Schlagwort-Archive: Urkorn

388. Stiegl Gipfelstürmer

Mit einem wahrlich besonderem Bier möchte ich mich aus meiner kurzen Rezensions-Auszeit zurückmelden. Letzten Monat als Belohnung für’s fleißige Bier rezensieren von der Bewertungsplattform Beertasting.Club erhalten, hat es länger als gewollt auf seine Vorstellung warten müssen. Dabei ist es das erste 0,7l-Bier, das ich hier einzeln präsentiere.

Der Gipfelstürmer von der österreichischen Stiegl-Brauerei ist ein etwas stärker gehopftes Weißbier, dass anstelle von klassischen Weizen- Dinkelmalz enthält. Es gehört zur Hausbier-Reihe der 1492 gegründeten Brauerei aus Salzburg. Es ist damit Teil einer ganz und gar erstaunlichen Produktpalette eines meiner Lieblingsbrauereien. Denn neben  Bierklassikern, zu denen für Stiegl nicht nur Helles, Export oder Pils gehören, sondern auch Pale Ale, IPA oder Glutenfrei, bietet man mit der Hausbier-Serie seit einigen Jahren auch Biere der etwas gehobeneren Klasse an, die durch besondere Rezepturen geprägt sind. So gibt es neben dem Gipfelstürmer dort auch ein belgisches Tripel, ein Gruitbier oder ein altes Adambier. Damit nicht genug gibt es zudem natürlich auch diverse Jahrgangsbiere und Sondereditionen (Collaboration-Brews mal ganz ausgenommen) und etwas, das mein Bierherz wirklich höher schlagen lässt:

„Wer den Biergarten Eden sucht, findet ihn zwischen Oberösterreich, dem Salzburger Land und Bayern. Genauer gesagt, in einem kleinen Ort namens Wildshut. Dort liegt das 1. Biergut Österreichs, vermutlich sogar weltweit.“

Das Biergut Wildshut ist Gutshof, Mälzerei und Brauerei in einem. Auf wahrlich vorbildlicher Weise werden dort urtümliche und fast ausgestorbene Getreidesorten – wie dem Schwarzhafer – aus der Region angebaut, vermälzt, gedarrt, geröstet und schließlich zu edelsten und limitierten Bieren verarbeitet. Dies hat natürlich auch seinen Preis, weshalb ich aber dennoch froh bin diese private Familien-Brauerei zu unterstützen.

Aus den Notizen des Bräus Dr. Kiener (Eigentümer der Stiegl-Brauerei):

„Was der Schnee für die Spitze eines Hochgebirges, ist die cremefarbene Schaumkrone für dieses Bier: höchste Vollendung. Diese obergärige Bierspezialität trennt die Spreu vom Weizen und lässt den Dinkel seine harmonisierende Wirkung voll und ganz entfalten. Eine fruchtige Braukreation, die erfrischt und vor allem eines klar macht: Der Mensch muss immer nach dem Höchsten streben.“

Seit einigen Jahren setzt Stiegl dabei nicht nur auf Bio-Qualität, sondern auch auf den Rohstoff Zeit. Als Slow-Brewing-zertifizierte Brauerei erfüllen die Salzburger damit praktisch alle meiner Ansprüche an eine gute Brauerei und ein gutes Bier:

Qualität, Natürlichkeit, Vielfalt, Regionalität & Transparenz.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Dinkel-Weißbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Dinkelmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Salzburg / Österreich
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________14
  • Geruch:______________________8
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: leicht oxidiert, fruchtige Säure, karamellige Süße, trockene Malzigkeit, waldig-harzig
Geschmack: mittelgroßer Körper, weich, hefig, leichte bananige Fruchtsüße, malzige Grasigkeit, leichte Hopfenherbe, nussig, prickelnd, hefig-süß-saurer & trockener Abgang
Gesamt: Während es in der Theorie eigentlich 14,5 von 15 Pkt. geben müsste, ärgere ich mich ein wenig darüber, dass ich den heutigen Gipfelstürmer nicht bereits vor MHD getrunken habe. Auch wenn er nur einen Monat „drüber“ ist, scheint er bereits etwas oxidiert zu sein. Selbstverständlich ist auch ein gutes Zeichen für viel handwerkliche Braukunst, schließlich wurde hier auf jegliche Mittelchen und Verfahren verzichtet, die das Bier haltbarer machen. Dennoch ist es etwas ärgerlich, dass ich nicht den vollen Biergenuss teilen kann. Doch auch trotz dieser leichten Alterserscheinungen merkt man dem Dinkel-Weißbier seine Qualität an, weshalb ich trotzdem zu einer 1- (13 Pkt.) greife, die dem Bier definitiv gerecht werden.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.stiegl.at/de/biere/hausbiere/gipfelstuermer-2018.

Prost & guten Abend!🍻

387. Neumarkter Lammsbräu Dinkel

Bevor ich in den nächsten Tagen nur noch selten Zeit für eine Rezension finde, möchte ich Euch noch ein Bier vorstellen, dass mir im Markt des Biohofs Bursch in Bornheim-Waldorf über den Weg gelaufen ist.

Es handelt sich um den Neuzugang einer der bekanntesten Bio-Brauereien, die auch glutenfreie Biere herstellt. Gegründet 1628 ist der Lammsbräu aus Neumarkt seither in Familienhand und begann 1977 als einer der ersten sich für eine nachhaltige Brauweise zu verschreiben. Zehn Jahre später konnte dann auch das erste Bio-Bier gebraut werden. Noch im selben Jahr gründete sich die „Erzeugergemeinschaft für ökologische Braurohstoffe“ (EZÖB), die bis heute Bio-Brauer deutschlandweit unterstützt. Drei Jahre später stellte man dann sogar noch auf Doldenhopfen um, um noch mehr Qualität und Natürlichkeit zu erlangen. Seit 1994 produziert die Brauerei ausschließlich Bio-Produkte und ist heute in fast jedem Bioladen Deutschlands erhältlich.

Dabei setzt Lammsbräu das Reinheitsgebot im Rahmen seiner Möglichkeiten bestmöglich um. Neben den Bio-Doldenhopfen, werden nicht nur Bio-Getreide verwendet, sondern diese auch noch selbst vermälzt. Im Gegensatz zu größeren konventionellen Mälzereien verzichtet man hier auf den Schwefeleinsatz zum Darren des Malzes. Und auch die Hefe stammt aus eigener Reinzucht. Somit wird Qualität, Natürlichkeit und Transparenz gewährleistet. Lammsbräu nennt das Ganze dann ökologisches Reinheitsgebot:

„Für Neumarkter Lammsbräu beginnt das Reinheitsgebot für Bier auf dem Acker. Es wird kompromisslos beim Brauen verwirklicht.
Mit diesen Richtlinien für die Herstellung von Bio-Bieren machen wir den Anbau der Braurohstoffe und deren Weiterverarbeitung zu einem ökologischen Lebensmittel für die Verbraucher nachvollziehbar und transparent.“

Neben Klassikern, wie Weißbier oder Helles, und dem Neuzugang Dinkel wird unter der Leitung von Biersommelier Heinz Kühnlein auch regelmäßig kreativ gebraut. In der Reihe 1628 entstehen dabei immer wieder neue Bierkreationen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Urkorn-Bier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Dinkelmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Neumarkt
Erscheinungsjahr. . .
?

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________14
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: hefig, bananig, spritzig, leichte Würze, waldig, leicht harzig, wenig Vanille, grasig-getreidig
Geschmack: mittlerer Körper, weich, süßlich, würzig, leicht bananig-fruchtig, nussig, sehr grasig, hefig, feinperlig-spritzig, herb-süßer Abgang
Gesamt: Hier kann man die Qualität wirklich sehen, riechen und schmecken. Durchgängig ein wirklich erstklassiges Bier, an dem ich bis auf den etwas gewöhnlichen Geschmack praktisch kaum etwas auszusetzten hätte. Konsequenterweise führt das zu 13,5 Pkt. (1(-)) in der Gesamtwertung.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.lammsbraeu.de/bio-bier/obergaerig/dinkel.

Prost & guten Abend! 🍻

Acht Getreidesorten auf einen Schluck – Sechtemer & Brühler brauen eigenes Craftbeer

Der General-Anzeiger Bonn war bei meinem letzten Brautag bei Braukunst Vorgebirge, wo wir den dritten Sud des weltweit einzigartigen CEREVISIA M als 8-Korn-Alt gebraut haben.

Der Artikel ist digital auf hierunter abrufbar:
http://www.general-anzeiger-bonn.de/region/vorgebirge-voreifel/bornheim/Sechtemer-und-Br%C3%BChler-brauen-ihr-eigenes-Craftbeer-article3911681.html
#Handwerk #Natürlichkeit #Qualität #Vielfalt #Regionalität #Transparenz #Gerste #Weizen #Roggen #Hafer #Reis #Mais #Hirse #Dinkel

369. HBH Braumeister Edition Katrin

Das heutige Bier stellt meinen persönlichen Höhepunkt der kleinen Craftbier-Reihe besonderer Prägung dar. Denn es fokussiert sich – wie ich – nicht auf den Hopfen, sondern auf das Malz bzw. genauer gesagt auf die Gerste, aus der das fürs Bierbrauen erforderliche Malz gewonnen wird. Denn für das Export mit dem schönen Namen Katrin finden keine „industriellen“ Gerstensorten Verwendung, sondern die historische Gerste Chevalier von Neuhaus. Gebraut wird es vom Hohmann Brauhaus in Fulda, die im Rahmen der Braumeister Editionen diverse Kreativbiere kreieren, wovon ich bereits das Basaltbier rezensieren konnte. Nicht nur das ist ein Alleinstellungsmerkmal, auch das heutige Export hat Seltenheitswert. Mir ist da nur die Brauerei Kemper und das Biergut Wildsgut von Stiegl bekannt, die sich explizit historischen Getreidesorten verschrieben haben. Alle drei haben eins gemein: Sie sind vielen anderen selbst ernannten Craft-Brauereien voraus, dass sie sogar auch nicht-industrielles Getreide verwenden. Die beiden letzteren rangieren deshalb aber auch in einem Preissegment, welches nicht gerade erschwinglich ist. Umso mehr freue ich mich, dass ich in einer der monatlichen Bierboxen vom Beertasting.Club diese Flasche gefunden habe. Benannt ist das Bier übrigens nach der Frau des Brauers aus Neuhaus am Inn, die zufällig (oder war es doch Schicksal) bei einem Spaziergang auf diese historische Gerstensorte gestoßen war.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Export
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Fulda
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________14
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: schön hellmalzig, getreidig, grasig, heuartig, malzsüß, fruchtiges Karamell
Geschmack: mittlerer Köper, süffig, würzig, heuartig, erdig, malzsüß, wenig getreidig, feinperlig, milder Abgang
Gesamt: Also mit derart viel grasigen und erdigen Noten hätte ich nicht gerechnet. Man kann die Gerste auf dem Feld wahrlich riechen und schmecken. Für ein Export ist es mir zwar fast etwas zu dünn, dennoch ein wirklich besonderes Biererlebnis mit einer wirklich unterstützenswerten Zutat. Summa summarum sind das für mich auch diesmal 12 Pkt. (2+).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.braumeister-edition.de/home.

Prost & guten Abend! 🍻

352. Maisel & Friends Dirty 30

Auch wenn mein Geburtstag bereits über ein halbes Jahr zurück liegt, habe ich den meiner Frau zum Anlass genommen diese Woche drei passende Biere zum 30. zu verkosten. Begonnen mit dem 29er Pils und dem Doppel-Alt, das ich aber auch schon auf unserer Franken-Tour in Nürnberg trinken durfte, schließe ich die Geburtstagswoche mit einem wirklichen Kracher-Bier.

Dabei ist Kracher-Bier sogar noch untertrieben für dieses in der Brauwelt wohl einzigartige Experiment. Mir zumindest ist kein Bier bekannt, dass auch nur annähernd mit diesem herausragenden Gebräu mithalten kann. Denn es wurde mit nicht weniger als sage und schreibe 30 verschiedenen Malz- und Hopfensorten gebraut. Hintergrund ist der ebenfalls 30. Geburtstag des Maisel-&-Friends-Brauer Markus (nächste Parallele ;)) Briemle, der sich hierfür etwas ganz Besonderes überlegt hatte. Mit einem Freund aus der Barth-Hass-Group – dem weltweit führender Anbieter von Hopfen und Hopfenprodukten – wurden hierfür folgende 30 (!) Hopfensorten ausgewählt:

Amarillo, Ariana, Bramling Cross, Callista, Cascade, Celeia, Centennial, Chinook, Citra, Crystal, Ella, Enigma, Hallertauer Blanc, Hallertauer Herkules, Hallertauer Perle, , Hallertauer Saphir, Hallertauer Tradition, HBC431, Hersbrucker, Hüll Melon, Mandarina Bavaria, Mittelfrüh, Relax, Saazer, Spalter Select, Styrian Fox, Styrian Golding, Tettnanger, Triskel, Vic Secret.

Die 30 (!) Malzsorten stammen allsamt aus Deutschlands größten Mälzerei Weyermann in Bamberg und umfassenden neben diversen Röst-, Karamell- und Basis-Gerstenmalzen auch Weizen-, Roggen- und Dinkelmalz.

Das Etikett hat Markus‘ Schwester entworfen und nimmt damit Bezug auf sein Sternzeichen. So zeigt es den Kampf der beiden Hopfen- und Malz-Widder, die um die Vorherrschaft im knallenden Sudkessel ringen.

Bierstilmäßig ist aus diesen 62 Zutaten (Wasser + Hefe noch dazu) übrigens ein Black IPA geworden, in dem sowohl dunkle karamellige Malznoten als auch ausgeprägte Hopfenaromen dominieren. Bei den Inhaltsstoffen hätte es aber auch kaum ein anderes Bier werden können. Und hätte es den Bierstil nicht seit kurzem gegeben, er hätte hierfür wohl erfinden werden müssen.

Nachdem ich es anlässlich des Geburtstages zwar bereits vor einigen Wochen online beim Flaschenfreund bestellt hatte, erreichte mich mit einem wahrhaft genialem Timing noch ein zweites Exemplar per Maisel-Flaschenpost von Eva Ploß. Darüber habe ich mich aber nicht geärgert, im Gegenteil, so habe ein zweites Exemplar, dass ich ggf. zu einem späteren Zeitpunkt zu einem ähnlich besonderen Moment verkosten kann.

„Do you wanna get dirty? Be thirsty!

Kein Dirty Harry. Kein Dirty Dancing. Sondern DIRTY 30!“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Black IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen-, Roggen- & Dinkelmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  17,°P
Alkoholgehalt. . . . . . 8,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bayreuth
Erscheinungsjahr. . .
2018

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________14
  • Geschmack:__________________14
Fazit

Geruch: Hopfenbittere, bunter Fruchtmix aus Maracuja, Litschi, Mango, Zitrone, Mandarine, Grapefruit & anderen roten Früchten, grasig, waldig, harzig, Karamell, holzig, dunkelmalzig, leicht röstig
Geschmack: voller Körper, weich, Röstaromen, Bittere, fruchtig, nussig, waldig, getreidig, erdig, feinperlig, ölig leicht alkoholaromatischer Abgang
Gesamt: Wow, wow, wow! Ein wahres Geburtstagsfeuerwerk aus Hopfen- und Malzaromen, das Nase und Gaumen echt überfordert. Es ist praktisch alles dabei, was ein Bier auszeichnen kann. Dabei kann man den Kampf der beiden Widder mit jedem Schluck spüren. Ein in Komplexität und Tiefe wohl kaum erreichbares Bier-Meisterwerk, das wohl auch historisch seines Gleichen sucht. Mit einer äquivalent herausragenden Gesamtwertung von 14 Pkt. (1) sichert sich das Dirty 30 hiermit die Spitzenposition im diesjährigen Bierjubiläum-Ranking.

Mehr Infos zum Bier unter: http://maiselandfriends.com/biere/limited/dirty-30/.

Prost & guten Abend! 🍻

303. Riedenburger Dinkel-Radler

Nach dem gestrigen Dinkel-Malz nun heute das Dinkel-Radler aus dem Hause Riedenburger. Eigentlich rezensiere ich ja bewusst keine Radler, da diese in den allermeisten Fällen nur eine Verpanschung des Bieres mit minderwertigen Konzentraten sowie geschmacks- und farbbildende künstliche Zusatzstoffe sind. Doch inzwischen gibt es auch beim für Craftbrauer bislang eher verpönten Radler glücklicherweise immer mehr Qualität. So hat auch Riedenburger auf Basis seines alkoholfreien Hellen (45%) und Dinkelbiers (10%) ein fast ganz natürliches Radler entwickelt. Neben den beiden Bierkomponenten kommt nämlich noch eine Zitronenlimonade (45%) hinzu, die ausschließlich mit Agavensirup gesüßt und mit Zitronensaftkonzentrat aufgesetzt ist. Gerade nach dem gestrigen Malz bin ich gespannt, ob auch das Radler in der Qualität mithalten kann.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Radler
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Dinkelmalz, Hopfen, Hefe, Agavensirup, Zitronensaftkonzentrat
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . <0,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Riedenburg
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________7
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Geruch: dezent, sehr grasig & heuartig, wenig fruchtig-blumig
Geschmack: süffig, mittelkleiner Körper, grasig, leicht malzig, zitrusfruchtig, blumiger Abgang
Gesamt: Durchaus ebenfalls eine interessante Interpretation des Biermischgetränk-Klassikers. Wenngleich nicht ganz so ausbalanciert wie das Malz, ist die Mischung aus grasiger Dinkelnote und bekannten Zitrusaromen wahrlich erfrischend. Mit einer noch weniger aufdringlichen Radler-Ausprägung wäre es aber vielleicht noch spannender. Außer der Wertung hierfür 10 Pkt. (2-).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.riedenburger.de/startseite/biere/riedenburger-biere/unsere-alkoholfreien-vitalgetraenke/dinkel-radler.html.

Prost & guten Abend! 🍻

302. Riedenburger Dinkel-Malz

Mit der heutigen Fortsetzung der Alkoholfrei-Reihe schließt sich ein wenig der Kreis zum Beginn letzte Woche. Auf Basis des alkoholfreien Dinkel-Bieres der hervorragenden Riedenburger Brauerei, wartet das heutige Malzbier mit einer besonderen Natürlichkeit auf. So ist es im Gegensatz zu den allermeisten anderen Malzbieren nicht mit Glukosesirup gesüßt, sondern enthält ausschließlich natürlich vorkommenden Agavensirup. Auch ansonsten sucht man künstliche Zusatzstoffe vergeblich, im Gegenteil: alle verwendeten Zutaten entsprechen Bio-Richtlinien. Umso mehr bin ich nun auf dieses Malzbier gespannt.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Malzbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Dinkel, Hopfen, Hefe, Agavensirup
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . <0,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Riedenburg
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: malzbier-typische Karamellsüße, aber auch etwas fruchtig, grasig-malzig
Geschmack: schön süffig, fruchtige Karamellsüße, blumige Malznote, feinperlig
Gesamt: Wahrlich eines der besten Malzbiere, die ich je getrunken habe. Während der Dinkel für eine tolle grasige Malznote sorgt, bringt die Agave eine damit wunderbar harmonierende Fruchtsüße mit. Fast schon schade, dass ich davon nur eine Flasche habe. Dieser weitere Beweis, dass natürlich mehr geht, honoriere ich mit 13 Pkt. (1-), die allerdings nicht in die Vergleichswertung eingehen.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.riedenburger.de/startseite/biere/riedenburger-biere/unsere-alkoholfreien-vitalgetraenke/dinkel-malz.html.

Prost & guten Abend! 🍻

298. Riedenburger Dinkel Alkoholfrei

Mit dem heutigen Bier möchte meine kleine Reihe an alkoholfreien Bieren beginnen mit der ich zumindest den Anfang der Fastenzeit verbringen werde. Leider gibt das Sortiment interessanter alkoholfreier Biere, die ich noch nicht behandelt habe, noch nicht genug her, um damit auch sechs Wochen Bierblog zu füllen. Zudem ist mein Vorrat auch noch voll mit alkoholhaltigen Bieren, die nur darauf warten der Welt präsentiert zu werden. Deshalb gibt es in den kommenden Tagen und Wochen nur eine kleine aber feine Auswahl von Fahrerbieren.

Beginnen möchte ich deshalb mit dem Riedenburger, weil ich mich darauf ehrlich gesagt am meisten gefreut habe. Schließlich habe ich bereits im letzten Jahr viele positive Erfahrungen mit der Brauerei gemacht, die zu Recht in meinem TOP 3 2017 gelandet ist. Umso mehr bin ich gespannt, wie auch die alkoholfreie Variante des Urgetreide-Bier Plankenstetter Dinkel mit 50% Dinkelmalz schmeckt.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Alternatives Getreidebier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Dinkelmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . <0,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Riedenburg
Erscheinungsjahr. . .
2002

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________8
  • Geruch:______________________9
  • Geschmack:__________________14
Fazit

Geruch: klar grasig-süßlich, leicht würzig
Geschmack: weich, zart, süffig, kaum Körper, grasig, getreidig, nussig, süß, leicht würziger Abgang
Gesamt: Auch wenn es naturgemäß etwas schwierig ist alkoholhaltige mit alkoholfreien Bieren zu vergleichen, muss man einfach sagen, dass dieses alkoholfreie Dinkel vor diesem Hintergrund echt lecker ist. Sicher nicht vergleichbar mit einem herkömmlichen Lager, aber unfassbar weich und mit einer natürlichen Süße im Geschmack, die das Bier zu einer super Alternative zu anderen alkoholfreien Getränken macht. Auch wenn hier die in Deutschland bestehende Grenze für alkoholfreie Biere bis zum äußersten ausgereizt wurde. Fasst also schon schade, dass bereits nach diesen 0,33l Schluss ist. Meine 13 Pkt. (1-) hat es sich aus meiner Sicht daher redlich verdient.

Weitere Infos zum Bier unter http://www.riedenburger.de/startseite/biere/riedenburger-biere/unsere-alkoholfreien-vitalgetraenke/dinkel-alkoholfrei.html.

Prost & guten Abend! 🍻

224. Riedenburger 5-Korn Urbier

Vorgestern Emmer, gestern Einkorn und heute? Richtig, Dinkel! Zur Komplettierung des Urkorn-Trios gibt es gleich alle drei sowie Gerste und Weizen zusammen in einem Bier.

Dinkel ist die jüngste Urgetreideart und hat sich aus dem Emmer und Wildgräsern entwickelt. Ungefähr auf das 6. Jahrtausend vor Christi werden die ersten Dinkel-Funde datiert. Auch sie stammen noch aus dem vorderasiatischen Raum und breiteten sich im Laufe der Zeit in ganz Europa aus. Doch auch dem Dinkel erlangte das gleiche Schicksal wie seinen Verwandten Einkorn und Emmer: Infolge der Industrialisierung steigenden Bevölkerungsentwicklung wurde es nach und nach von ertragsreicheren Weizensorten verdrängt.  Während jedoch Einkorn und Emmer bis dato noch ein Nischendasein fristen, konnte sich die Dinkelproduktion wieder auf ein relativ hohes Niveau erholen und ist heute das meist angebaute Urgetreide. Im Gegensatz zum Weizen wird Dinkel jedoch nur als Wintergetreide angebaut.

Neben dem reifen Dinkel wird übrigens oft auch das unreife Korn – Grünkern genannt – u.a. zur Herstellung von Eintöpfen verwendet. Zudem findet Dinkel auch im Getreide- oder Malzkaffee immer häufiger Verwendung. Aufgrund der historischen und biologischen Bedeutung gibt es eine relativ große überdauerte Dinkelbier-Brau-Tradition. Auch wenn ich es nicht als eigenen Bierstil definieren würde, gibt es zahlreiche (meist südliche) Brauereien, die analog zum Weizenbier ein Dinkelbier brauen. Das 1866 gegründete Riedenburger Brauhaus verwendet für ihre Dinkelbiere übrigens die Sorte Oberkulmer Rotkorn – eine ungekreutzte Urform des Dinkel aus der Schweiz.

Die „große“ Hildegard von Bingen (heute würde man sie als Bierenthusiastin beschreiben) charakterisierte das Urkorn in ihrem Buch Heilkraft der Natur ›Physica‹ so:

„Der Dinkel ist das beste Getreide, und er ist warm und fett und kräftig, und er ist milder als andere Getreidearten, und er bereitet dem der ihn ißt, rechtes Fleisch und rechtes Blut, und er macht frohen Sinn und Freude im Gemüt des Menschen.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Historisches Urkornbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten
. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen-, Einkorn-, Emmer- & Dinkelmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Riedenburg
Erscheinungsjahr. . .
2000

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: sehr malzig & würzig, frisch, grasig, leicht erdig
Geschmack: weich, mild, klar malzig & würzig, ganz leicht angeröstet, leicht süßlicher Abgang, geringe Noten von Hefe
Gesamt: Auch das dritte Urkorn-Bier überzeugt mich voll und ganz. Zwar sind Bierstil-bedingt (irgendwas zwischen Alt und Dunkel) keine außergewöhnlichen Überraschungen im Sinne eines enormen Notenausschlags zu verzeichnen, allerdings stellt sich mir nach diesen Bieren ernsthaft die Frage, warum noch jemand auf „normale“ Gersten- & Weizenbiere zurückgreift, wenn er mit Urkörnern eine deutlich bessere und ausdrucksstärkere Qualität haben kann. Deshalb erneut fast sehr gute 12,5 Pkt (2++).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.riedenburger.de/startseite/biere/riedenburger-biere/unsere-urgetreidebiere/5-korn-urbier.html.

Prost!

223. Riedenburger Einkorn-Edelbier

Nach Emmer folgt Einkorn. Wie gestern schon erwähnt braut das Riedenburger Brauhaus als eine von ganz wenigen Brauereien in Deutschland diverse Urgetreidebiere. Eines davon ist das Einkorn-Edelbier, welches neben Gersten- auch mit einem hohen Anteil von Einkornmalz gebraut ist.

Einkorn gilt als das erste Getreide der Welt, welches außerhalb von Amerika (Mais), Afrika (Hirse) und Asien (Reis) entstanden ist. Bereits vor etwa 10.000 Jahren soll es erstmals in der Mittelmeer-Region und Mesopotamien domestiziert worden sein. Aus dem ursprünglichen Einkorn entstand mit der Zeit Emmer, Dinkel und das heutige Weizen. Im Vergleich zu diesem ist Einkorn aber deutlich anspruchsloser und resistenter gegen viele Schädlinge wie Wurzelfäule oder Korn-Pilze. Zudem kann es sich besser gegen Ackerunkräuter durchsetzen und kann mit folgenden positiven Eigenschaften aufwarten:

„Durch den hohen Anteil an Carotinoiden, Mineralstoffen und essentiellen Aminosäuren gilt Einkorn als besonders wertvoll und von edlem Geschmack. Bei Bier und Gebäck entsteht eine ungewöhnlich milde, elegante, an Vanille erinnernde Geschmacksnote.“

Dass Einkorn in der heutigen Landwirtschaft kaum noch eine Rolle spielt liegt jedoch an seinem Ertrag. Gegenüber moderner Weizen-Saat kann Einkorn kaum wirtschaftlich angebaut werden, hat sich inzwischen aber wieder eine (Bio-)Nische erarbeitet. Es sind u.a. Brauereien wie die aus Riedenburg, die dem Urkorn wieder Leben eingehaucht haben und uns so wieder unsere eigene Geschichte und Werte zurückholen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Historisches Urkornbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten
. . . . . . . . . . . Gersten- & Einkornmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12.5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Riedenburg
Erscheinungsjahr. . .
2000

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: malzig, frisch, zurückhaltend, leichte Würze
Geschmack: sehr mild, weich, Vanille-Aroma, etwas würzig, süffig, etwas getreidig
Gesamt: Wer mal ein richtig gutes (naturtrübes) Helles trinken will, sollte hier zuschlagen. Zwar auch kein Überflieger in Sachen Kreativität, aber die versprochene Milde und Süße des Einkorn wirkt enorm lecker. Zudem bringt das Korn eine tolle Harmonie in das Bier, welches ich bisher sonst nur von Frischhopfen kannte. Also auch hier wieder völlig verdiente 12,5 Pkt. (2++).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.riedenburger.de/startseite/biere/riedenburger-biere/unsere-urgetreidebiere/einkorn-edelbier.html.

Prost!

222. Riedenburger Historisches Emmerbier

Nun ist es also so weit: Der Höhepunkt meiner Jahresreihe „Alternative Getreide“ beginnt mit dem heutigen historischen Emmerbier des Riedenburger Brauhauses.

Emmer gehört zu den ältesten Getreiden der Erdgeschichte. Es ist eine Kreuzung von Einkorn – dem ältesten bekannten Urgetreide – und Wildgras. Das auch „Zweikorn“ genannte Süßgras hat seinen Ursprung vor 8.000 v.Chr. in Mesopotamien und Ägypten. Bis ins Mittelalter waren Emmer und Einkorn (wie auch Dinkel) wichtige Getreide für Brei, Brot und Bier. Doch bereits in der Bronzezeit um 1.000 v.Chr. gingen Anbau und Bedeutung zurück, da mit Gerste, Roggen, Hafer und Weizen immer ertragreichere Arten entdeckt und entwickelt wurden. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft in den letzten Jahrhunderten wurden die Urgetreide dann vollständig verdrängt. Die letzte landwirtschaftliche Nutzung von Emmer wird auf die 1930er-Jahre datiert. Erst vor etwa 20 Jahren begann man sich auf die „alten“ Qualitäten“ des Urgetreide zu besinnen und begann erneut (im kleinen Maßstab) diese historischen Art anzubauen. Aufgrund seiner grundsätzlichen Anspruchslosigkeit und Resistenz gegenüber vielen Krankheiten eignet sich der Emmer vor allem in der ökologischen Landwirtschaft und erhöht dort die lokale Biodiversität. Doch auch aus weniger „romantischen“ Gründen ist der Emmer von Vorteil: Im Vergleich zum heutigen „Industrie-„Weizen wartet er mit mehr Eiweiß, Magnesium sowie Eisen auf und hat durch einen erhöhten Anteil von Aminosäuren positiven Einfluss auf den Nervenstoffwechsel.

Kurzum: „Es ist das Getreide der Bibel und der Römer und ernährte die Menschen als Grundnahrungsmittel über viele Jahrhunderte. „

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Historisches Urkornbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten
. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen-, Emmer- & Dinkelmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12.8°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Riedenburg
Erscheinungsjahr. . .
2000

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: sehr würzig, nussig, grasig, leicht röstmalzig, trotzdem frisch
Geschmack: vielschichtig, sehr süffig & mild, würzig, ganz leicht röstig, malzig, getreidig, dezente Frucht-Süße, samt-weich, matte Spritzigkeit
Gesamt: Wie versprochen ein wirklich vielseitiges und hochqualitatives Bier. Eine derartige milde Würzigkeit habe ich bis dato noch nicht so komplex geschmeckt. Fast wirkt das Bier etwas fad in Zeiten von extremer Röstung oder Hopfung in aktuellen Craft-Bieren. Aber gerade deshalb finde ich es eine absolut empfehlenswerte Alternative zum Feierabend- oder Kneipen-Standard-Bier. Bierstil-technisch würde ich es in der Nähe des fränkischen Dunkel rücken, wobei es deutlich milder und weicher ist. Kurzum: Genau mein Geschmack – und deshalb hochverdiente 13 Pkt. (1-).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.riedenburger.de/?id=80.

Prost!

Blogbier, die XVII.

Letztes Wochenende hat mich mein alter Studienkollege David besucht und mit mir folgende Biere verköstigt:

Vielen Dank nochmals auch auf diesem Wege an David für den schönen (Bier-)Besuch. Mit Freunden trinkt man eben gerne ein gutes Bier.

204. Main Seidla Harvest Moon

Auch mit dem heutigen Bier liege ich wieder jahreszeitentechnisch daneben. Aber zumindest bin ich beim Herbst schon näher am Sommer als noch beim Belgischen Winter. Und da Harvest Moon für den ersten Vollmond im Herbst steht, ist der Sommer da schließlich oftmals noch gut zu spüren.

Harvest Moon bezieht sich aber nicht nur auf den entsprechenden Mond, sondern natürlich auch auf die dazugehörige Erntezeit. Und so war ich freudig überrascht, dass das Brauhaus Binkert dieser landwirtschaftlichen Zeit ein spannendes Bier aus den drei Getreiden Gerste, Hafer und Dinkel widmet:

„DAS ERNTEBIER: Der goldene Herbst mit seinem einzigartigen Licht, eingefangen in der Fülle von Gersten, Hafer- und Dinkelmalz verspricht eine Belohnung, wie man sie nur zur Erntezeit mit Dankbarkeit verspürt. Eher mild in seiner harmonischen Bittere kommt die Erntereife voll zur Geltung. Süße Früchte, wie Trauben und Mandarinen werden durch die ausgewogene Auswahl von uralten und brandneuen Hopfensorten zur Entfaltung gebracht. Ariana beim „late hopping“ und Hersbrucker Pure beim „dry hopping“ ergänzen sich blendend zu einem erdverbundenen Lobgesang an die fränkischen Heimat. War in alten Zeiten das Erntebier wegen der schweren körperlichen Arbeit eher ein Leichtbier, so haben wir den moderaten Alkoholgehalt den heutigen Genussansprüchen in Form eines echten Vollbiers angepasst. Denn weiterhin gilt: die wichtigste Eigenschaft von Bier, ist der Durst auf ein zweites!“

Zumindest in der Theorie (Getreide+Hopfen+Heimat) verspricht es also ein wirklich interessantes Bier zu sein. Dazu passt übrigens auch die schwierige Bierstilzuordnung: Handelt es sich doch um obergäriges Helles mit alternativen Getreidearten. ProBier ich also mal, ob es tatsächlich auch Durst auf ein 2. macht…

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Fränkisch Wieß
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Dinkel- & Hafermalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  11.5°P
Alkoholgehalt. . . . . .
4,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Breitengüßbach
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Geruch: hopfig-frisch, fruchtig, grasig-malzig
Geschmack: recht spritzig, leicht rot-fruchtig, fruchtig-herb-frischer Abgang, Zwischentöne von Getreide & Gras, wenig Körper
Gesamt: Nach den ersten Schlucken dachte ich noch, ob die zwei Monate MHD-Überschreitung dem Bier vielleicht doch nicht so gut taten. Aber im Verlaufe entwickelte sich der Geschmack dann aber doch besser. Auch wenn es insgesamt relativ ausdruckslos bleibt, merkt man dem Bier schon die Intention an. Sowohl Frucht- als auch Grasnoten sind klar erkennbar, wenn auch in geringer Intensität als erwartet. Das Bier erinnert tatsächlich eher an das angesprochene leichte Erntebier und ist somit wohl näher am historischen Original als gedacht. Es ist also kein Top-Bier, man kann aber definitiv noch ein zweites davon vertragen. In Summe gute 10 Pkt. (2-).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.ratebeer.com/beer/main-seidla-harvest-moon/463820/.

Prost!

 

200. Alternative Getreide – Bierverköstigung Juni

Alzeyer Hirsetrunk | Mongozo Buckwheat White Beer | Kiuchi Hitachino Nest Red Rice  | Elav No War Rye IPA | The Dancing Camel Olde Papa | Shepherd Neame & Co. 1698 | Pinkus Jubilate

Am vergangenen Montag habe ich mein Comeback in der Kierberger Eule nach meiner Babypause feiern dürfen. Und das gleich mit einem Kracher: Dank meiner großartigen Frau hatte ich die Möglichkeit über mein Lieblings-Thema referieren zu dürfen: Alternative Getreide außer Gerste (und Weizen) im Bier. Nachdem es in der Mai-Verkostung rund um das Gerstenkorn ging, habe ich mich zum Wieder-Einstieg anderen Getreidegattungen gewidmet, die als Basis für Bier dienen. Denn neben Gerste und Weizen gibt es fünf weitere Hauptgattungen der in der Botanik als Getreide geltenden Pflanzen:

Dabei sind Einkorn, Emmer und Dinkel Ur-Formen des heutigen Weizens und werden als Urgetreide bezeichnet. Während Gerste, Weizen, Roggen und Hafer die klassischen europäischen Getreide sind, liegt der Ursprung der anderen drei Getreide außerhalb unseres Kontinents:

Vor der eigentlichen Verkostung ging es erst einmal weiter im Kölsch-Projekt, bei dem Markus bis 2019 (da wird die Kölsch -Konvention 33 Jahre) alle Kölsch vorgestellt und durchprobiert haben will. Diesmal stand das Peters-Kölsch an, welches ich zwar bereits im Rahmen meiner großen Kölsch-Verköstigung Anfang letzten Jahres probierte, es aber als Einstieg trotzdem ganz gut war – enthält es doch neben Gersten- auch Weizenmalz.

Den Beginn der Verkostungsreihe machte ein wirklich sehr sehr interessantes Bier aus Rheinland-Pfalz: Der Alzeyer Hirsetrunk. Das Bier wurde im Rahmen des monatlichen Bierfahrplans von Volker Bräu im Mai gebraut und auf dem Kölner Festival der Bierkulturen vorgestellt:

Persönlicher Eindruck:
relativ süß, aber weder fruchtig-süß noch karamell-süß, sondern getreidig-süß
sehr spannend und herausragend lecker

Leider ist dieses Bier zeitlich und räumlich nur sehr limitiert erhältlich. Gerne hätte ich mir noch mehr von diesem wirklich leckeren Trunk gegönnt. Und ohne es vorweg nehmen zu wollen: Die Konkurrenz hatte es am heutigen Abend schwer dieses noch zu toppen.

Neben den sieben Getreiden gibt es aber auch noch sogenannte Pseudogetreide. Das sind jene Pflanzen, die zwar Körner ausbilden, diese aber keine Eigenbackfähigkeit besitzen. Nichtsdestotrotz sind einige der Pseudogetreide hervorragend als Zutat zum Bierbrauen geeignet. Zu den bedeutendsten Pseudo-Getreiden zählen:

Konsequenterweise ging es also auch mit einem Bier dieser Kategorie weiter: Dem Mongozo Buchweizen Witbier. Grundsätzlich stammt das Rezept aus Angola, wird jedoch in Belgien gebraut. Deshalb wohl auch die Einflüsse eines klassisches Witbiers. Interessant ist an diesem Bier auch die Verwendung geheimer Gewürze – auch nicht unerwähnt bleiben sollte, dass es sich hierbei um ein Bio- und Fairtrade-Bier handelt:

Persönlicher Eindruck:
trotz eines wohl eher geringen Anteils an Buchweizen kommt die nussige Note heraus, auch wenn der säuerliche Eindruck dominierte

Zum dritten Bier der Verköstigung wurde dann der europäische Kontinent aber wirklich verlassen. Es folgte das inzwischen auch in Deutschland recht gut erhältliche Hitachino Nest Red Rice Bier von Kiuchi aus der Nähe von Tokio in Japan. Neben Gerstenflocken enthält dieses Bier eben auch Roten Reis – eine der unzähligen Reissorten. Gebraut wird das Bier übrigens in einer eigentlichen Sake-Brauerei:

Persönlicher Eindruck:
sehr würzig, leicht süß und extrem vielschichtig

Zur Auflockerung der Runde gab es passenderweise im Anschluss einen Probierschluck Sake, den Markus mitgebracht hatte. Schließlich ist Sake – auch obwohl es auf deutsch als Reiswein übersetzt wird – ein sehr naher Verwandter des Bieres, was die folgende Übersicht des Herstellungsverfahrens verdeutlicht:

Doch was sind eigentlich die Vor- und Nachteile von alternativen Getreiden im Bier? Warum werden diese besonders außerhalb Deutschlands verwendet und wo liegen die Herausforderungen beim Brauen?

Es gibt also sicher einige Pro- und Contra-Punkte bei der Verwendung alternativer Getreidearten als Gerste und Weizen. Dass es in Deutschland jedoch sowohl gesetzlich als auch bierkulturell nicht zu einem stärkeren Einsatz dieser Getreide oder Vertrieb solcher Biere kommt, ist meiner Ansicht nach nicht zu erklären. Auch wenn ich keine Ausbildung oder gar Studium im Brauwesen genießen durfte, vermag ich einschätzen zu können, dass der Einsatz von Roggen, Hafer, Mais, Reis oder Hirse zumindest limitiert vorteilhaft für alle Beteiligten ist. So eröffnen sich der Brauerei deutlich mehr Möglichkeiten, wobei der Biergenießer von einer deutlich (qualitativ) höheren Biervielfalt profitieren könnte. Nicht nur der Hopfen kann bierprägend sein, auch auf das Getreide sollte endlich mehr Wert gelegt werden.

Den Abschluss der offiziellen Verkostung machte dann ein Bier mit Roggen aus Italien. Aufgrund dessen, dass es dort nie eine solche historische Biervielfalt wie in Deutschland gab, hat sich in Italien in den letzten Jahren eine deutlich stärkere Craft-Bier-Bewegung entwickelt als hierzulande:

Persönlicher Eindruck:
sehr IPA-like, leicht würzig und bittersüß

Hier also nochmals alle Biere (und die Sake) in der Übersicht:

Meine persönliche Gesamtwertung aller Biere sieht wie folgt so aus (wobei das Kölsch als themenfremdes Bier nicht in die Wertung einging):

Mit Markus teilte ich mir im Anschluss dann noch folgende Biere aus der mehr als reichhaltigen Auswahl der Eule:

  • The Dancing Camel Olde Papa:
    – mediterranes Starkbier mit Dattelsirup
    – für die 1. israelische Mikrobrauerei Dancing Camel Brewing Company von der Berliner Bierfabrik gebraut
    – benannt nach einen historischen Braumeister
    – untergärig; 7,5%
    – Liebesgrüße aus Tel-Aviv
    https://www.dancingcamel.com/beers

  • Shepherd Neame & Co. 1698:
    – Kentish Strong Ale mit Flaschengärung
    – soll nach dem Bedingungen von 1698 gebraut worden sein
    – Real Ale
    – weitere Infos siehe auch W16

    – obergärig; 6,5%
    https://www.shepherdneame.co.uk/beer/1698

Beim Schreiben dieser Zeilen begleitet mich dann ferner noch folgendes Bier, das ich als Referentengeschenk von Markus erhalten habe:

  • Original Leipziger Gose:
    – original Leipziger Gose aus dem bayrischen Bahnhof
    – eingebraut mit Koriander und Salz
    – herrlich sauer-fruchtig

    – untergärig; 4,5%
    http://www.gose.de/

Vielen Dank also nochmals an Markus für den interessanten Abend und die tollen Biere sowie an das Publikum, das sich mit diesem Thema konstruktiv auseindergesetzt hat.

Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

Das letzte Abendmahl: Bierbrot

„Während des Mahls nahm er das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es ihnen und sagte: Nehmt, das ist mein Leib. Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, reichte ihn den Jüngern und sie tranken alle daraus. Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.“ Markus-Evangelium Kapitel 14 Vers 22-24

Am heutigen Gründonnerstag, welcher an das letzte Abendmahl Jesu Christi erinnert, habe ich mit der mir geschenkten Backmischung zum ersten Mal ein Bierbrot gebacken. Und welches Bier könnte dafür nicht passender sein als das Loffelder Bio-5-Korn vom Staffelberg Bräu aus Bad Staffelstein. Bereits auf unserer Franken-Tour verköstigt und für sehr gut befunden, wurde es im letzten Jahr anlässlich des Bierjubiläums als Sondersud mit Gerste, Hafer, Roggen, Emmer und Dinkel eingebraut. Verfeinert mit etwas Dinkelvollkornmehl und Haferflocken verwandelt sich das Bier mit der Backmischung nun zu einer wahren Osterköstlichkeit.

Besten Dank auch nochmals an Sabrina und René für das tolle Geschenk.

Infos zum Bier unter: http://www.staffelberg-braeu.de/cms2/aktuell/2016/160-Jahre-Staffelberg-Braeu_500-Jahre-Reinheitsgebot.php

Und die dazugehörige Backmischung: https://www.depot-online.com/backmischung-bierbrot-454g-MRT0002240.html

Guten Appetit!

123. Riedenburger Dolden Dark

Auch wenn ich das schon des Öfteren geschrieben habe, aber diesmal habe ich wieder mal ein wirklich besonderes Bier zu erwarten. Denn das Dolden Dark kommt aus einer – wie ich finde – sehr vorbildlichen Brauerei. Das Riedenburger Brauhaus, zwischen Regensburg und Ingolstadt an der Altmühl (welche gleichzeitig den Donau-Main-Kanal bildet) gelegen, braut man neben den bayrischen Klassikern auch seit neuestem auch sog. Craft-Biere. Den Dolden (Sommer) Sud durfte ich ja schon probieren – darüber hinaus gibt es aber noch sehr interessante weitere Urkorn-Biere aus Emmer, Einkorn oder – und das ist im wahrsten Sinne des Wortes hervorragend – Hirse. Zudem braut die 1866 gegründete Brauerei noch für die Benediktinerabtei Plankstetten, woher auch das Gerstenmalz bezogen wird. Die jährlich ausgestoßenen 20.000 hl werden gesamthaft in Bioland-Öko-Qualität produziert. Riedenburger sind dabei Vorreiter, denn bei der vollständigen Umstellung auf Bio-Produktion 1994 war man die erste Brauerei Bayerns, die dies ganzheitlich getan hat. Wer übrigens Schwierigkeiten hat Riedenburger Biere zu kaufen, könnte im Online-Shop stöbern, wo sogar Einzelflaschen verkauft werden, was auch eine Besonderheit unter deutschen Brauereien ist. Die Brauerei, die Geschichte und Moderne miteinander zu verbinden versucht, orientiert ihre nachhaltige Unternehmensphilosophie dabei nach eigenen Aussagen an diesen Grundsätzen:

  • verantwortlicher Umgang mit den Ressourcen der Natur
  • konsequenter Umweltschutz
  • Vorrangigkeit regionaler Kreisläufe
  • Beitrag zum Erhalt klein-bäuerlicher Strukturen
  • handwerkliche und möglichst naturnahe Herstellung
  • Vollwertigkeit des Produkts Bier als Genuss- und Lebensmittel

Ich bin frohen Mutes, dass sich dies auch im Bier niederschlägt…

„Wenn die Sonne unterging und der Mond sich in der dunklen See spiegelte, beendeten die schwer schufftenden Hafenarbeiter in London des 18. Jh. ihren Tag mit einem Porter. In Hafenkneipen und Spielunken floss das tiefschwarze Bier in rauen Mengen. Unsere Hommage an diese schwer arbeitende Zunft ist ein vollmundiges Porter. Stärker als sein Vorfahre, dafür samtig weich im Geschmack mit einem Hauch cremigen Kaffees und Schokolade. Und dank der ausgewählten Malze vom historischen Emmer und gerösteter Sommergerste herrlich malzig. Perfekt für jeden Feierabend!“

Steckbrief

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken

Wahrlich ein tolles Äußeres, dem nur noch die Infos zu den verwendeten Hopfen-Sorten fehlen.

  • Aussehen

Tiefschwarz, trüb und eine feinporige aber mäßige Schaumbildung.

  • Geruch

Sehr sehr stark röstmalzig mit Noten von Schokolade und Kaffee.

  • Geschmack

Ähnlich röstig, wie im Geruch, aber weniger süß als erwartet. Dafür malziger und weicher. Auch der Kaffee kommt hier stärker raus als die Schokolade. Insgesamt ein geringer Körper mit matter Frische. Der Abgang bleibt recht unauffällig und trocken.

  • Fazit

Wer solche dunklen röstmalzigen Porter mag, für den ist der Dolden Dark vermutlich genau das Richtige. Auch mich hat er recht gut überzeugt, auch wenn man davon sicherlich nicht mehr als ein zwei hintereinander trinken kann. Aufgrund Top-Noten in fast allen Bereichen ergibt es in Summe starke 13 Pkt. (1-).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.riedenburger.de/startseite/biere/riedenburger-biere/unsere-dolden-biere/dolden-dark.html.

Prost!

110. Hola die Bierfee Dinkel Ale

Zum Start ins Wochenende gibt es für mich ein wahres Frauenbier. Die Rede ist jedoch nicht von einem dieser Klischee-Biermischgetränke, die immer noch einen reißenden Absatz finden. Vielmehr ist damit die Herkunft des Bieres gemeint. Schließlich kommt Hola die Bierfee aus einer reinen Frauenentwicklung der Meinel-Brauerei in Hof. Der weibliche Nachwuchs der Familienbrauerei – ihres Zeichens jüngste und beste Braumeisterabsolventin sowie Biersommeliére – hat sich zur Aufgabe gemacht modernes Bier zu brauen und an den Mann und vor allem die Frau zu bringen. Eines dieser neuen Biere ist ein Dinkel (Pale) Ale. Neben der Verwendung von Dinkelmalz sticht vor allem heraus, dass zur Vergärung Ale- und Proseccohefe genutzt wird. Alles in allem also beste Vorzeichen für ein schmackhaftes Bier – auch für Männer.

Steckbrief

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken

Abgesehen von der pinken Farbe und ein paar fehlenden Eckdaten finde ich das Äußere sehr gut. Aus Marketinggesichtspunkten aber wohl vollumfänglich ein wirklich sehr gelungenes Design.

  • Aussehen

Schönes dunkel-orange bis Kupfer mit ordentlicher Trübung und einer hübschen cremigen Schaumkrone.

  • Geruch

Ein gesunder Mix aus eher säuerlichen Fruchtnoten und dunklen Karamell-Malz-Nuancen.

  • Geschmack

Auch hier eine ausgewogene Mischung aus Malz und bitterer Fruchtigkeit. Auch wenn der versprochene „Prickel-Bitzel-Wirbel“ etwas ausbleibt insgesamt recht weich und süffig. Im Abgang gleichbleibend fruchtig-herb.

  • Fazit

„Lass dich verführen“, heißt es auf Seiten der Braufeen. Und ich muss sagen, dass das gar nicht so weit von der Wahrheit entfernt ist. Das Dinkel-Ale kann in allen Kategorien gleichermaßen gut überzeugen und verdient sich somit satte 13 Pkt. (1-). Auch wenn ich also nicht zur primären Zielgruppe gehören sollte, kommt das Bier auch sehr gut bei Männern an.

Weitere Infos zum Bier unter: http://holladiebierfee.de/willkommen-im-bierwunderland.html.

Prost!

86. Deutsche Bierkultur – Bierverköstigung August

Dortmunder Union Export | Crew Repuplic – Foundation II | Andechs Export Dunkel | Schneider Weisse Tap 7 | Löwenbräu Triumphator | Berliner Kindl Weisse | Brewdog This. Is. Lager. | Pyraser 6-Korn | Heiden Peters Dirty Lady

Titel

Letzten Montag war es wieder soweit: Bierverköstigung in der Kierberger Eule. Thema war diesmal die Deutsche Bierkultur. Der aufmerksame Blog-Leser wird sich nun wundern, denn hierzu gab es doch schon einmal eine Sonderveranstaltung. Deshalb werde ich an dieser Stelle auch nur zusätzliche Informationen zeigen – alles Weitere ist dem Link zu entnehmen. Anlässlich des Besuches eines Australiers fand die Veranstaltung auch diesmal bilingual statt. Und zu meinem Glück war die Bierauswahl diesmal auch komplett unterschiedlich.

Die schon obligatorische Bierkarte mit der Reihenfolge der verköstigten Biere:

Beer-Map

War es beim ersten Mal noch das Kronen Export startet de Abend diesmal mit dem Dortmunder Union Export:

B1  IMG_20160801_201315IMG_20160801_201522

– Geruch: hopfenbetont, leicht malzig, frisch
– Geschmack: schön malzig, wenig Bitterkeit, trocken, etwas mehr Körper als Pils

Bier #2 war der kleine Ausreißer der Gruppe, da das einzige Craft-Beer in der Reihe: Das German Pale Ale:

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– Geruch: leider wieder einmal ganz klar Citra, ein wenig rote Früchte, kein Malz
– Geschmack: Hopfenbitter, fruchtig-süß, trocken

Mit einem dunklen Export ging es dann weiter:

B3IMG_20160801_213015 IMG_20160801_205518

– Geruch: malziger als das Helle Export, röstig-karamellig
– Geschmack: herb-süß-fruchtig-trocken

Im Anschluss folgte ein Klassiker der deutschen Biere: Das Hefeweizen – diesmal aus dem Hause Schneider:

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– Geruch: malzig-süß-karamellig, keine Herbe
– Geschmack: weich-bananig, leicht sauer, trocken

Als Abschluss der offiziellen Verköstigung wurde es nochmals etwas höher prozentiger. Und auch der Triumphator ist wieder ein neuer Doppelbock:

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– Geruch: recht süß, unfrischer, leicht künstlich
– Geschmack: sehr süß, bonbon-artig, bitter, ölig, vollmundig

Meine persönliche Gesamtwertung der Biere sieht dann so aus:

BonII

Neben der Biervorstellung bot Biersommelier Markus natürlich auch wieder viele Hintergrundinformationen zur Deutschen Bierkultur und -geschichte:

HistoryStudent§11

incl. Exkurs zur Geschichte des stärksten Bieres der Welt:

Alc

Im Anschluss an die offizielle Verköstigung gab es für mich dann noch folgende Biere aus der mehr als reichhaltigen Auswahl der Eule:

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  • Brewdog This. Is. Lager.
    – ein Mitbringsel von Markus aus England und an Exklusivität kaum zu überbieten, da die Produktion dieses Bieres gerade eingestellt wurde
    – als 21st Century Pilsner proklamiert, aber geschmacklich einfach zu experimentell um noch als Pils durchgehen zu können
    – untergärig, 4,7%

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  • Pyraser 6-Korn
    – extra für mich ins Eule-Programm aufgenommen, hatte mich Markus mit diesem Bier sehr sehr glücklich gemacht
    – als eine der wenigen Bieren Deutschlands werden hier neben den üblichen Getreiden Gerste und Weizen auch Roggen-, Hafer-, Dinkel- und Emmermalze verwendet
    – geschmacklich recht malzig-süß, süffig und zugleich leicht vollmundig und lecker getreidig
    – bestärkt mich eindeutig, dass es mehr solcher Biere geben muss – mein Biertraum: Ein Vollkornbier mit allen 7 Getreidearten
    – übrigens mein erstes Bier mit Schraubverschluss
    – untergärig, 11.2°P, 4,6%, http://pyraser.de/produkte/6-Korn-Bier

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  • Heidenpeters Dirty Lady
    – Bockbier-Variante der Thirty Lady (American Pale Ale) aus der kleinen Brauerei Heidenpeters in der deutschen Hauptstadt
    – obergärig, 16.5°P, 7,4%

10

Und zu guter Letzt kam ich nicht umhin mir noch das LSR-Bier vom Bonner Bierserker mit nach Hause zu nehmen, welches ich beim Schreiben dieser Zeilen genieße:

  • Bierserker LSR
    – vom Bonner Craft-Bier-Brauer Ulrich Karl Tröger
    – LSR ist die Abkürzung der dem Bier zugesetzten natürlichen Zusatzstoffe Lavendel, Salbei und Rosmarin
    – als Befürworter natürlicher Bierzutaten zur Erhöhung der Biervielfalt, musste aber auch ich mich erst an den doch sehr „mediterranen“ Geschmack gewöhnen
    – untergärig, 12.2°P, 5,2%, http://www.bierserker.de/Was/L-S-R

SAM_0683

Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend.

Und niemals §11 vergessen: Es wird fortgesoffen! Prost!

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/