Schlagwort-Archive: Hafer

554. De Leckere Paulus

Das dritte und letzte Bier, das ich aus meinem letzten Eulenbesuch mitgebracht habe ist ein niederländisches Abteibier. Gebraut wurde es von der 1997 gegründeten Brouwerij de Leckere aus Utrecht ausschließlich mit Zutaten aus kontrolliert ökologischem Anbau. Darunter neben Gersten- und Weizenmalz auch Hafermalz und – wie es für (belgische) Abteibiere durchaus üblich – Rohrzucker.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Abteibier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen- & Hafermalz, Rohrzucker, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Utrecht / Niederlande
Erscheinungsjahr. . .
1997

Fazit

Insgesamt ein leicht untypisches Abteibier. Klar dominiert von einem hefig-malzsüßen Geschmack, kommen nur ab und an leichte würzige, grasige und fruchtige Noten durch. Die siebeneinhalb Prozent sind wie so oft bei Abteibieren kaum zu spüren. Im Gegenteil ist der Paulus durchaus geeignet auch mit mehr als einer Flasche am Abend genossen zu werden.

| 11 Pkt. (2)

http://www.deleckere.nl/bier/paulus/

Prost & guten Abend! ?

 

Lange Craft Beer Nacht Zur Eule @ 1. Brühler Kneipenfestival

Jennings Cocker Hoop Golden Ale | Wacken T.Y.R. Superior IPA | Kaapse Brouwers Karel American Bitter | St. Feuillien Saison | Oedipus Mannen Liefde Saison | Kompaan Bloed Broeder | Brewdog RIP Tide | Kasteel Cuvée du Chateau | Wacken Hymir Giant Stout

 

Im Rahmen des ersten Brühler Kneipenfestivals unter der Federführung von Radio Erft lud Biersommelier Markus Weick zur langen Nacht der Craftbiere in die Kierberger Eule ein. Wie immer präsentierte er dabei mehr als 100 unterschiedliche Biere und stellte Interessierten eine Einführung in die Welt der Biervielfalt vor. In der sehr gut besuchten Quartierskneipe freute ich mich über viele interessante Gespräche und ebenso viele spannende Biere.

Bier-Notizen:

  • Jennings Cocker Hoop Golden Ale :
    – obergärig; 4,2%
    – Ordinary Bitter von der Castle Brewery aus dem englischen Cockermouth (zu Marton’s gehörig)
    mild, trocken würzig, leicht herb, getreidig, strohig
    https://www.jenningsbrewery.co.uk/beers/

  • Wacken T.Y.R. Superior IPA :
    – obergärig; 8,3%
    – von der gleichnamigen Brauerei aus dem gleichnamigen Ort bekannt durch das gleichnamige Metal-Festival
    –  „Asengott Tyr ist der Gott des Kampfes, Krieges und des Sieges“
    fruchtig süß, rotmalzig, geringe Herbe, hopfig, vollmundig
    https://www.wacken.beer/tyr/

  • Kaapse Brouwers Karel American Bitter:
    – obergärig; 4,9%
    – von der Brouwerij de Molen in Bodegraven für die Kaapse Brouwers aus Rotterdam gebraut
    – glutenfrei
    mild, wenig Charakter, bitterlich, geringe Aromadichte
    https://www.kaapsebrouwers.nl/karel-2/

  • Oedipus Mannen Liefde Saison:
    – obergärig; 6%
    – aus der international bekannten Craftbeer-Schmiede in Amsterdam
    – mit Pfeffer und Zitronengras
    – dünn, erfrischend, fruchtig

    https://oedipus.com/beer/mannenliefde/

  • Kompaan Bloed Broeder:
    – obergärig; 9,1%
    – aus Den Haag
    – Imperial Stout mit Portwein
    – dunkelmalzig, ölig, Lakritz, Zartbitter, wenig Rotwein
    http://kompaanbier.nl/beer

  • Brewdog RIP Tide:
    – obergärig; 8%
    – vom Craftbeer-Riesen aus dem schottischen Ellon
    – Imperial Stout mit Haferflocken
    – typisch Stout-artig, holzig, dunkelmalzig

    https://brewdogrecipes.com/recipes/riptide

  • Wacken Hymir Giant Stout:
    – obergärig; 8,5%
    – „Hymir, der Finstere gehört zu den Jötun, dem nordischen Riesengeschlecht. Zusammen mit Thor fuhr er einst hinaus, um die Midgardschlange zu fangen.“
    – trocken-malzig, normale Süße, gering röstig

    http://www.wacken.beer/hymir/

 

Fazit:

Ein Format, das nach einer Wiederholung schreit. Auch wenn mir hierbei ein wenig die Bildungskomponente der Biermontage fehlte hat sich gezeigt, dass das Thema Craftbeer und Biervielfalt auch im Kölner Raum immer besser ankommt. Die lockere Geselligkeit taten ihr Übriges für eine entspannte Atmosphäre zum Bier-Genießen.

Mit voller Vorfreude auf die kommenden Veranstaltungen – von denen ich nach Möglichkeit wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zu Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/ oder http://eule-kierberg.de/

533. Jopen Doubting Thomas

Nach den Rekord-Temperaturen in der zurückliegenden Woche hat es sich nun spürbar abgekühlt. Guter Zeitpunkt um das letzte Bier zu proBieren, dass noch in meinem „alten“ Depot weilt.

Es handelt sich um das Ongelovige Thomas der niederländischen Brauerei Jopen aus Haarlem. Ein Quadrupel amerikanischer Brauart – soll heißen mit einer besonderen Note US-amerikanischer Hopfensorten. Mit 10 Umdrehungen liegt es sogar noch am unteren Ende der Skala des stärksten Bierstils aus der belgisch-niederländischen Brautradition.

„Das Bier wurde nach Apostel Thomas benannt, der zunächst an der Auferstehung Jesu zweifelte und deshalb auch als ‚ungläubiger Thomas‘ bezeichnet wurde. Der auf ihn bezogene Feiertag war früher der 21. Dezember, der Beginn des Winters. Dieses rotbraune Bier spendet Wärme an kalten Wintertagen. Überraschender, reichhaltiger Geschmack, dieses Bier lässt sich sehr gut in aller Ruhe vor einem knisternden Kaminfeuer trinken. Ob Sie’s glauben oder nicht, der ‚Ungläubige Thomas‘ ist ein wahres Schwergewicht!“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Quadrupel
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  22.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 10%
Herkunft. . . . . . . . . . . Haarlem (Niederlande)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Das Quadrupel ist in der Tat ein Schwergewicht. Sowohl in Nase als auch am Gaumen begegnen einem sehr intensive Noten von Karamell, Harz und vor allem Lakritz. Eine tiefdunkle Malzigkeit wird begleitet von süßlichen Bitteraromen. Die 10% sind durchaus spürbar wärmend aber dennoch in gewisser Weise auch mild. Ich empfehle es nicht kühlschrankkalt zu trinken, sondern mindestens einige Minuten bei Zimmertemperatur aufwärmen zu lassen. So wirken die malzigen Lakritznoten besser und die Bittere flacht für einen harmonischeren Genuss auch etwas ab.

| 13 Pkt. (1-)

https://www.jopenbier.nl/de/bieren/jopen-doubting-thomas/

Prost & guten Abend!?

 

528. Uiltje Mind Your Step (Coffee Edition)

Fast im Direktvergleich zum gestrigen Imperial Stout mit dem gewissen Extra, folgt heute ein zumindest auf dem Papier gleichwertiger Kandidat.

Gebraut wird er von der Nord-Holländischen Craftbeer-Schmiede Uiltje, die auch international zu einer der führenden Kreativbrauereien zählt. Mit Mind your Step haben die Niederländer eine Bier-Reihe kreiert, die sich dem Stil Imperial Stout widmet und diesen durch verschiedene weitere natürliche Zutaten ergänzt. In der heute vorliegenden Coffee Edition sind neben den Malzen Pale, Cara, Amber und Roggen sowie den Hopfen East Kent Golding, Bramling X und Athanum noch Wacholder, Cranberries und eben eine ganze Menge Kaffee enthalten. Zudem wurde das Stout mit Eichenholzchips gelagert.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Imperial Stout
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Roggenmalz, Hafer, Wacholder, Cranberries, Kaffee, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 14%
Herkunft. . . . . . . . . . . Haarlem (Niederlande)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Ein sehr intensives Geruchserlebnis nach tiefschwarzen Kakao-, Kaffee- und röstig-fruchtigen Karamellmalzaromen wird gefolgt von einer sehr cremig-öligen Textur auf der Zunge, die ein sehr ausbalanciertes Bier schmecken darf. In seinen malzig-röstigen Noten sehr am Rande des maximal Möglichen und dennoch blitzen die fruchtig-holzigen Nuancen immer wieder heraus. Mit 14 Umdrehungen ist es das zweitstärkste Bier, das ich je getrunken habe. Diese sind zwar vor allem im Abgang spürbar, jedoch längst nicht unangenehm auffällig. Ein Bier für den ganzen Abend und für mich nur ganz knapp an der Bestwertung vorbei geschrammt.

| 13,5 Pkt. (1(-))

 • https://www.uiltjecraftbeer.com/

Prost & guten Abend! ?

 

525. Nowhere Brewing Clockwork Orange

Das letzte Bier vom Craftbeer Festival Cologne ist wieder einmal eine Premiere für meine Rezensionen. Zum ersten Mal stelle ich Euch ein Bier aus Luxemburg vor.

Das letzte Großherzogtum der Welt erlangte Ende des vorletzten Jahrhunderts von den Niederlanden die vollständige Unabhängigkeit und ist ähnlich wie die Schweiz mehrsprachig (luxemburgisch, deutsch und französisch) und vor allem als europäisches Steuerparadies für Institutionen der Finanzbranche bekannt. Das Groussherzogtum Lëtzebuerg weist darüber hinaus eine relativ junge Bevölkerung auf, die sich aus knapp 50% Ausländern speist (die größte Gruppe sind Portugiesen).

In Sachen Bier ist das Weinland bis heute relativ wenig in Erscheinung getreten. Daran wollen die Jungs von Nowhere Brewing nun etwas ändern. Auch wenn es (zunächst) bei der Loonbrouwerij in den Niederlanden produziert wird, stammt die Rezeptur-Entwicklung zumindest aus Luxemburg. Nachdem ich bereits das Accidental Wheatness proBieren durfte, folgt heute nun das Clockwork Orange. Ein New England India Pale Ale mit Orangenschale, Vanille und Laktose.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . NEIPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hafer, Orangenschale, Vanille, Hopfen, Laktose, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,4%
Herkunft. . . . . . . . . . . Cothen (Niederlande) [Luxemburg]
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Einem intensiven fruchtig-bitterhopfigen Geruch, folgt ein weicher cremiger Antrunk von fruchtigen Malz- und blumiger Hopfennoten. Sowohl Hafer, als auch eine Süße von Vanille und/oder Laktose sind erkennbar. Wie jedes NEIPA kein Bier für Anfänger, aber für Fortgeschrittene wie mich ein ziemlich besonderer Genuss. Nicht zu extrem in seinen Facetten und dennoch alles andere als 08/15.

| 13 Pkt. (1-)

 • http://www.nowherebrewing.com/

Prost & guten Abend! ?

 

Craftbeer Festival Cologne

Gaffel Wet Hop | Gaffel + Mikkeller Viking Kölsch | Nowhere Brewing Accidental Wheatness | Clucking Hen Rye Pale Ale | Ramses Wooly Bully | Uthoka CDU | Wacken Heimdalls Willkomm | Maryensztadt Vanilla & Coconut Bourbon Barrel Aged Russian Imperial Stout | Duex Kölsch | Duex Dunkel | Brew Sistas Royal IPA | Brauprojekt 777 Barley Wine | Testbräu Milk Ice Cream Stout | Superfreunde Old School Ale | Vulkan Bourbon Barrel Doppelbock | Freigeist Bierkultur Spiritus Sanctus | Hertl Room 3090 | Hertl Whiskydoppelbock | Schoppe Bräu Weltreise

https://www.craftbeer-festival.cologne/images/landing/craftbeer-cologne-logo.png

Eine Woche ist es schon her, dass das erste Craftbeer Festival Cologne stattfand. Natürlich ein absoluter Pflichttermin für jeden Bierbegeisterten. Nachdem in diesem Jahr erstmals das Kölner Festival der Bierkulturen – organisiert vom Braustellenmeister Peter Esser – nicht stattfand, fasste sich Michael Busemann – seines Zeichens freiberuflicher Pressesprecher von Gaffel und Biersommelier – ein Bierherz und stellte ein eigenes Bierfest auf die Beine.

Heraus kam das erste Craftbeer-Festival der Domstadt, das in der Stadthalle Mülheim mit 60 Brauereien aus Deutschland, Polen, England, Belgien, Niederlande oder Luxemburg und über 350 Biere aus 40 verschiedenen Bierstilen aufwartete. Unter anderem dabei waren:

Begleitet hat mich freundlicherweise erneut Nils, mit dem ich diese tollen Eindrücke teilen durfte.

Impressionen:

 

Tasting-Notizen / Bierfacts:

  • Gaffel Wet Hop:
    – obergärig; 5,4%
    – Kölsch mit frischem Grünhopfen eingebraut
     – sehr grasig, hopfig, gemüsig
  • Gaffel + Mikkeller Viking Kölsch:
    – obergärig; 4,9%
    – kaltgehopftes Kölsch aus deutsch-dänischer Kollaboration
     – sehr blumig, stohig, heuartig, gemüsig, gering hochvergoren
    – näheres siehe hier
    https://shop.mikkeller.dk/products/viking-kolsch
  • Nowhere Brewing Accidental Wheatness:
    – obergärig; 6,6%
    – American Pale Ale der Brauerei aus Luxemburg-Stadt
    – mein erstes Bier aus dem Groussherzogtum Lëtzebuerg
    – sehr malzig, Karamell, hopfig, grasig, blumig, gemüsig
    http://www.nowherebrewing.com/
  • Clucking Hen Rye Pale Ale:
    – obergärig; 6,3%
    – mit Roggen
    – von der gluckenden Henne aus Meschede
    – säuerlich, Getreide, gering, hopfig, blumig, süffig
    https://www.clucking-hen.com/beer/
  • Ramses Wooly Bully:
    – obergärig; 13%
    – Hop Hash Barley-Wine Quadrupel
    – gebraut mit dem Harz des Hopfens, der bei der Ernte und Verarbeitung übrig bleibt eine sehr konzentrierte Substanz aus Lupilin und aromatischen Ölen
    – von der 2007 entstandenen Brauerei aus dem niederländischen Hooge Zwaluwe
     – alkoholaromatisch, fruchtig, weniger ölig, bitter, trocken malzig
    http://www.ramsesbier.nl/bieren/wooly-bully
  • Uthoka CDU:
    – untergärig; 4,9%
    – Colonia Dunkel Ungefiltert
    – Festival Special vom Heidelberger Braumeister aus dem niederländischen Berlicum
    – röstmalzig, Karamell, malzsüß, holzig
    https://www.biersommelier.biz/
  • Wacken Heimdalls Willkomm:
    – hybrid; 6,5%
    – Met-Bier-Verschnitt der norddeutschen Kreativbrauerei
    http://www.wacken.beer/heimdalls-willkomm/
  • Maryensztadt Vanilla & Coconut Bourbon Barrel Aged Russian Imperial Stout:
    – obergärig; 9,4%
    – von der 2015 gegründeten Kreativbrauerei aus dem polnischen Zwoleń
    – extrem schokoladig, Zartbitter, wenig nussig, ölig
    http://www.browarmaryensztadt.pl/bier
  • Brew Sistas Royal IPA:
    – obergärig; 6,4%
    – IPA mit Honig von der Sünner-Imkerei
    – von der neuen Kreativbier-Marke aus Köln, die bei Fritz Wülfing in Bonn brauen
    – hopfig, Vanille, blumig
    https://www.facebook.com/pg/brewsistas/posts/
  • Brauprojekt 777 Barley Wine:
    – obergärig; 12%
    – mit Weißweinhefe entvergoren und nach dem Brauvorgang zwei Jahre lang auf Eichenholz gelagert
    – aus Voerde-Spellen am Niederrhein
    – alkoholaromatisch, ölig, Karamell, Bonbon
    https://www.brauprojekt777.de/unsere-bier-spezialit%C3%A4ten/saisonale-spezialit%C3%A4ten/barley-wine/
  • Testbräu Milk Ice Cream Stout:
    – obergärig; 6,3%
    – mit Haferflocken und Laktose
    – aus Nebra in Sachsen-Anhalt
    – cremig, süß, milchig, malzig, Bonbon, leicht bitter
    https://testbraeu.de/bier/milk-stout/
  • Duex Kölsch & Dunkel:
    – obergärig
    – neue Mikrobiermarke aus Köln (aktuell aus der BIRRERIA DUEXER BOTSCHAFT am Barbarossa-Platz – ab 2020 in Deutz)
    https://www.duex.beer/
  • Superfreunde Old School Ale:
    – obergärig; 5,5%
    – kaltgehopftes Altbier aus Hamburg
    – würzig, röstig, süffig
    https://www.superfreunde.beer/
  • Vulkan Bourbon Barrel Doppelbock:
    – obergärig; 9,5%
    – mehrfach ausgezeichnet – in den 30m tiefen Basalthöhlen der Eifel-Brauerei aus Mendig gelagert
    – bestes Bier des Abends
    – ölig, Karamell, Bonbon, Vanille, malzsüß, leicht holzig, vollmundig
    https://www.vulkan-brauerei.de/produkt/vulkan-bourbon-barrel-doppelbock-033l/
  • Freigeist Bierkultur Spiritus Sanctus:
    – obergärig; 8%
    – Stout mit Weihrauch, Myrrhe & Datteln
    – vom Craftbeer-Pionier und Kuckucksbrauer Sebastian Sauer
    – gebraut bei BrauArt Sausenheim im Rheinland-Pfälzischen Grünstadt
    – sehr gewürzig, dunkelmalzig, röstig, holzig, waldig, geringe Süße
    https://www.facebook.com/freigeistbierkultur
  • Hertl Room 3090:
    – obergärig; 6%
    – Ale mit Trüffel
    – von der kleinsten Brauerei Frankens
    http://shop.braumanufaktur-hertl.de/home/60-gurken-gose.html
  • Hertl Whiskydoppelbock:
    – obergärig; 11,3%
    – 6 Monate im schottischen Whiskyfass gelagert
    – zweitbestes Bier des Abends
    – blumig, dunkelmalzig, Karamell
    http://shop.braumanufaktur-hertl.de/home/53-bourbon-king-6-monate-im-bourbonfass-gereifter-whiskydoppelbock.html

Von David Hertl gab es außerdem auch ein Bier-Cocktail mit einem Kellerbier (Opas Liebling) und einem selbst gemachten Hopfen-Gin:

Als Absacker gönnten Nils und ich uns dann zu Hause noch die Weltreise von Schoppe Bräu. Dabei fiel die Auswahl eher unbewusst auch dieses eichholzfassgelagerte Double Imperial Stout. Mit sage und schreibe 15% Alk. ist es nämlich das höchstprozentige Bier, dass ich je getrunken habe.

Lustig und sehr passend zur teils gleichzeitig stattfindenden EU-Wahl war außerdem die Interpretation der Wahlplakate von der niederländischen Uthoka-Brauerei, die von einem deutschen Braumeister geführt wird:

Fazit:

Zu Beginn dachte ich noch, dass mich angesichts der schieren Menge an Brauereien und Bieren der Schlag treffen wird. Aber mit einer gewissen Vorbereitung und einem guten Bierplan kam man gut durch die nicht zu überdimensionierte Location. Da ich früh genug mit meinen „Pflichtprogramm“ durch war, hatten wir noch ausreichende Zeit uns einfach treiben lassen zu können. Klasse war nicht nur die Auswahl an vielfältigsten teils hochkreativen und gleichzeitig auch größtenteils leckere bis sehr sehr leckere Bieren, sondern natürlich auch die Möglichkeit alte Bierbekannte wieder zu sehen und neue Gesichter kennen zu lernen. Die Preise empfand ich für eine derartiges Festival noch akzeptabel, wenngleich hier an einigen Stellen eine leichte Streuung vorhanden war. Etwas besser hätte mir ggf. ein Bon- oder Wertmarkensystem gefallen, hätte aber in der Planung auch wieder eine Ebene mehr in der Organisation bedeutet. Ansonsten war es wirklich ein mehr als gelungenes Bierfest, dass gezeigt hat, dass selbst in der Kölsch-Hochburg Köln so langsam ein steigendes Interesse für handwerkliche, kreative und hochwertige Biere Einzug hält. Vielen Dank also an Michael Busemann, der das so überhaupt erst möglich gemacht hat und natürlich Danke an alle fleißigen Brauer für die sehr tollen Biere.

¡Craftbeer for Cologne!

Mehr zur Veranstaltung unter: https://www.craftbeer-festival.cologne/.

500. Cerevisia M˟

Endlich ist es soweit: Bierjubiläum. Heute vor genau 503 Jahren erließen die damaligen bayrischen Herzöge eine Verordnung, die heute allgemein als das „Reinheitsgebot“ bezeichnet wird.

Seit Anfang 2016 beschäftige ich mich nun mit dem Thema und habe in der Zeit einiges an Wissen und Biererfahrung ansammeln können. So war es dann auch letztes Jahr soweit, dass ich in meiner Bierliste die 1.000er Marke an vorgestellten Bieren geknackt hatte. Inzwischen ist die Liste bereits mehr als 1.500 Biere stark. Zu Ehren dieses Ereignisses hatte ich mir etwas ganz besonderes vorgenommen: mein erstes selbstgebrautes Bier. Wie ich schon damals vom Brautag und der Abfüllung berichtete, habe ich dabei das Glück gehabt, dass mir Ralf Mohr vom Braukunst Vorgebirge nicht nur seine Braugarage nebst Anlagen zur Verfügung gestellt hatte, sondern mich auch mit seinem reichhaltigen Wissen rund ums Brauen unterstützt hat. Es sollte aber natürlich kein 08/15-Bier werden, sondern eines, dass ein Zeichen für eine Reform des „Reinheitsgebots“ darstellen sollte. Herausgekommen ist das erste Bier der Welt, das mit allen sieben Hauptgetreidearten Gerste, Weizen, Roggen, Hafer, Reis, Mais und Hirse gebraut wurde. Bislang gibt es zwar Biere mit unterschiedlichsten Korn-Kombinationen, ein solches gab es aber bis dato noch nie. Würde ich es kommerziell brauen, bräuchte ich hierfür eine Sondergenehmigung und dürfte ich wahrscheinlich noch nicht einmal Bier nennen. Dabei enthält es ausschließlich Getreide, Hopfen und Hefe. Alles was eigentlich ein Bier ausmacht. Und nichts, was nicht auch auf anderen Kontinenten für ein Bier essentiell ist: Mais in Amerika, Hirse in Afrika und Reis in Asien. Für mich also unbegreiflich, warum hier der deutsche Gesetzgeber weiterhin blind der großindustriellen Brau-Lobby folgt. Hinsichtlich weiterer Zutaten wie Obst oder Gemüse kann ich Diskussionsbedarf zwischen Traditionalisten und „modernen“ Craft-Brauern durchaus nachvollziehen. Warum jedoch kein weiteres Getreide außer Gerste in untergärigen sowie Weizen, Hafer und Roggen in obergärigen Bieren rein darf bleibt mir weiterhin ein Rätsel.

Nach einigen weiteren Brauversuchen und Rezeptentwicklungen (siehe auch hier) ist nun das CEREVISIA Mx herausgekommen. Weiterhin auf der Basisrezeptur eines unfiltrierten Altbieres, habe ich seit dem ersten Sud die Kornzahl sukzessive erhöht und bin nun bei 10 Getreiden angelangt: Gerste, Weizen, Roggen, Hafer, Dinkel, Emmer, Einkorn, Reis, Hirse, Mais. Im Vergleich zu den bisherigen Suden ist das 10-Korn-Neo-Alt stärker eingebraut. Neben diesen 10 Getreiden fanden auch noch fünf ausgewählte Hopfensorten den Weg in den Braukessel: Hallertauer Tradition, Spalter Select, Brewers Gold, Target und Centennial.

#Natürlichkeit
#Qualität
#Vielfalt
#Regionalität
#Transparenz

 

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . 10-Korn-Neo-Alt [Bierjubiläums-Jubiläumsbier]
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen-, Roggen-, Dinkel- & Emmermalz, Hafer-, Einkorn-, Reis- & Hirseflocken, Cornflakes, Röstgerste, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  18°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bornheim-Sechtem [Brühl-Pingsdorf]
Erscheinungsjahr. . .
2019

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___15
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________14
Fazit

  | würzig, leicht röstig, dunkelmalzig, dunkelfruchtig, harzig, etwas waldig
  | größerer Körper, würzig, etwas bitter, hopfig-herb, dunkelmalzig, leicht fruchtig, etwas holzig, gering grasig, leicht ölige Textur, feinperlig, süßlich-malzig-würziger Abgang
  | Mit dem nun vierten Brauversuch bin ich durchaus wieder sehr zufrieden, obschon die Rezeptur immer noch etwas verbessert werden könnte. Die Verknüpfung von fruchtigen Getreidenoten mit würzigen Holz- und Röst-Aromen ist nicht nur gelungen, sondern bietet olfaktorisch und gustatorisch eine mehr als spannende natürliche Vielfalt. Sensorisch und stilistisch ein absolutes Alleinstellungsmerkmal, das im Übrigen auch beim Bierpublikum hervorragend ankommt. Völlig zweifellos haben wir uns damit die 15 Pkt. (1+) erneut verdient.

 • weitere Infos zu meinem Reformvorschlag für das „Reinheitsgebot“ unter: http://www.bierjubilaeum.de/das-reinheitsgebot/.

Prosit Mundus manufactum!

451. Seven Mountains Brewery Stille Nacht

Zum Heiligen Abend habe ich mir wie die Jahre zuvor ein besonderes Weihnachtsbier ausgesucht. Gefunden in der Bonner Craftquelle, kommt es zudem auch noch aus der Region und einer frisch gegründeten Mikro-Brauerei.

Im beschaulichen Stieldorferhohn (zu Königswinter gehörig) haben sich vor kurzem vier der knapp 400 Einwohner des Ortes zu einer neuen kleinen Brauerei zusammengetan. Schon etwas länger haben sich Bianca, Stefan, Günther und Eugen beim Bier trinken näher kennen gelernt. Dabei kam irgendwann der Gedanke doch mal einen Braukurs bei Gunnar Martens im Bonner Bönnsch zu machen. Derart hiervon begeistert wurden sie die Idee von einer eigenen Brauerei einfach nicht mehr los. Zunächst richteten sie sich im Stall der alten Hofanlage von Bianca und Stefan hobbybrautechnisch ein und experimentierten einige Zeit mit eigenen Rezepturen. Vor wenigen Monaten dann wagten die vier Bierfreunde dann den Weg in die Professionalisierung und meldeten ihr Braugewerbe an. Unter dem Namen Seven Mountains Brewery – in Anlehnung an das prägende Siebengebirge – ergänzen sie ihre jeweiligen beruflichen Kompetenzen: Günther ist Lehrer, Eugen Unternehmensberater, Bianca Redakteurin, ihr Mann Stefan Energieanlagenelektroniker. Damit können Technik, Lebensmittelchemie, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung aus eigener Kraft gestemmt werden. Eine Kompetenzvielfalt, die den Schritt zur Gründung wohl vereinfacht hat und eine gute Ausgangsposition schafft zukünftig zumindest regional zur Marke zu werden. Wenn dann noch die Qualität stimmt, sollte einer erfolgreichen Weiterentwicklung nichts im Wege stehen.

Eines ihrer Eigenkreationen ist die Stille Nacht. Ein Schwarzbier mit diversen weiteren Zutaten abseits des sog. Reinheitsgebots. Insbesondere die Gewürzbeigabe von Zimt, Kardamon und Nelken sind sehr stimmig zum Weihnachtsthema. Wenigstens die Zugabe von Karamellsirup und Kandiszucker würde ich jedoch kritisch bewerten, da dies meiner Ansicht keine originär natürlichen Zutaten sind und bei der Verwendung von Honig meines Erachtens auch nicht mehr erforderlich sein müssten.

„Echtes Brauhandwerk. Für Dich.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Schwarzbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Gersten-, Hafer & Maisflocken, Nelken, Kardamon, Zimt, Honig, Karamellsirup, Kandiszucker, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Königswinter-Stieldorferhohn
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___10
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: röstig, dunkelmalzig, süßlich, gewürzig, Nelken, Kardamon
Geschmack: vollmundig,  dunkelmalzig, röstig, gewürzig nach Zimt & Kardamon, süßlich-karamellig, holzig, waldig, etwas bitter, eher matt, röstig-herb-süßer Abgang
Gesamt: Ein wirklich passendes Bier zum heiligen Abend. Wenngleich nicht alle der vielen Zutaten erkennbar sind und es mir etwas zu unruhig ist, bin ich zumindest positiv überrascht, dass die dreifache Süßung nicht allzu sehr durchschlägt. Gesamthaft kommt die Stille Nacht damit auf gute 12 Pkt. (2+).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.facebook.com/sevenmountainsbrewery/.

Mehr zur Brauerei im Blog We love Pubs aus Bonn: https://www.welovepubs.de/2017/06/18/seven-mountains-brewery/.

Prost & frohe Weihnachten! ?

444. Frau Gruber Canned Heat

Jetzt, wo es draußen auch (endlich) kalt wird und wohl fast jeder die erste Erkältung hinter sich hat, möchte ich mir wieder etwas Sommer zurück ins Haus holen. Tatsächlich noch bei spätsommerlicher Hitze gekauft, hoffe ich dass es nun voll zur Geltung kommt. Von mir aus reicht es nämlich auch schon wieder mit der Kälte.

Gebraut wurde Canned Heat von Enzo Frauenschuh und Matthias Gruber, die zusammen die Marke Frau Gruber bilden und bei Camba Bavaria in der Old Factory produzieren und abfüllen. In meine Tasche ist es deshalb gelandet, da das Session-Pale Ale neben Gerste- und Weizen- auch Hafermalz enthält. Gehopft wurde es mit Spalter Select, Amarillo, Citra und Centennial. Interessant hierbei ist der geringe Alkoholgehalt von nicht einmal drei Prozent. Nach dem Yeast is King es das zweite Bier der Marke, das ich rezensieren darf.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Session-Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen- & Hafermalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 2,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Gundelfingen
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________6
  • Geruch:______________________7
  • Geschmack:__________________9
Fazit

Geruch: sehr fruchtig-bitter-herb, hefig, beizender Fehlgeruch
Geschmack: mittelkleiner Körper, spritzig, herb, grasig, fruchtig, waldig, etwas hellmalzig, bitter-herber Abgang
Gesamt: Leider wieder ein Beispiel dafür, dass es manchmal wichtig ist ein Bier frisch zu trinken und stets optimal zu lagern. Auch wenn andere da weniger anfällig sind, merkt man dem Bier die knappe MHD-Überschreitung an. Der grundsätzlich sehr positive fruchtig-grasige Charakter wird leider von einer gewissen herben Bittere überlagert, sodass der Genuss etwas getrübt wird. Dennoch ist es ein recht gut gelungenes Bier, das in der Tat an den Sommer erinnert und auch in der warmen Jahreszeit gut getrunken werden kann. Mehr als 8 Pkt. (3) kann es unter den widrigen Bedingung allerdings nicht geben.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.ratebeer.com/beer/fraugruber-canned-heat/546236/.

Prost & guten Abend! ?

Lervig Aktiebryggeri @ Craftbeer Corner Coeln

Nikl Bräu Zwickl | Essel Bräu Landbier | Lervig Passion Tang | Lervig Hoppy Joe | Lervig CAPO | Lervig Orange Velvet IPA | Lervig Tasty Juice | Lervig Perler for Svin | Lervig Liquid Sex Robot | Lervig Supersonic | Lervig Medicine | Lervig Slippin‘ into Darkness Barrel Aged (2018) | Bierol Koida Kaffee | Bierol Bombo Claat | Sudden Death Mr. Cinnamon Bun | Sudden Death Who shot the Almond Brothers

Zum Beginn des Jahresendspurts  war ich recht kurzentschlossen mit Nils nochmals in der Craftbeer Corner in Coeln. Anlass war das Tap-Takeover der norwegischen Lervig Aktiebryggeri aus Stavanger. Überhaupt war es erst mein zweites Takeover, das ich in der CCC besuchte (Anfang des Jahres konnte ich den Kölner Bierhistorikern beiwohnen). Die Nordlichter brachten 11 Biere aus Norwegen mit, wodurch ⅔ der Hähne belegt wurden. Die wohl bekannteste norwegische Kreativbrauerei ist zwar erst in diesem Jahrzehnt entstanden befindet sich aber derzeit auf einem steilen Wachstumspfad. 30% der Produktion werden bereits in alle Welt exportiert. Zudem zählen sie zumindest auf ratebeer.com zu den besten Brauereien Europas. In ihrem immer wieder wechselnden sehr großen Sortiment dominieren derzeit vor allem IPAs und Stouts. Das machte sich dann auch in der Taplist und dem aktuellen Flaschen-Special bemerkbar, die von diesen beiden Bierstilen deutlich geprägt war. Mit dem 3-Bean-Stout (eines der besten Biere des letzten Jahres) war erfreulicherweise auch nur ein bereits gelistetes Bier dabei.

Bierfacts:

  • Nikl Bräu Zwickl:
    – untergärig; 5,1%
    – aus Pretzfeld in der Fränkischen Schweiz
    – würzig, herb, hefig, malzig, harzig
    http://www.brauerei-nikl.de/
  • Essel Bräu Landbier:
    – untergärig; 5%
    – vom Esloher Brauhaus aus dem Sauerland
    – klar Karamell & Bonbon, süßlich, Getreide, malzig, etwas würzig, recht dünn
    https://www.essel-braeu.de/brauerei.html
  • Lervig Passion Tang:
    – obergärig; 7%
    – Sour mit Passionsfrucht versetzt
    – klar künstlich süß-sauer, fruchtig, etwas grasig-herb, trocken, Obstsalat
  • Lervig Hoppy Joe:
    – obergärig; 4,7%
    – Red Ale mit Schokoladenmalz und Simcoe, Chinook + Nelson Sauvin Hopfen
    – säuerlich-fruchtig, wenig malzig, etwas flach, leicht röstig, herb, holzig
  • Lervig CAPO:
    – obergärig; 4,4%
    – Pale Ale mit Minze und Limettenschalen in Collaboration with Restaurant Spiseriet
    – sauer fruchtig, süffig, leicht herb, grasig, erdig, mäßiger Abgang
  • Lervig Orange Velvet IPA:
    – obergärig; 5,5%
    – IPA mit Mango, Limette, Vanille und Laktose
    – sehr fruchtig, süß, grasig, leicht würzig, cremig, hefig, Vanille, Milchshake
  • Lervig Tasty Juice:
    – obergärig; 6%
    – IPA doppelt mit Citra gehopft
    – weniger fruchtig, mehr grasig, stärker, würziger, grasig, waldig, herb
  • Lervig Perler for Svin:
    – obergärig; 6%
    – NEIPA mit Azzaca, Mosaiv und Simcoe gehopft
    – unauffällig, herb-süß, etwas bitter, würzig, leicht getreidig, herber Abgang
  • Lervig Liquid Sex Robot
    – obergärig; 7,9%
    – Imperial-IPA mit Hafer
    – wieder fruchtiger, süßer, Karamell, waldig, harzig, herb
  • Lervig Supersonic
    – obergärig; 8,5%
    – Doppel-IPA mit doppelter Portion Citra
    – sauer fruchtig, bitter, alkoholaromatisch, harzig, herb-süß, Karamell
  • Lervig Medicine
    – obergärig; 10,5%
    – Imperial IPA mit Hopfenextraktion à la ISOmix
    – sehr fruchtig süß, spritzig, vollmundig, fruchtig-herb, grasig, hopfig, leicht milchig
  • Lervig Slippin‘ into Darkness Barrel Aged (2018)
    – obergärig; 12%
    – Imperial Stout
    – röstig, Karamell, Vanille, Kakao, holzig, sehr ölig, röstig harzig, erdig, nussig, Süßholz-Abgang

 

  • Bierol Koida Kaffee:
    – obergärig; 8,2%
    – aus Schwoich in Tirol (Österreich)
    – Imperial Stout mit Kaffeebohnen
    – klar kaffee-artig, schwer, bitter, holzig, trocken, röstig, wenig süß
    http://www.bierol.at/home.php
  • Bierol Bombo Claat:
    – obergärig; 8,2%
    – Imperial Stout mit Kokosnüssen und Kakaobohnen
    – süßlich, Kakao, Zartbitter, ölig, alkoholaromatisch, holzig, leicht röstig
  • Sudden Death Mr. Cinnamon Bun:
    – obergärig; 10%
    – von den Kuckucksbrauern vom Timmendorfer Strand
    – Imperial Oatmeal-Stout mit Laktose, Zimt und Vanille
    – leicht röstig, wenig auffällig, ölig, cremig, mehr holzig, gewürzig, , wenig Zimt, leicht herber Abgang
    https://suddendeathbrewing.de/craft-beer/
  • Sudden Death Who shot the Almond Brothers:
    – obergärig; 12.5°P; 5,2%
    – Imperial Oatmeal-Stout mit Laktose, Marzipan, Vanille und Schokolade
    – Marzipan, Vanille, Karamell, ölig, malzig, süßlich, leicht bitter & sauer

Fazit:

Insgesamt ein erneut schöner und lohnenswerter Abend in der CCC, bei dem es mit wenigen Ausnahmen auch wieder sehr leckere neue Biere zu kosten gab. Für mich ist es aufgrund meiner unregelmäßigen Besuche auch immer spannend zu sehen, wie sich der Zuspruch zur CCC und zu den Bierevents entwickelt. Besonders in diesem Jahr habe ich den Eindruck, dass gerade am Wochenende ein stabiles interessiertes Publikum vorhanden ist, dass der Millionenstadt Köln auch einigermaßen gerecht wird. Etwas kritisch sehe ich demgegenüber den Trend der allgemeinen Preissteigerung und auch der Service war zumindest an diesem Abend ausnahmsweise nicht ganz herausragend. Dennoch wünsche ich natürlich Lervig und der CCC weiterhin großen Erfolg und noch ganz viele leckerere Biere. Vielen Dank also an beide für diesen interessanten und über weite Strecken leckeren Abend in der Domstadt.

¡Skål!

Mehr zur Veranstaltung unter: https://www.facebook.com/events/360250171406806/.

Weitere Informationen zur CCC unter: http://www.craftbeercorner.de

416. Raschhofer Lebenslust

Es scheint als hätte sich der goldene Oktober nun freundlicherweise in weiten Teilen stabilisiert zu haben. Höchste Zeit also für ein wenig Lebenslust. Wer mein Blog regelmäßig verfolgt und sich brav an meine Trinkempfehlungen hält, sollte zwar im Grunde genügend hiervon haben, aber sich ist sicher.

Die Lebenslust der österreichischen Traditionsbrauerei Raschhofer ist nach einem belgischen Witbier gebraut und enthält neben Haferflocken auch die Witbier-typischen urtümlichen Gewürze Koriander, Salz und zusätzlich Orangenschalen. Die 1645 gegründete Brauerei aus dem Innviertel (im Bier-Sinne quasi das Franken Österreichs) hat neben süddeutschen Bierklassikern auch seit einiger Zeit Biere des sog. Craft-Segments, wie Pale Ale, Red Ale oder Porter im Sortiment.

„Ein solches Bier zu brauen ist eine Kunst. Wie jene, das Leben zu genießen.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Witbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Haferflocken, Koriander, Bitterorangen, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Altheim (Österreich)
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___6
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: sehr sauer-fruchtig, hefig-bananig, leicht würzig, erfrischend
Geschmack: mittelgroßer Körper, erfrischend, leicht sauer, etwas hellmalzig-würzig, weizig-hefig, feinperlig, süß-waldiger Abgang
Gesamt: Auch wenn das Innviertel nicht gerade in der Nähe Belgiens liegt, ist dieses Witbier mehr als solide gelungen. In jedem Falle stilsicher, hätte ich mir nur noch etwas mehr Tiefgang und Charakter gewünscht. So gehen die 11.5 Pkt (2(+)) aber voll in Ordnung.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.raschhoferbier.at/.

Prost & guten Abend! ?

411. Abbaye de Vauclair Imperiale

Am heutigen Tag der deutschen Einheit möchte meine Testreihe zu den Lidl-Bieren mit einer Flasche fortsetzen, die zumindest optisch gerade für Discounter-Verhältnisse aus dem Rahmen fällt.

Gebraut wird das Bier laut Etikett von der Brasserie de Saint-Omer aus Nord-Pas-de-Calais. Die Brauerei wurde 1866 gegründet und nach einigen Expansionen wie viele andere französische Brauereien von Heineken geschluckt. Als eine der wenigen jedoch gelang es den Verantwortlichen 2005 wieder unabhängig zu werden. Dass es nun diese recht kleine französische Brauerei ins deutsche Lidl geschafft hat, liegt nach meinen Recherchen vermutlich am Auftraggeber der Brasserie de Goudale – besser bekannt auch als „Les Brasseurs De Gayant„. Nach inoffiziellen Angaben wird zumindest das Export-Bier dort im benachbarten Arques hergestellt und abgefüllt.

Die namensgebende Abtei Vauclair befindet sich knapp 200km südöstlich der Brauereien in der Nähe von Reims. Es war ein Zisterzienser-Kloster, das 1134 gegründet wurde und erst durch eine Zerstörung im Ersten Weltkrieg geschlossen wurde. Heute befinden sich zwischen den Ruinen ein Garten für Obst und Heilkräuter.

Das Bier selbst wartet mit einigen positiven und negativen Überraschungen auf der Zutatenliste auf. So wurde dem Sud, der dem Stile nach einem klassischen nordfranzösischen Bière de Garde nachempfunden ist, neben Orangenschalen auch Weizen, Roggen und Hafer in der Rohfruchtform beigemengt. Wie es oft in BeNeLux und Nordfrankreich üblich ist, wurde zudem aber leider auch mit Glukosesirup nachgeholfen, um vermutlich eine höhere Vergärung zu erzielen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Bière de Garde
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Weizen, Roggen, Hafer, Glukosesirup, Orangenschalen, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Saint-Omer (Frankreich)
Erscheinungsjahr. . .
2008

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________7
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: etwas metallisch, würzig-süß, Karamell, gering säuerlich, spritzig
Geschmack: vollmundig, weich, cremig, süßlich karamellig, malzig, gering getreidig, waldig, harzig, etwas fruchtig, säuerlich & bitter, leicht alkoholaromatisch, feinperlig, öliger warmer bittersüßer Abgang
Gesamt: Fast wie vermutet täuscht das edel Äußere etwas über das ziemlich durchwachsene Innere hinweg. Gerade in der Nase kein Genuss steigert es sich aber auf der Zunge. Hier gibt es dann ein wahres Spektakel an unterschiedlichen Aromen, die jedoch zu unausbalanciert wirken. Auch die permanent unterschwellige Alkoholnote wirkt sich negativ auf die Gesamtnote von 11 Pkt. (2) aus.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.ratebeer.com/beer/abbaye-de-vauclair-imperiale/509629/.

Prost & guten Abend! ?

Acht Getreidesorten auf einen Schluck – Sechtemer & Brühler brauen eigenes Craftbeer

Der General-Anzeiger Bonn war bei meinem letzten Brautag bei Braukunst Vorgebirge, wo wir den dritten Sud des weltweit einzigartigen CEREVISIA M als 8-Korn-Alt gebraut haben.

Der Artikel ist digital auf hierunter abrufbar:
http://www.general-anzeiger-bonn.de/region/vorgebirge-voreifel/bornheim/Sechtemer-und-Br%C3%BChler-brauen-ihr-eigenes-Craftbeer-article3911681.html
#Handwerk #Natürlichkeit #Qualität #Vielfalt #Regionalität #Transparenz #Gerste #Weizen #Roggen #Hafer #Reis #Mais #Hirse #Dinkel

372. Stone Xocoveza

In NRW haben mit diesem Wochenende die Sommerferien begonnen. Passenderweise habe ich hierzu ein Bier ausgewählt, das für die Ferien bzw. den Urlaub gebraut wurde. Unpassenderweise waren damit eigentlich die Winter- bzw. Weihnachtsferien gemeint. Da ich aber über genügend Flexibilität verfüge und es eben ein nächstes Craft-Bier aus der Dose ist muss eben jetzt erst/schon dran glauben.

Die Rede ist vom sog. Mocha Stout Xocoveza vom kalifornischen Brauunternehmen Stone Brewing. 1996 ins Leben gerufen gehört Stone inzwischen zu den Top Ten der amerikanischen Craft-Brauereien. Dabei setzt Chairman Greg Koch auf ein internationales Multi-Channel Konzept. So gibt es neben dem Stammsitz in Escondido auch diverse Gaststätten und Läden in den USA und im amerikanischen Ausland. Begleitet mit ordentlich PR eröffnete man 2016 auch eine Niederlassung in Berlin, wo die wohl größte Bier-Gastronomie der Bundeshauptstadt angegliedert ist. Sowohl jenseits wie diesseits des Atlantiks bedient Stone das klassische Klischee, das man von Craftbier haben könnte und lässt bei seinen Bieren der Kreativität freien Lauf. So werden neben einem IPA-lastigen Stammsortiment viele saisonale und limitierte Biere eingebraut, bei denen vor allem mit vielen (natürlichen) Zutaten experimentiert wird. Im Xocoveza finden sich gleich sieben Zutaten wieder, die recht selten den Weg in den Braukessel finden. Neben Hafer als zusätzliches Getreide, kann man sich auf eine Komposition aus Kaffee, Kakao, Zimt, Vanille, Chili und Muskatnuss freuen. Dabei geht das Rezept auf Chris Banker zurück, der es 2014 in San Diego im Rahmen eines Hobbybrau-Wettbewerbs einreichte.

„Happy holidays from all of us to all of you…“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Imperial Stout
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hafer, Hopfen, Kaffee, Kakao, Zimt, Vanille, Chili, Muskatnuss, Laktose, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 8,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Berlin [Escondido / USA]
Erscheinungsjahr. . .
2017 [2014]

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________14
  • Geschmack:__________________13,5
Fazit

Geruch: Vanille, Milchzucker, Cappuccino, Schokolade, frisch, leicht fruchtig, leicht röstig
Geschmack: voller Körper, weich, süß, Vanille, etwas würzig & röstig, Zartbitter, weniger Kaffee, feinperlig-matt, etwas Schärfe im Abgang
Gesamt: Wow. Selbst für so einen heißen Sommer-Final-Tag ist das Bier wirklich genial. Einen derartig leckeren Kakaogeschmack habe ich bislang in keinem Bier gehabt. Die Zutaten scheinen hervorragend aufeinander abgestimmt und harmonieren sehr gut. Die Muskatnuss und das Chili halten sich dezent im Hintergrund, während Kakao, Kaffee und Laktose zu einem wahrlich spannenden Mokka-Stout verschmelzen. Abzüge gibt es eigentlich nur deshalb, da es mir noch etwas zu wenig mehrdimensional wirkt und ich mich frage, ob man den Geschmack nicht auch mit weniger Zutaten hätte hinbekommen. So bleibt die Uhr aber dennoch bei starken 13,5 Pkt. (1(-)) stehen. Vielleicht hätte es an Weihnachten auch die 14 Pkt.-Marke geknackt…

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.stonebrewing.eu/node/434071?language=de.

Prost & guten Abend! ?

367. Fuller’s & Friends New England IPA

Auch wenn der Hype um das New England IPA zuletzt etwas nachgelassen hat ist es immer noch das aktuelle Trend-Craft-Bier. Erst vorletztes Jahr „erfunden“ soll es noch fruchtiger, herber und schwerer sein als ein klassisches India Pale Ale. Hierfür werden besonderes aromatische Hopfensorten vor allem aus den östlichen USA und Großbritannien verwendet. Besonders intensive NEIPA erinnern mehr an einen Fruchtsaft als an ein Bier, womit jedoch selbst dieser Trend eine Nische in der Nische bildet.

Gebraut wird das heutige NEIPA zum Einen von der renommierten Brauerei Fuller. 1834 gegründet gehört sie zu den wenigen traditionellen englischen Brauereien, die die „Craftbeer-Welle“ sehr gut für sich nutzen konnte. Auch wenn in England ohnehin eine größere Brauereidichte und Biervielfalt herrscht als in weiten Teilen Deutschlands, sind die nahezu 70 Biere, die Fuller derzeit im Sortiment hat ein immenser Wert. Sowohl in Sachen Qualität als auch bei Vielfalt in Tradition und Moderne gibt es wenige Brauereien auf der Insel die Fuller das Wasser bzw. Bier reichen können.

Im letzten Jahr ist man einen Schritt weitergegangen und ist für sechs spezielle Biere (u.a. Smoked Porter, New Zealand Saison, Red Rye Ale) Kollaborationen mit anderen kleineren Brauereien eingegangen. Für das NEIPA stand Cloudwater-Brew aus Manchester zur Verfügung. Dabei fand die Pilotierung und Entwicklung der Biere beim jeweiligen Kollaborations-Partner statt, während der Hauptsud und die Abfüllung in der Griffin-Brauerei in London durchgeführt wurde.

„Collaboration is not just about agreeing a recipe then brewing a beer, it is a great way to make friends.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . New England IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Weizen, Hafer, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7%
Herkunft. . . . . . . . . . . London/Manchester (England)
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: sehr fruchtig nach Ananas, Mango, Heidelbeere, Pfirsich & Grapefruit, grasig, leicht herb, klar karamell-malzig
Geschmack: voller Körper, sehr grasig-herb, recht bitter, würzig, unterschwellige Karamellaromen, leichte helle Fruchtnoten, alkoholaromatisch, spritzig, würzig-warmer Abgang
Gesamt: Ein Bier, das ich an diesem heutigen Montag-Abend einfach super gebrauchen kann. Erfrischend anders überzeugt mich vor allem die grasig-herbe Hopfennote und die würzige Bittere. Interessant ist zudem das Alkoholaroma, was teils fast an eine Spirituose erinnert und dennoch nicht aufdringlich ist. Auch wenn ich mir mehr Fruchtaromen und einen Hauch mehr Karamell gewünscht hätte, möchte ich das NEIPA mit 13 Pkt. (1-) belohnen.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.fullers.co.uk/blog/beer-articles/fullers-and-friends.

Prost & guten Abend! ?

363. Mikrobrauerei Heinenhof – Bierverkostung zur Eule 07/18

Heinenhof Nashy | Heinenhof Roter Korsar | Heinenhof Rheinische Felder | Heinenhof Schäselong | [költ]

Der letzte reguläre Biermontag in der Brühler Eule stand wieder mal ganz im Zeichen eines Gastbrauers, der durch den Abend führt. Nach Ale-Mania mit Fritz Wülfing (03/18) und der Lechenicher Blue Cat (05/18) war es für mich auch das erste Mal, dass ich auch dabei sein konnte. Gleichzeitig war es auch ein Novum in über 25 Biermontagen: Es gab ausschließlich Fassbiere und kein Bier aus der Flasche.

Angetreten war diesmal Michael Roeßgen von der Mikrobrauerei Heinenhof aus Pulheim-Orr – einem kleinen Gehöft nord-östlich von Pulheim. 2012 vom Profi-Radsport zurückgetreten, war Michael zunächst fünf Jahre im Düsseldorfer Landtag tätig. In dieser Zeit begann er mit dem Hobbybrauen und schloss sich den Kölner Bierhistorikern an, dem größten Hobbybrauverband der Region. Zur weiteren Spezialisierung seines angesammelten praktischen Wissens, vertiefte er auch die Theorie im Rahmen eines Biersommelier-Lehrgangs in Bamberg 2014. Im Laufe der Zeit reifte in ihm immer mehr der Gedanke eine eigene Brauerei zu eröffnen. Und so half ein weinig der Zufall weiter, als er von einem Freund erfuhr, dass der Heinenhof zur Verfügung steht. Zunächst waren allerdings noch einige Umbauten von Nöten, um hier auch alle gesetzlichen Bedingungen für den Braubetrieb zu erfüllen. Ende 2017 war es dann soweit und der erste Sud lief in die Fässer am Heinenhof. Die Zusammenarbeit mit den Bierhistorikern ist damit aber nicht beendet. Im Gegenteil, unter der Marke Craftbeer Creations Cologne (nicht zu verwechseln mit der Craftbeer Corner Coeln) kommt es zum Joint Venture der beiden bei der historische oder kreative Biere entwickelt werden. Dabei gilt stehts das Motto „So authentisch wie möglich, und den heutigen Genussgewohnheiten so angepasst wie nötig“.

Neben der Brauerei gibt es übrigens weiterhin einen Bauernhof mit Hofladen vor Ort.

Am mobilen Zapfhahn hatte Michael gleich 5 seiner aktuellen Köstlichkeiten mitgebracht:

Vor der eigentlichen Verkostung ging es erst einmal weiter im Kölsch-Projekt, bei dem Markus bis 2019 (da wird die Kölsch -Konvention 33 Jahre) alle Kölsch-Marken vorgestellt und durchprobiert haben will. Diesmal gab es jedoch „brauereibedingt“ kein Kölsch, sondern ein Wieß. Nach dem Bönnsch und dem Bonner Wieß von Ale-Mania ist es das dritte im Bunde, zeichnet sich jedoch noch durch eine (weitere) Besonderheit aus. Denn es ist nicht nur ein Wieß – also ein naturtrübes Kölsch – sondern auch noch kaltgehopft. Auf Basis des Heinenhofer Klassikers des Landkölner Wieß wurde somit das Nashy kreiert. Der Name  bezieht sich dabei auf die in Nashville entwickelten Hopfensorten Calypso, Lemondrop und Mosaic, welche zur Hopfenstopfung Verwendung fanden. Auf die Idee ist Michael während seines Aufenthaltes vor Ort im vergangen Jahr gekommen. Damit nicht  genug wurden hier nicht „herkömmliche“ Hopfenpellets verwendet, sondern sog. Kryo-Hopfen. Diese T45-Pellets sind im Gegensatz zu den verbreiteteren T90-Pellets hochkonzentriert und eben tiefgefroren. Zudem besteht hier die Möglichkeit durch Extraktion von Hopfenbestandteilen ausschließlich eine bestimmte Bittere zu erhalten und andere aromabildenden Bestandteile zu separieren. Richtigerweise wurde beim Nashy bemerkt, dass es sich durch die Kalthopfung streng genommen nicht mehr um ein Wieß handeln könnte. Da es hierfür explizit aber noch keinen Bierstil gibt, läuft das Bier inoffiziell auch unter der Bezeichung Colonial Pale Ale.

Persönlicher Eindruck:
– sehr zitrusfruchtig, heuartig, grasig, hopfig, kräuterig, Tee, Grapefruit
– trocken, süffig, hopfig-grasig-herb, dumpf-fruchtig, moderate Bittere

Bier #2 war der Rote Korsar – ein Saison-Bier. Der Name leitet sich hier ebenfalls von der verwendeten Hopfensorte ab: dem Barbe-Rouge-Hopfen aus dem Elsass. Interessant ist daneben auch die Gärtemperatur von 26°C und der hohe Endvergärungsgrad von 95%. Kreiert wurde das Bier zum Start der diesjährigen Spargel-Saison zu dem man das Bier sehr gut trinken kann.

Persönlicher Eindruck:
– würzig, hefig, bananig, spritzig, leicht grasig
– weich, hefig, bananig-fruchtig, leicht bitter, trocken, hellmalzig, (Karamell-S9süß, bitter süßer-Abgang

Weiter ging es mit einem Double IPA – die Rheinischen Felder. Im Stile eines West-Coast IPA soll der Name an den römischen Naturkundler Plinius den Älteren erinnern, der bei den Germanen im Rheinland den Hopfen erforscht hatte. Das Bier läuft übrigens unter dem C³-Label.

Persönlicher Eindruck:
– stark hopfig, leicht Karamell, mehr Gras als Frucht, kräuterig, bitter
– ölig, schwer bitter, süßlich , grasig-herb, unterschwellige Karamell-Süße

Im Anschluss folgte dann ein Bière de Garde. Früher auf nordfranzösischen Höfen gebraut, hat sich Michael und seine Historiker-Kollegen an eine Interpretation mit dem Namen Schäselong gemacht.

Persönlicher Eindruck:
– leicht röstig, dunkelmalzig, rotfruchtig, blumig
– ölig, dunkel, leicht röstig, dezent fruchtig, malzbetont, matt, karamell-fruchtiger Abgang, Restsüße von Honig

Das letzte Bier der Verkostung war die Süffige Sünde. Bereits beim Festival der Bierkulturen in Köln-Ehrenfeld vor 2 Wochen proBiert, war es nun zwar kein neues Bier mehr, aber erneut hochspannend und mein Lieblingsbier des Abends. Das Kölnische Knupp ist eines der Bierstile, die Michael auch im Rahmen seines Engagements der Kölner Bierhistoriker betreut. Es handelt sich  dabei um ein dunkles, untergäriges Starkbier, dass in Köln und Umland bis ins 19. Jahrhundert ähnlich beliebt war wie heute das Kölsch. Die Stärke in Verbindung mit einer recht hohen Süffigkeit führten jedoch auch zu immer häufigeren gewalttätigen Auseinandersetzungen von An- oder Betrunkenen. Dies veranlasste den Kölner Rat schließlich das Bier in Köln zu verbieten und nur noch das Brauen von obergärigem hellen Bier (also dem Wieß (als Vorläufer zum Kölsch)) zu gestatten. Dies hatte zwei Dinge zur Folge: Erstens verlagerten sich die Braustätten nun vor die Tore von Köln und zweitens war damit der Weg für den bis heute anhaltenden Kölsch-Siegeszug geebnet. Aus alter Tradition verbunden braut nun Michael genau dieses Knupp vor den Grenzen der Domstadt. Neben diversen Caramalzen, verwendet er zudem Schoko-, Rauch- und Kaffee-light-Malz sowie Röstgerste, Haferflocken und Süßholzwurzel.

Persönlicher Eindruck:
– sauer, frisch, dunkelmalzig, Kaffee, Zartbitter, wenig Rauch
– ölig, sehr dunkelmalzig, Schoko-Cappuccino, etwas Laktritz, etwas bitter, cremig, leicht rauchig-röstiger Abgang

Gesamtfazit:

Ein wirklich toller Abend mit einem sympathischen authentischen Brauer und durchweg (sehr) leckeren und frischen Bieren. Es ist immer wieder erstaunlich, wie eine Mikrobrauerei vielfältigere Qualität erreichen kann als eine große Industriebrauerei. Wer also mal im westlichen Kölner Umland unterwegs sein sollte, dem sei der Heinenhof sehr empfohlen. Jeden zweiten Freitag im Montag gibt es auch ein offenes Tasting mit Bierverkauf. Zum Glück hatte Michael auch noch ein paar Flaschen seiner Köstlichkeiten mitgebracht, sodass ich beim Landkölner Wieß zugeschlagen habe, welches ich in Kürze hier separat vorstellen werde.

Meine persönliche Gesamtwertung der Juli-Verkostung sieht dann wie folgt aus:

Im Anschluss an die „offizielle“ Verkostung hatte ich in professioneller Runde nun auch endlich die Gelegenheit das schon angekündigte költ zu proBieren. Hierzu wird es in Kürze einen Sonderbericht geben.

Vielen Dank also nochmals an Michael für den interessanten und leckeren Abend.
Mit dem Hinweis auf die nächste Verkostung am 6. August zum Thema „Tschechische Biere“ verabschiede ich mich in den Abend.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

Festival der Bierkulturen 2018

Lahnsteiner Gruitbier | Lahnsteiner Burbator | Elusive Desert Isle | Solvay Society Dubbel Beta Coumarin | Kölner Bierhistoriker Knalt | Kölner Bierhistoriker Deutsches Porter 1900 | CCC Heinenhof Süffige Sünde | Orca Bräu Wildfang #1 | AleMania Chocolate Mint Stout | Bayrischer Bahnhof Sweet Pineus Buchweizen  | Bayrischer Bahnhofs Cuvee | Heidenpeters Wild IPA | Heidenpeters + Orca Bräu Tea Time Pale Ale | Bierserker Luiserl | Brauprojekt 777 Barley Wine | Helios Tripel Bock | Helios Black Out Rum |  Bunthaus Root Wild Ale | 3rd Sector Aam Laasse | 3rd Sector Salacia – Godess of the Deep | Pax-Bräu from Asia with Love | Bierfabrik Berlin Malt Liquor | Lahnsteiner Cool Elephants | Lahnsteiner Honigbier

Während die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland in vollem Gange ist feierte Köln am vergangen Wochenende das Festival der Bierkulturen. Das in diesem Jahr schon zum 9. Mal stattfindende bierige Großereignis ist eines der wichtigsten Krerativbierfeste in NRW und zieht Jahr für Jahr mehr Publikum an. So habe ich es dieses Mal auch endlich geschafft und war mit Nils am Samstag vor Ort.

Pünkltich um kurz vor 14 Uhr konnten wir uns dann in die schon gebildete Schlange einreihen. Kurze Zeit später waren wir dann drin und versuchten uns erst einmal einen Überblick zu verschaffen. Doch bei 25 Ausstellern und etwa 125 Bieren wurden wir zunächst regelrecht erschlagen von der Quantität der Auswahl. Auch qualitativ stellte sich schnell ein hohes Niveau heraus, das einem fast überforderte. So gab es neben den lokalen und regionalen Marken wie die Helios-Braustelle als Veranstalter, die Kölner Bierhistoriker, Ale-Mania aus Bonn oder die Mikrobrauerei Heinenhof auch deutsche Größen wie Kehrwieder, Heidenpeters, Orca-Bräu oder Pax-Bräu sowie internationale Brauereien aus Großbritannien (40Ft, Elusive, Iron Pier & Solvay) und Belgien (‚t Hofbrouwerijke & Hof ten Dormaal).

Aufgeteilt waren diese im großen Saal, im Jugendbistro und im Außenzelt des Bügerzentrums Ehrenfelds. An jedem Stand gab es Fladenbrot zur Stärkung und zudem an der Küche kostenfreies Wasser zur Neutralisierung und zum Mineralhaushaltsausgleich.

Angesichts eines straffen Zeitplans (ich musste Abends familär bedingt wieder daheim sein) gingen wir diszipliniert zu Gange und wählten ganz bewusst außergewöhnliche Biere, die weder zu klassisch traditionell noch zu klassisch kreativ waren.

 

Impressionen:

Bierfacts:

  • Lahnsteiner Gruitbier:
    – obergärig; 4,9%; 11.3°P
    – naturtrübes Kräuterbier wie im Mittelalter mit Muskatblüte, Wacholderbeeren & Salbei
    – von der Familienbrauerei Lahnstein südlich von Koblenz am Rhein
    – die Geschichte der in der 10. Generation geführten Brauerei geht bis 1411 zurück
    – neben einer tollen Vielfalt an Bieren verkauft die Brauerei auch vielerlei bierige Produkte wie Knabbermalz oder Hopfentee
    – Goldmedaille beim International Craft Beer Award 2015
    – säuerlich, frisch, gewürzig
    – https://www.lahnsteiner-brauerei.de/Craftbiere.htm
  • Lahnsteiner Bourbator:
    – obergärig; 8%; 18.5°P
    – heller Bock gereift auf Bourbonholz
    – Goldmedaille beim International Craft Beer Award 2017
    – genau richtige Whisky-Note, malzig, leicht ölig
    – https://www.lahnsteiner-brauerei.de/Craftbiere.htm
  • Elusive Desert Isle:
    – obergärig; 4,5%
    – Lime-&-Coconut-Hopfenweisse
    – gehopft mit Motueka & Wai-Iti
    – aus dem englischen Birkshire
    – Limette, Gras, herb
    – https://www.elusivebrewing.com/blog-1/
  • Solvay Society Dubbel Beta Coumarin:
    – obergärig; 6%
    – Dubbel mit Tonka-Bohnen und rote Beete
    – vom Stadtrand der britischen Hauptstadt
    „Oud Belgium. Nouvel London.“
    – wenig Tonka-Bohne, wenig rote Beete, getreidig
    http://solvaysociety.com/beers/
  • Kölner Bierhistoriker Knalt:
    – obergärig; 4,5%; 14°P
    – leicht kalt gehopftes klassisches Altbier
    – von den äußerst sympathischen Kölner Hobbybrauern, die sich herausragend für alte Rezepte einsetzen
    – „auf den Spuren (fast) vergessener Bierrezepturen und Brautraditionen“
    – frisch, geschmeidig, süßlich, leicht röstig
    http://koelnerbierhistoriker.org/
  • Kölner Bierhistoriker Deutsches Porter 1900:
    – obergärig; 5,1%; 13.7°P
    – deutsches Porter nach historischen Rezept
    – schön malzig, süffig, Kakao, Kaffee
    http://koelnerbierhistoriker.org/
  • CCC Heinenhof Süffige Sünde:
    – untergärig; 6,5%; 16°P
    – historisches Kölnisches Knupp
    – mit Hafermalz und Süßholzwurzel
    – von der letztes Jahr aus den KBH entstandenen Mikrobrauerei Heinenhof aus Pulheim-Orr
    – ist der nächste Gast beim Montagstasting in der Eule
    – Kaffee, Vanille, wenig Rauch, cremig
    https://www.heinenhof.de/mikrobrauerei/
  • Orca Bräu Wildfang #1:
    – obergärig; 6,5%
    – Sour Saison im Pflaumenschnapsfass gereift
    – von der von Felix vom Endt 2017 gegründeten Nürnberger Kreativbierbrauerei
    – eine der Speerspitzen der deutschen Kreativbierszene (u.a. mit Waldbieren oder alternative Getreiden)
    – gut sauer, fruchtig, erfrischend
    http://www.orcabrau.de/
  • AleMania Chocolate Mint Stout:
    – obergärig; 6%; 16°P
    – Test-Batch mit Schokomalz, Haferflocken, Kakao, Laktose & Pfefferminze
    – vom Bonner Kreativbier-Pionier Fritz Wülfing
    – Minze, Schoko, süffig
    https://fritz0830.wixsite.com/alemaniabonn
  • Bayrischer Bahnhof Sweet Pineus Buchweizen:
    – obergärig; 4%
    – Gose mit 50% Buchweizenanteil
    – von der seit 2003 bestehenden Gosebrauerei in Leipzig
    – vom ältesten erhaltenen Kopfbahnhof der Welt
    – mild, fruchtig, süffig, sehr lecker
    https://www.bayerischer-bahnhof.de/de/hausgemachte-biere.html
  • Bayrischer Bahnhofs Cuvee:
    – obergärig; 5%
    – Verschnitt von mehreren Goses
    – etwas zu sauer, Komplexität schwer schmeckbar
    https://www.bayerischer-bahnhof.de/de/hausgemachte-biere.html
  • Heidenpeters Wild IPA:
    – obergärig; 8,2%
    – double dry hopped IPA mit Apfelsaft vergoren und Tannennadeln des Spreewalds versetzt
    – von einer der bekanntesten Berliner Craftbier-Brauereien
    – mäßig, mehr IPA als Apfelsaft, zu wenig waldig
    http://www.heidenpeters.de/
  • Heidenpeters | Orca Bräu Tea Time Pale Ale:
    – obergärig; 5%
    – Weizen Pale Ale mit Roibuschtee
    – Kollaboration zwischen Johannes Heidenpeter & Felix vom Endt
    – frisch, teeig, waldig, lecker
    http://www.heidenpeters.de/
  • Bierserker Luiserl:
    – obergärig; 5,4%; 14.5°P
    – Ale mit Zitronenverbene gebraut
    – vom wohl kreativste Bonner Brauer Ulrich Karl Tröger
    – abgefüllt im Siegburger Brauhaus
    – pilsig-herb, trocken-würzig, leicht getreidig
    http://www.bierserker.de/
  • Brauprojekt 777 Barley Wine:
    – obergärig; ?%
    – einziges Barley Wine des Festivals
    – von der 2013 gegründeten Handwerksbrauerei aus dem niederrheinischen Spelle
    – am untersten Rand der Öligkeit, hohe Drinkability, gut für Einsteiger
    http://brauprojekt777.de/
  • Helios Tripel Bock:
    – obergärig; 9,5%
    – hopfen- & malzbetontes helles Strong Ale
    – von der 2001 gegründeten Braustelle – Ehrenfelds einziger und Kölns kleinster Brauerei
    – gemüsig, cremig, ölig, würzig, süßlich
    http://braustelle.com/flaschenbier.html
  • Helios Black Out Rum:
    – obergärig; 14%
    – im Rumfass gelagertes hochprozentiges Stout
    – Rum, Rum, Rum
    http://braustelle.com/flaschenbier.html
  • Bunthaus Beet Root Wild Ale:
    – obergärig; 5,5%
    – American Wild Ale
    – letztes Jahr enstandenene Handwerksbrauerei von der Hamburger Elbinsel Wilhelmsburg
    – gebraut wird unangepasst an der Bunthäuser Spitze
    – Essig, normal säuerlich, fruchtig
    http://www.bunthaus.beer/die-biere/beetroot-wild-ale/
  • 3rd Sector Aam Laasse:
    – obergärig; 8,8%
    – All-Hop Mango Milkshake-IPA
    – von der noch recht frischen Essener Craftbierstube
    – wenig Milch, wenig Frucht, ok
    https://thirdsectorbrewing.de/
  • 3rd Sector Salacia – Godess of the Deep:
    – obergärig; 9,2%
    – Bourbon-Oaked Imperial Chocolate Stout on roasted Hazelnuts
    – ölig, süß, holzig, röstig, nussig
    https://thirdsectorbrewing.de/
  • Pax-Bräu from Asia with Love:
    – obergärig; 7,1%; 18°P
    – Doppel-Wit – Szechuan Style
    – mit Emmermalz, Bitterorangenschale, Habanero Chili, Ingwer, Szechuanpfeffer, Zitronengras & Koriander
    – von einem der führenden Natürlichkeits-Brauer Andreas Seufert aus Oberelsbach in der unterfränkischen Rhön
    – Pfeffer, Zitronengras, wenig Balance, wenig Spitzen
    https://pax-braeu.de/shop/from-asia-with-love-2/
  • Bierfabrik Berlin Malt Liquor:
    – untergärig; 6,7%
    – ursprüngliches Strong Lager
    – vom noch jungen Berliner Brauhaus Bierfabrik
    – malzig, waldig, vollmundig
    http://www.berlinerbierfabrik.com/
  • Lahnsteiner Cool Elephants:
    – untergärig; 10,2%
    – Megabock Rohminator gereift auf Sandelholzchips
    – Silbermedaille beim International Craft Beer Award 2017
    – Mitbringsel vom Festival zum Absacker-Verzehr
    https://www.lahnsteiner-brauerei.de/Craftbiere.htm
  • Lahnsteiner Honigbier:
    – obergärig; 10,7%
    – naturtrübes Bier, nachvergoren mit Blütenhonig
    – getrunken beim Schreiben dieser Zeilen
    – waldig-süß, sehr alkoholaromatisch, leicht ölig, leichte Bittere, mittel-schwerer Körper, matt-feinperlig, trocken-warmer Abgang
    https://www.lahnsteiner-brauerei.de/Craftbiere.htm
    http://www.magazin-objektiv.de

Fazit:

Auch wenn es mir am Sonntag Morgen so schlecht wie nie in meiner Blogzeit ging, war es einfach ein überragendes Bierfestival. Alleine die schiere Auswahl an kreativen und handwerklich gut gemachten Bieren lässt jedes Bierherz höher schlagen. Die Mischung aus lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Highlights war wirklich außerordentlich. Dass vor allem der Samstag wieder frühzeitig ausverkauft war, ist der beste Beweis für die hohe Qualität des Fesitvals und der große Wunsch der Bierbegeisterten nach guten kreativen Bieren. Auch die Möglichkeit sich die ein oder andere Flasche bzw. ein anderes bieriges Produkt mitnehmen zu können war gut. Zu kritisieren hätte ich lediglich den Umstand, dass es mir insgesamt etwas zu unübersichtlich war und man so manchmal etwas Mühe hatte an sein Lieblingsbier zu kommen. Nichtsdestotrotz war es wohl das beste Bierfestival, das ich seit Anbeginn des Blogs besucht habe und es definitv auch für das kommende Jahr vorgemerkt. Danke Peter Esser und danke auch an alle anderen Brauer und Unterstützer für dieses biergeniale Großereignis.

Mehr zur Veranstaltung unter: https://www.facebook.com/events/1867617260158489/.

Oder unter: https://www.koeln.de/branchen/eintrag/1276/brauereien/braustellebuergerzentrum-ehrenfeld/
bzw. http://braustelle.com/festival-der-bierkulturen-2018.html

345. Rügener Inselbrauerei Insel Kap

Ebenfalls in unserem Nordsee-Urlaub in Ostfriesland gekauft habe ich das heutige Bier von der anderen deutschen See. Genauer auf der größten Insel dort Rügen, braut man seit einigen Jahren „Seltenes Bier“. Dabei fokussiert sich die Brauerei ganz bewusst auf zumindest in Deutschland wirklich noch seltene Bierstile, wie Gose, Tripel, Saison oder andere Ales. Besonders macht das Bier zusätzlich die offene Gärung in flachen Becken mit obergärigen Hefen und die daran anschließende weitere Gärung in der Flasche. Hierbei ist die Rügener Inselbrauerei auch eine der wenigen, die ehrlicherweise in der Zutatenliste erwähnen, dass zur Karbonisierung auch Traubenzucker zugesetzt wird. Zudem schafft es die Brauerei ganzjährig Doldenhopfen und keine Pellets oder gar Extrakte für ihre Biere zu verwenden. Neben dem Bierbrauen von qualitativ hochwertigen Bieren engagiert sich die Brauerei auch im Bereich Naturschutz. So hat man bereits 150.000€ für die Arterhaltung des Seeadlers im deutschen Ostsee-Brutgebiet gespendet und arbeitet hierbei eng mit dem WWF zusammen. Auch das für die Brauerei typische Papier wird nachhaltig erzeugt und in einer selbst entwickelten Technik um die Flaschen gewickelt, womit man übrigens auch den besten Lichtschutz erreicht. Zudem wird die Inselbrauerei mit Solarenergie betrieben.

Bei dem heutigen Insel Kap handelt es sich um ein Oatmeal Stout. Das heißt, hier ist neben Gersten- und Weizenmalz auch Hafermalz eingesetzt. Das macht den Schaum stabiler, eine gewisse Süße in der Nase und den Geschmack weicher. 2016 erzielte es bereits die Goldmedaille beim World Beer Award.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Oatmeal Stout
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen- & Hafermalz, (Traubenzucker), Natur-Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Rambin
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Geruch: sehr würzig, röstig, holzig, erdig, Kaffee-, Karamell- & Zartbitteraromen
Geschmack: voller Körper, weich, stark dunkelmalzig, sehr röstig, etwas bitter, erdig, holzig, matt, fast schon angebrannter Abgang
Gesamt: Das Insel Kap ist ein Stout mit wirklich ausgeprägten Röstaromen. Hafer- und Röstmalze harmonieren im Grunde ganz gut miteinander, wobei leider letzteres etwas zu klar hervorsticht und die eher süßlichen Aromen eines Stouts fast völlig in Vergessenheit geraten lässt. Für Freunde des erdigen und holzigen Geschmacks aber ein Genuss. Mit einem kleinen Bonus für die Brauerei-Philosophie gebe ich dem Hafer-Kap 11 Pkt. (2).

Weitere Infos zum Bier unter: https://insel-brauerei.de/wp-content/uploads/2018/03/Sommelier-Beschreibung_INSEL-KAP.pdf.

Prost & guten Abend! ?

333. Cerevisia M

Endlich ist es soweit: Bierjubiläum. Heute vor genau 502 Jahren erließen die damaligen bayrischen Herzöge eine Verordnung, die heute allgemein als das „Reinheitsgebot“ bezeichnet wird. Seit Anfang 2016 beschäftige ich mich nun mit dem Thema und habe in der Zeit einiges an Wissen und Biererfahrung ansammeln können. So war es dann auch dieses Jahr soweit, dass ich in meiner Bierliste die 1.000er Marke an vorgestellten Bieren geknackt hatte. Zu Ehren dieses Ereignisses hatte ich mir etwas ganz besonderes vorgenommen: mein erstes selbstgebrautes Bier. Wie ich schon vom Brautag und der Abfüllung berichtete, habe ich dabei das Glück gehabt, dass mir Ralf Mohr vom Braukunst Vorgebirge nicht nur seine Braugarage nebst Anlagen zur Verfügung gestellt hatte, sondern mich auch mit seinem reichhaltigen Wissen rund ums Brauen unterstützt hat. Es sollte aber natürlich kein 08/15-Bier werden, sondern eines, dass ein Zeichen für eine Reform des „Reinheitsgebots“ darstellen sollte. Herausgekommen ist das erste Bier der Welt, das mit allen sieben Hauptgetreidearten Gerste, Weizen, Roggen, Hafer, Reis, Mais und Hirse gebraut wurde. Bislang gibt es zwar Biere mit unterschiedlichsten Korn-Kombinationen, ein solches gab es aber bislang noch nie. Würde ich es kommerziell brauen, bräuchte ich hierfür eine Sondergenehmigung und dürfte ich wahrscheinlich noch nicht einmal Bier nennen. Dabei enthält es ausschließlich Getreide, Hopfen und Hefe. Alles was eigentlich ein Bier ausmacht. Und nichts, was nicht auch auf anderen Kontinenten für ein Bier essentiell ist: Mais in Amerika, Hirse in Afrika und Reis in Asien. Für mich also unbegreiflich, warum hier der deutsche Gesetzgeber weiterhin blind der großindustriellen Brau-Lobby folgt. Hinsichtlich weiterer Zutaten wie Obst oder Gemüse kann ich Diskussionsbedarf zwischen Traditionalisten und „modernen“ Craft-Brauern durchaus nachvollziehen. Warum jedoch kein weiteres Getreide außer Gerste in untergärigen sowie Weizen, Hafer und Roggen in obergärigen Bieren rein darf bleibt mir ein Rätsel.

Für dieses zugegebenermaßen experimentelle Bier, bei dem wir schließlich auf keinerlei Erfahrungswerte b(r)auen konnten, habe ich mir als grundsätzliche Stilrichtung ein Altbier ausgesucht. Sieht man auf die detaillierte Zutatenliste ist daraus natürlich „nur“ eine Interpretation geworden. Nichtsdestotrotz gibt es zum klassischen (Düsseldorfer) Alt durchaus viele Parallelen. Dabei haben wir auch auf eine dezente Hopfung geachtet, sodass möglichst viele Getreidearomen herausstechen. Zudem habe ich darauf geachtet möglichst viele Zutaten auch nach Standards der ökologischen Landwirtschaft zu verwenden. Insgesamt waren wir beide aber verwundert, wie gut dieses Experiment geglückt ist. Nicht nur der Brauvorgang selbst war ohne Probleme, auch das Bier ist in unseren Augen definitiv konkurrenzfähig.

Nachdem ich es selbst schon proBiert habe, im Rahmen meines Bier-Cocktail-Standes bei der Wiedereröffnung der Eule davon berichtete und inzwischen auch schon fast alle Flaschen verkauft oder verschenkt habe, möchte ich am heutigen Bierjubiläum mein Erstlingswerk auch offiziell rezensieren. Und da das nicht nur bei uns, sondern auch bei anderen derart gut angekommen ist, werden Ralf und ich uns Anfang Mai nochmals zusammen an die Braukessel begeben und einen zweiten Sud mit verbesserter Rezeptur ansetzen.

#Natürlichkeit
#Qualität
#Vielfalt
#Regionalität
#Transparenz

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . 7-Korn-Neo-Alt [Bierjubiläums-Jubiläumsbier]
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Roggen, Hafer-, Reis- & Hirseflocken, Cornflakes, Röstgerste, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  14°P
Alkoholgehalt. . . . . . 4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bornheim-Sechtem [Brühl-Pingsdorf]
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___15
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________14
  • Geschmack:__________________15
Fazit

Geruch: weiche Röstnote, grasige Fruchtigkeit, Malzsüße, leicht holzig & erdig
Geschmack: sehr weich, mittlerer Körper, leichte Fruchtsüße, etwas Karamell, leichte Röstaromen, grasig, holzig, sehr harmonisch, matt bis feinperlig, trocken-süßer Abgang
Gesamt: Hätte ich es nicht schon selbst erfunden müsste es dringend gebraut werden. Besonders spannend finde ich die Kombination aus Karamell- und Fruchtsüße in Verbindung mit den Röstaromen. Gerade in der Nase hätte ich dies nicht erwartet. Auch sonst bin ich mit meinen ersten Brauversuch absolut zufrieden, obschon hier (Hopfen) und da (Hefen) sicher noch etwas verbessert werden könnte. Völlig zweifellos haben wir uns damit die 15 Pkt. (1+) also verdient. 😉

Weitere Infos zu meinem Reformvorschlag für das „Reinheitsgebot“ unter: http://www.bierjubilaeum.de/das-reinheitsgebot/.

Prosit Mundus manufactum! ?

332. Buddelship | Lervig Sauer´d Krauts

Einen Tag vor dem diesjährigen Bierjubiläum möchte ich ein wieder mal ganz besonderes Bier zur Sprache kommen lassen. In gemeinschaftlicher Arbeit haben die beiden Brauereien Buddelship aus Hamburg und Lervig Aktiebryggeri aus dem norwegischen Stavanger vor 2 Jahren ein spezielles Bier für das 500-jährige Reinheitsgebotsjubiläum produziert. Dabei sollte es – für die treue Leserschaft unter Euch – wenig verwunderlich sein, dass es ein Bier geworden ist, was eben genau nicht nach dem „Reinheitsgebot“ gebraut ist. Doch selbst für mich ist die Zutatenliste doch rechtgewöhnungsbedürftig. So wurde, wie es der Name schon verrät, Sauerkraut mit eingebraut. Doch (zum Glück) kein gewöhnliches Sauerkraut, sondern Weißkohl in Ananas und Mango eingelegt. Daneben finden sich auch alle vier europäischen Hauptgetreide in der Übersicht, was mich als Unterstützer von alternativen Getreiden besonders freut. Last but not least fällt noch eine weitere Zutat ins Auge, die in dieser Form ebenfalls recht ungewöhnlich in der Bierherstellung ist: Der Lactobacillus. Dabei handelt es sich um ein Milchsäurebakterium, das bei der Gärung des Bieres Milchsäure produziert und somit neben dem fruchtigen Sauerkraut zur Versäuerung des Bieres beiträgt.

We are celebrating 500 years of Reinheitsgebot with this very unique sour ale. A collaboration with the good Germans from Buddelship, this „impure“ beer is full of oats, wheat, rye and barley, and was soured with fresh sauerkraut infused with mango and pineapple. It may not adibe by the German Purity Laws, but remember, reines bier gefährdet die gesundheit.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Wild-Bier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Weizen, Roggen, Hafer, Weißkohl, Ananas, Mango, Lactobacillus, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Stavanger / Norwegen [Hamburg]
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________9
Fazit

Geruch: säuerlich, fruchtig (nach Ananas & Mango), kohlig-gemüsig, hellmalzig, leicht Karamell, leicht grasig
Geschmack: mittelgroßer Körper, spritzig, sehr sauer, leicht bitter, etwas grasig, bitter-saurer Abgang
Gesamt: Wie erwartet in der Tat ein ziemlich saures Bier. Etwas, was vor allem vor zwei Jahren noch voll im Trend war. Ich selbst hatte letztes Jahr eine Phase, in der ich Sauerbiere sehr gerne getrunken habe. Derzeit allerdings darf es für mich gerne wieder etwas malziger sein. Deshalb kann ich diesem handwerklich gut gemachten Bier (bei dem mit die Farbe fast noch am besten gefällt) nur 11 Pkt. (2) geben. Nichtsdestotrotz ein gutes, wenn auch überzogenes Zeichen gegen die aktuelle Biergesetzgebung, für die das „Reinheitsgebot“ als Fassade herhält.

Weitere Infos zum Bier unter:  https://www.ratebeer.com/beer/buddelship-lervig-sauer%C2%B4d-krauts/371604/1/1/.

Prost & guten Abend! ?

326. Schottische Biere – Bierverkostung zur Eule 04/18

Rats Kölsch | Brewdog Punk IPA | Orkney Brewery Red MacGregor | Strathaven Craigmill Mild | Brouwerij Haacht Export Super 8

Letzten Montag war es ausnahmsweise mal (bedingt durch Ostern) wieder an einem zweiten Montag im Monat Zweit für den Biermontag in der Brühler Eule. Nachdem ich die März-Ausgabe mit Ale-Mania und Fritz Wülfing verpasst habe und auch leider bei der kommenden Verkostung im Mai mit dem Brauer vom Lechenicher Blue Cat nicht zugegen sein kann, hatte ich mich umso mehr auf dieses Tasting gefreut.

Thematisch ging es diesmal um das Bierland Schottland. Im Zeichen von 11 Jahren Brewdog ging es auf eine kleine Reise zur Britischen Insel. Neben der Vorstellung schottischer Biere, nahm uns Biersommelier Markus Weick auf mit auf seine eigene Reise durch Schottland im vergangenen Jahr. Dass er dabei noch mitten im Renovierungsstress ist, merkte man ihm kaum an.

Vor der eigentlichen Verkostung ging es erst einmal weiter im Kölsch-Projekt, bei dem Markus bis 2019 (da wird die Kölsch -Konvention 33 Jahre) alle Kölsch vorgestellt und durchprobiert haben will. Heute am Start: das Rats-Kölsch. Früher in der Privatbrauerei Metzmacher in Frechen gebraut, gehört es wie so viele andere Kölsch-Marken heute zum Haus der Kölschen Bierkultur und somit zur Radeberger-Gruppe. Mit etwa 50 Thl Jahresausstoß ist es eher eine kleinere Kölsch-Marke.

Persönlicher Eindruck:
viel süße Malzwürze, geringe-mittlere Hopfenbittere, schlank, feinperlig, leicht saure Fehlaromen, zu unbalanciert

Den Beginn der schottischen Biere machte das Craftbeer-Flaggschiff des Landes. Zwar erst vor 11 Jahren gegründet hat sich Brewdog zu einer mindestens europaweit bekannten Marke etabliert. Mit einer radikalen Marketing-Strategie, die vor wenig zurückschreckt und gänzlich neue Wege geht, hat man es binnen weniger Jahre zu einer festen Größe am Craftbeer-Markt gebracht. Dabei ist es weniger die Menge an gebrautem Bier, sondern vielmehr die Anzahl verschiedener Biere, die viele erstaunen lässt. Alleine im Jahre 2016 hat man es auf über 80 geschafft. Begünstigt wurde der Aufstieg Brewdogs auch von der weitaus vielfältigeren und kleinteiligeren Bierkultur der Briten. So trinkt der Brite zwar weniger Bier pro Kopf, dafür gibt es aber relativ mehr Brauereien als in Deutschland. Das erfolgreichste der Brewdog-Biere ist das Punk IPA, was es inzwischen praktisch in jedem größeren Pub auf der Insel gibt.

Persönlicher Eindruck:
– super fruchtig-hopfig, grasig, leicht malzig
– mild, weniger gehopft, frisch, fein, recht süffig, nicht bitter

Auf seiner Reise durch Schottland machte Markus auch bei einem der zahlreichen Bottledogs Halt. In den Flaschenverkaufsläden ergatterte er ein Hop-Shot – eine hochkonzentrierte Biervariante mit offiziell 20% Alkohol und über 200 IBU-Bittereinheiten.

Ähnlich wie in der England-Verkostung vor zwei Jahren, gab es an diesem Abend auch einen kleinen Exkurs nach Deutschland. Genauer gesagt sogar in die direkte Nachbarschaft zur Eule. Denn ich höchstpersönlich hatte die Ehre mein Bierjubiläums-Jubiläumsbier Cerevisia M vorzustellen. Als Interpretation eines Düsseldorfer Alt hat es grundsätzlich viele Parallelen zu schottischen Bieren. So sind diese ebenfalls rubinrötlich, süßlicher, leichter gehopft und nicht so alkoholhaltig. Selbstverständlich ist das Cerevisia M als weltweit erstes Bier mit allen 7 Hauptgetreiden nicht direkt vergleichbar mit den klassischen schottischen Bierstilen. Nichtsdestotrotz kam es sehr gut an und das 5l-Fass wurde restlos ausgetrunken. Auch ein paar weitere Flaschen konnte ich noch an den Mann bringen. Vielen Dank an dieser Stelle auch nochmals an Ralf Mohr vom Braukunst Vorgebirge, wo ich mit seiner Unterstützung das Bier brauen durfte.

Mehr zum Bier gibt es dann zum diesjährigen Tag des Deutschen Bieres und 502. Geburtstages des sog. Reinheitsgebots am 23. April.

Im Anschluss ging es wieder auf die Insel. Aber nicht auf die große britische, sondern auf die kleine Inselgruppe nördlich von Schottland. Mit dem Orkney Red MacGregor kamen wir in den Genuss eines der nördlichsten Biere Europas. 1988 gegründet kommt die eine von zwei Brauereien der Orkneys auf etwa 50 hl Jahresausstoß.

Persönlicher Eindruck:
– malzig, süß, kaum Karamell, waldig, harzig, würzig
– würzig, matt, leicht bitter, trocken, rot

Das letzte Bier der offiziellen Verkostung kam dann wieder vom gefühlten Festland. Trotzdem ist aber die Brauerei noch jünger und kleiner. Das Craigmill Dark Mild ist ein Bierstil, der noch vor 50 Jahren in Schottland über 80% Marktanteil hat. Heute werden von diesem leichten und erfrischenden Bier kaum mehr als 5% verkauft.

Persönlicher Eindruck:
– dunkelmalzig, leicht röstig, süß, Kaffee
– Kaffee, schlank, bitter-röstig, mild

Gesamtfazit:
Meine persönliche (etwas beeinflusste) Gesamtwertung der April-Verkostung sieht dann wie folgt aus:

Im Anschluss an die „offizielle“ Verkostung gab es dann noch folgende weitere Bierspezialität aus der immer noch 100 Biere umfassenden Bierkarte der Eule:

Persönlicher Eindruck:
– malzig, grasig, süß
– feinperlig, trocken-süß, würzig

Vielen Dank also nochmals an Markus für den interessanten Abend. Dir weiterhin viel Kraft und Ausdauer bei der Renovierung.
Mit dem Hinweis auf die übernächste Verkostung am 4. Juni, bei der ich ein paar leckere Biercocktails präsentieren werde, verabschiede ich mich in den Abend.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

Bier-Cocktails + Cerevisia M @ Wiedereröffnungs-Party Zur Eule Brühl

Zur Eule – Bier & Brot | neue Betreiber, neue Website, neues Konzept

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Vorletztes Wochenende hatte die Zeit des wartens (offiziell) ein Ende. Die Eule in Brühl-Kierberg öffnete wieder ihre Tore und lud zur Wiedereröffnungsfeier. Mit dabei: Ich. Dazu später aber mehr. Nachdem das langjährige Pächterpaar Anfang des Jahres die Eule verließ, nutze Inhaber und Biersommelier Markus Weick die Gelegenheit für eine großangelegte Renovierungsphase. Von Keller bis Dach sollten entscheidende Stellen modernisiert werden ohne jedoch den ursprünglichen Charackter der 60er-Jahre Kneipe zu verändern. Zudem hat Markus das Konzept der Eule angepasst. So wird zukünftig das Thema (Craft)-Bier eine (noch) zentralere Rolle spielen. Nachdem es bisher nur zusätzlich zum regulären Kneipenbetrieb lief, soll sich die Eule zum Zantrum der Biervielfalt in der ganzen Region etablieren. Mit ständig über 99 Bieren im Angebot ist es schon jetzt die wohl bestsortierteste Kneipe im ganzen Kölner Raum. Und wer es eilig hat, der kann nach erfolgreicher Suche sein Bier auch im Außerhausverkauf mitnehmen. Neben dem Thema Bier, das auch weiterhin mit den Biermontagen und Schnupperkursen begleitet wird, rückt auch das Brot in den Fokus. Schließlich basieren beide auf die Wirkkraft der Hefe in Verbindung der Zutaten Wasser und Getreide. Auch historisch eng verwoben mit dem Bier treffen in Deutschland Bier- und Brotvielfalt wie nirgendwo anders auf der Welt zusammen. Während letztere für uns fast schon selbstverständlich ist, wird flächendeckend an erster zumindest wieder gearbeitet. Nicht nur Vielfalt, sondern auch Qualität stehen stets im Mittelpunkt der Eule. Deshalb wird zudem künftig auch kein Reissdorfer mehr, sondern Mühlen-Kölsch von Fass serviert.

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Auch wenn die Renovierungsarbeiten erst zu 40% abgeschlossen waren stieg nun vorletzten Samstag die große „Wiedereröffnungs-Sause“. Die geschätzt 200 Gäste konnten sich dabei gleich vom neuem Konzept überzeugen. Teil des neuen Konzepts ist auch die Eule als Plattform für andere anzubieten. So boten die Kierberger Urgesteine Old Friends über zwei Stunden wirklich sehr gute Musik mit zahlreichen Zugaben.

Und auch ich durfte Teil der Sause sein und das schon sehr gute Angebot an Bier, Brot und Musik mit leckeren Bier-Cocktails ergänzen. Ein Thema, was zwar noch ein regelrechtes Nischen-Dasein fristet und von einigen „Experten“ auch verpönt wird, dass aber langsam auch an Attraktivität und Popularität gewinnt. Im Zeichen der Biervielfalt bot ich an der eigentlichen Kegelbahn zwölf Cocktails zu zehn verschiedenen Bierstilen an. Besonders beliebt waren dabei der Weißbier-Mojito, Regions-bedingt natürlich die Kölsch-Colada, der Klassiker Cerveza Libre aber erfreulicherweise auch das India Pale Gold mit IPA. Da ich zunächst mit einem konservativem Publikum gerechnet habe, hatte ich sowohl Preis als auch Auswahl beschränkt. Neben den auf meiner verlinkten Seite genannten Bier-Cocktails ist die Welt natürlich relativ unerschöpflich. Schließlich multiplizieren sich hier Bier- und Cocktail-Vielfalt in unglaublicher Größe. Die einzige Herausforderung bleibt es hier auch eine geschmackliche Verknüpfung zu finden, die harmonisiert. Erfreulicherweise kamen meine Bier-Cocktails aber besser an als ich dachte, sodass sich zwischenzeitlich sogar eine Schlange an meinem Stand bildete.

Neben den Bier-Cocktails bot ich außerdem auch noch mein Bierjubiläums-Jubiläumsbier an, welches nun endlich fertig in der Flasche gereift war (über das Brauen und Abfüllen berichtete ich bereits). Auf den Namen Cerevisia M (Cerevisia für Getreidebier – M für 1.000) getauft ist es meines Wissens nach das erste Bier der Welt aus allen sieben Hauptgetreiden – dazu aber auch später an dieser Stelle mehr. Die fruchtig-würzig-süße Interpretation eines unfiltrierten Alts kam dann sogar so gut bei den Gästen an, dass von meinem mitgebrachten Kasten nur noch vier Flaschen übrig blieben. Gemeinsam mit Ralf vom Braukunst Vorgebirge genug Ansporn um die Rezeptur noch etwas zu verfeinern und mit dem Bier durchzustarten ;). Wer es verpasst hat, dem sei übrigens der nächste Biermontag (09.04.) in der Eule ans Herz gelegt, an dem das Bier Teil des schottischen Abends sein wird.

Nachdem fast alle Gäste wieder dem Heimweg angetreten hatten probierte ich mich (wo ich schon beim frevelhaften Biermischen war) wieder mal an meinem Nebenbei-Projekt Bier-Blend heran. Diesmal hatte ich Helles mit Schwarbier sowie Kölsch und Pils gemischt, welches beides schon besser war als mein erstes Schwarz-Weißbier.

Weitere Infos zur Eule und zum Biersommelier Markus Weick gibt es unter:
www.eule-kierberg.de
wordpress.99-biere.de

Siehe sonst auch: https://www.facebook.com/events/2096923857205354/permalink/2096925187205221/.

 

 

312. Hanscraft & Co. Black Nizza Motor Øl

Fleißig geht es an dieser Stelle weiter mit meiner Reihe diverser deutscher Craftbeer-Klassiker aus meinen Biertasting.Club-Bierabos. Heute am Start: Das Black Nizza Motor Øl von Hanscraft aus dem fränkischen Aschaffenburg. Dabei handelt es sich um Imperial Stout, das mit zehn unterschiedlichen Malzen gebraut wurde. Zum Einsatz kam neben Gersten- und Weizen- auch Roggen- und Hafermalz. Dieser Umstand, der Bierstil selbst, den ich sehr mag, und die Brauerei, mit der ich bisher praktisch ausschließlich positive Erfahrung gemacht habe, lassen mich hoffen, dass das heutige Bier ein erstes großes Highlight in diesem Jahr setzt. Mal schauen, ob ich meine Erwartungen zu hoch angesetzt habe

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Imperial Stout
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen-, Roggen- & Hafermalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  22°P
Alkoholgehalt. . . . . . 9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Aschaffenburg
Erscheinungsjahr. . .
2013

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________14
Fazit

Geruch: sehr dunkel-malzig, sehr röstig, sehr cremig, sehr karamellig, schokoladig, Kaffee, harzig, leicht waldig, leicht lakritzig, wenig bitter
Geschmack: sehr cremig, sehr weich, voller Körper, matt, zartbitter-schokoladig, etwas nach Kaffee, geringe Karamell-Süße, leicht bitter, Zartbitter-Abgang
Gesamt: Schön, wenn sich Prophezeiungen mal erfüllen. Denn tatsächlich darf ich Euch heute das bisher beste Bier des Jahres präsentieren. Es erfüllt exakt, dass was ich mir von einem Imperial Stout erwarten würde. Klare Zartbitter- und Kaffee-Aromen und dazu noch extrem cremig und weich, lässt es dem Stout-Fan keine Wünsche offen. Kein Bier von dem man mehr als 2 Flaschen trinkt, aber für einen genussvollen Abend genau das richtige. Dass dann noch alle vier europäischen Getreide verarbeitet sind, macht mich natürlich noch glücklicher. Alles in allem also herausragende 14 Pkt. (1) im Gesamt-Classement.

Weitere Infos zum Bier unter: http://hc-co.de/de/.

Prost & guten Abend! ?

310. Ratsherrn Matrosenschluck – Oat White IPA

Unterbrochen von einer kurzen Abschluss-Episode von alkoholfreien Bieren zum Ende der Fastenzeit, möchte ich in den kommenden Wochen meinen inzwischen wieder üppig angewachsenen Biervorrat leeren und Euch sukzessive meine Schätzchen vorstellen.

Das heutige Bier von der bekannten Hamburger Craftbrauerei Ratsherrn stammt dabei wie viele andere auch von meinen verdienten Bierabos des Beertasting.Clubs von KALEA. Es handelt sich – wie der Titel bereits verrät – um ein IPA, dass neben Gersten- auch Weizen- und Hafermalz enthält. Als Freund alternativer Getreide ist natürlich hoch interessant. Vor allem beim Bierstil des IPA ist es sehr ungewöhnlich, dass mal mit anderen Getreiden akzentuiert und nicht ausschließlich auf die Übersee-Hopfen abgestellt wird. Zudem finden sich noch Orangenschalen in der Zutatenliste, die mich eher an ein belgisches Witbier erinnern. Umso gespannter bin ich, welchen Einfluss diese Besonderheiten auf das IPA haben.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen- & Hafermalz, Orangenschalen, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Hamburg
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: sehr fruchtig nach Zitrone, Himbeere, Maracuja & Litschi, hell-malzig, leicht säuerlich, weich
Geschmack: mittelgroßer Körper, spritzig, erst fruchtig-säuerlich nach Orange, dann stärker malzsüß & grasig, leicht hefig, trocken-sauer-fruchtiger Abgang
Gesamt: Welch eine spannende Melange aus Frucht und Malzsüße. Solch ein IPA ist mir in der Tat noch nicht über die Zunge gelaufen. Leider ist meiner Ansicht nach die verwendete Orangenschale überflüssig und nur etwas für Sauerbierfans. Für mich noch interessanter wäre also gewesen, wie das Bier nur in Kombination aus Malzen und Hopfen gewirkt hätte. So wirkt sich der leicht säuerliche Überhang leider auf die Gesamtnote aus, die sich trotzdem mit 12,5 Pkt. (2++) sehen lassen kann.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.ratsherrn.de/de/unsere-biere/ratsherrn-stammsorten/matrosenschluck-oat-white-ipa.html.

Prost & guten Abend! ?

300. 1.000 – DIE ABFÜLLUNG

Am vorgestrigen Montag konnte ich nun endlich das Bierjubiläum-Jubiläumsbier abfüllen. Nach über 2 Wochen Hauptgärung im Bottich entschieden sich Ralf und ich das Bier nun zur Nachgärung in Flaschen und Fass abzufüllen. Dafür habe ich in den letzten Wochen über vier Kästen Bierflaschen gereinigt und zur Verfügung gestellt. Glücklicherweise konnte ich damit auch meinen Leergutbestand, der sich nunmal als Bierblogger anhäuft etwas reduzieren. Zusätzlich konnte ich zu Vergleichszwecken noch ein 5l-Fass von Ralf befüllen.

Nach kurzer Einweisung von ihm habe ich die Abfüllung dann in Eigenregie übernommen. Dabei wurden zunächst die beiden Gär-Bottiche (mit den unterschiedlichen Hefen) in den Abfüll-Bottich umgefüllt, um so die groben Hefesedimente von der Abfüllung fernzuhalten. Zur Karboniserung des Bieres wurde zuvor Traubenzucker aufgelöst und dem Jungbier hinzugefügt. Grundsätzlich ist das die sicherste Methode, um im Bereich des Hobby-Brauens eine saubere CO2-Erzeugung zu gewährleisten. Da es sich bei meinem Jubiläumsbier um eine Interpretation eines unfiltrierten Alts handelt – es also ein obergäriges Bier ist – ist dies sogar konform mit dem Reinheitsgebot. Aus dem Abfüllbottich wurden dann die Flaschen (bzw. das Fass) befüllt, welche dann nur noch z.T. mit Kronkorken verschlossen werden mussten.

Als Ausbeute konnten wir über 3 Kästen und besagtes Fass füllen, welche nun noch etwa 2 weitere Wochen in meinem Keller nachgären müssen.

Hier einige Impressionen:

Eine erste Geschmacksprobe des noch nicht vollendeten Bieres war zumindest schon mal trinkbar ;). Bleibt nun nur abzuwarten, wie das Bier nun nach Beendigung der Nachgärung schmecken wird. Ich bin sehr gespannt.

Vielen Dank in diesem Zusammenhang nochmals an Ralf, ohne den dieses einmalige BIerexperiment nicht möglich gewesen ist. Wenn es gelungen ist, freue ich mich schon jetzt es unter die Leute bringen zu können.

Prosit Mundus manufactum! ??