Archiv der Kategorie: Bierrezension

577. Kasteel Hoppy

Da die Renovierungen im Haus zunächst weitgehend abgeschlossen sind und die Arbeiten im Garten noch etwas warten müssen, habe ich seit langem mal wieder etwas mehr Zeit zum Rezensieren.

Heute auf dem Plan: Das Hoppy aus dem Hause Kasteel van Honsebrouck. Es soll einem India Pale Ale ähneln, aber aufgrund des Teilersatzes von Hopfen durch Kräuter weniger Bitterkeit mit sich bringen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Kräuter, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Izegem-Emelgem (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Nein, ein IPA ist es nicht wirklich. Auch wenn eine säuerlich-fruchtige und herbe Hopfenbittere klar dominieren, fehlt es an den Kalthopfungsaromen. Neben einer Buttergemüse-Note ist aber auch ein gewürziger Anteil zu erkennen. Insgesamt für mich eher durchschnittlich und weder Fisch noch Fleisch.

| 8 Pkt. (3)

https://www.vanhonsebrouck.be/biere/kasteel/kasteel-hoppy/?lang=de

Prost & guten Abend! 🍻

 

576. Hofmann Pahres Pils vs. Wolfscraft Frisch-Pils

Im zweiten Duell in diesem Jahr stehen sich zwei Pils gegenüber, die mich über das letzte Beertasting-Paket erreicht haben.

Obwohl beide Biere der Bierstil eint, könnten sie in ihrer Herkunft fast unterschiedlicher nicht sein. Auf der einen Seite die Brauerei Hofmann – eine seit dem 17. Jahrhundert bestehende Familienbrauerei aus dem mittelfränkischen Gutenstetten. Auf der anderen Seite Wolfcraft – eine typische Craftbeer-Marke aus dem hippen München.

Franken gegen Bayern. Tradition gegen Moderne. Handwerk gegen Craft.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pils
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%|5,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Pahres | München
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Auch in der Praxis machen sich deutliche Unterschiede bemerkbar. Während das Pils aus Pahres als traditioneller Stereotyp durchgeht und buttrig würzig, hopfig herb sowie grasig malzig daherkommt, überrascht das Frisch-Pils der Wölfe mit deutlich fruchtiger Nase und Abgang. Dazwischen ist es eher unauffällig und noch milder als das schon eher mild wirkende Pahres-Pils. Bei beiden hätte ich mir mehr herbe Spritzigkeit gewünscht. Beide überzeigen aber auch mit unterschiedlichen Charakteristika, sodass es heute unentschieden endet.

| 10 Pkt. (2-) / 10 Pkt. (2-)

http://www.hofmann-bier.de/ | https://wolfscraft.de/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

575. Alpirsbacher Klosterbräu Ambrosius

Mitten in der „Corona-Krise“ haben wir die wesentlichen Renovierungen im Haus abschließen können. Zeit für ein Bier, dass ich tatsächlich schon mindestens zwei Jahre im Vorrat habe. Es ist ein (nicht weiter spezifiziertes) Abteibier der Alpirsbacher Brauerei aus dem Schwarzwald, dem eine Portion Grünhopfen – also frisch geernteter Hopfen – beigegeben wurde.

„So wie Namenspatron Ambrosius Blarer seine Spuren in der Geschichte hinterließ, so bewahrt und verewigt Ambrosius eine überlieferte Rezeptur mit großer Vergangenheit.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Abteibier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  18°P
Alkoholgehalt. . . . . . 7,7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Alpirsbach
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Ein durchaus würdiges Bier zu diesem Abend. Sowohl nasal als auch am Gaumen dominieren karamalzige Aromen von Lakritz und Honig. Dazu kommen etwas Würze und ein Schuss Bittersüße. Aber es fehlt mir etwas an klarer Linie und Spritzigkeit. Dennoch ein Bier, das ich empfehlen würde, wenn es denn noch gebraut werden würde.

| 12 Pkt. (2+)

https://www.alpirsbacher.de/uploads/tx_becklynbeercoverflow/datasheets/Ambrosius.pdf

Prost & guten Abend ! 🍻

 

574. Williams Bros. Brewing Grozet Gooseberry Ale

In Zeiten der Corona-Pandemie gönne ich mir heute (wieder) ein „fruchtig-gesundes“ Bier. Es stammt von der Ende der 1980er entstandenen Geschwister-Brauerei Williams aus dem schottischen Alloa.

Das Pale Ale geht auf eine Rezeptur von Mönchen aus dem 16. Jahrhundert zurück und beinhaltet Stachelbeeren und Gagel – ein Kraut, das besonders vor der Zeit des Hopfens im Bier sehr beliebt war.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Stachelbeeren, Gagel, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Alloa (Schottland)
Erscheinungsjahr. . .
1998

Fazit

Ein durchaus bekömmliches Bier, das in der Tat vor allem durch seine fruchtige Note besticht. In der Nase sind neben der Stachelbeere noch Brombeere, Aprikose und Litschi zu riechen. Im Mund geht es dann weniger wild zu, wobei ein süßlich-gewürziges Aroma vorherrscht. Insgesamt finde ich das Bier etwas blass, was allerdings auch an der hoffentlich authentischen alten Rezeptur liegen kann.

| 9 Pkt. (3+)

https://www.williamsbrosbrew.com/beer/grozet

Prost & guten Abend ! 🍻

 

573. Eichbaum Wild Monkeys Hop Rider + Yeast King

In Zeiten der Corona-Pandemie bin ich froh, dass mein Biervorrat noch recht gut gefüllt ist, da ich zuletzt kaum zum Verkosten gekommen bin. Die heutigen beiden Biere habe ich aber nicht im Fachhandel, sondern zwischen Hamster-kaufenden Menschen beim Aldi geholt.

Es handelt sich um zwei Vertreter der neuen eigenen Craftbier-Linie der Privatbrauerei Eichbaum. Die Mannheimer sind aber keineswegs Neulinge in Sachen Craftbier. Denn bereits seit einigen Jahren brauen diese vor allem für die deutschen Discounter und Supermärkte Craftbier-Eigenmarken, die punktuell auf den Markt gebracht wurden. Nun aber wagt sich die Brauerei aus der Deckung und stellt sein eigenes Craftbier-Sortiment vor. Sieht man mal davon ab, dass ein anderer Bierstil alleine noch kein Craftbier macht, ist es dennoch im Sinne der Biervielfalt zu begrüßen. Zumal auch immer der preisliche Aspekt eine Rolle spielt, um die Zielgruppe zu vergrößern.

Beide Biere eignen sich deshalb gut zum Direktvergleich, da es sich beim Hop Rider um ein Golden und beim Yeast King um ein Wheat Pale Ale handelt.

„Schwarzes Fell, stechende Augen, ein Bart aus Hopfendolden. Das ist der Hop Rider! Als weltenbummelnder, leidenschaftlicher Pilot und Motorradfahrer ist er wieder in der Gegend, um seine neuartige, selbst gebraute Sensation mit dem unglaublichen Aromahopfen „Vic Secret“ und „Aurora“ in der ganzen Welt zu verbreiten.“

„Furchtloser, gerissener, leidenschaftlicher Abenteurer, und vor allem reich an Wissen, was die einzigartige Braukombination von feinstem Weizenmalz, erlesenen Malzen und aromatischen Hopfen angeht – so kennen wir den Yeast King!“

„WILD MONKEYS – wilde Typen, intensives Bier.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten(- & Weizen)malz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  13.2°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,1%|5,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Mannheim
Erscheinungsjahr. . .
2020

Fazit

Der Hop Rider kommt ziemlich erfrischend und dennoch wenig daher. In der Nase klar säuerlich-fruchtig – fast schon oxidiert – ist er auf der Zunge bittersüß, gemüsig, trocken-malzig und etwas herb. Trotz eines recht vollen Geschmacksprofils bleibt das Golden Pale Ale aber recht schlank.

Demgegenüber wirkt der Yeast King zunächst fast wie ein gewöhnliches Weißbier. Der erste Schluck offenbart aber gleich neben der hefigen Malzsüße auch eine klar erkennbare Bitterkeit und Herbe. Einige Aromen von Gras und Kräutern runden das Unrunde Geschmackserlebnis des Wheat Pale Ale ab.

Insgesamt befinden sich beide Biere meiner Ansicht nach nicht im Top-Segment der Craftbiere, bieten aber zumindest für den relativ geringen Preis schon mal eine gewisse Ahnung von Geschmacksvielfalt. Im Duell hat für mich der Hop Rider ein wenig vor dem Yeast King die Nase vorn.

| 9 Pkt. (3+) / 8 Pkt. (3)

https://www.wildmonkeys.de/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

572. Dortmunder Bergmann Brauerei Schwarz

Nach harten Wochen der Renovierung im neuen Haus gönne ich mir heute ein ehrliches Arbeiterbier. Es kommt aus der einstmals Bierstadt Nr. 1 in Europa Dortmund und hat eine interessante Geschichte hinter sich.

1796 gegründet musste die frühere Bergmann Brauerei 1972 infolge der allgemeinen Brauereifusionen im Ruhrgebiet zu der Zeit ihren Betrieb aufgeben. Zumindest die Marke war daraufhin von der Union-Ritter-Brauerei übernommen, aber schließlich 2003 aufgegeben worden. Thomas Raphael – Biologe und 2005 in einer Markendatenbank Deutschen Marken- und Patentamtes beschäftigt – stieß im Zuge einer Recherche zufällig auf die Marke und reservierte diese aus der Laune heraus kurzerhand für sich.

Da damit allerdings die Verpflichtung der Markenproduktion einher ging, musste sich der Dortmunder ans Bierbrauen machen. Da dieser in der Kürze der Zeit aber keine eigene Brauerei ins Leben rufen konnte, ging er nach Hagen-Dahl zur Vormann-Brauerei, die die ersten 6.000l des neuen Bergmann Bieres brauten.

Das Bier kam gut an und der Absatz stieg, sodass man 2007 eine GmbH gründen konnte und ein Jahr später dann mit der Projektierung einer eigene Brauerei beginnen konnte. 2010 konnte dann endlich der erste Sud in einer alten Gie?erei-Halle gebraut werden. Da die neuen Bergmänner auch von einer eigenen Verkaufsstelle träumten, übernahm die Brauerei 2013 ein altes 50er-Jahre Kiosk und erwirkte hierfür die Schankerlaubnis. Noch im selben Jahr wurde die Idee einer neuen moderneren Brauerei geboren. 2017 erfolgte schließlich die Inbetriebnahme inklusive Stehbierhalle.

Damit war die alte Marke Bergmann endgültig reaktiviert und wiederbelebt worden. Inzwischen werden knapp zehn Sorten gebraut, darunter das Dortmunder Original Adambier, ein Bier aus 1972 oder auch Glühbier sowie monatliche Sondersude.

„Für alle aus dem Ruhrgebiet, die sich mit echtem kompromisslosem Trinkgenuss belohnen wollen.
Harte Arbeit. Ehrlicher Lohn.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Schwarzbier
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . .  13.2°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Dortmund
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Das Schwarze überzeugt in der Nase mit überraschend süßen Aromen von Honig, Karamell und Vanille. Auf der Zunge ist es malzig, mild-röstig und wenig zartbitter. Der süß-herbe Abgang rundet ein für mich insgesamt zwar recht unspektakuläres aber dennoch ansprechenden Bier ab.

| 12 Pkt. (2+)

https://harte-arbeit-ehrlicher-lohn.de/unser-bier/schwarz/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

571. Rügener Inselbrauerei Strandgut Rauch-Eiche

Zum Ausklang des Wochenendes gibt es bei wieder was von der Inselbrauerei zu Rügen. Diesmal proBiere ich das Strandgut Rauch-Eiche – ein Rauchbier, das zusätzlich im Holzfass gelagert wurde. Es enthält neben Doldenhopfen auch Traubenzucker, der zur Flaschengärung hergenommen wird.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Rauchbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Natur-Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Rambin auf Rügen
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Insgesamt schmeckt die Rauch-Eiche betont holzig sowie ebenso malzig wie hopfenherb. Hinzu kommt eine säuerliche Note und eben ein gewisses Raucharoma. Dieses hält sich allerdings relativ bedeckt und lässt so mehr Raum für etwas Karamell, Honig und Süßholz. Für mich eher eine Einsteiger-Rauchbier, das zeigt, dass nicht jedes Rauchbier auch den typischen Salami-Geschmack haben muss.

| 10 Pkt. (2-)

https://insel-brauerei.de/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

569. De Molen Piña PocoCoco

Nach halbwegs überstandenem Hexenschuss und Mittelohrentzündung möchte ich zum Wochenende endlich mal wieder ein Bier genießen.
Ausgesucht habe ich mir eine Berliner Weisse der Brouwerij de Molen. Doch es ist keine normale Berliner Weisse, sondern fast schon ein Bier-Cocktail. Denn hinzugefügt wurde mit Ananas und Kokos die typischen Zutaten der Piña Colada.
Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Berliner Weisse
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Kokosnuss, Ananas, Milchsäure, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bodegraven (Niederlande)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Die Berliner Piña Colada Weisse kommt insgesamt milder daher als erwartet. Es dominiert ein säuerlich-süßer Geschmack nach Frucht und Vanille bzw. Kokos. Das Malz wirkt etwas trocken, der Hopfen eher würzig-herb und die Hefe ist ungewöhnlich bananig zu schmecken. Der Bitter-säuerliche Abgang lässt dann aber doch wieder an eine klassische Berliner Weisse erinnern. Alles in allen eine interessante Variation, die auch ein wenig die Säure reduziert. Dennoch hätte ich gern noch mehr Piña Colada gehabt.

| 10 Pkt. (2-)

https://brouwerijdemolen.nl/brouwerij/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

568. Leffe Royale Whitbread Golding

In Zeiten des Megxit passt mein heutiges Bier sehr gut zu den jüngsten Schlagzeilen. Gefunden habe ich es im hiesigen Getränkemarkt.
Es handelt sich um ein nicht näher spezifiziertes belgisches Starkbier der Marke Leffe, die zum ABInBev-Giganten gehört. Neben der typischen Verwendung von Zucker befindet sich auch Mais und unvermälzte Gerste im Bier. Der Name des Bieres entstammt der Hopfensorte, die dort Verwendung findet.
Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Belgisch Starkbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Gerste, Mais, Zucker, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Dinant (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
2012

Fazit

Ein doch interessantes Geruchs- und Geschmackserlebnis. Auch wenn eine trocken-herbe Bittere alles überlagert sind die hefigen, malzig-süßen Noten von Karamell, bis Lakritz schmeckbar. Insgesamt ist es sehr vollmundig mit einem leichten Alkoholaroma. Wäre also die herbe Bittere (oder bittere Herbe) nicht, wäre es durchaus ein sehr gutes Bier.

| 11 Pkt. (2)

https://leffe.com/nl/leffe-whitbread-golding

Prost & guten Abend ! 🍻

 

567. AndUnion Sunday Easy Pale Ale

Passend zum Sonntag gibt es für mich heute das Sunday Easy Pale Ale der 2007 entstandenen Münchener Craftbeer-Marke AndUnion. Die mit bayrischen Familienbrauereien zusammenarbeitenden Bierenthusiasten sind vor allem durch das minimale aber dennoch (farblich) auffällige Flaschen- und Dosendesign bekannt.

Und gerade, weil man ja oft am Sonntag schon wieder an die kommende Arbeitswoche denkt, bitte folgender Hinweis:

„DON’T LET MONDAYS RUIN YOUR SUNDAY.“

>Danke an Nils für das Bier<

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . München
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Während das easy-like-Sunday-Morning Pale Ale in der Nase noch kräftig daherkommt, ist es auf der Zunge schon deutlich milder. Eine leichte Herbe und dezente Fruchtigkeit dominieren die keine bis kaum merkliche Bittere. Die grasige Grundnote setzt sich im heuartigen Abgang fort. Für mich nicht unbedingt ein Überflieger-Bier, aber gerade zum Craftbier-Einstieg, zum Entspannen oder wenn es mal etwas mehr sein soll ist es gut geeignet.

| 12 Pkt. (2+)

https://www.andunion.com/de/product/sun-day/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

566. AleMania 19th Century India Pale Ale

Auch mein zweites Bier in 2020 eignet sich hervorragend zum Start des neuen Jahrzehnts. Denn Mit dem 19th Century IPA hat Fritz Wülfing – Bonner Craftbeer Pionier und Kopf der Marke AleMania – versucht ein IPA mit einer fast zweihundert Jahre alten Rezeptur zu brauen. Dabei hat er neben zwei alten Hopfensorten auch eine historische Gerstenmalzsorte aus dem Hut gezaubert:

„Eine einmalige Spezialität: Historisches Chevalliermalz (1832) gepaart mit den (alten) Hopfensorten East Kent Golding (1838) und Fuggles (1861). So kann ein IPA im England des 19. Jahrhunderts geschmeckt haben.“

19th Century IPA

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  13,5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bonn
Erscheinungsjahr. . .
2019

Fazit

In der Tat könnte einem das Bier in die Zeit zurückversetzen. Auch wenn es heutzutage immer schwieriger wird historische Geschmacksprofile nachzuahmen, scheint das 19th Century IPA gewisse Authentizität mitzubringen. Es ist weitaus spritziger und schärfer als die mit heutigen Zutaten eingebraute IPAs. Auffällig ist eine Dominanz von zitrusfruchtigen, würzigen und bitter-hopfig-herben Aromen. Erst in zweiter Reihe folgen heuartige, erdige sowie leicht buttrige Nuancen. Dennoch schmeckt mir persönlich ein modernes IPA einfach besser, da es mehr Harmonie und Aromabreite bietet.

| 11 Pkt. (2)

https://www.alemaniabonn.de/unser-bier/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

565. Stiegl Paracelsus glutenfrei

Das erste Bier im neuen Jahrzehnt hat mir Nils noch im letzten Jahrzehnt mitgebracht. Den großen Bruder – das Paracelsus Zwickel – hatte ich bereits auf der Bierbörse 2017 proBiert. Die glutenfreie Edition wartet jedoch mit einer interessanten Zutat auf. Da das Bier nicht – wie sehr oft üblich – mit künstlichen Enzymen glutenfrei gemacht wird, wird es hauptsächlich aus Braunhirsemalz gebraut. Zudem ist das Bier 100% bio.

Benannt nach dem Salzburger Arzt:

„Bier ist eine wahrhaft göttliche Medizin!“

Sehr passend also für meinen Dekadenstart – will ich neben meinem 12-Korn-Bier auch irgendwann mal ein glutenfreies Bier rein aus natürlichen Zutaten brauen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Zwickl
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Braunhirsemalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Salzburg (Österreich)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Während es in der Nase noch sehr nussig und bestenfalls gemüsig daherkommt, wirkt es auf der Zunge weit weniger außergewöhnlich, was angesichts des großen Anteils der Braunhirse relativ verwunderlich ist. Im Vergleich zu einem „klassischen“ Zwickl, welches im Bierstil schon viele Variationen zulässt – wirkt es dennoch interessant anders ohne dabei gleich ins Extreme zu gehen.

| 11 Pkt. (2)

https://www.stiegl.at/de/biere/klassiker/stiegl-paracelsus-glutenfrei

Prost, guten Abend und frohes neues Jahr 2020! 🍻🎆

 

564. BrewDog vs. To Øl Mercurial Mælk

Mein letztes Rezensions-Bier in diesem Jahr und damit auch Jahrzehnt habe ich kürzlich wieder mal im Bad Godesberger P&M erstanden. Es hat mich vor allem aufgrund seiner interessanten Zutatenliste überzeugt. Denn in diesem Imperial Chocolate Milk Stout stecken neben Weizen und Haferflocken auch Kakaochips und Laktose – also Milchzucker. Gebraut wurde das Mercurial Mælk von dem schottischen „Craftbeer-Primus“ in Kollaboration mit dem bekanntesten dänischen Craftbeer-Export To Øl.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Imperial Milk Stout
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Weizen, Haferflocken, Kakao, Hopfen, Laktose, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 12,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Ellon (Schottland)
Erscheinungsjahr. . .
2019

Fazit

Selten habe ich ein derart passendes und gutes Bier gleichzeitig getrunken. Schon beim Eingießen ist die cremige Öligkeit erkennbar, die sich wie eine wärmende Decke in der Mundhöhle ausbreitet. Noten von dunklem Malz, Zartbitter wie Vollmilchschokolade, Süßholz, Honig und Vanille vereinen sich in einer ausgesprochen schmackhaften Komposition. Leicht würzige und bittere Aromen geben dem Schoko-Milch-Stout darüber hinaus den nötigen Pepp. Von den über zwölf Umdrehungen ist dabei so gut wie nichts zu spüren. Selten passte der Spruch „last but not least“ also besser.

| 14 Pkt. (1)

https://www.brewdog.com/blog/brewdog-vs-to-ol/

Prost, guten Abend und guten Rutsch ins neue Jahr 2020! 🍻🎆

 

563. Dubuisson Bush de Noël

Mit dem heutigen Bier wünsche ich allen Lesern schon mal vorab ein schönes und leckeres Weihnachtsfest.

Beim Bush de Noël handelt es sich um das stärkste Weihnachtsbier Belgiens. Zudem kommt es aus der ältesten Brauerei der Wallonie. 1769 gegründet ist diese nicht nur bis heute in ein und derselben Familienhand, sondern feiert in diesem Jahr das 250-jährige Bestehen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Belgisches Starkbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Zucker, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 12%
Herkunft. . . . . . . . . . . Pipaix (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
1991

Fazit

Passend zur kalten (wenn auch hierzulande eher nassen) Jahreszeit wärmt dieses belgische Starkbier von innen. Eine Komposition aus dunklen Malzen und Früchten, holzigen Röstaromen sowie Karamell und Bonbon, begleitet von einer öligen aber spritzigen Textur wird unterstrichen von einer deutlich spürbaren Alkoholnote. Die zwölf Umdrehungen sind einfach nicht zu leugnen und wirken sich nicht gerade positiv auf die Drinkability aus. Zudem fehlt es mir auch etwas an Balance, sodass das Bier etwas unrund wirkt.

| 12 Pkt. (2+)

https://www.dubuisson.com/en/our-beers/bush/bush-de-noel-description/

Prost, guten Abend und frohe Weihnachten! 🍻🎄

>>>Übrigens: Der Name des Bieres ist nicht zu verwechseln mit dem Bûche de Noël – einem französischen Weihnachtsgebäck.

 

562. Veldensteiner Bierwerkstatt 2019 New England IPA

Kurz vor Weihnachten und damit dem Ende des Jahres möchte ich nochmals das ein oder andere Bier aus dem Fundus holen.

Heute am Start die 2019er Ausgabe der Bierwerkstatt-Reihe von Veldensteiner. Seit einigen Jahren bringt die Brauerei an der mittelfränkischen Pegnitz im Oktober eine neue limitierte Bierspezialität auf dem Markt. Dieses Jahr handelt es sich um ein New England IPA. Dieses folgt dem Trend, der eigentlich schon im vorherigen Jahr gestartet ist und sich dieses Jahr mit der Anerkennung dieses neuen Bierstils manifestiert hat. Ein NEIPA ist im Vergleich zu einem normalen India Pale Ale fruchtiger und vollmundiger im Geschmack.

Und hoffentlich wirkt das Bier, das ich als Geschenk von Kollegen erhielt, auch gesundheitsfördernd. Schließlich plagt mich schon seit Tagen eine leichte Erkältung.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . NEIPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Neuhaus an der Pegnitz
Erscheinungsjahr. . .
2019

Fazit

In der Tat kommt das NEIPA sehr fruchtig daher. Ich rieche und schmecke vor allem Melone, Litschi und Zitrusfrüchte heraus. Zudem kommen herbe heuartig Aromen zum Vorschein. Der geringe Malzanteil und die recht hohe Bittere sind ebenfalls keine Überraschung. Für meinen Geschmack hätte es noch etwas ausgeprägter in den Spitzen sein können, aber ansonsten ein mehr als solide Sonderedition.

| 11 Pkt. (2)

https://www.veldensteiner.de/index.php/aktuelles2/articles/veldensteiner-bierwerkstatt-2019.html

Prost & guten Abend! 🍻

 

560. Kasteel Barista Chocolate Quad

Das dritte Bier im Bunde der aus dem hiesigen Getränkemarkt erworbenen kommt ebenfalls aus dem Hause Kasteel van Honsebrouck. Es handelt sich um ein Quadrupel, dem stärksten belgischen Bierstil. Leider wurden dem Bier auch Aromastoffe zugesetzt. Das hält mich aber nicht davon ab es zu proBieren.

„Ein einzigartiges Spezialbier, die jeder Bierliebhaber probieren muss.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Quadrupel
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Zucker, Aromen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 11%
Herkunft. . . . . . . . . . . Izegem-Emelgem (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

In der Nase ein Mix aus Kaffee, Zartbitter und Butterkaramell – am Gaumen ein cremig-öliges und vollmundiges Geschmackserlebnis nach leicht bitterem aber vor allem süßem Schokoladenmalz, bei dem die 11 Umdrehungen so gut wie nicht hervorkommen. Nimmt man die ganz leicht penetrante Süße heraus, eigentlich also ein empfehlenswertes Bier. Dennoch bleibt es im Unklaren, wie viel vom Geschmack durch Aromen erzeugt wurden und wie viel von natürlichen Zutaten. Ich brauche weder schlechtes Handwerksbier noch leckeres Industriebier, dem nachgeholfen wurde. Deshalb die recht strenge Bewertung.

| 9 Pkt. (3+)

https://www.vanhonsebrouck.be/biere/by-kasteel/barista-chocolate-quad/?lang=de

Prost & guten Abend! ?

 

559. St. Louis Premium Geuze

Nach dem gestrigen belgischen Pils, folgt heute ein etwas typischerer belgischer Bierstil: Die Geuze.

Lange Zeit nur im belgischen Zennetal gebraut, wollten die Braumeister von der heutigen Kasteel Brouwerij Vanhonsebrouck 1957 die Geuze auch im westflämischen Emelgem herstellen.

Die Herausforderung: Dieser Bierstil ist spontangärig; d.h. er ist davon abhängig, dass er von wilden Hefestämmen befruchtet wird und erfährt keine herkömmliche Hefebeigabe zur Gärung. Um es auch andernorts brauen zu können wurde seinerzeit eine Grundmenge Geuze-Würze aus dem Zennetal in der Nähe von Brüssel eingekauft und in Eichenholzfässer eingebracht, sodass sich dort die Hefen weiterverbreiten konnten.

Dieses Experiment gelang und die neue Geuze wurde ein Kassenschlager. Spätestens nachdem dann in den 1970ern rund um die Brauerei in Ingelmunster ein weiteres natürliches Hefe-Biotop gefunden wurde, entstand ein regelrechter Geuze-Krieg zwischen Brüssel und Westflandern.

Zum Glück ist die Situation heutzutage deutlich entspannter, sodass ich die St. Louis Geuze in Ruhe proBieren kann – auch wenn mich der Namenszusatz Premium sowie die Inhaltszusätze Zucker und Stevia kurz von der Kaufentscheidung zurückschrecken hat lassen ;).

„Dieses Gueuze-Bier ist ein Verschnitt von jungem und altem Lambic, ein spontanvergorenes Bier.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Geuze
Brauart
. . . . . . . . . . . spontangärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Zucker, Stevia, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Emelgem (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
1958

Fazit

Die doppelte Süßungszugabe von Zucker (welcher aber auch für die Gärung unterstützend ist) und Stevia ist dem Bier deutlich anzumerken. Die Geuze-typische Säure kommt kaum noch heraus. Hingegen ist es sehr fruchtig süß und könnte als typisches Frauenbier abgestempelt werden. Warum hier derart gesüßt wurde erschließt sich mir nicht. Auch wenn das Bier grundsätzlich schmackhaft ist, erinnert es doch eher an ein Biermischgetränk als an eine Geuze.

| 10 Pkt. (2-)

https://www.vanhonsebrouck.be/biere/st-louis/st-louis-premium-gueuze/?lang=de

Prost & guten Abend! ?

 

558. Haacht Primus

Zwischen bereits gepackten Kartons möchte ich euch noch meine letzten Biere des Fundus vorstellen. Den Anfang machen Biere aus dem hiesigen Getränkemarkt.

Beginnen möchte ich mit einem Bier der Brouwerij Haacht aus dem flämischen Boortmeerbeek. 1898 als Brauerei und Molkerei Haecht gegründet, wird dort seit 1929 nur noch Bier gebraut. Die bis heute in Familienhand geführte Brauerei hat im Laufe der Zeit etliche kleinere Brauereien Belgiens und Frankreichs übernommen.

„Primus pilsner owes its name to Jan Primus, the Duke of Brabant. He was one of the most powerful feudal lords of all times.

He reformed the currency system and breathed new life into trade. When he won the battle at Woeringen in 1288 against the Archbishop of Cologne, he was able to unite Limburg and Brabant. This allowed him to keep trade routes safe and he helped Brabant grow into a prosperous state within the Holy Roman Empire.

He showed his appreciation for beer by the special privileges he granted to brewers.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pilsener
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Boortmeerbeek (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Gerade für einen belgischen Vertreter ein sehr ordentliches Pilsener. Das wesentliche Charakteristikum des würzig-herben Geschmacks wird ziemlich genau getroffen. Der Eindruck in der Nase erinnert sogar etwas an das Original aus Pilsen. Dennoch bleibt der Primus relativ eindimensional und birgt wenig Überraschungen.

| 11 Pkt. (2)

https://haacht.com/en/brands/beers/primus

Prost & guten Abend! ?

 

557. Rügener Inselbrauerei Snorkeler’s Sea Salt IPA

Das dritte und vorerst letzte alkoholfreie Bier der Inselbrauerei zu Rügen ist erneut ein wirklich seltenes Bier. Denn es ist für mich zumindest erst das zweite Bier, das mit Meersalz versetzt ist.

Übrigens brauen die Rügener ihre alkoholfreien Biere nach einem eigenen Frische-Destillationsverfahren und verwenden wie auch bei allen anderen Bieren stets den ganzen Doldenhopfen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Meersalz, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 0,4%
Herkunft. . . . . . . . . . . Rambin auf Rügen
Erscheinungsjahr. . .
2019

Fazit

Das dritte ist auch das beste alkoholfreie Bier in meiner kleinen Testreihe von der Rügener Inselbrauerei. Es überzeugt mit einem klar fruchtigen (v.a. Melone), grasigen und buttrigen Aromamix. Dabei schmeckt man nicht nur im Hintergrund das Salz, sondern wird von einer erstaunlichen Cremigkeit überrascht. Im Rahmen der Möglichkeiten eines Alkoholfreien also wirklich empfehlenswert.

| 12 Pkt. (2+)

https://insel-brauerei.de/

Prost & guten Abend! ?

 

556. Rügener Inselbrauerei Skipper’s Special Bitter

Das zweite alkoholfreie Bier der Inselbrauerei zu Rügen ist ein wirklich seltenes Bier. Auch wenn diese Bezeichnung jede Flasche der Brauerei ziert, handelt es sich hierbei wirklich um eines der ganz seltenen alkoholfreien Biere des Stils Bitter.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Extra Special Bitter
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 0,4%
Herkunft. . . . . . . . . . . Rambin auf Rügen
Erscheinungsjahr. . .
2019

Fazit

Durchaus ist bei dieser alkoholfreien Variante der Basis-Bierstil erkennbar. Eine schmeckbare Bitternote wird dabei begleitet von holzigen und strohigen Nuancen. Wie aber auch schon das Sufer’s Summer Ale wirkt es mir etwas zu schmal, wenngleich es die größte Herausforderung ist ein alkoholfreies Bier mit Tiefe und Charakter zu füllen.

| 9 Pkt. (3+)

https://insel-brauerei.de/

Prost & guten Abend! ?

 

555. Rügener Inselbrauerei Sufer’s Summer Ale

In den kommenden Tagen möchte ich mit Euch drei Biere teilen, die hoffentlich eine Bereicherung des doch noch ziemlich spärlich ausgestatteten alkoholfreien Craftbeer-Sortiments darstellen.

Alle drei kommen von der Inselbrauerei von Rügen, die in diesem Jahr mit vier alkoholfreien Bieren in ein neues Segment vorgedrungen sind. Alle sind vom Stile her ein relatives Alleinstellungsmerkmal, da diese bislang noch nicht oder nur kaum in alkoholfreier Variante angeboten wurden.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 0,4%
Herkunft. . . . . . . . . . . Rambin auf Rügen
Erscheinungsjahr. . .
2019

Fazit

Nachdem mich ein toller fruchtig-heuartiger Duft in der Nase begrüßte, konnte der eher herbe bis leicht bittere und hefige Eindruck auf der Zunge leider den dadurch entstandenen höheren Erwartungen nicht Stand halten. Zudem ist es wie öfters bei alkoholfreien Bieren, dass das Bier einfach zu abgeflacht daherkommt. Aber dennoch besser als viele namhafte Konkurrenzen.

| 9 Pkt. (3+)

https://insel-brauerei.de/

Prost & guten Abend! ?

 

554. De Leckere Paulus

Das dritte und letzte Bier, das ich aus meinem letzten Eulenbesuch mitgebracht habe ist ein niederländisches Abteibier. Gebraut wurde es von der 1997 gegründeten Brouwerij de Leckere aus Utrecht ausschließlich mit Zutaten aus kontrolliert ökologischem Anbau. Darunter neben Gersten- und Weizenmalz auch Hafermalz und – wie es für (belgische) Abteibiere durchaus üblich – Rohrzucker.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Abteibier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizen- & Hafermalz, Rohrzucker, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Utrecht / Niederlande
Erscheinungsjahr. . .
1997

Fazit

Insgesamt ein leicht untypisches Abteibier. Klar dominiert von einem hefig-malzsüßen Geschmack, kommen nur ab und an leichte würzige, grasige und fruchtige Noten durch. Die siebeneinhalb Prozent sind wie so oft bei Abteibieren kaum zu spüren. Im Gegenteil ist der Paulus durchaus geeignet auch mit mehr als einer Flasche am Abend genossen zu werden.

| 11 Pkt. (2)

http://www.deleckere.nl/bier/paulus/

Prost & guten Abend! ?

 

553. Alvinne | Six°North Chain Reaction

Mein heutiges Bier ist wieder mal ein Collaboration Brew von der Brouwerij Alvinne aus dem niederländischen Moen und der Craftbier-Marke six°north aus dem schottischen Laurencekirk.

Bei diesem Blond Sour bzw. Wild Ale ist neben der Verwendung von 40% Weizenrohfrucht der Einsatz einer eigens gezüchteten sog. Morpheus-Hefe. Der dahinterliegende wilde Hefe-Stamm wurde in der französischen Auvergne aufgespürt und dann isoliert und kultiviert.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Wild Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Moen / Niederlande
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Während in der Nase noch heuartige und leicht würzige Noten mitmischen, dominiert die Säure auf der Zunge ganz klar. Nur ganz im Hintergrund ist eine fruchtige Malzigkeit erkennbar. Für den passionierten Sauerbier-Genießer sicher ein großer Genuss. Für mich schlicht zu sauer, auch wenn die Machart des Bieres anerkannt werden muss.

| 8 Pkt. (3)

https://www.alvinne.com/EN/ChainReaction.html

Prost & guten Abend! ?

 

552. Kaapse Brouwers Harrie

Diese Woche möchte ich Euch drei Biere vorstellen, die zum Einen alle aus dem Fundus der Brühler Eule stammen und zum Anderen allesamt mit Reinheitsgebot-unkonforme Zutaten daher kommen.

Beginnen möchte ich mit einem Bier, dass die Brouwerij de Molen in Bodegraven für die Kaapse Brouwers aus Rotterdam gebraut hat. Es handelt sich um Saison, dass mit Wacholderbeeren, zwei Sorten Pfeffer und Senfsaat eingebraut wurde.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Saison
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Wacholderbeeren, Pfeffer, Senfsaat Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 6,1%
Herkunft. . . . . . . . . . . Rotterdam [Bodegraven] / Niederlande
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Ein durchaus interessantes Bier. Insgesamt erfrischend und für über sechs Umdrehungen sehr mild. Dennoch ist die säuerliche, gewürzige und leicht bittere Note klar erkennbar. Sogar den Pfeffer kann man eindeutig identifizieren. Für mich ist es trotz der Milde aber noch einen Hauch zu sauer, wenngleich es handwerklich gut gemacht ist.

| 10 Pkt. (2-)

https://www.kaapsebrouwers.nl/harrie-2/

Prost & guten Abend! ?

 

551. Teutoburger Weizen

And last but not least: Gold.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Weizen
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 5,2%
Herkunft. . . . . . . . . . . Lengerich
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Das dritte Bier im Bunde der Teutoburger Brauerei hat Licht und Schatten. Der bananig-hefige und malzsüße Geschmackskern weiß durchaus zu überzeugen. Doch fehlt mir eindeutig eine Portion Spritzigkeit und mehr Würze. Auch die angedeutete Zitrusfruchtigkeit ist weder Fisch noch Fleisch.
Auch hier kann ich allerdings haltungsbedingte Schäden am Bier nicht ausschließen, sodass sich mein Urteil etwas relativiert.

| 9 Pkt. (3+)

https://teutoburger-bier.de/startseite.html

Prost & guten Abend! ?