237. St. Feuillien Grisette Blonde

Nachdem sich die politische Nachrichtenlage in Deutschland wieder etwas beruhigt, möchte ich meine und Eure Aufmerksamkeit wieder auf was viel schöneres und konstruktiveres richten: Das Bier.

Mit dem heutigen Grisette Blonde aus dem Bestand der Brühler Eule biege ich endgültig auf die Zielgeraden meiner Jahresreihe „Alternative Getreide & weitere natürliche Zutaten“ ein. Dabei ist dieses eines (und vorerst das letzte) von inzwischen knapp zehn glutenfreien Bieren, die ich schon proBieren durfte. Über das Bio-Bier selbst lässt sich zwar nicht viel in Erfahrung bringen, außer dass es mit Reis- und Haferflocken sowie Milchsäure und Gewürzen gebraut und im Nachgang mit Ascorbinsäure versetzt ist. Ähnlich anderer bisher getesteter glutenfreier Biere wurde es mittels biochemischer Verfahren vom im Gerstenmalz natürlich enthaltenen Gluten befreit. Dafür kann die Brauerei mit einer kleinen aber feinen Geschichte aufwarten. 1873 gegründet und seither in gleichbleibender Familienhand geht sie zurück auf das Prämonstratenser-Kloster Saint-Feuillien du Rœulx, in dem seit 1125 durch die Chorherrn Bier gebraut wurde. Erst in den Wirren der französischen Revolution musste das Kloster und damit auch das Bierbrauen in der wallonischen Kleinstadt aufgegeben werden. Die Familie Friart knüpfte an diese Tradition im 19. Jahrhundert an und gehört heute dem belgischen Familienbraubund an. Mit 40.000hl gehört die Brauerei selbst in Belgien zu den eher kleineren Brauereien.

Bin ich also gespannt wie ein solche Zutatenliste schmeckt. Hinsichtlich der Reis- und Haferflocken sowie der Gewürze und Milchsäure habe ich eine sehr positive Meinung, da es das verkörpert, was ich mit meiner Blogbotschaft vermitteln möchte: Mehr Natürlichkeit. Bezüglich des Antioxidationsmittels hingegen bin ich hingegen etwas enttäuscht, da dies eigentlich schon ein Ausschlussgrund für meinen Blog wäre. Hoffentlich macht es wenigstens geschmacklich keine negative Beeinflussung.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Blonde
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Reis- & Haferflocken, Gewürze, Milchsäure, Hopfen, Hefe, Ascorbinsäure
Stammwürze
. . . . . .  12°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Le Rœulx / Belgien
Erscheinungsjahr. . .
2014

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken:___10
  • Aussehen:____________________8
  • Geruch:______________________11
  • Geschmack:__________________10
Fazit

Geruch: stärker würzig, malzig, getreidig, nussig, leicht süß
Geschmack: vollmundiger als gedacht, klar würzig & leicht gewürzig, weder Malz noch Hopfen dominieren, recht spritzig, herber Abgang
Gesamt: Überraschend würzig und fast schon Pils-ähnlich. Die Gewürze und die Milchsäure sowie der Reis zeigen sich nur unterschwellig, sind aber erkennbar. Gerade als Mensch mit Glutenunverträglichkeit aber eine sehr gute Bier-Alternative, die vor allem kaum an typischem Biergeschmack einbüßt. Auch wenn es ansonsten kein geschmackliches Highlight ist und es durch das eingesetzte Antioxidationsmittel Abzüge gibt ein wirklich grundsolides Bier. In Summe heißt das 9 Pkt. (3+).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.st-feuillien.com/FicheTechnique.php?lang=1&ref=301.

Prost!

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