicht säuerlich, rauchig, würzig, erdig, leicht bitter, matt-feinperlig, torfiger Abgang
  | Es ist zwar nicht mein erstes Torf-Bier, aber dennoch ist es immer noch etwas Besonderes. Im Vergleich zu anderen Rauchbieren hat man hier eben nicht diesen typischen Schinken-Geschmack, da dieser vor allem über Buchholzrauch erzeugt wird. Da hier aber Torf verwendet wird, hat man eher den Eindruck ein Schluck Moor zu sich zu nehmen. Was in der Nase noch recht irritierend ist, macht sich dann aber am Gaumen weniger extrovertiert als befürchtet. Dennoch trifft es nicht  ganz meinen Geschmack, obwohl ich diesen Bierstil ausdrücklich würdigen möchte. In Zahlen macht das dann 9 Pkt. (3+).

 • https://www.pinzgau-braeu.at/index.php/unsere-biere/phoenix-aus-der-asche

Prost & guten Abend! 🍻

457. Pinzga‘ Zwickl

Nach der gestrigen Premieren-Verkostung nun das Zwickel-Bier aus dem Hause Pinzgau.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Zwickel
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bruck (Österreich)
Erscheinungsjahr. . .
2015

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________8
  • Geschmack:__________________12
Fazit

  | fruchtig-säuerlich, hellmalzig, leicht hefig, leicht hopfig, etwas ledrig
  | mittelkleiner Körper, relativ süffig, hefig, Malzsüße, leicht getreidig, hopfig-fruchtig, feinperlig, fruchtig-herb-süßer Abgang
  | Ähnlich wie auch beim Weizen ist hier eine interessante hopfig-fruchtige Note erkennbar, die fast auf eine Kalthopfung schließen lässt. Beim Trinken ist die Entwicklung auf der Zunge und am Gaumen sehr spannend. Ist man zunächst von der fruchtigen Säure mindestens irritiert kommt nach und nach der Hopfen (aber auch das Malz) durch, sodass ein Endeindruck von einem sehr guten Bier hängen bleibt. So interessant das isst macht es aber die Bewertung nicht einfacher. Alles in allem würde ich aber erneut bei 10,5 Pkt. (2(-)) zu landen.

 • https://www.pinzgau-braeu.at/index.php/unsere-biere/pinzga-zwickl

Prost & guten Abend! 🍻

421.2 Pinzga‘ Weizen

Heute gibt es wieder einmal eine Premiere auf Bierjubiläum. Denn es gibt eine zweite Rezension eines bereits rezensierten Bieres. Etwas, was ich aufgrund der Größe der Bierwelt stets zu vermeiden versuche, verdient dennoch heute mal eine Ausnahme.

Nach der ersten Rezension Ende Oktober hatte sich nämlich der Staff – Braumeister beim Pinzgau – höchstpersönlich bei mir gemeldet. Er hatte Unverständnis über die relativ mäßige Bewertung, entschuldigte sich (obwohl wohl irgendwo in der Liefer- und Lagerkette etwas schief gegangen zu sein schien) und schickte mir zu meiner großen Freude gleich vier seiner Bierspezialitäten. Eines davon das Weizen, dass ich nun noch einmal genauer unter den Gaumen nehmen kann. Diesmal habe ich auch genau darauf geachtet die Kühlkette zu wahren.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Weißbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bruck (Österreich)
Erscheinungsjahr. . .
2015

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________10
Fazit

  | hefig, bananig, würzig, leicht säuerlich, etwas waldig
  | mittelgroßer Körper, fruchtig, würzig, waldig, wenig hefig, feinperlig-spritzig, herb-würzig-fruchtig-süßer Abgang
  | In der Tat hat sich die zweite Chance gelohnt.  Das schmeckt schon mehr nach einem Hefeweizen. Auch wenn ich grundsätzlich das bayrisch Weißbier etwas lieber mag als die Interpretationen nördlich und südlich davon, erlaubt mir das heutige Bier eine valide und belastbare Aussage zu treffen. Und diesmal erkenne ich glücklicherweise keine Oxidation mehr, sondern ein fruchtig-würziges Weizenbier, bei dem für meinen Geschmack nur etwas zu gering die hefig-bananige Malzsüße hervorsticht. Damit verbessert sich das Pinzga‘ um 2 ½ Punkte auf nun 10,5 Pkt. (2(-)).

 • https://www.pinzgau-braeu.at/index.php/unsere-biere/weizen

Prost & guten Abend! 🍻

456. AleMania Bonner Alt

Zum Abschluss meiner jahresanfänglichen kleinen Bonner Regionalbier-Reihe gibt es Bier, auf dass ich schon länger gehofft hatte. Ein Altbier aus der Bundesstadt. Zumal gebraut vom Craftbier-Pionier Fritz Wülfing in seiner Brauerei in Pützchen. Er ergänzt damit meiner Ansicht nach ein neben dem Klassiker Bonner Wieß allgemein recht Ale-lastiges Sortiment um ein wertvolles Charakterbier des Rheinlands.

Als Altbier-Liebhaber bin ich deshalb sehr gespannt auf die AleMania-Interpretation und werde angesichts eines merklich vorhandenen Bierdurstes auch keine weiteren Worte verlieren.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Alt
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bonn
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________9
  • Geschmack:__________________8
Fazit

  | recht sauer-röstig, dunkelmalzig, waldig, etwas würzig
  | mittelkleiner Körper, würzig, röstig, wenig Karamell, leichte Säure, gewisse Bittere, spritzig, herb-würziger Abgang
  | Ich weiß nicht, ob ich in letzter Zeit zu kritisch bin, oder ob sich meine Geschmacksknospen umgebildet haben, aber auch das heutige Bier erfüllt nicht ganz meine Erwartungen. Ähnlich wie mein erster Altbierversuch ist es schlicht zu röstig. Auch eine Karamell-Note vermisse ich. Dafür spielen säuerlich-bittere Aromen rein, die ich als eher unpassend empfinde. Zumindest aber mit Süffigkeit und Herbe trifft Fritz meinen Geschmack. Deshalb gibt es auch heute nur 9 Pkt. (3+).

 • https://fritz0830.wixsite.com/alemaniabonn

Prost & guten Abend! 🍻

455. Toms Hütte Citra Saison

Nach dem interessanten gestrigen Imperial Wieß in der Vintage-Variante folgt nun heute das Citra-Saison von der inzwischen geschlossenen Hütte von Tom.

Mit einer belgischen Saison-Hefe und für diesen Bierstil nicht untypischer Verwendung von Rohrzucker werden Gersten- und Weizenmalz, Weizenflocken sowie die Hopfen Magnum und Citra vergärt.

Der Bierstil Saison erfährt dank vieler Craftbeer-Marken in letzter Zeit wieder vermehrt auch außerhalb Belgiens größerer Beliebtheit. Umso gespannter bin ich auf die Interpretation von der rechten Bonner Rheinseite.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Saison
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Weizenflocken, Rohrzucker, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  15°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bonn
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________8
  • Geschmack:__________________9
Fazit

  | sehr säuerlich-fruchtig, ledrig, leicht würzig
  | mittlerer Körper, etwas bitter, leicht würzig, alkoholaromatisch, hellmalzig, fruchtig-sauer, feinperlig, bitter-herber Abgang
  | Leider ist auch dieses Bier etwas über seinem Zenit. Zwar noch so gerade im offiziellen MHD-Bereich, merkt man das halbe Jahr Lagerung nach Abfüllung doch etwas an. Die zirtusartige Fruchtigkeit des Hopfen ist einer gewissen Säure gewichen, die auch die hefige Malzsüße überlagert. Dennoch schmeckt es irgendwie nicht uninteressant, da die hefig-fruchtigen Komponenten immer wieder durchblitzen. Mehr als 9 Pkt. (3+) sind hierfür aber leider nicht drin.

 • https://www.tomshuette-bier.de/ + https://www.welovepubs.de/2018/04/29/toms-huette-craftbeer/

Prost & guten Abend! 🍻

454. Toms Hütte Imperial Wieß

Zum Start in die erste volle Woche des Jahres geht es hier weiter in meiner kleinen Reihe Bonner Regionalbiere. Heute und morgen stehen zwei Biere an, die (inzwischen) wahren Seltenheitswert haben. Denn die Biermarke Toms Hütte wird nicht mehr aktiv gebraut. Einer der letzten Flaschen habe ich mir in der Bonner Craftquelle gesichert.

Entstanden ist das Label im vorletzten Jahr von Thomas Kremer – seines Zeichens Biersommelier aus Bonn. Nach vielen Jahren des Heimbrauens, schickte ihn seine Frau im  Mai 17 zum Überraschungs-Special von Wer Wird Millionär, da die Garage (Toms Hütte) einfach zu klein geworden war. Dort räumte er dann prompt auch 32.000€ ab und hatte somit das Startkapital für seine eigene Biermarke. Gebraut wurde nämlich zunächst und bis vor kurzem bei AleMania in Pützchen. Tom und Fritz Wülfing kannten sich schon einige Jahre, da beide nicht nur das Bierthema sondern auch den Arbeitgeber teilten. Neben rheinische Interpretationen bekannter Stile, braute Tom dort u.a. auch das heutige Imperial Wieß – sozusagen ein naturtrübes Kölsch mit mehr Alkohol.

Das Bier, was ich heute verkosten werde ist sogar schon so alt, dass es bereits seit fast einem Jahr abgefüllt ist…

Doch mit dem Ende der Marke ist Toms Weg nicht vorbei. In diesem Jahr wird er mit dem aktuellen Biersommelier-Weltmeister Stephan Hilbrandt die neue Bonner Brauerei 53 aufbauen und unter diesem neuen Label Bier brauen und hoffentlich auch reichlich vertreiben.

Einen schönen Beitrag zu Toms Hütte von meinem Blogger-Kollegen Holger vom We love Pubs findet ihr weiter unten.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Imperial Wieß
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  15°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bonn
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________10
Fazit

  | sehr spritzig, alkoholaromatisch, fruchtig, gemüsig, harzig, ledrig
  | voller Körper, hellmalzig, ganz leicht säuerlich, wenig bitter, hopfig-herb, dumpf-würzig, ledrig, karamelliges Alkoholaroma, spritzig, würzig-süßer Abgang
  | Ein wahrlich interessantes Bier, das durch die lange Lagerung sicher noch mal spannender geworden ist. Man merkt ihm aber sein Alter durchaus schon an. Auch wenn höher prozentige Biere länger lagerfähig sind, merkt man dass hier die Bierfarbe etwas negativ beeinflusst. Neben einer erwartbaren karamelligeren und alkoholaromatischeren Note sind auch ledrige und gemüsige Aromen zu erkennen, die sicher nicht gewollt gewesen sind. Dennoch immer noch keine Zumutung, sondern eher interessant. Bemerkenswert hingegen ist das Flaschenlabel: Selten habe ich eine derart große und transparente Informationsfülle auf einem dann noch toll designten Etikett gesehen – Hut ab. Zusammengenommen ergeben das dann 10,5 Pkt. (2(-)).

 • https://www.tomshuette-bier.de/ + https://www.welovepubs.de/2018/04/29/toms-huette-craftbeer/

Prost & guten Abend! 🍻

453. Seven Mountains Brewery Sticke

Nun geht es aber wirklich los mit der versprochenen Kurzreihe der Bonner Regionsbiere. Für den Anfang schließe ich den Rahmen zu Weihnachten, wo ich an Heilig Abend bereits die Stille Nacht (ein gewürztes und gesüßtes Schwarzbier) verkosten durfte.

Heute nun das Sticke aus dem Siebengebirge. Ein Bierstil, der sich erfreulicherweise wieder größerer Beliebtheit erfreut. Vielleicht nicht erfunden aber wiederbelebt hat ihn die Düsseldorfer Hausbrauerei Uerige, die vor allem mit den Jrön einen Volltreffer bei mir gelandet hat. Umso gespannter bin ich wie die neuen Brauer aus Königswinter meinem Lieblingsbierstil gerecht werden.

„Echtes Brauhandwerk. Für Dich.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Sticke
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Königswinter-Stieldorferhohn
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___8
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________12
Fazit

  | dunkelmalzig, Karamell, würzig, holzig, harzig, trocken
  |  leicht ölig, schwer, dunkelmalzig, würzig, röstig, leichte Malzsüße, gewisse Bittere, feinperlig-matt, würzig-harziger Abgang
  | Wahrlich kein schlechtes Bier, wenngleich es für meine Sticke-Geschmack auch zu viel Würze und Röstung und zu wenig Malzsüße enthält. Insbesondere, wenn man Uerige als stilbildend betrachtet kommt die Sticke aus dem Siebengebirge da nicht ganz heran. Dennoch sehr passable 11 Pkt. (2) in der Gesamtwertung.

 • https://www.facebook.com/sevenmountainsbrewery/ + https://www.welovepubs.de/2017/06/18/seven-mountains-brewery/

Prost & guten Abend! 🍻

452. BraufactuM Colonia

Neues Jahr neues Glück. Und wie bereits angekündigt möchte ich das Jahr ähnlich beginnen wie auch schon 2016 bei meinem Blog-Start. So gibt es hier in den nächsten Tagen und Wochen zunächst einmal Biere aus Bonn und dem Bonner Umland.

Den Anfang macht jedoch ein Bier, was vom Stile her in diese Region passen würde, allerdings aus Frankfurt am Main stammt. Hier sind seit bereits vielen Jahren die Internationalen Braumanufacturen mit der Marke BraufaktuM ansässig. Eine Marke, die auf den ersten Blick eine Craftbier-Marke unter vielen anderen in Deutschland ist. Neben dem etwas außergewöhnliches Design verrät aber erst die Recherche, dass es sich hierbei um eine Handwerksmarke der Radeberger-Gruppe handelt. Natürlich ist dies per sé nicht ablehnungswürdig, hinterlässt jedoch mangels Transparenz hierüber einen faden Beigeschmack. Schließlich ist es gerade vielen „Crafties“ wichtig ein authentisch handwerkliches Bier zu trinken. Interessant ist zudem, dass BraufaktuM (also Radeberger) für diverse ausländische (Handwerks-)Biermarken der Vertrieb als Partnerbrauerei unterstützt.

Das Sortiment von BraufaktuM umfasst inzwischen etwa 15 teils zumindest hochwertig anmutende Biere. Eines davon ist das Colonia:

„Mit Colonia lässt BraufactuM die Tradition der Rheinischen Bitterbiere wieder aufleben. Mit einer hohen Hopfengabe im Sudhaus, aber auch in den Lagertanks, wurde sowohl die höhere Bitternote als auch das ganz besondere Hopfenaroma erzeugt.“

Somit ist das Colonia im Grunde ein etwas bitteres kaltgehopftes Kölsch. Ein Bierstil, der in der Tat meines Wissens nach noch keinen offiziellen Namen hat. Ich habe es deshalb mal auf Kölsches Bitter getauft. Seit Markteinführung hat es übrigens vier Mal Gold, sechs Mal Silber und drei Mal Bronze bei diversen Beer Challenges oder Awards abgeräumt.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kölsches Bitter
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Frankfurt/Main
Erscheinungsjahr. . .
2013

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________8
  • Geruch:______________________8
  • Geschmack:__________________9
Fazit

  | trocken-bitter, säuerlich-fruchtig, hellmalzig
  | recht leichter Körper, malzig, etwas würzig, hopfig-herb, gewisse Fruchtigkeit, geringe Bittere, eher matt, süß-herber Abgang
  | Insgesamt gesehen ist das Rheinische Bitterbier weit weniger bitter als zunächst vermutet. Im Vergleich zum Kölsch fällt die Bittere zwar auf, kommt aber in keinem Fall an die eines Pale Ales oder IPAs heran. Vielmehr ist das Bier durch eine leicht fruchtige Herbe gekennzeichnet. Zwischendrin ist sogar auch der Kölsche Charakter erkennbar – zumindest, wenn man auf Gaffel o.ä. steht. Zusammengenommen ein doch etwas verhaltener Start ins neue Jahr, von dem ich augenscheinlich mehr erwartet hätte (9 Pkt. (3+)).

https://www.braufactum.de/Online-Shop/Colonia::266.html

Prost & guten Abend! 🍻

451. Seven Mountains Brewery Stille Nacht

Zum Heiligen Abend habe ich mir wie die Jahre zuvor ein besonderes Weihnachtsbier ausgesucht. Gefunden in der Bonner Craftquelle, kommt es zudem auch noch aus der Region und einer frisch gegründeten Mikro-Brauerei.

Im beschaulichen Stieldorferhohn (zu Königswinter gehörig) haben sich vor kurzem vier der knapp 400 Einwohner des Ortes zu einer neuen kleinen Brauerei zusammengetan. Schon etwas länger haben sich Bianca, Stefan, Günther und Eugen beim Bier trinken näher kennen gelernt. Dabei kam irgendwann der Gedanke doch mal einen Braukurs bei Gunnar Martens im Bonner Bönnsch zu machen. Derart hiervon begeistert wurden sie die Idee von einer eigenen Brauerei einfach nicht mehr los. Zunächst richteten sie sich im Stall der alten Hofanlage von Bianca und Stefan hobbybrautechnisch ein und experimentierten einige Zeit mit eigenen Rezepturen. Vor wenigen Monaten dann wagten die vier Bierfreunde dann den Weg in die Professionalisierung und meldeten ihr Braugewerbe an. Unter dem Namen Seven Mountains Brewery – in Anlehnung an das prägende Siebengebirge – ergänzen sie ihre jeweiligen beruflichen Kompetenzen: Günther ist Lehrer, Eugen Unternehmensberater, Bianca Redakteurin, ihr Mann Stefan Energieanlagenelektroniker. Damit können Technik, Lebensmittelchemie, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung aus eigener Kraft gestemmt werden. Eine Kompetenzvielfalt, die den Schritt zur Gründung wohl vereinfacht hat und eine gute Ausgangsposition schafft zukünftig zumindest regional zur Marke zu werden. Wenn dann noch die Qualität stimmt, sollte einer erfolgreichen Weiterentwicklung nichts im Wege stehen.

Eines ihrer Eigenkreationen ist die Stille Nacht. Ein Schwarzbier mit diversen weiteren Zutaten abseits des sog. Reinheitsgebots. Insbesondere die Gewürzbeigabe von Zimt, Kardamon und Nelken sind sehr stimmig zum Weihnachtsthema. Wenigstens die Zugabe von Karamellsirup und Kandiszucker würde ich jedoch kritisch bewerten, da dies meiner Ansicht keine originär natürlichen Zutaten sind und bei der Verwendung von Honig meines Erachtens auch nicht mehr erforderlich sein müssten.

„Echtes Brauhandwerk. Für Dich.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Schwarzbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Gersten-, Hafer & Maisflocken, Nelken, Kardamon, Zimt, Honig, Karamellsirup, Kandiszucker, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Königswinter-Stieldorferhohn
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___10
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: röstig, dunkelmalzig, süßlich, gewürzig, Nelken, Kardamon
Geschmack: vollmundig,  dunkelmalzig, röstig, gewürzig nach Zimt & Kardamon, süßlich-karamellig, holzig, waldig, etwas bitter, eher matt, röstig-herb-süßer Abgang
Gesamt: Ein wirklich passendes Bier zum heiligen Abend. Wenngleich nicht alle der vielen Zutaten erkennbar sind und es mir etwas zu unruhig ist, bin ich zumindest positiv überrascht, dass die dreifache Süßung nicht allzu sehr durchschlägt. Gesamthaft kommt die Stille Nacht damit auf gute 12 Pkt. (2+).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.facebook.com/sevenmountainsbrewery/.

Mehr zur Brauerei im Blog We love Pubs aus Bonn: https://www.welovepubs.de/2017/06/18/seven-mountains-brewery/.

Prost & frohe Weihnachten! 🍻

450. Neumarkter Lammsbräu Festbier

So, nach überstandener nächster vorweihnachtlicher Krankheit, bin ich hoffentlich kurz vorm Fest wieder fit geworden. Damit ist mein Plan der sieben Biere vor Weihnachten zwar nicht aufgegangen, aber so läuft das eben wenn man Kinder hat ;).

Am heutigen vierten Advent und einen Tag vor Heilig Abend wir es also höchste Zeit für ein Festbier. Nachdem ich noch bis Anfang des Monats etwas blank in dieser Hinsicht war ist mir im Anrather Stautenhof glücklicherweise das heutige Festbier aus dem Hause Neumarkter Lammsbräu über den Weg gelaufen. Die Bio- und Naturland-zertifizierte Brauerei stellt ihr Bier nach dem eigenen ökologischen Reinheitsgebot fest (siehe auch 434.). Zweimal im Jahr wird das Festbier zumindest in ähnlicher Weise eingebraut

„Stark. Vollmundig. Festlich“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Märzen
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . .  13.6°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Neumarkt
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: süß-würzig, Karamell, leicht holzig, harzig & dunkelfruchtig
Geschmack: vollmundig, weich, getreidig, rotmalzig, malzsüß, leicht würzig, etwas Karamell, etwas Bittere, eher matt, würzig-süßer Abgang
Gesamt: Gerade nach meiner bierigen Wiedereinphasung ein doch recht passendes Bier. Und auch für den weihnachtlichen Festgenussmoment absolut geeignet. Schön ist die malzig-würzige Süße und der getreidige Anteil. Der fehlende Tiefgang und die leicht störende Bittere lassen mit 12 Pkt. (2+) allerdings doch keine Top-Note zu.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.lammsbraeu.de/bio-bier/untergaerig/festbier.

Prost & guten Abend! 🍻

449. Rhaner Kellerbier

Bayernbier #3 kommt heute aus der ostbayrischen Oberpfalz. Im kleinen Ort Rhan bei Cham ist seit 1283 die gleichnamige Privatbrauerei beheimatet. Damit ist sie die älteste Familienbrauerei Ostbayerns. Der über 725 Jahre alte Rhanerbräu zählt überdies zu den 15 ältesten Unternehmen Deutschlands und zu den weltweit 5 ältesten Brauereien, die von der Gründung an bis heute ohne Unterbrechung Bier brauen. Passend dazu gibt es heute das Kellerbier des Hauses, das zwar inzwischen wieder einen zielgruppenübergreifenden Hype erfährt, jedoch ein recht ursprüngliches Bier der vorindustriellen Zeit war.

„Der neue Geheimtipp…nein, ein Geheimtipp ist`s nimmer, sondern unser neuer Renner!“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kellerbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Rhan
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: leicht würzig, buttrig, malzig, etwas herb, gering harzig
Geschmack: mittelgroßer Körper, würzig-süß, malzig, leicht hefig, etwas buttrig, gering bitter & herb, feinperlig, süß-grasiger Abgang
Gesamt: Auch das dritte bayrische Bier im Bunde weiß zu überzeugen, ohne dass es wirklich herausragend ist. Aufgrund der hohen „Drinkability“ ist es aber definitiv auf für einen mehrfachen Verzehr geeignet, was es den ein oder anderen Craftbieren voraus hat. Trotz der Trinkbarkeit hat es einen gewissen Charakter, von dem wiederrum einige Fernsehbiere nur so träumen könnten. Alles in allem gute 11,5 Pkt. (2(+)).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.rhaner.de/index.php/kellerbier.html.

Prost & guten Abend! 🍻

448. Zum Löwenbräu Hopfen Löwe

Mit dem heutigen (wie aber auch dem morgigen) Bier bleiben wir im Bierland Franken.

Im vergleichsweise beschaulichen Neuhaus an der Aisch zwischen Bamberg und Nürnberg in Mittelfranken existiert bereits seit 1747. Und seit genau diesem Jahr bis heute ist die Brauerei auch fortwährend in den Händen der Familie Wirth, die diese gegründet, aufgebaut und zuletzt noch umfangreich modernisiert hat. Die inzwischen 9. und 10. Generation der Wirths hat nicht nur Brauerei und Gasthaus um- und ausgebaut, sondern auch das Produktprofil geschärft und erweitert. So gibt es neben den Klassikern der 1747er-Serie (Helles, Dunkles und Weißbier) auch sogenannte Spezialbiere, die saisonal dazukommen. Neben Schwarz-, Rot- oder Starkbier war im vergangenen Sommer auch der Hopfen-Löwe ausgeschenkt worden. Über die Beertasting.Club Bierbox hat auch mich dann vor 2 Monaten eine Flasche des Bieres erreicht. Es handelt sich dabei um ein naturtrübes Pils, das – wie es der Name schon andeutet – etwas stärker gehopft ist.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Keller-Pils
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12.2°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Adelsdorf
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Geruch: mild hopfig, leicht würzig, waldig, buttrig, grasig
Geschmack: mittelgroßer Körper, hellmalzig, grasig-hopfig, leicht buttrig, mittlere Herbe, feinperlig, süß-herber Abgang
Gesamt: Insgesamt ein gutes und gut trinkbares Keller-Pils. Bei der Erwartungshaltung eines stärker gehopften Vertreters dieses Bierstils hätte ich jedoch noch mehr Hopfenherbe erwartet, sodass es sich außer im tatsächlich etwas herberen Abgang kaum von anderen (Keller-)Pils unterscheidet. Die 11,5 Pkt (2(+)) sollen dennoch zeigen, dass sich ein Kauf im Online-Shop der Brauerei durchaus lohnt.

Weitere Infos zum Bier unter: https://brauerei-zum-loewenbraeu.de/sortiment/spezialbiere#c.

Prost & guten Abend! 🍻

447. Pyraser Rotbier

In der letzten Woche vor Weihnachten geht es auch für mich daran die letzten Biere fürs Jahr 2018 aufzustellen. Während ich im Hinterkopf schon in den Vorbereitungen zur diesjährigen Bestenliste bin, werden es nur noch eine handvoll Biere auf die Liste schaffen.

Ein letzter neuer Kandidat ist das rote Bier aus Pyras. Die private Landbrauerei überzeugt selbst für fränkische Verhältnisse mit einer großen Produktpalette. Als Alleinstellungsmerkmal gilt jedoch der Schraubverschluss der für alle Getränkeflaschen verwendet wird. Grund hierfür ist die im Brauereihof befindliche Mineralwasserquelle, von der auch das Wasser der Biere geschöpft wird.

Das ursprünglich aus Nürnberg stammende Rotbier erhält seinen Namen von der durch verschiedene (Karamell-)Malze hervorgerufene Kupferfarbene Tönung. Ähnlich wie das Düsseldorfer Alt am Niederrhein ist das Rotbier fast ausschließlich in der Ursprungsregion Franken zu finden.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Rotbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . .  11.4°P
Alkoholgehalt. . . . . . 4,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Pyras
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________14
  • Geschmack:__________________11,5
Fazit

Geruch: süßlich, malzig, getreidig, buttrig, blumig, leicht würzig
Geschmack: mittelkleiner Körper, getreidig, leicht dunkelmalzig, etwas Würze, etwas dünn, feinperlig, buttrig-würziger Abgang
Gesamt: Ich muss ja sagen, dass ich die typische Pyraser-Note in den Bieren einfach mag. Eine der wenigen Brauereien, die bei mir eigentlich immer überzeugen. Und auch das Rotbier fällt nicht aus dem Raster, wenngleich es mir am Gaumen doch etwas zu dünn rüber kommt, was auch etwas die Gesamtbewertung von 12,5 Pkt. (2++) schmälert.

Weitere Infos zum Bier unter: https://pyraser.de/produkte/biere.php?we_objectID=44.

Prost & guten Abend! 🍻

446. Kehrwieder SHIPA Simcoe

Zum Wochenabschluss kommt noch ein Bier an der Reihe, dass ob seiner Einfachheit bei mir oft nicht in den Einkaufskorb gelandet ist. Das ist nicht abwertend gemeint, allerdings ist die Welt der Biere so groß, dass man als Blogger eben selektieren muss. Und da fällt manchmal das ein oder andere etwas schlichtere Biere eben raus.

Nichtsdestotrotz fand ich die SHIPA-Reihe von Kehrwieder stets interessant, sodass ich vor einigen Wochen im P&M doch zugreifen musste. Das Prinzip hinter diesen Bieren des ehemaligen Biersommelier-Weltmeisters Oliver Wesseloh aus Hamburg ist denkbar einfach: Ein India Pale Ale wird immer gleich eingebraut und nur je nach Charge mit einer anderen Hopfensorte warm- und kaltgehopft. Bis heute sind damit knapp 20 verschiedene Single-Hop-India-Pale-Ales entstanden. Da hier offensichtlich auch nur Wiener Malz verwendet wurde kann man das SHIPA noch zusätzlich als SMASH bezeichnen: ein Single-Malt-and-Single-Hop IPA.

„Gebraut nach dem Natürlichkeitsgebot.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  16.8°P
Alkoholgehalt. . . . . . 7,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Hamburg
Erscheinungsjahr. . .
2013

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: säuerlich fruchtig, grasig, bittersüß, sehr harzig, leicht waldig
Geschmack: voller Körper, leicht bitter, Karamell, etwas würzig, hopfig, waldig, feinperlig-matt, bittersüßer Abgang
Gesamt: Das IPA sagt mir zwar nicht in Gänze zu, da mir wieder die fruchtigen Noten zu kurz kommen, es ist aber dennoch hochinteressant zu erkennen wie sich ein einzelner Hopfen charakterisiert. Für meinen eigenen Nachbrauversuch werde ich aber wohl noch den ein oder anderen weiteren SHIPA proBieren müssen, um den zumindest für mich passenden Hopfen gefunden zu haben. 12Pk.t (2-) sind aber dennoch ein respektables Ergebnis für dieses SMASHIPA.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.kehrwieder.beer/12/speaking-bottle/detail/15/shipa.html.

Prost & guten Abend! 🍻

445. Ybnstoker Suicide Blonde

Das heutige Bier hat mich schon vor der Verkostung überrascht. Als Teil eines meiner letzten Bierabo-Box vom Beertasting.Club, hatte ich es bislang immer nur etwas oberflächlich betrachtet und zweifelsfrei für ein angloamerikanisches Produkt eingeschätzt. Doch ein heutiger Blick auf die Rückseite offenbarte, dass es sich um ein handwerkliches Bier aus dem Erzgebirge handelt. Im Kurort Eibenstock in der Nähe der tschechischen Grenze wird seit geraumer Zeit Craftbeer hergestellt. Dabei will man nicht nur handwerklich, sondern auch ab des Reinheitsgebots brauen. Das Suicide Blonde allerdings kommt mit den vier Zutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe aus. Die Sorten Hallertauer Tradition, Magnum, Citra und Cascade verleihen dabei dem American Pale Ale seinen Charakter.

„Eine blonde Versuchung – betörend und unmöglich zu widerstehen.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . American-Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Eibenstock
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________14
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: sehr grasig & waldig, harzig, Malzsüße, gewürzig, getreidig, buttrig, Süßholz
Geschmack: vollmundig, sehr grasig, leicht bitter, herb, gering würzig, feinperlig, grasig-herber Abgang
Gesamt: Alleine anhand der Bewertung der Einzelkategorien ist ersichtlich, dass es sich um ein richtig gutes Bier handelt. Auch, wenn für meinen Geschmack für ein APA etwas zu grasig und zu wenig fruchtig ist, liegt es mir dennoch sehr gut. Offensichtlich scheint man im Erzgebirge vieles richtiges zu machen. Insgesamt gibt es im Jahresendspurt noch einmal eines der besten Noten des Jahres: 13 Pkt. (1-).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.ybnstoker.de/.

Prost & guten Abend! 🍻

444. Frau Gruber Canned Heat

Jetzt, wo es draußen auch (endlich) kalt wird und wohl fast jeder die erste Erkältung hinter sich hat, möchte ich mir wieder etwas Sommer zurück ins Haus holen. Tatsächlich noch bei spätsommerlicher Hitze gekauft, hoffe ich dass es nun voll zur Geltung kommt. Von mir aus reicht es nämlich auch schon wieder mit der Kälte.

Gebraut wurde Canned Heat von Enzo Frauenschuh und Matthias Gruber, die zusammen die Marke Frau Gruber bilden und bei Camba Bavaria in der Old Factory produzieren und abfüllen. In meine Tasche ist es deshalb gelandet, da das Session-Pale Ale neben Gerste- und Weizen- auch Hafermalz enthält. Gehopft wurde es mit Spalter Select, Amarillo, Citra und Centennial. Interessant hierbei ist der geringe Alkoholgehalt von nicht einmal drei Prozent. Nach dem Yeast is King es das zweite Bier der Marke, das ich rezensieren darf.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Session-Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen- & Hafermalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 2,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Gundelfingen
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________6
  • Geruch:______________________7
  • Geschmack:__________________9
Fazit

Geruch: sehr fruchtig-bitter-herb, hefig, beizender Fehlgeruch
Geschmack: mittelkleiner Körper, spritzig, herb, grasig, fruchtig, waldig, etwas hellmalzig, bitter-herber Abgang
Gesamt: Leider wieder ein Beispiel dafür, dass es manchmal wichtig ist ein Bier frisch zu trinken und stets optimal zu lagern. Auch wenn andere da weniger anfällig sind, merkt man dem Bier die knappe MHD-Überschreitung an. Der grundsätzlich sehr positive fruchtig-grasige Charakter wird leider von einer gewissen herben Bittere überlagert, sodass der Genuss etwas getrübt wird. Dennoch ist es ein recht gut gelungenes Bier, das in der Tat an den Sommer erinnert und auch in der warmen Jahreszeit gut getrunken werden kann. Mehr als 8 Pkt. (3) kann es unter den widrigen Bedingung allerdings nicht geben.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.ratebeer.com/beer/fraugruber-canned-heat/546236/.

Prost & guten Abend! 🍻

443. Box Steam German Red

Das nächste „Craftbier“ aus der Dose wurde mir schon vor einigen Wochen vom LIDL mitgebracht als dort mal wieder diverse Biere dieser Art angeboten wurden. Wie die Gänsefüßchen schon andeuten bin ich bei diesen Bieren grundsätzlich immer noch recht skeptisch. Auch wenn meine beiden großen Testreihen (I & II)durchaus auch überraschend positive Qualität gezeigt. Neben der grundsätzlichen Qualität spielt bei mir dann aber auch die Authentizität eine große Rolle. Beim heutigen Bier ist das dann nämlich auch schon wieder so eine Sache. Gebraut für die oben genannte Handelskette wird es nämlich nicht – wie vielleicht zu vermuten – in der Brauerei der Marke Box Steam, die im Süden Englands beheimatet ist, sondern in der Brauerei Eichbaum in Mannheim. Für Bierkenner ist das zwar keine Überraschung – braut Eichbaum doch grundsätzlich für Lidl – dennoch grenzt es meiner Ansicht nach an Verbrauchertäuschung. Zumal auf der Dose auch noch folgender Slogan zu lesen ist:

„German Craft Beer Resistance“

Nunja, solange die Qualität stimmt…

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Rotbierbock
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfenextrakt
Stammwürze
. . . . . .  16.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 7,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Mannheim
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___10
  • Aussehen:____________________7
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Geruch: dunkelmalzig, leicht würzig, getreidig, etwas herb, Karamell-Bonbon
Geschmack: mittelgroßer Körper, malzig, würzig, süßlich, leicht Karamell, etwas bitter, etwas grasig, feinperlig, bittersüßer Abgang
Gesamt: Wieder einmal bin ich grundsätzlich ob der sensorischen Eindrücke positiv überrascht. Wenngleich es sich auch nicht wirklich um ein hochklassiges Bier handelt und auch der Bierstil etwas für Verwirrung sorgt, tut die malzig-würzige Note mit einem Hauch Karamell auf jeden Fall nicht weh. Überraschend ist auch, dass man die knapp 8 Umdrehungen kaum spürt. Summa summarum sind das 9 Pkt. (3+) in der Gesamtwertung (Authentizitäts-Malus miteingerechnet).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.ratebeer.com/beer/steam-brew-german-red/610497/.

Prost & guten Abend! 🍻

442. Stone Brewing Tangeringe Express IPA

„Welcome to our vacation transportation express!“

Das Jahr nähert sich dem Ende, mein Bier-Depot ist allerdings noch prall gefüllt. Auf ersteres habe ich keinen Einfluss, letzteres kann ich aber ändern. Deshalb will ich nun in den Jahresendspurt starten und vor allem meine schon etwas länger lagernden Schätze vorstellen. Beginnen möchte ich dabei mit meinen Craft-Dosenbieren.

 

Den Anfang mach das Bier, das noch am längsten das MHD (10/18) überschritten hat. Es stammt von der US-amerikanischen Stone-Brewery, die seit einigen Jahren auch eine Filiale in Berlin besitzt. Wobei Filiale hier etwas untertrieben ist. Gibt es dort doch neben der größten Stone-Brauerei Europas auch einen der größten Veranstaltungssäle Berlins und mit einer Bar mit über 70 Biere vom Zapfhahn die nach eigenen Angaben größte Fassbierauswahl Deutschlands.

Und auch das heutige IPA ist alles andere als gewöhnlich. Versetzt mit Mandarine, Ananas und Orangenschalen soll es einem nicht nur an den letzten Sommerurlaub zurückversetzen, sondern auch beweisen, dass Biere mit Früchten nichts für Kinder sind.

„We’re not looking for a sweet concoction to appease the “I want my beer to taste like fruit juice” crowd. This is Stone. We like our IPAs to taste like IPAs. Big, bold and not for kids.“

Besonderen Dank gilt heute übrigens Christoph von der Craft-Quelle aus Bonn, dem ich dieses Biergeschenk im Rahmen seiner Eröffnung zu verdanken habe.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Mandarinenpüree, Ananas, Orangenschalen, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Berlin
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________8
Fazit

Geruch: fruchtig-herb, Ananas, Grapefruit, Litschi, leicht grasig, etwas säuerlich
Geschmack: voller Körper, herb, fruchtig-grasig, hellmalzig, etwas sauer, geringe bittere, leichte Würze, feinperlig, hopfig-herber Abgang
Gesamt: Ohne nun zu wissen, wie quasi der MHD-Geschmack sein soll, kommt das TE-IPA auch noch zwei Monate später so rüber, wie es vermutlich gemeint war: stark, hopfig, herb. Vor allem finde ich erstaunlich wie wenig die Fruchtnote noch im Geschmack erkennbar ist. Durchaus merkbar, aber im Vergleich zur bitteren Hopfen-Herbe klar im Hintergrund. Für mich daher aber auch ein touch to much; vielleicht bin ich aber auch einfach nicht erwachsen genug für dieses IPA. So oder so, bleibt der Zeiger heute bei 9 Pkt. (3+) stehen.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.stonebrewing.com/beer/year-round-releases/stone-tangerine-express-ipa.

Prost & guten Abend! 🍻

441. AleMania Coffee Amber Ale

Um den Wechsel zwischen AleMania und Maisel zu komplettieren kommt heute auch das zweite Bier des Bonner Craftbier-Pionier Fritz Wülfing zum Zuge.

Es ist eines seiner neuesten Werke, das er in Zusammenarbeit mit der Kölner Kaffeerösterei Ernst entwickelt hat. Ähnlich wie bereits beim Bread & Hops haben sich dabei zwei Handwerksbetriebe gefunden, die sich auch in Sachen Bier sehr gut ergänzen. Ernst betreibt neben der Rösterei auch eine sog. Slow-Bar, in der es Kaffee in den unterschiedlichsten Herstellungs- und Zubereitungsvariationen gibt. Zudem kann man vor Ort die Barista-Kunst kennen lernen. Dabei entstammen alle verwendeten Bohnen aus fairem Anbau und Handel.

Im Coffee Amber Ale haben die Sorten Ethiopia und Sidamo Guji Ambela eine nähere Bekanntschaft mit Malz und Hopfen gemacht.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Coffee Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Kaffee, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  14°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bonn
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________7
  • Geschmack:__________________9
Fazit

Geruch: sehr röstig, Kaffee, bitter, würzig, waldig
Geschmack: mittelgroßer Körper, würzig, röstig, Kaffee, leicht karamellig, gering malzig, gewisse Bittere, feinperig, süß-würziger Abgang
Gesamt: Sieht man mal vom feuchten Erlebnis beim Öffnen der Flasche ab, ist es in der das erste Kaffee-Bier seit langem, was mir wieder zumindest in weiten Teilen zusagt. Auch wenn ich irgendwie immer noch nicht recht zum Coffee-Ale-Freund zu werden scheine, tut mir das heutige in keinster Weise weh. Im Gegenteil, je länger ich es trinke, desto schmackhafter erscheint es mir. Ich mag meinen Kaffee halt lieber warm ;). Daher gibt es heute gute 10 Pkt. (2-) von mir.

Weitere Infos zum Bier unter: https://fritz0830.wixsite.com/alemaniabonn.

Prost & guten Abend! 🍻