Dezember 17 2016

136. Schalchner Ursprung (#15)

Am heutigen Samstag geht es in tiefste Bayern. In etwa zwischen München und Salzburg liegt seit 1935 die Weißbierbrauerei Schwendl.

„Zum 500 jährigen Jubiläum des bayerischen Reinheitsgebotes hat sich Anton Schwendl etwas Besonderes einfallen lassen. Das Rezept, mit dem im Jahre 1935 alles begann, braut man nun aktuell in Schalchen nach.“

Eine besondere Schwierigkeit gab es dabei mit der Nachbildung der richtigen Temperaturen. Nur mittels Réaumur-Thermometer, welche genauere Angaben machen kann, gelang dies. Somit entstand ein altbayrisches Weißbier mit „urgschmackigem“ Charakter.

Die ausschließliche Weißbierbrauerei produziert inzwischen knapp 20 Sorten, die unter anderem die wohl klingenden Namen wie „Stille Nacht“ oder „Heilige Nacht“ haben und somit natürlich hervorragend in die Weihnachtszeit passen. Zum Thema Reinheitsgebot haben die Verantwortlichen auch eine Meinung:

„Viele sind der Meinung dass das Reinheitsgebot abgeschafft werden sollte, da es in einem gewissen Maße limitierend ist. Meiner Meinung nach haben wir aber eben mit diesem Reinheitsgebot ein tolles Gesetz welches den Wert des bayerischen Bieres steigert und die Kunst, gutes Bier zu brauen, erheblich erschwert. Mit unzählig vielen Hopfen- und Malzsorten sowie verschiedensten Hefestämmen ist das Reinheitsgebot noch lange nicht an seine Grenzen gestoßen – in diesem Rahmen wäre folglich noch einiges mehr möglich.“

Das ist richtig, allerdings sollte man dann aber auch mal genau diesen Weg einschlagen. Immerhin werden bis heute die allermeisten Biere lediglich mit Gerste und/oder Weizen eingebraut. Außerdem wird außer Acht gelassen, dass die Natürlichkeit durch das heutige „Reinheitsgebot“ kaum noch beschützt wird. Aber dazu hier mehr.

Steckbrief

136_Schalchner Ursprung-Steckbrief

Bewertung

136_Schalchner Ursprung

  • Flaschendesign + Kronkorken

Nicht schlecht, aber auch nicht wirklich super. Auch fehlen wieder gewisse Infos. Der Kronkorken ist noch das beste.

  • Aussehen

Wie versprochen, Bernstein mit Naturtrübung und wirklich üppiger, haltbarer und grober Schaumkrone.

  • Geruch

Typisch bananig-hefig und leicht dunkel-malzig im Geruch.

  • Geschmack

Weniger hefig als vermutet, neutral-malzig und zwischendurch trocken-bitter. Sonst recht klar und weich trotz, dass es sehr spritzig ist. Im Abgang kommt tatsächlich die Bitterkeit etwas stärker durch. Die Vollmundigkeit hingegen steigert sich kontinuierlich.

  • Fazit

In vielen Punkten ähnelt das ursprüngliche Weißbier aus Schalchen dem weitaus bekannterem Pendant aus Untertl. Und das ist schließlich eines der besten Weißbiere, die ich kenne. Auch wenn es nicht ganz daran heran kommt, gefällt mir diese Weißbierinterpretation recht gut. Da ich es auch eher etwas dunkler mag, kommt mir auch die Malzmischung entgegen. Insgesamt allerdings etwas zu profillos, sodass es bei 11 Pkt. (2) bleibt.

136_Schalchner Ursprung-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.weissbraeu-schwendl.de/schalchner-ursprung-das-neue-alte-weissbier/.

Weitere Infos zum Bieradventskalender unter: http://kalea.at/.

Prost!


Veröffentlicht17. Dezember 2016 von Markus (Chefredakteur) in Kategorie "Bierrezension