Archiv für den Monat: Januar 2020

568. Leffe Royale Whitbread Golding

In Zeiten des Megxit passt mein heutiges Bier sehr gut zu den jüngsten Schlagzeilen. Gefunden habe ich es im hiesigen Getränkemarkt.
Es handelt sich um ein nicht näher spezifiziertes belgisches Starkbier der Marke Leffe, die zum ABInBev-Giganten gehört. Neben der typischen Verwendung von Zucker befindet sich auch Mais und unvermälzte Gerste im Bier. Der Name des Bieres entstammt der Hopfensorte, die dort Verwendung findet.
Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Belgisch Starkbier
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Gerste, Mais, Zucker, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 7,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . Dinant (Belgien)
Erscheinungsjahr. . .
2012

Fazit

Ein doch interessantes Geruchs- und Geschmackserlebnis. Auch wenn eine trocken-herbe Bittere alles überlagert sind die hefigen, malzig-süßen Noten von Karamell, bis Lakritz schmeckbar. Insgesamt ist es sehr vollmundig mit einem leichten Alkoholaroma. Wäre also die herbe Bittere (oder bittere Herbe) nicht, wäre es durchaus ein sehr gutes Bier.

| 11 Pkt. (2)

https://leffe.com/nl/leffe-whitbread-golding

Prost & guten Abend ! 🍻

 

567. AndUnion Sunday Easy Pale Ale

Passend zum Sonntag gibt es für mich heute das Sunday Easy Pale Ale der 2007 entstandenen Münchener Craftbeer-Marke AndUnion. Die mit bayrischen Familienbrauereien zusammenarbeitenden Bierenthusiasten sind vor allem durch das minimale aber dennoch (farblich) auffällige Flaschen- und Dosendesign bekannt.

Und gerade, weil man ja oft am Sonntag schon wieder an die kommende Arbeitswoche denkt, bitte folgender Hinweis:

„DON’T LET MONDAYS RUIN YOUR SUNDAY.“

>Danke an Nils für das Bier<

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Pale Ale
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  12°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,5%
Herkunft. . . . . . . . . . . München
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Während das easy-like-Sunday-Morning Pale Ale in der Nase noch kräftig daherkommt, ist es auf der Zunge schon deutlich milder. Eine leichte Herbe und dezente Fruchtigkeit dominieren die keine bis kaum merkliche Bittere. Die grasige Grundnote setzt sich im heuartigen Abgang fort. Für mich nicht unbedingt ein Überflieger-Bier, aber gerade zum Craftbier-Einstieg, zum Entspannen oder wenn es mal etwas mehr sein soll ist es gut geeignet.

| 12 Pkt. (2+)

https://www.andunion.com/de/product/sun-day/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

566. AleMania 19th Century India Pale Ale

Auch mein zweites Bier in 2020 eignet sich hervorragend zum Start des neuen Jahrzehnts. Denn Mit dem 19th Century IPA hat Fritz Wülfing – Bonner Craftbeer Pionier und Kopf der Marke AleMania – versucht ein IPA mit einer fast zweihundert Jahre alten Rezeptur zu brauen. Dabei hat er neben zwei alten Hopfensorten auch eine historische Gerstenmalzsorte aus dem Hut gezaubert:

„Eine einmalige Spezialität: Historisches Chevalliermalz (1832) gepaart mit den (alten) Hopfensorten East Kent Golding (1838) und Fuggles (1861). So kann ein IPA im England des 19. Jahrhunderts geschmeckt haben.“

19th Century IPA

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . IPA
Brauart
. . . . . . . . . . . obergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . .  13,5°P
Alkoholgehalt. . . . . . 5,3%
Herkunft. . . . . . . . . . . Bonn
Erscheinungsjahr. . .
2019

Fazit

In der Tat könnte einem das Bier in die Zeit zurückversetzen. Auch wenn es heutzutage immer schwieriger wird historische Geschmacksprofile nachzuahmen, scheint das 19th Century IPA gewisse Authentizität mitzubringen. Es ist weitaus spritziger und schärfer als die mit heutigen Zutaten eingebraute IPAs. Auffällig ist eine Dominanz von zitrusfruchtigen, würzigen und bitter-hopfig-herben Aromen. Erst in zweiter Reihe folgen heuartige, erdige sowie leicht buttrige Nuancen. Dennoch schmeckt mir persönlich ein modernes IPA einfach besser, da es mehr Harmonie und Aromabreite bietet.

| 11 Pkt. (2)

https://www.alemaniabonn.de/unser-bier/

Prost & guten Abend ! 🍻

 

Bierjubiläum Krone 2019

Das Jahr 2019 liegt nun bereits hinter uns, doch dennoch möchte ich es nochmals auf besondere Weise Revue passieren lassen. Und da ich eben nicht nur einfach Bier trinke, sondern mir dazu auch immer reichlich Notizen mache, möchte ich heute bereits zum dritten Mal diejenigen Biere prämieren, die mich in diesem Jahr ganz besonders überzeugt haben. Dabei ist mir die Auswahl in bestimmten Bereichen wie immer nicht leicht gefallen, da ich ja grundsätzlich schon dazu neige hochqualitative Biere zu probieren, sodass es selbst an der Spitze recht eng ist. Neben der Auszeichnung des besten Bier des Jahres, möchte ich aber auch gerne noch weitere Biere in fünf zusätzlichen Kategorien hervorheben, die in besonderer Weise auf sich aufmerksam gemacht haben.

Kommen wir aber nun erst mal zu den besten Einzelbieren. Basis der Auswahl waren die kontinuierlich geführten Bewertungen, die ich bei jeder Rezension aufstelle, sowie darüber hinaus besonders in Erinnerung gebliebene Biere außerhalb der Einzelrezensionen.
Eines dieser Biere, die sich in meinem Biergedächtnis gebrannt hat, ist der diesjährige Sieger der Bierjubiläum-Krone. Verkostet habe ich es auf dem ersten Craftbeer Festival Cologne. Gebraut wird es von der letzten Brauerei des Vulkanstollens in Mendig in der Eifel. Außer von mir wurde es bereits vielfach an anderer Stelle als bestes Bier seines Stils ausgezeichnet. Normalerweise in der Flasche nur für einen meiner Geldbörse nach ziemlich hohen Preis zu erstehen, hatte ich Glück es auf dem Festival zu kleinerem Geld proBieren zu können. Platz 1 in der Gesamtwertung für 2019 geht an das Vulkan Bourbon Barrel Doppelbock.
Der aufmerksame Leser wird festgestellt haben, dass es neben einigen Bewertungen von 13 bzw. 13,5 von 15 Pkt. nur eine Rezension geschafft hat die diesjährige Bestmarke von 14 Pkt. zu knacken. Und dies quasi mit dem Schlusspfiff in der allerletzten Rezension des Jahrzehnts. Dementsprechend leicht fiel dann auch die Vergabe der Silbermedaille. Sie geht an BrewDog vs. To Øl Mercurial Mælk – einem Imperial Stout mit Haferflocken, Kakao und Laktose.
Etwas schwerer ist es mir die diesjährige Bronzemedaille gefallen. Hier gab es eine Auswahl von drei Bieren mit der Endnote 13,5 Pkt. Wie in jeder guten Jury hat bei mir letztlich wieder das Bauchgefühl entschieden…  Und das fiel auf ein Bier, das mir ein Freund aus der Schweiz geschickt hatte. Es wird alljährlich zum Altstadtfest in Appenzell gebraut und enthält neben Wacholder, Koriander und Ingwer auch eine Frucht die mit gleich mehreren Namen daherkommt: Zitronatzitrone, Cedrat, medischer Apfel, Cedrizitrone, Zedernapfel, Cedernfrucht oder Zedrat-Zitrone. Zudem ist es doppelt obergärig vergoren. Platz 3 in diesem Jahr geht also an das Appenzeller Hofer Brauw.
Hier also nun das verdiente Siegertreppchen:

Diese neun Biere (allesamt mit mindestens 12,5 Pkt. bewertet) komplettieren schließlich die Top Twelve – sortiert in alphabetischer Reihenfolge:

Neben den Bieren möchte ich an dieser Stelle aber auch die drei „besten“ Brauereien meines persönlichen Bierjahres auszeichnen. Auch wenn hier kein so eindeutiger Bewertungsschlüssel wie zuvor vorliegt, sind mir einige Brauereien im zurückliegenden Jahr aus ganz unterschiedlichen Gründen in Erinnerung geblieben.
Die Goldmedaille der Brauereien des Jahres 2019 geht dabei für mich an Gaffel. Die private Kölschbrauerei aus der Domstadt hat im Jahre ihres 111-jährigen Jubiläums nicht nur tolle und interessante Bierprojekte wie das Viking Kölsch gestartet sondern war mit ihrem Pressesprecher Michael Busemann auch Initiator des Kölner Craftbeer Festivals.
Silber verleihe ich der Störtebeker Braumanufaktur stellvertretend für den Sieg ihrer Pressesprecherin Elisa Raus bei den letzten Weltmeisterschaften der Biersommeliers im italienischen Rimini.
Platz 3 und Bronze geht an Maisel & Friends aus dem schönen Bayreuth. Nicht nur hat mich Eva Ploß unterjährig immer wieder mit kostenlosen Bierlieferungen bestochen, die dann auch noch super schmeckten, auch hat sich der Ableger der bekannten Weißbierbrauerei als Pionier der deutschen Craftbier-Szene auch dieses Jahr wieder an der Vernetzung und Entwicklung neuer Biere außerordentlich beteiligt.

Weiter geht mit den Einzelkategorien. Den Anfang macht die besten regionalen Biere. Ausgangspunkt ist hierbei ganz subjektiv mein Wohnort Brühl. Da ich mich diesmal zwischen gleich sechs interessanten und die Region prägenden Bieren nicht entscheiden konnte, gibt es für 2019 eben ein halbes Dutzend geteilte Sieger.

In der Kategorie „Traditionell“ ehre ich Biere, die alte oder seltene Stile wieder aufleben lassen. Hervorheben möchte ich in diesem Jahr die Segelschiff Mumme aus Braunschweig – die jahrzehntelang ausgestorben war, den Young Adam von Clucking Hen aus dem Sauerland, Fullers & Friends mit dem auf Torf geräucherten Peat Souper und eines der weltweit wenigen Tafelbiere Piedboeuf Blond.

Die folgende Kategorie soll die besondersten der besonderen Biere aus 2019 auserwählen. So geht der diesjährige Sonderpreis an das für einen gute Zweck gebraute Kaffeebier meines lieben Freund Ralf vom Braukunst Vorgebirge, den Wooly Bully der niederländischen Brauerei Ramses – ein Hop Hash Barley-Wine Quadrupel, das mit Hopfenharz eingebraut ist, sowie an das höchstprozentige Bier, das ich bislang je getrunken habe: Die Weltreise von Schoppe Bräu.

In der Kategorie „Alkoholfrei“ haben es zwei Biere in die Prämierung geschafft. Neben dem der alkoholfreien Neuerscheinung von Maisel & Friends  war ich insbesondere vom mit Salz eingebrautem Snorkeler’s Sea Salt IPA aus Rügen überrascht.

Und last but not least der Ehren- pardon Ährenpreis für besondere Verdienste an den Zielen des Bierjubiläums. Dieser geht dieses Jahr erneut ganz uneigennützig an das Cerevisia M˟ von mir selbst. Das erste Bier weltweit, das mit allen sieben Hauptgetreiden eingebraut ist, habe ich in 2019 auf zehn Getreidearten erweitert. Das Cerevisia-Projekt wird dieses Jahr übrigens auf zwölf Körner finalisiert.

Allen Preisträgern einen herzlichen Glückwunsch und ein mindestens genauso erfolgreiches und leckeres Jahr 2016+4.

565. Stiegl Paracelsus glutenfrei

Das erste Bier im neuen Jahrzehnt hat mir Nils noch im letzten Jahrzehnt mitgebracht. Den großen Bruder – das Paracelsus Zwickel – hatte ich bereits auf der Bierbörse 2017 proBiert. Die glutenfreie Edition wartet jedoch mit einer interessanten Zutat auf. Da das Bier nicht – wie sehr oft üblich – mit künstlichen Enzymen glutenfrei gemacht wird, wird es hauptsächlich aus Braunhirsemalz gebraut. Zudem ist das Bier 100% bio.

Benannt nach dem Salzburger Arzt:

„Bier ist eine wahrhaft göttliche Medizin!“

Sehr passend also für meinen Dekadenstart – will ich neben meinem 12-Korn-Bier auch irgendwann mal ein glutenfreies Bier rein aus natürlichen Zutaten brauen.

Steckbrief

Stil. . . . . . . . . . . . . . . Zwickl
Brauart
. . . . . . . . . . . untergärig
Zutaten. . . . . . . . . . . Gerstenmalz, Braunhirsemalz, Hopfen, Hefe
Stammwürze
. . . . . . 
Alkoholgehalt. . . . . . 4,9%
Herkunft. . . . . . . . . . . Salzburg (Österreich)
Erscheinungsjahr. . .
?

Fazit

Während es in der Nase noch sehr nussig und bestenfalls gemüsig daherkommt, wirkt es auf der Zunge weit weniger außergewöhnlich, was angesichts des großen Anteils der Braunhirse relativ verwunderlich ist. Im Vergleich zu einem „klassischen“ Zwickl, welches im Bierstil schon viele Variationen zulässt – wirkt es dennoch interessant anders ohne dabei gleich ins Extreme zu gehen.

| 11 Pkt. (2)

https://www.stiegl.at/de/biere/klassiker/stiegl-paracelsus-glutenfrei

Prost, guten Abend und frohes neues Jahr 2020! 🍻🎆

 

Prosit 2020!

Startbild_IIProsit Neujahr | Rückblick 2019 – Ausblick 2020

Allen Lesern und Bierinteressierten wünsche ich auf diesem Wege ein bierig-leckeres neues Jahr 2020.

Ein ereignisreiches und bewegendes Jahr mit vielen Höhepunkten ist zu Ende. Dabei geriet für mich das Thema Bier so weit in den Hintergrund wie lange nicht mehr. Grund war einerseits die Komplettierung meiner kleinen Familie im Sommer und andererseits unser Umzug ins Eigenheim gegen Ende des Jahres.

In bieriger Hinsicht gab es aber auch einige Highlights. Zu nennen ist da der zweite Hoppy Birthday der Craftbeer Corner in Coeln sowie mein erster Besuch der neuen Craftbeer Bar Balthasar in der Bonner Innenstadt. Daneben feierten wir in der Kierberger Eule 33 Jahre Kölsch Konvention mitsamt Blindverkostung von verschiedenen Kölsch-Marken. Meine Stammkneipe des Biersommeliers meines Vertrauens war auch im Herbst mit der langen Craftbeer Nacht Teil des ersten Brühler Kneipenfestivals. Größtes Highlight war wohl aber das vom Pressesprecher von Gaffel organisierte erste Craftbeer Festival Cologne, welches mangels stattfindendem Festival der Bierkulturen ins Leben gerufen wurde und mir persönlich sehr gut gefallen hatte.

Auch hatte ich in der ersten Jahreshälfte noch die Möglichkeit mein Heimbrau-Projekt Cerevisia M weiterzuentwickeln. Inzwischen habe ich es auf zehn unterschiedliche Getreidearten und fünf Hopfensorten erweitert.

Quantitativ fällt die Jahresbilanz im Vergleich zu den Vorjahren mit rund 250 verkosteten Bieren zwar etwas geringer aus, bleibt dennoch aber im Bereich meiner Erwartungen.

Im nun schon gestarteten neuen Jahr 2020 werde ich natürlich weiter fleißig in die Tasten hauen. Dabei wird die Taktung der Beiträge wie bereits zuletzt etwas geringer ausfallen als in den vorherigen Jahren. Neben dem Blog wird hoffentlich vor allem die Gründung und der Aufbau der einzigen echten Brühler Brauerei in der Eule im Mittelpunkt stehen. Im Rahmen dessen möchte ich mein Cerevisia M auf 12 Getreide finalisieren und mich an weitere Stile wie Black IPA, Barley Wine oder Gruitbier heranwagen.

Und vielleicht schaffe ich es in diesem Jahr ja auch noch die bereits avisierte Reise ins Bierland Belgien realisieren können.

Über alle dem werde ich aber trotzdem auch weiterhin meine Bierbotschaft eines reformierten Reinheitsgebotes verbreiten und mich für Natürlichkeit, Qualität, Vielfalt, Regionalität und Transparenz einsetzen.

Ich möchte mich vor allem aber auch recht herzlich bei Euch allen bierinteressierten Lesern bedanken und nochmals meine Einladung erneuern, gerne jederzeit auch Beiträge in Form von Bildern, Videos, Audios oder kurzen Artikeln beizusteuern.

Bis dahin verbleibe ich mit bierigen Grüßen aus Brühl

Euer Markus

PS: Für weitere Infos zu meinen Gedanken zur Reinheitsgebotsreform verweise ich gerne nochmals auf  „Das Reinheitsgebot“.