Archiv der Kategorie: Bierrezension

203. Heidenpeter’s Belgian Winter

Wo es in der Hauptstadt gerade so schön ist, bleiben wir doch gleich dort und ziehen weiter zur Craft-Brauerei Heidenpeters. Passend zum heutigen Sommeranfang gönne ich mir das Belgian Winter, das schon recht lange auf seine Verkostung wartet und inzwischen das Sortiment von Johannes Heidenpeter wieder verlassen hat. Der belgische Winter zeichnet sich im Gegensatz zu anderen bekannten Winterbieren durch die tatsächliche Hinzugabe von weihnachtlichen Gewürzen wie Sternanis, Nelken oder Zimt aus. Basis bildet dabei ein klassisches belgisches Starkbier, das traditionell obergärig mit Weizenmalz gebraut wird. Eine Art des Bierexperiments, für das Heidenpeters bekannt ist und das ich grundsätzlich begrüße – insofern die Qualität stimmt. Die deutsche Gesetzgebung hingegen erlaubt bei diesem Getränk jedoch nicht die Bezeichnung „Bier“, sodass es Heidenpeter auf der Flasche „Alkoholischer Malztrunk“ nennen muss. Bleibt nur die Frage, ob ein Winterbier bzw. winterlicher Malztrunk auch noch mitten im Sommer schmeckt…

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Belgisches Winterstarkbier
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten-, Weizenmalz, Sternanis, Zimt, Nelke, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . .
>8,4%
Herkunft. . . . . . . . . . . Berlin
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___9
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________7
  • Geschmack:__________________6
Fazit

Geruch: obergärig hefig, leicht bananig, süßlich-bitter, alkoholaromatisch und tatsächlich ein Hauch von Nelke
Geschmack: voller körper, sehr spritzig, vollmundig, bitter-süß, unangenehmes Alkoholaroma, leichte Noten von Sternanis
Gesamt: Vielleicht sind die 2 Monate MHD-Überschreitung doch zu viel, vielleicht bin ich  einfach noch nicht bereit für ein belgisches Starkbier dieser Art, vielleicht passt ein solches Winterbier aber auch tatsächlich nicht in den Hochsommer, doch wirklich lecker ist mein heutiges Bier leider nicht (mehr). Weder in der Nase noch auf der Zunge ein wirklicher Genuss. Zu sehr dominiert ein bitteres Alkoholaroma, zu wenig kommen die winterlichen Gewürze heraus – vom Zimt zum Beispiel fehlt mir jede Spur. Deshalb kann es dafür leider nicht mehr als 7 Pkt (3-) geben.

Weitere Infos zur Brauerei erfährt man am Besten unter: https://www.facebook.com/HEIDENPETERS.

Prost!

201. Giesinger Baltic Rye Porter

Mit dem Baltic Rye Porter von der jungen Münchner Brauerei Giesinger möchte ich in meine große Jahresreihe „Alternative Getreide“ starten. Am Start sind etwa 30 Biere mit Basisgetreiden abseits der üblichen Verdächtigen Gerste und Weizen. Zudem werde ich auch Biere mit weiteren natürlichen Zutaten proBieren, die zwar den unsinnigen deutschen Biergesetzen nicht entsprechen, dafür aber durch ihre Natürlichkeit es wert sind einmal einen Blick bzw. Schluck über den Tellerrand zu wagen.

Giesinger ist gutes Beispiel für die derzeitige Craft-Bier-Bewegung. 2003 in einer Garage entstanden und somit die erste Brauereigründung in der bayrischen Landeshauptstadt nach vielen Jahrzehnten, ist es in etwa zehn Jahren (auch mit Hilfe eines Crowdfundings) zur zweitgrößten Privatbrauerei Münchens empor gestiegen. Dabei setzt man sowohl auf klassisch bayrische Bierstile, als auch kreative Innovationen á la Baltic Rye Porter, dass mit Roggenmalz eingebraut wurde. Unter dem Motto „Mir san Bier“ folgt Giesinger diesen Regeln:

  • Unsere Biere sind unfiltriert und nicht thermisch behandelt.
  • Bei den Rohstoffen legen wir höchsten Wert auf Qualität und Herkunft. Wir verwenden beispielsweise nur besten Hallertauer Hopfen.
  • Auch beim Produzieren legen wir großes Augenmaß auf die Brautradition. Deshalb kommen bei uns beispielsweise statt der üblichen Edelstahltanks vier grosse, offene Gärbottiche für die Hauptgärung der obergärigen Biere zum Einsatz.
  • Wir sind eine Münchner Brauerei und konsequenterweise verzichten wir auch auf den Export unserer Biere. Dafür müssten wir Einschränkungen (z.B. eine längere Haltbarkeit) hinnehmen, die unserer Auffassung vom Brauen widersprechen.
  • Wir stellen traditionelle und althergebrachte Biersorten her: Helles, Weißbier, Dunkles, Märzen und Bock (und gaaanz selten auch mal ein paar Experimente).

Zum Glück sind diese Experimente dabei dann noch nicht sooo selten und stehen auch im Einklang mit den traditionelle Brauweisen, auf die sich die kreativen Münchner zurückbesinnen wollen. Etwas ungewöhnlich für einen Braubetrieb dieser Größe ist zudem auch die Tatsache, dass man von Beginn an konsequent die Fertigkeiten einer handwerklichen Braukunst im Rahmen einer Brauer- und Mälzer-Ausbildung an junge bierbegeisterte Menschen weitergibt.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Porter
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Roggenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  17°P
Alkoholgehalt. . . . . .
6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . München
Erscheinungsjahr. . .
2015

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___14,5
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________14
Fazit

Geruch: wirklich sehr röstig und karamalzig sowie leicht brotig und alkoholaromatisch
Geschmack: sehr schön weich und abgerundet, neben Karamalz und Röstmalz leichte Kaffee- und Schokonoten sowie ein ganz geringe Bittere; bei mittelgroßem Körper und passig matter Spritzigkeit macht der malzig süße Abgang Lust auf mehr
Gesamt: Es beginnt mit der Flasche, die meiner Ansicht nach die schönste Form der Welt hat. Das informationsgeladene und ansehnliche Etikett tut sein Übriges zur fast perfekten Note für die erste Kategorie. Bei der allgemeinen Optik dann zwar Bierstil-bedingt ein paar kleine Abzüge, aber spätestens die olfaktorische Komponente bringt das Bier wieder in die Spur. Geschmacklich ist es nicht weniger als das beste Porter, das ich je trinken durfte. Doch nicht nur das, auch im Vergleich zu allen anderen diesjährigen Bieren teilt es sich mit dem herausragenden Jrön mit 14 Pkt. (1) in der Gesamtwertung von nun an den ersten Platz. Gerade, wenn man bedenkt, dass das MHD offiziell bereits Ende letzten Jahres abgelaufen ist, bestätigen sich zwei Dinge: Die Brauqualität von Giesinger und Roggen als wertvolles Biergetreide!

Weitere Infos zur Brauerei unter: http://www.giesinger-braeu.de/.

Prost!

199. Maisel & Friends Choco Porter

Bevor es ab morgen an dieser Stelle mit meiner großen Jahres-Reihe an Bieren losgeht, die sich durch alternative Getreidearten oder anderen natürlichen Zusätzen auszeichnen, möchte ich zum Wochenend-Abschluss gerne den neuesten Zugang des Maisel & Friends Standard-Sortiments vorstellen.

Nach dem Pale Ale, dem IPA, und dem Citrilla ist es bereits Bier #4 das in der Session-Reihe der Traditions- und Kreativ-Brauer aus Franken in Falschen abgefüllt wird. Daneben brauen die drei Maisels – wie es der Name schon verrät – aber auch gerne mit Freunden, sodass immer mal wieder auch Freundschafts-Sude den Markt erreichen. Hier sei ganz besonders auch auf das India Pale Lager in Kooperation mit Cocktailian hingewiesen.

„Black, bold and beautiful!“

So ist der Slogan des Bieres, dass sich vor allen durch einen cremigen, malzigen und süffigen Eindruck auszeichnen soll. Vor allem aber sollen Noten von Zartbitter, Espresso und Karamell den Bierkenner umgarnen. Bin ich also auf das „Geschmacksabenteuer“ gespannt.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Porter
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  15.2°P
Alkoholgehalt. . . . . .
6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bayreuth
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: Röstig-malzig, getreidig und leicht frisch und angesüßt
Geschmack: In der Tat ganz klare Noten von Kakao und Kaffee. Dazu kommt eine dumpfe stets begleitende Süße und ein etwas herber kaffeiger Abgang. Zudem ist es recht weich und überraschenderweise auch zugleich süffig, auch wenn man sich einbildet, dass das Bier aufgrund der dunklen Seele einen größeren Körper vorweist.
Wahrlich kann also hier von einem kleinen Geschmacksabenteuer die Rede sein. Im Gegensatz zu anderen Portern, bei denen tatsächlich Kaffee zugesetzt ist, schaffen es Maisel nur mithilfe einer cleveren Komposition von Gerstenmalzen einen meiner Ansicht nach besseren Kaffee-Geschmack zu kreieren, als eine richtige Beimengung des schwarzen Wachmachers. Die Kombination mit der Zartbitterschokolade macht das ganze einfach nur stimmig und rund. Gerade als Freund von dunklen ausdrucksstarken Bieren erfreut mich die klare Linie und der interessante Charakter des Bieres. Abzüge gibt es aber deshalb, weil mir das Bier ein wenig zu trocken, sauer und süffig erscheint. Trotzdem in Summe starke 13 Pkt. (1-). Und wenn ich nicht permanent damit beschäftig wäre neue Biere zu finden, würde ich tatsächlich wohl zum „Wiederholungstäter“ werden.

Weitere Infos zum Bier unter: http://maiselandfriends.com/biere/session/choco-porter/.

Prost!

198. Butcher´s Tears La Condition Humaine V: Echo Beach

Trotz des gestrigen leider mäßigen weil zu weit über dem MHD befindlichem Amber Pale Ale von Butcher´s Tears, möchte ich auch das India Pale Ale auf Leber und Nieren testen. Unter dem Titel „La Condition Humaine“ erscheint in regelmäßigen Abständen immer eine neue Edition des India Pale Ales. Im Laufe des vergangenen Jahres stand Sud Nr. 5 an, der den wohl klingenden Beinamen Echo Beach erhielt. Sind wir also gespannt, ob das kaltgehopfte IPA die fortgeschrittene Flaschengärung besser überstanden hat.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . India Pale Ale
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . .
>6,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Amsterdam / Niederlande [Gullegem / Belgien]
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________9
  • Geschmack:__________________8
Fazit

In der Nase schön fruchtig süß nach Mango, Papaya und Granatapfel sowie leicht grasig-getreidig mit bitteren Spitzen. Auf der Zunge dann leider klar alkoholaromatisch ohne deutlichen Ausdruck hinzu einem hopfigen oder malzigen Charakter. Insgesamt eher karamell- als fruchtsüß mit einem scharf herben Abgang. Ansonsten bei recht großem Körper frisch und spritzig.
Alles in allem also schmeckbar besser als das gestrige APA aber dennoch kein Überflieger. Wahrscheinlich kommt dem Bier aber der höhere Alkoholgehalt, die Kalthopfung und das etwas näher zurückliegende MHD-Ende zu Gute. Endlich bekomme ich also einen Eindruck über die wahre Qualität der handwerklichen Braukunst dieser Mikro-Brauerei. In Summe deshalb zumindest 9 Pkt (3+).

Weitere Infos zum Bier unter: http://butchers-tears.com/beers.

Prost!

197. Butcher´s Tears The Last Possession

Die Woche ausklingen lassen möchte ich mit zwei Schätzchen aus dem guten P&M-Getränkemarkt in Bad Godesberg. Da beide im Angebot waren und handlich ausschauten, landeten sie bei einer meiner letzten Abstecher auch in die Tasche. Vom Bier und Brauerei hatte ich bis dato aber noch nichts gehört.

Dabei handelt es sich um eine sogenannte Mikro-Brauerei aus dem südwestlichen Stadtteil Schinkelbuurt gegenüber des Amsterdamer Olympiaviertel, die es sich zum Ziel gesetzt hat anders zu sein:

„Our aim is to enrich the beer culture rather than repeating what other brewers are already doing. We take a lot of inspiration from historical brewing documents and half-forgotten traditions but we also like to make way forward by forging together elements from different beer cultures as well as through pure experimentation.“i

Mit dem Last Possession zum Beispiel verband man nicht nur die beiden Bierstile Amber Ale und Pale Ale, man nutzte auch drei historische Hopfensorten (Bullion, Bramling Cross und Brewer’s Gold) zur Herstellung. Diese fand übrigens aus Kapazitätsgründen in den Räumlichkeiten der Brauerei Gulden Spoor im belgischen Gullegem statt.

Bei so viel Herzblut, Kreativität und Sinn für die Geschichte bin ich sehr gespannt, wie mir das Bier auch in der Praxis gefällt. Eine Besonderheit kommt dabei hinzu: Da das MHB bereits seit letztem November überschritten ist, handelt es sich hierbei sozusagen um die Vintage-Variante.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Amber Pale Ale
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . .
>5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Amsterdam / Niederlande [Gullegem / Belgien]
Erscheinungsjahr. . .
2014

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___10
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________5
  • Geschmack:__________________6
Fazit

Im Geruch wirklich extrem spritzig und frisch sowie auch bittersüß angehopft. Im Geschmack ähnlich frisch obwohl auch recht vollmundig. Ansonsten karamellsüßlich, würzig herb, leicht holzig-rauchig und bitter. Im Abgang eher alkoholaromatisch, was auf eine allgemein fortgeschrittene Flaschennachreifung schließen lässt.
Leider habe ich keinen Direktvergleich mit einer frischen Flasche oder idealerweise einem Fassbier. Denn ich will vermuten, dass ein solches Bier aus einer solchen Brauerei so frisch wie möglich getrunken werden muss. So tut es mir fast leid, dass ich dem Bier wahrscheinlich unrecht tue und mit 6 Gesamtpunkten (4+) eine relativ schlechte Note geben muss. Nichtsdestotrotz soll das nicht darüber hinweg täuschen, dass mit dem Bier tatsächlich ein gutes Kreativbier gelungen ist, dass ganz neue Geschmackskomponenten zusammenbringt. Wer also mal die Gelegenheit hat in Amsterdam zu weilen, dem empfehle ich einen vor-Ort-Besuch.

Weitere Infos zum Bier unter: http://butchers-tears.com/beers.

Prost!

196. Maisel & Friends Hopfenreiter 2017

Vor dem kommenden Pfingstwochenende möchte ich mich dann auch mal in die inzwischen wohl zahlreichen Verköstiger des diesjährigen Hopfenreiters einreihen. Dieser ist ein Freundschafts-Projekt, das letztes Jahr zum ersten Mal ins Leben gerufen wurde. Getreu des Namens „Maisel & Friends“ lud Marc Goebel befreundete Braumeister ins schöne Bayreuth ein, um dort gemeinsam ein India Pale Ale zu entwickeln und brauen. Anlässlich der Eröffnung des Liebesbier wurde das Bier dann vorgestellt. Nun, zum einjährigen Geburtstag des riesigen und hochwertigen Gaststättenkomplex im Herzen Bayreuths im Frühjahr, kamen erneut die Freunde von Maisel nach Franken und brauten den zweiten Hopfenreiter. Als IPA, typischerweise hopfenlastig, zeichnet er sich durch diesen Mix an Hopfengaben der einzelnen „Freunde“ aus:

„Vic Secret von Hoppebräu
Callista von Schanzenbräu
Chinook von BrewAge (A)
Comet von BRLO
HBC431 von Jopen (NL)
Mosaic kommt von Maisel.“

Da der Hopfenreiter dieses Jahr enorme mediale Resonanz erzeugt hatte, möchte ich mir heute mal selbst einen Eindruck verschaffen. Vielleicht schaffe ich es in den nächsten Jahren dann auch mal live vor Ort bei der Präsentation eines neuen Hopfenreiters dabei zu sein.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Double IPA
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . .
8,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bayreuth
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________14
  • Geruch:______________________12,5
  • Geschmack:__________________13,5
Fazit

Geruch: Ein frischer und bunter Fruchtmix aus Maracuja, Ananas, Mango, Banane und Zitrone bei leicht malzig-grasiger Unterstreichung.
Geschmack: Auch hier knallen die genannten Fruchten mit einer mittleren Süße rein. Trotz der 8,5 Umdrehungen wirkt das DIPA kaum bitter und alkoholaromatisch. Im Gegenteil ist es angenehm weich und harmonisch. Auch im Abgang ist es eher zurückhaltend trocken-herb, sodass der fruchtige Gesamteindruck erhalten bleibt. Erstaunlich ist auch die Spritzigkeit und die damit einhergehende Erfrischung, die das Bier liefert, obwohl durchaus ein größerer Körper vorhanden ist.
Seitdem ich Anfang letzten Jahres mit dem Bierjubiläum begonnen habe, habe ich schon viele IPAs verköstigen können. Der Hopfenreiter nimmt dabei aber zweifelsohne eine der absolut vordersten Positionen ein. Für ein (D)IPA in fast allen Belangen optimal – deshalb zu Recht von mir 13,5 Pkt. (1(-)).

Weitere Infos zum Bier unter: http://maiselandfriends.com/hopfenreiter-2017/.

Prost!

195. Störtebeker Arktik Ale

Nach dem gestrigen wissenschaftlichen Teil geht es heute wieder in die freie Wirtschaft. Genauer zu einer Wirtschaft, die zu eine der größten Biermarken der Bierneuzeit zählt. Die Störtebeker Braumanufaktur – hervorgegangen aus der Stralsunder Brauerei – ist im Bereich klassisch (nord-)deutsche Biere eine der führenden neuen Handwerksmarken. Sie bedient nicht nur die klassisch deutschen Bierstile von Pils über Schwarzbier bis Hefeweizen, sondern auch eher nordisch-hansische Ales oder Porters. Zudem wird unter Leitung des gelernter Brauer und Diplom-Biersommeliers Christoph Puttnies etwas experimentiert (siehe Roggen-Weizen, Scotch-Ale oder auch das Glühbier) .

„Der englische Bierstil „Ale“ bezeichnete ursprünglich ein ungehopftes Bier. Zu Zeiten der Hanse wurde der Hopfen in England eingeführt und es entstanden die heute bekannten englischen Ales, die vor allem für Ihre starke Hopfung und lange Haltbarkeit berühmt sind.“

„Das Arktik-Ale basiert auf dem Atlantik-Ale und überzeugt durch eine sehr kräftige Hopfenaromatik und Herbe. Die zusätzliche Kalthopfung mit den Sorten Lemondrop und Simcoe sorgt für einen fruchtigen Duft nach Ananas, Zitrusfrüchten und dunklen Beeren, kombiniert mit einer leichten harzigen Note.“

Neben Lemondrop und Simcoe sind bereits im Atlantik-Ale die Hopfensorten Tradition, Perle, Cascade, Amarillo und Citra vorhanden und verbinden sich mit Münchner-, Distilling-, Pilsener- und Weizenmalz.
Bei ratebeer.com zählt das Arktik-Ale kurz nach Einführung schon zu den TOP 50 Eisböcken. Mal schauen, ob sich das nun auch hier bestätigt.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Eisbock (Pale Ale)
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . .
8,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Stralsund
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Geruch: Volle Fruchtigkeit aus gelben Früchten wie Ananas oder einem Zitrus-Mix plus eine trockene Grasigkeit und matte Süße.
Geschmack: Sehr intensiv fruchtig-malzig-süß. Im Verlauf ansteigende Bitterkeit und Alkoholaroma. Ein sehr interessanter trocken-bitterer und fruchtiger Abgang. Ansonsten insgesamt wenig spritzig, leicht ölig und mit einem satten Körper.
Alles in allem also ein wirklich interessanter Eisbock, der auch aufgrund der Pale Ale-Basis sicherlich schon ein Alleinstellungsmerkmal ist. Besonders die ersten Eindrücke auf der Zunge sind schon überraschend kreativ. Im Verlaufe verschwimmt diese Wahrnehmung zwar etwas unter den typisch bockigen Eigenschaften, allerdings kann ein hohes Niveau gehalten werden. Die Mühen von Hr. Puttnies haben sich also gelohnt: 12,5 Pkt. (2++).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.stoertebeker.com/de_de/arktik-ale/.

Prost!

194. TUM Weihenstephan Pale Ale

Heute und hoffentlich die kommenden Abende möchte ich mich den Bieren aus meiner Bierhandwerk-Bestellung widmen. Den Anfang macht dabei ein wirklich besonderes Bier. Besonders deshalb, weil es aus keiner regulären Brauerei kommt, sondern aus der einzig mir bekannten deutschen „Forschungsbrauerei“ stammt. Diese entstammt der offiziell ältesten Brauerei Deutschlands und der Welt aus Weihenstephan und ist der Technischen Universität München angegliedert. Diese bietet neben dem klassischen Brauer-Diplom auch technischere Studiengänge wie Brau- und Getränketechnologie oder Technologie und Biotechnologie der Lebensmittel an. Außerdem beschäftigen sich noch diverse Arbeitsgruppen in der Forschung mit Themen wie Getränke- und Getreidebiotechnologie, Getreidetechnologie und -verfahrenstechnik oder Rohstofforientierte Brau- und Getränketechnologie. Neben der klassischen Lehre bietet die Forschungsbrauerei noch einige interessante Weiterbildungsangebote an. So gibt es Workshops z.B. zu Sensorik oder einen Brauer-Cursus – alles selbstverständlich mit TUM-Zertifikat. Eine Institution also, die eminent wichtig für Brauwirtschaft aber auch Hobbybrauer zu sein scheint, ist doch die Welt der Biere bisher wissenschaftlich recht dezentral und unkoordiniert behandelt worden.

Gerade als Akademiker (mit Niveau) bin ich deshalb umso mehr gespannt, wie sich nun ein wissenschaftliches Bier präsentiert.

„Das Pale Ale „WPA“ aus Weihenstephan ist ein von der Forschungsbrauerei Weihenstephan entwickeltes Bier.
verwendetes Malz: Pilsner; Münchner Typ II; Carahell
verwendete Hopfensorten: Taurus; Hersbrucker; Mittelfrüh; Tradition [100 % Hallertauer Hopfen]
IBU 49.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  14.3°P
Alkoholgehalt. . . . . .
6,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Freising
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________13
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Olfaktorisch: Erst klare Fruchtnoten von Ananas, Maracuja, Mango und Papaya, dann ein Mix aus leichten Aromen von Gras und bitterem Karamalz
Gustatorisch: Weniger Fruchtigkeit als vermutet. Eher fruchtig-bitter, leicht grasig mit unterschwelliger dunkler Malzigkeit. Ansonsten recht süß und süß-bitter im Abgang. Bei mittlerem Körper eher gering spritzig.
VAGO*: Ein wahrlich überraschendes Pale Ale, das wirklich malziger und vollmundiger ist als viele reguläre Biere des Stils. Hier hat sich die Forschung gelohnt und ein Alleinstellungsmerkmal hervorgebracht. Auch wenn die Biere der TUM selbstverständlich nicht ausschließlich aus Absatzgründen gebraut werden und somit nicht Eingang in den „Massenmarkt“ finden werden. Dennoch oder gerade deshalb wohl verdiente 13 Pkt (1-).

Weitere Infos zur Forschungsbrauerei unter: https://www.tum.de/studium/studinews/ausgabe-052011/show-052011/article/30531/, http://lbgt.wzw.tum.de/index.php?id=5 & http://lbgt.wzw.tum.de/index.php?id=133#c143.

Prost!

*Visuell, Auditiv, Gustatorisch & Olfaktorisch

193. Starij Melnik Svetloe

Zum Wochenstart gibt es heute wieder mal ein Novum für mich und das Bierjubiläum. Zum ersten Mal gibt es ein russisches Bier. Das liegt vermutlich nicht daran, dass in Russland kaum Bier (und nur Wodka) getrunken wird, sondern wohl eher an der mangelnden Vermarktung und Marktpräsenz im Allgemeinen. Das Starij Melnik ist neben Baltika, die wohl in (West-)Europa bekannteste russische Biermarke. Gebraut wird das Lager prinzipiell durch die Pivovarnya Moskva-Efes, allerdings ist mein Exemplar durch Efes Deutschland in Köln produziert worden. Zwar ist es sicher alleine schon aufgrund der Markendimension kein Qualitätsbier, aber für mich trotzdem interessant genug, um es mal zu probieren. Die Marke wurde kurz vor dem Millennium von Efes eingeführt, was sie genau bedeutet bleibt für einen deutschen Bierblogger jedoch zunächst weitgehend im Verborgenen. Meine Recherchen haben lediglich hervorgebracht, dass „Starij“ für „alt“ steht und dass „Melnik“ so viel wie „Müller“ heißt.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Lager
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . .
5,7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Moskau / Russische Föderation [Köln]
Erscheinungsjahr. . .
1999

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___5
  • Aussehen:____________________8
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Sowohl in der Nase als auch am Gaumen erstaunlich (malzig-)würzig. Neben trocken-erdigen Nuancen zwischendurch immer wieder auch süßliche Töne. Für den Alkoholgehalt recht vollmundig und auch relativ weich. Der Abgang ist weniger auffällig herb. Zwar zeichnet das Bier keine besondere Spritzigkeit aus, aber dafür sorgt es für einen überraschend angenehmen Eindruck. Auch wenn mir etwas der rote Faden zu fehlen scheint, bin ich wirklich erstaunt, wie wenig industriell dieses Bier schmeckt. Sicher ist es auch nicht wirklich charakterstark, aber für ein internationales Lager definitiv mit mehr Seele als viele Konkurrenten. Auch wenn es natürlich für den ein oder anderen Punkt Abzüge geben muss, möchte ich die kontinuierliche Steigerung durch die Kategorien würdigen und werte es gesamthaft mit 10 Pkt. (2–) ein.

Für Menschen mit Russisch bzw. Kyrilisch-Kenntnissen gibt es weitere Infos zum Bier unter: http://www.efesrussia.ru/brands/b13.html.

Prost!

191.-192. Hofbräu Helles & Arcobräu Mooser Liesl

Während sich viele Bierbegeistere gestern und heute in Köln zum Festival der Bierkulturen trafen, werde ich mich dem Thema mit einer erneuten Vergleichsverkostung widmen. Da ich aus persönlichen Gründen dieses Jahr noch nicht teilnehmen konnte, möchte ich heute die beiden Hellen in meinem Kühlschrank gegeneinander antreten lassen. Auf der einen Seite das neue Helle aus dem großen Münchner Hofbräuhaus, das seit 1939 unter staatlich-bayrischer Führung steht.  Auf der anderen Seite das runderneuerte Mooser Liesl aus dem Gräflichen Brauhaus Arcobräu, seit jeher Privatbrauerei.
Ersteres ist offiziell eine Markenneueinführung, fußt jedoch auf das schon lange gebraute Hofbräu Original. Die Vermarktung setzt dabei klar auf Historie und den Lokalpatriotismus der Bayrischen Hauptstadt:

„Münchner Heimatbier!
Mehr München geht nicht: Echt Münchner Bier, echt Münchner Brauerei und echtes Hofbräuhaus.“

Letzteres hingegen kommt da eher etwas provinziell daher:

„Geh Liesl, bring ma no a so a guads Hells! So hieß es einst, als das Bier in unserer Schlosswirtschaft noch aus der Kanne ausgeschenkt wurde. Viele Gäste kamen nur wegen dem guten Hellen, das es hier gab. Nicht wenige aber auch wegen der feschen Liesl. So war es kein Wunder, dass bald beide, die Liesl und das Brauhaus mit seinem Bier, weit über die Grenzen von Moos bekannt und die Liesl für viele Jahre zum Markenzeichen der Brauerei wurde.“

Dabei geht die freie Brauerei Arcobräu auf eine geschichtsträchtige Familientradition zurück – mehr Infos hierzu unter 57..

Mal schauen also, wer die Nase (bzw. die Zunge) vorn hat: Die Metropole oder die Provinz…

Steckbrief (Hofbräu | Arcobräu)

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Helles
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . .
5,1% | 5,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . München | Moos
Erscheinungsjahr. . .
2016 (1589) | 2015 (1789)

Bewertung (Hofbräu | Arcobräu)
  • Flaschendesign + Kronkorken:___11 | 12
  • Aussehen:____________________10 | 10
  • Geruch:______________________9 | 9
  • Geschmack:__________________8 | 9
Fazit

Rein optisch leichte Vorteile für die Liesl. Zwar sind beide Bierfarben nahezu identisch gold-gelb, dafür ist jedoch die Arcobräu Flasche nicht nur im Design, sondern vor allem auch in Flaschenform ein echter Hingucker. Auch wenn das Hofbräu Helle in der Bierjubiläums-Edition überrascht.
Olfaktorisch schenken sich beide nichts. Das Arcobräu ist überraschend hopfig-blumig – fast schon pilsig, aber auch klassisch karamalzig und frischer. Das Hofbräu hingegen ist näher am typischen Geruch eines Hellen, wenn auch würziger und matter.
Auch geschmacklich ist es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Allerdings unter vertauschten Vorzeichen. Während die Liesl in der Nase noch einem Pils ähnelte, ist sie geschmacklich (glücklicherweise) wieder näher dran am gewünschten Bierstil. Insgesamt unaufdringlich, süffig mit wenig Körper, etwas würzig, etwas süß, kaum herb und kein bisschen bitter, wobei die Malzigkeit zum Abgang hin zunimmt. Das Hofbräu hingegen wirkt deutlich hopfiger bis bitterer, weniger süß, weniger malzig, mehr Körper, allgemein spritziger und bei ähnlicher Würze mit einem herberen Abgang.
Alles in allem hauen mich aber ehrlich gesagt beide Helle nicht vom Hocker. Obwohl Helle eigentlich zu meinen Lieblings-Stilen gehören, vermisse ich bei beiden die klare Malzsüße auf der Zunge. Außerdem wirken sie beide auch etwas unausgewogen. In diesem nun dritten „Beer-Battle“ kann sich aber auf gutem bis mittelmäßigen Niveau in Summe die Liesl aus Moss gegen den großen Münchener Bruder knapp mit 10 Pkt (2-) zu 9 Pkt (3+) durchsetzen.

Weitere Infos zu den Bieren unter: http://hofbraeuhaus-hell.de/ & http://www.arcobraeu.de/de/mooser-liesl.

Prost!

190. Dinkelacker Frühlingsfestbier

Bevor sich der Frühling endgültig zugunsten des Sommers verabschiedet, möchte ich der manchmal recht kurzen aber schönen Jahreszeit mit dem heutigen Festbier huldigen. Es stammt aus der Stuttgarter Dinkelacker-Schwaben-Bräu – eine der wenigen Brauereien, die es geschafft haben sich nach der Einverleibung der großen ABInBev wieder vollständig unabhängig zu machen. Neben Dinkelacker und Schwaben-Bräu, welche 1994 fusionierten, zählen auch Wulle und Sanwald zu den Marken der Familienbrauerei. Mit einer solchen Markenbreite fällt die Brauerei ebenfalls aus dem Raster der klassischen Familienbrauereien. Das Frühlingsfestbier ist dabei eines von drei Festbieren. Im Herbst wird das Volksfestbier zur Wasn ausgeschenkt und im Winter gibt es noch ein Weihnachtsfestbier.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Märzen
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen
Stammwürze. . . . . .  13.3°P
Alkoholgehalt. . . . . .
5,7%
Herkunft. . . . . . . . . . . Stuttgart
Erscheinungsjahr. . .
2013

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Im Geruch klar malzig-grasig mit nur wenigen Frucht-Hopfen-Aromen ist es geschmacklich wohl das Paradebeispiel für ein herbes aber nicht bitteres Bier. Im Stile des Märzen kommt eine deutliche malzige Herbe durch, die durch grasige bis getreidige Noten unterstrichen wird. Bei trocken-herben Abgang ist es insgesamt leicht vollmundig und spritzig. Trotz sattgoldener Farbe optisch (aber auch nasal) mit Luft nach oben, kommt es aber zumindest meinem Geschmack nach einem guten Bier sehr nahe. Auch wenn es für solch ein Festbier fast schon zu warm draußen ist, gebe ich diesem re-privatisierten Bier gute 12 Pkt. (2+).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.familienbrauerei-dinkelacker.de/fruehlingsfestbier.html.

Prost!

189. Mönchshof Zoigl

Zum heutigen Vatertag (f.k.a. Christi Himmelfahrt) gibt es ein Bier aus der recht neuen Biermanufaktur Mönchshof in Kulmbach. Während die Braukunst des ehemaligen Zisterzienserklosters bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht, entstand die Manufaktur der Brauerei Kulmbach erst in den letzten Jahren, um u.a. auch dem recht mäßigen Markenimage etwas aufzuhelfen. Dem Trend nach mehr Handwerk im Bier folgend, konzentrierte man sich seither verstärkt darauf auch etwas aufwendigere und historische Biere zu brauen. Eines davon ist das Zoigl, das sich selbst am besten beschreibt:

„Zoiglbier ist ein echtes Kind traditioneller Braugeschichte. Es hat seinen Ursprung in der bayerischen Oberpfalz, wo es über Jahrhunderte hinweg als Bier der „brauberechtigten Bürger“ meist in Kommunbrauhäusern eingebraut wird.

Der jeweilige „Zoigl“ wird in einem großen Fass zum Keller des „Zoiglbrauers“ gefahren, dort mit untergäriger Hefe angestellt und für die Gärung und Reifung im Keller gelagert.

Um anzuzeigen, wo gerade fertig ausgereifter „Zoigl“ frisch vom Fass ausgeschenkt wird, hängt man einen Reisigbesen, Fichtenbusch oder sechszackigen Brauerstern vors Haus.
Von diesem „Bierzeiger“ – dem sogenannten „Zoigl“ – leitet sich auch der Name des Bieres ab.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Export
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  12.3°P
Alkoholgehalt. . . . . .
5,4%
Herkunft. . . . . . . . . . . Kulmbach
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________10
  • Geschmack:__________________11
Fazit

Geruch: Malzig-frisch, karamellig und leicht blumig mit einer trüblichen industriell-metallischen Note
Geschmack: Auch hier ist eine leichte industrielle Note zu schmecken. Ansonsten ganz klar karamell-malzig (leicht angeröstet), ein klein wenig bitter mit einem süßlich-herben Abgang. Insgesamt nicht so vollmundig wie ich dachte und leider auch etwas unausbalanciert.
Da ich selbstverständlich nicht nachvollziehen kann, wie ein historisches Ziogl geschmeckt hat, fällt ein solcher Vergleich schwer. Vorstellen kann ich mir jedoch aber, dass Mönchshof bzw. Kulmbach mit diesem Bier ziemlich nah an das Original herangekommen ist, wenn man einmal die leichten Industrie-Noten abzieht. Wenn es dann noch in Zukunft mehr „roten Faden“ bekommt, würde mir das Bier aber noch besser gefallen. So gibt es zunächst „nur“ 11 Pkt (2).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.mönchshof.de/manufaktur/manufaktur-biere/zoigl-naturtrueb.html.

Prost!

188. Hellers Wieß

Regionsbier #2 ist heute das Wieß aus dem Hause Hellers, gelegen zwischen Rathenau- und Barbarossaplatz in unserer westlichen Millionenstadt Kölle. Nachdem es jahrzehntelang in Köln fast ausschließlich Kölsch gab, bin ich froh, dass dort auch immer mehr andere Sorten gebraut werden. Hellers liegt dabei mit seinem Wiess nicht nur voll im Trend sondern beweist sogar großen Mut und braut seit 2013 mitten in Köln ein Altbier. Das einzige Alt aus Köln, wie mir bekannt ist. Wer also mal über eins stolpert, darf es mir gerne mitbringen ;). Eine weitere Besonderheit der Brauerei ist die doch immer noch recht seltene Bio-Zertifizierung, die sie seit Gründung 1991 inne hat. Somit darf ich heute also mein erstes Bio-Wieß probieren.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Wieß
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . .
4,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Köln
Erscheinungsjahr. . .
1991

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___6
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Malzig, leicht fruchtig-würzig, wirklich sehr blumig und klar und frisch präsentiert es sich in der Nase. Malzig, leicht bitter-würzig, vollmundiger und mittel-spritzig bei malzig-süßem Abgang liegt es dann auf der Zunge. Auch das Hellers ist meiner Meinung nach wieder ein Beweis, dass Wieß die besseren Kölsch sind. Einfach mehr Charakter, mehr Geschmack und mehr Tiefe. Trotz verbesserungswürdigem Äußeren, dass wohl nicht jeden Kunden anspricht, gibt es für das Hellers Wiess verdiente 12 Pkt. (2+).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.hellers.koeln/hellers-biere/#wiess.

Prost!

187. Vulkan Pils

Heute und (hoffentlich) morgen wird es bei mir wieder etwas regionaler mit zwei Bieren aus Köln und der Eifel. Genauer gesagt aus der östlichen Vulkan-Eifel – der seit etwa 50 Mio. Jahren vulkanisch aktivsten Landschaft Westdeutschlands. Hier (in der Nähe des Laacher Sees) befindet sich seit 1875 die Vulkan-Brauerei, von der ich bereits das Pale Ale verkosten durfte. Eine Brauerei, die nicht nur regionale Produkte verwendet und dadurch mit dem Siegel „Regionalmarke Eifel“ ausgezeichnet ist, sondern auch keines ihrer Biere filtriert. Somit habe ich es heute also nach (inter-)nationalen Standards nicht wirklich mit einem Pils zu tun, da dieses stets blank und ungetrübt sein muss. An anderer Stelle findet man für solche Biere die Bezeichnung Keller-Pils, da auch Kellerbiere naturtrüb sind. Für ihr Bourbon Barrel Doppelbock bereits mit dem Meininger International Craft Beer Award „Craft-Bier des Jahres“ ausgezeichnet, darf auch beim unfiltrierten Pils auf hohe Qualität zu hoffen sein.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . (Keller-)Pils
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . .
4,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Mendig
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___9
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________12
Fazit

In der Nase noch klar grasig, blumig, malzig und herb ist das etwas andere Pils geschmacklich etwas indifferent. Einerseits Pils-typisch mit seinem charakterlichen hopfig-herben Grundaroma, andererseits aber auch klar malzig-getreidig-blumig. Auch im Abgang ist neben der erwartbaren Herbe auch eine leichte Süße erschmeckbar. Insgesamt hat es die Vulkan-Brauerei also geschafft das zumindest in Deutschland nördlich des Weißwurst-Äquators sehr verbreitete Pils nochmals neu zu interpretieren. Für mich ist und bleibt es aber wahrscheinlich genau wegen dieses hohen Marktanteils kein besonders herausragender Bierstil. Deshalb kann ich dem qualitativ wirklich guten (Keller-)Pils nicht mehr als 11 Pkt. (2) geben.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.vulkan-brauerei.de/2016/10/26/neue-sorte-vulkan-pils/.

Prost!

186. Theodor König Zwickl

In den kommenden Tagen möchte ich an dieser Stelle (soweit möglich) meinen Biervorrat nach und nach vorstellen. Das heutige Bier habe ich noch im letzten Jahr in Rheda-Wiedenbrück im TrinkGut als kostenloses Give-Away eingeheimst. König Pilsener hat mit dem Zwickel zu den anderen großen Brauereien Deutschlands, wie Becks, Krombacher oder Warsteiner, aufgeschlossen und versucht ebenfalls ein „handwerkliches“ an den Mann zu bringen. Interessanterweise scheint der Trend dabei klar zu den Kellerbieren zu gehen, wenn man nicht gleich, wie Bitburger, mit einer ganzen neuen Marke ins Kreativ-Bier-Geschäft einsteigt. Nicht nur deshalb, habe ich nicht allzu große Erwartungen an das heutige Bier. Ebenso ist es dem Umstand geschuldet, dass das Pils aus selbigem Haus meiner Ansicht nach eines der schlechtesten unter den großen deutschen Biermarken ist. Aber ich bin ja durchaus offen für alles und gebe natürlich auch diesem Bier eine faire Chance.

„Ursprünglich erlernte Theodor König, Sohn einer Bauernfamilie, die Landwirtschaft. Während seiner Lehr- und Wanderjahre, packte ihn die Leidenschaft für das Brauhandwerk. Er lernte auf seinen Reisen verschiedenste Braumeister und Brauarten kennen. Inspiriert von diesen Entdeckungen gründete er 1858 die “Bayrische Bierbrauerei Theodor König” in Beeck nahe Duisburg. Da er die in der Region bis dato unbekannte untergärige Brauart einführte, galt er als Braupionier. Mit Herz und Seele braute er besonders leckeres Bier für die durstigen Arbeiter der umliegenden Zechen. So wurde das Haus König schnell über die Stadtgrenzen bekannt.
Auch heute noch brauen wir mit dieser Hingabe und sind uns sicher, dass jeder Schluck, der den Hof verlässt, den hohen Ansprüchen unseres Gründers Theodor König genügen würde und auch ihm geschmeckt hätte. Daher tragen die Produkte sein Gesicht, seine Unterschrift und werden mit dem besonderen TK-Siegel versehen.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kellerbier
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  12.8°P
Alkoholgehalt. . . . . .
5,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Duisburg
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___11
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Schon in der Nase die erste Überraschung: Bei einer mehr grasigen als röstigen Malznote und leicht bitteren karamellsüßen Nuancen ist es weit weniger industriell als befürchtet. Auch am Gaumen hat es qualitativ wenig mit dem großen Pils-Bruder gemein. Malzig-süß, wenig Hopfenbittere, trotzdem frisch und sehr weich mit einem herb-süßen Abgang. Aber insgesamt – und das muss man dazu sagen – auch irgendwie uniform mit wenig spezifischem Charakter. Trotzdem qualitativ und geschmacklich gut und deshalb auch 11 Pkt. (2) wert.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.theodor-koenig.de/.

Prost!

185. Plankstettener Maibock

Nach dem gestrigen Altenmünster folgt heute der zweite Maibock. Diesmal aus den wirklich herausragenden Brauhaus Riedenburg aus dem Altmühltal. Warum herausragend? Nunja nicht nur weil hier seit 1994 in Bioqualität höchste traditionelle Braukunst zelebriert wird, Bier-Mix-Cocktails nichts Unbekanntes sind, auch das 200.000 hl per anno umfassende Sortiment der 1866 gegründeten Brauerei ist derart vielfältig, dass es neben den klassischen bayrischen Bieren auch moderne Biere im Stile der Craft-Bewegung sowie besondere Bierspezialitäten, aus Urgetreiden wie Emmer, Einkorn und Dinkel oder auch Hirse, gibt. Seit einiger Zeit wird das Sortiment auch durch die Biere der Benediktinerabtei Abtei Plankenstetten erweitert. Das bis ins 12. Jahrhundert reichende Kloster beliefert das Riedenburger Brauhaus mit ihren Bio-Getreiden, welches dann daraus die Biere nach klösterlichem Rezept braut. Jedes Jahr Ende April veranstaltet die Abtei dann ein traditionelles Maibockfest mit Anstich des ersten Fasses, Biergartenolympiade und Tanz in den Mai. Nichts weniger als ein ebenso herausragenden Maibock erwarte ich dann aber auch…

Erworben habe ich das Bier übrigens auf dem Anrather Stautenhof – einem Demonstrationsbetrieb für ökologischen Landbau mit Metzgerei, Bäckerei und angeschlossenem Hofladen und Bistro. Wer also einmal im schönen Willich oder niederrheinischer Umgebung weilt, sei ein Besuch in jeglicher Hinsicht sehr zu empfehlen. Selbst für die Kleinen ist mit einem Outdoor-Spielbereich gesorgt.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Maibock
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  16.5°P
Alkoholgehalt. . . . . .
6,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Riedenburg
Erscheinungsjahr. . .
1904

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Der ungewöhnlich dunkle Maibock zeichnet sich in der Nase durch eine ausgeprägte dunkelmalzige Note aus, die leicht angeröstet, grasig-würzig und ein wenig nach Schokolade riecht. Auf der Zunge ist es dann ähnlich röstmalzig, leicht alkoholaromatisch und karamellsüß mit einem bitteren Unterton. Insgesamt wirkt es vollmundig, weich und wenig spritzig bei einem trocken-herben Abgang. Ist es also so herausragend wie erhofft? Nunja zumindest ist es überraschend, bayrisch verwurzelt und qualitativ hochwertig. Zwar nicht unbedingt das, was man sich gerade als West- oder Norddeutscher unter einem Maibock vorstellt, aber in jedem Falle eine sehr interessante Interpretation. Deshalb gibt es Summe gerechtfertigte 12 Pkt. (2+).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.riedenburger.de/startseite/biere/plankstettener-biere/plankstettener-maibock.html.

Zum Riedenburger Online-Shop (den ich wärmstens ans Bierherz lege) geht’s hier lang: http://www.riedenburger.de/startseite/onlineshop/produkte.html.

Prost!

184. Altenmünster Maibock Hell

Nachdem mich mein Großer heute ausnahmsweise mal früh entlassen hat, ergreife ich die Chance – bevor der Mai zu Ende geht – auch endlich ein Maibock zu verköstigen. Eine Gattung Bier, die mir irgendwie zuletzt nicht wohl gesonnen war. So lag ich doch just zu der Zeit letztes Jahr flach als in der Brühler Eule die Maiböcke thematisiert wurden. Und nun ist auch schon wieder dreiviertel des Monats rum ohne ein Maibock. Mit dem Verweis auf die Zusammenfassung der Bockbierveranstaltung im Februar des letzten Jahres, möchte ich mich nun dem Bier widmen. Vorweggesagt, es ist leider kein authentisches Original. Der Ursprung der Marke lässt sich auf den ersten und zweiten Blick nicht herausfinden. Zumindest existiert in Altenmünster (Bayrisch Schwaben) noch ein Braustüberl, auf das Namen und Wappen zurückgeht. Gebraut wird es zumindest seit der Neuzeit vom Allgäuer Brauhaus, welches wiederum zur Radeberger Gruppe gehört. Diese Vorbehalte aber mal ausgeblendet versuche ich mich möglichst unvoreingenommen auf das Bier einzulassen. Gerne verweise ich an dieser Stelle auch an ein anderes Altenmünster, was zu Beginn des Bierjubiläums bereits von Nils getestet wurde.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Maibock
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt
Stammwürze. . . . . .  16.2°P
Alkoholgehalt. . . . . .
7,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Marktoberdorf-Leuterschach
Erscheinungsjahr. . .
2002

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___12
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________7
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Olfaktorisch zunächst die Bestätigung meiner Befürchtung: Bei leicht grasigen Nuancen und hopfenbitteren Spitzen dominiert ein allgemeiner industrieller Duft. Gustatorisch hingegen die kleine positive Überraschung: So stark industriell wie es riecht, kommt es zum nicht auf der Zunge daher. Es ist im Allgemeinen vermutbar vollmundig und leicht alkoholaromatisch. Allerdings eben auch blumig-grasig, hopfig bitter und dezent fruchtig. Alles das, was ein Maibock eigentlich ausmacht. Man muss also konstatieren: Job gemacht. Der leicht ölige Abgang macht das Bier sogar auch etwas individuell. Trotz der Verwendung von Hopfenextrakt, kann ich mich in der Gesamtwertung aber nicht zu einer 3 durchringen. Vielleicht ist es die Freude über einen (bisher) ruhigen Abend nach einem anstrengenden Tag, vielleicht ist es aber auch nur die Freude am Bier und am Maibock – aber das Altenmünster hat heute Glück und erhält mir 10 Pkt. noch eine 2–.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.altenmuenster-brauerbier.de/beer/maibock-hell/.

Prost!

183. Störtebeker Bernstein-Weizen alkoholfrei

Fast zwei Monate nach der Geburt meiner Tochter versuche ich mich mal wieder an einer Rezension. Unter widrigen Bedingungen eines schlafverweigernden Sohnes taste ich mich vorsichtig an das Thema mit einem Alkoholfreien heran. Da mir eigentlich nur gute Erinnerungen an der alkoholhaltigen Variante des Bernstein-Weizens aus dem Hause Störtebeker im Gedächtnis sind, bin ich frohen Mutes, dass auch die alkoholfreie Variante ein würdiger (sukzessiver) Wiedereinstieg in das Bierbloggen ist.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Hefeweizen
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  12.9°P
Alkoholgehalt. . . . . .
<0,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Stralsund
Erscheinungsjahr. . .
2008

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________7
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Das erste Bier nach längerer Abstinenz schmeckt natürlich immer etwas merkwürdig. Das gilt auch für ein alkoholfreies. Gerade im Geruch erscheint es mir schon sehr unauffällig und dezent. Erkennbar sind aber vor allem grasige und wenige Hopfen-Noten. Geschmacklich spielt es jedoch in der ersten Liga der alkoholfreien klassischen Hefeweizen. Sehr frisch und erfrischend, grasig und schön dumpf malzig, sehr weich, etwas Bananenaroma mit einer leichten Süß-Sauer-Note erinnert das Bier ziemlich stark an die Konkurrenz aus Erding, allerdings mit dezent stärkeren Charakterspitzen. Auch wenn der Vergleich zu anderen alkoholvollen Varianten in gewisser Weise hinkt, gibt es trotzdem gute 11 Pkt. (2) für eine gute Alternative für Autofahrer, Fastende oder Alkoholverweigerer aus anderen Gründen.

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.stoertebeker.com/de_de/bernstein-weizen-alkoholfrei/.

Prost!

182. Heubacher 500

Ein Jahr ist nun schon seit dem Bierjubiläum vergangen. Den heutigen Tag des deutschen Bieres möchte ich deshalb mit einem ganz besonderen Bier begießen. Ein Bier, das zumindest auf dem Papier sehr vielversprechend ist und wie kaum ein zweites für mein Blog geschaffen ist.

Schon zum Bierjubiläum im letzten Jahr präsentierte die bis 1725 zurückgehende Hirschbrauerei Heubach aus dem Ostalbkreis ein Bier, wie es passender für diesen Anlass kaum sein könnte. Mit erhöhtem Stammwürzegehalt und bei nahezu 0°C wurde es für über 500 Tage in den Albfelskellern gelagert und gereift. Für den Rheinländer in mir ist insbesondere die Verwendung von Altbierhefe sehr interessant – ein Alt aus Baden-Württemberg habe ich bisher nämlich noch nicht probiert.

„Die moderne Interpretation eines historischen Bieres.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Altbierbock
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  17.6°P
Alkoholgehalt. . . . . .
6,8%
Herkunft. . . . . . . . . . . Heubach
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___15
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________12
Fazit

In der Nase intensiv karamellmalzig mit einer leichten Note nach roten Früchten und alkoholaromatischer Süße.
Am Gaumen dann eine wirklich ausgewogene Überraschung aus einem gut balancierten Mix aus Malzigkeit und fruchtiger Süße. Die Bittere ist im Vergleich zum Alkoholaroma zwar dominanter, aber beides hält sich noch ausreichend im Hintergrund. Auch der ölige herbe Abgang fügt sich gut ins (weiche) Gesamtbild.
Alles in allem also sehr abgerundet und obwohl es in der Liga eines Sticke (Altbierbock) aus Düsseldorf spielt, ist es doch ganz individuell, eher orientiert an einem dunklen Weizenbock. Für diese hervorragende Besonderheit, für die 500 Tage Lagerung und für den heutigen Tag des deutschen Bieres vergebe ich ausnahmsweise 14 Pkt. (1).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.heubacher.de/index.php/wo-gibt-s-heubacher/haendlerliste/item/103-500-jahre-reinheitsgebot-500-tage-gereift-das-neue-heubacher-500.

Prost!

181. Weihenstephaner 1516 Kellerbier

Anlässlich des morgigen Tags des deutschen Bieres möchte ich heute meine erste „nachgeburtliche“ Rezension wagen. Dabei ist mir das Weihenstephaner im hiesigen Getränkemarkt über den Weg gelaufen und musste mit eingepackt werden. Grundsätzlich bin ich natürlich bei „handwerklichen“ Brauversuchen größerer Brauhäuser skeptisch, allerdings glaube ich mit diesem Bier. Ist Weihenstephan doch eine relativ authentische Brauerei, die mit der angegliederten Forschungsbrauerei der Technischen Universität München seit einiger Zeit auch wieder den Blick in die Zukunft gerichtet hat. Deshalb nehme ich es erst einmal wohlwollen hin, dass man sich anlässlich des Bierjubiläums wieder mal ein Kellerbier gewagt hat (auch wenn das sicher nicht besonders kreativ zu sein scheint):

„Das Weihenstephaner 1516 wurde zu Ehren des 500-jährigen Bayerischen Reinheitsgebots eingebraut und wird nur saisonal, zur Frühjahreszeit, angeboten. […]

Beim Brauverfahren des 1516 haben sich die Braumeister an die traditionelle Herstellungsweise eines Märzenbieres gehalten. So reift das Bier aus dunklem Münchner und hellem Pilsner Malz in Kombination mit traditionellen Hallertauer Hopfensorten, wie der seltenen Sorte Hallertauer Record, lange und kalt in den historischen Gewölbekellern am Weihenstephaner Berg.“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Kellerbier
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  12.6°P
Alkoholgehalt. . . . . .
5,6%
Herkunft. . . . . . . . . . . Weihenstephan
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________12
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________9
Fazit

Im Geruch frisch, würzig und vor allem grasig-blumig – zudem leicht bitter.
Geschmacklich ebenso grasig-würzig mit einer unterschwelligen Malzigkeit. Während die Bitterkeit im Antrunk noch gemäßigt rüberkommt, wird sie im leicht säuerlichen Abgang doch etwas störend.
Auch wenn das Bier insgesamt recht ausgewogen ist und trotz der Titulierung als Kellerbier wohl näher am beschriebenen Märzen liegt, fehlen mir zu einem herausragenden Bier schlicht die kreativen Spitzen. Nicht nur die schwankende Bitterkeit, auch die geringe Malzigkeit lassen eine fehlende Linie erkennen. Deshalb summa summarum 10 Pkt. (2-).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.weihenstephaner.de/unsere-biere/1516-kellerbier/.

Prost!

180. Vulkan Pale Ale

Als ich gestern relativ spontan im hiesigen Getränkemarkt unterwegs war, entdeckte ich doch einige Biere der Vulkan-Brauerei aus der Eifel. 1875 gegründet liegt diese südlich des Laacher Sees, der bekanntlich das Ergebnis eines derzeit ruhenden Vulkans ist:

„Beim Ausbruch des Laacher-See-Vulkans vor ca. 13.000 Jahren entstanden die Bimslagerstätten im Neuwieder Becken. Bis in das 19. Jahrhundert diente der Lavastrom überwiegend der Mühlsteingewinnung. Seit dieser Zeit wurden die Basaltgewölbe von den bis zu 28 in Mendig ansässigen Brauereien als Kühl- und Lagerhallen genutzt. Das einzige noch betriebsfähige Kühllager befindet sich hier unterhalb der Vulkan Brauerei. Noch heute wird dieser Felsenkeller für die Lagerung ganz besonderer Edelbiere in original Bourbon-Holzfässern aus den USA genutzt.“

Neben diesen „Edelbieren“ braut die Brauerei seit einigen Jahren auch erfolgreich andere dem Craft-Bier-Segment zuzuordnende Bierstile, wie eben das heutige Pale Ale. Bei allen Bieren werden übrigens 90% Zutaten aus der Eifel verwendet, was die Brauerei dazu ermöglicht das Eifel-Siegel zu tragen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . .
4,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Mendig
Erscheinungsjahr. . .
2014

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___9
  • Aussehen:____________________11
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________8
Fazit

Ist das vulkanische Pale Ale in der Nase noch sehr sehr fruchtig nach Maracuja, Granatapfel und Aprikose sowie leicht grasig, verflacht die dadurch erwartbare Spritzigkeit überaschenderweise auf der Zunge. Auch wenn die Fruchtigkeit erhalten bleibt wirkt die allgemeine Trockenheit des Bieres etwas geschmackshemmend. Neben leichten Bittertönen bei mittlerem Körper ist noch der herber Abgang zu erwähnen. Insgesamt also: fruchtig? ja – erfrischend? naja. Deshalb mit Regionalitätsbonuspunkt noch 10 Pkt. (2-).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.vulkan-brauerei.de/brauerei/.

Prost!

179. Veldensteiner Rotbier

So, auf zum großen Endspurt vor meiner etwas längeren Babypause. In die Auswahl der letzten fünf Biere hat es dabei auch recht spontan ein neues Rotbier nach alter Nürnberger Brautradition aus dem Hause Veldenstein geschafft. Die Brauerei beschreibt sich am besten selbst:

„Zwischen Nürnberg und Bayreuth, im Herzen des Naturparks Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst liegt unsere Heimat Neuhaus an der Pegnitz. Über dem idyllischen Marktflecken Neuhaus thront stolz und erhaben die mittelalterliche Burg Veldenstein. Im Zeichen dieser Burg brauen wir in der Kaiser Bräu unsere Bierspezialitäten seit 1929 nach guter alter Brautradition. Wir verstehen uns seit jeher als regionale Privatbrauerei, im Eigentum und unter Führung der Familie Laus . Bereits weit vor Gründung der gewerblichen Brauerei haben wir unser Bier im gemeindeeigenen Neuhauser Kommunbrauhaus selbst gebraut.“

Allerdings muss schon auch angemerkt werden, dass Kaiser-Bräu durchaus diverse Marken braut und nicht als klassische Handwerksbrauerei zu verstehen ist. So ist grundsätzlich auch die Verwendung von Hopfenauszügen zu kritisieren. Allerdings versucht Veldensteiner durch eine Brauwerkstatt in letzter Zeit auch kreativere und hochwertigere Biere zu entwickeln und an den Mann/an die Frau zu bringen.
Das Rotbier erhält seine Farbe von einer recht hohen Darr-Temperatur des Malzes. Bei dieser leichten Röstung werden zudem würzige Geschmackskomponenten entwickelt, die auch das Bier vollmundiger wirken lassen.
Als großer Fan seltenerer regionaler Bierspezialitäten freue ich mich mal wieder ein Rotbier in Händen halten zu dürfen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Rotbier
Brauart. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenauszüge
Stammwürze. . . . . .  12.4°P
Alkoholgehalt. . . . . .
5,4%
Herkunft. . . . . . . . . . . Neuhaus an der Pegnitz
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________13
  • Geruch:______________________9
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Sowohl in der Nase als auch im Mund herrlich würzig und lecker malzig. Insgesamt erstaunlich grasig, blumig und getreide-artig und alles in allem auch recht weich und frisch.  Zwar ist es auch nicht so süffig wie ein Kölsch, aber von Vollmundigkeit im engeren Sinne ist es meiner Ansicht auch genauso weit entfernt. Im Abgang kommen dann nochmal die leckeren würzigen und malzigen Elemente hervor. So kann ich diesem Bier trotz eines leider nicht unbemerkt gebliebenen unterschwelligen industriellen Eindrucks mit gutem Gewissen 12 Pkt. (2+) geben und fühle mich sodann bestätigt, dass ein Rotbier meinen Geschmack gut trifft.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.veldensteiner1929.de/ bzw. http://www.veldensteiner.de/index.php/neu-veldensteiner-rotbier-euro.html.

Prost!

178. Ale Mania DryPA

Nach dem gestrigen Milchkaffee-Bier gibt es heute das DryPA – also ein trockenes Pale Ale – vom Hause Ale Mania aus dem rechtsrheinischen Bonn. Erstmals auf den Festival der Bierkulturen im letzten Jahr präsentiert, ist es nun auch in die Brühler Bierjubiläums-Zentrale gelangt.

„Das ist die third wave des IPA. Waren IPAs bisher eher Malzbetont, um die großzügigen Hopfengaben harmonisch einzubetten, ist diese neue Variante trocken und schlank im Malzkörper, sodass dem Hopfenaroma nichts im Wege steht. Hopfig, fruchtig, trocken, herb!“

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . India Pale Ale
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Traubenzucker, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . .  15,5°P
Alkoholgehalt. . . . . .
6,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bonn
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________10
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________12
Fazit

Geruch: Fruchtmix aus Maracuja, Ananas, Granatapfel und Pfirsich sowie wenige bittere und noch weniger malzige Töne.
Geschmack: Erfrischend fruchtig und leicht bitter aber angenehm. Spritziger und etwas herber Abgang. Ansonsten bei mittlerer Körper unterschwellig grasig und alkoholaromatisch.
Gerade am ersten richtigen Frühlingstag in NRW ein herrlich erfrischendes Bier, dem man die knapp 7 Umdrehungen kaum anmerkt. Außerdem mit einen alles in allem auch recht harmonischen Eindruck. Allerdings für meinen Geschmack einen Hauch zu wenig Malzig und hefig. Deshalb auch verdientermaßen 12 Pkt. (2+).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.ale-mania.de/sorten/.

Prost!

177. Ale Mania Coffee Milk Stout

Den heutigen und morgigen Abend möchte ich gerne nochmals dazu nutzen um zwei weitere Sorten vom Bonner Kreativbier-Brauer Fritz Wülfing zu genießen. Beim Ale Mania geht’s mir wie wahrscheinlich jedem Biervielfaltsgenießer bei einer der vielen Craft-Brauereien: Auch wenn man schon viele Biere getrunken hat, gibt es dort immer noch immer noch neue zu entdecken. So kenne ich bereits das Milk Stout, das mir jedoch nicht herausragend in Erinnerung geblieben ist, da es meinen Milch-Kaffee-Geschmack nicht ganz getroffen hat. Das war auch der Grund, warum ich nun beim Coffe-Milk-Stout zuschlagen musste und weshalb ich sehr gespannt bin, ob wir diesmal zusammenkommen. Das Bier ist übrigens noch so frisch auf dem Markt, dass es noch nicht einmal eine ratebeer-Bewertung hierzu gibt. Neben Muscovado-Zucker wird als Kaffee äthiopischer Moata-Kaffee aus der Rösterei Ernst verwendet.

Im Bierblog der FAZ formuliert Fritz Wülfing seine Haltung über das Reinheitsgebot so:

„Das Reinheitsgebot ist eine Marketingidee, die zum ersten Mal 1918 auftaucht. Der Erlass von 1516 spricht weder von Malz noch von Weizen und ist daher nicht relevant. Die möglichen Zutaten für Bier sind im vorläufigen Biersteuergesetz von 1993 aufgeführt. Da ist auch von technisch reinem Zucker die Rede, vielleicht ist das ja mit Reinheitsgebot gemeint…?

Es ist okay, wenn man nur mit den vier Zutaten Bier braut. Die meisten Biere werden so hergestellt. Mit Reinheit hat das nichts zu tun. Entscheidend ist die völlige Transparenz aller Zutaten und Prozessschritte bis zum fertigen Produkt. Das deutsche Reinheitsgebot ist für mich völlig bedeutungslos.“

Bedeutungslos wäre es für mich zwar nicht, aber Transparenz und Qualität sind zweifelsohne die richtigen Stichworte…

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Milk Stout
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Muscovado, Hopfen, Laktose, Kaffee, Hefe
Stammwürze. . . . . .  9°P
Alkoholgehalt. . . . . .
3,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bonn
Erscheinungsjahr. . .
2017

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________8
  • Geruch:______________________9
  • Geschmack:__________________7
Fazit

Sowohl in der Nase als auch auf der Zunge dominiert klar der Kaffee. In der Nase noch eher trocken-röstig nach gemahlenen Bohnen ist er im Mund eher säuerlich, weich und bei geringem Körper im Abgang recht unauffällig trocken. Da ich meinen Kaffee aber gerne mit Milch trinke, ist mir leider etwas zu wenig Laktose eingesetzt worden. Auch wenn man sicher die Qualität des Kaffees herausschmeckt, so ist es mir schlicht zu schwarz (und sauer). Gerade aufgrund der Eigenschaft als leichtes Schankbier sicher aber für Schwarzkaffee-Liebhaber eine interessante Alternative zum Nachmittagskuchen. Für mich reicht’s aber leider nur für 8 Pkt. (3).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.ale-mania.de/sorten/.

Prost!

175. Riegele BierManufaktur | Sierra Nevada Bayerisch Ale 2

„BAYERISCH ALE 2 steht für die hopfige Freundschaft zwischen den Craft-Bier Pionieren Sierra Nevada aus den USA und der Riegele BierManufaktur, Deutschlands Craft Bier Brauer des Jahres. Zusammen haben Sie den Klassiker unter den angelsächsischen Bierstilen eingebraut, das Pale Ale. Erfrischend fruchtig, mit der Leidenschaft echter Pioniere.

Als erste deutsche Brauerei kooperiert die Riegele BierManufaktur mit Sierra Nevada aus den USA und kombiniert dabei die Erfahrungen deutscher BrauKunst mit der Dynamik der amerikanischen Craft Bier Szene!“

Dabei treffen mit diesen beiden Brauereien zwei der jeweils ältesten ihrer Art zusammen. Während in Augsburg bereits seit 1386 gebraut wird, zählt Sierra Nevada aus Kalifornien zu den Craft-Bier-Pionieren der USA. Man muss allerdings erwähnen, dass die Braumanufaktur genau genommen eine eigene Brauerei im Brauhaus Riegele ist. Seit einigen Jahren wird dort im ehemaligen historischen Sudhaus neben den bayrischen Bierklassikern auch kreativer gebraut. Geleitet wird dieses Brauhandwerk von Frank Müller, 7 Sterne Braumeister und Sebastian Priller-Riegele, Weltmeister der Biersommelieres. Damit dürften meine Erwartungen entsprechend hoch gehangen sein.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gersten- & Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . .
5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Augsburg
Erscheinungsjahr. . .
2016

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___13
  • Aussehen:____________________9
  • Geruch:______________________12
  • Geschmack:__________________13
Fazit

Was für eine Fruchtbombe?! Im Geruch schon sehr fruchtig nach folgenden Pflanzen (mit absteigender Dominanz): Maracuja, Ananas, Granatapfel, Aprikose, Litschi, Mango, Pfirsich, Zitrone und Himbeere. Und auch im Mund geht dieses Ensemble fruchtiger Noten weiter ohne eine überhöhte Süße zu produzieren. Dabei ist es weit überdurchschnittlich frisch und sehr prickelnd und überraschenderweise kaum bitter. Unauffällig bleiben nur das Malz und der gesamte Abgang. Bei mittlerem Körper ist es recht süffig und vermutlich gerade für wärmere Jahreszeiten ideal. Insgesamt also ein wirklich tolles und außergewöhnliches Bier, das sicher auch beim weiblichen Publikum eine Anhängerschaft hat. Für meinen Geschmack ist es aber etwas zu fruchtig und hat zu wenig Tiefgang. Nichtsdestotrotz habe ich mich für sehr gute 13 Pkt. (1-) durchringen können.

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.riegele-biermanufaktur.de/bayerisch-ale-2/.

Prost!