Archiv der Kategorie: Veranstaltung

Braustelle @ Hopfenrausch

Am vergangenen Donnerstag Abend hatte ich die Möglichkeit die kleineste Brauerei Kölns in einem intensiven Kompakt-Programm kennen zu lernen. Der ebenfalls in Ehrenfeld gelegene Biergenussladen Hopfenrausch lud in Koorperation mit mit dem Braustellen-Braumeister Peter Esser zu einem Verkostungsabend von 8 Helios-Braustellen-Bieren an. Neben der Verkostung erzählte er jede Menge interessanter Hintergrundinformationen zum Brauen und spannende Anekdoten aus seinen vielen Jahren Brauerfahren in der kleinsten Brauerei der westlichen Millionenstadt. Dabei ging es auch auf Fragen des Elferrates ein (mit mir waren wir genau 11 Teilnehmer) und erklärte die unterschiedlichen Bierstile und seine Entstehung in der Braustelle. Gerade als Unbedarfter war es schon erstaunlich, welch große Auswahl die Braustelle zu bieten hat. Und dabei gibt es in der Braustelle sogar noch mehr Hopfenschorlen zu probieren. Insgesamt gerade für ein gemischtes Publikum eine gute Veranstaltung um fernab des Mainstreams Bier neu kennen zu lernen. So schmeckte sicher nicht jedem jedes Bier, aber auch für Bier-Unerfahrene gab es am Ende des Abends mindestens ein neues Favoriten-Bier. Am Ende der Veranstaltung nutzte ich natürlich noch die Gelegenheit mir ein paar Biere aus der wirklich sehr guten Auswahl des Hopfenrauschs mitzunehmen.

Diese Biere standen auf der Agenda:

  • Pink Panther
    – fruchtiges Ale mit Hibiskusblüten gebraut, 5,8%
    – lecker-frischer Einstieg

  • Helios
    – naturtrübes Wieß: die Urform des Kölschs, 4,8%
    – lecker getreidig-trüb

  • Colonia Pale Ale
    – gehopft mit Cascade, Mosaic und Sorachi Ace, 5,0%
    – „leckerer“ Gemüse-Geschmack, leider weniger leckerer Geruch

  • Helios Tripelbock
    – hopfen- und gleichzeitig malzbetontes, helles Strong Ale. 9,5%
    – lecker fruchtig-bitter

  • Irish Rover
    – malzbetontes, kräftiges Stout 6,0%
    – lecker schokoladig

  • Schwarze Sieben
    – herbes, schwarzes Stout mit viel Röstmalz und einer guten Portion Whiskymalz gebraut. 7,8%
    – lecker leicht barbeque-rauchig

  • Moulin Rouge
    – Red Ale, Reifung im franz. Rotwein-Barrique, 6,8%
    – lecker rotweinig

  • Fahrt ins Grüne
    – Bier im Stil der belgischen Lambikbiere mit wilden Kirschzweig-Hefen aus dem Kölner Grüngürtel und dem Pajottenland, spontangärig, 6,0%
    – lecker-spritziges Abschluss-Highlight

Vielen Dank also nochmals an Sabina und Peter für diesen interessanten und schmackhaften Bier-Abend.

Weitere Infos unter: http://braustelle.com/ und http://hopfenrausch.org/.

Prost!

Bier: Frisch oder Reif?

Am letzten Dienstag durfte ich Biersommelier Markus Weick zu einer besonderen Veranstaltung begleiten. Im Pfarrheim der katholischen Gemeinde von Sechtem referierte er zum Thema „Bier: reif oder frisch“. Ein Aspekt, der im Rahmen der Betrachtung von Bieren in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus geraten ist. Sogenannte Vintage Biere, also Biere die das ursprüngliche MHD bereits (weit) überschritten haben, werden heutzutage zu hohen Preisen verkauft. Ein guter Grund also sich der Sache mal anzunehmen und selbst zu testen, inwiefern sich „frische“ (also vor MHD befindliche) und „reife“ (also kurz vor oder nach MHD befindliche) Biere unterscheiden.

Vor Beginn der Veranstaltung gab es für Markus und mich aber zum Aufwärmen noch ein interessantes Bier vom Bonner Brauer Bierserker:

  • Bierserker Tristan & Isolde:
    – 12.5°P; 5,2%; vermutlich untergärig
    – eingebraut mit Rosenknospen aus Troisdorf
    – schmeckt selbst für meine inzwischen recht experimentierfreudige Zunge zu sauer, blumig und unbierig

Zum offiziellen Beginn der Veranstaltung gab es dann sozusagen als Aperitif für jeden der zahlreich erschienenen Gäste eine Lindemans Geuze. Immer wieder gern genommen um aufzuzeigen, welch unterschiedliche Bierstile es gibt und wie groß die Bierwelt ist.

Mit dem Hinweis auf diverseste Flaschen, die Markus zur Veranstaltung mitgebracht hatte und die besondere MHD-Besonderheiten von einem Monat bis über einem Jahrzehnt Haltbarkeit aufwiesen, ging es mit der Vergleichsverkostung von drei Bieren weiter. Dabei wurden unterschiedlich alte Biere in zwei Gläsern eingeschenkt und blind versucht zu erriechen bzw. zu erschmecken, welches welches ist:

  • Weltenburger Barock Dunkel
  • Störtebeker Schwarzbier
  • Einbecker Ur-Bock Dunkel

Im Anschluss notierte Markus dann jeweils die Vermutung des Alters und die davon unabhängige persönliche Präferenz. Dabei kam ein höchst differenziertes Bild heraus: 1. Weder die frischen noch die reifen Biere konnten sich klar durchsetzen, wobei ein leichter Vorteil bei den reiferen Bieren lag. 2. Die Einschätzung des Alters konnte zumindest beim dritten Bier verbessert werden, nachdem Markus ein wenig aufgelöst hatte worauf dabei zu achten wäre.

Dem aufmerksamen Betrachter dürfte aufgefallen sein, dass es sich bei den obigen Bieren ausschließlich um dunkle Bier handelt. Dies hat den Hintergrund, dass sich dunkle bis schwarze Biere ab idealerweise einem Alkoholgehalt von ca. 8% am besten zur Lagerung und somit Reifung eignen.

Weiter ging es dann mit einem für diesen Abend somit bestens geeigneten Bier, welches von der Brauerei bereits seit einigen Jahren als Jahrgangsbock (meist mit einem Alter von mind. 3 Jahren) verkauft wird:

  • Schneider Weisse Mein Aventinus

Nach der offiziellen Verkostung gab es zum Abschluss noch ein spannendes Experiment. Markus hatte vor knapp zwei Jahren ein Reissdorf Kölsch im Keller eingelagert und nun (wieder im Vergleich mit einem frischen Kölsch) probiert. Erstaunlich war dabei, dass entgegen der Vermutung, dass sich helle Biere nur mäßig für eine Reifung eignen, das reife Kölsch auf jeden Fall nicht schlechter schmeckte als das frische.

Alles in allen also ein höchst interessanter Abend mit der Erkenntnis, dass das MHD bei richtiger Lagerung durchaus auch mal ignoriert werden kann um dem Bier einen ganz anderen Reifegrad zuzuführen. Anwesend war übrigens auch ein bierbegeisterter Sechtemer, der im Laufe des Jahres selbst eine Mikro-Brauerei starten möchte. Seien wir also gespannt.

Weitere Informationen zur Kierberger Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter:

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Bierbörse Bonn

BBBIn der Bonner Rheinaue findet an diesem Wochenende die inzwischen schon 21. Bonner Bierbörse statt. Im Jahr des Bierjubiläums eine Veranstaltung, die ich mir natürlich nicht entgehen lassen konnte. So bin ich auch gleich Freitag nach Feierabend mit zwei Kollegen dort gewesen.

Und ich muss sagen, das es gut war. Sicherlich waren auch viele bekannte Brauereien vor Ort, aber nicht zuletzt am Stand vom Haus der 131 Biere gab es mehr Auswahl an interessanten internationalen Bieren, als man überhaupt probieren konnte. Gerade die außereuropäischen Biere wollte ich mal probieren, wo sonst (außer per Online-Kauf) ist es schließlich so einfach daran zu kommen.

Hier also einige Impressionen:

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Folgende Biere haben es in unsere Auswahl geschafft:

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Bintang Pilsener:
– aus dem indonesischen Metan (4,7%)
– noch zu niederländischen Koloniezeiten gegründet (1929) und heute Teil des Heineken-Imperiums
http://www.multibintang.co.id/our-brand/bintang

Singha Lager:
– aus der Boon Rawd Brauerei in Bangkok (gegründet 1933, 5%)
– Singha ist eine thailändische Mystikfigur
http://www.boonrawd.co.th/singha-corporation/en/singha-beer-alcohol-products.php

Cobra:
– Lager aus dem indischen Bangalore (gegründet 1989, 5%)
– enthält Reis und Mais
http://www.cobrabeer.com/en/products/cobra-premium
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Brahma:
– 4,3%iges Lager aus dem brasilianischen Rio de Janeiro
– 1888 von einem Schweizer Auswanderer gegründet ist es heute ein Urspungsteil des weltweit größten Bierunternehmens AB InBev
http://www.brahma.com.br/

Eburni:
– Lager aus der ehemaligen Hauptstadt der Elfenbeinküste Abidjan (4,5%)
– wird eigentlich in Belgien gebraut
http://www.biershop-hamburg.de/epages/61099670.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61099670/Products/327

Palanca Negra:
– Lager aus der angolischen Exklave Cabinda (5%)
– der Name heißt übersetzt „schwarze Antilope“ und deutet nicht auf die Farbe des Bieres, sondern auf die Fußballnationalmannschaft hin
http://www.biershop-hamburg.de/epages/61099670.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61099670/Products/3251

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Nofretete’s Tradition:
– naturtrübes Bier nach einem alten ägyptischen Rezept im belgischen Ichtegem gebraut (5,2%)
– enthält Feigen, Datteln, Gewürze und Kräuter (nur leider keine Hirse mehr)
http://www.biershop-hamburg.de/epages/61099670.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61099670/Products/692

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Mexicali:
– mexikanisches Pilsener (5%) aus der Grenzstadt Tecate
– 1923 gegründet ist es nicht mehr in mexikanischer Hand
http://mexicalibeer.com/mexicali_beer.html

Tui EIPA:
– East India Pale Ale aus dem neuseeländischen Mangatainoka (gegründet 1889, 4%)
– das wohl entfernteste Bier des Bierjubiläums
http://www.tui.co.nz/beer/tui-eipa

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Akosombo:
– Lager aus dem Königreich Hohoe in Ghana (5,5%)
– zwar in Deutschland gebraut, dafür gehen die Erlöse an Hilfsprojekte im Königreich Bansah
http://koenig-bansah.de/

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Cerveza de los Mayas:
– 6%iges Schokoladenbier aus der 2010 gegründeten deutschen Mikrobrauerei Sol de Copan in Copan Ruinas-Honduras
– der verwendete Rohkakao macht daraus ein leckeres Dessert-Bier
http://www.biershop-hamburg.de/epages/61099670.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61099670/Products/760

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Red Stripe:
– jamaikanisches Lager (4,7%) aus der Hauptstadt Kingston
– gebraut durch Desnoes and Geddes seit 1938
http://www.biershop-hamburg.de/epages/61099670.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61099670/Products/339

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Lapin Kulta:
– Export (5,2%) aus dem finnischen Lahti
– gegründet 1873 ist die Brauerei, dessen Name „Gold Lapplands“ bedeutet, inzwischen geschlossen
http://lapin-kulta.com/2.html

Baldus Rossa:
– 5%iges rotes Ale aus dem argentinischen Rio de la Plata
– seit 2010 in einer Mikrobrauerei produziert
http://www.biershop-hamburg.de/epages/61099670.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61099670/Products/758

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Chinggis:
– Mongolisches Lager mit 5% aus der Hauptstadt Ulaan Baator
– 1997 als Gasthausbrauerei gegründet wird es inzwischen unter Lizenz in Deutschland produziert
http://www.biershop-hamburg.de/epages/61099670.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61099670/Products/322

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Cusqueña Golden Lager:
– 4,8% / 11.2 °P
– hergestellt von Compania Cervecera Del Sur Del Peru in Arequipa
http://backus.pe/marcas/cervezas/cerveza-cusquena/

Fazit:
Insgesamt ist die Bierbörse eine hervorragende Institution. Wenn nun noch weniger große deutsche Brauereien und dafür mehr kleine und internationale Bierbrauer am Start wären, wäre es noch interessanter. Aber auch so ist die Auswahl schon größer, als man in einem Jahr alles kennen lernen könnte. Deshalb habe ich mir wenigstens vier Biere nach Hause mitgenommen – dazu an dieser Stelle später mehr.

Weitere Infos zur Bierbörse auch unter: http://www.bierboerse.com/city/bonn.htm

Auf die weltweite Biervielfalt! Prost!

Tag der offenen Tür Privatbrauerei Bischoff

Sommerfest Bischoff

Heute habe ich es endlich mal geschafft die letzte verbliebene Brauerei Brühls zu besuchen. Auch wenn diese im Weilerhof halb auf Hürther Boden liegt, können die Brühler stolz darauf sein. Am Tag der offenen Tür bot die Privatbrauerei ein Sommerfest für alle Generationen. Neben dem Kölsch wird auch ein Karthäuser-Bräu produziert. Als hefetrübes obergäriges Vollbier beschrieben, ist es im Grunde nichts anderes als ein unfiltriertes Kölsch. Geschmeckt haben aber beide. Das Kölsch war recht würzig und gleichzeitig malzig, wirklich sehr süffig (vor allem an einem solchen Sommertag wie heute) und ganz leicht sauer. Das Karthäuserbräu ist dagegen etwas herber, hopfiger und säuerlicher. Aber nciht nur das Bier ist ein Grund zum Weilerhof zu kommen, auch der Ausblick bis nach Köln und darüber hinaus ist sehr einladend.

Bischoff Bierdeckel

Hier ein paar Eindrücke:

Der Eingang des Weilerhofs (links befinden sich die Gärtanks)

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Das KölschSAM_0654

Das KarthäuserbräuSAM_0655

Der Ausblick zum Dom und zum rechtsrheinischen HinterlandSAM_0656

Und ein paar Infos rund um den Weilerhof, die Bischoff-Brauerei und das einzige Brühler Kölsch:

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Zudem weitere Infos unter: http://www.bischoff-koelsch.de/

Auf das Brühler Bier!

Sommerfest Rheinaue

Beim Standorfest meines Arbeitgebers auf dem Bonner Kunst!Rasen hatte ich die Gelegenheit das Muffengold zu trinken. Das ist ein Kölsch, seit 2005 gebraut in Gemünd für den Bonner Veranstaltungsmanager Martin Noetzel und lokal nur sehr begrenzt vertrieben in einer Gaststätte in Muffendorf und auf dem Kunst!Rasen. Also eine räumliche Rarität – auch wenn es bierig nichts wirklich Besonderes ist.

Muffengold

Maiwoche Osnabrück

Am Pfingstsamstag hatte ich die Gelegenheit Alex und Nils in Osnabrück zu besuchen. Anlass war unter anderem der Besuch der dortigen Maiwoche. Das ist eine typisch Osnabrücker Veranstaltung um die feierfreie Zeit zwischen Ostern und den Sommerferien zu überbrücken. Seit den 1970ern wird dabei mit einer gewachsenen Anzahl an Gastro-Buden, Musikacts sowie weiterem Kulturprogramm dem nahenden Sommer gehuldigt. Weshalb die Maiwoche nun hier Erwähnung findet, liegt an der Tatsache, dass sie zum Anlass genommen wird verschiedenste Maiböcke (aber auch weitere Biere) anzustechen und auszuschenken.

Zuvor hatte ich mich hingegen mit zwei Kölsch „aufgewärmt“ (mussten weg):

XX_20160513_184530 XX_20160513_202239  Bierfacts:

  • Colonius Kölsch (4,8%)
    – das neue Netto-Kölsch (Markteinführung vor einigen Monaten)
    – gebraut von Sünner- allerdings nicht wirklich lecker
  • Dom Kölsch (4,8%)
    – alte Marke mit neuem Design, was mir im Übrigen sehr gefällt
    – die Dom-Brauerei ist seit vielen Jahren Besitzer des ehemaligen Brühler Giesler Kölsch
    http://domkoelsch.de/#gastro

Auf dem Weg zur Maiwoche gab´s dann noch zwei weitere mehr oder weniger Köstlichkeiten im bottled auf dem Adolf-Reichwein-Platz:

XX_20160514_162303 XX_20160514_170257Bierfacts:

Auf der Maiwoche selbst, welche sich über die gesamte Innenstadt Osnbrücks erstreckt, gab es dann folgende Spezialitäten:

XX_20160514_181729 XX_20160514_191233 XX_20160514_193513Bierfacts:

  • Herforder Maibock (6,6% / 16.4 °P / 63 kcal/100ml)
    – eines der bekanntesten (weil populär vermarkteten) Maiböcke aus Westfalen
    – auf dem Bild übrigens auch zu sehen: die Osnabrücker Maibowle – gehört wie das Maibock ebenso zur Maiwoche
    http://barre.de/produkte/biere/barre-pilsener
  • Rampendahl Spezial (5,2% / 12.5 °P)
    – aus der letzten Hausbrauerei Osnabrücks in der Hasestraße
    – die ereignisreiche Geschichte des Hauses geht bis in 1430 zurück, als der Anführer eines Ratsaufstandes, welche die Brauerei geründet hatten, hingerichtet wurde
    – wie die meisten anderen Biere von Rampendahl sehr empfehlenswert
    – im Hintergrund zu sehen: Das Osnabrücker Rathaus
    http://hohenfelder.de/unsere-biere/hohenfelder-pilsener-05-l/
  • Osnabrücker Pils (4,8%)
    – das ehemalige Osnabrücker Original
    – 1983 wurde die Osnabrücker Actien-Brauerei jedoch von Mehrheitsaktionär Oetker aufgelöst und der Dortmunder Actien-Brauerei zugeschlüsselt
    – Seither wird das Osnabrücker Pils in Dortmund gebraut und nur in wenigen Osnabrücker Gastronomien ausgeschenkt. In der Flasche ist es gar nicht zu bekommen.
    – im Hintergrund zu sehen: Die evangelische Marienkirche
    https://de.wikipedia.org/wiki/Osnabr%C3%BCcker_Aktien_Brauerei

Mehr Infos zur Maiwoche zudem unter: http://www.osnabrueck.de/maiwoche/start.html

Vielen Dank auf diesem Wege nochmals an Alex für die überaus köstliche Gastfreundschaft! 🙂

Holy Craft Beer Messe Walberberg

23. April 2016 – 500 Jahre deutsches Bierreinheitsgebot!

Um den gestrigen Tag der Tage auch gebührend zu begehen, half das Schicksal ein wenig mit. Denn just an diesem Wochenende fand die erste „Holy Craft Beer Messe“ in Bornheim Walberberg statt. Veranstaltungsort war die Domäne Walberberg. Eine historische Klosteranlage im Bornheimer Westen – ideal also für Brühler erreichbar. Die Ausstellung selbst fand in der ehemaligen Klosterkirche statt – deshalb der Zusatz „Holy“, auch wenn der Anblick einer Biertheke als Altar schon etwas gewöhnungsbedürftig war.

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Insbesondere vor dem Hintergrund des historischen Bierjubiläums, war es ein perfekter Zeitpunkt, um zu zeigen, was es auch noch jenseits von Bitburger, Krombacher & Co. gibt. Für mich und den anderen Markus war es aber auch einfach nur sehr schön um der deutschen und internationalen Biervielfalt zu frönen.

Folgende Aussteller gaben sich die Ehre:

Britische Biere BrauArt Düsseldorf_I Britische Biere BrauArt Düsseldorf_II

  • BeernerdBottleshop für Australische Biere aus Bielefeld
    (www.beernerd.de)

Prancing Pony Australia_I Prancing Pony Australia_II

Craftbeer Corner Coeln_i

Von FreudeDaneben gab es noch einen weiteren Stand mit diversen deutschen und internationalen (Craft-)Bieren. Außerdem standen an einer Stelle auch ausgewählte Hopfenpellets und Gerstenmalz zur Duft- und Fühlprobe bereit:

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Glücklicherweise war der Besucherstrom auch nicht übermäßig, sodass man tatsächlich auch die schiere Menge an über 200 unterschiedlichen Biere auf sich wirken lassen konnte. Egal ob deutsche, britische, niederländische, belgische, österreichische, estnische, dänische, norwegische, südafrikanische, US-amerikanische oder australische: Es war einfach herrlich eine derartige Vielfalt zu bewundern und zu probieren. Von sauer bis süß, salzig bis würzig, fruchtig bis kaffeeartig, von leicht bis schwer, von sanft bis bitter, von hell bis dunkel war alles dabei. Und es war wieder einmal der Beweis, dass das Reinheitsgebot wie es heute gilt, einer dringenden Reformation bedarf, damit endlich hochqualitative aber eben nicht Mainstream-Biere eine echte Chance haben. Neben der Verkostung von so vielen unterschiedlichen Biergeschmäckern, hatte man auch die Gelegenheit sich mit den Ausstellern ins Gespräch zu kommen. Dabei ließ sich nicht nur über Bier und Biervielfalt, sondern auch über die persönlichen Geschichten philosophieren.

Meine probierten Biere an dem Abend waren:

Außerdem hatte ich die Gelegenheit genutzt und mir ein paar australische und hamburgische Craft-Biere erstanden. Den Craftbeer Corner Coeln, der ja eigentlich in Hürth stationiert ist, werde ich demnächst mal ansteuern, um auch die vielen weiteren Biere, die ich nicht verköstigen konnte, genießen zu können. Die über 30 Kronkorken, die ich an den einzelnen Ständen ergattern konnte, rundeten den Abend sehr schön ab.

Hier einige Impressionen:

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Mein Fazit:
Es tut gut, dass die Craft-Bier-Bewegung nun auch in Deutschland Fuß gefasst hat. Damit wird die deutsche Biervielfalt nach einer (im Vergleich zu den USA nicht ganz so starken) Zentralisierung in den vergangenen Jahrzehnten hoffentlich wieder regionalisiert und erhöht. Dass dabei auch auf hochqualitative Zutaten wert gelegt wird ist ein netter Nebeneffekt. Allerdings sollte bei der ganzen Bewegung auch nicht der Kern der Sache außer Acht gelassen werden: Der Geschmack. Bei aller Experimentierfreude, bringt es freilich wenig, wenn es am Ende nicht schmeckt. Auch sollte differenziert werden, wer sich hier auf dem Markt tummelt. Denn nicht selten sind es nur findige Unternehmer, die aus dem Hype Kapital schlagen wollen und selbst überhaupt keinen Bezug zum Bier und zum Brauen haben.

Weitere Infos gibt es übrigens unter:
https://www.facebook.com/holybeermesse/,
http://www.general-anzeiger-bonn.de/besser-leben/genuss/gastro-aktuell/Geschmack-abseits-des-Reinheitsgebots-article3232292.html und
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bier-craft-beer-brauer-leiden-unter-schlechter-hopfen-ernte-a-1084836.html

Beim Genuss des Reinheitsgebots-Bieres par excellence Herrnbräu Tradition im urigen Schmitz-Mönk-Krug (aus meiner Heimatbrauerei in Willich-Anrath) verabschiede ich mich in den Abend und wünsche ein weiteres Mal Prosit Reinheitsgebot!

43. German Beer Culture

Tegernseer Hell | Pilsner Urquell  | Dortmunder Kronen Export | Tegernseer Spezial | Crew Republic German Pale Ale | Weltenburger Barock Dunkel | Bolten Ur-Alt | Störtebecker Schwarz-Bier | Andechser Bergbock Hell | Rittmeyer Rauchbier | Weißenoher Green Monkey Mandarin | Schneider Weisse Kristall | Göller Rauchbier | Amphora Lvsitania | Marc Chocolate Bock | Aktien Zwickl | Rittmeyer Hallendorfer Kellerbier | Weißenoher Classic Export | Fuller’s Golden Pride Superior Strength Ale | Störtebecker Scotch Ale | Grünhopfen Pils | Schönramer Pils | Spezial Rauchbier

German beer culture

Between Easter and the next regular beer tasting, beer sommelier Markus Weick organized for the first time an English-speaking beer event. The occasion was the visit of a Texan couple in the Rhineland.

Even if I could arrive an hour after the official start and thus missed the first beer, the evening offered still ample opportunity to deepen the subject „German beer culture“. Here Markus went on fundamental (technical) background of beer as well as it is on the history of different beer styles. In addition along a really wide variety of different German beers from all over the country, German beer variety was shown. Between this interesting facts, anecdotes and developments of German beer culture were interspersed repeatedly, although of course also the German „Reinheitsgebot“ came up.

But above all, the evening offered a very good opportunity for the exchange of beer cultural understandings on both sides of the Atlantic. So the craft beer movement was discussed, which indeed in the US took its rise and has begun to grain ground in Germany as well. However, both sides also emphasized a critique of the hype, that not always produces a good quality of beer. Particularly in the US people seems to be more interested in possible exceptional brew instead of producing actually drinkable and marketable beers.

German beer culture 201602 v0.02 extract

In the course of the entire evening these following beers were tasted:

  1. Tegernseer Hell (4.9% – unfortunately missed)
  2. Pilsner Urquell (now tried for the third time)
  3. Dortmunder Export (5.1% – as an example of an almost extinct beer style from the Ruhr which was very popular in the past)
  4. Tegernseer Spezial (5.6% – a Hell with more body / wort)
  5. Crew Republic German Pale Ale (5.6% – the German equivalent to the American Craft Beer movement)
  6. Weltenburger Barock Dunkel (4.7% – from the well-oldest brewery in Germany thitherto the first and best-selling beer of the Eule)
  7. Bolten Ur-Alt (4.9% – for the first time an Alt and that in enemy territory – but it could even convince an experienced Kölsch drinker)
  8. Störtebecker Schwarz-Bier (5% – was tasted in an one on one comparison with two different drink temperatures)
  9. Andechser Bergbock Hell (6.9% – one of the few bright Bock beers in Germany)
  10. Rittmeyer Rauchbier (4.9% – to a much repeated request of the audience)
  11. Weißenoher Green Monkey Mandarin (5.9% – see 42.)
  12. Schneider Weisse Kristall (5.3% – I have left it to the Texans)
  13. Göller Rauchbier (4.9% – yes, there were present true lovers of smoke beer)
  14. Amphora Lvsitania (6% – a beer that Markus bought at a beer festival in Portugal holiday and brought back)
  15. Marc Chocolate Bock (7.5% – one of three signature beers of Maisel’s friends)
  16. Aktien Zwickl (even drank at the March tasting)
  17. Rittmeyer Hallendorfer Kellerbier (5% – not yet tasted in March – although Franconian specialty)
  18. Weißenoher Classic Export (5% – one of the Franconian classics of perhaps Germanys second oldest brewery)
  19. Fuller’s Golden Pride Superior Strength Ale (8.5% – more for the ladies of the round – the cognac under the Fuller)
  20. Störtebecker Scotch Ale (9% – is possibly still presented by Alex)
  21. Grünhopfen Pils (5.4% – a Craft Beer from the house Schönramer)
  22. Schönramer Pils (5% – the classical counterpart)
  23. Spezial Rauchbier (4.9% – to my completion again another smoke beer from the German beer capital Bamberg)

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And please always keep rule # 11 in mind: keep on drinking! So: Cheers!

More informations about the Eule, to the actions and the beer sommelier Markus Weick under: http://wordpress.99biere.de/

31. Schnupperkurs Biervielfalt

Lindemans Geuze | Rothaus Tannenzäpfle | Pilsner Urquell | Moritz Fiege Pils | Maisels & Friends American Pale Ale | Fuller IPA | Ale Mania IPA | Faust Schwartzviertler | Chimay Bleue | Schönramer Imperial Stout | Buddelship Kohlentrimmer | Leireken Witte Spelt | Lervig Berliner Weisse | Schoppe Bräu Holy Shit Ale

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Es begab sich letzten Montag in der Eule… Auch wenn gar nicht der erste Montag im Monat anstand, veranstaltete Biersommelier Markus Weick einen außerordentlichen Schnupperkurs zur Biervielfalt. In gemütlicher kleiner Runde steckte Markus nach einer kurzen Vorstellungsrunde die Agenda des Abends ab. Es war auch ein 86-jähriger Herr anwesend, welcher sich mit den Worten vorstellte: „Ich trink nu seit 60 Jahren fast nur Kölsch – da wollt ich mal gucken, wat et sons noch so jibt.“ Einfach grundsympathisch. Neben einer Einführung in die Sensorik, gab Markus auch Einblick in die Historie des Bieres, bierige Rohstoffe, Biervielfalt im Allgemeinen und den fachgerechten Umgang mit dem alkoholhaltigen Malzgetränk.

Im Fokus standen dabei die folgend aufgeführten Biere. Die unterstrichenen Biere aus der unteren Auswahl wurden im Anschluss an die Pflichtverköstigung von den (verbliebenen) Teilnehmern ausgewählt.

Da ich mir bereits das Tannenzäpfle aus der höchsten Brauerei Deutschlands in Rothaus beim letzten Einkauf zugelegt hatte, wird es mich beim Schreiben dieser Zeilen begleiten.

Überblick Biervielfalt

Um seinem Anspruch als Erwachsenenpädagoge nachzukommen gab es aber zunächst und immer wieder zwischendurch diverse Hintergrundinformationen zu den eben angesprochenen Themen:

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Wissenswertes zum Bier:

  • Bier wird in der Tat gemäß Wirtschaftslexikon als Getränk aus stärkehaltiger Gärung bezeichnet.
  • Weiches Brauwasser frisst Hopfen und macht das Bier somit milder.
  • Ein höherer Vergärungsgrad führt zu einem schlankeren Körper (nein, das ist nicht die neue Brigitte-Diät – mit Köper ist hier der des Bieres gemeint).

Brauereien absolut europaweit:

Vor dem Hintergrund seiner langjährigen England-Erfahrung machte Markus deutlich, dass nicht Deutschland die Nase vorn hat, wenn um die Quantität der Braustätten geht. Wie die folgende Übersicht zeigt, wird hierzulande die Biertradition und -vielfalt auf der britischen Insel weithin unterschätzt.

Brauereien absolut

Brauereien relativ zur Einwohnerzahl:

Zu einem guten Schnupperkurs Biervielfalt gehört natürlich auch ein Exkurs zur Craft-Beer-Bewegung. Auch hier gab uns Markus eine quantitative Übersicht an die Hand, welche verdeutlicht, welchen Sprung die USA – als Heimatland der Bewegung – seit Beginn in den 1970ern hingelegt hat. Trotzdem liegt es immer noch hinter dem deutschen Wert. Das liegt vor allen an der schon immer viel vielfältigeren Bierlandschaft hierzulande. So würde beispielsweise Bitburger mit seinen 7,2 Mio. hl Ausstoß (davon Marke Bit 3,9 Mio.) noch als Craft-Beer in den USA zählen. Auch in dieser Hinsicht sind die Dimensionen auf der anderen Seite des Atlantiks ganz andere.Brauereien relativIn Zahlen wird dieses Ungleichgewicht nicht nur im Vergleich von Deutschland und den USA deutlich. Auch innerhalb Deutschlands gibt es enorme Unterschiede. Dabei gibt es die höchste Konzentration von Brauereien im oberfränkischen Landkreis Forchheim. Gäbe es eine ähnliche Konzentration beispielsweise in Brühl, hätte man hier über 30 Brauereien.

Bierzutaten:

Eines der entscheidenden Variablen des Bieres ist das Malz. Folgende Darstellung zeigt die ungefähren Rösttemperaturen (in °C) der wichtigsten Malzsorten:Malzröstung

Weitere Informationen zu den diversen Hopfensorten der Bierwelt unter: http://www.hopfen-der-welt.de/

Als Einführung in die Sensorik gab uns Markus, nach einigen Anmerkungen zu Aussehen und Geruch, dann folgende Übersicht an die Hand:

Sensorik - GeschmackWie unten zu sehen eröffnete die Geuze aus dem Hause Lindemans den bierigen Teil Abend. Diese spontangärige Bierspezialität ist ein Verschnitt aus mehreren Lambics und wird in Eiche gereift. Durch die Spontangärung kommt es zu dem interessanten Umstand, dass man in den Gärräumen der Brauerei nicht putzt, um so die spontangärigen Hefestämme nicht zu vertrieben. Diese sind fast ausschließlich im belgischen Tiefland anzutreffen. 1822 gegründet erreicht die belgische Brauerei in 2015 einen Ausstoß von 170.000 hl. Da im Bier sowohl Ascorbinsäure als auch Weizen als Rohfrucht verwendet wird, kann es keinen Eingang in unsere offizielle Bierliste finden. Der ebenso verwendete Kandiszucker hingegen könnte streng genommen noch unter das Reinheitsgebot fallen. Erstaunlich ist es aber nichtsdestoweniger. Wie im unten stehenden Bild erkennbar handelt es sich bei der Geuze geschmacklich eher um ein Prosecco als um ein Bier. Extrem prickelnd und fruchtig kommt dabei nur eine geringe bierige Note heraus – und das obwohl im Grunde keine entscheidenden Zusätze im Vergleich zu dominierende deutsche Biertypen hinzugefügt wurden. Einzig eine kreative Auswahl an Hopfensorten und die Verwendung von Weizen in Rohfrucht anstatt in Malzform bringt hier den großen Unterschied. Ein würdiger Einstieg in den Abend der Biervielfalt also.

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Es ging weiter mit einer Blindverkostung von drei zunächst nur als helle untergärige angekündigte Pils-Marken:

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Ohne zu wissen, mit was man es genau zu tun hatte, konnte man sich tatsächlich viel genauer auf die Geruchs- und Geschmacksunterschiede konzentrieren. Und diese waren ziemlich groß. So war von säuerlich, buttrig und herb alles dabei. Ganz besonders erstaunt war ich, dass ich das letzte Woche erst an dieser Stelle vorgestellte Pilsner Urquell nicht erkennen können. Als Ausrede könnt ich nun anführen, dass auch das Tannenzäpfe vor mir heute wieder gefühlt etwas anders schmeckt als noch am Montag. Insgesamt aber eine hervorragende Möglichkeit um Biere kennen und einschätzen zu lernen. Folgende „Bierkarte“ gibt Aufschluss über die drei Pils:

Bierkarte PilsEs folgte die gemeinsame Verkostung der weiteren Biere.

Maisels & Friends American Pale Ale:

SAM_0358Bierfacts:

  • 5,2 %
  • 12,5 °P

Fullers Indian Pale Ale:

SAM_0359Bierfacts:

  • 5,3 %
  • ausbalanciert mittelmäßig gehopft und malz- und körperbetont
  • Gründung Brauerei 1654
  • Ausstoß: 350.000 hl
  • Vielfalt: Fullers produziert derzeit 43 unterschiedliche Biere

Ale Mania Indian Pale Ale:

SAM_0360Bierfacts:

  • 5,8 %
  • 15,5 °P
  • gegründet 2010 von Fritz Wülfing in Bonn-Beuel
  • Ausstoß 400 hl (1/3 des Brühler Bischoff-Kölsch)
  • neben Bönnsch und Ennert-Bräu eines der aktuell drei Bonner Biere (nachdem es auch schon länger kein Kurfüsten-Bräu mehr gibt)
  • nachweislich handwerklich gebraut: alle 3 probierten Flaschen schmeckten unterschiedlich

Faust Schwartzviertler:

SAM_0361Bierfacts:

  • 5,2 %
  • gegründet 1654
  • Ausstoß 2015: 50.000 hl

Chimay Bleue:

SAM_0362Bierfacts:

  • Trappistenbier mit 9 %
  • im Gegensatz zu Tripel und ähnlich wie Dubel dunkel
  • Inhaltsstoffe u.a. Zucker und Weizenrohfrucht
  • gegründet 1862
  • Ausstoß: 130.000 hl
  • Belgien ist das Land der Starkbiere, da das „Vandervelde-Gesetz“ lange Zeit den Verkauf von Spirituosen in Bars verboten hatte

Schönramer Imperial Stout:

SAM_0363Bierfacts:

  • 9,5 %
  • entstanden aus dem Porter
  • Gegenstück zum Imperial ist das Session-Stout
  • Ausstoß: 45.000 hl
  • Einwohnerzahl Schönram: 150
  • MHD des Bieres: 2030

Zusammengefasst wird der Pflichtteil in dieser Übersicht eines „reduzierten Verkostungsschemas“:

Reduziertes Verkostungsschema

Im Kürteil des Abends wurden dann noch folgende Biere unter den Gaumen genommen:

Buddelship Kohlentrimmer:

  • Schwarzbier mit 14 °P / 5,3 % aus Hamburg

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Leireken witte spelt:

  • Dinkelbier mit 12 °P / 6 % aus einer 1830 gegründeten Brauerei in Oedelem in Flandern

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Lervig Sour Suzy Berliner Weisse:

  • minzig-saure Variante des Berliner Klassiker mit 4 % aus dem Norwegischen Stavanger

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And last but not least: Das Schoppe Bräu Holy Shit Ale:

Zum Abschluss wurde nochmals der Turbo gezündet und mit 10 % vol. alc. (und 22 °P) ein würdiger Abschluss des Abends gefunden. Das obergärige Double Imperial Pale Ale aus Berlin gibt es seit 2001 und kann als klassisches deutsches Craft Beer verstanden werden.

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Und so sah dann unser „Arbeitsplatz“ nach 5 Stunden und 14 probierten Bieren aus:

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Alles in allem also ein absolut lohnenswerter Abend mit interessanten Bier, Brot und Wasser sowie vielen spannenden Infos rund um die leckerste Nebensache der Welt. Und zu guter Letzt gab es auch noch zwei Biere aufs Haus für zu Haus dazu.

Zusammenfassend würde ich übrigens mein persönliches Bewertungstreppchen wie folgt belegen:

  1.  Pilsner Urquell
  2.  Maisels & Friends Pale Ale
  3.  Faust Schwartzviertler

Mit voller Vorfreude auf die kommenden Verköstigungen – von denen ich selbstverständlich wieder berichten werde – verabschiede ich mich in den Abend. Prost!

Weitere Informationen zur Eule, zu den Aktionen und zum Biersommelier Markus Weick unter: http://wordpress.99biere.de/