Archiv für den Monat: Dezember 2016

143. Herrnbräu Jubiläums-Sud (#2)

Last but not least bzw. das Beste kommt zum Schluss: Die letzte Rezension des Bierjubiläum-Jahres ist DER bierige Höhepunkt meines Bierblogs: Der (Bier-)Jubiläums-Sondersud von Herrnbräu aus der Stadt des „Reinheitsgebotes“:

„Ingolstadt, ehemalige Herzogstadt und Sitz der ersten bayerischen Landesuniversität ist die Heimat von Herrnbräu. Herzog Wilhelm IV. verkündete in Ingolstadt am 23. April (Georgitag) 1516 […] ‚Das Bayerische Reinheitsgebot‘.

2016 feiert ‚Das Bayerische Reinheitsgebot‘ seinen 500. Geburtstag. Speziell hierfür wird der „Herrnbräu Jubiläums-Sud“ mit einem Stammwürzegehalt von 12,8 % im klassichen Ein-Maischverfahren gebraut. Alle verwendeten Rohstoffe stammen aus der Region. Als Resultat eines altüberlieferten Rezeptes mit einem extra hohen Anteil an Röst- und Karamellmalz eingebraut, unter Zugabe aromatischen Hallertauer Hopfens und einer exakt kontrollierten Gärung mit frischer untergäriger Herrnbräu-Hefe entsteht ein dunkles [Keller-]Bier. […] Naturbelassen und unfiltriert.“

Dank des KALEA-Bieradventskalenders kommt das wohl nur schwer zugängliche Spezialbier genau rechtzeitig zur (vor-)letzten und herausragendsten Etappe für 500 Jahre Reinheitsgebot. Auch wenn damit meine Kritik am aktuellen „Reinheitsgebot“ nicht untergehen soll, bin ich hocherfreut dieses Bier als Abschluss und Höhepunkt der Einzelrezensionen verköstigen zu dürfen.

Für weitere Infos zur Brauerei und zum Bierjubiläum siehe auch und .

Steckbrief

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken

Selbstverständlich aus Bierjubiläumssicht das non-plus-ultra, auch wenn objektiv einige Kritikpunkte (zu verspielt, zu unkreativ, zu wenige Informationen) genannt werden müssten.

  • Aussehen

Dunkelorangerotes und naturtrübes Bernstein mit guter und haltbarer feinporiger Schaumkrone.

  • Geruch

Malzig bis röstmalzig, leicht grasig und brotig mit einem dezenten Hauch von Zitrone.

  • Geschmack

Sowohl mild süß als auch mild würzig in der Röstmalznote. Dazu eine leichte Bittere und wieder ein Hauch von Zitrone in den Zwischentönen. Der gute Körper wird von einer eher dumpfen Rezenz begleitet. Der Abgang gestaltet sich erst feinherb, dann trocken-malzig und schließlich wieder ein wenig süßlich.

  • Fazit

Objektiv: Wahrlich ein passendes Bier zum Bierjubiläum. Historische Rezeptur mit moderner Brautechnik gebraut. Zwar kein unbedingter Überflieger in Sachen Kreativität, dafür aber besonders repräsentativ für den gegebenen Anlass.
Subjektiv: Kein Bier passt besser in dieses Blogformat. Kein Bier repräsentiert das Bierjubiläum mehr als dieses. Und kein Bier könnte das Bierjubiläumsjahr so hervorragend schließen als der Bierjubiläumssud. Deshalb zum ersten Mal die absolute Bestnote in der Gesamtwertung: 15 von 15 Pkt. (1+).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.herrnbraeu.de/de/herrnbraeu/herrnbraeu-jubilaeums-sud.html.

Damit verabschiede ich mich aus dem Bierjubiläums-Jahr und melde mich erst im neuen Jahr wieder mit der Zusammenfassung von Silvester und einem (persönlichen) Fazit aus einem Jahr Bierblog zurück.

Vielen Dank an alle Leser für Euer Interesse und einen guten Rutsch in 2016+1.

Prost!

141.-142. Aktienbrauerei Kaufbeuren Hell (#14) & Schlappe Seppel Helles (#23)

Zum Ende des Bierjubiläum-Jahres gibt es nochmals ein absolutes Novum: Eine Doppel-Verkostung zweier Biere gleichen Stiles.

Beide Biere kommen dabei noch aus dem KALEA-Bieradventskalender, den ich ja aus diversen Gründen nicht schon in der Adventszeit austrinken konnte.

Bier Nr. I kommt aus dem schönen Allgäu und aus einer der ältesten und aktuell überwiegend privat vergesellschaftete Brauereien der Deutschlands. Das Blaue erreichte beim diesjährigen World Beer Cup den silbernen Rang:

„Glanzfein. Aromatisch. Vollmundig. Ein Klassiker.“

Die Brauerei zeichnet diese Besonderheiten aus:

  • Eine Bier-Reihe ist dem Landmaschinenhersteller Fendt gewidmet und zeichnet sich durch eine variable Färbung und Trübung aus
  • Entwicklung eines Bag-In-Box-Beutel für Biere
  • Außerdem wurde anlässlich des Bierjubiläums mit dem Beurer Urtrunk ein Jubiläumsbier auf den Markt geworfen

Bier Nr. II kommt ebenfalls aus Bayern – allerdings direkt an der Grenze zu Hessen südöstlich von Frankfurt/Main. Die vorliegende 0,33l-Flasche ist übrigens eine limitierte Sonderabfüllung für den Kalender. Zudem hat es den Meiningers International Craft Beer Award 2016 gewonnen.

„Seine Braukunst machte Josef Lögler, wegen seines lahmen Beines, der ‚Schlappe Seppel‘ genannt, zur Legende“

Steckbrief

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken

I: Mir etwas zu simpel und unkreativ gehalten. Auch wenn die farbliche Akzentuierung gefällt.
II: Für ein fast hessisches Bier sehr landes-patriotisch gehalten. Mir gefällt’s ganz gut.

  • Aussehen

I: Goldig klar mit nicht entwickelnder Schaumbildung.
II: Strohgelb, ebenso klar dafür mit besserer feinporiger Schaumkrone.

  • Geruch

I: Malzig, grasig und torfig.
II: Weniger malzig, dumpf fruchtig und leicht waldig.

  • Geschmack

I: Grasig und vor allem trocken-malzig. Kaum Bittere spürbar. Zwar nicht wirklich sehr süffig, aber süffiger als II. Im Abgang leicht herb und erfrischend und insgesamt tatsächlich leicht vollmundig.
II: Ebenfalls malzig, aber mit mehr Süße und weniger Grasnoten. Ziemlich wenig Körper, ohne dabei aber wirklich süffig zu sein. Etwas bitterer als I. Im Abgang herber und trockener werdend, aber eher unaufgeregt.

  • Fazit

Im Direktvergleich schneidet das Schlappe Seppel Hell etwas besser als das ABK Hell. Doch sind selbst in den Einzelkategorien Nuancen, die den Unterschied machen. Insgesamt schlägt Bier Nr. II mit 12 Pkt. (2+) ganz knapp Bier Nr. I mit 11 Pkt. (2).

Weitere Infos zum Bier Nr. I unter: https://www.aktienbrauerei.de/2-0-Website.html#produkte/1.

Weitere Infos zum Bier Nr. II unter: https://www.schlappeseppel.de/de/biere/helles/.

Weitere Infos zum Bieradventskalender unter: http://kalea.at/bieradventkalender-uebersicht/.

Prost!

Weihnachten 2016

Unser Weihnachtsfest wurde mit folgenden Bieren begangen:

Bierfacts:

  • Störtebecker Glühbier:
    – 16.5°P; 5%; untergärig
    – mit Holundersaft und weihnachtlichen Gewürzen
    – warm genossen ist es quasi die deutsche Version gegenüber des Glühbiers von
    – schmeckt warm in der Tat sehr bekömmlich und passig zum heiligen Abend
    https://www.stoertebeker.com/de_de/glueh-bier/
  • Stille Nacht Festbier:
    – 14.5°P; 6,3%; untergärig
    – von der 1818 gegründeten Privatbrauerei Schnaitl aus dem österreichischen Gundertshausen
    – #24 aus dem KALEA-Bieradventskalender
    – malziges Festbier deutscher Tradition
    – „Fast jeder singt in der Familie gerne ‚Stille Nacht, heilige Nacht‘. Dass das Lied in unserer Nachbarschaft komponiert wurde, war ein Grund mehr für uns, es mit einer eigenen Bierkomposition zu ehren“
    http://www.stillenachtbier.at/

Bierfacts:

  • Tucher Christkindlesmarkt-Bier:
    – 13.3°P; 6%; untergärig
    – helles klares Festbier für eines der ältesten, beliebtesten und bekanntesten Weihnachtsmärkte Deutschlands, welches jedoch recht allgemein schmeckt
    – meiner Ansicht nach eines der schönsten Bieretiketten klassischer Form
    http://www.tucher.de/unsere-biere/unser-sortiment/unsere-spezialitaeten/
  • Schwaben Bräu Weihnachtsbier:
    – 12.4°P, 5,5%; untergärig
    – von der 1878 gegründeten Brauerei aus Stuttgart
    – seit 2007 ist die Brauerei zusammen mit der Dinkelacker-Brauerei wieder von ABInBev eigenständig
    – auch dieses im hiesigen HIT erworbene Festbier schmeckt im Grunde nur wenig festlich, aber auch nicht schlecht
    https://www.schwabenbraeu.de/sortiment/

Bierfacts:

Ich hoffe auch Ihr hattet ein ähnlich schönes (und bieriges) Weihnachtsfest.

140. Brewdog Hoppy Christmas

Mit dem „Hoppy Christmas“ aus dem nord-ost-schottischen Hause Brewdog möchte ich heute die bierige Weihnacht einläuten. Das 2007 gegründete Brauunternehmen kann auf eine bis dato grandiose Erfolgsgeschichte zurückblicken. Mit inzwischen über 500 Angestellten, über 40 Bars und einem Ausstoß von über 130.000 hl ist Brewdog zu einer wahren UK-Bier-Größe geworden. Zu verdanken haben die beiden Gründer das einer Crowd-Funding-Initiative, die 2008 ins Leben gerufen wurde um das Unternehmen mit vielen Bieren am Markt platzieren zu können. Bereits 2012 wurde das sogenannte Single-Hop-„Festive IPA“ eingeführt und reiht sich inzwischen in eine Reihe von mehr als 25 Bieren. Während die meisten deutschen Weihnachtsfestbiere durch einen erhöhten Malzgehalt in Erscheinung treten, scheint es auf der britischen Insel etwas hopfiger zu den Festtagen zuzugehen. Sehr gespannt und erfreut will ich mich nun denn ans Werk machen :).

Steckbrief

140_Brewdog Hoppy Christmas-Steckbrief

Bewertung

140_Brewdog Hoppy Christmas

  • Flaschendesign + Kronkorken

Brewdog hat es wirklich verstanden gute Label-Designs zu kreieren. Manche sind zu craftig-hipp, dieses allerdings trifft meinen Weihnachtsgeschmack auf den Punkt – zudem mit erhabener Schrift. Durch den Importaufkleber kann ich leider keine Aussage zu den Informationen treffen.

  • Aussehen

Irgendwo zwischen Bronze, Kupfer und Bernstein mit einer natürlichen Trübung und geringer schlieriger Schaumbildung.

  • Geruch

Wahrlich sehr sehr fruchtig-frisch. Ananas, Mango und Litschi rieche ich heraus, Papaya soll auch drin sein, kenn ich aber zu wenig um es beurteilen zu können. Neben einer leicht sauren Note noch eine Nuance an Karamellsüße vorhanden.

  • Geschmack

Überraschenderweise ist es tatsächlich sehr IPA-typisch. Zunächst ist wenig „festive“ zu erkennen, denn die fruchtige Bitterkeit dominieren. Dann kommt mehr und mehr die fruchtige (und leicht saure) Süße hervor, die sich recht vielfältig auf den Gaumen verteilt. Kaum alkoholaromatisch und insgesamt weich und trocken. Im Abgang kommt dann erneut die aufsteigende Herbe zur Geltung.

  • Fazit

Schon interessant, wie man mit einer einzigen Hopfensorte derartige Aromen erzeugen kann. Und in der Tat auch ein festliches India Pale Ale. Aber wie bei vielen anderen (auch deutschen) Weihnachtsfestbieren vermisse ich noch mehr das Besondere. Mit etwas weihnachtlicher Güte gibt es aber dennoch so gerade eine 1- (13Pkt.).

140_Brewdog Hoppy Christmas-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.brewdog.com/item/497/BrewDog/Hoppy-Christmas.html.

Prost!

139. Hallertauer Hopfen-Cuvée (#21)

Das letzte vorweihnachtliche Bieradventskalenderbier ist ein mit den vier Aromahopfen Hallertauer Tradition, Hallertauer Mittelfrüher, Perle und Saphir veredeltes Pilsener aus einer der berühmtesten Hopfenanbaugebieten der Welt. Es stammt von der Schlossbrauerei Herrngiersdorf, welches angibt durch das Gründungsjahr 1131 die älteste Privatbrauerei der Welt zu sein. Damals noch von Benedikterinnen des Klosters Geisenfeld ins Leben gerufen, ist es nach diversen kleinräumlichen Umzügen seit 1899 bis heute im Besitz der Familie Pausinger.

Steckbrief

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken

Insgesamt ansprechend. Auch die grüne Farbe passt natürlich sehr gut zum Hopfen-Thema. Wenn auch die Label etwas unprofessionell wirken, können sie mit einer doppelten geschützten geographischen Angabe aufwarten: Bayrisches Bier + Hopfen aus der Hallertau.

  • Aussehen

Strohgold, klar und mit einer mäßigen aber gut haltbaren Schaumkrone.

  • Geruch

Sehr grasig-hopfig-frisch-würzig.

  • Geschmack

Sehr aromatisch, würzig, waldig und natürlich auch mit einer entsprechenden Hopfen-Bittere. Diese allerdings hält sich genauso im Rahmen, um gerade nicht dominant zu wirken. Im Abgang abgerundet und aufsteigend herber werdend. Auch sonst sehr harmonisch, weich, süffig und ziemlich prickelnd.

  • Fazit

„Edel-Pils“ wäre eine kurze und passende Zusammenfassung für dieses Bier. Wer diesen Stil mag, wird es lieben. Eigentlich zähle ich nach diesen unzähligen neu entdeckten Bierstilen dieses Jahr nicht mehr so wirklich zu den klassischen Pils-Liebhabern – dieses Bier würde mich aber auf jeden Fall wieder heranführen. In Summe gute 11 Pkt. (2).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.schlossbrauerei-herrngiersdorf.de/unsere-biere/hallertauer-hopfen-cuvee/.

Weitere Infos zum Bieradventskalender unter: http://kalea.at/.

Prost!

138. Käuzle Urhell (#19)

Weiter geht es in der munteren Bieradventskalenderverkostung. Heute geht’s ins beschauliche Ochsenfurt in der Nähe von Würzburg. Dort beheimatet ist das Kauzen-Bräu. Seit 1950 ist es in heutigem Familienbesitz und ist mit etwa 70.000 hl Ausstoß per anno eine mittelständische Privatbrauerei. Die Brauerei geht zurück auf die 1809 gegründete Ehemannsche Brauerei vom Gründer Karl Ehemann. Der Name der Brauerei und des Bieres rührt von einem silbernen Trinkgefäß, welches die Stadt Ochsenfurt hochgestellten Persönlichkeiten zum Willkommenstrunk reicht. In den ersten Jahren der heutigen Familienführung gab es bereits ein „Käuzle Spezial hell„, welches als „handwerklich“ gebraute Variante nun neu aufgelegt werden sollte.

Steckbrief

138_Käuzle Urhell-Steckbrief

Bewertung

138_Käuzle Urhell

  • Flaschendesign + Kronkorken

Überraschung: Das Rück-Label fehlt. Daher keinerlei Infos über das Bier (u.a. auch kein MHD) und daher eigentlich auch nicht vertriebsfähig… Ansonsten wäre es wohl gar nicht so schlecht.

  • Aussehen

Eigentlich ein sehr schönes hell-gold, welches leider durch die klare Filtrierung und den zu knappen Schaum gemindert wird.

  • Geruch

Ziemlich genau zwischen Pils und Hellem inklusive einer leichten grasigen Note. Aber auch hier ein wenig zu ausdruckslos.

  • Geschmack

Wie zu vermuten recht süffig, grasig-malzig mit ganz geringen bitteren Zwischentönen. Der recht prickelnde Gesamteindruck wird endet in der zweiten Überraschung: Ich kann mich an kaum ein Bier erinnern, das derart würzig malzig im Abgang ist.

  • Fazit

Ein Bier zwischen Top und Flop. Viele gute Facetten (Farbe, „Grasigkeit“, Abgang) aber auch viele Negativpunkte (Etikett (!), Filtrierung, Ausdruckslosigkeit) machen mir eine Gesamtbewertung wirklich nicht einfach. Da das Ganze schließlich aber immer noch simple Mathematik ist gibt es im Mittel 7 Pkt. (3-).

138_Käuzle Urhell-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.kauzen.de/2_biere.php.

Weitere Infos zum Bieradventskalender unter: http://kalea.at/.

Prost!

137. Bosch Porter (#17)

Nachdem es mich erneut krankheitsbedingt umgehauen hat, kommt nun hoffentlich endlich der Jahresendspurt. Dieser soll beginnen mit dem Porter von Bosch. Nein, nicht der große Elektrohersteller ist gemeint, sondern die Familienbrauerei aus dem westfälisch-sauerländischen Bad Laasphe. Die von Hans-Christian Bosch bereits in der 11. Generation geführte Brauerei folgt dabei dem Slow-Brewing Brauverständnis. Weitere Infos zur Brauerei auch unter 124..

Auf der Website findet sich diese Hintergrundhinweise:

„Porter und Schwarzbiere werden nachweislich seit dem Mittelalter gebraut. Im Laufe der Jahrhunderte verlor dieser geschmackvolle Bierstil jedoch immer mehr an Bedeutung bis es schlussendlich in Westdeutschland ganz verschwunden war. Im Jahre 2001 haben wir diesen Bierstil erstmalig wieder eingebraut. Heute gilt es als eines der besten Porter Deutschlands und ist vielen Bierkennern bundesweit ein Begriff.“

Auch wenn mir dadurch noch nicht der Unterschied zwischen Porter und Schwarzbier einleuchtet, wird das vorliegende Porter offiziell als Schwarzbier geführt. Dass es gut sein dürfte belegt zumindest die Goldmedaille beim European Beer Star 2007.

Steckbrief

137_Bosch Porter-Steckbrief

Bewertung

137_Bosch Porter

  • Flaschendesign + Kronkorken

Doch ein recht ansprechendes Äußeres, wenn auch recht simpel gehalten.

  • Aussehen

Erwartungsgemäß klar schwarz und mit grober und guter Schaumkrone.

  • Geruch

Für ein Schwarzbier tatsächlich ziemlich aromatisch dunkelmalzig und röstig. Für ein Porter hingegen etwas lasch.

  • Geschmack

Vorhersage: Schokoladenaromen Röstmalznoten angenehme Süße hintergründige Hopfenbittere vollmundigen Körper
Eindruck: In der Tat sind röstige Schokoaromen gut schmeckbar, auch die dezente Süße und kaum erkennbare Bittere stimmen. Mit Vollmundigkeit hat das Bier aber wenig zu tun. Da ist es doch eher Schwarzbier als Porter.

  • Fazit

Sieht man von der fast schon typischen Unverständnis von Vollmundigkeit ab, schrammt das Porter von Bosch nur knapp an der Durchschnittlichkeit vorbei. Insgesamt ist es wohl heute einfach nicht mein Geschmack, auch wenn man die handwerklichere Machart durchaus erkennen kann. Für ein Schwarzbier wirklich gut, für ein Porter aber etwas zu lau. Deshalb in Summe auch „nur“ 9 Pkt. (3+).

137_Bosch Porter-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.brauerei-bosch.de/biere/die-klassiker/porter.html.

Weitere Infos zum Bieradventskalender unter: http://kalea.at/.

Prost!

136. Schalchner Ursprung (#15)

Am heutigen Samstag geht es in tiefste Bayern. In etwa zwischen München und Salzburg liegt seit 1935 die Weißbierbrauerei Schwendl.

„Zum 500 jährigen Jubiläum des bayerischen Reinheitsgebotes hat sich Anton Schwendl etwas Besonderes einfallen lassen. Das Rezept, mit dem im Jahre 1935 alles begann, braut man nun aktuell in Schalchen nach.“

Eine besondere Schwierigkeit gab es dabei mit der Nachbildung der richtigen Temperaturen. Nur mittels Réaumur-Thermometer, welche genauere Angaben machen kann, gelang dies. Somit entstand ein altbayrisches Weißbier mit „urgschmackigem“ Charakter.

Die ausschließliche Weißbierbrauerei produziert inzwischen knapp 20 Sorten, die unter anderem die wohl klingenden Namen wie „Stille Nacht“ oder „Heilige Nacht“ haben und somit natürlich hervorragend in die Weihnachtszeit passen. Zum Thema Reinheitsgebot haben die Verantwortlichen auch eine Meinung:

„Viele sind der Meinung dass das Reinheitsgebot abgeschafft werden sollte, da es in einem gewissen Maße limitierend ist. Meiner Meinung nach haben wir aber eben mit diesem Reinheitsgebot ein tolles Gesetz welches den Wert des bayerischen Bieres steigert und die Kunst, gutes Bier zu brauen, erheblich erschwert. Mit unzählig vielen Hopfen- und Malzsorten sowie verschiedensten Hefestämmen ist das Reinheitsgebot noch lange nicht an seine Grenzen gestoßen – in diesem Rahmen wäre folglich noch einiges mehr möglich.“

Das ist richtig, allerdings sollte man dann aber auch mal genau diesen Weg einschlagen. Immerhin werden bis heute die allermeisten Biere lediglich mit Gerste und/oder Weizen eingebraut. Außerdem wird außer Acht gelassen, dass die Natürlichkeit durch das heutige „Reinheitsgebot“ kaum noch beschützt wird. Aber dazu hier mehr.

Steckbrief

136_Schalchner Ursprung-Steckbrief

Bewertung

136_Schalchner Ursprung

  • Flaschendesign + Kronkorken

Nicht schlecht, aber auch nicht wirklich super. Auch fehlen wieder gewisse Infos. Der Kronkorken ist noch das beste.

  • Aussehen

Wie versprochen, Bernstein mit Naturtrübung und wirklich üppiger, haltbarer und grober Schaumkrone.

  • Geruch

Typisch bananig-hefig und leicht dunkel-malzig im Geruch.

  • Geschmack

Weniger hefig als vermutet, neutral-malzig und zwischendurch trocken-bitter. Sonst recht klar und weich trotz, dass es sehr spritzig ist. Im Abgang kommt tatsächlich die Bitterkeit etwas stärker durch. Die Vollmundigkeit hingegen steigert sich kontinuierlich.

  • Fazit

In vielen Punkten ähnelt das ursprüngliche Weißbier aus Schalchen dem weitaus bekannterem Pendant aus Untertl. Und das ist schließlich eines der besten Weißbiere, die ich kenne. Auch wenn es nicht ganz daran heran kommt, gefällt mir diese Weißbierinterpretation recht gut. Da ich es auch eher etwas dunkler mag, kommt mir auch die Malzmischung entgegen. Insgesamt allerdings etwas zu profillos, sodass es bei 11 Pkt. (2) bleibt.

136_Schalchner Ursprung-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.weissbraeu-schwendl.de/schalchner-ursprung-das-neue-alte-weissbier/.

Weitere Infos zum Bieradventskalender unter: http://kalea.at/.

Prost!

135. Störtebeker Baltik-Lager (#10)

Das heutige Bier macht mich etwas neidisch auf alle Nordlichter, die sich etwas einfacher mit den tollen Bieren der Störtebeker Braumanufaktur ausstatten können. Das Baltik-Lager ist das 14. von knapp 20 bisher auf dem Markt gebrachte Bier der 2011 ins Leben gerufenen Marke. Zurück geht die Braumanufaktur auf die Stralsunder Brauerei, welche bereits 1827 das Braugeschäft aufnahm. Nach der Fertigstellung der Hamburger Elbphilarmonie eröffnete man kürzlich sogar dort einen Gastro-Betrieb. Neben dem Lager gibt es also noch viele andere Bierspezialitäten, wie Roggen-Weizen oder Scotch-Ale, die nicht nur spannend klingen sondern auch mit zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen geehrt wurden. Mit der Verleihung des Bundesehrenpreises wurde das Brauhaus zuletzt als erfolgreichste Brauerei Mecklenburg-Vorpommerns bestätigt. Alles getreu der Unternehmensphilosophie:

„Die Menschen sollen Bier mit uns ganz neu entdecken können.“

Als neueste Innovation gibt es eine Reihe an Eisböcken zu schon bestehenden Bieren, sodass ganz neue Geschmackserlebnisse ermöglicht werden. Ob das Baltik-Lager (übrigens Bio-Qualität) schon Lust auf mehr macht sehe ich jetzt.

Steckbrief

135_Störtebeker Baltik-Lager-Steckbrief

Bewertung

135_Störtebeker Baltik-Lager

  • Flaschendesign + Kronkorken

Meiner Meinung nach hat Störtebeker eines der besten Labeldesign-Linien der bekannten Biermarken. Vollste Informationen und ansprechendes Äußeres lassen keine Abzüge zu.

  • Aussehen

Ein im Grunde schönes rot-oranges Bernstein mit feinstporiger  Schaumkrone. Allerdings vermisse ich etwas die natürliche Trübung, die vorhanden sein sollte.

  • Geruch

Frisch, wie die Seeluft, zudem malzig-würzig und leicht hopfig-fruchtig.

  • Geschmack

Wirklich sehr sehr schön malzig mit einer fast unbeschreiblichen süßen Würze oder würzigen Süße, die leicht trocken aber auf jeden Fall anders ist. Im Abgang ausklingend süß macht es sogar einen guten winterlichen Eindruck.

  • Fazit

Meine obige Frage lässt sich einfach mit „ja“ beantworten. Gerade die Würze und Süße habe ich so bisher noch nie in einem Bier erlebt. Und dann passt es sogar noch sehr gut zur Jahreszeit. Bei diesen Argumenten kann ich dann auch die kleineren Defizite außer Acht lassen und vergebe sehr starke 14 Pkt. (1).

135_Störtebeker Baltik-Lager-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.stoertebeker.com/de_de/baltik-lager/.

Weitere Infos zum Bieradventskalender unter: http://kalea.at/.

Prost!

134. Zwönitzer Stout (#4)

Anpfiff für Halbzeit 2! Zumindest für alldiejenigen, die bereits am 1. anfangen konnten. Aber auch ich bin den Bieren dicht auf den Fersen. Schließlich möchte ich mich zunächst einmal auf die besonders interessanten Biere fokussieren. Deshalb kommt heute auch erst einmal Türchen 4 dran. Das ist ein Stout von der 1997 gegründeten Zwönitzer Brauerei aus dem Erzgebirge. Nachdem 1922 die letzte Brauerei im Ort schließen musste, entschlossen sich 75 Jahre späte bierkennende und bierbegeisterte Zwönitzer zur Neugründung einer Brauerei und Wiederbelebung der örtlichen Braukunst. Bis heute wurden von den fleißigen Brauern knapp 40 unfiltrierte Biere produziert, wobei man auf einen wöchentlichen Ausstoß von 10-20 hl kommt.

Steckbrief

134_Zwönitzer Stout-Steckbrief

Bewertung

134_Zwönitzer Stout

  • Flaschendesign + Kronkorken

Auch wenn das Design eigentlich ok ist, ist es insgesamt doch viel zu simpel gehalten. Der Kronkorken hingegen ist wunderschön.

  • Aussehen

Dunkelbraun-schwarz, trüb und mit ausreichender grobporiger Schaumbildung.

  • Geruch

Sehr malzig, fast schon ungewohnt wenig röstig mit einer Karamell-Süße und leicht grasigen und hefigen Note.

  • Geschmack

Hier wird es schon röstmalziger. Auch die Stout-typische Bittere tritt ein wenig auf. Sonst weniger süß und auch wenig Körper. Der insgesamt matte Eindruck wird von einem säuerlichen Abgang abgerundet.

  • Fazit

Auch wenn der Geruch wirklich herausragend gut ist, kann er die Gesamtwertung dieses doch zu laschen Stout nicht wirklich herausreißen. In Summe gibt es deshalb nicht mehr als 9 Pkt. (3+).

134_Zwönitzer Stout-Bewertung

Weitere Infos zum Brauerei-Gasthof unter: http://www.brauerei-zwoenitz.de/index.php.

Weitere Infos zum Bieradventskalender unter: http://kalea.at/.

Prost!

133. Gude Hefeweizen (#3)

Nach dem Weihnachtsmarktbesuch geht es daheim mit dem Adventskalender weiter. Heute: Tür 3. Dahinter hat sich das Weizen der Marke Gude versteckt. Gebraut und abgefüllt wird es von der bereits 1780 gegründeten Privat-Brauerei Schmucker aus dem Odenwald. Die Marke „Gude“ besteht indes seit 2012. Besonderheit dieses Bieres soll die einzigartige Eigenschaft des Flaschenweizens zu sein. Das heißt, dass man durch ein spezielles Brauverfahren hierfür kein Glas benötigen würde. Ich habe der Tradition halber aber trotzdem nicht darauf verzichten wollen.

Steckbrief

Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken

Sicher nicht das schlechteste Design, aber auch nicht unbedingt mein Fall. Außerdem leuchtet mit der Name „Gude“ noch nicht ganz ein.

  • Aussehen

Hell-orange trüb und mit guter feinporiger Schaumkrone.

  • Geruch

Weizen-typisch sehr bananig-hefig und frisch.

  • Geschmack

Auch hier geht’s frisch und recht spritzig weiter. Für ein Weizen in der Tat dann recht geringer Körper und somit noch süffiger. Nie bitter, dafür recht fruchtig-süß. Der Abgang findet kaum statt.

  • Fazit

Das „Flaschenweizen“ kann ich sogar aus dem Glas bestätigen. Gerade für ein „Craft-Bier“, zu welchem ich es zuordnen würde, hätte ich aber hierneben noch etwas mehr Kreativität erwartet. Trotz dass es sicher gut schmeckt ist es doch auch irgendwie profillos. Daher vergebe ich hier 11 Pkt. (2).

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.schmucker-bier.de/spezialitaeten/gude-bier.htm.

Weitere Infos zum Bieradventskalender unter: http://kalea.at/.

Prost!

Brühler Weihnachtsmarkt

Heute hat es mich mit Kollege Matthias pflichtgemäß auf den Brühler Weihnachtsmarkt gezogen. Diese beiden Biere von der Mühle reihten sich in die Liste ein:

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„Das malzige und kernige Spezialbier. Mit ausgeprägt würzigem, malz- röstaromatischem Charakter, kräftig und bekömmlich – für die Kenner echter, unverfälschter Dunkelbierfreude.“

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132. Riegele Augustus 8 (#11)

Heute sollte ein besonders hochwertiges Bier auf mich warten. Denn mit dem Augustus 8 aus dem Augsburger Hause Riegele habe ich ein Bier aus der durchaus höheren Preisklasse vor mir. Als Teil der Biermanufaktur-Reihe bietet die alteingesessene Brauerei diverse edle Biere mit hochwertigen und/oder seltenen Malz- oder Hopfenzutaten an, die aufwendiger gebraut werden. Für das Augustus bedeutet das Zweimaischverfahren mit einer Mischung von Pilsener Malz, Weizenmalz und Münchner Malz und einer obergärigen Unikathefe.

„Die Riegele Brauer lieben ihre Heimatstadt. So ist das Augustus 8 eine Hommage an Kaiser Augustus, den Gründer der Stadt ‚Augusta Vindelicorum‘ […] Der starke Fruchtige – obergärige Doppelböcke sind heutzutage eine Rarität. Echte Bierkenner schätzen ihren fruchtigen Geschmack. Die Riegele Braumeister pflegen und bewahren diese alte Starkbiertradition.“

Auch darüber hinaus bietet die Brauerei ein umfassendes Gesamtpaket. So gibt es einen Bierladen, in dem die Biere erworben werden können, eine Biermanufaktur, die für größere Veranstaltungen im historischen Sudhaus Platz bietet sowie eine Bierakademie, in der Tagungen im alten Brauhaus durchgeführt werden können. Auch bierige Pakte können hinzugebucht werden. Dass die Brauerei auf höherem Niveau braut können auch die diversen Auszeichnungen belegen (Bier des Jahres 2006, ‚International Brewing Award’ und ‚European Beer Star’ 2005-2010). Außerdem ist man Rekordhalter des Bundesehrenpreises des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung.

Neben den höherwertigen Bieren aus der Manufaktur wird auch ein Edel-Bier namens Michaeli gebraut:

„Die bayrische Brauordnung aus dem Jahre 1516 legte fest, dass nur zwischen Michaeli, dem Tag des Hl. Michael (29.September) und Georgi (23.April), dem Tag des Hl. Georg gebraut werden durfte. Grund waren die in den Sommermonaten erhöhten Temperaturen. Um bis zur nächsten Brausaison Bier genießen zu können, wurde das Bier mit erhöhter Stammwürze und besonderer Hopfung eingebraut und mit Eisblöcken in den Bierkellern gekühlt. Für gewöhnlich konnte bis März frisches Eis geschlagen werden, woher sich auch der Name Märzen ableitet.“

Zudem gibt es auch seit Neuestem ein Collaboration-Brew mit der US-amerikanischen Sierra Nevada.

Steckbrief

132_Riegele Augustus 8-Steckbrief

Bewertung

132_Riegele Augustus 8

  • Flaschendesign + Kronkorken

Wirklich sehr schön gemacht. Auch wenn man natürlich nciht auf den ersten Blick erkennt, dass es sich hierbei um das Augustus 8 handelt…

  • Aussehen

Mattes trübes orange-ocker-Bernstein mit einer sehr guten feinporigen und haltbaren Schaumkrone.

  • Geruch

Sehr malzig-würzig und hefe-süß.

  • Geschmack

Die versprochenen fruchtige Süße kann ich definitv bestätigen. Kaum malzig oder anderweitig hopfig. Auch sonst nur leicht alkoholaromatisch. Der matte Abgang ist unaffällig süß.

  • Fazit

Wahrlich der süßeste und fruchtigste Weizendoppelbock, den ich je getrunken habe. Und in der Tat lobenswert diesen seltenen Bierstil in dieser Art und Weise zu pflegen. In allen Kategorien super abgeschnitten, sind die 13 Pkt. (1-) da dann keine Überraschung mehr. Auch der Preis für die reguläre Flasche ist dafür durchaus gerechtfertigt.

132_Riegele Augustus 8-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.riegele-biermanufaktur.de/augustus-8/.

Weitere Infos zum Bieradventskalender unter: http://kalea.at/.

Prost!

131. Rieder Purity 500 (#8)

Das bisher vorletzte Jubiläumsbier aus dem Adventskalender kommt ausnahmsweise sogar aus Österreich und scheint für den internationalen Biermarkt vorgesehen (gewesen) zu sein. Auch wenn der Begriff „Reinheitsgebot“ tatsächlich in englisch-sprachigen Ländern nicht unbekannt ist, wollte hier wahrscheinlich auf Nummer Sicher gegangen werden. Dass man sich wohl aber eher von den deutschsprachigen Mainstream-Bieren abheben wollte, ist deshalb näherliegend, da es sich bei dem Bier (zunächst) nur um einen limitierten Sondersud für den Kalender handelt. Herauszufinden ist über das Bier aus dem Innviertel wenig. Im Gegensatz zum österreichischen Märzen, welches wie beim Gösser eher hell und schlank gehalten ist, soll dieses dem bayrischen Märzen gleichen, die dunkler und vollmundiger sind:

„Das Spezialbier zum 500. Geburtstag des Reinheitsgebots im Stile eines bayrischen Märzen kommt kräftig bernsteinfarben mit kupferroten Einschlag daher. Sein feinporiger Schaum und sein naturtrüber unfiltrierter Charakter runden die Verneigung vor dem denkwürdigen Jubiläum ab.“

Hoch erfreut also einmal wieder ein österreichisches Bier in Händen halten zu dürfen, bin ich nun gespannt auf den geschmacklichen Eindruck.

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131_Rieder Purity 500-Steckbrief

Bewertung

131_Rieder Purity 500

  • Flaschendesign + Kronkorken

Auch hier kann es – trotz fehlender Infos- nur wieder volle Punktzahl geben. Interessant ist der Drehverschluss-Kronkorken.

  • Aussehen

Helleres trübes Bernstein mit guter grobporiger Schaumbildung.

  • Geruch

Malzig-süß und gleichzeitig würzig-bitter.

  • Geschmack

Identisch mit dem nasalen Eindruck. Wobei sich der zeitliche Ablauf so zeigt: Würze, Malzsüße, steigende Bitterkeit. Leicht matt in der Resenz, aber durchaus vollmundig. Wirklich lecker!

  • Fazit

Das bisher leckerste Bier aus dem Adventskalender. Hier passt wirklich sehr vieles. Lediglich etwas zu unrund in der Balance zwischen Süße und Herbe sowie ein zu lascher Geruch, aber sonst wahrlich eine Verneigung vor dem Bierjubiläum. Deshalb verdiente 13 Pkt. (1-).

131_Rieder Purity 500-Bewertung

Weitere Infos zur Brauerei unter: http://www.rieder-bier.at/de/home/deu495/ sowie zum Bier unter: https://www.facebook.com/probierbuch/posts/924370941032000.

Weitere Infos zum Bieradventskalender unter: http://kalea.at/.

Prost!

Blogbier, die XI.

Beim alljährlichen Osnabrücker-Geographen-Advents-Treffen wurden dieses Wochenende folgende größtenteils aus dem P&M besorgten Biere erwürfelt:

Bierfacts:

Vielen Dank nochmals auch auf diesem Wege an Katchen und Alex für die hervorragende Gastfreundschaft und alle anderen für diesen schönen Abend.

130. Schweiger Bayrisch Hell 1516 (#9)

Von einem Jubiläums-Höhepunkt zum nächsten geht es im Abschlussmonat nochmals Schlag auf Schlag. Denn erfreulicherweise hat mich heute im Türchen 9 des Bieradventskalenders erneut eine Bierjubiläums-Sonderedition angeblickt. Auch wenn das Bier nicht limitiert für den Kalender gebraut wurde, besteht doch Grund der Annahme, dass wenigstens die Abfüllung in die 0,33l-Flasche ausschließlich für den Kalender produziert wurde. Das Bier beschreibt Schweiger am besten selbst:
„Der helle Wahnsinn zum Jubiläumsjahr – 500 Jahre Reinheitsgebot. Mit viel handwerklichen Geschick und einer langen kalten Lagerung wurde ein sehr ausgewogenes und schlankes Helles gebraut. Der frische Duft gehört ebenso zum Charakter wie der vollmundige Geschmack mit reduzierter Bittere.“
Herkunft des Bieres ist die Brauerei Schweiger. 1934 gegründet ist sie immer noch in vierter Generation in Familienbesitz und kann auf eine interessante Geschichte blicken. Schließlich war der Gründer gelernter Müller und betrieb zu Anfang der Brauerei noch einen Futtermittel- und Saatgut-Vertrieb. Somit konnte er sich schnell unter den Landwirten in um Markt Schwaben (nordöstlich von München) eine Stammkundschaft erarbeiten. Nachdem dieses Geschäft aufgrund der Konzentration auf das Biergeschäft nachließ, eröffnete man in den 1960ern entgegen des Trends eine neue eigene Mälzerei, die bis heute betrieben wird. Neben den klassischen bayrischen Biersorten wird inzwischen auch kreativ und nach Slow-Brewing-Prinzipien gebraut. Getreu dem mir nicht schlüssigen Mottos:
„Mia ham no nia ned nix anders ned drunga!“ –
„…unbeirrbar gebraut nach dem 500 Jahre alten Reinheitsgebot.“

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Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken

Natürlich kann ich auch dieses Label nur positiv bewerten, trotz dass leider wieder nicht allumfassend informiert wird. Zudem ein herausragender Kronkorken.

  • Aussehen

Strohgelb, klar und mit mäßiger Schaumkrone.

  • Geruch

Ein ausgewogener Malz-Hopfen-Mix, der zu Beginn etwas an ein Pils erinnert und danach klar malzig Hell wird.

  • Geschmack

Lecker leicht malzig, schön süffig ohne ganz auf einen Körper zu verzichten, aber etwas zu wenig Hopfen. Ganz leicht unaromatisch und in jedem Falle nicht wie beschrieben vollmundig. Der Abgang bleibt unauffällig – auffällig ist hingegen der überraschend hohe  Prickelfaktor.

  • Fazit

Insgesamt zwar ein gutes Helles – ein Stil, der mir ja eigentlich sehr liegt – aber leider etwas zu wenig malzig oder hopfig. Sicherlich interessant, aber in fast keiner Kategorie wirklich überzeugend. Deshalb mal wieder „nur“ 10 Pkt. (2-).

Weitere Infos zum Bier unter: https://schweiger-bier.de/product/1516-bayrisch-hell/ sowie zum Bierjubiläum aus Schweiger´s Sicht: https://schweiger-bier.de/slow-brewing/.

Weitere Infos zum Bieradventskalender unter: http://kalea.at/.

Prost!

129. Kirner Kellerbier (#1)

Heute geht´s einmal zurück auf LOS. Denn mit Türchen 1 aus dem Bieradventskalender möchte ich versuchen den krankheitsbedingten Rückstand wenigstens ein wenig aufzuholen. Zudem ist das limitierte Kellerbier aus Kirn mit seinem Label ein eindeutiger Kandidat für die Bierjubiläum-Ruhmeshalle. Ob das Bier allerdings auch schmeckt, muss sich gleich erst zeigen. Zumindest kann die inmitten Rheinland-Pfalz gelegene Brauerei – von der ich bisher nur gehört hatte – auf eine recht lange Tradition bis ins 18. Jahrhundert zurückblicken. Doch erst mit Erwerb der Kellerei der Fürstenfamilie Salm-Kyrburg, dessen Wappen Teil des Firmenlogos geworden ist, stieg man in die wirtschaftliche Produktion ein. Bis heute wird dabei ausschließlich mit heimischer Gerste gebraut – mit einem Ausstoß von etwa 80.000 hl per anno.

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Bewertung

  • Flaschendesign + Kronkorken

Wie bereits angesprochen auch äußerlich ein gut erkennbares Jubiläums-Bier. Der Versuch moderne und historische Elemente miteinander zu kombinieren ist meiner Ansicht nach gelungen. Auch wenn hier wieder interessante Infos fehlen, gibt es Zusatzpunkte zur Bestmarke.

  • Aussehen

Hell-gold-gelb durch leichte Hefetrübung bei mäßig guter Schaumbildung.

  • Geruch

Malzig-frisch, leicht süß aber nicht herb.

  • Geschmack

In etwa ein Bier zwischen Pils und Hellem mit angenehmen Hefegeschmack und passender Spritzigkeit sowie harmonischem Abgang, der von feinherb ins Süße geht.

  • Fazit

Eines der wenigen Biere des Blogs, dass wirklich süffig ist. Ohne dabei ganz auf den Körper zu verzichten, ist es wieder einmal ein gutes Beispiel, dass unfiltrierte Biere einfach besser sind. Auch wenn es sicher kein herausragendes Produkt ist, könnte ich durchaus noch mehr Flaschen genießen. Solide Braukunst mit soliden 11 Pkt. (2).

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.kirner-bier.de/biere/bier-detailansicht/kirner-kellerbier/.

Weitere Infos zum Bieradventskalender unter: http://kalea.at/.

Prost!

128. Ayinger Celebrator (#6)

Mit fünf Tagen Verspätung geht es nach überstandener (Kinder-)Krankheit endlich los mit der Verkostung des KALEA-Bieradventskalenders. Die besten Schwiegereltern der Welt haben mir diesen in der Edition Deutschland zum Geburtstag geschenkt. Er beinhaltet 24 deutsche Bierspezialitäten, die ausschließlich von Privatbrauereien produziert wurden. Zum Teil sind diese limitiert nur für den Kalender gebraut worden.

Das zum Nikolaus-Tag vorliegende gehört zwar nicht dazu, ist aber meiner Meinung nach trotzdem dem Anlass sehr entsprechend. Da ich der Beschreibung auf der Internet-Seite von Ayinger kaum etwas hinzufügen könnte, hier der volle Wortlaut:

„Dieser vielfach ausgezeichnete Doppelbock ist das Dessertbier unter unseren Bierspezialitäten. Seine tiefe Mahagoni-Farbe tendiert ins Rubinrot.

Der sensationell feste Schaum ist umgeben von nussig-karamelligem Duft und einem Hauch von Zedernholz. Ein samtweicher, voller Körper wird begleitet von würzigen Geschmacksnoten im Abklang.

Der Ayinger Celebrator ist ein gehaltvolles Starkbier, das laufend im jährlichen, internationalen Ranking unter die besten Biere der Welt gewählt wird.“

Diese wären u.a.:

  • Meiningers Craft Beer Award 2016: Silber
  • World Beer Awards 2015: Germany Gold Doppelbock Lager
  • World Beer Championships 2011: Gold
  • European Beer Star 2010: Silber
Dabei kann die Brauerei auf eine lange Brauerfahren zurückblicken – es wird bereits in 6. Generation Bier hegestellt. Im Produktportfolio ist im Übrigen auch ein selbstkühlendes Fass.

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128_Ayinger Celebrator-Steckbrief

Bewertung

128_Ayinger Celebrator

  • Flaschendesign + Kronkorken

Im Gegensatz zur restlichen Bierlinie ist der Celebrator bewusst historisch gehalten und folgt damit einer bayrischen Tradition. Zu sehen ist passenderweise ein doppelter Bock. Auch wenn ein solches Design polarisiert, finde ich es gut, dass daran festgehalten wird. Zudem findet sich auch eine ausreichende Menge an Infos drauf.

  • Aussehen

Das tiefrote Mahagoni würde ich eher als Kastanien-Schwarz bezeichnen. Ob eine Trübung vorhanden ist lässt sich in diesem Glas anfänglich nicht zweifelsfrei erkennen – es ist aber keine zu vermuten. Dafür unterstützt das Glas eine bessere Schaumbildung.

  • Geruch

Der Karamell-süße Duft kann bestätigt werden. Sonst röstig-nussig und wirklich mit einer holzig-waldigen Note. Eine Zeder kann ich aber nicht herausriechen…

  • Geschmack

Für diese Vollmundigkeit in der Tat erstaunlich weich. Bei recht spritziger Untermalung ist von der Süße jedoch nicht mehr viel übrig. Vielmehr dominiert die würzig-röstige Bitterkeit. Höchstens im Abgang ist eine leichte bittere Süße vernehmbar.

  • Fazit

Insgesamt sicher ein sehr guter Doppelbock. Aber heute am Nikolaus-Tag trifft es leider nicht ganz meinen Geschmacksnerv. Am Ende doch etwas zu bitter und wenig süß. Aber vielleicht habe ich auch einfach den falschen Zeitpunkt erwischt. Trotzdem kann ich hierfür heute „nur“ 10 Pkt. (2-) geben.

128_Ayinger Celebrator-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.ayinger.de/cms/index.php/celebrator.html.

Weitere Infos zum Bieradventskalender unter: http://kalea.at/.

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127. Drei Kronen Jubiläums-Märzen

Auch wenn ich ansteckungsbedingt noch nicht öffentlichkeitsfähig bin und somit heute leider Gottes die Jahresabschlussverköstigung in der Brühler Eule verpassen muss, möchte ich mich wenigstens mit einem weiteren Bierjubiläums-Bier aus dem Krankenstand zurückmelden.

Die Drei-Kronen-Brauerei kann dabei sogar auf eine Historie zurückblicken, die noch länger als das „Reinheitsgebot“ zurückreicht. Nordöstlich von Bamberg gelegen, wartet es zudem mit der fränkischen Dreifaltigkeit aus Hotel, Gasthof und Brauerei auf. Im Rahmen der Saison-Biere wurde dieses Jahr anlässlich des 500-jährigen Reinheitsgebotsjubiläums das Sonder-Märzen eingebraut.

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Bewertung

127_3Kronen Jubiläums-Märzen

  • Flaschendesign + Kronkorken

Rein äußerlich natürlich für das Bierjubiläum eine Augenweide. Alleine der Kronkorken (den ich aber bereits auf der Franken-Tour ergattern konnte) ist auf Platz 1 meines persönlichen Rankings gesetzt. Auch wenn einige Daten fehlen, gibt es hier ausnahmsweise die volle Punktzahl.

  • Aussehen

Wunderschön klares bronze-gold mit leider nur mäßiger grobporiger Schaumkrone.

  • Geruch

Malzig-würzig, leicht süß-frisch aber leider auch ein wenig industriell.

  • Geschmack

Hier verzieht sich die industrielle Note glücklicherweise. Dafür ist es weiterhin schön malzig und nur gering hopfen-bitter. Insgesamt ein geringer Körper und entsprechend süffig. Der Abgang ist normal herb aber leider etwas unrund.

  • Fazit

Von absoluter Spitze bis gutes Mittelmaß ist alles in den Kategorien zu finden. Dadurch, dass ein Märzen immer ziemlich anders gebraut wird und sich in der Regel nur durch die untergärige Malzdominanz ähnelt, ist es zudem schwer einen soliden Vergleich anzustellen. Mit etwas Bierjubiläum-Wohlwollen gibt es aber dann noch die 13 Pkt. (1-).

127_3Kronen Jubiläums-Märzen-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.drei-kronen.de/brauerei/bierspezialitaeten/.

Prost!