Schlagwort-Archive: Hafer

213. Omnipollo Magic 3.5 – Pineapple Gose

Mit dem heutigen Bier möchte ich ein sehr fruchtiges Wochenende einläuten, bei dem die weiteren Zutaten aber hoffentlich auch nicht zu kurz kommen.

Beginnen möchte ich mit meinem ersten Bier aus Schweden. Dabei dachte ich eigentlich, dass ich schon längst ein Exemplar des sehr umfangreichen Sortiments von Omnipollo proBiert hätte. Aber nun, zum Glück ist es endlich so weit, schließlich habe ich schon viel Positives von der skandinavischen Bekanntheit gehört und gelesen.

Gegründet hat sich Omnipollo 2011 durch Henok Fentie und Karl Grandin. Diese haben ihr Sortiment in den darauffolgenden Jahren auf bis zu 80 Bieren hochgeschraubt, bei der glaube ich selbst der Experte den Überblick verlieren kann. Gebraut wird übrigens im Kuckuck-Verfahren – d.h. die Rezepte werden zwar vor Ort in Stockholm ausgetüftelt, wenn es aber um die Produktion geht reisen sie zu befreundeten Brauereien um den Globus um dort brauen zu lassen oder selbst Hand anzulegen.

Die Ananas Gose zum Beispiel wurde in Anlehnung an den alten sächsischen Bierstil mit Hafer und Ananas verfeinert in De Proefbrouwerij in Belgien gebraut.

Markenzeichen der weltweit bekannten Marke ist übrigens das sehr eigenwillige Flaschendesign, dass von den Gründern immer zwischen puristisch (ganz ohne irgendeins) und völlig abgedreht pendelt.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Gose
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hafer, Salz, Ananassaft, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 3,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Stockholm / Schweden [Lochristi-Hijfte / Belgien]
Erscheinungsjahr. . .
2015

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___-
  • Aussehen:____________________4
  • Geruch:______________________5
  • Geschmack:__________________6
Fazit

Geruch: klar sauer-fruchtig, neben Ananas noch Limette und Papaya riechbar, plus Salznote, frisch und muffig zugleich
Geschmack: sauer, sauer, sauer, dazu noch viel helle Frucht, viel Spritzigkeit, leicht salzig, wenig Körper aber keine hohe Süffigkeit, im Abgang leicht trocken-herb
Gesamt: Nachdem ich nun schon einige Goses trinken durfte, würde ich mich als gar nicht so unaufgeschlossen bezeichnen. Diese hier jedoch lässt mich fast aus den Latschen kippen. Eine derartige salzig-fruchtige Säure habe ich schon lange nicht mehr geschmeckt. Man kann noch nicht einmal sagen die Ananas ist Schuld, vielmehr unterstreicht sie den Gose-Charakter zu deutlich. Selbst für meinen experimentellen Gaumen zu extrem, deshalb insgesamt auch nur 6 Pkt. (4+). Als Nischenprodukt oder für den skandinavischen Markt aber sicher wertvoll.

Weitere Infos zur Brauerei unter: http://www.omnipollo.com/beer/3-5/.

Prost!

212. Belhaven Scotish Oat Stout

Nach kurzer Pause geht die Reise heute zur ältesten noch aktiven Brauerei Schottlands. 1741 gegründet hat der schöne Hafen alle Konsolidierungs- und Schließungswellen der Vergangenheit überstanden, ist seit 2005 jedoch nicht mehr unabhängig. Seit inzwischen 12 Jahren gehört Belhaven der größten rein britischen Braugruppe Greene King, welche auch Pubs und Hotelketten betreibt. Noch vor dieser Übernahme stieg die südwestschottische Brauerei zu einer der bekanntesten Marken in ganz Britannien auf. Das Belhaven Best ist heute das meistausgeschenkteste Ale Schottlands – etwa jedes dritte gezapfte trägt dieses Label. Die offizielle Gründung der Brauerei wird zwar auf Mitte des 18. Jahrhunderts beziffert, man geht allerdings davon aus, dass an selbiger Stelle bereits 200 Jahre zuvor Bier gebraut wurde. Auch die noch heute bestehenden und genutzten Gebäude, die sogar zum schottischen Kulturerbe gehören, lassen auf eine längere Geschichte schließen.

Das Oat Stout ist dabei ebenfalls ein Teil schottischer Geschichte. So wird Hafer, anders als in Deutschland, aufgrund des traditionell hohen Anbaus vor Ort häufig im Nationalbierstil verwendet. Sie machen es allgemein etwas süßer, weicher und runder im Gesamteindruck.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Stout
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hafer, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Dunbar/ Schottland
Erscheinungsjahr. . .
2014

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___9
  • Aussehen:____________________8
  • Geruch:______________________7
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Geruch: nur schwach karamellig, röstig, grasig und getreidig
Geschmack: schön aber nicht zu süß, typisch karamellig und röstig-malzig, leicht säuerlich, schoko-kaffeeige Noten, mittelgroßer Körper, trocken-öliger getreidiger Abgang
Gesamt: Nachdem in der Nase noch ein großes Fragezeichen übrig blieb, kann das Hafer-Stout auf der Zunge überraschend doch noch überzeugen. Belhaven hat es (mit dem Hafer) geschafft eine Süße in das Bier zu bringen, die soeben nicht unangenehm, sondern lecker ist. Die dabei auftretenden Kakao- und Kaffeenoten passen sehr gut in diesen Bierstil. Auch die getreidigen Noten, die zum Ende immer stärker werden sind interessant. Aufgrund der Gesamtwertung kann ich aber leider nicht mehr als 9 Pkt. (3+) geben, obwohl es geschmacklich klar mehr zu empfehlen ist.

Weitere Infos zur Brauerei unter: https://www.belhaven.co.uk/.

Prost!

211. Biersommer / Sommerbier – Bierverköstigung Juli

Blanche de Namur | AleMania New England IPA | Starkes Gebräu Dunkles | Gouden  Carolus hopsinjoor | Worthington´s White Shield

Letzten Montag war es wieder so weit: der allmonatliche Eulen-Montag mit Biersommelier Markus Weick stand an. Nach meinem eigenen Vortrag im Juni das zweite Mal nach meiner Babypause, woran ich teilnehmen konnte. Passend zur Jahreszeit ging es den Abend um Sommerbiere und den Biersommer.

Vor der eigentlichen Verkostung ging es erst einmal weiter im Kölsch-Projekt, bei dem Markus bis 2019 (da wird die Kölsch -Konvention 33 Jahre) alle Kölsch vorgestellt und durchprobiert haben will. Diesmal stand das Colonius-Kölsch an, welches ich bereits zur Maiwoche in Osnabrück letztes Jahr proBierte. Colonius ist eine Marke von Traugott Simon und wird via Trinkgut, Edeka oder Netto als Eigenmarke vertrieben. Gebraut wird es in der Sünner-Brauerei.

Das erste „reguläre“ Themen-Bier war dann das Tegernseer Hell, welches ich ebenfalls letztes Jahr zum Einstieg in die bilinguale Veranstaltung von Markus „German Beer Culture“ verkosten durfte:

Während heute insbesondere Helles, Kölsch oder helle Weißbiere den sommerlichen Biermarkt im saisonalen Vergleich dominieren, wird häufig vergessen, dass der Sommer lange Zeit eine ganz besondere Bedeutung für das Bier hatte. Schließlich bestand über drei Jahrhunderte lang ein Brauverbot für sogenannte „Braunbiere“ zwischen dem 23. April (St. Georg – heute als Tag des Bieres gefeiert) und dem 29. September (St. Michael).

Grund des Verbotes waren wahrscheinlich die problematischen Braubedingungen dieses Bieres im Sommer. Als Braunbiere wurde seinerzeit nämlich alljene Biere bezeichnet, die ausschließlich mit (dunklem) Gerstenmalz untergärig gebraut wurden. Und untergärige Hefen benötigen zur Gärung recht niedrige Temperaturen, die ohne die erst 1870 von Linde erfundene Kältemaschine nicht flächendeckend erreicht werden konnten. Ausgeschlossem vom Verbot waren Weißbiere, die die entgegen des damals kurz zuvor erlassenen heute bezeichneten „Reinheitsgebots“ mit Weizenmalz und obergärig exclusiv von den herzoglichen Hofbrauereien gebraut wurden. Dies hatte neben dem wirtschaftlichen auch einen technischen Vorteil. So sind obergärige Hefen nicht derart temperatursensibel und können auch noch unter sommerlich-milden Temperaturen vergären.

Um trotzdem auch bei hohen Sommertemperaturen brauen zu können siedelten sich viele Brauereien auch in Felsenkellern an, die für Gärung und Lagerung bessere Bedingungen boten. Viele dieser Keller wurden nach Erfindung der Kältemaschine in Bayern für die Gastronomie geöffnet und als Gastraum/Ausschank zur Verfügung gestellt. Die meisten dieser Keller befinden sich geologisch bedingt in Bayern, allerdings gibt es in Mendig auch ein prominentes Beispiel eines großen Bierkellers in der Eifel. Ab 1832 wurden dort leeren Höhlen vom Basaltabbau für bis zu 28 Brauereien in der Hochphase genutzt. Heute ist davon nur noch die Vulkan-Brauerei übrig, die diesen Bierstollen jedoch auch erst in den letzten Jahren wieder reaktiviert hatte.

Bis zu diesem Brauverbot wurden vermutlich immer gewisse „Mischbiere“ gebraut, die grundsätzlich sowohl unter- als auch obergärige Hefen enthielten, wobei je nach Jahreszeit die eine oder andere dominierte. Im Zuge des Verbotes jedoch bildeten sich wahrscheinlich die ersten rein unter- bzw. obergärigen Biere heraus. So ist zu vermuten, dass um diese Zeit sich auch der Bierstil „Dunkel“ in Bayern herausbildete und das heute Weißbier obergärig wurde. Denn durch die Braupause im Sommer wurde die obergärigen Hefestämme (aktiv bei wärmeren Temperaturen) zugunsten der untergärigen Hefestämme (aktiv bei kühleren Temperaturen) bevorteilt. Dunkel deshalb, weil das Gerstenmalz beim Darren damals direkt befeuert und somit dunkler in der Farbe wurde.

Nachdem das Brauverbot seit 1539 Bestand hatte, wurde es erst 1850 offiziell aufgehoben. Übrigens: Das Märzen, das 1841 erstmalig als Oktoberfestbier von Spaten vorgestellt wurde, geht auf dieses Verbot zurück. Da im Sommer nur eingeschränkt gebraut werden durfte musste im März ein besonders starkes Bier gebraut werden, das den Sommer über hielt.

Weiter ging es mit einem für Deutschland ungewöhnlichem aber für unserer Biernachbarland Belgien sehr typischen Sommerbier: Das Blanche de Namur. Das Witbier ist das Flaggschiff der Brasserie du Bocq aus dem wallonischen Purnode und wird dem Bierstil entsprechend mit Weizen, Koriander und Orangenschalen eingebraut. Der Name geht dabei auf eine in Belgien geborene Königin von Schweden und Norwegen aus dem 14. Jahrhundert zurück. Besonderheit des Bieres ist die 0,75l-Flasche:

Persönlicher Eindruck:
fruchtig würzig im Geruch, leicht scharf und nach Koriander im Geschmack, insgesamt sehr süffig

Auch das Folgebier hatte ich bereits im Januar diesen Jahres vorgestellt: Maisel & Friends Citrilla. Ein Hinweis sei hier auch auf meinen Bericht zum limitierten Summer Pale Ale der Bayreuther Kreativbrauer an dieser Stelle gestattet.

Als letztes Bier der offiziellen Verkostung ging das neue New England India Pale Ale vom Bonner AleMania an den Start. Darüber habe ich mich besonders gefreut, da es auch schon auf meinem Einkaufszettel stand, enthält es doch Haferflocken als alternative Getreide. Zudem ist es eines der Vertreter eines neuen Bierstils, der auf die „East Coast IPAs“ zurück geht, die im Vergleich zu den „West Coast IPAs“ fruchtiger, weniger bitter und weniger alkohollastig sind:

Persönlicher Eindruck:
fruchtig, relativ malzig, süß, waldig-erdig, recht stark hopfen-bitter, weich

Meine persönliche Gesamtwertung aller Biere sieht wie folgt so aus (wobei das Kölsch als themenfremdes Bier nicht in die Wertung einging):

Mit Markus teilte ich mir im Anschluss dann noch folgende Biere aus der mehr als reichhaltigen Auswahl der Eule:

  • Starkes Gebräu Dunkles:
    – obergärig; 9%
    – „alkoholhaltiges Getränk“ mit Gerstenflocken und Rübenzucker
    – gemaischt im Infusionsverfahren mit 20% Gersten-Buchenrauchmalz
    – Flaschengärung mit Rotweinhefen und monatelange Reifung
    – entwickelt von der Agentur BierAtelier aus dem Ostwestfälischen Land in Schieder-Schwalenberg, die neben dem Vertrieb von Bieren auch das Magazin Bier & Brauhaus verantwortlich zeichnet
    – karamellig-malzig, leicht rauchig und nach Rotwein schmeckend
    https://www.bieratelier.de/

  • Gouden Carolus hopsinjoor:
    – obergärig; 8%; 18°P
    – belgisches Blonde (eingeführt 2008) von der Brauerei Het Anker aus Mechelen
    – mit 5 verschiedenen Hopfensorten
    – trocken-hopfig, herb, hell, weich, frisch, fruchtig, karamellig, bitter, sehr dumpf, gemüsig, nach Urlaub

    http://www.hetanker.be/en/gouden-carolus-hopsinjoor

  • Worthington´s White Shield:
    – obergärig; 5,6%
    – ältestes India Pale Ale der Welt, das 1829 als East-IPA erstmals für die britischen Seefahrer hergestellt wurde
    – aus der englischen Brauerei Worthington (gegründet 1744 in Burton upon Trent), welche heute der Coors-Gruppe angehört
    Real Ale

    – karamellig, grasig, matt, sehr weich, sehr balanciert, malzig, süß, getreidig, sehr untypisch für ein heutiges IPA

Beim Schreiben dieser Zeilen begleitet mich dann ferner noch folgendes Bier, das im Rahmen meiner Tätigkeit als Biertester für den Beertasting-Club von Kalea erhalten habe und das auch sehr gut zum Thema Sommerbier passt:

  • Kulmbacher Leicht:
    – alkohol- und kalorienreduzierte Variante des Edelherb Pils der bekannten Brauerei aus Franken
    – sehr süffig und malzig-leicht, aber auch leicht industriell

    – untergärig; 2,9%; 7.6°P
    – http://www.kulmbacher.biz/de/klb/Unsere-Biere/Kulmbacher-Leicht/index.php

Vielen Dank also nochmals an Markus für den interessanten Abend. Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

204. Main Seidla Harvest Moon

Auch mit dem heutigen Bier liege ich wieder jahreszeitentechnisch daneben. Aber zumindest bin ich beim Herbst schon näher am Sommer als noch beim Belgischen Winter. Und da Harvest Moon für den ersten Vollmond im Herbst steht, ist der Sommer da schließlich oftmals noch gut zu spüren.

Harvest Moon bezieht sich aber nicht nur auf den entsprechenden Mond, sondern natürlich auch auf die dazugehörige Erntezeit. Und so war ich freudig überrascht, dass das Brauhaus Binkert dieser landwirtschaftlichen Zeit ein spannendes Bier aus den drei Getreiden Gerste, Hafer und Dinkel widmet:

„DAS ERNTEBIER: Der goldene Herbst mit seinem einzigartigen Licht, eingefangen in der Fülle von Gersten, Hafer- und Dinkelmalz verspricht eine Belohnung, wie man sie nur zur Erntezeit mit Dankbarkeit verspürt. Eher mild in seiner harmonischen Bittere kommt die Erntereife voll zur Geltung. Süße Früchte, wie Trauben und Mandarinen werden durch die ausgewogene Auswahl von uralten und brandneuen Hopfensorten zur Entfaltung gebracht. Ariana beim „late hopping“ und Hersbrucker Pure beim „dry hopping“ ergänzen sich blendend zu einem erdverbundenen Lobgesang an die fränkischen Heimat. War in alten Zeiten das Erntebier wegen der schweren körperlichen Arbeit eher ein Leichtbier, so haben wir den moderaten Alkoholgehalt den heutigen Genussansprüchen in Form eines echten Vollbiers angepasst. Denn weiterhin gilt: die wichtigste Eigenschaft von Bier, ist der Durst auf ein zweites!“

Zumindest in der Theorie (Getreide+Hopfen+Heimat) verspricht es also ein wirklich interessantes Bier zu sein. Dazu passt übrigens auch die schwierige Bierstilzuordnung: Handelt es sich doch um obergäriges Helles mit alternativen Getreidearten. ProBier ich also mal, ob es tatsächlich auch Durst auf ein 2. macht…

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Fränkisch Wieß
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Dinkel- & Hafermalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  11.5°P
Alkoholgehalt. . . . . .
4,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Breitengüßbach
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Geruch: hopfig-frisch, fruchtig, grasig-malzig
Geschmack: recht spritzig, leicht rot-fruchtig, fruchtig-herb-frischer Abgang, Zwischentöne von Getreide & Gras, wenig Körper
Gesamt: Nach den ersten Schlucken dachte ich noch, ob die zwei Monate MHD-Überschreitung dem Bier vielleicht doch nicht so gut taten. Aber im Verlaufe entwickelte sich der Geschmack dann aber doch besser. Auch wenn es insgesamt relativ ausdruckslos bleibt, merkt man dem Bier schon die Intention an. Sowohl Frucht- als auch Grasnoten sind klar erkennbar, wenn auch in geringer Intensität als erwartet. Das Bier erinnert tatsächlich eher an das angesprochene leichte Erntebier und ist somit wohl näher am historischen Original als gedacht. Es ist also kein Top-Bier, man kann aber definitiv noch ein zweites davon vertragen. In Summe gute 10 Pkt. (2-).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.ratebeer.com/beer/main-seidla-harvest-moon/463820/.

Prost!

 

200. Alternative Getreide – Bierverköstigung Juni

Alzeyer Hirsetrunk | Mongozo Buckwheat White Beer | Kiuchi Hitachino Nest Red Rice  | Elav No War Rye IPA | The Dancing Camel Olde Papa | Shepherd Neame & Co. 1698 | Pinkus Jubilate

Am vergangenen Montag habe ich mein Comeback in der Kierberger Eule nach meiner Babypause feiern dürfen. Und das gleich mit einem Kracher: Dank meiner großartigen Frau hatte ich die Möglichkeit über mein Lieblings-Thema referieren zu dürfen: Alternative Getreide außer Gerste (und Weizen) im Bier. Nachdem es in der Mai-Verkostung rund um das Gerstenkorn ging, habe ich mich zum Wieder-Einstieg anderen Getreidegattungen gewidmet, die als Basis für Bier dienen. Denn neben Gerste und Weizen gibt es fünf weitere Hauptgattungen der in der Botanik als Getreide geltenden Pflanzen:

Dabei sind Einkorn, Emmer und Dinkel Ur-Formen des heutigen Weizens und werden als Urgetreide bezeichnet. Während Gerste, Weizen, Roggen und Hafer die klassischen europäischen Getreide sind, liegt der Ursprung der anderen drei Getreide außerhalb unseres Kontinents:

Vor der eigentlichen Verkostung ging es erst einmal weiter im Kölsch-Projekt, bei dem Markus bis 2019 (da wird die Kölsch -Konvention 33 Jahre) alle Kölsch vorgestellt und durchprobiert haben will. Diesmal stand das Peters-Kölsch an, welches ich zwar bereits im Rahmen meiner großen Kölsch-Verköstigung Anfang letzten Jahres probierte, es aber als Einstieg trotzdem ganz gut war – enthält es doch neben Gersten- auch Weizenmalz.

Den Beginn der Verkostungsreihe machte ein wirklich sehr sehr interessantes Bier aus Rheinland-Pfalz: Der Alzeyer Hirsetrunk. Das Bier wurde im Rahmen des monatlichen Bierfahrplans von Volker Bräu im Mai gebraut und auf dem Kölner Festival der Bierkulturen vorgestellt:

Persönlicher Eindruck:
relativ süß, aber weder fruchtig-süß noch karamell-süß, sondern getreidig-süß
sehr spannend und herausragend lecker

Leider ist dieses Bier zeitlich und räumlich nur sehr limitiert erhältlich. Gerne hätte ich mir noch mehr von diesem wirklich leckeren Trunk gegönnt. Und ohne es vorweg nehmen zu wollen: Die Konkurrenz hatte es am heutigen Abend schwer dieses noch zu toppen.

Neben den sieben Getreiden gibt es aber auch noch sogenannte Pseudogetreide. Das sind jene Pflanzen, die zwar Körner ausbilden, diese aber keine Eigenbackfähigkeit besitzen. Nichtsdestotrotz sind einige der Pseudogetreide hervorragend als Zutat zum Bierbrauen geeignet. Zu den bedeutendsten Pseudo-Getreiden zählen:

Konsequenterweise ging es also auch mit einem Bier dieser Kategorie weiter: Dem Mongozo Buchweizen Witbier. Grundsätzlich stammt das Rezept aus Angola, wird jedoch in Belgien gebraut. Deshalb wohl auch die Einflüsse eines klassisches Witbiers. Interessant ist an diesem Bier auch die Verwendung geheimer Gewürze – auch nicht unerwähnt bleiben sollte, dass es sich hierbei um ein Bio- und Fairtrade-Bier handelt:

Persönlicher Eindruck:
trotz eines wohl eher geringen Anteils an Buchweizen kommt die nussige Note heraus, auch wenn der säuerliche Eindruck dominierte

Zum dritten Bier der Verköstigung wurde dann der europäische Kontinent aber wirklich verlassen. Es folgte das inzwischen auch in Deutschland recht gut erhältliche Hitachino Nest Red Rice Bier von Kiuchi aus der Nähe von Tokio in Japan. Neben Gerstenflocken enthält dieses Bier eben auch Roten Reis – eine der unzähligen Reissorten. Gebraut wird das Bier übrigens in einer eigentlichen Sake-Brauerei:

Persönlicher Eindruck:
sehr würzig, leicht süß und extrem vielschichtig

Zur Auflockerung der Runde gab es passenderweise im Anschluss einen Probierschluck Sake, den Markus mitgebracht hatte. Schließlich ist Sake – auch obwohl es auf deutsch als Reiswein übersetzt wird – ein sehr naher Verwandter des Bieres, was die folgende Übersicht des Herstellungsverfahrens verdeutlicht:

Doch was sind eigentlich die Vor- und Nachteile von alternativen Getreiden im Bier? Warum werden diese besonders außerhalb Deutschlands verwendet und wo liegen die Herausforderungen beim Brauen?

Es gibt also sicher einige Pro- und Contra-Punkte bei der Verwendung alternativer Getreidearten als Gerste und Weizen. Dass es in Deutschland jedoch sowohl gesetzlich als auch bierkulturell nicht zu einem stärkeren Einsatz dieser Getreide oder Vertrieb solcher Biere kommt, ist meiner Ansicht nach nicht zu erklären. Auch wenn ich keine Ausbildung oder gar Studium im Brauwesen genießen durfte, vermag ich einschätzen zu können, dass der Einsatz von Roggen, Hafer, Mais, Reis oder Hirse zumindest limitiert vorteilhaft für alle Beteiligten ist. So eröffnen sich der Brauerei deutlich mehr Möglichkeiten, wobei der Biergenießer von einer deutlich (qualitativ) höheren Biervielfalt profitieren könnte. Nicht nur der Hopfen kann bierprägend sein, auch auf das Getreide sollte endlich mehr Wert gelegt werden.

Den Abschluss der offiziellen Verkostung machte dann ein Bier mit Roggen aus Italien. Aufgrund dessen, dass es dort nie eine solche historische Biervielfalt wie in Deutschland gab, hat sich in Italien in den letzten Jahren eine deutlich stärkere Craft-Bier-Bewegung entwickelt als hierzulande:

Persönlicher Eindruck:
sehr IPA-like, leicht würzig und bittersüß

Hier also nochmals alle Biere (und die Sake) in der Übersicht:

Meine persönliche Gesamtwertung aller Biere sieht wie folgt so aus (wobei das Kölsch als themenfremdes Bier nicht in die Wertung einging):

Mit Markus teilte ich mir im Anschluss dann noch folgende Biere aus der mehr als reichhaltigen Auswahl der Eule:

  • The Dancing Camel Olde Papa:
    – mediterranes Starkbier mit Dattelsirup
    – für die 1. israelische Mikrobrauerei Dancing Camel Brewing Company von der Berliner Bierfabrik gebraut
    – benannt nach einen historischen Braumeister
    – untergärig; 7,5%
    – Liebesgrüße aus Tel-Aviv
    https://www.dancingcamel.com/beers

  • Shepherd Neame & Co. 1698:
    – Kentish Strong Ale mit Flaschengärung
    – soll nach dem Bedingungen von 1698 gebraut worden sein
    – Real Ale
    – weitere Infos siehe auch W16

    – obergärig; 6,5%
    https://www.shepherdneame.co.uk/beer/1698

Beim Schreiben dieser Zeilen begleitet mich dann ferner noch folgendes Bier, das ich als Referentengeschenk von Markus erhalten habe:

  • Original Leipziger Gose:
    – original Leipziger Gose aus dem bayrischen Bahnhof
    – eingebraut mit Koriander und Salz
    – herrlich sauer-fruchtig

    – untergärig; 4,5%
    http://www.gose.de/

Vielen Dank also nochmals an Markus für den interessanten Abend und die tollen Biere sowie an das Publikum, das sich mit diesem Thema konstruktiv auseindergesetzt hat.

Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

Das letzte Abendmahl: Bierbrot

„Während des Mahls nahm er das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es ihnen und sagte: Nehmt, das ist mein Leib. Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, reichte ihn den Jüngern und sie tranken alle daraus. Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.“ Markus-Evangelium Kapitel 14 Vers 22-24

Am heutigen Gründonnerstag, welcher an das letzte Abendmahl Jesu Christi erinnert, habe ich mit der mir geschenkten Backmischung zum ersten Mal ein Bierbrot gebacken. Und welches Bier könnte dafür nicht passender sein als das Loffelder Bio-5-Korn vom Staffelberg Bräu aus Bad Staffelstein. Bereits auf unserer Franken-Tour verköstigt und für sehr gut befunden, wurde es im letzten Jahr anlässlich des Bierjubiläums als Sondersud mit Gerste, Hafer, Roggen, Emmer und Dinkel eingebraut. Verfeinert mit etwas Dinkelvollkornmehl und Haferflocken verwandelt sich das Bier mit der Backmischung nun zu einer wahren Osterköstlichkeit.

Besten Dank auch nochmals an Sabrina und René für das tolle Geschenk.

Infos zum Bier unter: http://www.staffelberg-braeu.de/cms2/aktuell/2016/160-Jahre-Staffelberg-Braeu_500-Jahre-Reinheitsgebot.php

Und die dazugehörige Backmischung: https://www.depot-online.com/backmischung-bierbrot-454g-MRT0002240.html

Guten Appetit!

Blogbier, die XIII.

Beim Besuch unserer Freunde aus Herzebrock-Clarholz kam folgender Biermix auf den Tisch:

  • Tegernseer 1806 Max I. Joseph:
    – 12°P; 5,2%; untergärig
    – Exportbier zum 200-jährigen Jubiläum der Gründung Bayerns
    – besagter bayrischer König erwarb einst das Kloster samt Brauerei und noch heute befindet sich das Kloster und das Herzoglich Bayrische Brauhaus in wittelsbachschem Familienbesitz
    – gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1493
    http://www.braustuberl.de/
  • Wildbräu Meistersud Festbier:
    – 13.5°P; 5,6%; untergärig
    – Märzen von der 1616 gegründeten Familienbrauerei aus dem bayrischen Grafing
    – wirklich meisterhaftes Etikett mit Marken-Anagramm
    https://www.wildbraeu.de/wildbraeu/wildbraeu-biere/meistersud
  • Brauerei Meister Vollbier:
    – 12°P; 4,9%; untergärig
    – Brauerei + Gasstätte + Hotel = fränkische Dreifaltigkeit
    http://www.meisterbräu.de/mod/main.php
  • Merkendorfer Hummel-Bräu Märzen:
    – 5,4%; untergärig
    – ebenfalls aus dem wunderschönen Oberfranken
    http://www.brauerei-hummel.de/index.php?top=2,21
  • Rittmeyer Hallerndorfer Hausbrauerbier:
    – 5%; untergärig
    – Kellerbier nach alter fränkischer Hausbrautradition aus der 1422 gegründeten Hallerndorfer Familienbrauerei, die seit vielen Jahren auch „Kraftbier“ braut
    http://www.rittmayer.de/brauerei/sortiment/
  • Hanscraft & Co. Bayerisch Nizza:
    – 5,3%; obergärig
    – 3-fach kaltgehopftes „Wheat Pale Ale“ (dt. Hefeweizen) aus dem Münchner Kreativbierhaus
    – Gold beim Meininger International Craftbeer-Award 2014
    http://hc-co.de/de/
  • Hösl Whiskey-Weisse:
    – 5,6%; obergärig
    – vom Privatbrauhaus Hösl in Mitterteich in der Oberpfalz
    – anlässlich der 20-jährigen Partnerschaft zwischen Mitterteich und der englischen Stadt Cheddleton Wetley-Rocks/Stafford-Shire mit Whisykey-Malz, also über Torf geröstetes Gerstenmalz, gebraut
    http://www.hoeslbraeu.de/produkte/whiskey-weisse.html
  • Kingfisher Premium:
    – 4,8%; untergärig
    – Indiens beliebtestes Lager
    – im Bamberg nach indischem Rezept aus 1857 gebraut
    – Hauptsitz des 1978 gegründeten Unternehmens ins Bangalore
    – vielen Dank an den Sponsor Matthias 😉
    http://kingfisherbeer.co.uk/products
  • Störtebeker Kellerbier 1402:
    – 11.1°P; 4,9%; untergärig
    – von einer der bekanntestesten deutschen Handwerkskbier-Marken
    – bestes Kellerbier 2010 (World Beer Cup)
    – wirklich sehr sehr sehr lecker malzig süffig
    https://www.stoertebeker.com/de_de/keller-bier-1402/
  • Oedipus Shampoo:
    – 5%; obergärig
    – ein Vertreter des äußerst seltenen niederländischen Bierstils Kiutbier aus Amsterdam
    – mit Hafermalz eingebraut
    – der Name rührt übrigens vom seifigen und schaumigen Geschmackseindruck des Weizens in Kombination mit Hafer her – außerdem bedeutet Kruit auf deutsch Roge bzw. Laich
    http://oedipus.com/beer/shampoo/
  • Oberreichenbacher Hausbräu:
    – 4,9%; untergärig
    – Kellerbier vom 1894 gegründeten Brauerei-Gasthof Geyer
    – die verwendeten Hopfenauszüge passen irgendwie nicht zur „ursprünglichsten“ Bezeichnung
    http://brauereigasthof-geyer.de/brauerei/?age-verified=048ceff266#wppizzaPrettyPhoto/3/

Vielen Dank nochmals auch auf diesem Wege an Sabrina, René und den kleinen Laurenz für den schönen Besuch.

Craftbeer Corner Coeln, die II.

Jopen Good Morning Sunshine | The Kernel Saison | Basqueland Brewing Lasai´son | Basqueland Brewing Vap´n Norbert | Basqueland Brewing Arraun | Basqueland Brewing Aupa | Basqueland Brewing Enigma | Basqueland Brewing Imparable | The Kernel IPA | BrewFist 2Late | Gänstaller Affumicator | Põhjala Must Kuld | Basqueland Brewing Begi Haundi | Basqueland Brewing Choc Tooth Hazelnut | Jopen Adrian Wit | Lervig 3 Bean | Innis & Gunn – Rum Finish | Brouwerji De Molen – Bommen & Granaten Rioja Barrel Aged | Gaffel Sonnenhopfen

 

 

 

 

 

 

 

Letztes Wochenende war es (endlich) wieder soweit: C³-Time. Diesmal waren dafür extra Alex und Nils aus Osnabrück angereist um auch einmal dem Erlebnis CCC beizuwohnen und ihren Bierhorizont zu erweitern. Den Termin hatte ich so getimed, dass wir noch einige Biere der Basqueland Brewing  verkosten können, die am vergangenen Donnerstag zu Besuch waren und ihre Fässer angeschlossen haben. Schließlich war für uns alle das Baskenland noch ein kleines Bier-Niemandsland. Allerdings wird dort – genauer in Hernani (südlich von San Sebastian) – seit 2014 handwerklich und qualitativ hochwertig gebraut. Umso mehr waren wir hierauf aber natürlich auch auf die vielen weiteren spannenden und leckeren Biere gespannt. Und ich kann euch sagen: Es war wie auch schon bei meinem ersten Besuch wirklich großartig. Hier also meine Impressionen aus dem Herzen der Biervielfalt in Kölle.

Bierfacts:

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  • Lervig 3 Bean:
    – obergärig, 13%, 30°P
    – Imperial Stout von der 2003 gegründeten Brauerei aus dem norwegischen Stavanger
    – mit Tonka-, Kakao- und Vanillebohnen eingebraut
    – schmeckt original nach Aachener Printen
    http://lervig.no/brygg/3-bean-stout/

  • Brouwerji De Molen – Bommen & Granaten Rioja Barrel Aged:
    – obergärig, 11,9%, 30°P
    – Barley Wine von der 2004 gegründeten Brauerei aus dem südhollandischen Bodegraven
    – im Riojafass nachgereift
    – leider konnte ich den Wachs-Kronkorken nicht mitnehmen
    http://brouwerijdemolen.nl/beers

Auf dem Weg nach Hause sind wir dann noch auf einen fast un-craftigen Absacker im Gaffel am Dom eingekehrt:

Es war also auch diesmal wieder ein herrlicher Bierabend. Wenn Ihr auch Biervielfalt live erleben wollt, kann ich euch das CCC erneut wärmstens ans Bierherz legen.

Weitere Informationen zur CCC unter: www.craftbeercorner.de/

176. Belgische Abteibiere – Bierverköstigung März

La Trappe Blond | Westmalle Dubbel | St. Feuillien Tripel | Klosterbrauerei Baumburg Chorherrenbock | Wild Animal Rhineland Bound Coffee Oatmeal Stout

Heute vor genau einer Woche stand für mich die vorerst letzte Bierverköstigung in der Kierberger Eule vor meiner Babypause an. Analog zum Februar-Thema ging es diesmal um das belgische Pendant zu den deutschen Klosterbieren, die Abteibiere – geleitet wie immer vom Biersommelier Markus Weick. Dabei spielen die belgischen Abteibiere jedoch für die belgische Bierkultur eine bis heute erheblich größere Rolle als vergleichsweise die Klosterbiere für Deutschland. Das hat vor allem damit zu tun, dass Bier in Belgien einen noch höheren Stellenwert als hierzulande besitzt. Zwar ist in Belgien die Brauereidichte und die Marktaufteilung recht ähnlich wie bei uns, allerdings ist die relative Biervielfalt (im Sinne noch unterschiedlichen Bierstilen) deutlich größer und international gesehen auch spezieller. Das führt dazu, dass selbst absolut gesehen Belgien größerer Netto-Bier-Exporteur als Deutschland ist. Belohnt für diese Vielfalt und Wertschätzung wurde die belgische Bierkultur mit der Auszeichnung als immaterielles Weltkulturerbe der UNESCO im letzten Jahr.

In der folgenden Übersicht sind die unterschiedlichen Formen von Abteibieren in Bieren dargestellt. Dabei bilden die sogenannten Trappisten-Biere den Kern aller Abteibiere. Das Trappisten-Logo dürfen nur diejenigen Brauereien tragen, bei denen das Bier ausschließlich von den Trappisten-Mönchen in der Abtei gebraut wird. Dabei befinden sich gar nicht alle Trappisten-Klöster in Belgien, auch in Österreich und sogar den USA gibt es ein Kloster der Trappisten. Bier, das nicht in der Abtei aber für die Abtei gebraut wird darf das Logo „Erkend Belgisch Abdijbier“ tragen. Die Marke muss aber eine nachweisbare historische Verbindung zu einem Abteikomplex herstellen und die Biere auf historische Rezepte zurück gehen. Zudem hat die Brauerei Lizenzgebühren an die Abtei zu zahlen, welche u.a. auch ein Kontrollrecht über die Werbung inne hat. Daneben gibt es auch Biere, die lediglich „Abtei“ im Namen tragen, aber nichts (mehr) mit einer wirklichen Abtei zu tun haben.

Wie bereits beschreiben gibt es in Belgien eine besonders „spezielle“ Biervielfalt, die sich im Wesentlichen von den deutschen Bierklassikern unterscheidet. Hier ein kleiner Überlick über die üblichsten belgischen Bierstile aus der schon erkennbar ist, welche Rolle auch fassgereifte oder Fruchtbiere spielen:

Vor der eigentlichen Verkostung ging es erst einmal weiter im Kölsch-Projekt, bei dem Markus bis 2019 (da wird die Kölsch -Konvention 33 Jahre) alle Kölsch vorgestellt und durchprobiert haben will. Diesmal stand das Gilden-Kölsch an, welches ich zwar bereits im Rahmen meiner großen Kölsch-Verköstigung Anfang letzten Jahres probierte, es mir aber zumindest wieder viele Kronkorken in meine Sammlung spülte ;).

Den Beginn der Verkostungsreihe machte das blonde von La Trappe. Einem Trappistenbier, dem zwischenzeitlich das Trappisten-Logo entzogen wurde, weil „sich die Mönche nicht mehr ausreichend um ihr Bier kümmerten“:

Persönlicher Eindruck:
Geruch: sehr süß, fruchtig (Maracuja, Litschi, Mango, Ananas), hefig
Geschmack: weich, schön hefig-weizig, süßlich-karamellig, ganz leicht malzig-würzig

Das nächste Bier kommt aus einer der bekanntesten und hilfsbereitesten Abteibrauereien. Schließlich griffen die Mönche von Westmalle bereits mehrfach in der Vergangenheit befreundeten Klosterbrüdern unter die Arme, wenn diese ihr Bier (noch) nicht (mehr) selbst brauen konnten. Das vorliegende Dubbel kann außerdem als das erste der Welt bezeichnet werden, da Westmalle diesen Bierstil quasi erfunden hat:

Persönlicher Eindruck:
Geruch: süß-bitter, leicht malzig-grasig, dumpf
Geschmack: bitter, säuerlich, herb-saurer Abgang, spritzig, malzig-süß, wenig röstig

Zum dritten Abteibier kam es dann ganz dicke. Schließlich brachte Markus eine Salmanazar-Flasche mit 9 Liter Volumen aus seinem Bierkeller hervor. Auch das ist Teil der belgischen Bierkultur, in der gerne mal etwas größer abgefüllt wird. Diese wurde zwar nicht angetastet, jedoch zwei der Jeroboam(3l)-Flaschen.:

Persönlicher Eindruck:
Geruch: gering säuerlich, zitrusartig, spritzig-bitter
Geschmack: fruchtig-sauer (Maracuja, Banane, Himbeere), leicht hefig-weizig, mild, weich

Den Abschluss der Abteibierverkostung machte das blaue aus dem Hause Chimay. Dabei kamen mir wieder Erinnerungen aus der Einführung in die Biervielfalt hoch, bei der wir dieses Bier bereits verköstigten und ich völlig überrascht war, dass manchen belgische Biere erst bei etwas höheren Temperaturen schmecken:

Persönlicher Eindruck:
Geruch: süßlich-malzig, röstig, herzhaft-würzig
Geschmack: karamell-malzig, süß, röstig, alkoholaromatisch, dumpf, leicht dunkel-fruchtig

Hier also nochmals alle Biere in der Übersicht:

Meine persönliche Gesamtwertung aller Biere sieht wie folgt so aus (wobei das Kölsch als themenfremdes Bier nicht in die Wertung einging):

Zum Ausklang hier nochmal ein genereller Überblick über die verschiedenen Trappistenbiere:

 

In der Runde teilten wir uns dann noch folgende Biere aus der mehr als reichhaltigen Auswahl der Eule:

  • Klosterbrauerei Baumburg Chorherrenbock:
    – dunkles Bockbier aus dem Sortiment des Stärk-Antrinkens
    – aus der 1612 gegründeten fränkischen Privatbrauerei
    – untergärig, 6,8%, 16.8°P
    – Gold Award beim European Beer Star 2012
    – malzig, süß und mild
    http://www.baumburger.de/unsere-biere/baumburger-chorherrenbock/

  • Wild Animal Rhineland Bound Coffee Oatmeal Stout:
    – aus der noch jungen Kreativbierbrauerei in Koblenz bzw. Wittlich
    – benannt nach dem gleichnamigen Film von Quentin Tarantino
    – mit Hafer und Kaffee eingebraut

    – obergärig, 5,2%
    https://www.facebook.com/thewildanimalbrewingco/

Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde (sofern ich wieder am Start bin) – verabschiede ich mich in den Abend.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

162. Flüssiges bricht Fasten nicht – Bierverköstigung Februar

Küppers Kölsch | Steyler Klosterbier | Weltenburger Kloster Anno 1050 | Weihenstephan Vitus | Augustiner Maximator | Uerige Sticke | Aecht Schlenkerla Rauchbier Urbock | Mikkeller Brown Jackie

Als erste reguläre Bierverköstigung des Jahres 2017 ging es am gestrigen Montag in der Kierberger Eule um die Rolle der Kirche bzw. Klöster in der Geschichte des Bieres. Passend zur bald startenden Fastenzeit ein Thema, dass zwar latent immer wieder miteinander in Verbindung gebracht wird, aber selten bewusst drüber nachgedacht wird.

Als geistliche Unterstützung war an diesem Abend der langjährige Brühler Pfarrer Günther Liewerscheidt dabei. Ursprünglich aus Düsseldorf stammend hatte er es allerdings zu Beginn nicht leicht. Denn bevor richtig ins Thema eingestiegen wurde, begann Biersommelier Markus Weick erst einmal sein neues Projekt: Jeden ersten Montag im Monat zuerst ein (immer neues) Kölsch bis zum 33-jährigen Jubiläum der Kölsch-Konvention im März 2019.

Den Start machte das bis heute erfolgreichste Kölsch aller Zeiten, das jedoch durch Miss-Management heute keine sehr große Rolle mehr am Kölschmarkt spielt. Das heute etwas unpopuläre Kölsch mit dem Image eines Billig-Bieres ist und bleibt jedoch das erste Kölsch, welches in Flaschen abgefüllt wurde und das die Marke von 1 Mio. hl geknackt hat. Interessant ist auch die Eröffnung eines Brauereimuseums Anfang der 1980er – schließlich ist Küppers mit Gründungsjahr 1962 das jüngste Kölsch:

Nun aber ging es klerikal zur Sache. Parallel zu den ersten Verkostungsbieren ging Markus auf die Themen ein, die Kirche mit Bier verbinden. Zum Einen sind und waren es vor allem die Klöster, die das Thema Bier eng mit der Kirche verknüpften. So war es früher für die Mönche überlebenswichtig Bier brauen zu dürfen und zu können. Gingen viele Hausbrauereien relativ schnell wieder unter, entwickelten die Mönche eine erhebliche Bierbraukompetenz, die sie über Generationen weitergaben. Bis heute existieren noch „echte“ Klosterbrauereien, wie Andechs oder Weltenburg. Daneben sind aber inzwischen die meisten Klosterbrauereien säkularisiert bzw. befinden sich in einem säkularisierten Kloster. Die Verbindung von Kirche und Bier hat sich in gewissen Bereichen aber bis heute gehalten, so gilt St. Peter von Mailand bis heute als der Schutzpatron der Brauer. In der quasi 6. Jahreszeit – der Fastenzeit, fasten die meisten Menschen zwar kein Essen per se mehr, allerdings war dies über viele Jahrhunderte eine völlig übliche von der Kirche vorgegebene Praxis. Die Mönche und Klöster machten sich deshalb ihre Braukompetenz zu Nutze und brauten stärkere Fastenbiere. Zunächst nur um sich selbst über diese entbehrungsreiche Zeit hinweg zu retten. Später aber auch um ihr Bier an Bürger und Bauern zu verkaufen. Weitere Assoziationen findet immer wieder auf Bierflaschen, auf Bierdeckel oder in der Bierwerbung. Dabei war vor allen das Bild des dicken Mönchs mit dem Bierkrug in der Zeit der Aufklärung als Propaganda gegen die Kirche verwendet worden.

Das erste Klosterbier war eines der Kategorie „Kloster“ im Biernamen. Zum Einen wird es nicht mehr von den Steyler Missionaren aus Sankt Augustin vermarktet (sondern vom Getränkecenter St. Augustin), zum Anderen übernimmt seit neuestem die Westheimer Brauerei den Brauprozess:

Persönlicher Eindruck:
Geruch: säuerlich, leicht schwefelig-hefig
Geschmack: auch säuerlich, mehr Malz, wenig Körper, leichte Süße, leicht helle Fruchtigkeit, weich

Das nächste Bier hingegen kommt aus der ältesten Klosterbrauerei der Welt – je nach Meinung auch älteste Brauerei überhaupt. Als „echte“ Klosterbrauerei muss aber selbst Weltenburger inzwischen Teile ihres Bieres in der Brauerei Bischofshof in Regensburg brauen lassen, da die Klosteranlagen der Nachfrage nicht mehr gerecht werden. Und da man selbst in Brasilien nun einen erheblichen Markt hat, wird inzwischen auch in Südamerika Weltenburger Bier gebraut:

Persönlicher Eindruck:
Geruch: frisch, würzig, grasig
Geschmack: malzig, getreidig-süß, würziger Abgang, leicht trocken

Das dritte Klosterbier entstammt der bis heute offiziell ältesten Brauerei der Welt. Allerdings zweifeln viele Wissenschaftler die Urkunde aus dem Jahre 1040 an. Vielmehr wird vermutet, dass diese bereits im 17. Jahrhundert gefälscht wurde. Weihenstephan gehört zu den säkularisierten Klöstern, in denen Bier gebraut wird. Daneben gibt es zudem eine Forschungsbrauerei, die von der TU München geführt wird:

Persönlicher Eindruck:
Geruch: würzig-bananig-hefig, leicht hell fruchtig, leicht säuerlich
Geschmack: sehr sehr weich, bananig-fruchtig, leichte Säure, wenig Malz im Antrunk, mehr Malz im Abgang

Den Abschluss der Klosterbierverkostung machte der Maximator aus dem Hause Augustiner. Eine Brauerei, deren klösterliche Geschichte bis ins frühe 14. Jahrhundert reich, aber heute vollständig weltlich geführt wird. Auch wenn die Hälfte des Unternehmens einer gemeinnützigen Stiftung gehören:

Persönlicher Eindruck:
Geruch: wenig intensiv, leicht bitter, leicht süß
Geschmack: sehr würzig-karamell-malzig, Zwischenbittere, großer Körper

Meine persönliche Gesamtwertung aller Biere sieht wie folgt so aus (wobei das Kölsch als themenfremdes Bier nicht in die Wertung einging):

Aber damit Pfarrer Liewerscheidt den beschwerlichen Weg auf den Kierberg nicht umsonst gemacht hat, gab es zusätzlich zur Klosterbierverkostung noch einen kleinen Ausflug in seine alte Heimat. Denn Markus hatte als Gastgeschenk u.a. eine Uerige Sticke mitgebracht:

Mein Fazit:
Da ich bisher nur das klassische Alt und die Doppelsticke kannte, war ich von der Einfach-Sticke sehr positiv angetan, da es das Beste aus Alt und Doppelsticke miteinander verbindet, ohne einerseits zu beliebig zu wirken aber andererseits auch ohne zu stark und aromatisch zu sein.

In der Runde teilten wir uns dann noch folgende Biere aus der mehr als reichhaltigen Auswahl der Eule:

Und zu guter Letzt noch ein kleiner Buchtipp: http://www.gmeiner-verlag.de/programm/titel/335-der-bierzauberer.html.

Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

Craftbeer Corner Coeln

Veedels Ale | Freigeist Berlin-Mate | Ale Mania Aprigose | Magic Rock Salty Kiss | Freigeist Room 101 | Rogue Dead Guy Ale | To Øl Surt Til | Ale Mania Imperial IPA | Ale Mania Imperial Red Ale | Saugatuck Blueberry Maple Stout | Ale Mania Milk Stout | North Coast Old Rasputin | Põhjala Joulöö | Steamworks White Stout

 

 

 

 

 

 

 

Am gestrigen Donnerstag war es endlich so weit: Mit meinem Kollegen Matthias ging es zur neuen Craftbeer Corner von Coeln (in der Nähe vom Heumarkt). Dem Mekka für Kreativbier-Bars in Köln. Ein einmaliges Angebot von 15 Fassbieren und etwa 70 Flaschenbieren scheint bei den Kölnern (und auch Nicht-Kölnern) sehr gut anzukommen, schließlich war der Laden nach Feierabend sehr gut besucht. Ursprünglich als Verkaufsecke in einem Hürther Getränkemarkt gestartet, haben sich die drei Kreativen vom CCC im letzten Jahr ein Bierherz gefasst und die erste Craftbeer-Bar mit derart großer (Fass-)Bier-Auswahl im ganzen Kölner Umland eröffnet. Ein absolutes Muss also für alle diejenigen, die gerne mal was Neues ausprobieren möchten. Glücklicherweise hatte am vergangenen Sonntag Fritz Wülfing, der Mann hinter der Bonner Biermarke und Brauerei Ale Mania, im CCC aufgelegt und noch einige Fässer dagelassen. Und glücklicherweise muss man auch nicht gleich ein ganzes Glas bestellen, sondern kann sich ein Pro-Bier-Set aus 5×0,1l frisch gezapftem Bier zusammenstellen.

Bierfacts:

 

  • Veedels Ale:
    – obergärig, 5,5%
    – Imperial Wiess = Basis Wiess + amerikanische Aromahopfen
    – dat Hausbier der CCC
  • Freigeist Berlin Mate:
    – obergärig, 4,5%
    – Berliner Weisse aus der Vormann Brauerei in Stolberg
    – erfrischend spritzig als Neutralisator

    https://www.facebook.com/freigeistbierkultur/
  • Magic Rock Salty Kiss:
    – untergärig, 4,1%
    – Stachelbeer-Salz-Gose aus dem englischen Huddersfield
    – nicht nur fruchtig frisch, sondern v.a. im Abgang wirklich salzig – mal was anderes
    https://www.magicrockbrewing.com/beer/salty-kiss/
  • Ale Mania Milk Stout:
    – obergärig, 5,8%
    – mit Laktose eingebraut
    – schmeckt zwar nicht so überragend wie die Konkurrenz von Mikkeller, aber trotzdem sehr toller Milchkaffee
    http://www.ale-mania.de/sorten/

  • Põhjala Joulöö:
    – obergärig, 8%
    – Imperial Porter im Vanille-Eichenholz-Fass gereift
    – aus der estnischen Hauptstadt Tallinn
    – nicht nur vanillig, sondern auch lecker schokoladig
    http://pohjalabeer.com/en/beers-specials.html

  • Steamworks White Stout:
    – obergärig, 5,1%
    – Stout mit Gerstenmalz, Gerstenflocken, Hafermalz, Haferflocken, Hopfen, Hefe, gerösteten Kakao- & Kaffeebohnen
    – aus dem kanadischen Burnaby (in der Nähe von Vancouver)
    – grandiose Interpretation eines Stouts, genau nach meinem Geschmack
    http://saugatuckbrewing.com/beer/blueberry-maple-stout-2/

Nach diesem überaus überzeugenden Abend wird es wohl nicht der letzte Besuch gewesen sein. Wenn Ihr also auch Biervielfalt live erleben wollt, tut es mir nach und kommt zur CCC.

Weitere Informationen zur CCC unter: www.craftbeercorner.de/

 

125. Distelhäuser Black Pearl

Von der Luft geht’s heute mit der Black Pearl zu Wasser weiter. Aus der 1876 gegründeten mittelständischen privaten Traditionsbrauerei Distelhaus im Taubertal kommend, steuert die Pearl seit einigen Jahren durch den deutschen Craft-Bier-Markt. Und dies offensichtlich so erfolgreich, dass es 2014 zur silbernen und 2015 sogar zur goldenen Auszeichnung des Meininger Craft-Beer-Awards reichte. Das Besondere an diesem Porter ist sicherlich die Verwendung von Hafermalz, dass das Bier etwas weicher wirken lässt. Daneben werden noch Pilsner-, Münchner- und Caramel-Gerstenmalz verwendet.

„Ein samtweiches Classic Porter mit komplexen Schoko- und Kaffeearomen. Diese Single-Hop-Spezialität ist cremig im Trunk und überrascht mit dezenter Hopfenbittere.“

Steckbrief

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken

Extrem vorbildlich ist hier die Informationspolitik der Brauerei, die alle wichtigen Daten auf der Flasche unterbringt. Es gibt nur einen Punkt Abzug für das meiner Ansicht nach zu komplexe Design. Ansonsten perfekt.

  • Aussehen

Dunkelbraun bis tiefschwarz, trüb und mit geringer feinporiger Schaumbildung.

  • Geruch

Recht röstmalzig, karamell-süß, schokoladig aber auch würzig-frisch und ganz leicht gehopft.

  • Geschmack

Im Antrunk ebenfalls malzig und röstig. Sonst auch ziemlich herzhaft-würzig und immer wieder leicht bitter. Mit einer passablen Spritzigkeit geht es herb und röstig ab.

  • Fazit

Dieses Porter überzeugt vor allem durch seine komplexen Geschmackseindrücke. Sowohl röstmalzig und herb als auch würzig und weich. Zwar durch den vergleichsweise großen Körper nicht en masse trinkbar, dafür aber vor allem für die dunkle Jahreszeit eine willkommene Abwechslung. Ein tolles Bier aus einer tollen Brauerei erhält 12 Pkt. (2+).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.distelhaeuser.de/unser-bier/craft-biere/.

Prost!

120. Bier & Gesundheit – Bierverköstigung November

Pinkus Müller Original | Riedenburger Doldensud | Mönchshof Schwarzbier | Guinness Extra Stout | Maisel´s Weisse Dunkel | Mort Subite Geuze Lambic | Theakston Old Peculier | Brewdog Jet Black Heart

Titel

Pünktlich zum Herbst mitsamt Schmuddelwetter und Erkältungswellen stand vorletzten Montag in Eule das Thema „Bier und Gesundheit“ an. Etwas, was auf den ersten Blick kaum zusammenpasst, da doch Bier seit vielen Jahren als gesundheitsgefährdend charakterisiert wird. Um sich diesem Thema aber mal etwas unvoreingenommener und differenzierter zu nähern hat Biersommelier Markus Weick diesmal den Arzt Albert Brüne als Gastreferent gewinnen können.

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Und nicht nur dieser – auch etliche wissenschaftliche Studien aus renommierten Instituten (u.a British Medical Journal, BKK 24, University of California) konnten zuletzt eine gesundheitsfördernde Wirkung von moderatem Bierkonsum feststellen. So verringert sich das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 25%. Sogar die allgemeine Sterblichkeit sinkt statistisch gesehen um diesem Wert. Selbstverständlich müssen hier immer auch die Kausalketten in Frage gestellt werden, aber dass sogar Abstinenzler eine 13% höhere Sterblichkeit haben als andere Gruppen ist zumindest interessant.

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c

Als moderater Biergenuss gilt daher eine Tageshöchstbelastung von etwa 15-40 g Alkohol bzw. 0,4-0,8l Bier pro Tag, wobei Männer hormonbedingt mehr trinken dürften als Frauen.

Als zentrale positive Eigenschaften von Bier gelten:

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Dabei hat Bier vor allem protektive Wirkung vor Altersdemenz, Cholesterin, Tumoren, Herzkranzgefäßerkrankungen, Gallen- oder Nierensteine, Osteoporose, Diabetes (Typ II) sowie viralen Infektionen:

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Hinzu kommen die positiven Eigenschaften der Vitamine und Mineralstoffe im Bier und seine verdauungsanregende Wirkung. Aber zwei Gefahren dürfen niemals außer Acht gelassen werden (v.a. bei erhöhtem Bierkonsum):

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Eine Lösung könnten daher (zumindest ab und an oder im Alltag) alkoholfreie Biere sein:

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Bier wurde aber natürlich auch verköstigt. Den Anfang machte dabei ein ganz besonderes Bier, da es das letzte Original Münster Altbier ist und aus einer der ältesten Bio-Brauereien Deutschlands kommt. Auch wenn es für einen Rheinländer zunächst gewöhnungsbedürftig, da mit Alt doch etwas andere Attribute verbindet:

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Mein Eindruck:
– Geruch: frisch, leicht süß, pilsig-aleig
– Geschmack: hopfig-herb, leicht sauer, leicht malziger Abgang, nach Kölsch bzw. Berliner Weisse

Das zweite Bier war ein Vetter eines Bieres auf unserer Franken-Bier-Tour:

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Mein Eindruck:
– Geruch: fruchtig, frisch, Maracuja-Citra
– Geschmack: süffig, süß, malzig, fruchtig, harmonischer Abgang

Das nächste Bier hätte ich eigentlich nicht erwartet. Denn wie Markus ging ich bisher bei dem Namen Mönchshof eigentlich von eher minderer Qualität aus – schließlich kann man es in fast jedem Bahnhof kaufen. Doch Markus ließ sich vor gar nicht allzu langer Zeit im Bier-, Brot- und Gewürzmuseum in Kulmbach eines Besseren belehren:

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Mein Eindruck:
– Geruch: mild, malzig, süß-sauer
– Geschmack: röstig, malzig, nicht süß, eher sauer, leicht herber Abgang

Das folgende Bier war bereits das dritte Guinness im Rahmen der Bierverköstigungen:

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Mein Eindruck:
– Geruch: leicht säuerlich, geringe Malznoten
– Geschmack: trocken, leicht nach Salami, röstmalzig, etwas wässrig – geringer Körper

Das letzte Bier der offiziellen Verköstigung war ebenfalls von dunkler Farbe, wobei diese nicht von Röstmalzen, sondern von beigemischtem Röstmalzbier hervorgerufen wird:

5 IMG_20161107_211926

Mein Eindruck:
– Geruch: schön bananig, wenig dunkelmalzig
– Geschmack: recht undifferenziert, bananig, weich, hefiger Abgang

Meine persönliche Gesamtwertung aller Biere sieht wie folgt so aus:

Bon_fill

Markus und ich teilten uns dann noch folgendes Biere aus der mehr als reichhaltigen Auswahl der Eule:

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  • Brewdog Jet Black Heart
    – Milk Stout aus der bekannten britischen Craft-Bier-Brauerei in Ellon
    – mit Hafer, Weizen und Lactose
    – obergärig, 4,7%
    http://mikkeller.dk/

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Beim Schreiben dieser Zeilen begleitet mich auch wieder ein Mitbringsel aus der Eule (siehe auch http://www.fullers.co.uk/beer/explore-our-beers/old-winter-ale):

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Und zu guter Letzt noch ein kleiner Buchtipp: https://www.kopp-verlag.de/Die-Heilkraft-des-Bieres.htm?websale8=kopp-verlag&pi=947000&ci=000475&ref=bing&subref=Heilkraft%2520des%2520Bieres.

Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

115. Einstök Icelandic White Ale

Zum Wochenendstart darf ich heute ein Bier trinken über das ich mich schon länger besonders freue. Bekannt gemacht wurde es mir von Bekannten aus ihrem Island-Urlaub. Da ich zunächst nicht damit rechnete es auch mal selbst trinken zu können, war ich umso mehr überrascht als ich es in der Bierothek in Bamberg gesehen habe. Die Kaufentscheidung fiel mir also nicht sehr schwer. Aber was macht das Bier so besonders? Nun, zunächst mal der Brauort: Nur wenige Kilometer südlich des nördlichen Polarkreises gilt die Einstöck Ölgerð als eine der nördlichsten Brauereien der Welt. Einstöck Ölgerð bedeutet übrigens so viel wie einmalige Brauerei, wobei das Wort für Brauerei und für Paradies auf isländisch identisch sind. Zudem ist es eines der wenigen Witbiere, die außerhalb Belgiens gebraut wird. Hinzu kommen die einmaligen Zutaten: Neben dem Zusatz von Hafermalz werden auch Orangenschalen und Koriander im isländischen Gletscherwasser mit eingebraut.

„Our quest was to make the best white ale we ever tasted, with the complex flavors of a classic witbier, all brewed with pure Icelandic water for a cool smoothness that is deliciously refreshing.“

Zwar ist Einstök nicht das einzige Bier Islands, aber wohl inzwischen das Bekannteste, da man es sehr gut verstanden hat auf den europäischen Craft-Bier-Zug aufzusteigen und es in vielen Läden unterbringen konnte.

Steckbrief

115_Einstök Icelandic White Ale-Steckbrief

Bewertung

115_Einstök Icelandic White Ale

  • Flaschendesign + Kronkorken

Wahrlich ein tolles Äußeres! Selbst nach langem Suchen fällt mir nichts erwähnenswertes ein, was ich daran auszusetzen hätte.

  • Aussehen

Sehr hell-gelb Ei-farben mit einer starken Trübung und schlieriger geringer Schaumbildung.

  • Geruch

Wirklich sehr fruchtig, sauer, hopfig-grasig und frisch. Sowohl die Orange als auch den Koriander kann man tatsächlich erriechen.

  • Geschmack

Witbier-typisch ist es sehr sauer-fruchtig. Aber auch trocken-würzig. Das dreifach-Malz schmeckt man hingegen nur unterschwellig heraus. Im Abgang ist es lecker fruchtig-herb. Auch Witbier-typisch ist der sehr hohe Prickelfaktor.

  • Fazit

Es fällt mir auch im Fazit wirklich schwer negative Kritikpunkte zu finden. Sicher ist die Erscheinung im Glas und der Geruch noch ausbaufähig. Auch ist es natürlich generell schwierig ein solches Bier mit anderen klassischeren Bieren zu vergleichen. Aber ansonsten wirklich ein hervorragendes und besonderes Bier zugleich. Kurzum: Das beste Witbier, was ich je getrunken habe. Meine Vorfreude war also nicht umsonst, obwohl der Bierstil eigentlich nicht mein Favorit ist. In Zahlen heißt das dann: 14 Pkt. (1-).

115_Einstök Icelandic White Ale-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: http://einstokbeer.com/icelandic-white-ale/.

Prost!

107. Founders All Day IPA

Nach dem Franken-Tour-Revival vergangenes WE, geht es nun in die zweite Bierothek-Halbzeit. Am Start ist heute ein wortwörtliches Alltags-IPA. Für mich deshalb interessant, da ich bisher noch kaum ein IPA entdeckt habe, dass wirklich „massen“-tauglich ist und wovon man auch mal mehrere Flaschen hintereinander trinken kann. Gebraut wird es in der 1997 gegründeten und in Michigan beheimateten Founder-Brauerei.

Steckbrief

107_Founders AllDayIPA-Steckbrief

Bewertung

107_Founders  AllDayIPA

  • Flaschendesign + Kronkorken

Typisch amerikanisches Craft-Bier würde ich behaupten. Könnte insgesamt schlimmer sein, haut mich aber auch nicht vom Hocker. Hinten versperrt der typische Import-Aufkleber die Sicht.

  • Aussehen

Dunkelorange-gold mit leichter Trübung und geringer schlieriger Schaumbildung.

  • Geruch

Wirklich sehr sehr fruchtig. Ein Mix aus Maracuja, Orange, Ananas und Papaya.

  • Geschmack

Insgesamt recht trocken. Sowohl im Antrunk als auch im Abgang. Ansonsten nicht ganz so fruchtig im Geschmack wie im Geruch. Eine leicht grasige Hopfennote komplettiert den recht spritzigen Eindruck.

  • Fazit

Das mit Hafer eingebraute IPA hat mich leider nicht positiv überrascht. Auch wenn es mit einem lecker fruchtigen Geruch anlockt, bleibt der Geschmack den Erwartungen zurück. Mir einfach etwas zu trocken. Deshalb auch „nur“ 8 Pkt. (3).

107_Founders AllDayIPA-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: https://foundersbrewing.com/our-beer/all-day-ipa/.

Prost!

105. Lehe Heckle

Heute geht es wieder in das etwas fernere europäische Ausland. Genauer gesagt in den Nord-Osten des Kontinents. Noch genauer, nach Estland. Und noch genauer nach Keila, einer Ortschaft südwestlich der Hauptstadt Tallinn. Dort wird seit einiger Zeit fleißig Bier gebraut und vorzugsweise nach Deutschland exportiert. Eins davon darf ich heute probieren: Das Lehe Heckle. Dabei handelt es sich um ein Pale Ale, wobei der Name Heckle auf deutsch Zwischenruf bedeutet. Denn:

„Dieses Bier setzt ein Zeichen gegen langweiliges Bier und langweilige Komödien. […] Und das aus einem gutem Grund! Dieses Bier wurde von und für das estnische Comedy Team gebraut!“

Gerade, weil ich in diesem Jahr schon einigen Pale Ales über den Weg gelaufen bin, bin ich gespannt, inwiefern sich dieses von anderen abheben kann und mir einen lustigen Abend bereitet. Zumindest der verwendete Hafer lässt hoffen…

Steckbrief

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken

Dadurch, dass die Flasche dreisprachig (estnisch, englisch und deutsch) gehalten ist, ist die Design-Idee gut umgesetzt. Ich mag zwar eher klassischere Designs, finde das aber auch nicht schlecht.

  • Aussehen

Ich weiß nicht inwiefern es an meiner Lagerung lag, aber heraus kam eine monströse Schaumkrone, die sich auf das dunkel-gelb-goldene leicht trübe Bier setzte.

  • Geruch

Sehr süß-sauer-zitrus-fruchtig in matter Ausprägung.

  • Geschmack

Auch hier sehr zitrus-fruchtig und hopfenbetont. Zudem ziemlich bitter und unmalzig. Der trocken-herbe Abgang wird recht gut „unterprickelt“.

  • Fazit

Ja, in der Tat ist es wieder einmal ein Pale Ale der eigenen Art. Besonders süß-sauer fruchtig und frisch passt es gut zum nördlichen Baltikum. Für mich jedoch etwas zu fruchtbetont und bitter. Gerade vor dem Hintergrund, dass ich mir aufgrund der Hafer-Zusetzung einen weicheren Gesamteindruck erhofft hatte. Trotzdem gibt es noch gute 10 Pkt. (2-).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.lehepruulikoda.ee/en/tooted/heckle-2/#.

Prost!

100. Schwarze Biere – Bierverköstigung Oktober

Breznak Schwarzbier | Störtebecker Schwarzbier | Guiness Draught | Guiness Foreign Extra Stout | Inselbrauerei Baltic-Stout | Ale Mania Bonner Wieß | Mikkeller Milk Stout | Sharp´s Wolf Rock Red IPA

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Am heiligen deutschen Nationalfeiertag ging es in die 10. Verköstigungsrunde in der Brühler Eule in diesem Jubiläumsjahr. Passendes Thema zur Wiedervereinigungsfeier waren schwarze Biere – sind diese schließlich das Aushängeschild mittel-ost-deutscher Braukunst. Dabei ging Biersommelier Markus nicht nur explizit auf Schwarzbiere, sondern auch weitere schwarze Biere ein. Als schwarzes Bier kann dabei jedes Bier von mindestens etwa 50 °L (Grad Lovibond)gemäß European Brewery Convention gelten. Die Farbe wird (neben Zuckercouleur) vor allem durch stärker gedarrtes oder geröstetes Malz hervorgerufen. Auch spezielles dunkleres oder schlicht die Verwendung von mehr Malz können Einfluss auf die Bierfarbe haben. Dabei sind schwarze Biere nicht automatisch vollmundiger oder alkoholhaltiger. Das deutsche Schwarzbier hat im Übrigen seinen Ursprung im heutigen Thüringen und südwestlichen Niedersachsen.

Den Start des Abends machte allerdings ein tschechischer Vertreter: Das Breznak Schwarzbier (siehe 47.):

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Das zweite Bier kam dann nun auch aus Deutschland- genauer gesagt aus der 2011 gegründeten Störtebecker Braumanufaktur (siehe auch 31.):

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Mein Eindruck:
– Geruch: röstmalzig, Kaffee, trocken
– Geschmack: gehaltvoll, Kaffee, leicht süß, weich

Fürs nächste Bier ging es dann wieder ins Ausland. Diesmal aber auf die grüne Insel Irland:

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Dabei gab es das Bier ausnahmsweise aus der einzigartigen Guinness-Dose. Diese ist deshalb so interessant, da sie eine Kugel (ein sog. Floating Widget) enthält, welche mittels Stickstoff bei Öffnen der Dose den guinness-typischen feinporigen, üppigen und stabilen Schaum entstehen lässt.

Mein Eindruck:
– Geruch: kaum vorhanden, frisch, leicht röstig
– Geschmack: klar, wässrig, leicht

Direkt im Anschluss und sozusagen fast im Direktvergleich folgte ein weiteres Mitglied aus der großen Guinness-Familie:

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Wie auf der Karte zu erkennen handelt es sich hierbei um ein authentisches afrikanisches Guinness, welches aus Nigeria importiert wurde. Dabei muss erläutert werden, dass vom Gesamtausstoß von Guinness weltweit ca. 40% auf den afrikanischen Kontinent entfallen. Das heißt, dass nicht nur das Bier dorthin exportiert wird, sondern es vor Ort in Afrika produziert wird. Lediglich der Guinness-prägende Hefe-Stamm wird aus Irland importiert. Und aufgrund einer großen nigerianischen Bevölkerungsgruppe in London, wird das in Afrika gebraute Guinness tatsächlich auch nach Europa exportiert. Im Gegensatz zum irischen Produkt werden in den afrikanischen Versionen übrigens auch Weizen- und Hirsemalze verwendet.

Mein Eindruck:
– Geruch: sauer, bitter, frisch, malzig
– Geschmack: bitter, süß-sauer, leicht fruchtig, leicht holzig

Zum Abschluss der offiziellen Verköstigung ging es dann wieder zurück in die Heimat:

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Wie zu sehen, handelt es sich dabei und eine noch sehr junge Brauerei aus Rügen. Besonderheit des Bieres ist neben der Verwendung von Hafermalz auch die Zusetzung von Traubenzucker.

Mein Eindruck:
– Geruch: frisch-fruchtig, leicht malzig
– Geschmack: bitter-süß, blumig, würzig

Meine persönliche Gesamtwertung der Biere sieht dann so aus:

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Markus und ich teilten uns dann noch folgendes Biere aus der mehr als reichhaltigen Auswahl der Eule:

  • Ale Mania Bonner Wieß:
    – wahres Bonner Lokalbier und klarer Kandidat für meine „Hall of Fame“
    – insgesamt sehr spritzig, hell, wenig gehopft, mehr Gersten- als Weizenmalznoten und nicht sehr süffig
    – obergärig, 12°P, 4,5%
    http://www.ale-mania.de/

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  • Mikkeller Milk Stout:
    – vom weltweit größten Gipsy-Brauer aus im dänischen Kastrup
    – wird im belgischen Lochristi-Hijfte bei De Proef gebraut
    – Verwendung finden hier Laktosekulturen, welche dem Bier zugesetzt werden und von der Hefe nicht vergoren werden
    – insgesamt relativ süß, leicht röstig und malzig und im Abgang wirklich sehr lecker milchig und süffig
    – obergärig, 6%
    http://mikkeller.dk/

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  • Sharp´s Wolf Rock Red IPA
    – aus der 1994 gegründeten Brauerei im englischen Rock in Cornwall
    – insgesamt trocken-malzig, blumig-waldig, bitter-fruchtig-süß und unscheinbar süffig
    – obergärig, 4,8%
    http://mikkeller.dk/

Beim Schreiben dieser Zeilen hat mich im Übrigen das Bio-Reisbier (untergärig, 4,3%, Zutaten: Reissirup und Hopfen) aus dem Hause Liebhart (Gründung 2003 aus Detmold) begleitet, welches ich mir noch mit nach Hause genommen hatte. Gleichzeitig ist es auch eine Premiere, da es das bis dato erste Reisbier des Bierjubiläums ist. Geruchlich tatsächlich sehr reis-ähnlich und säuerlich. Geschmacklich trocken-süßlich, wässrig, prickelnd und leicht fruchtig.

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Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

86. Deutsche Bierkultur – Bierverköstigung August

Dortmunder Union Export | Crew Repuplic – Foundation II | Andechs Export Dunkel | Schneider Weisse Tap 7 | Löwenbräu Triumphator | Berliner Kindl Weisse | Brewdog This. Is. Lager. | Pyraser 6-Korn | Heiden Peters Dirty Lady

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Letzten Montag war es wieder soweit: Bierverköstigung in der Kierberger Eule. Thema war diesmal die Deutsche Bierkultur. Der aufmerksame Blog-Leser wird sich nun wundern, denn hierzu gab es doch schon einmal eine Sonderveranstaltung. Deshalb werde ich an dieser Stelle auch nur zusätzliche Informationen zeigen – alles Weitere ist dem Link zu entnehmen. Anlässlich des Besuches eines Australiers fand die Veranstaltung auch diesmal bilingual statt. Und zu meinem Glück war die Bierauswahl diesmal auch komplett unterschiedlich.

Die schon obligatorische Bierkarte mit der Reihenfolge der verköstigten Biere:

Beer-Map

War es beim ersten Mal noch das Kronen Export startet de Abend diesmal mit dem Dortmunder Union Export:

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– Geruch: hopfenbetont, leicht malzig, frisch
– Geschmack: schön malzig, wenig Bitterkeit, trocken, etwas mehr Körper als Pils

Bier #2 war der kleine Ausreißer der Gruppe, da das einzige Craft-Beer in der Reihe: Das German Pale Ale:

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– Geruch: leider wieder einmal ganz klar Citra, ein wenig rote Früchte, kein Malz
– Geschmack: Hopfenbitter, fruchtig-süß, trocken

Mit einem dunklen Export ging es dann weiter:

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– Geruch: malziger als das Helle Export, röstig-karamellig
– Geschmack: herb-süß-fruchtig-trocken

Im Anschluss folgte ein Klassiker der deutschen Biere: Das Hefeweizen – diesmal aus dem Hause Schneider:

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– Geruch: malzig-süß-karamellig, keine Herbe
– Geschmack: weich-bananig, leicht sauer, trocken

Als Abschluss der offiziellen Verköstigung wurde es nochmals etwas höher prozentiger. Und auch der Triumphator ist wieder ein neuer Doppelbock:

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– Geruch: recht süß, unfrischer, leicht künstlich
– Geschmack: sehr süß, bonbon-artig, bitter, ölig, vollmundig

Meine persönliche Gesamtwertung der Biere sieht dann so aus:

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Neben der Biervorstellung bot Biersommelier Markus natürlich auch wieder viele Hintergrundinformationen zur Deutschen Bierkultur und -geschichte:

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incl. Exkurs zur Geschichte des stärksten Bieres der Welt:

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Im Anschluss an die offizielle Verköstigung gab es für mich dann noch folgende Biere aus der mehr als reichhaltigen Auswahl der Eule:

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  • Brewdog This. Is. Lager.
    – ein Mitbringsel von Markus aus England und an Exklusivität kaum zu überbieten, da die Produktion dieses Bieres gerade eingestellt wurde
    – als 21st Century Pilsner proklamiert, aber geschmacklich einfach zu experimentell um noch als Pils durchgehen zu können
    – untergärig, 4,7%

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  • Pyraser 6-Korn
    – extra für mich ins Eule-Programm aufgenommen, hatte mich Markus mit diesem Bier sehr sehr glücklich gemacht
    – als eine der wenigen Bieren Deutschlands werden hier neben den üblichen Getreiden Gerste und Weizen auch Roggen-, Hafer-, Dinkel- und Emmermalze verwendet
    – geschmacklich recht malzig-süß, süffig und zugleich leicht vollmundig und lecker getreidig
    – bestärkt mich eindeutig, dass es mehr solcher Biere geben muss – mein Biertraum: Ein Vollkornbier mit allen 7 Getreidearten
    – übrigens mein erstes Bier mit Schraubverschluss
    – untergärig, 11.2°P, 4,6%, http://pyraser.de/produkte/6-Korn-Bier

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  • Heidenpeters Dirty Lady
    – Bockbier-Variante der Thirty Lady (American Pale Ale) aus der kleinen Brauerei Heidenpeters in der deutschen Hauptstadt
    – obergärig, 16.5°P, 7,4%

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Und zu guter Letzt kam ich nicht umhin mir noch das LSR-Bier vom Bonner Bierserker mit nach Hause zu nehmen, welches ich beim Schreiben dieser Zeilen genieße:

  • Bierserker LSR
    – vom Bonner Craft-Bier-Brauer Ulrich Karl Tröger
    – LSR ist die Abkürzung der dem Bier zugesetzten natürlichen Zusatzstoffe Lavendel, Salbei und Rosmarin
    – als Befürworter natürlicher Bierzutaten zur Erhöhung der Biervielfalt, musste aber auch ich mich erst an den doch sehr „mediterranen“ Geschmack gewöhnen
    – untergärig, 12.2°P, 5,2%, http://www.bierserker.de/Was/L-S-R

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Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend.

Und niemals §11 vergessen: Es wird fortgesoffen! Prost!

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

45. 500 Jahre Reinheitsgebot – Bierverköstigung April

Schneider Weisse Tab 5 – Meine Hopfenweisse | Ayinger Jahrhundert Bier | Herrnbräu Tradition | Bolten Ur-Alt | Lausitzer Porter | Weißenoher Classic Export | Maisels & Friends Pale Ale | Aecht Schlenkerla Rauchbier Märzen | La Trappe Witte Trappist | Tripel Karmeliet

Anlässlich des Bierjubiläum-Monats stand vergangenen Montag ein ganz besonderes Thema zur Bierverköstigung in der Kierberger Eule an: 500 Jahre Reinheitsgebot. Besonders war aber vor allem auch, dass nicht nur Markus Weick durch den Abend führte, sondern auch ich die Gelegenheit hatte Biere zu präsentieren und zum Thema Reinheitsgebot zu referieren. Folgerichtig, wenn man sich das Bierjubiläum anschaut ;). Als Gast durfte ich außerdem Alex begrüßen, der den weiten Weg aus Osnabrück auf sich genommen hatte, um diesem historischen Ereignis beizuwohnen.

Bei den letzten Vorbereitungen der Präsentationsfolien, wärmten wir uns schon einmal mit einem Schneider Weisse Tab 5 – Meine Hopfenweisse auf. Ein wahrlich interessantes Bier. In Zusammenarbeit einer US-amerikanischen Craft-Beer-Brauerei wurde dieser Doppelbock entwickelt und zeichnet sich ganz besonders durch die Kalthopfung aus, welche dem Bier eine besondere Hopfennote verleihen, sodass man die mehr als 8% Alkohol gar nicht so sehr merkte. Die Kalthopfung (auch Hopfenstopfen genannt) wurde übrigens erst nachträglich in den vergangenen Jahren als Reinheitsgebots-konform zugelassen – womit wir auch schon gleich beim Thema wären.

Nach einer guten Schnitzel-Stärkung vom Wirt des Hauses ging es dann auch mit dem ersten offiziellen Bier los: Das Ayinger Jahrhundert Bier.

Ayinger Jahrhundert Bier

Der Name ist daher begründet, dass es in den 1970ern zum 100-jährigen Bestehen der Brauerei eingebraut wurde. Es muss derart erfolgreich gewesen sein, dass man es ins permanente Sortiment mit aufnahm. Das Besondere an diesem Bier ist der Bierstil des Export Hell. Halb Export, halb Hell vereint es eine recht hohe Würzigkeit mit einer gewissen Süffigkeit. Den Einstieg in das Thema Reinheitsgebot bot dabei das Etikett, welches das in Bayern übliche „gebraut nach dem bayrischen Reinheitsgebot“ trug.

Das war dann auch mein Einstieg mit der Präsentation des Herrnbräu Tradition. Ein Bier, welches nicht passender sein könnte für einen Abend wir diesen. Zum Einen kommt es aus der Geburtsstadt des heutigen Reinheitsgebots Ingolstadt, zum Anderen wird es anlässlich des Jahrestages des Bierjubiläums im April gebraut.

Herrnbräu Tradition

Geschmacklich konnte es mich auch überzeugen, ohne, dass eine besondere Klasse herausstach. Eine Flasche für zu Hause durfte ich mir dann sogar auch noch mitnehmen. Ich wüsste auch schon eine Gelegenheit, wann ich mir diese zu Gemüt führe…

Was folgte, war eine grundsätzliche Einführung in die Fragestellung: Was ist eigentlich genau das Reinheitsgebot und wie hat es sich in den vergangenen 500 Jahren entwickelt.

Reinheitsgebot - UrspungReinheitsgebot - Entwicklung

Insbesondere der Unterschied zwischen unter- und obergäriger Brauart sowie die historischen Hintergründe wurden dabei thematisiert. Dabei sei auch nochmals hervorzuheben, dass es sich beim Reinheitsgebot nicht nur um ein Verbraucherschutzgesetz handelte, sondern auch früher wie heute als Marketinginstrument zur Abgrenzung zu ausländischen Bieren herhält. Profitiert haben deshalb nicht nur die Biertrinker, sondern in erster Linie die Politik und Bierwirtschaft (früher Wittelsbacher – heute Braukonzerne).

Bevor es aber mit einer juristischen Vertiefung weiterging, durfte ich endlich das kölsche Land missionieren. Ohne selbst auf die Idee gekommen zu sein und auch ohne provozieren zu wollen, hatte ich die Ehre mit dem Bolten Ur-Alt das älteste Altbier der Welt unter die Leute zu bringen.

Bolten Ur-Alt

Das Alt wird übrigens tatsächlich deshalb so bezeichnet, da es einer der ältesten noch verbliebenen Bierstile Deutschlands ist. Auch wenn es natürlich unverbesserliche Kölsch-Liebhaber gab, kam das Bier zu Recht insgesamt sehr gut an.

Anknüpfend an die theoretischen Ausführungen zum Reinheitsgebot, ging ich dann auf die deutsche Gesetzgebung zum Bier ein.

Deutsche Bier Gesetzgebung

Dabei seien zwei geographische Besonderheiten herauszustellen, die darauf basieren, dass die Interpretation der Biergesetzte und -verordnungen bis heute Ländersache ist. Während in den südlichen Bundesländern weiterhin das strengste aller Reinheitsgebote gilt und Zucker dort grundsätzlich verboten ist, kann dieser und weitere Zutaten aus historischen Gründen bei speziell zugelassenen Bierstilen in der ehemaligen DDR verwendet werden (glücklicherweise sind jedoch nicht mehr alle damals jenseits des Eisernen Vorhangs zugelassenen Zutaten erlaubt). So ist es bis heute nicht gelungen für Gesamtdeutschland eine einheitliche juristische Norm zu finden, sodass im Einzelfall immer wieder Ausnahmeregelungen zum traditionellen Reinheitsgebot vor Gericht erstritten werden (müssen). Als interessanten Hintergrund erläuterte Markus, dass das Bewerben oder Vermarkten des heute recht beliebten Hausbrauens bis in die 1990ern in Deutschland verboten war. Untersagt war sowohl der Verkauf von Zutaten oder Hilfsmittel als auch die Inumlaufnahme von Anleitungen zum Hausbrauen.

Neben der Leipziger Gose ist eines der bekanntesten der besagten Ausnahmen das Lausitzer Porter.

Lausitzer Porter

Während bei anderen Bieren der zugesetzte Zucker kaum oder gar nicht herausschmeckbar ist (siehe 34.), ist dieser beim Lausitzer Porter leider derart dominant, dass es höchstens zum Dessert eine gute Figur machen würde.  Aber im Sinne der Biervielfalt sicher eine gute Idee.

Jenseits des Reinheitsgebotes stellte Markus, dann auch noch weitere Zutaten vor, die häufig (außerhalb des deutschen Biergesetztes) zur Bierherstellung verwendet werden:

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Den Abschluss der offiziellen Verköstigung bot das Weißenoher Export Classic. Seines Zeichens ebenfalls ein Export Hell, womit der Kreis des Abends geschlossen wäre.

Weißenoher Export Classic

Das Besondere am Export Classic ist jedoch etwas Anderes. Als Bio-Bier definiert es die Maßstäbe von Reinheit ganz neu und öffnet somit die Perspektive eines ganz neuen Reinheitsgebotes. Geschmacklich konnte es zwar nicht mit den ersten drei Bieren mithalten (was aber auch an dem zuvor getrunkenen Porter liegen konnte), allerdings ist zu erwarten, dass der Markt von und für Bio-Biere auch in Zukunft weiter wachsen wird.

Zu Übersicht nochmals alle präsentierten Biere:

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Da ich selbst zu sehr mit der Präsentation beschäftigt war, an dieser Stelle die Hitliste von Alex:

  1. Bolten Ur-Alt
  2. Ayinger Jahrhundert Bier
  3. Herrnbräu Tradition
  4. Lausitzer Porter
  5. Weißenoher Classic Export

Es folgen Impressionen vom Abend:

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Im Anschluss an die große Verköstigung hatte ich dann noch die Gelegenheit mit Alex zwei weitere Biere aus dem reichhaltigen Sortiment der Eule zu probieren: Das Maisels & Friends Pale Ale und das Aecht Schlenkerla Rauchbier Märzen. Auch wenn ich beide bereits kannte, sind dies doch zwei sehr schöne Beispiele, wie groß die Biervielfalt selbst unter dem Reinheitsgebot sein kann.

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Als Absacker des Abends genehmigten wir beide uns dann noch zwei Biere aus meiner kleineren aber doch auch recht vielfältigen Bierauswahl:

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Während sich Alex das Witte Trapist von La Trappe einverleibte, hatte ich mit dem Tripel von Karmeliet vorliebgenommen. Zu diesem sei gesagt, dass es nicht nur vom Bierstil her ein Tripel ist, sondern auch mit Gersten-, Weizen- und Hafermalz gebraut wurde. Auch wenn ich die Verwendung von weiteren Getreidesorten wie Hafer, Reis, Mais oder Hirse ausdrücklich befürworte und hoffe, dass es hiervon zukünftig mehr auf dem Markt gibt, konnte das Karmeliet leider nicht sehr überzeugen, da es zu viel Malzsüße besaß. Das Trappist hingegen war für ein belgisches Bier außerordentlich bekömmlich.

Wie wichtig das Thema Reinheitsgebot auch medial wahrgenommen wird, zeigt das folgende Beispiel, dass Alex auf der Rückreise aus Brühl nach Osnabrück im Zug gefunden hat:

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Ein Glück, dass ich meinen Bart vor dem Abend noch gestutzt hatte… 😉

Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend. Prost!

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/