Archiv der Kategorie: Bierrezension

587. Fleuther Dark Choc

Zum Ende des Wochenendes gibt es für mich ein Bier, dass mir Fleuther aus dem niederrheinischen Geldern freundlicherweise gratis zu meiner Bestellung hinzugefügt haben. Grund hierfür ist das seit August letzten Jahres abgelaufene MHD. Gerade aber bei einem dunklen Starkbierdürfte das der Qualität keinen Abbruch tun. Im Gegenteil, entwickelt ein solches Bier noch intensivere Aromen im Laufe der Zeit.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Bock
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Geldern
Erscheinungsjahr. . .
2018

Fazit

Es ist immer wieder spannend, was aus dem Zutaten Malz und Hopfen für eine Geruchs- und Geschmacksvielfalt erzeugt werden kann. Beim Chocolate Bock strotzt vor allem das Malz vor Schokolade. In der Nase noch eine Mischung aus Zartbitter und Vollmilch, bleibt auf der Zunge nur noch dunkle Schokolade übrig. Hinzu kommen gut abgestimmte Röst- und Malzaromen und eine herbe Lakritz-Note. Insgesamt ist das Bier vollmundig, cremig und leicht spritzig. Vermutlich hat die längere Lagerung nicht nur die Zartbitternoten, sondern auch die Herbe intensiviert. Letztere führt dazu, dass ich das Bier leider nicht in eine Top-Wertung bringe kann.

| 12 Pkt. (2+)

• https://www.fleuther.de/biersorten/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

586. Mücke Ingwer Pale Ale

Als letztes nicht Reinheitsgebots-konformes Bier meiner Regional-Serie geht das Mücke Ingwer Pale Ale ins Rennen.

Benannt nach dem letzten Grubenpferd der Zeche Zollverein, das auch auf dem Etikett zu sehen ist, steht die Mücke für das klassisch deutsche Craftbeer-Segment sowie aber auch traditionelle Bierstile. Das Ingwer Pale Ale war dabei das erste Bier der beiden „Braumeister“, das den Weg vom Hobbybrauen in die mittelständische Produktion der Liebharts Brauerei geschafft hatte.

Und da Ingwer bekanntlich sehr gut für das Immunsystem ist, passt es doch hervorragend in die aktuelle Zeit.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Ingwer, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Essen [Detmold]
Erscheinungsjahr. . .
2016

Fazit

In der Tat dominiert der Ingwer diese Bier. Neben einer interessanten Buttermalz-Note ist das fruchtige Ingwer-Aroma beim Riechtest klar im Vordergrund. Auch auf der Zunge kommt das Pale Ale würzig, trocken-malzig, säuerlich-fruchtig und leicht scharf daher. Insgesamt ist es bei einer reduzierten Rezenz recht vollmundig. Ich finde es ein durchaus interessantes Bier, das aber sicher nicht jedem schmeckt.

| 11 Pkt. (2)

•  https://www.facebook.com/muecke.craftbeer/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

584. Ruhrpottbrew Honey Pepper Ale

Von Remscheid geht es heute im doppelten Sinne des Wortes in den Pott. Denn in Oberhausen-Sterkrade – also mitten im Pott – braut der Pottwal. Zumindest ist dies das Logo der seit 2016 existierenden Ruhr Pottbrew. Braumeister ist ein gelernter Schreiner, der dann aber viele Jahre im Ausland Brauereien aufbaute und Biervielfalt kreierte, um dann wieder in die Heimat NRW zurückzukehren.

Eines ihrer Sortiments-Biere ist mein heutiges Honey Pepper Ale, das mit Honig und Szechuan Pfeffer im Brauhaus Rüttershof eingebraut wurde.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Pfeffer, Honig, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Oberhausen [Castrop-Rauxel]
Erscheinungsjahr. . .
2016

Fazit

Dieses Bier ist ein erneuter Beweis dafür, dass das alte Reinheitsgebot ausgedient hat. Mit dem Zusatz von zwei natürlichen Zutaten Honig und Pfeffer wird ein wirklich tolles Geruchs- und Geschmackserlebnis kreiert. Süßholz, Karamell, Lakritz und Honig in der Nase und ein malzig-würziger und leicht kräuteriger Eindruck auf der Zunge. Ergänzt wird dies durch eine unaufdringlich wie harmonische Süße, die nur im trockenen Abgang durch etwas Säure und Schärfe abgelöst wird. Prädikat: Empfehlenswert.

| 13 Pkt. (1-)

https://www.facebook.com/pg/ruhrpottbrew/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

583. Remscheider Coffee Stout

Heute geht es gedanklich zu einem der zentralsten Orte zwischen Rheinland und Ruhrgebiet. Denn auch in Remscheid wird abseits des Reinheitsgebots handwerklich gebraut. Zentral am Hauptbahnhof gelegen bieten die Remscheider aber auch Platz für ein Brauhaus samt Eventlocation und Biergarten. Alles zwar in Zeiten der Corona-Krise leider uninteressant, aber dennoch erwähnenswert.

Wenn man auch außerhalb Remscheids und in diesen Zeiten Remscheider Bier kosten möchte, kann man sich im Online-Shop ein 4er-Probier-Paket samt Glas ordern. Netterweise hat mich dann im Paket noch ein fünftes Bier überrascht, das ich euch heute vorstellen möchte. Es handelt sich um ein Coffee-Stout, dem gemahlene Kaffeebohnen zugesetzt worden sind. Für mich einer der interessantesten Bierstile, die aber selten meinen Geschmack treffen. Deshalb bin ich jedes Mal aufs Neue gespannt, wie es diesmal ausgeht.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Stout
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Kaffeebohnen, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  16°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Remscheid
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Ein ordentliches Coffee Stout, das vor allem durch den dominanten Kaffee-Geruch und Geschmack besticht. Während es in der Nase noch Noten von Zartbitter enthält wirkt es geschmacklich schon sehr nach Kaffee, zudem sich noch Aromen von dunklen Früchten und Erde hinzugesellen. Insgesamt bleibt das Stout erstaunlich süffig und lässt den typischen tiefen Körper vermissen.

| 9 Pkt. (3+)

https://www.remscheider-brau.de/brauerei/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

582. Gruthaus Pumpernickel Porter

Passend zum vorgestrigen Bierjubiläum starte ich meine Reihe an Bieren aus NRW; beginnend mit all jenen, die über den Rand des derzeitigen sog. Reinheitsgebots hinwegblicken und weitere interessante (natürliche) Zutaten anbieten.

Starten möchte ich mit einem Bier, dass ich schon lange auf meiner Liste hatte, aber bislang noch nicht proBieren konnte. Das Pumpernickel-Porter von der Münsteraner Marke Gruthaus ist für mich deshalb interessant, da es mit Brot eingebraut ist. Neben Roggenmalz wird dem Sud auch Schwarzbrot beigegeben. Spätestens seit ich selbst beim Brotbierbrauen bei meinem Braufreund Ralf mitmachen konnte, bin ich begeistert von der Idee diese beiden Grundnahrungsmittel miteinander zu vereinen. Daher bin ich gespannt wie sich der Pumpernickel geschmacklich auswirkt.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Porter
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Roggenmalz, Pumpernickel, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  13°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Münster [Detmold]
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Der Pumpernickel Porter ist ein Potpourri aus unterschiedlichsten Aromen. Karamell, Holz, Getreide, Zartbitter und Butter vereinen sich hier mit süßem, dunklen und leicht röstigem Malz sowie einer gering bitteren Säure. Dabei sorgt das Schwarzbrot auch für einen ansprechend vollmundigen Körper. Für meinen Biergeschmack höchst passend, absolut empfehlenswert und ein klarer Kandidat für die diesjährige Bierjubiläum-Top Ten.

| 13 Pkt. (1-)

http://www.gruthaus.de/biere/pumpernickel-porter/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

585. Cerevisia M – Vintage Cuvée

Heute ist es wieder soweit: Bierjubiläum. Vor genau 504 Jahren erließen die damaligen bayrischen Herzöge eine Verordnung, die heute allgemein als das „Reinheitsgebot“ bezeichnet wird.

Seit Anfang 2016 beschäftige ich mich nun mit dem Thema und habe in der Zeit einiges an Wissen und Biererfahrung ansammeln können. Meine Bierliste umfasst inzwischen rund 1.750 Biere. Zu Ehren des Bierjubiläum 2018 hatte ich mir etwas ganz besonderes vorgenommen: mein erstes selbstgebrautes Bier. Wie ich schon damals vom Brautag und der Abfüllung berichtete, hatte ich dabei das Glück gehabt, dass mir Ralf Mohr vom Braukunst Vorgebirge nicht nur seine Braugarage nebst Anlagen zur Verfügung gestellt hatte, sondern mich auch mit seinem reichhaltigen Wissen rund ums Brauen unterstützt hatte. Als Zeichen für eine Reform des „Reinheitsgebots“ braute ich das erste Bier der Welt, das mit allen sieben Hauptgetreidearten Gerste, Weizen, Roggen, Hafer, Reis, Mais und Hirse gebraut wurde. Bislang gibt es zwar Biere mit unterschiedlichsten Korn-Kombinationen, ein solches gab es aber bis dato noch nie. Würde ich es kommerziell brauen, bräuchte ich hierfür eine Sondergenehmigung und dürfte ich wahrscheinlich noch nicht einmal Bier nennen. Dabei enthält es ausschließlich Getreide, Hopfen und Hefe. Alles was eigentlich ein Bier ausmacht. Und nichts, was nicht auch auf anderen Kontinenten für ein Bier essentiell ist: Mais in Amerika, Hirse in Afrika und Reis in Asien. Für mich also unbegreiflich, warum hier der deutsche Gesetzgeber weiterhin blind der großindustriellen Brau-Lobby folgt. Hinsichtlich weiterer Zutaten wie Obst oder Gemüse kann ich Diskussionsbedarf zwischen Traditionalisten und „modernen“ Craft-Brauern durchaus nachvollziehen. Warum jedoch kein weiteres Getreide außer Gerste in untergärigen sowie Weizen, Hafer und Roggen in obergärigen Bieren rein darf bleibt mir weiterhin ein Rätsel.

Nachdem sukzessive die Kornzahl erhöhte war nun zuletzt 2019 das CEREVISIA Mx entstanden. Weiterhin auf der Basisrezeptur eines unfiltrierten Altbieres, sind bislang 10 Getreidesorten enthalten: Gerste, Weizen, Roggen, Hafer, Dinkel, Emmer, Einkorn, Reis, Hirse, Mais.

Zum heutigen Tag des deutschen Bieres möchte ich einmal die Sude 7-Korn, 8-Korn und 9-Korn quasi als Vintage-Cuvée proBieren. Da jeder Sud seine besonderen Eigenheiten mit sich gebracht hat, die im Laufe des Erfahrungsgewinns als junger Hobbybrauer eingeflossen sind, ist es für mich besonders spannend zu sehen, wie die drei ersten Cerevisia miteinander harmonieren.

Und vielleicht kann ich in Kürze auch schon von meinem geplanten nächsten Sud berichten: Dem 12-Korn-Neo-Alt Cerevisia

#Natürlichkeit
#Qualität
#Vielfalt
#Regionalität
#Transparenz

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Mehrkorn-Neo-Alt [Bierjubiläums-Jubiläumsbier]
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen-, Roggen-, Dinkel- & Emmermalz, Hafer-, Einkorn-, Reis- & Hirseflocken, Cornflakes, Röstgerste, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  ~18°P
Alkoholgehalt. . . . . . ~5,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bornheim-Sechtem [Brühl-Pingsdorf]
Erscheinungsjahr. . .
2018-19

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___15
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________14
Fazit

  | Da alle drei Versionen ihren ganz eigenen Charakter haben, ist es interessant zu schmecken, wie diese in der Blend-Variante daherkommen. Während das 7-Korn noch eher mild-herb, das 8-Korn eher malzsüß und das 9-Korn hopfig ist, kommen im Blend alle ohnehin schon komplexen Einzelaromen zusammen. Selbst nach ein bis eineinhalb Jahren schmeckt es klar fruchtig-süß nach Karamell und Süßholz sowie einer buttrig-grasigen Note. Keinerlei Bitterstoffe und Oxidationssäure ist dabei zu verspüren. Für eine derartig lange Lagerung allerdings auch ziemlich süffig-mild. Insgesamt muss ich also sagen: Es hat sich gelohnt.

 • weitere Infos zu meinem Reformvorschlag für das „Reinheitsgebot“ unter: http://www.bierjubilaeum.de/das-reinheitsgebot/.

Prosit Mundus manufactum!

580. Fleuther Hilft!

Angesichts der Widrigkeiten und Herausforderungen für viele handwerkliche Brauer hervorgerufen durch die Corona-Krise, habe ich kürzlich ein paar Biere aus der Region – d.h. Niederrhein, Ruhrgebiet und Münsterland – bestellt. Leider haben noch lange nicht so viele kleine Brauereien eine Online-Vermarktung, sodass man diese idealerweise vor Ort unterstützt. Denn diese Hilfe (online wie offline) wird dringend benötigt. So meldete erst kürzlich die U.S. Brewers Association (BA), dass die US-amerikanische Craftbeer-Industrie vor dem Zusammenbruch stehe. Knapp zwei Drittel aller Handwerksbrauereien würden die Krise keine drei Monate durchstehen (siehe hier).

Umso passender ist mein heutiges Bier von der Brauerei Fleuther aus Geldern. Ursprünglich was das Bier für einen guten Zweck gebraut worden: Initiiert von Martin Baxmann und Marcus Wiemann hilft das HILFT als erstes Charity Bier nachhaltig Kinderarmut zu bekämpfen. Nun wirkt es quasi doppelt hilfreich. Einmal als Beitrag zur Kinderarmutsbekämpfung und zudem als Unterstützung der regionalen Kleinbrauer. Hinter dem HILFT verbirgt sich übrigens das Fleuther EINS – ein Pils mit Aromahopfen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pils
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . .  11.7°P
Alkoholgehalt. . . . . . 4,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Geldern
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Würzig, buttrig und grasig in der Nase – hopfig-herb, fruchtig und gering malzig am Gaumen. Im Abgang bleibt eine buttrig herbe Note hängen, die durchaus Lust auf mehr macht. Insgesamt recht mild und süffig für ein Pils. Der Aromahopfen hält sich für meinen Geschmack etwas zu dezent im Hintergrund. Auch könnte das Bier etwas mehr Würze vertragen. Aber solange es HILFT 😉

| 12 Pkt. (2+)

• https://www.fleuther.de/produkt/fleuther-hilft/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

579. De Koninck Tripel d’Anvers | Kasteel Tripel | Leffe Tripel

Kurz vor Ostern versuche ich noch etwas aufzuholen, was in den letzten Wochen liegen geblieben ist. Deshalb und weil ich mal drei gleichzeitig da hatte, gibt es heute eine Tripel-Tripel-Verkostung.

Drei Tripel treten gegeneinander an. De Koninck aus Antwerpen (40.000 hl p.a.) gegen Vanhonsebrouck Kasteel (250.000 hl p.a.) gegen Leffe (~500.000 hl p.a.).

Die Parallele der dreifachen Tripel-Verkostung zum heutigen Karfreitag ist mir dabei aber erst im Nachhinein aufgefallen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Tripel
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen- & Roggenmalz, Hafer, Gewürze, Hopfen, Glukosesirup, Hefe | Gerstenmalz, Gewürze, Hopfen, Zucker, Hefe | Gerstenmalz, Orangenrinde, Koriandersamen, Hopfen, Zucker, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 8% | 11%|  8,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Antwerpen | Izegem-Emelgem | Dinant-Leffe
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

De Konninck: recht unauffälliger süßmalziger bis bittersüßer Geruch; mild, schlank, getreidig, grasig, Süßholz, Lakritz im Geschmack mit bittersüßem Abgang

Kasteel: markanter, süßer, würziger Geruch; vollmundig, cremig, süßmalzig, alkoholaromatischer Geschmack nach Lakritz bei einem ebenfalls bittersüßem Abgang

Leffe: am süßesten, würzig und wenig Bittere im Geruch; vollmundig, süßlich, Karamell, etwas würzige Herbe auf der Zunge, süßer Abgang

Insgesamt kann mich keines der drei Tripel in Gänze überzeugen. Jedes bringt seine Vor- und Nachteile mit sich. Das Tripel d’Anvers punktet in der Aromenvielfalt bleibt aber zu flach, das Kasteel ist sehr cremig, aber leider auch zu alkoholaromatisch und das Leffe ist zu stark reduziert auf eine würzige einfältige Süße. Wenn ich mich entscheiden müsste würde ich zum Ersteren greifen, da hier alle vier europäischen Getreide verbraut wurden.

| 10 Pkt. (2-) / 10 Pkt. (2-) / 10 Pkt. (2-)

https://www.dekoninck.be/nl/onze-bieren/tripel-danvers/ | https://www.vanhonsebrouck.be/biere/kasteel/kasteel-tripel/?lang=de | https://leffe.com/en/leffe-tripel

Prost & guten Abend ! 🍻

 

578. Cornet Oaked

Um das Tempo wieder etwas anzuziehen geht es heute gleich weiter mit dem nächsten Bier. Und auch dieses stammt aus unserem Nachbarland Belgien und kommt aus der ABInBev-Familie.

Unter dem Namen Cornet Oaked vertreibt die Palm-Brauerei ein mit Eichenholzchips versetztes Tripel. Namentlich geht es auf Theodoor Cornet zurück. Dieser war im 18. Jahrhundert Verwalter des Schlosses Diepensteyn. Dessen Graf wünschte sich für seinen Vorfahren Sir Salomon deMaldeghem ein besonderes Starkbier von der Brouwerij den Hoorn.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Tripel
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 8,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Steenhuffel (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Insgesamt ein solides Tripel, dass in der Nase durch einen ungewohnt kräuterigen Geruch und am Gaumen durch süße Noten von Karamell, Vanille und Honig besticht. Es ist vollmundig und cremig, für mich aber auch etwas zu würzig und vor allem ein bisschen zu alkoholaromatisch.

| 10 Pkt. (2-)

•  https://www.cornetbier.be/en/our-beer/

Prost & guten Abend! 🍻

 

577. Kasteel Hoppy

Da die Renovierungen im Haus zunächst weitgehend abgeschlossen sind und die Arbeiten im Garten noch etwas warten müssen, habe ich seit langem mal wieder etwas mehr Zeit zum Rezensieren.

Heute auf dem Plan: Das Hoppy aus dem Hause Kasteel van Honsebrouck. Es soll einem India Pale Ale ähneln, aber aufgrund des Teilersatzes von Hopfen durch Kräuter weniger Bitterkeit mit sich bringen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Kräuter, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Izegem-Emelgem (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Nein, ein IPA ist es nicht wirklich. Auch wenn eine säuerlich-fruchtige und herbe Hopfenbittere klar dominieren, fehlt es an den Kalthopfungsaromen. Neben einer Buttergemüse-Note ist aber auch ein gewürziger Anteil zu erkennen. Insgesamt für mich eher durchschnittlich und weder Fisch noch Fleisch.

| 8 Pkt. (3)

https://www.vanhonsebrouck.be/biere/kasteel/kasteel-hoppy/?lang=de

Prost & guten Abend! 🍻

 

576. Hofmann Pahres Pils vs. Wolfscraft Frisch-Pils

Im zweiten Duell in diesem Jahr stehen sich zwei Pils gegenüber, die mich über das letzte Beertasting-Paket erreicht haben.

Obwohl beide Biere der Bierstil eint, könnten sie in ihrer Herkunft fast unterschiedlicher nicht sein. Auf der einen Seite die Brauerei Hofmann – eine seit dem 17. Jahrhundert bestehende Familienbrauerei aus dem mittelfränkischen Gutenstetten. Auf der anderen Seite Wolfcraft – eine typische Craftbeer-Marke aus dem hippen München.

Franken gegen Bayern. Tradition gegen Moderne. Handwerk gegen Craft.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pils
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%|5,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Pahres | München
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Auch in der Praxis machen sich deutliche Unterschiede bemerkbar. Während das Pils aus Pahres als traditioneller Stereotyp durchgeht und buttrig würzig, hopfig herb sowie grasig malzig daherkommt, überrascht das Frisch-Pils der Wölfe mit deutlich fruchtiger Nase und Abgang. Dazwischen ist es eher unauffällig und noch milder als das schon eher mild wirkende Pahres-Pils. Bei beiden hätte ich mir mehr herbe Spritzigkeit gewünscht. Beide überzeigen aber auch mit unterschiedlichen Charakteristika, sodass es heute unentschieden endet.

| 10 Pkt. (2-) / 10 Pkt. (2-)

http://www.hofmann-bier.de/ | https://wolfscraft.de/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

575. Alpirsbacher Klosterbräu Ambrosius

Mitten in der „Corona-Krise“ haben wir die wesentlichen Renovierungen im Haus abschließen können. Zeit für ein Bier, dass ich tatsächlich schon mindestens zwei Jahre im Vorrat habe. Es ist ein (nicht weiter spezifiziertes) Abteibier der Alpirsbacher Brauerei aus dem Schwarzwald, dem eine Portion Grünhopfen – also frisch geernteter Hopfen – beigegeben wurde.

„So wie Namenspatron Ambrosius Blarer seine Spuren in der Geschichte hinterließ, so bewahrt und verewigt Ambrosius eine überlieferte Rezeptur mit großer Vergangenheit.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Abteibier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  18°P
Alkoholgehalt. . . . . . 7,7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Alpirsbach
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Ein durchaus würdiges Bier zu diesem Abend. Sowohl nasal als auch am Gaumen dominieren karamalzige Aromen von Lakritz und Honig. Dazu kommen etwas Würze und ein Schuss Bittersüße. Aber es fehlt mir etwas an klarer Linie und Spritzigkeit. Dennoch ein Bier, das ich empfehlen würde, wenn es denn noch gebraut werden würde.

| 12 Pkt. (2+)

https://www.alpirsbacher.de/uploads/tx_becklynbeercoverflow/datasheets/Ambrosius.pdf

Prost & guten Abend ! 🍻

 

574. Williams Bros. Brewing Grozet Gooseberry Ale

In Zeiten der Corona-Pandemie gönne ich mir heute (wieder) ein „fruchtig-gesundes“ Bier. Es stammt von der Ende der 1980er entstandenen Geschwister-Brauerei Williams aus dem schottischen Alloa.

Das Pale Ale geht auf eine Rezeptur von Mönchen aus dem 16. Jahrhundert zurück und beinhaltet Stachelbeeren und Gagel – ein Kraut, das besonders vor der Zeit des Hopfens im Bier sehr beliebt war.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Stachelbeeren, Gagel, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Alloa (Schottland)
Erscheinungsjahr. . .
1998

Fazit

Ein durchaus bekömmliches Bier, das in der Tat vor allem durch seine fruchtige Note besticht. In der Nase sind neben der Stachelbeere noch Brombeere, Aprikose und Litschi zu riechen. Im Mund geht es dann weniger wild zu, wobei ein süßlich-gewürziges Aroma vorherrscht. Insgesamt finde ich das Bier etwas blass, was allerdings auch an der hoffentlich authentischen alten Rezeptur liegen kann.

| 9 Pkt. (3+)

https://www.williamsbrosbrew.com/beer/grozet

Prost & guten Abend ! 🍻

 

573. Eichbaum Wild Monkeys Hop Rider + Yeast King

In Zeiten der Corona-Pandemie bin ich froh, dass mein Biervorrat noch recht gut gefüllt ist, da ich zuletzt kaum zum Verkosten gekommen bin. Die heutigen beiden Biere habe ich aber nicht im Fachhandel, sondern zwischen Hamster-kaufenden Menschen beim Aldi geholt.

Es handelt sich um zwei Vertreter der neuen eigenen Craftbier-Linie der Privatbrauerei Eichbaum. Die Mannheimer sind aber keineswegs Neulinge in Sachen Craftbier. Denn bereits seit einigen Jahren brauen diese vor allem für die deutschen Discounter und Supermärkte Craftbier-Eigenmarken, die punktuell auf den Markt gebracht wurden. Nun aber wagt sich die Brauerei aus der Deckung und stellt sein eigenes Craftbier-Sortiment vor. Sieht man mal davon ab, dass ein anderer Bierstil alleine noch kein Craftbier macht, ist es dennoch im Sinne der Biervielfalt zu begrüßen. Zumal auch immer der preisliche Aspekt eine Rolle spielt, um die Zielgruppe zu vergrößern.

Beide Biere eignen sich deshalb gut zum Direktvergleich, da es sich beim Hop Rider um ein Golden und beim Yeast King um ein Wheat Pale Ale handelt.

„Schwarzes Fell, stechende Augen, ein Bart aus Hopfendolden. Das ist der Hop Rider! Als weltenbummelnder, leidenschaftlicher Pilot und Motorradfahrer ist er wieder in der Gegend, um seine neuartige, selbst gebraute Sensation mit dem unglaublichen Aromahopfen „Vic Secret“ und „Aurora“ in der ganzen Welt zu verbreiten.“

„Furchtloser, gerissener, leidenschaftlicher Abenteurer, und vor allem reich an Wissen, was die einzigartige Braukombination von feinstem Weizenmalz, erlesenen Malzen und aromatischen Hopfen angeht – so kennen wir den Yeast King!“

„WILD MONKEYS – wilde Typen, intensives Bier.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten(- & Weizen)malz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  13.2°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%|5,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Mannheim
Erscheinungsjahr. . .
2020

Fazit

Der Hop Rider kommt ziemlich erfrischend und dennoch wenig daher. In der Nase klar säuerlich-fruchtig – fast schon oxidiert – ist er auf der Zunge bittersüß, gemüsig, trocken-malzig und etwas herb. Trotz eines recht vollen Geschmacksprofils bleibt das Golden Pale Ale aber recht schlank.

Demgegenüber wirkt der Yeast King zunächst fast wie ein gewöhnliches Weißbier. Der erste Schluck offenbart aber gleich neben der hefigen Malzsüße auch eine klar erkennbare Bitterkeit und Herbe. Einige Aromen von Gras und Kräutern runden das Unrunde Geschmackserlebnis des Wheat Pale Ale ab.

Insgesamt befinden sich beide Biere meiner Ansicht nach nicht im Top-Segment der Craftbiere, bieten aber zumindest für den relativ geringen Preis schon mal eine gewisse Ahnung von Geschmacksvielfalt. Im Duell hat für mich der Hop Rider ein wenig vor dem Yeast King die Nase vorn.

| 9 Pkt. (3+) / 8 Pkt. (3)

https://www.wildmonkeys.de/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

572. Dortmunder Bergmann Brauerei Schwarz

Nach harten Wochen der Renovierung im neuen Haus gönne ich mir heute ein ehrliches Arbeiterbier. Es kommt aus der einstmals Bierstadt Nr. 1 in Europa Dortmund und hat eine interessante Geschichte hinter sich.

1796 gegründet musste die frühere Bergmann Brauerei 1972 infolge der allgemeinen Brauereifusionen im Ruhrgebiet zu der Zeit ihren Betrieb aufgeben. Zumindest die Marke war daraufhin von der Union-Ritter-Brauerei übernommen, aber schließlich 2003 aufgegeben worden. Thomas Raphael – Biologe und 2005 in einer Markendatenbank Deutschen Marken- und Patentamtes beschäftigt – stieß im Zuge einer Recherche zufällig auf die Marke und reservierte diese aus der Laune heraus kurzerhand für sich.

Da damit allerdings die Verpflichtung der Markenproduktion einher ging, musste sich der Dortmunder ans Bierbrauen machen. Da dieser in der Kürze der Zeit aber keine eigene Brauerei ins Leben rufen konnte, ging er nach Hagen-Dahl zur Vormann-Brauerei, die die ersten 6.000l des neuen Bergmann Bieres brauten.

Das Bier kam gut an und der Absatz stieg, sodass man 2007 eine GmbH gründen konnte und ein Jahr später dann mit der Projektierung einer eigene Brauerei beginnen konnte. 2010 konnte dann endlich der erste Sud in einer alten Gie?erei-Halle gebraut werden. Da die neuen Bergmänner auch von einer eigenen Verkaufsstelle träumten, übernahm die Brauerei 2013 ein altes 50er-Jahre Kiosk und erwirkte hierfür die Schankerlaubnis. Noch im selben Jahr wurde die Idee einer neuen moderneren Brauerei geboren. 2017 erfolgte schließlich die Inbetriebnahme inklusive Stehbierhalle.

Damit war die alte Marke Bergmann endgültig reaktiviert und wiederbelebt worden. Inzwischen werden knapp zehn Sorten gebraut, darunter das Dortmunder Original Adambier, ein Bier aus 1972 oder auch Glühbier sowie monatliche Sondersude.

„Für alle aus dem Ruhrgebiet, die sich mit echtem kompromisslosem Trinkgenuss belohnen wollen.
Harte Arbeit. Ehrlicher Lohn.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Schwarzbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . .  13.2°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Dortmund
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Das Schwarze überzeugt in der Nase mit überraschend süßen Aromen von Honig, Karamell und Vanille. Auf der Zunge ist es malzig, mild-röstig und wenig zartbitter. Der süß-herbe Abgang rundet ein für mich insgesamt zwar recht unspektakuläres aber dennoch ansprechenden Bier ab.

| 12 Pkt. (2+)

https://harte-arbeit-ehrlicher-lohn.de/unser-bier/schwarz/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

571. Rügener Inselbrauerei Strandgut Rauch-Eiche

Zum Ausklang des Wochenendes gibt es bei wieder was von der Inselbrauerei zu Rügen. Diesmal proBiere ich das Strandgut Rauch-Eiche – ein Rauchbier, das zusätzlich im Holzfass gelagert wurde. Es enthält neben Doldenhopfen auch Traubenzucker, der zur Flaschengärung hergenommen wird.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Rauchbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Natur-Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Rambin auf Rügen
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Insgesamt schmeckt die Rauch-Eiche betont holzig sowie ebenso malzig wie hopfenherb. Hinzu kommt eine säuerliche Note und eben ein gewisses Raucharoma. Dieses hält sich allerdings relativ bedeckt und lässt so mehr Raum für etwas Karamell, Honig und Süßholz. Für mich eher eine Einsteiger-Rauchbier, das zeigt, dass nicht jedes Rauchbier auch den typischen Salami-Geschmack haben muss.

| 10 Pkt. (2-)

https://insel-brauerei.de/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

569. De Molen Piña PocoCoco

Nach halbwegs überstandenem Hexenschuss und Mittelohrentzündung möchte ich zum Wochenende endlich mal wieder ein Bier genießen.
Ausgesucht habe ich mir eine Berliner Weisse der Brouwerij de Molen. Doch es ist keine normale Berliner Weisse, sondern fast schon ein Bier-Cocktail. Denn hinzugefügt wurde mit Ananas und Kokos die typischen Zutaten der Piña Colada.
Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Berliner Weisse
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Kokosnuss, Ananas, Milchsäure, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bodegraven (Niederlande)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Die Berliner Piña Colada Weisse kommt insgesamt milder daher als erwartet. Es dominiert ein säuerlich-süßer Geschmack nach Frucht und Vanille bzw. Kokos. Das Malz wirkt etwas trocken, der Hopfen eher würzig-herb und die Hefe ist ungewöhnlich bananig zu schmecken. Der Bitter-säuerliche Abgang lässt dann aber doch wieder an eine klassische Berliner Weisse erinnern. Alles in allen eine interessante Variation, die auch ein wenig die Säure reduziert. Dennoch hätte ich gern noch mehr Piña Colada gehabt.

| 10 Pkt. (2-)

https://brouwerijdemolen.nl/brouwerij/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

568. Leffe Royale Whitbread Golding

In Zeiten des Megxit passt mein heutiges Bier sehr gut zu den jüngsten Schlagzeilen. Gefunden habe ich es im hiesigen Getränkemarkt.
Es handelt sich um ein nicht näher spezifiziertes belgisches Starkbier der Marke Leffe, die zum ABInBev-Giganten gehört. Neben der typischen Verwendung von Zucker befindet sich auch Mais und unvermälzte Gerste im Bier. Der Name des Bieres entstammt der Hopfensorte, die dort Verwendung findet.
Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Belgisch Starkbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Gerste, Mais, Zucker, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Dinant (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
2012

Fazit

Ein doch interessantes Geruchs- und Geschmackserlebnis. Auch wenn eine trocken-herbe Bittere alles überlagert sind die hefigen, malzig-süßen Noten von Karamell, bis Lakritz schmeckbar. Insgesamt ist es sehr vollmundig mit einem leichten Alkoholaroma. Wäre also die herbe Bittere (oder bittere Herbe) nicht, wäre es durchaus ein sehr gutes Bier.

| 11 Pkt. (2)

https://leffe.com/nl/leffe-whitbread-golding

Prost & guten Abend ! 🍻

 

567. AndUnion Sunday Easy Pale Ale

Passend zum Sonntag gibt es für mich heute das Sunday Easy Pale Ale der 2007 entstandenen Münchener Craftbeer-Marke AndUnion. Die mit bayrischen Familienbrauereien zusammenarbeitenden Bierenthusiasten sind vor allem durch das minimale aber dennoch (farblich) auffällige Flaschen- und Dosendesign bekannt.

Und gerade, weil man ja oft am Sonntag schon wieder an die kommende Arbeitswoche denkt, bitte folgender Hinweis:

„DON’T LET MONDAYS RUIN YOUR SUNDAY.“

>Danke an Nils für das Bier<

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . München
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Während das easy-like-Sunday-Morning Pale Ale in der Nase noch kräftig daherkommt, ist es auf der Zunge schon deutlich milder. Eine leichte Herbe und dezente Fruchtigkeit dominieren die keine bis kaum merkliche Bittere. Die grasige Grundnote setzt sich im heuartigen Abgang fort. Für mich nicht unbedingt ein Überflieger-Bier, aber gerade zum Craftbier-Einstieg, zum Entspannen oder wenn es mal etwas mehr sein soll ist es gut geeignet.

| 12 Pkt. (2+)

https://www.andunion.com/de/product/sun-day/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

566. AleMania 19th Century India Pale Ale

Auch mein zweites Bier in 2020 eignet sich hervorragend zum Start des neuen Jahrzehnts. Denn Mit dem 19th Century IPA hat Fritz Wülfing – Bonner Craftbeer Pionier und Kopf der Marke AleMania – versucht ein IPA mit einer fast zweihundert Jahre alten Rezeptur zu brauen. Dabei hat er neben zwei alten Hopfensorten auch eine historische Gerstenmalzsorte aus dem Hut gezaubert:

„Eine einmalige Spezialität: Historisches Chevalliermalz (1832) gepaart mit den (alten) Hopfensorten East Kent Golding (1838) und Fuggles (1861). So kann ein IPA im England des 19. Jahrhunderts geschmeckt haben.“

19th Century IPA

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  13,5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bonn
Erscheinungsjahr. . .
2019

Fazit

In der Tat könnte einem das Bier in die Zeit zurückversetzen. Auch wenn es heutzutage immer schwieriger wird historische Geschmacksprofile nachzuahmen, scheint das 19th Century IPA gewisse Authentizität mitzubringen. Es ist weitaus spritziger und schärfer als die mit heutigen Zutaten eingebraute IPAs. Auffällig ist eine Dominanz von zitrusfruchtigen, würzigen und bitter-hopfig-herben Aromen. Erst in zweiter Reihe folgen heuartige, erdige sowie leicht buttrige Nuancen. Dennoch schmeckt mir persönlich ein modernes IPA einfach besser, da es mehr Harmonie und Aromabreite bietet.

| 11 Pkt. (2)

https://www.alemaniabonn.de/unser-bier/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

565. Stiegl Paracelsus glutenfrei

Das erste Bier im neuen Jahrzehnt hat mir Nils noch im letzten Jahrzehnt mitgebracht. Den großen Bruder – das Paracelsus Zwickel – hatte ich bereits auf der Bierbörse 2017 proBiert. Die glutenfreie Edition wartet jedoch mit einer interessanten Zutat auf. Da das Bier nicht – wie sehr oft üblich – mit künstlichen Enzymen glutenfrei gemacht wird, wird es hauptsächlich aus Braunhirsemalz gebraut. Zudem ist das Bier 100% bio.

Benannt nach dem Salzburger Arzt:

„Bier ist eine wahrhaft göttliche Medizin!“

Sehr passend also für meinen Dekadenstart – will ich neben meinem 12-Korn-Bier auch irgendwann mal ein glutenfreies Bier rein aus natürlichen Zutaten brauen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Zwickl
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Braunhirsemalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Salzburg (Österreich)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Während es in der Nase noch sehr nussig und bestenfalls gemüsig daherkommt, wirkt es auf der Zunge weit weniger außergewöhnlich, was angesichts des großen Anteils der Braunhirse relativ verwunderlich ist. Im Vergleich zu einem „klassischen“ Zwickl, welches im Bierstil schon viele Variationen zulässt – wirkt es dennoch interessant anders ohne dabei gleich ins Extreme zu gehen.

| 11 Pkt. (2)

https://www.stiegl.at/de/biere/klassiker/stiegl-paracelsus-glutenfrei

Prost, guten Abend und frohes neues Jahr 2020! 🍻🎆

 

564. BrewDog vs. To Øl Mercurial Mælk

Mein letztes Rezensions-Bier in diesem Jahr und damit auch Jahrzehnt habe ich kürzlich wieder mal im Bad Godesberger P&M erstanden. Es hat mich vor allem aufgrund seiner interessanten Zutatenliste überzeugt. Denn in diesem Imperial Chocolate Milk Stout stecken neben Weizen und Haferflocken auch Kakaochips und Laktose – also Milchzucker. Gebraut wurde das Mercurial Mælk von dem schottischen „Craftbeer-Primus“ in Kollaboration mit dem bekanntesten dänischen Craftbeer-Export To Øl.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Imperial Milk Stout
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Weizen, Haferflocken, Kakao, Hopfen, Laktose, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 12,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Ellon (Schottland)
Erscheinungsjahr. . .
2019

Fazit

Selten habe ich ein derart passendes und gutes Bier gleichzeitig getrunken. Schon beim Eingießen ist die cremige Öligkeit erkennbar, die sich wie eine wärmende Decke in der Mundhöhle ausbreitet. Noten von dunklem Malz, Zartbitter wie Vollmilchschokolade, Süßholz, Honig und Vanille vereinen sich in einer ausgesprochen schmackhaften Komposition. Leicht würzige und bittere Aromen geben dem Schoko-Milch-Stout darüber hinaus den nötigen Pepp. Von den über zwölf Umdrehungen ist dabei so gut wie nichts zu spüren. Selten passte der Spruch „last but not least“ also besser.

| 14 Pkt. (1)

https://www.brewdog.com/blog/brewdog-vs-to-ol/

Prost, guten Abend und guten Rutsch ins neue Jahr 2020! 🍻🎆

 

563. Dubuisson Bush de Noël

Mit dem heutigen Bier wünsche ich allen Lesern schon mal vorab ein schönes und leckeres Weihnachtsfest.

Beim Bush de Noël handelt es sich um das stärkste Weihnachtsbier Belgiens. Zudem kommt es aus der ältesten Brauerei der Wallonie. 1769 gegründet ist diese nicht nur bis heute in ein und derselben Familienhand, sondern feiert in diesem Jahr das 250-jährige Bestehen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Belgisches Starkbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Zucker, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 12%
Herkunft. . . . . . . . . . . Pipaix (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
1991

Fazit

Passend zur kalten (wenn auch hierzulande eher nassen) Jahreszeit wärmt dieses belgische Starkbier von innen. Eine Komposition aus dunklen Malzen und Früchten, holzigen Röstaromen sowie Karamell und Bonbon, begleitet von einer öligen aber spritzigen Textur wird unterstrichen von einer deutlich spürbaren Alkoholnote. Die zwölf Umdrehungen sind einfach nicht zu leugnen und wirken sich nicht gerade positiv auf die Drinkability aus. Zudem fehlt es mir auch etwas an Balance, sodass das Bier etwas unrund wirkt.

| 12 Pkt. (2+)

https://www.dubuisson.com/en/our-beers/bush/bush-de-noel-description/

Prost, guten Abend und frohe Weihnachten! 🍻🎄

>>>Übrigens: Der Name des Bieres ist nicht zu verwechseln mit dem Bûche de Noël – einem französischen Weihnachtsgebäck.

 

562. Veldensteiner Bierwerkstatt 2019 New England IPA

Kurz vor Weihnachten und damit dem Ende des Jahres möchte ich nochmals das ein oder andere Bier aus dem Fundus holen.

Heute am Start die 2019er Ausgabe der Bierwerkstatt-Reihe von Veldensteiner. Seit einigen Jahren bringt die Brauerei an der mittelfränkischen Pegnitz im Oktober eine neue limitierte Bierspezialität auf dem Markt. Dieses Jahr handelt es sich um ein New England IPA. Dieses folgt dem Trend, der eigentlich schon im vorherigen Jahr gestartet ist und sich dieses Jahr mit der Anerkennung dieses neuen Bierstils manifestiert hat. Ein NEIPA ist im Vergleich zu einem normalen India Pale Ale fruchtiger und vollmundiger im Geschmack.

Und hoffentlich wirkt das Bier, das ich als Geschenk von Kollegen erhielt, auch gesundheitsfördernd. Schließlich plagt mich schon seit Tagen eine leichte Erkältung.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . NEIPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Neuhaus an der Pegnitz
Erscheinungsjahr. . .
2019

Fazit

In der Tat kommt das NEIPA sehr fruchtig daher. Ich rieche und schmecke vor allem Melone, Litschi und Zitrusfrüchte heraus. Zudem kommen herbe heuartig Aromen zum Vorschein. Der geringe Malzanteil und die recht hohe Bittere sind ebenfalls keine Überraschung. Für meinen Geschmack hätte es noch etwas ausgeprägter in den Spitzen sein können, aber ansonsten ein mehr als solide Sonderedition.

| 11 Pkt. (2)

https://www.veldensteiner.de/index.php/aktuelles2/articles/veldensteiner-bierwerkstatt-2019.html

Prost & guten Abend! 🍻

 

560. Kasteel Barista Chocolate Quad

Das dritte Bier im Bunde der aus dem hiesigen Getränkemarkt erworbenen kommt ebenfalls aus dem Hause Kasteel van Honsebrouck. Es handelt sich um ein Quadrupel, dem stärksten belgischen Bierstil. Leider wurden dem Bier auch Aromastoffe zugesetzt. Das hält mich aber nicht davon ab es zu proBieren.

„Ein einzigartiges Spezialbier, die jeder Bierliebhaber probieren muss.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Quadrupel
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Zucker, Aromen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 11%
Herkunft. . . . . . . . . . . Izegem-Emelgem (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

In der Nase ein Mix aus Kaffee, Zartbitter und Butterkaramell – am Gaumen ein cremig-öliges und vollmundiges Geschmackserlebnis nach leicht bitterem aber vor allem süßem Schokoladenmalz, bei dem die 11 Umdrehungen so gut wie nicht hervorkommen. Nimmt man die ganz leicht penetrante Süße heraus, eigentlich also ein empfehlenswertes Bier. Dennoch bleibt es im Unklaren, wie viel vom Geschmack durch Aromen erzeugt wurden und wie viel von natürlichen Zutaten. Ich brauche weder schlechtes Handwerksbier noch leckeres Industriebier, dem nachgeholfen wurde. Deshalb die recht strenge Bewertung.

| 9 Pkt. (3+)

https://www.vanhonsebrouck.be/biere/by-kasteel/barista-chocolate-quad/?lang=de

Prost & guten Abend! ?