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Maiwoche Osnabrück

Am Pfingstsamstag hatte ich die Gelegenheit Alex und Nils in Osnabrück zu besuchen. Anlass war unter anderem der Besuch der dortigen Maiwoche. Das ist eine typisch Osnabrücker Veranstaltung um die feierfreie Zeit zwischen Ostern und den Sommerferien zu überbrücken. Seit den 1970ern wird dabei mit einer gewachsenen Anzahl an Gastro-Buden, Musikacts sowie weiterem Kulturprogramm dem nahenden Sommer gehuldigt. Weshalb die Maiwoche nun hier Erwähnung findet, liegt an der Tatsache, dass sie zum Anlass genommen wird verschiedenste Maiböcke (aber auch weitere Biere) anzustechen und auszuschenken.

Zuvor hatte ich mich hingegen mit zwei Kölsch „aufgewärmt“ (mussten weg):

XX_20160513_184530 XX_20160513_202239  Bierfacts:

  • Colonius Kölsch (4,8%)
    – das neue Netto-Kölsch (Markteinführung vor einigen Monaten)
    – gebraut von Sünner- allerdings nicht wirklich lecker
  • Dom Kölsch (4,8%)
    – alte Marke mit neuem Design, was mir im Übrigen sehr gefällt
    – die Dom-Brauerei ist seit vielen Jahren Besitzer des ehemaligen Brühler Giesler Kölsch
    http://domkoelsch.de/#gastro

Auf dem Weg zur Maiwoche gab´s dann noch zwei weitere mehr oder weniger Köstlichkeiten im bottled auf dem Adolf-Reichwein-Platz:

XX_20160514_162303 XX_20160514_170257Bierfacts:

Auf der Maiwoche selbst, welche sich über die gesamte Innenstadt Osnbrücks erstreckt, gab es dann folgende Spezialitäten:

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  • Herforder Maibock (6,6% / 16.4 °P / 63 kcal/100ml)
    – eines der bekanntesten (weil populär vermarkteten) Maiböcke aus Westfalen
    – auf dem Bild übrigens auch zu sehen: die Osnabrücker Maibowle – gehört wie das Maibock ebenso zur Maiwoche
    http://barre.de/produkte/biere/barre-pilsener
  • Rampendahl Spezial (5,2% / 12.5 °P)
    – aus der letzten Hausbrauerei Osnabrücks in der Hasestraße
    – die ereignisreiche Geschichte des Hauses geht bis in 1430 zurück, als der Anführer eines Ratsaufstandes, welche die Brauerei geründet hatten, hingerichtet wurde
    – wie die meisten anderen Biere von Rampendahl sehr empfehlenswert
    – im Hintergrund zu sehen: Das Osnabrücker Rathaus
    http://hohenfelder.de/unsere-biere/hohenfelder-pilsener-05-l/
  • Osnabrücker Pils (4,8%)
    – das ehemalige Osnabrücker Original
    – 1983 wurde die Osnabrücker Actien-Brauerei jedoch von Mehrheitsaktionär Oetker aufgelöst und der Dortmunder Actien-Brauerei zugeschlüsselt
    – Seither wird das Osnabrücker Pils in Dortmund gebraut und nur in wenigen Osnabrücker Gastronomien ausgeschenkt. In der Flasche ist es gar nicht zu bekommen.
    – im Hintergrund zu sehen: Die evangelische Marienkirche
    https://de.wikipedia.org/wiki/Osnabr%C3%BCcker_Aktien_Brauerei

Mehr Infos zur Maiwoche zudem unter: http://www.osnabrueck.de/maiwoche/start.html

Vielen Dank auf diesem Wege nochmals an Alex für die überaus köstliche Gastfreundschaft! 🙂

Holy Craft Beer Messe Walberberg

23. April 2016 – 500 Jahre deutsches Bierreinheitsgebot!

Um den gestrigen Tag der Tage auch gebührend zu begehen, half das Schicksal ein wenig mit. Denn just an diesem Wochenende fand die erste „Holy Craft Beer Messe“ in Bornheim Walberberg statt. Veranstaltungsort war die Domäne Walberberg. Eine historische Klosteranlage im Bornheimer Westen – ideal also für Brühler erreichbar. Die Ausstellung selbst fand in der ehemaligen Klosterkirche statt – deshalb der Zusatz „Holy“, auch wenn der Anblick einer Biertheke als Altar schon etwas gewöhnungsbedürftig war.

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Insbesondere vor dem Hintergrund des historischen Bierjubiläums, war es ein perfekter Zeitpunkt, um zu zeigen, was es auch noch jenseits von Bitburger, Krombacher & Co. gibt. Für mich und den anderen Markus war es aber auch einfach nur sehr schön um der deutschen und internationalen Biervielfalt zu frönen.

Folgende Aussteller gaben sich die Ehre:

Britische Biere BrauArt Düsseldorf_I Britische Biere BrauArt Düsseldorf_II

  • BeernerdBottleshop für Australische Biere aus Bielefeld
    (www.beernerd.de)

Prancing Pony Australia_I Prancing Pony Australia_II

Craftbeer Corner Coeln_i

Von FreudeDaneben gab es noch einen weiteren Stand mit diversen deutschen und internationalen (Craft-)Bieren. Außerdem standen an einer Stelle auch ausgewählte Hopfenpellets und Gerstenmalz zur Duft- und Fühlprobe bereit:

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Glücklicherweise war der Besucherstrom auch nicht übermäßig, sodass man tatsächlich auch die schiere Menge an über 200 unterschiedlichen Biere auf sich wirken lassen konnte. Egal ob deutsche, britische, niederländische, belgische, österreichische, estnische, dänische, norwegische, südafrikanische, US-amerikanische oder australische: Es war einfach herrlich eine derartige Vielfalt zu bewundern und zu probieren. Von sauer bis süß, salzig bis würzig, fruchtig bis kaffeeartig, von leicht bis schwer, von sanft bis bitter, von hell bis dunkel war alles dabei. Und es war wieder einmal der Beweis, dass das Reinheitsgebot wie es heute gilt, einer dringenden Reformation bedarf, damit endlich hochqualitative aber eben nicht Mainstream-Biere eine echte Chance haben. Neben der Verkostung von so vielen unterschiedlichen Biergeschmäckern, hatte man auch die Gelegenheit sich mit den Ausstellern ins Gespräch zu kommen. Dabei ließ sich nicht nur über Bier und Biervielfalt, sondern auch über die persönlichen Geschichten philosophieren.

Meine probierten Biere an dem Abend waren:

Außerdem hatte ich die Gelegenheit genutzt und mir ein paar australische und hamburgische Craft-Biere erstanden. Den Craftbeer Corner Coeln, der ja eigentlich in Hürth stationiert ist, werde ich demnächst mal ansteuern, um auch die vielen weiteren Biere, die ich nicht verköstigen konnte, genießen zu können. Die über 30 Kronkorken, die ich an den einzelnen Ständen ergattern konnte, rundeten den Abend sehr schön ab.

Hier einige Impressionen:

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Mein Fazit:
Es tut gut, dass die Craft-Bier-Bewegung nun auch in Deutschland Fuß gefasst hat. Damit wird die deutsche Biervielfalt nach einer (im Vergleich zu den USA nicht ganz so starken) Zentralisierung in den vergangenen Jahrzehnten hoffentlich wieder regionalisiert und erhöht. Dass dabei auch auf hochqualitative Zutaten wert gelegt wird ist ein netter Nebeneffekt. Allerdings sollte bei der ganzen Bewegung auch nicht der Kern der Sache außer Acht gelassen werden: Der Geschmack. Bei aller Experimentierfreude, bringt es freilich wenig, wenn es am Ende nicht schmeckt. Auch sollte differenziert werden, wer sich hier auf dem Markt tummelt. Denn nicht selten sind es nur findige Unternehmer, die aus dem Hype Kapital schlagen wollen und selbst überhaupt keinen Bezug zum Bier und zum Brauen haben.

Weitere Infos gibt es übrigens unter:
https://www.facebook.com/holybeermesse/,
http://www.general-anzeiger-bonn.de/besser-leben/genuss/gastro-aktuell/Geschmack-abseits-des-Reinheitsgebots-article3232292.html und
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bier-craft-beer-brauer-leiden-unter-schlechter-hopfen-ernte-a-1084836.html

Beim Genuss des Reinheitsgebots-Bieres par excellence Herrnbräu Tradition im urigen Schmitz-Mönk-Krug (aus meiner Heimatbrauerei in Willich-Anrath) verabschiede ich mich in den Abend und wünsche ein weiteres Mal Prosit Reinheitsgebot!

43. German Beer Culture

Tegernseer Hell | Pilsner Urquell  | Dortmunder Kronen Export | Tegernseer Spezial | Crew Republic German Pale Ale | Weltenburger Barock Dunkel | Bolten Ur-Alt | Störtebecker Schwarz-Bier | Andechser Bergbock Hell | Rittmeyer Rauchbier | Weißenoher Green Monkey Mandarin | Schneider Weisse Kristall | Göller Rauchbier | Amphora Lvsitania | Marc Chocolate Bock | Aktien Zwickl | Rittmeyer Hallendorfer Kellerbier | Weißenoher Classic Export | Fuller’s Golden Pride Superior Strength Ale | Störtebecker Scotch Ale | Grünhopfen Pils | Schönramer Pils | Spezial Rauchbier

German beer culture

Between Easter and the next regular beer tasting, beer sommelier Markus Weick organized for the first time an English-speaking beer event. The occasion was the visit of a Texan couple in the Rhineland.

Even if I could arrive an hour after the official start and thus missed the first beer, the evening offered still ample opportunity to deepen the subject „German beer culture“. Here Markus went on fundamental (technical) background of beer as well as it is on the history of different beer styles. In addition along a really wide variety of different German beers from all over the country, German beer variety was shown. Between this interesting facts, anecdotes and developments of German beer culture were interspersed repeatedly, although of course also the German „Reinheitsgebot“ came up.

But above all, the evening offered a very good opportunity for the exchange of beer cultural understandings on both sides of the Atlantic. So the craft beer movement was discussed, which indeed in the US took its rise and has begun to grain ground in Germany as well. However, both sides also emphasized a critique of the hype, that not always produces a good quality of beer. Particularly in the US people seems to be more interested in possible exceptional brew instead of producing actually drinkable and marketable beers.

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In the course of the entire evening these following beers were tasted:

  1. Tegernseer Hell (4.9% – unfortunately missed)
  2. Pilsner Urquell (now tried for the third time)
  3. Dortmunder Export (5.1% – as an example of an almost extinct beer style from the Ruhr which was very popular in the past)
  4. Tegernseer Spezial (5.6% – a Hell with more body / wort)
  5. Crew Republic German Pale Ale (5.6% – the German equivalent to the American Craft Beer movement)
  6. Weltenburger Barock Dunkel (4.7% – from the well-oldest brewery in Germany thitherto the first and best-selling beer of the Eule)
  7. Bolten Ur-Alt (4.9% – for the first time an Alt and that in enemy territory – but it could even convince an experienced Kölsch drinker)
  8. Störtebecker Schwarz-Bier (5% – was tasted in an one on one comparison with two different drink temperatures)
  9. Andechser Bergbock Hell (6.9% – one of the few bright Bock beers in Germany)
  10. Rittmeyer Rauchbier (4.9% – to a much repeated request of the audience)
  11. Weißenoher Green Monkey Mandarin (5.9% – see 42.)
  12. Schneider Weisse Kristall (5.3% – I have left it to the Texans)
  13. Göller Rauchbier (4.9% – yes, there were present true lovers of smoke beer)
  14. Amphora Lvsitania (6% – a beer that Markus bought at a beer festival in Portugal holiday and brought back)
  15. Marc Chocolate Bock (7.5% – one of three signature beers of Maisel’s friends)
  16. Aktien Zwickl (even drank at the March tasting)
  17. Rittmeyer Hallendorfer Kellerbier (5% – not yet tasted in March – although Franconian specialty)
  18. Weißenoher Classic Export (5% – one of the Franconian classics of perhaps Germanys second oldest brewery)
  19. Fuller’s Golden Pride Superior Strength Ale (8.5% – more for the ladies of the round – the cognac under the Fuller)
  20. Störtebecker Scotch Ale (9% – is possibly still presented by Alex)
  21. Grünhopfen Pils (5.4% – a Craft Beer from the house Schönramer)
  22. Schönramer Pils (5% – the classical counterpart)
  23. Spezial Rauchbier (4.9% – to my completion again another smoke beer from the German beer capital Bamberg)

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And please always keep rule # 11 in mind: keep on drinking! So: Cheers!

More informations about the Eule, to the actions and the beer sommelier Markus Weick under: http://wordpress.99biere.de/

31. Schnupperkurs Biervielfalt

Lindemans Geuze | Rothaus Tannenzäpfle | Pilsner Urquell | Moritz Fiege Pils | Maisels & Friends American Pale Ale | Fuller IPA | Ale Mania IPA | Faust Schwartzviertler | Chimay Bleue | Schönramer Imperial Stout | Buddelship Kohlentrimmer | Leireken Witte Spelt | Lervig Berliner Weisse | Schoppe Bräu Holy Shit Ale

http://wordpress.99biere.de/wp-content/uploads/2015/12/Facebook-Einladung-Schnupperkurs.jpg

Es begab sich letzten Montag in der Eule… Auch wenn gar nicht der erste Montag im Monat anstand, veranstaltete Biersommelier Markus Weick einen außerordentlichen Schnupperkurs zur Biervielfalt. In gemütlicher kleiner Runde steckte Markus nach einer kurzen Vorstellungsrunde die Agenda des Abends ab. Es war auch ein 86-jähriger Herr anwesend, welcher sich mit den Worten vorstellte: „Ich trink nu seit 60 Jahren fast nur Kölsch – da wollt ich mal gucken, wat et sons noch so jibt.“ Einfach grundsympathisch. Neben einer Einführung in die Sensorik, gab Markus auch Einblick in die Historie des Bieres, bierige Rohstoffe, Biervielfalt im Allgemeinen und den fachgerechten Umgang mit dem alkoholhaltigen Malzgetränk.

Im Fokus standen dabei die folgend aufgeführten Biere. Die unterstrichenen Biere aus der unteren Auswahl wurden im Anschluss an die Pflichtverköstigung von den (verbliebenen) Teilnehmern ausgewählt.

Da ich mir bereits das Tannenzäpfle aus der höchsten Brauerei Deutschlands in Rothaus beim letzten Einkauf zugelegt hatte, wird es mich beim Schreiben dieser Zeilen begleiten.

Überblick Biervielfalt

Um seinem Anspruch als Erwachsenenpädagoge nachzukommen gab es aber zunächst und immer wieder zwischendurch diverse Hintergrundinformationen zu den eben angesprochenen Themen:

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Wissenswertes zum Bier:

  • Bier wird in der Tat gemäß Wirtschaftslexikon als Getränk aus stärkehaltiger Gärung bezeichnet.
  • Weiches Brauwasser frisst Hopfen und macht das Bier somit milder.
  • Ein höherer Vergärungsgrad führt zu einem schlankeren Körper (nein, das ist nicht die neue Brigitte-Diät – mit Köper ist hier der des Bieres gemeint).

Brauereien absolut europaweit:

Vor dem Hintergrund seiner langjährigen England-Erfahrung machte Markus deutlich, dass nicht Deutschland die Nase vorn hat, wenn um die Quantität der Braustätten geht. Wie die folgende Übersicht zeigt, wird hierzulande die Biertradition und -vielfalt auf der britischen Insel weithin unterschätzt.

Brauereien absolut

Brauereien relativ zur Einwohnerzahl:

Zu einem guten Schnupperkurs Biervielfalt gehört natürlich auch ein Exkurs zur Craft-Beer-Bewegung. Auch hier gab uns Markus eine quantitative Übersicht an die Hand, welche verdeutlicht, welchen Sprung die USA – als Heimatland der Bewegung – seit Beginn in den 1970ern hingelegt hat. Trotzdem liegt es immer noch hinter dem deutschen Wert. Das liegt vor allen an der schon immer viel vielfältigeren Bierlandschaft hierzulande. So würde beispielsweise Bitburger mit seinen 7,2 Mio. hl Ausstoß (davon Marke Bit 3,9 Mio.) noch als Craft-Beer in den USA zählen. Auch in dieser Hinsicht sind die Dimensionen auf der anderen Seite des Atlantiks ganz andere.Brauereien relativIn Zahlen wird dieses Ungleichgewicht nicht nur im Vergleich von Deutschland und den USA deutlich. Auch innerhalb Deutschlands gibt es enorme Unterschiede. Dabei gibt es die höchste Konzentration von Brauereien im oberfränkischen Landkreis Forchheim. Gäbe es eine ähnliche Konzentration beispielsweise in Brühl, hätte man hier über 30 Brauereien.

Bierzutaten:

Eines der entscheidenden Variablen des Bieres ist das Malz. Folgende Darstellung zeigt die ungefähren Rösttemperaturen (in °C) der wichtigsten Malzsorten:Malzröstung

Weitere Informationen zu den diversen Hopfensorten der Bierwelt unter: http://www.hopfen-der-welt.de/

Als Einführung in die Sensorik gab uns Markus, nach einigen Anmerkungen zu Aussehen und Geruch, dann folgende Übersicht an die Hand:

Sensorik - GeschmackWie unten zu sehen eröffnete die Geuze aus dem Hause Lindemans den bierigen Teil Abend. Diese spontangärige Bierspezialität ist ein Verschnitt aus mehreren Lambics und wird in Eiche gereift. Durch die Spontangärung kommt es zu dem interessanten Umstand, dass man in den Gärräumen der Brauerei nicht putzt, um so die spontangärigen Hefestämme nicht zu vertrieben. Diese sind fast ausschließlich im belgischen Tiefland anzutreffen. 1822 gegründet erreicht die belgische Brauerei in 2015 einen Ausstoß von 170.000 hl. Da im Bier sowohl Ascorbinsäure als auch Weizen als Rohfrucht verwendet wird, kann es keinen Eingang in unsere offizielle Bierliste finden. Der ebenso verwendete Kandiszucker hingegen könnte streng genommen noch unter das Reinheitsgebot fallen. Erstaunlich ist es aber nichtsdestoweniger. Wie im unten stehenden Bild erkennbar handelt es sich bei der Geuze geschmacklich eher um ein Prosecco als um ein Bier. Extrem prickelnd und fruchtig kommt dabei nur eine geringe bierige Note heraus – und das obwohl im Grunde keine entscheidenden Zusätze im Vergleich zu dominierende deutsche Biertypen hinzugefügt wurden. Einzig eine kreative Auswahl an Hopfensorten und die Verwendung von Weizen in Rohfrucht anstatt in Malzform bringt hier den großen Unterschied. Ein würdiger Einstieg in den Abend der Biervielfalt also.

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Es ging weiter mit einer Blindverkostung von drei zunächst nur als helle untergärige angekündigte Pils-Marken:

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Ohne zu wissen, mit was man es genau zu tun hatte, konnte man sich tatsächlich viel genauer auf die Geruchs- und Geschmacksunterschiede konzentrieren. Und diese waren ziemlich groß. So war von säuerlich, buttrig und herb alles dabei. Ganz besonders erstaunt war ich, dass ich das letzte Woche erst an dieser Stelle vorgestellte Pilsner Urquell nicht erkennen können. Als Ausrede könnt ich nun anführen, dass auch das Tannenzäpfe vor mir heute wieder gefühlt etwas anders schmeckt als noch am Montag. Insgesamt aber eine hervorragende Möglichkeit um Biere kennen und einschätzen zu lernen. Folgende „Bierkarte“ gibt Aufschluss über die drei Pils:

Bierkarte PilsEs folgte die gemeinsame Verkostung der weiteren Biere.

Maisels & Friends American Pale Ale:

SAM_0358Bierfacts:

  • 5,2 %
  • 12,5 °P

Fullers Indian Pale Ale:

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  • 5,3 %
  • ausbalanciert mittelmäßig gehopft und malz- und körperbetont
  • Gründung Brauerei 1654
  • Ausstoß: 350.000 hl
  • Vielfalt: Fullers produziert derzeit 43 unterschiedliche Biere

Ale Mania Indian Pale Ale:

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  • 5,8 %
  • 15,5 °P
  • gegründet 2010 von Fritz Wülfing in Bonn-Beuel
  • Ausstoß 400 hl (1/3 des Brühler Bischoff-Kölsch)
  • neben Bönnsch und Ennert-Bräu eines der aktuell drei Bonner Biere (nachdem es auch schon länger kein Kurfüsten-Bräu mehr gibt)
  • nachweislich handwerklich gebraut: alle 3 probierten Flaschen schmeckten unterschiedlich

Faust Schwartzviertler:

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  • 5,2 %
  • gegründet 1654
  • Ausstoß 2015: 50.000 hl

Chimay Bleue:

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  • Trappistenbier mit 9 %
  • im Gegensatz zu Tripel und ähnlich wie Dubel dunkel
  • Inhaltsstoffe u.a. Zucker und Weizenrohfrucht
  • gegründet 1862
  • Ausstoß: 130.000 hl
  • Belgien ist das Land der Starkbiere, da das „Vandervelde-Gesetz“ lange Zeit den Verkauf von Spirituosen in Bars verboten hatte

Schönramer Imperial Stout:

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  • 9,5 %
  • entstanden aus dem Porter
  • Gegenstück zum Imperial ist das Session-Stout
  • Ausstoß: 45.000 hl
  • Einwohnerzahl Schönram: 150
  • MHD des Bieres: 2030

Zusammengefasst wird der Pflichtteil in dieser Übersicht eines „reduzierten Verkostungsschemas“:

Reduziertes Verkostungsschema

Im Kürteil des Abends wurden dann noch folgende Biere unter den Gaumen genommen:

Buddelship Kohlentrimmer:

  • Schwarzbier mit 14 °P / 5,3 % aus Hamburg

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Leireken witte spelt:

  • Dinkelbier mit 12 °P / 6 % aus einer 1830 gegründeten Brauerei in Oedelem in Flandern

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Lervig Sour Suzy Berliner Weisse:

  • minzig-saure Variante des Berliner Klassiker mit 4 % aus dem Norwegischen Stavanger

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And last but not least: Das Schoppe Bräu Holy Shit Ale:

Zum Abschluss wurde nochmals der Turbo gezündet und mit 10 % vol. alc. (und 22 °P) ein würdiger Abschluss des Abends gefunden. Das obergärige Double Imperial Pale Ale aus Berlin gibt es seit 2001 und kann als klassisches deutsches Craft Beer verstanden werden.

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Und so sah dann unser „Arbeitsplatz“ nach 5 Stunden und 14 probierten Bieren aus:

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Alles in allem also ein absolut lohnenswerter Abend mit interessanten Bier, Brot und Wasser sowie vielen spannenden Infos rund um die leckerste Nebensache der Welt. Und zu guter Letzt gab es auch noch zwei Biere aufs Haus für zu Haus dazu.

Zusammenfassend würde ich übrigens mein persönliches Bewertungstreppchen wie folgt belegen:

  1.  Pilsner Urquell
  2.  Maisels & Friends Pale Ale
  3.  Faust Schwartzviertler

Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend. Prost!

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/