Archiv der Kategorie: Bierrezension

598. Blue Cat Sommerfrische

Nach dem Wieß folgt nun heute die Sommerfrische von der blauen Katze.

Dabei handelt es sich um eine Abwandlung eines belgischen Witbiers, das quasi eingedeutscht wurde. Anstatt Weizenrohfrucht, hat Klaus Keller Weizenmalz verwendet und darüber hinaus auch auf Gewürze wie Anis oder Kümmel verzichtet.

Das Bier war übrigens auch Teil des letzten Online-Biermontags Regionale Brauer der Eule.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Witbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Bitterorange, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Erftstadt-Lechenich
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

In der Nase gemüsig, hellmalzig und muffig-erdig – süffig. Geschmacklich kommt helles Malz, leichte säuerliche Frucht, wenig Malzsüße und ein sehr sanft bittersüßer Abgang hervor. Insgesamt ist die Sommerfrische durchaus ganz passig zu den wärmeren Temperaturen und sollte auch eher kühl getrunken werden.

| 11 Pkt. (2)

• https://www.bluecat-restaurant.de/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

597. Blue Cat Wieß

Bevor es übernächste Woche in unseren wohlverdienten Nordsee-Urlaub geht, wollte ich unbedingt noch die Biere von Klaus Keller vom Blue Cat proBieren. Vor knapp vier Wochen war ich dort um frisch abgefülltes Bier zu besorgen. Eigentlich wollte ich schon länger dorthin, aber die Corona-Krise habe ich zum Anlass genommen um diese kleine regionale Brauerei persönlich zu unterstützen und bin mit dem Rad und Anhänger extra aus Brühl gekommen um die drei Biere des aktuellen Sortiments einzupacken. Das Blue Cat spricht von sich selbst im Gegensatz zu vielen anderen Brauhäusern vom Brauerei-Restaurant.

Doch Klaus Keller musste wie viele andere Gastronomen im Zuge des Lockdown und der damit einhergehenden Beschränkungen das Restaurant schließen. Kurzerhand verschob er seine Kapazitäten und baute seinen Flaschenbierverkauf aus, um überhaupt noch Einnahmen zu generieren. Auch wenn der Bierverkauf überraschend gut lief und läuft, musste er kürzlich schweren Herzens das Restaurant für immer aufgeben. Zu groß sind selbst im Rahmen der derzeitigen Lockerungsübungen die Auflagen im Vergleich zur Wirtschaftlichkeit der Aufrechterhaltung des Betriebs. Wenigstens hat Klaus Keller aber angekündigt weiter Bier zu brauen und zu verkaufen, sodass hoffentlich die Brauerei nach der Krise wieder floriert.

Als erstes nehme ich das Flaggschiff des Blue Cat – den rheinischen Klassiker Wieß – unter die Lupe.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Wieß
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Erftstadt-Lechenich
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Im Geruch etwas muffig und säuerlich-erdig. Auf der Zunge gemüsig, hellmalzig, hefig-bananig, dumpf würzig mit Noten von Karamell. Insgesamt kommt das Wieß erwartungsgemäß süffig daher und hinterlässt einen angenehm süß-würzigen Abgang. Sieht man also mal von den etwas irritierenden olfaktorischen Eindrücken ab, ein mehr als ordentlichen Bier für fast jede Gelegenheit.

| 11 Pkt. (2)

• https://www.bluecat-restaurant.de/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

596. Remscheider Bräu Duuster

Das dritte Bier aus Remscheid im Rahmen meiner Regionalserie ist heute an der Reihe. Es handelt sich um ein untergäriges Dunkelbier, über dessen Namen die Remscheider Bürger öffentlich votieren durften.

„Seinen Namen hat unser Duuster von den Bürgern Remscheids.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Dunkel
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  13°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Remscheid
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Während der Geruch mit holzigen, dunkelmalzigen und erdigen Noten noch recht unauffällig ist, habe ich auf der Zunge schnell das Gefühl, dass das Bier bereits oxidiert ist. Es kommt sehr säuerlich daher, wobei wenige leicht röstige und bittersüße Karamellaromen durchbrechen. Zwar warnt das Etikett bereits davor, die Biere möglichst rasch aufzutrinken, doch hätte ich angesichts von nur drei Wochen MHD-Überschreitung bei einem dunklen Bier, eine derart schnelle Entwicklung nicht erwartet.

| 5 Pkt. (4)

• https://www.remscheider-brau.de/shop/biere/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

595. Dellmann’s Biir 2020

Als zweites Bier der Brauerei Dellmann aus Wermelskirchen tritt heute das Biir an. Dabei ist der Name ähnlich verwirrend wie der dazugehörige Bierstil. Während der Name auf die altdeutsche Bezeichnung für Bier in der Bergischen Region ist, verbirgt sich dahinter ein Bierstilmix aus Kölsch und Pils. Die diesjährige neue Rezeptur wird mit Weizenmalz eingebraut, sodass auch eine Nähe zum Weißbier vorhanden ist. Da es glücklicherweise naturtrüb geblieben ist, verorte ich es formal als Wieß.

„Unser Klassiker, das BIIR, erlebt als BIIR 2020 in verbesserter Rezeptur eine Neuauflage. Um das BIIR, das bislang von uns als ein eigenständiges „Mittelding“ zwischen Kölsch und Pils konzipiert war […]“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Wieß
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Wermelskirchen
Erscheinungsjahr. . .
2019

Fazit

Im ersten Eindruck fruchtig (vorwiegend Banane), kräuterig und sehr buttrig. Am Gaumen gesellt sich zur dumpfen Fruchtigkeit helles Malz, Honig, Vanille, Hefe und ganz geringe Herbe. Insgesamt überzeugt mich das BIIR nicht nur durch eine weiche und süffige Balance, sondern auch durch die interessante Bierstilkreation. Dellmann’s Bräu entwickelt sich langsam zu einem echten Geheimtipp…

| 13 Pkt. (1-)

 • http://dellmanns.de/de/beer/

Prost & guten Abend! 🍻

 

594. Maisel & Friends Smokey IPA

Ich unterbreche das aktuelle Regionalprogramm für ein Bier, das doch sehr gut zum heutigen „Vater- oder Herrentag“ passen sollte.

Mit dem ersten Brew-BQ-Bier sind die Brauer von Maisel aus Bayreuth in ein Projekt gestartet, bei dem sie jedes Jahr mit einem BBQ-Experten gemeinsam einen Sud entwickeln wollen. Erste Pate des Brew-BQ-Bier war Camillo Tomanek alias Don Caruso – seines Zeichens 3x Deutscher Meister und im Jahr 2008 Weltmeister im Grillen. Don Caruso und Maisel verbindet eine längere Freundschaft, die Idee zum Bier ist aber letzten September in Düsseldorf geboren. Noch vor dem Corona-Lockdown konnte das Wunsch-Bier von Camillo, Braumeister Markus und Biersommelier Michael fertig gestellt werden.

„Es sollte ein Bier werden, das die Welt der modernen Bierspezialitäten mit BBQ verbindet.“

Ein Bier also, das passender nicht sein könnte – an einem Tag an dem sicher nicht nur ich das schöne Wetter zum Grillen genutzt habe.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Rauch-IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  14.8°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bayreuth
Erscheinungsjahr. . .
2020

Fazit

In der Nase hopfig-fruchtig, angeräuchert mit Kräuteraromen. Am Gaumen vor allem hopfig-herb mit holzig-rauchige Basis und fruchtigen Spitzen. Zu einer erkennbaren Bittere gesellt sich etwas Karamell, dass zum Abgang wieder abnimmt. Insgesamt wie von Maisel ein erwartbar gut ausbalanciertes Bier, das durch die Kombination von Rauchnoten und Fruchtaromen sehr interessant ist.

| 12 Pkt. (2+)

 • https://maiselandfriends.com/biere/limited/smoky-ipa/

Prost & guten Abend! 🍻

 

593. Hensen Rote Dämmerung

Nach einem schönen Tag mit der Familie möchte ich das Wochenende mit der roten Dämmerung von Hensen ausklingen lassen.

Hierbei handelt es sich um ein Red Ale – also einem Verwandten des Altbieres.

Das Design der Hensen-Biere stammt übrigens aus der Feder von Florian Schommer.

„Wir nennen es nur nicht Craftbier – für uns ist es einfach Brauhandwerk.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Red Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Mönchengladbach
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Die Rote Dämmerung kommt sehr würzig und holzig daher. Ein Trio aus Bitterkeit, Röstaromen und Sauermalz spielt im Hintergrund die Musik. Insgesamt ist es dennoch recht süffig, mir allerdings zu trocken und unausgewogen.

| 9 Pkt. (3+)

 • https://brauerei-hensen.de/#biere

Prost & guten Abend! 🍻

 

592. Dellmann’s Bräu Gustav IPA

Mein heutiges Bier – ebenfalls wieder ein IPA – führt mich nach Wermelskirchen im Bergischen. Dort wird seit 2015 „Craftbier“ hergestellt. Eines davon ist der Gustav. Ein auf den ersten Blick recht eigentümlicher Name für ein Bier. Allerdings verbirgt sich – wie ich nach etwas Recherche herausfand – dahinter eine für den Außenstehenden nicht sofort erkennbare Erklärung. Gustav Dellmann hieß zur Zeit des vorletzten Jahrhundertwechsels ein damals sehr populärer evangelischer Pfarrer, der die Stadt nachhaltig geprägt hat. Bis heute spricht man von den Bürgern Wermelskirchens als die Dellmänner. Deshalb war es naheliegend das Markenzeichen der Brauerei auch so zu benennen.

Wir sind gerne Dellmänner und so war die Namenswahl für unser Bier keine Frage, sondern „Bürgerpflicht“.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  14°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Wermelskirchen
Erscheinungsjahr. . .
2019

Fazit

Am Riechkolben grasig und holzig mit Noten von Karamell und einer dumpfen Fruchtigkeit. Am Gaumen dann weiter fruchtig, malzsüß mit einer geringen Bittere und Herbe. Insgesamt überrascht der Gustav mit einer außerordentlichen Süffigkeit und Harmonie, auch wenn er dadurch weniger Tiefe in der Hopfenaromatik besitzt. Dennoch gerade aufgrund der tollen Balance ein absolut empfehlenswertes IPA, das erneut zeigt, wie gut handwerkliche Braukunst ist.

| 13 Pkt. (1-)

 • http://dellmanns.de/de/beer/

Prost & guten Abend! 🍻

 

591. Hensen Hopfenschelle IPA

Nachdem ich hier letztes Jahr bereits das Alt der Mönchengladbacher Brauerei Hensen vorgestellt hatte, möchte ich mich heute im Rahmen meiner NRW-Regional-Tour auf das Hopfenschelle stürzen. Ein IPA, das ebenfalls dem Standard-Sortiment der Handwerksbrauer angehört.

„Wir nennen es nur nicht Craftbier – für uns ist es einfach Brauhandwerk.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  16°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Mönchengladbach
Erscheinungsjahr. . .
2015

Fazit

Die Hopfenschelle überrascht mit sehr fruchtigen Aromen von Maracuja, Melone, Orange und Stachelbeere und einer kaum wahrnehmbaren Bittere. Hinzu kommen Aromen von Butter, Süßgras und Karamell. Das insgesamt vollmundige aber recht seichte IPA dürfte für Einsteiger eine gute Wahl sein, obschon eine gewisse Balance fehlt.

| 12 Pkt. (2+)

 • https://brauerei-hensen.de/#biere

Prost & guten Abend! 🍻

 

590. Remscheider Bräu Toolbox IPA

Zum Vergleich vom IPA am Wochenende folgt heute das Toolbox IPA aus Remscheid, deren Coffee Stout ich schon proBiert habe.

Gerade in Zeiten, wo sich viele in die Heimwerker-Arbeit flüchten ein doch ganz passiges Bier.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  16°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Remscheid
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

In der Nase klar grasig-fruchtige Noten mit leichtem Karamell. Auf der Zunge ist eine geringe Bittere und dumpfe aber merkliche Herbe zu spüren. Dazu kommt eine fruchtige Süße und grasig-strohige Aromen. Darüber hinaus ist das Toolbox IPA vollmundig und cremig, wenn auch mit wenigen aromatischen Spitzen.

| 10 Pkt. (2-)

• https://www.remscheider-brau.de/shop/biere/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

589. Brauprojekt 777 Triple 7 IPA

Nach einem relativ geschenkten Tag, möchte ich mit meiner Serie an regionalen Bieren weitermachen und setze sie mit dem Brauprojekt 777 aus dem tiefsten Niederrhein fort.

Im beschaulichen Ort Spellen gründeten dort 2012 der gelernte Brauer und Mälzer Arne mit seinen Freunden vom Mofaclub Kobras Torsten, Christian und Tim ihre eigene Brauerei. Bevor dort jedoch handwerkliche Biere gebraut wurden, konstruierten die Jungs auch die Brauanlagen in Eigenhand.

Eines der vier Biere des ständigen Sortiments ist das Triple 7 IPA. Daneben werden aber auch eine Reihe saisonaler Biere gebraut, die oft über den Tellerrand des Reinheitsgebots hinaus schauen.

Die 777 steht übrigens für das Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung von Spellen.

„Mit Herz und Händen gebraut.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  18°P
Alkoholgehalt. . . . . . 8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Voerde-Spellen
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

In der Nase kommt die dreifache 7 grasig, harzig und buttrig-fruchtig daher. Am Gaumen kommen dann die Hopfen sehr deutlich zum Vorschein. Zu einer grundsätzlichen Herbe gesellt sich eine fruchtige Note nach Maracuja, Aprikose und Stachelbeere, um dann mit einem leicht bitterem Abgang zu schließen. Insgesamt begeistert mich der sehr cremige Eindruck, wenngleich etwas mehr Balance zwischen den Hopfenaromen noch besser wäre.

| 12 Pkt. (2+)

• https://www.brauprojekt777.de/unsere-bier-spezialit%C3%A4ten/triple-7-ipa/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

587. Fleuther Dark Choc

Zum Ende des Wochenendes gibt es für mich ein Bier, dass mir Fleuther aus dem niederrheinischen Geldern freundlicherweise gratis zu meiner Bestellung hinzugefügt haben. Grund hierfür ist das seit August letzten Jahres abgelaufene MHD. Gerade aber bei einem dunklen Starkbierdürfte das der Qualität keinen Abbruch tun. Im Gegenteil, entwickelt ein solches Bier noch intensivere Aromen im Laufe der Zeit.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Bock
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Geldern
Erscheinungsjahr. . .
2018

Fazit

Es ist immer wieder spannend, was aus dem Zutaten Malz und Hopfen für eine Geruchs- und Geschmacksvielfalt erzeugt werden kann. Beim Chocolate Bock strotzt vor allem das Malz vor Schokolade. In der Nase noch eine Mischung aus Zartbitter und Vollmilch, bleibt auf der Zunge nur noch dunkle Schokolade übrig. Hinzu kommen gut abgestimmte Röst- und Malzaromen und eine herbe Lakritz-Note. Insgesamt ist das Bier vollmundig, cremig und leicht spritzig. Vermutlich hat die längere Lagerung nicht nur die Zartbitternoten, sondern auch die Herbe intensiviert. Letztere führt dazu, dass ich das Bier leider nicht in eine Top-Wertung bringe kann.

| 12 Pkt. (2+)

• https://www.fleuther.de/biersorten/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

586. Mücke Ingwer Pale Ale

Als letztes nicht Reinheitsgebots-konformes Bier meiner Regional-Serie geht das Mücke Ingwer Pale Ale ins Rennen.

Benannt nach dem letzten Grubenpferd der Zeche Zollverein, das auch auf dem Etikett zu sehen ist, steht die Mücke für das klassisch deutsche Craftbeer-Segment sowie aber auch traditionelle Bierstile. Das Ingwer Pale Ale war dabei das erste Bier der beiden „Braumeister“, das den Weg vom Hobbybrauen in die mittelständische Produktion der Liebharts Brauerei geschafft hatte.

Und da Ingwer bekanntlich sehr gut für das Immunsystem ist, passt es doch hervorragend in die aktuelle Zeit.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Ingwer, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Essen [Detmold]
Erscheinungsjahr. . .
2016

Fazit

In der Tat dominiert der Ingwer diese Bier. Neben einer interessanten Buttermalz-Note ist das fruchtige Ingwer-Aroma beim Riechtest klar im Vordergrund. Auch auf der Zunge kommt das Pale Ale würzig, trocken-malzig, säuerlich-fruchtig und leicht scharf daher. Insgesamt ist es bei einer reduzierten Rezenz recht vollmundig. Ich finde es ein durchaus interessantes Bier, das aber sicher nicht jedem schmeckt.

| 11 Pkt. (2)

•  https://www.facebook.com/muecke.craftbeer/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

584. Ruhrpottbrew Honey Pepper Ale

Von Remscheid geht es heute im doppelten Sinne des Wortes in den Pott. Denn in Oberhausen-Sterkrade – also mitten im Pott – braut der Pottwal. Zumindest ist dies das Logo der seit 2016 existierenden Ruhr Pottbrew. Braumeister ist ein gelernter Schreiner, der dann aber viele Jahre im Ausland Brauereien aufbaute und Biervielfalt kreierte, um dann wieder in die Heimat NRW zurückzukehren.

Eines ihrer Sortiments-Biere ist mein heutiges Honey Pepper Ale, das mit Honig und Szechuan Pfeffer im Brauhaus Rüttershof eingebraut wurde.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Pfeffer, Honig, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Oberhausen [Castrop-Rauxel]
Erscheinungsjahr. . .
2016

Fazit

Dieses Bier ist ein erneuter Beweis dafür, dass das alte Reinheitsgebot ausgedient hat. Mit dem Zusatz von zwei natürlichen Zutaten Honig und Pfeffer wird ein wirklich tolles Geruchs- und Geschmackserlebnis kreiert. Süßholz, Karamell, Lakritz und Honig in der Nase und ein malzig-würziger und leicht kräuteriger Eindruck auf der Zunge. Ergänzt wird dies durch eine unaufdringlich wie harmonische Süße, die nur im trockenen Abgang durch etwas Säure und Schärfe abgelöst wird. Prädikat: Empfehlenswert.

| 13 Pkt. (1-)

https://www.facebook.com/pg/ruhrpottbrew/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

583. Remscheider Coffee Stout

Heute geht es gedanklich zu einem der zentralsten Orte zwischen Rheinland und Ruhrgebiet. Denn auch in Remscheid wird abseits des Reinheitsgebots handwerklich gebraut. Zentral am Hauptbahnhof gelegen bieten die Remscheider aber auch Platz für ein Brauhaus samt Eventlocation und Biergarten. Alles zwar in Zeiten der Corona-Krise leider uninteressant, aber dennoch erwähnenswert.

Wenn man auch außerhalb Remscheids und in diesen Zeiten Remscheider Bier kosten möchte, kann man sich im Online-Shop ein 4er-Probier-Paket samt Glas ordern. Netterweise hat mich dann im Paket noch ein fünftes Bier überrascht, das ich euch heute vorstellen möchte. Es handelt sich um ein Coffee-Stout, dem gemahlene Kaffeebohnen zugesetzt worden sind. Für mich einer der interessantesten Bierstile, die aber selten meinen Geschmack treffen. Deshalb bin ich jedes Mal aufs Neue gespannt, wie es diesmal ausgeht.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Stout
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Kaffeebohnen, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  16°P
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Remscheid
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Ein ordentliches Coffee Stout, das vor allem durch den dominanten Kaffee-Geruch und Geschmack besticht. Während es in der Nase noch Noten von Zartbitter enthält wirkt es geschmacklich schon sehr nach Kaffee, zudem sich noch Aromen von dunklen Früchten und Erde hinzugesellen. Insgesamt bleibt das Stout erstaunlich süffig und lässt den typischen tiefen Körper vermissen.

| 9 Pkt. (3+)

https://www.remscheider-brau.de/brauerei/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

582. Gruthaus Pumpernickel Porter

Passend zum vorgestrigen Bierjubiläum starte ich meine Reihe an Bieren aus NRW; beginnend mit all jenen, die über den Rand des derzeitigen sog. Reinheitsgebots hinwegblicken und weitere interessante (natürliche) Zutaten anbieten.

Starten möchte ich mit einem Bier, dass ich schon lange auf meiner Liste hatte, aber bislang noch nicht proBieren konnte. Das Pumpernickel-Porter von der Münsteraner Marke Gruthaus ist für mich deshalb interessant, da es mit Brot eingebraut ist. Neben Roggenmalz wird dem Sud auch Schwarzbrot beigegeben. Spätestens seit ich selbst beim Brotbierbrauen bei meinem Braufreund Ralf mitmachen konnte, bin ich begeistert von der Idee diese beiden Grundnahrungsmittel miteinander zu vereinen. Daher bin ich gespannt wie sich der Pumpernickel geschmacklich auswirkt.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Porter
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Roggenmalz, Pumpernickel, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  13°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Münster [Detmold]
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Der Pumpernickel Porter ist ein Potpourri aus unterschiedlichsten Aromen. Karamell, Holz, Getreide, Zartbitter und Butter vereinen sich hier mit süßem, dunklen und leicht röstigem Malz sowie einer gering bitteren Säure. Dabei sorgt das Schwarzbrot auch für einen ansprechend vollmundigen Körper. Für meinen Biergeschmack höchst passend, absolut empfehlenswert und ein klarer Kandidat für die diesjährige Bierjubiläum-Top Ten.

| 13 Pkt. (1-)

http://www.gruthaus.de/biere/pumpernickel-porter/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

585. Cerevisia M – Vintage Cuvée

Heute ist es wieder soweit: Bierjubiläum. Vor genau 504 Jahren erließen die damaligen bayrischen Herzöge eine Verordnung, die heute allgemein als das „Reinheitsgebot“ bezeichnet wird.

Seit Anfang 2016 beschäftige ich mich nun mit dem Thema und habe in der Zeit einiges an Wissen und Biererfahrung ansammeln können. Meine Bierliste umfasst inzwischen rund 1.750 Biere. Zu Ehren des Bierjubiläum 2018 hatte ich mir etwas ganz besonderes vorgenommen: mein erstes selbstgebrautes Bier. Wie ich schon damals vom Brautag und der Abfüllung berichtete, hatte ich dabei das Glück gehabt, dass mir Ralf Mohr vom Braukunst Vorgebirge nicht nur seine Braugarage nebst Anlagen zur Verfügung gestellt hatte, sondern mich auch mit seinem reichhaltigen Wissen rund ums Brauen unterstützt hatte. Als Zeichen für eine Reform des „Reinheitsgebots“ braute ich das erste Bier der Welt, das mit allen sieben Hauptgetreidearten Gerste, Weizen, Roggen, Hafer, Reis, Mais und Hirse gebraut wurde. Bislang gibt es zwar Biere mit unterschiedlichsten Korn-Kombinationen, ein solches gab es aber bis dato noch nie. Würde ich es kommerziell brauen, bräuchte ich hierfür eine Sondergenehmigung und dürfte ich wahrscheinlich noch nicht einmal Bier nennen. Dabei enthält es ausschließlich Getreide, Hopfen und Hefe. Alles was eigentlich ein Bier ausmacht. Und nichts, was nicht auch auf anderen Kontinenten für ein Bier essentiell ist: Mais in Amerika, Hirse in Afrika und Reis in Asien. Für mich also unbegreiflich, warum hier der deutsche Gesetzgeber weiterhin blind der großindustriellen Brau-Lobby folgt. Hinsichtlich weiterer Zutaten wie Obst oder Gemüse kann ich Diskussionsbedarf zwischen Traditionalisten und „modernen“ Craft-Brauern durchaus nachvollziehen. Warum jedoch kein weiteres Getreide außer Gerste in untergärigen sowie Weizen, Hafer und Roggen in obergärigen Bieren rein darf bleibt mir weiterhin ein Rätsel.

Nachdem sukzessive die Kornzahl erhöhte war nun zuletzt 2019 das CEREVISIA Mx entstanden. Weiterhin auf der Basisrezeptur eines unfiltrierten Altbieres, sind bislang 10 Getreidesorten enthalten: Gerste, Weizen, Roggen, Hafer, Dinkel, Emmer, Einkorn, Reis, Hirse, Mais.

Zum heutigen Tag des deutschen Bieres möchte ich einmal die Sude 7-Korn, 8-Korn und 9-Korn quasi als Vintage-Cuvée proBieren. Da jeder Sud seine besonderen Eigenheiten mit sich gebracht hat, die im Laufe des Erfahrungsgewinns als junger Hobbybrauer eingeflossen sind, ist es für mich besonders spannend zu sehen, wie die drei ersten Cerevisia miteinander harmonieren.

Und vielleicht kann ich in Kürze auch schon von meinem geplanten nächsten Sud berichten: Dem 12-Korn-Neo-Alt Cerevisia

#Natürlichkeit
#Qualität
#Vielfalt
#Regionalität
#Transparenz

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Mehrkorn-Neo-Alt [Bierjubiläums-Jubiläumsbier]
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen-, Roggen-, Dinkel- & Emmermalz, Hafer-, Einkorn-, Reis- & Hirseflocken, Cornflakes, Röstgerste, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  ~18°P
Alkoholgehalt. . . . . . ~5,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bornheim-Sechtem [Brühl-Pingsdorf]
Erscheinungsjahr. . .
2018-19

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___15
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________14
Fazit

  | Da alle drei Versionen ihren ganz eigenen Charakter haben, ist es interessant zu schmecken, wie diese in der Blend-Variante daherkommen. Während das 7-Korn noch eher mild-herb, das 8-Korn eher malzsüß und das 9-Korn hopfig ist, kommen im Blend alle ohnehin schon komplexen Einzelaromen zusammen. Selbst nach ein bis eineinhalb Jahren schmeckt es klar fruchtig-süß nach Karamell und Süßholz sowie einer buttrig-grasigen Note. Keinerlei Bitterstoffe und Oxidationssäure ist dabei zu verspüren. Für eine derartig lange Lagerung allerdings auch ziemlich süffig-mild. Insgesamt muss ich also sagen: Es hat sich gelohnt.

 • weitere Infos zu meinem Reformvorschlag für das „Reinheitsgebot“ unter: http://www.bierjubilaeum.de/das-reinheitsgebot/.

Prosit Mundus manufactum!

580. Fleuther Hilft!

Angesichts der Widrigkeiten und Herausforderungen für viele handwerkliche Brauer hervorgerufen durch die Corona-Krise, habe ich kürzlich ein paar Biere aus der Region – d.h. Niederrhein, Ruhrgebiet und Münsterland – bestellt. Leider haben noch lange nicht so viele kleine Brauereien eine Online-Vermarktung, sodass man diese idealerweise vor Ort unterstützt. Denn diese Hilfe (online wie offline) wird dringend benötigt. So meldete erst kürzlich die U.S. Brewers Association (BA), dass die US-amerikanische Craftbeer-Industrie vor dem Zusammenbruch stehe. Knapp zwei Drittel aller Handwerksbrauereien würden die Krise keine drei Monate durchstehen (siehe hier).

Umso passender ist mein heutiges Bier von der Brauerei Fleuther aus Geldern. Ursprünglich was das Bier für einen guten Zweck gebraut worden: Initiiert von Martin Baxmann und Marcus Wiemann hilft das HILFT als erstes Charity Bier nachhaltig Kinderarmut zu bekämpfen. Nun wirkt es quasi doppelt hilfreich. Einmal als Beitrag zur Kinderarmutsbekämpfung und zudem als Unterstützung der regionalen Kleinbrauer. Hinter dem HILFT verbirgt sich übrigens das Fleuther EINS – ein Pils mit Aromahopfen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pils
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . .  11.7°P
Alkoholgehalt. . . . . . 4,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Geldern
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Würzig, buttrig und grasig in der Nase – hopfig-herb, fruchtig und gering malzig am Gaumen. Im Abgang bleibt eine buttrig herbe Note hängen, die durchaus Lust auf mehr macht. Insgesamt recht mild und süffig für ein Pils. Der Aromahopfen hält sich für meinen Geschmack etwas zu dezent im Hintergrund. Auch könnte das Bier etwas mehr Würze vertragen. Aber solange es HILFT 😉

| 12 Pkt. (2+)

• https://www.fleuther.de/produkt/fleuther-hilft/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

579. De Koninck Tripel d’Anvers | Kasteel Tripel | Leffe Tripel

Kurz vor Ostern versuche ich noch etwas aufzuholen, was in den letzten Wochen liegen geblieben ist. Deshalb und weil ich mal drei gleichzeitig da hatte, gibt es heute eine Tripel-Tripel-Verkostung.

Drei Tripel treten gegeneinander an. De Koninck aus Antwerpen (40.000 hl p.a.) gegen Vanhonsebrouck Kasteel (250.000 hl p.a.) gegen Leffe (~500.000 hl p.a.).

Die Parallele der dreifachen Tripel-Verkostung zum heutigen Karfreitag ist mir dabei aber erst im Nachhinein aufgefallen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Tripel
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen- & Roggenmalz, Hafer, Gewürze, Hopfen, Glukosesirup, Hefe | Gerstenmalz, Gewürze, Hopfen, Zucker, Hefe | Gerstenmalz, Orangenrinde, Koriandersamen, Hopfen, Zucker, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 8% | 11%|  8,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Antwerpen | Izegem-Emelgem | Dinant-Leffe
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

De Konninck: recht unauffälliger süßmalziger bis bittersüßer Geruch; mild, schlank, getreidig, grasig, Süßholz, Lakritz im Geschmack mit bittersüßem Abgang

Kasteel: markanter, süßer, würziger Geruch; vollmundig, cremig, süßmalzig, alkoholaromatischer Geschmack nach Lakritz bei einem ebenfalls bittersüßem Abgang

Leffe: am süßesten, würzig und wenig Bittere im Geruch; vollmundig, süßlich, Karamell, etwas würzige Herbe auf der Zunge, süßer Abgang

Insgesamt kann mich keines der drei Tripel in Gänze überzeugen. Jedes bringt seine Vor- und Nachteile mit sich. Das Tripel d’Anvers punktet in der Aromenvielfalt bleibt aber zu flach, das Kasteel ist sehr cremig, aber leider auch zu alkoholaromatisch und das Leffe ist zu stark reduziert auf eine würzige einfältige Süße. Wenn ich mich entscheiden müsste würde ich zum Ersteren greifen, da hier alle vier europäischen Getreide verbraut wurden.

| 10 Pkt. (2-) / 10 Pkt. (2-) / 10 Pkt. (2-)

https://www.dekoninck.be/nl/onze-bieren/tripel-danvers/ | https://www.vanhonsebrouck.be/biere/kasteel/kasteel-tripel/?lang=de | https://leffe.com/en/leffe-tripel

Prost & guten Abend ! 🍻

 

578. Cornet Oaked

Um das Tempo wieder etwas anzuziehen geht es heute gleich weiter mit dem nächsten Bier. Und auch dieses stammt aus unserem Nachbarland Belgien und kommt aus der ABInBev-Familie.

Unter dem Namen Cornet Oaked vertreibt die Palm-Brauerei ein mit Eichenholzchips versetztes Tripel. Namentlich geht es auf Theodoor Cornet zurück. Dieser war im 18. Jahrhundert Verwalter des Schlosses Diepensteyn. Dessen Graf wünschte sich für seinen Vorfahren Sir Salomon deMaldeghem ein besonderes Starkbier von der Brouwerij den Hoorn.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Tripel
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 8,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Steenhuffel (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Insgesamt ein solides Tripel, dass in der Nase durch einen ungewohnt kräuterigen Geruch und am Gaumen durch süße Noten von Karamell, Vanille und Honig besticht. Es ist vollmundig und cremig, für mich aber auch etwas zu würzig und vor allem ein bisschen zu alkoholaromatisch.

| 10 Pkt. (2-)

•  https://www.cornetbier.be/en/our-beer/

Prost & guten Abend! 🍻

 

577. Kasteel Hoppy

Da die Renovierungen im Haus zunächst weitgehend abgeschlossen sind und die Arbeiten im Garten noch etwas warten müssen, habe ich seit langem mal wieder etwas mehr Zeit zum Rezensieren.

Heute auf dem Plan: Das Hoppy aus dem Hause Kasteel van Honsebrouck. Es soll einem India Pale Ale ähneln, aber aufgrund des Teilersatzes von Hopfen durch Kräuter weniger Bitterkeit mit sich bringen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Kräuter, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Izegem-Emelgem (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Nein, ein IPA ist es nicht wirklich. Auch wenn eine säuerlich-fruchtige und herbe Hopfenbittere klar dominieren, fehlt es an den Kalthopfungsaromen. Neben einer Buttergemüse-Note ist aber auch ein gewürziger Anteil zu erkennen. Insgesamt für mich eher durchschnittlich und weder Fisch noch Fleisch.

| 8 Pkt. (3)

https://www.vanhonsebrouck.be/biere/kasteel/kasteel-hoppy/?lang=de

Prost & guten Abend! 🍻

 

576. Hofmann Pahres Pils vs. Wolfscraft Frisch-Pils

Im zweiten Duell in diesem Jahr stehen sich zwei Pils gegenüber, die mich über das letzte Beertasting-Paket erreicht haben.

Obwohl beide Biere der Bierstil eint, könnten sie in ihrer Herkunft fast unterschiedlicher nicht sein. Auf der einen Seite die Brauerei Hofmann – eine seit dem 17. Jahrhundert bestehende Familienbrauerei aus dem mittelfränkischen Gutenstetten. Auf der anderen Seite Wolfcraft – eine typische Craftbeer-Marke aus dem hippen München.

Franken gegen Bayern. Tradition gegen Moderne. Handwerk gegen Craft.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pils
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%|5,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Pahres | München
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Auch in der Praxis machen sich deutliche Unterschiede bemerkbar. Während das Pils aus Pahres als traditioneller Stereotyp durchgeht und buttrig würzig, hopfig herb sowie grasig malzig daherkommt, überrascht das Frisch-Pils der Wölfe mit deutlich fruchtiger Nase und Abgang. Dazwischen ist es eher unauffällig und noch milder als das schon eher mild wirkende Pahres-Pils. Bei beiden hätte ich mir mehr herbe Spritzigkeit gewünscht. Beide überzeigen aber auch mit unterschiedlichen Charakteristika, sodass es heute unentschieden endet.

| 10 Pkt. (2-) / 10 Pkt. (2-)

http://www.hofmann-bier.de/ | https://wolfscraft.de/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

575. Alpirsbacher Klosterbräu Ambrosius

Mitten in der „Corona-Krise“ haben wir die wesentlichen Renovierungen im Haus abschließen können. Zeit für ein Bier, dass ich tatsächlich schon mindestens zwei Jahre im Vorrat habe. Es ist ein (nicht weiter spezifiziertes) Abteibier der Alpirsbacher Brauerei aus dem Schwarzwald, dem eine Portion Grünhopfen – also frisch geernteter Hopfen – beigegeben wurde.

„So wie Namenspatron Ambrosius Blarer seine Spuren in der Geschichte hinterließ, so bewahrt und verewigt Ambrosius eine überlieferte Rezeptur mit großer Vergangenheit.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Abteibier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  18°P
Alkoholgehalt. . . . . . 7,7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Alpirsbach
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Ein durchaus würdiges Bier zu diesem Abend. Sowohl nasal als auch am Gaumen dominieren karamalzige Aromen von Lakritz und Honig. Dazu kommen etwas Würze und ein Schuss Bittersüße. Aber es fehlt mir etwas an klarer Linie und Spritzigkeit. Dennoch ein Bier, das ich empfehlen würde, wenn es denn noch gebraut werden würde.

| 12 Pkt. (2+)

https://www.alpirsbacher.de/uploads/tx_becklynbeercoverflow/datasheets/Ambrosius.pdf

Prost & guten Abend ! 🍻

 

574. Williams Bros. Brewing Grozet Gooseberry Ale

In Zeiten der Corona-Pandemie gönne ich mir heute (wieder) ein „fruchtig-gesundes“ Bier. Es stammt von der Ende der 1980er entstandenen Geschwister-Brauerei Williams aus dem schottischen Alloa.

Das Pale Ale geht auf eine Rezeptur von Mönchen aus dem 16. Jahrhundert zurück und beinhaltet Stachelbeeren und Gagel – ein Kraut, das besonders vor der Zeit des Hopfens im Bier sehr beliebt war.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Stachelbeeren, Gagel, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Alloa (Schottland)
Erscheinungsjahr. . .
1998

Fazit

Ein durchaus bekömmliches Bier, das in der Tat vor allem durch seine fruchtige Note besticht. In der Nase sind neben der Stachelbeere noch Brombeere, Aprikose und Litschi zu riechen. Im Mund geht es dann weniger wild zu, wobei ein süßlich-gewürziges Aroma vorherrscht. Insgesamt finde ich das Bier etwas blass, was allerdings auch an der hoffentlich authentischen alten Rezeptur liegen kann.

| 9 Pkt. (3+)

https://www.williamsbrosbrew.com/beer/grozet

Prost & guten Abend ! 🍻

 

573. Eichbaum Wild Monkeys Hop Rider + Yeast King

In Zeiten der Corona-Pandemie bin ich froh, dass mein Biervorrat noch recht gut gefüllt ist, da ich zuletzt kaum zum Verkosten gekommen bin. Die heutigen beiden Biere habe ich aber nicht im Fachhandel, sondern zwischen Hamster-kaufenden Menschen beim Aldi geholt.

Es handelt sich um zwei Vertreter der neuen eigenen Craftbier-Linie der Privatbrauerei Eichbaum. Die Mannheimer sind aber keineswegs Neulinge in Sachen Craftbier. Denn bereits seit einigen Jahren brauen diese vor allem für die deutschen Discounter und Supermärkte Craftbier-Eigenmarken, die punktuell auf den Markt gebracht wurden. Nun aber wagt sich die Brauerei aus der Deckung und stellt sein eigenes Craftbier-Sortiment vor. Sieht man mal davon ab, dass ein anderer Bierstil alleine noch kein Craftbier macht, ist es dennoch im Sinne der Biervielfalt zu begrüßen. Zumal auch immer der preisliche Aspekt eine Rolle spielt, um die Zielgruppe zu vergrößern.

Beide Biere eignen sich deshalb gut zum Direktvergleich, da es sich beim Hop Rider um ein Golden und beim Yeast King um ein Wheat Pale Ale handelt.

„Schwarzes Fell, stechende Augen, ein Bart aus Hopfendolden. Das ist der Hop Rider! Als weltenbummelnder, leidenschaftlicher Pilot und Motorradfahrer ist er wieder in der Gegend, um seine neuartige, selbst gebraute Sensation mit dem unglaublichen Aromahopfen „Vic Secret“ und „Aurora“ in der ganzen Welt zu verbreiten.“

„Furchtloser, gerissener, leidenschaftlicher Abenteurer, und vor allem reich an Wissen, was die einzigartige Braukombination von feinstem Weizenmalz, erlesenen Malzen und aromatischen Hopfen angeht – so kennen wir den Yeast King!“

„WILD MONKEYS – wilde Typen, intensives Bier.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten(- & Weizen)malz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  13.2°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%|5,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Mannheim
Erscheinungsjahr. . .
2020

Fazit

Der Hop Rider kommt ziemlich erfrischend und dennoch wenig daher. In der Nase klar säuerlich-fruchtig – fast schon oxidiert – ist er auf der Zunge bittersüß, gemüsig, trocken-malzig und etwas herb. Trotz eines recht vollen Geschmacksprofils bleibt das Golden Pale Ale aber recht schlank.

Demgegenüber wirkt der Yeast King zunächst fast wie ein gewöhnliches Weißbier. Der erste Schluck offenbart aber gleich neben der hefigen Malzsüße auch eine klar erkennbare Bitterkeit und Herbe. Einige Aromen von Gras und Kräutern runden das Unrunde Geschmackserlebnis des Wheat Pale Ale ab.

Insgesamt befinden sich beide Biere meiner Ansicht nach nicht im Top-Segment der Craftbiere, bieten aber zumindest für den relativ geringen Preis schon mal eine gewisse Ahnung von Geschmacksvielfalt. Im Duell hat für mich der Hop Rider ein wenig vor dem Yeast King die Nase vorn.

| 9 Pkt. (3+) / 8 Pkt. (3)

https://www.wildmonkeys.de/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

572. Dortmunder Bergmann Brauerei Schwarz

Nach harten Wochen der Renovierung im neuen Haus gönne ich mir heute ein ehrliches Arbeiterbier. Es kommt aus der einstmals Bierstadt Nr. 1 in Europa Dortmund und hat eine interessante Geschichte hinter sich.

1796 gegründet musste die frühere Bergmann Brauerei 1972 infolge der allgemeinen Brauereifusionen im Ruhrgebiet zu der Zeit ihren Betrieb aufgeben. Zumindest die Marke war daraufhin von der Union-Ritter-Brauerei übernommen, aber schließlich 2003 aufgegeben worden. Thomas Raphael – Biologe und 2005 in einer Markendatenbank Deutschen Marken- und Patentamtes beschäftigt – stieß im Zuge einer Recherche zufällig auf die Marke und reservierte diese aus der Laune heraus kurzerhand für sich.

Da damit allerdings die Verpflichtung der Markenproduktion einher ging, musste sich der Dortmunder ans Bierbrauen machen. Da dieser in der Kürze der Zeit aber keine eigene Brauerei ins Leben rufen konnte, ging er nach Hagen-Dahl zur Vormann-Brauerei, die die ersten 6.000l des neuen Bergmann Bieres brauten.

Das Bier kam gut an und der Absatz stieg, sodass man 2007 eine GmbH gründen konnte und ein Jahr später dann mit der Projektierung einer eigene Brauerei beginnen konnte. 2010 konnte dann endlich der erste Sud in einer alten Gie?erei-Halle gebraut werden. Da die neuen Bergmänner auch von einer eigenen Verkaufsstelle träumten, übernahm die Brauerei 2013 ein altes 50er-Jahre Kiosk und erwirkte hierfür die Schankerlaubnis. Noch im selben Jahr wurde die Idee einer neuen moderneren Brauerei geboren. 2017 erfolgte schließlich die Inbetriebnahme inklusive Stehbierhalle.

Damit war die alte Marke Bergmann endgültig reaktiviert und wiederbelebt worden. Inzwischen werden knapp zehn Sorten gebraut, darunter das Dortmunder Original Adambier, ein Bier aus 1972 oder auch Glühbier sowie monatliche Sondersude.

„Für alle aus dem Ruhrgebiet, die sich mit echtem kompromisslosem Trinkgenuss belohnen wollen.
Harte Arbeit. Ehrlicher Lohn.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Schwarzbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . .  13.2°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Dortmund
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Das Schwarze überzeugt in der Nase mit überraschend süßen Aromen von Honig, Karamell und Vanille. Auf der Zunge ist es malzig, mild-röstig und wenig zartbitter. Der süß-herbe Abgang rundet ein für mich insgesamt zwar recht unspektakuläres aber dennoch ansprechenden Bier ab.

| 12 Pkt. (2+)

https://harte-arbeit-ehrlicher-lohn.de/unser-bier/schwarz/

Prost & guten Abend ! 🍻