Januar 5 2016

5. Bayreuther Hell

Die Frage, die ich mir vor meinem ersten Beitrag in diesem Blog gestellt habe, ist die Frage, was ich mit einer kühlen Flasche bzw. einem kühlen Glas Bier verbinde.

Sofort schießen mir drei Begriffe durch den Kopf – Genuss, Gemütlichkeit und Feierabend. Und daher habe ich ein Bier gewählt, was ich seit mittlerweile 6 Jahren mit diesen drei Begriffen direkt in Verbindung bringe. Das Bayreuther Hell. An einem warmen Sommerabend im August 2009 habe ich dieses Bier kennengelernt. Die erste Woche als Auszubildender im Sommer 2009 war hart und ich sehnte das Wochenende herbei. Grillabend bei meinem besten Kumpel. Also ging es Freitag nach Feierabend zeitnah mit dem Rad los. Selbstbedienung war angesagt und ich öffnete den Kühlschrank. Verwundert sah ich meinen Kumpel an und er antwortete nur kurz und knapp: „Das hatte Vater noch im Keller“… Es wurde ein genüsslicher und gemütlicher Feierabend!

Ich muss gestehen, dass ich mich nicht mehr an jedes geschmackliche Detail erinnern kann. Dadurch, dass ich mit Bier aber nicht immer eine geschmackliche Explosion oder ein kulinarisches Erlebnis verbinde, sondern oftmals einfach ein nettes und entspanntes Beisammensein, war die Wahl für meinen ersten Beitrag schnell klar.

Jetzt aber genug für die Bier-Romantiker…

Das Etikett und die Aufmachung der Flasche ist klassisch. Das Etikett zeigt das Emblem des Bayreuther Brauhauses. Im unteren Teil des Etikettes ist „Streng nach dem bayrischen Reinheitsgebot gebot gebraut“ zu lesen. Auf der Rückseite liest man den Alkoholgehalt von 4,9% und die Zutaten Wasser,Gerstenmalz und Hopfen. Darunter der Satz: „Unser echt bayerisches Hell, ehrlich, frisch, würzig aus dem Bayreuther Brauhaus“. Einen Satz den es natürlich zu belegen gilt. Die bauchige Form der Flasche versetzt einen direkt in einen Bayreuther Biergarten.

Bayreuther Hell

Das Bayreuther Hell riecht stark malzig mit einer hopfigen Note. Nach dem Eingießen fällt direkt die gelbgoldene Farbe auf. Die Schaumkrone hält leider nicht wirklich lange. Insgesamt ein geschmackvoller Anblick, eine große Überraschung sucht man allerdings vergebens.

Die Mischung zwischen Würze und Süße ist sehr harmonisch und der Kohlensäuregehalt ist angenehm. Insgesamt sehr frisch und rund. Die angesprochene Harmonie zwischen Würze und Süße ist im Antrank wie im Abgang zu erkennen.

Abschließend meine Bewertung:

Flasche: 2

Bier im Glas: 3+

Geruch: 3

Geschmack: 2

Abgang:2-

Fazit: 2-

 

Abschließend lässt sich sagen, dass das Bayreuther Hell hält was es verspricht. Es ist ein erfrischendes und würziges Bier, was sich gut gekühlt einfach entspannt genießen lässt. Sicherlich kein Bier für Exoten. Einige würden den Geschmack eventuell auch als „langweilig“ zusammenfassen, jedoch verbinde ich mit diesem Bier einen entspannten und gemütlichen Feierabend!

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Januar 4 2016

4. Wieselburger Bier – Von OWL nach Bayerisch-Schwaben und noch viel weiter.

Wieselburger Bier: Das Stammbräu:

Tag 4. des Bewertungsmarathon im Jahr des Qualitätsprädikats schlechthin sollte im Zeichen des süddeutschen Bieres stehen. Nach 2 Wochen Zweitheimaturlaub in OWL kehrte der Verfasser am heutigen Tag an die Stätte seines Wirkens zurück. Somit lag die Prüfung eines der vorzüglichen Biere ausgezeichneter Qualität aus dem Augsburger Umland sehr nahe, nachdem die Verkostung der OWL-Spezialität „Barre-Bräu“ (hier verlasse ich mich auf unsere Außenstelle in Osnabrück) zeitbedingt ausgefallen war.

Doch es kam anders: Sowohl Kühlschrank als auch Keller waren leer. Lediglich ein Mitbringsel aus dem ersten kurzen Skiurlaub im Dezember 2015 in Österreich fand sich dort. Das

Wieselburger Bier: Das Stammbräu

Kurzerhand wurde dieses zur Verkostung herangezogen. Schließlich handelt es sich ebenfalls um ein Brauprodukt süddeutscher Herkunft.  😉

Doch Deutschland ist nicht Deutschland bzw. Österreich: Mit den österreichischen Bieren ist es so eine Sache….. somit auch hier:

 

Die Geschichte:

Die Biertradition von Wieselburg reicht bis ins Jahr 1650 zurück. Als Gründung wird aber das Jahr 1770 angesehen, als Josef Schauer die Brauerei kaufte. Bereits 1811 wurde sie erweitert und nachdem die Brauerei 1823 an Franz Schauer ging, erwarb sie Nepomuk Mutzer.

1858 wurde die Brauerei Wieselburg durch einen Brand beschädigt. 1860 ging das Unternehmen an Josef Riedmüller, welcher das Areal stark erweiterte. 1888 kam der heutige Braugasthof dazu. 1912 wurden unter anderem die Brauereien in Krems, Kröllendorf, Melk und Pottenbrunn gekauft.

Bei der Gründung der österreichischen Brau AG, dem Vorgänger der Brau Union Österreich AG 1925 trat auch die Brauerei Wieselburg in die Gesellschaft ein.

Zwischen 1971 und 1973 wurde der Betrieb durch Neubauten stark modernisiert und war damals eine der modernsten Brauereien Europas.

Quelle: Wikipedia (hier darf ich das)

Grunddaten:

Wieselburger Bier_Das Stammbrau Charakteristika

Auch wenn es nicht so schmeckt und nicht so aussieht: Es handelt es sich hier um ein Bier pilsener Brauart mit relativ viel Alkohol und Stammwürzgehalt. Beide Werte decken sich eher mit dem Geschmack, denn mit der Bezeichnung.

Flaschendesign:

Die Flasche gefällt und spricht  an. Deshalb landete sie wohl auch im Einkaufswagen: So wird eine altdeutsche Traditionsverbundenheit ausgedrückt, die sich nicht zuletzt in der hochwertigen Bügelflasche (ja meist sind es wirklich die zumindest teureren Biere) und dem abgedruckten Abbild seit Äonen verstorbener Braugesellen und Meister zeigt. ==> Der traditionsverbundene Genießer möchte hier zugreifen:

12 Punkte

Wieselburger_Flasche

Im Glas:

Auch im Glas macht das Bier eine gute Figur: Vollmundig, leicht bernsteinfarben (Würze+ Alkoholgehalt) jedoch mit etwas geringer Schaumbildung:

11 Punkte

Wieselburger Glas

Geruch:

Auch der Geruch des Bieres verspricht einiges: die beschriebene Vollmundigkeit setzt sich hier fort. Sowohl die recht stark vorhandene Hopfennote als auch der reichliche Malzgehalt formen hier das Bedürfnis zu trinken. Leicht metallischer Geruch gibt geringe Abzüge:

11 Punkte

Geschmack:

Soweit, so gut! Doch dann passiert es: Man trinkt den ersten Schluck und fragt sich: Das soll ein Pils sein?! Geschmacklich werden eher Erinnerungen an „Duckstein“ wach.  Hopfig wie ein herbes Pils, gleichzeitig malzig und vollmundig….. doch zu keinem Zeitpunkt süffig. Eine Flasche ist trinkbar, doch schon nach der Hälfte hat man genug. Auch werden Erinnerungen an einen leichten Bock wach. Was immer es ist: Es ist kein süddeutsches (oder niederösterreichisches) Pils, die im Gegensatz zu den nördlicheren Varianten oftmals eine gewisse Süffigkeit beibehalten. Hier verliert das Bier!

7 Punkte

Abgang:

Der Abgang ist wie der Geschmack: Zu bitter (nicht lecker herb) zu würzig…. zu komisch.

7 Punkte

Gesamtbewertung und Fazit:

Letztlich sind Flaschenoptik und Geruch nicht entscheidend, der Geschmack ist es: Dennoch können handwerkliche Qualität, Darstellung und Geruch einen kleinen Bonus erreichen:

Somit muss hier eine Gesamtpunktezahl von 8 Punkten (3) vergeben werden.

Bei dem Bier handelt es sich um einen waschechten Österreicher: Qualitativ hochwertig, gut gebraut. Aber irgendwie merkwürdig. In der geschmacklichen Bewertung ist die Subjektivität des Verkosters & Verfassers selbstverständlich zu berücksichtigen.

Wer würzig vollmundiges Bier mit sowohl ausgeprägtem Hopfengeschmack, als auch Malzaroma testen will, ist hier sicherlich richtig.  Die deutschsprachige Bierlandschaft ist in jedem Falle Nach wie Vor vielfältig!

Wieselburger Bier_ Das Stammbräu Bewertung

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Januar 3 2016

3. Störtebeker Stark-Bier

Wer kennt ihn nicht? Diesen sagenumwobenen Seeräuber Klaus Störtebeker, der einst Amerika entdeckte und die Magellanstraße fand. Nebenbei erfand er das Rad, mit dem es möglich wurde, dass Schiffe auch an Land fahren konnten.

Und weil dieser Klaus Störtebeker ein so großartiger Mann war, benannte sich ihm zu Ehren die „Stralsunder Brauerei“ im Jahre 2011 in „Störtebeker Braumanufaktur“ um. Neben dem Stralsunder Bier braut die Störtebeker Braumanufaktur auch das – haltet euch fest – Störtebeker!

Das Störtebeker gibts es in wahnsinnig vielen verschiedenen Biersorten. Das Repertoire erstreckt sich vom klassischen Pils und Keller-Bier über das Atlantik-Ale und Bernstein-Weizen bis hin zu ungewöhnlicheren Sorten wie das Whisky-Bier oder das Glüh-Bier. Eigentlich macht mich sowas immer etwas skeptisch. Genau wie Pizzerien, die 250 verschiedene Pizzas und zusätzlich noch Döner, Burger und Fischgerichte im Angebot haben. Aber hier muss ich ein großes Kompliment aussprechen: Alle Biere (zumindest die, die ich probiert habe) schmecken klasse!

Was ich auch sehr schön finde: Jedes Bier hat einen eigenen kleinen Steckbrief auf der Rückseite der Flasche. Dort werden die Eigenschaften des Bieres beschrieben und Angaben zum verwendeten Malz, zur Hefe und zum Hopfen gemacht. Außerdem ist auf der Flasche nicht nur der Alkoholgehalt vermerkt, sondern auch die Stammwürze und die optimale Genusstemperatur. Das alles macht sofort Lust, das Bier nicht nur zu trinken, sondern es sich auf der Zunge zergehen zu lassen und sich bewusst mit dem Geschmack und Geruch zu beschäftigen.

Der liebe Markus hat uns in der Weihnachtszeit eine sogenannte Schatztruhe von Störtebeker mitgebracht. Darin sind sehr viele verschiedene Biersorten enthalten. Mitunter Biere, die nicht nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut sind, wie zum Beispiel das Glühbier (dem Wintergewürze zugesetzt sind). Der Großteil der Biere ist aber nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. So auch das Stark-Bier. Und genau zu dem möchte ich ein paar Worte verlieren.

Flasche Vorderseite Flasche Rückseite

Die Flasche des Stark-Bieres ist, wie die Flaschen aller Störtebeker-Sorten, mit einem sehr schönen Artwork gestaltet. Auf der Vorderseite ist ein großes Segelschiff abgebildet. Ich vermute, das ist das Schiff, mit welchem Klaus Störtebeker einst den Chinesen den Tee brachte. Auf der Rückseite der Flasche sind die Eigenschaften des Stark-Bieres vermerkt: Alkoholgehalt 7,5%, Stammwürze 16,9%, Genusstemperatur 20 Grad Celsius, außerdem Beschreibungen in Prosa. Zu lesen ist unter Anderem „(…) kräftiges Duftspiel von Bitterschokolade und Kaffee (…)“ und „Lange kalte Gärung mit untergäriger Hefe lässt 7,5% Alkohol entstehen, der den Körper wohlig wärmt“.

Nachdem man diese Dinge gelesen hat, fühlt man sich wie der größte Gourmet.

Also gourmet-artig ran ans Werk! Nach dem Öffnen der Flasche habe ich natürlich erstmal dran gerochen und abgewartet, bis der Duft alle meine Nasen-Geschmacks-Knospen erreicht hat. Wie Gourmets das halt so machen. Gerochen habe ich wenig vom Alkohol, dafür viel von der Süße (wenn auch keine Nuancen von Bitterschokolade und Kaffee, was ich aber nicht weiter schlimm fand). Dann habe ich das Bier in ein Glas geschenkt. Sehr überrascht war ich von der tief-schwarzen Farbe, die sich nur dann zu einem wunderschönen tiefen Rot wandelte, wenn man das Glas vor eine sehr helle Lampe hielt. Dann der erste Schluck. Und zur Sicherheit direkt ein zweiter. Malz! Ein sehr starker Malz-Geschmack. Lecker! Dann ein dritter Schluck, um nochmal auf die Suche nach der Bitterschokolade und dem Kaffe zu gehen. Auch hier nichts. Fand ich aber weiterhin nicht schlimm. Nach ein paar weiteren Schlücken spürte ich dann auch die wohlige Wärme im Körper. Auch wenn man den (erhöhten) Alkoholgehalt nicht so deutlich geschmeckt hat, ist er anscheinend doch da.

Hier meine Bewertung (in Schulnoten):

Flasche: 1
Bier im Glas: 1-
Geruch: 3
Geschmack: 2
Abgang: 2-
Fazit: 2

Alles in Allem bin ich sehr begeistert von dem Störtebeker Stark-Bier. Wie auch von allen anderen Sorten.

Aber das soll an anderer Stelle erzählt werden.

Januar 3 2016

2. Löwenbräu Original – Ein Bier wie München

Das erste Mal ist immer „was Besonderes“ und so musste ich in diesem Zusammenhang gleich an meinen ersten bewussten Bierkonsum denken. Das ist mittlerweile auch schon ganze 12 Jahre her und war auf dem 16. Geburtstag einer Freundin (ich war 15). Für ca. 12 Leute gab es damals eine ganze Kiste Bier (wenige Monate später war dies undenkbar),  natürlich unter elterlicher Aufsicht. Allerdings waren damals alle nach 1-2 Bieren schon gut drauf (auch dies sollte sich rasch ändern). Damals stand eben jenes Löwenbräu Original im Kühlschrank was ich heute als Anlass für meinen ersten Beitrag nehme.

loewenbraeu-originalQuelle: Bier-Index.de

Geschichte

Die Geschichte der Brauerei reicht wahrscheinlich bis ins 14. Jh. zurück, zum ersten Mal erwähnt wurde ein Bierbrauer in der „Löwengrube“ in München jeodch 1524. Der Name Löwenbräu tauchte zum ersten Mal im Biersudverzeichnis der Stadt München von 1746/47 auf und ist benannt nach eben jenem ersten Braukeller in der Löwengrube 17. Heutzutage gehört die Löwenbräu AG zu „InBev“ dem größten Bierbraukonzern der Welt und stellt neben der Marke Löwenbräu u.a. Spaten sowie Franziskaner her.

Grunddaten

Löwenbräu_Grunddaten

Nach Kategorisierung des BJCP (Beer Judge Certification Program) handelt es sich beim Löwenbräu Original um ein Helles Lager, genauer gesagt um ein Münchner Helles. Lager ist im englischsprachigen Raum der Begriff für alle untergärigen Biere. Untergärig heißt, dass der Gärprozess bei einer Temperatur von 4-9°C stattfindet (Obergärig 15-20°C). Vor der Erfindung der Klimaanlage hing es im Übrigen von der Außentemperatur ab ob untergärig oder obergärig gebraut wurde. Münchner Helles zeichnet sich dabei durch seinen nicht zu süßen malzakzent mit unterstützender Hopfenbitterkeit aus. Mit 11,8% Stammwürze (Münchner Helles zwischen 11,2% und 12,8%) und 5,2% Alkoholgehalt (Münchner Helles 4,7% bis 5,4%) kann man es durchaus als gehaltvoll bezeichnen. Die Stammwürze bestimmt nebenbei bemerkt wesentlich den Nährwert sowie den Alkoholgehalt eines Bieres und wird in Grad Plato °P angegeben.

Wertung

Kommen wir nun zur Hauptangelegenheit unseres Blogs. Als ich damals zum ersten Mal Bier trank fand ich dieses Bier großartig. 12 Jahre später finde ich es immer noch solide, würde es mir aber nicht als Stammbier für zu Hause zulegen. Der Grund hierfür ist ganz einfach, dass das Bier zu herb für meinen Geschmack ist. Die Charakterisierung des Münchner Hellen Lagerbiers, insbesondere der Teil bezüglich der Hopfenbitterkeit trifft hier voll zu.

Bei der Weinprobe gibt es das 50 Punkte-System: 5 Auge – 15 Nase – 25 Mund – 5 Gesamteindruck. Ähnlich wollen wir hier vorgehen. Auf einer Skala von 1-10 (1 = miserabel, 10 = exzellent) werden wir verschiedene Kategorien bewerten und am Ende ein Gesamtfazit ziehen.

Löwenbräu_Wertung

Flaschendesign: Die Farbgebung des Etiketts mit hellblau, dunkelblau und gold integriert u.a. das blau Oberbayerns und ist insgesamt sehr harmonisch und gelungen. Zudem ist der Löwe als Wappentier der Brauerei ein echter Eye-Catcher welcher auch den Kronkorken ziert. Die Flasche selbst ist eine handelsübliche 0,5 l Flasche in braun und nichts besonderes: 10 Punkte / Note: 2-

Bier im Glas: Eingeschenkt hält es nicht ganz was es verspricht, der Farbton ist etwas dunkler wie ich mir das insgesamt vorgestellt habe: 8 Punkte / Note: 3

Geruch: Schon am Geruch kann man den eher herben Charakter erahnen was mich gleich etwas abgeschreckt hat. Insgesamt ist er jedoch angenehm fruchtig-würzig, relativ frisch und sehr angenehm: 9 Punkte / Note: 3+

Geschmack: Leider ein kleiner Abfall hier, da „ein Bier wie München“ doch nicht ganz so herb sein sollte meiner Meinung nach. Zugegeben, wenn man „ein Bier wie München“ will muss man wahrscheinlich das Weißbier probieren. Die Bitterkeit sticht mir im Vergleich zur Süße jedoch zu stark heraus. Der Kohlensäuregehalt ist in Ordnung für ein Lager, nicht zu stark was dem Geschmack etwas zu gute kommt: 7 Punkte / Note: 3-

Abgang: Der Abgang ist überraschenderweise etwas besser und es bleibt ein angenehmer Nachgeschmack der eher dem fruchtig-würzigen Geruch entspricht und nicht dem herberen Geschmack: 8 Punkte / Note: 3

Gesamtfazit: Aus meiner Sicht für ein Münchner Bier etwas enttäuschen und nicht ganz mein Geschmack. Es gibt aber deutlich schlechtere Biere und da es sich um ein Lager, Münchner Helles handelt und auch das Bier (fast) alle Kriterien erfüllt würde ich sagen hin und wieder durchaus trinkbar, mein Hausbier wird es jedoch sicher nicht: Insgesamt 8 Punkte / Note: 3

Prost und bis zum nächsten Mal!

P.S. Fun Fact: Die Band „Mötley Crüe“ hat ihren Bandnamen mit Umlauten versehen, da Löwenbräu zum Zeitpunkt der Gründung das Lieblingsbier der Band war.

Quellen:

Löwenbräu.de

BJCP.org

Wein-Plus.eu

 

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Januar 1 2016

1. Bönnsch

Herzlich Willkommen und bierige Neujahrs-Grüße vom Herr über aktuell etwa 1700 Kronkorken aus Brühl.

Beginnen wollen wir dieses historische Jahr mit einer noch recht unbekannten Bierspezies. Als erstes zu präsentierende Bier habe ich mir das sogenannte „Bönnsch“ ausgewählt. Ein Bier, welches deshalb so einzigartig ist, da es das einzige seiner Art ist. Präziser formuliert, gibt es kein weiteres (mir bekanntes) Bier, welches ebenfalls diesem Biertyp „Bönnsch“ zugeordnet werden kann. Um es dennoch in die bekannten Biertypen einzuordnen, könnte man es als lokaltypischen obergärigen Zwitter zwischen Kölsch und Hefeweizen verstehen. Als eines von nur noch drei verbliebenen Bonner Brauhäusern, wird das Bönnsch seit 1989 in der gleichnamigen Brauerei produziert und wie folgt selbst beschrieben:

„Unser Bönnsch ist ein obergärig gebrautes Vollbier, welches nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 gebraut wird. Es ist naturtrüb und beinhaltet die wichtigen Vitamie B2, B6, B12 sowie Aminosäuren und Spurenelemente.“

Nach vielen Jahren des reinen Hausauschanks, wurde erst im letzten Jahr – nach einem Generationenwechsel in der Brauereiführung – auch die Flaschenabfüllung eingeführt. Der Vertrieb steckt jedoch noch in den Kinderschuhen, sodass das Bönnsch derzeit nur in wenigen gut sortierten Lebensmitteleinzelhandlungen in Bonn und Bornheim zu finden ist.

Steckbrief:1_Bönnsch-Steckbrief

Bewertung:

1_Bönnsch

  • Flaschendesign + Kronkorken

Auf die Standard 0,33l-Longneck-Flasche ist ein schlichtes dreifarbiges Etikett geklebt, welches durch den altdeutsch angehauchten Schriftzug „Bönnsch“ einen altertümlichen Eindruck vermitteln soll. Angelehnt an das Logo der Stadt Bonn „Stadt. City. Ville.“ ist die Botschaft auch in drei Wörtern zusammengefasst: „Bier. Bönnsch. Naturtrüb.“ Seit einigen Monaten existiert auch ein individueller Kronkorken, mit dem markanten „Bönnsch-B“ im Zentrum.

  • Aussehen

Wie im obigen Bild erkenntlich ist das Bönnsch insgesamt recht hell und durch die vereinzelten Hefeschwebstoffe leicht naturgetrübt. Je nach Glas erhält man nach Einschank eine normale bis geringe Schaumbildung. Im Brauhaus selbst wird das Bönnsch in einem eigens kreierten Bönnsch-Glas (mit Fingereinkerbungen) ausgeschenkt.

  • Geruch

Im obigen Bild nicht erkennbar ist der hefige leicht malzige Geruch. Meiner Ansicht nach etwas zu unauffällig.

  • Geschmack

In der wohl wichtigsten Bewertungskategorie „Geschmack“ wird der hybride Charakter des Bönnsch zwischen Hefeweizen und Kölsch klar deutlich. Eine gleich große süffige wie herbe Komponente verschmelzen sich im Mund. Der intensive Geschmacksköper hebt sich dabei von den bekannten „Industriebieren“ ab. Besonders markant ist auch die tiefe Malznote und – hervorgerufen durch den Hefeanteil – ein leicht süßlicher Beigeschmack. Im Abgang zwar eher dezent, aber etwas herber als der Ersteindruck. Auch hier wird nochmals der einzigartige starke Charakter eines noch hausgebrauten Bieres schmeckbar.

  • Fazit

Als Fan von hausgebrauten Bieren und lokalen Brauereien war mir das Bönnsch schon bei ersten Mal sympathisch. Seit letztem Jahr in Bonn berufstätig, hatte ich mich zu Beginn gefragt, warum dort fast überall nur Kölner Kölsch ausgeschenkt wird, wo Bonn doch auch eine sehr individuelle Historie zu bieten hat. Bei der Suche nach Bonner Bieren ist mir dann das Bönnsch über den Weg gelaufen, welches sich als einziges Bonner Lokalbier der Kölner Übermacht gegenüberstellt.

In seiner Art einmalig und im Geschmack charakterstark, vergebe ich dem Bönnsch als Gesamtnote deshalb eine 2+ bzw. 12 Punkte.

1_Bönnsch-Bewertung

Weitere Informationen zu finden unter:

http://www.boennsch.de/

In diesem Sinne auf ein leckeres Jahr 2016!

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