Juni 27 2017

204. Main Seidla Harvest Moon

Auch mit dem heutigen Bier liege ich wieder jahreszeitentechnisch daneben. Aber zumindest bin ich beim Herbst schon näher am Sommer als noch beim Belgischen Winter. Und da Harvest Moon für den ersten Vollmond im Herbst steht, ist der Sommer da schließlich oftmals noch gut zu spüren.

Harvest Moon bezieht sich aber nicht nur auf den entsprechenden Mond, sondern natürlich auch auf die dazugehörige Erntezeit. Und so war ich freudig überrascht, dass das Brauhaus Binkert dieser landwirtschaftlichen Zeit ein spannendes Bier aus den drei Getreiden Gerste, Hafer und Dinkel widmet:

„DAS ERNTEBIER: Der goldene Herbst mit seinem einzigartigen Licht, eingefangen in der Fülle von Gersten, Hafer- und Dinkelmalz verspricht eine Belohnung, wie man sie nur zur Erntezeit mit Dankbarkeit verspürt. Eher mild in seiner harmonischen Bittere kommt die Erntereife voll zur Geltung. Süße Früchte, wie Trauben und Mandarinen werden durch die ausgewogene Auswahl von uralten und brandneuen Hopfensorten zur Entfaltung gebracht. Ariana beim „late hopping“ und Hersbrucker Pure beim „dry hopping“ ergänzen sich blendend zu einem erdverbundenen Lobgesang an die fränkischen Heimat. War in alten Zeiten das Erntebier wegen der schweren körperlichen Arbeit eher ein Leichtbier, so haben wir den moderaten Alkoholgehalt den heutigen Genussansprüchen in Form eines echten Vollbiers angepasst. Denn weiterhin gilt: die wichtigste Eigenschaft von Bier, ist der Durst auf ein zweites!“

Zumindest in der Theorie (Getreide+Hopfen+Heimat) verspricht es also ein wirklich interessantes Bier zu sein. Dazu passt übrigens auch die schwierige Bierstilzuordnung: Handelt es sich doch um obergäriges Helles mit alternativen Getreidearten. ProBier ich also mal, ob es tatsächlich auch Durst auf ein 2. macht…

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Fränkisch Wieß
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Dinkel- & Hafermalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  11.5°P
Alkoholgehalt. . . . . .
4,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Breitengüßbach
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Geruch: hopfig-frisch, fruchtig, grasig-malzig
Geschmack: recht spritzig, leicht rot-fruchtig, fruchtig-herb-frischer Abgang, Zwischentöne von Getreide & Gras, wenig Körper
Gesamt: Nach den ersten Schlucken dachte ich noch, ob die zwei Monate MHD-Überschreitung dem Bier vielleicht doch nicht so gut taten. Aber im Verlaufe entwickelte sich der Geschmack dann aber doch besser. Auch wenn es insgesamt relativ ausdruckslos bleibt, merkt man dem Bier schon die Intention an. Sowohl Frucht- als auch Grasnoten sind klar erkennbar, wenn auch in geringer Intensität als erwartet. Das Bier erinnert tatsächlich eher an das angesprochene leichte Erntebier und ist somit wohl näher am historischen Original als gedacht. Es ist also kein Top-Bier, man kann aber definitiv noch ein zweites davon vertragen. In Summe gute 10 Pkt. (2-).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.ratebeer.com/beer/main-seidla-harvest-moon/463820/.

Prost!

 

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Juni 18 2017

200. Alternative Getreide – Bierverkostung Juni

Alzeyer Hirsetrunk | Mongozo Buckwheat White Beer | Kiuchi Hitachino Nest Red Rice  | Elav No War Rye IPA | The Dancing Camel Olde Papa | Shepherd Neame & Co. 1698 | Pinkus Jubilate

Am vergangenen Montag habe ich mein Comeback in der Kierberger Eule nach meiner Babypause feiern dürfen. Und das gleich mit einem Kracher: Dank meiner großartigen Frau hatte ich die Möglichkeit über mein Lieblings-Thema referieren zu dürfen: Alternative Getreide außer Gerste (und Weizen) im Bier. Nachdem es in der Mai-Verkostung rund um das Gerstenkorn ging, habe ich mich zum Wieder-Einstieg anderen Getreidegattungen gewidmet, die als Basis für Bier dienen. Denn neben Gerste und Weizen gibt es fünf weitere Hauptgattungen der in der Botanik als Getreide geltenden Pflanzen:

Dabei sind Einkorn, Emmer und Dinkel Ur-Formen des heutigen Weizens und werden als Urgetreide bezeichnet. Während Gerste, Weizen, Roggen und Hafer die klassischen europäischen Getreide sind, liegt der Ursprung der anderen drei Getreide außerhalb unseres Kontinents:

Vor der eigentlichen Verkostung ging es erst einmal weiter im Kölsch-Projekt, bei dem Markus bis 2019 (da wird die Kölsch -Konvention 33 Jahre) alle Kölsch vorgestellt und durchprobiert haben will. Diesmal stand das Peters-Kölsch an, welches ich zwar bereits im Rahmen meiner großen Kölsch-Verköstigung Anfang letzten Jahres probierte, es aber als Einstieg trotzdem ganz gut war – enthält es doch neben Gersten- auch Weizenmalz.

Den Beginn der Verkostungsreihe machte ein wirklich sehr sehr interessantes Bier aus Rheinland-Pfalz: Der Alzeyer Hirsetrunk. Das Bier wurde im Rahmen des monatlichen Bierfahrplans von Volker Bräu im Mai gebraut und auf dem Kölner Festival der Bierkulturen vorgestellt:

Persönlicher Eindruck:
relativ süß, aber weder fruchtig-süß noch karamell-süß, sondern getreidig-süß
sehr spannend und herausragend lecker

Leider ist dieses Bier zeitlich und räumlich nur sehr limitiert erhältlich. Gerne hätte ich mir noch mehr von diesem wirklich leckeren Trunk gegönnt. Und ohne es vorweg nehmen zu wollen: Die Konkurrenz hatte es am heutigen Abend schwer dieses noch zu toppen.

Neben den sieben Getreiden gibt es aber auch noch sogenannte Pseudogetreide. Das sind jene Pflanzen, die zwar Körner ausbilden, diese aber keine Eigenbackfähigkeit besitzen. Nichtsdestotrotz sind einige der Pseudogetreide hervorragend als Zutat zum Bierbrauen geeignet. Zu den bedeutendsten Pseudo-Getreiden zählen:

Konsequenterweise ging es also auch mit einem Bier dieser Kategorie weiter: Dem Mongozo Buchweizen Witbier. Grundsätzlich stammt das Rezept aus Angola, wird jedoch in Belgien gebraut. Deshalb wohl auch die Einflüsse eines klassisches Witbiers. Interessant ist an diesem Bier auch die Verwendung geheimer Gewürze – auch nicht unerwähnt bleiben sollte, dass es sich hierbei um ein Bio- und Fairtrade-Bier handelt:

Persönlicher Eindruck:
trotz eines wohl eher geringen Anteils an Buchweizen kommt die nussige Note heraus, auch wenn der säuerliche Eindruck dominierte

Zum dritten Bier der Verköstigung wurde dann der europäische Kontinent aber wirklich verlassen. Es folgte das inzwischen auch in Deutschland recht gut erhältliche Hitachino Nest Red Rice Bier von Kiuchi aus der Nähe von Tokio in Japan. Neben Gerstenflocken enthält dieses Bier eben auch Roten Reis – eine der unzähligen Reissorten. Gebraut wird das Bier übrigens in einer eigentlichen Sake-Brauerei:

Persönlicher Eindruck:
sehr würzig, leicht süß und extrem vielschichtig

Zur Auflockerung der Runde gab es passenderweise im Anschluss einen Probierschluck Sake, den Markus mitgebracht hatte. Schließlich ist Sake – auch obwohl es auf deutsch als Reiswein übersetzt wird – ein sehr naher Verwandter des Bieres, was die folgende Übersicht des Herstellungsverfahrens verdeutlicht:

Doch was sind eigentlich die Vor- und Nachteile von alternativen Getreiden im Bier? Warum werden diese besonders außerhalb Deutschlands verwendet und wo liegen die Herausforderungen beim Brauen?

Es gibt also sicher einige Pro- und Contra-Punkte bei der Verwendung alternativer Getreidearten als Gerste und Weizen. Dass es in Deutschland jedoch sowohl gesetzlich als auch bierkulturell nicht zu einem stärkeren Einsatz dieser Getreide oder Vertrieb solcher Biere kommt, ist meiner Ansicht nach nicht zu erklären. Auch wenn ich keine Ausbildung oder gar Studium im Brauwesen genießen durfte, vermag ich einschätzen zu können, dass der Einsatz von Roggen, Hafer, Mais, Reis oder Hirse zumindest limitiert vorteilhaft für alle Beteiligten ist. So eröffnen sich der Brauerei deutlich mehr Möglichkeiten, wobei der Biergenießer von einer deutlich (qualitativ) höheren Biervielfalt profitieren könnte. Nicht nur der Hopfen kann bierprägend sein, auch auf das Getreide sollte endlich mehr Wert gelegt werden.

Den Abschluss der offiziellen Verkostung machte dann ein Bier mit Roggen aus Italien. Aufgrund dessen, dass es dort nie eine solche historische Biervielfalt wie in Deutschland gab, hat sich in Italien in den letzten Jahren eine deutlich stärkere Craft-Bier-Bewegung entwickelt als hierzulande:

Persönlicher Eindruck:
sehr IPA-like, leicht würzig und bittersüß

Hier also nochmals alle Biere (und die Sake) in der Übersicht:

Meine persönliche Gesamtwertung aller Biere sieht wie folgt so aus (wobei das Kölsch als themenfremdes Bier nicht in die Wertung einging):

Mit Markus teilte ich mir im Anschluss dann noch folgende Biere aus der mehr als reichhaltigen Auswahl der Eule:

  • The Dancing Camel Olde Papa:
    – mediterranes Starkbier mit Dattelsirup
    – für die 1. israelische Mikrobrauerei Dancing Camel Brewing Company von der Berliner Bierfabrik gebraut
    – benannt nach einen historischen Braumeister
    – untergärig; 7,5%
    – Liebesgrüße aus Tel-Aviv
    https://www.dancingcamel.com/beers

  • Shepherd Neame & Co. 1698:
    – Kentish Strong Ale mit Flaschengärung
    – soll nach dem Bedingungen von 1698 gebraut worden sein
    – Real Ale
    – weitere Infos siehe auch W16

    – obergärig; 6,5%
    https://www.shepherdneame.co.uk/beer/1698

Beim Schreiben dieser Zeilen begleitet mich dann ferner noch folgendes Bier, das ich als Referentengeschenk von Markus erhalten habe:

  • Original Leipziger Gose:
    – original Leipziger Gose aus dem bayrischen Bahnhof
    – eingebraut mit Koriander und Salz
    – herrlich sauer-fruchtig

    – untergärig; 4,5%
    http://www.gose.de/

Vielen Dank also nochmals an Markus für den interessanten Abend und die tollen Biere sowie an das Publikum, das sich mit diesem Thema konstruktiv auseindergesetzt hat.

Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend.

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

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April 13 2017

Das letzte Abendmahl: Bierbrot

„Während des Mahls nahm er das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es ihnen und sagte: Nehmt, das ist mein Leib. Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, reichte ihn den Jüngern und sie tranken alle daraus. Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.“ Markus-Evangelium Kapitel 14 Vers 22-24

Am heutigen Gründonnerstag, welcher an das letzte Abendmahl Jesu Christi erinnert, habe ich mit der mir geschenkten Backmischung zum ersten Mal ein Bierbrot gebacken. Und welches Bier könnte dafür nicht passender sein als das Loffelder Bio-5-Korn vom Staffelberg Bräu aus Bad Staffelstein. Bereits auf unserer Franken-Tour verköstigt und für sehr gut befunden, wurde es im letzten Jahr anlässlich des Bierjubiläums als Sondersud mit Gerste, Hafer, Roggen, Emmer und Dinkel eingebraut. Verfeinert mit etwas Dinkelvollkornmehl und Haferflocken verwandelt sich das Bier mit der Backmischung nun zu einer wahren Osterköstlichkeit.

Besten Dank auch nochmals an Sabrina und René für das tolle Geschenk.

Infos zum Bier unter: http://www.staffelberg-braeu.de/cms2/aktuell/2016/160-Jahre-Staffelberg-Braeu_500-Jahre-Reinheitsgebot.php

Und die dazugehörige Backmischung: https://www.depot-online.com/backmischung-bierbrot-454g-MRT0002240.html

Guten Appetit!

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November 26 2016

123. Riedenburger Dolden Dark

Auch wenn ich das schon des Öfteren geschrieben habe, aber diesmal habe ich wieder mal ein wirklich besonderes Bier zu erwarten. Denn das Dolden Dark kommt aus einer – wie ich finde – sehr vorbildlichen Brauerei. Das Riedenburger Brauhaus, zwischen Regensburg und Ingolstadt an der Altmühl (welche gleichzeitig den Donau-Main-Kanal bildet) gelegen, braut man neben den bayrischen Klassikern auch seit neuestem auch sog. Craft-Biere. Den Dolden (Sommer) Sud durfte ich ja schon probieren – darüber hinaus gibt es aber noch sehr interessante weitere Urkorn-Biere aus Emmer, Einkorn oder – und das ist im wahrsten Sinne des Wortes hervorragend – Hirse. Zudem braut die 1866 gegründete Brauerei noch für die Benediktinerabtei Plankstetten, woher auch das Gerstenmalz bezogen wird. Die jährlich ausgestoßenen 20.000 hl werden gesamthaft in Bioland-Öko-Qualität produziert. Riedenburger sind dabei Vorreiter, denn bei der vollständigen Umstellung auf Bio-Produktion 1994 war man die erste Brauerei Bayerns, die dies ganzheitlich getan hat. Wer übrigens Schwierigkeiten hat Riedenburger Biere zu kaufen, könnte im Online-Shop stöbern, wo sogar Einzelflaschen verkauft werden, was auch eine Besonderheit unter deutschen Brauereien ist. Die Brauerei, die Geschichte und Moderne miteinander zu verbinden versucht, orientiert ihre nachhaltige Unternehmensphilosophie dabei nach eigenen Aussagen an diesen Grundsätzen:

  • verantwortlicher Umgang mit den Ressourcen der Natur
  • konsequenter Umweltschutz
  • Vorrangigkeit regionaler Kreisläufe
  • Beitrag zum Erhalt klein-bäuerlicher Strukturen
  • handwerkliche und möglichst naturnahe Herstellung
  • Vollwertigkeit des Produkts Bier als Genuss- und Lebensmittel

Ich bin frohen Mutes, dass sich dies auch im Bier niederschlägt…

„Wenn die Sonne unterging und der Mond sich in der dunklen See spiegelte, beendeten die schwer schufftenden Hafenarbeiter in London des 18. Jh. ihren Tag mit einem Porter. In Hafenkneipen und Spielunken floss das tiefschwarze Bier in rauen Mengen. Unsere Hommage an diese schwer arbeitende Zunft ist ein vollmundiges Porter. Stärker als sein Vorfahre, dafür samtig weich im Geschmack mit einem Hauch cremigen Kaffees und Schokolade. Und dank der ausgewählten Malze vom historischen Emmer und gerösteter Sommergerste herrlich malzig. Perfekt für jeden Feierabend!“

Steckbrief

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken

Wahrlich ein tolles Äußeres, dem nur noch die Infos zu den verwendeten Hopfen-Sorten fehlen.

  • Aussehen

Tiefschwarz, trüb und eine feinporige aber mäßige Schaumbildung.

  • Geruch

Sehr sehr stark röstmalzig mit Noten von Schokolade und Kaffee.

  • Geschmack

Ähnlich röstig, wie im Geruch, aber weniger süß als erwartet. Dafür malziger und weicher. Auch der Kaffee kommt hier stärker raus als die Schokolade. Insgesamt ein geringer Körper mit matter Frische. Der Abgang bleibt recht unauffällig und trocken.

  • Fazit

Wer solche dunklen röstmalzigen Porter mag, für den ist der Dolden Dark vermutlich genau das Richtige. Auch mich hat er recht gut überzeugt, auch wenn man davon sicherlich nicht mehr als ein zwei hintereinander trinken kann. Aufgrund Top-Noten in fast allen Bereichen ergibt es in Summe starke 13 Pkt. (1-).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.riedenburger.de/startseite/biere/riedenburger-biere/unsere-dolden-biere/dolden-dark.html.

Prost!

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Oktober 28 2016

110. Hola die Bierfee Dinkel Ale

Zum Start ins Wochenende gibt es für mich ein wahres Frauenbier. Die Rede ist jedoch nicht von einem dieser Klischee-Biermischgetränke, die immer noch einen reißenden Absatz finden. Vielmehr ist damit die Herkunft des Bieres gemeint. Schließlich kommt Hola die Bierfee aus einer reinen Frauenentwicklung der Meinel-Brauerei in Hof. Der weibliche Nachwuchs der Familienbrauerei – ihres Zeichens jüngste und beste Braumeisterabsolventin sowie Biersommeliére – hat sich zur Aufgabe gemacht modernes Bier zu brauen und an den Mann und vor allem die Frau zu bringen. Eines dieser neuen Biere ist ein Dinkel (Pale) Ale. Neben der Verwendung von Dinkelmalz sticht vor allem heraus, dass zur Vergärung Ale- und Proseccohefe genutzt wird. Alles in allem also beste Vorzeichen für ein schmackhaftes Bier – auch für Männer.

Steckbrief

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken

Abgesehen von der pinken Farbe und ein paar fehlenden Eckdaten finde ich das Äußere sehr gut. Aus Marketinggesichtspunkten aber wohl vollumfänglich ein wirklich sehr gelungenes Design.

  • Aussehen

Schönes dunkel-orange bis Kupfer mit ordentlicher Trübung und einer hübschen cremigen Schaumkrone.

  • Geruch

Ein gesunder Mix aus eher säuerlichen Fruchtnoten und dunklen Karamell-Malz-Nuancen.

  • Geschmack

Auch hier eine ausgewogene Mischung aus Malz und bitterer Fruchtigkeit. Auch wenn der versprochene „Prickel-Bitzel-Wirbel“ etwas ausbleibt insgesamt recht weich und süffig. Im Abgang gleichbleibend fruchtig-herb.

  • Fazit

„Lass dich verführen“, heißt es auf Seiten der Braufeen. Und ich muss sagen, dass das gar nicht so weit von der Wahrheit entfernt ist. Das Dinkel-Ale kann in allen Kategorien gleichermaßen gut überzeugen und verdient sich somit satte 13 Pkt. (1-). Auch wenn ich also nicht zur primären Zielgruppe gehören sollte, kommt das Bier auch sehr gut bei Männern an.

Weitere Infos zum Bier unter: http://holladiebierfee.de/willkommen-im-bierwunderland.html.

Prost!

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August 5 2016

86. Deutsche Bierkultur – Bierverkostung August

Dortmunder Union Export | Crew Repuplic – Foundation II | Andechs Export Dunkel | Schneider Weisse Tap 7 | Löwenbräu Triumphator | Berliner Kindl Weisse | Brewdog This. Is. Lager. | Pyraser 6-Korn | Heiden Peters Dirty Lady

Titel

Letzten Montag war es wieder soweit: Bierverköstigung in der Kierberger Eule. Thema war diesmal die Deutsche Bierkultur. Der aufmerksame Blog-Leser wird sich nun wundern, denn hierzu gab es doch schon einmal eine Sonderveranstaltung. Deshalb werde ich an dieser Stelle auch nur zusätzliche Informationen zeigen – alles Weitere ist dem Link zu entnehmen. Anlässlich des Besuches eines Australiers fand die Veranstaltung auch diesmal bilingual statt. Und zu meinem Glück war die Bierauswahl diesmal auch komplett unterschiedlich.

Die schon obligatorische Bierkarte mit der Reihenfolge der verköstigten Biere:

Beer-Map

War es beim ersten Mal noch das Kronen Export startet de Abend diesmal mit dem Dortmunder Union Export:

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– Geruch: hopfenbetont, leicht malzig, frisch
– Geschmack: schön malzig, wenig Bitterkeit, trocken, etwas mehr Körper als Pils

Bier #2 war der kleine Ausreißer der Gruppe, da das einzige Craft-Beer in der Reihe: Das German Pale Ale:

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– Geruch: leider wieder einmal ganz klar Citra, ein wenig rote Früchte, kein Malz
– Geschmack: Hopfenbitter, fruchtig-süß, trocken

Mit einem dunklen Export ging es dann weiter:

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– Geruch: malziger als das Helle Export, röstig-karamellig
– Geschmack: herb-süß-fruchtig-trocken

Im Anschluss folgte ein Klassiker der deutschen Biere: Das Hefeweizen – diesmal aus dem Hause Schneider:

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– Geruch: malzig-süß-karamellig, keine Herbe
– Geschmack: weich-bananig, leicht sauer, trocken

Als Abschluss der offiziellen Verköstigung wurde es nochmals etwas höher prozentiger. Und auch der Triumphator ist wieder ein neuer Doppelbock:

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– Geruch: recht süß, unfrischer, leicht künstlich
– Geschmack: sehr süß, bonbon-artig, bitter, ölig, vollmundig

Meine persönliche Gesamtwertung der Biere sieht dann so aus:

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Neben der Biervorstellung bot Biersommelier Markus natürlich auch wieder viele Hintergrundinformationen zur Deutschen Bierkultur und -geschichte:

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incl. Exkurs zur Geschichte des stärksten Bieres der Welt:

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Im Anschluss an die offizielle Verköstigung gab es für mich dann noch folgende Biere aus der mehr als reichhaltigen Auswahl der Eule:

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  • Brewdog This. Is. Lager.
    – ein Mitbringsel von Markus aus England und an Exklusivität kaum zu überbieten, da die Produktion dieses Bieres gerade eingestellt wurde
    – als 21st Century Pilsner proklamiert, aber geschmacklich einfach zu experimentell um noch als Pils durchgehen zu können
    – untergärig, 4,7%

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  • Pyraser 6-Korn
    – extra für mich ins Eule-Programm aufgenommen, hatte mich Markus mit diesem Bier sehr sehr glücklich gemacht
    – als eine der wenigen Bieren Deutschlands werden hier neben den üblichen Getreiden Gerste und Weizen auch Roggen-, Hafer-, Dinkel- und Emmermalze verwendet
    – geschmacklich recht malzig-süß, süffig und zugleich leicht vollmundig und lecker getreidig
    – bestärkt mich eindeutig, dass es mehr solcher Biere geben muss – mein Biertraum: Ein Vollkornbier mit allen 7 Getreidearten
    – übrigens mein erstes Bier mit Schraubverschluss
    – untergärig, 11.2°P, 4,6%, http://pyraser.de/produkte/6-Korn-Bier

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  • Heidenpeters Dirty Lady
    – Bockbier-Variante der Thirty Lady (American Pale Ale) aus der kleinen Brauerei Heidenpeters in der deutschen Hauptstadt
    – obergärig, 16.5°P, 7,4%

10

Und zu guter Letzt kam ich nicht umhin mir noch das LSR-Bier vom Bonner Bierserker mit nach Hause zu nehmen, welches ich beim Schreiben dieser Zeilen genieße:

  • Bierserker LSR
    – vom Bonner Craft-Bier-Brauer Ulrich Karl Tröger
    – LSR ist die Abkürzung der dem Bier zugesetzten natürlichen Zusatzstoffe Lavendel, Salbei und Rosmarin
    – als Befürworter natürlicher Bierzutaten zur Erhöhung der Biervielfalt, musste aber auch ich mich erst an den doch sehr „mediterranen“ Geschmack gewöhnen
    – untergärig, 12.2°P, 5,2%, http://www.bierserker.de/Was/L-S-R

SAM_0683

Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend.

Und niemals §11 vergessen: Es wird fortgesoffen! Prost!

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/

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