August 11 2016

89. Hopfmeister Road Trip

Und auch das heutige Bier könnte passender kaum sein. Aufgrund der vielen Ortswechsel auf unserer Franken-Bier-Tour, ist es zumindest namentlich die perfekte Einstimmung für die kommende Woche. Die Road Trip Serie von Hopfmeister ist eine limitierte Reihe internationaler Biere.

„…Den Start macht unser Irish Road Trip. Mit seinen frischen Aromen von Citrus, Melone und Traube, aber auch ein wenig Mango oder Gras, erinnert das naturtrübe India Pale Ale an einen sonnigen Sommertag an der Westküste Irlands. …“

Als Geograph habe ich dabei durchaus Probleme Irland in Übersee zu verorten, wofür ein India Pale Ale nun ursprünglich gebraut wurde. Aber solange es kein „Multi-Bier-kulti-Projekt“ ist, bin ich ja für alles offen…

Steckbrief

89_Hopfmeister Road Trip-Steckbrief

Bewertung

89_Hopfmeister Road Trip

  • Flaschendesign + Kronkorken

siehe 87.

  • Aussehen

Ich würde die Farbe als dunkelrotorangebraun-Bernstein bezeichnen, dazu etwas Trübung und eine geringe aber schlierige Schaumbildung.

  • Geruch

Grapefruit, Hanf, Mango und Melone wurden versprochen und bis auf das letzte kann man tatsächlich auch alles raus riechen. Hinzufügen würde ich eine allgemeine saure Süße bei geringen Malznoten.

  • Geschmack

Die hier erklärten Parameter vollmundig, fruchtig und karamellig kann ich wieder bis auf das letzte bestätigen. Anstatt dessen ist eher eine bittere Süße und leichte alkoholaromatische Note zu schmecken. auch die zugesagte prickelnde Frische kann ich in der Deutlichkeit nicht erkennen. Im Abgang ist es erwartbar herb und leicht ölig-süß.

  • Fazit

Positiv hervorzuheben ist meiner Ansicht nach die Kombination aus Frucht- und Grasnoten, die dem Bier eine gewisse Natürlichkeit verleihen und somit vielleicht wirklich den Eindruck nach Wiesen in Irland erwecken könnten (also insofern man schon mal dort war). Da es geschmacklich aber leider nicht der Brüller ist, gibt es Summe „nur“ 11 Pkt. (2).

89_Hopfmeister Road Trip-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: http://hopfmeister.de/bier/irish-road-trip/.

Prost!

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August 10 2016

88. Hopfmeister Gipfel-Glück

Passend zum Wochen-Berg-Fest gibt es am heutigen Mittwoch das Gipfel Glück vom Hopfenmeister. Dieses

„…ist ein süffiges, naturtrübes Weißbier mit fruchtigen Noten von Mango und Maracuja. Sie stammen von einer exotischen Weißbierhefe und dem nach der Gärung eingesetzten Aroma-Hopfen. Wegen des schlanken Körpers und der vergleichsweise mild ausgeprägten Kohlensäure ist das Bier schwer in eine Schublade zu stecken und trinkt sich so angenehm wie ein frisch gezapftes Kellerbier.“

Nach der kleinen „Enttäuschung“ von gestern, bin ich natürlich umso mehr gespannt, wie das Gipfel Glück das Bierstil-Schubladen-Denken aufbrechen kann.

Steckbrief

88_Hopfmeister Gipfel Glück-Steckbrief

Bewertung

88_Hopfenmeister Gipfel Glück

  • Flaschendesign + Kronkorken

siehe 87.

  • Aussehen

Dunkel-gold-gelb und naturtrüb mit schnellem aber wenig stabilen Schaum.

  • Geruch

Zitrusartig, waldig-hopfig und natürlich bananig. Die versprochene Mango könnte ich identifizieren, die Maracuja nicht.

  • Geschmack

Recht vollmundig und weniger gehopft als befürchtet. Ansonsten leicht bitter, etwas malzig und hell-fruchtig. Zudem spritzig und weich zugleich. Der typische Weißbiergeschmack kommt allerdings erst im hefigen Abgang zur Geltung.

  • Fazit

Kann sein, dass ich mit einem Weißbier mehr anfangen kann als mit einem Pale Ale, aber dieses Hopfenmeister-Stück gefällt mir schon besser. Das Schubladen-Denken wird dabei tatsächlich aufgebrochen, auch wenn die leicht bittere Fruchtnote gewöhnungsbedürftig ist. Deshalb verdientermaßen so gerade eben noch eine 1- (13Pkt.).

88_Hopfmeister Gipfel Glück-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: http://hopfmeister.de/bier/gipfel-glueck/.

Prost!

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August 9 2016

87. Hopfmeister Surfers Ale

Bevor es für Alex, Nils und mich nächste Woche auf große Franken-Tour geht kommen diese Woche noch einmal drei Craft Biere aus meinem Altbestand an die Reihe. Alle drei stammen vom Münchener Unternehmen Hopfmeister. Der Geschäftsführer (seines Zeichens Biersommelier) und selbst bezeichnete Gypsy-Brauer (Wanderbrauer) hat keine eigene Brauerei, sondern lässt in regionalen Brauereien produzieren. Die erst seit wenigen Monaten aktive Brauerei hat derzeit 6 Biere im Repertoire. Eins davon ist das Surfers Ale, welches übrigens in Hohenthann gebraut wird:

„…ein süffiges, naturtrübes Pale Ale (helles, obergäriges Bier) mit fruchtigen Noten von Citrus, Mandarine und ein wenig Gras. […] Deshalb erinnert es auch ein wenig an ein naturtrübes Pils und besticht mit seiner hohen ‚Drinkability’.“

2015 eingeführt, konnte es bereits dieses Jahr die Goldmedaille in der Kategorie Pale Ale der International Craft Beer Awards von Meininger gewonnen. Bleibt nur zu hoffen, dass es auch mehr kann, als einfach nur Citra-Hopfen-Aromen zu versprühen…

Steckbrief

87_Hopfmeister Sufers Ale-Steckbrief

Bewertung

87_Hopenmeister Sufers Ale

  • Flaschendesign + Kronkorken

Nah dran an einer Bestnote, ist mir das Äußere etwas zu verspielt. Aber so viele Infos, wie hier gibt es selten auf der Flasche. Nur am Kronkorken, könnte man noch etwas feilen.

  • Aussehen

Gold-gelb-orange, naturtrüb mit mäßiger aber stabiler Schaumbildung.

  • Geruch

Dominant sind hier helle Früchte und tatsächlich ein gewisses Grasaroma. Aber auch das Malz kommt ganz gering durch. Eine dumpfe Frische unterstreicht das ganze Ensemble.

  • Geschmack

Insgesamt eine recht hohe Bitterkeit mit fruchtigen Zwischentönen. Das Gras kommt auch hier tatsächlich zur Geltung. Das Bier ist wenig süffig, eher vollmundig und ziemlich weich. Trotzdem ist es spritzig und leicht ölig-herb im Abgang.

  • Fazit

In der Tat konfrontiert einem das Surfer Ale nicht unmittelbar mit dem Citra-Hopfen. Aber die kaltgehopfte Bitterkeit ist dann doch wieder sehr Craft-Bier-typisch. Der grasige Geschmack hebt den Gesamteindruck allerdings etwas an. Da es aber wieder einmal nur eines von vielen hopfenbetonten Craft-Bieren ist, heute ein ziemlich hartes Urteil: 11 Pkt. (2).

87_Hopfmeister Sufers Ale-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: http://hopfmeister.de/bier/surfers-ale/.

Prost!

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August 4 2016

85. Krombacher Brautradition Kellerbier

Als drittes und (vorerst) letztes Bier der großen deutschen Braugruppen geht das Kellerbier von Krombacher ins Rennen.

Mit knapp 7 Mio. hl Ausstoß rangiert die Krombacher-Gruppe derzeit auf Rang 5 der deutschen Hitliste. Gegründet wurde die Hasbrauerei 1803 im Siegerland. Inzwischen gehören zur Gruppe u.a. aber auch Rhenania (alte Altbiermarke aus Krefeld) und Schweppes. 1996 erfindet Krombacher übrigens den 11er-Kasten, welcher sogar vollständig aus Recycling-Material hergestellt wird. 2002 startet das inzwischen etablierte Regenwald-Projekt, bei dem je verkauftem Kasten 1 m² Regenwald gerettet werden soll. Da das Projekt vom WWF unterstützt wird, hoffe ich einfach das dies auch so umgesetzt wird. Im selben Jahr wurde Krombacher dann auch Marktführer für deutsches Pilsener. Heute kommt ungefähr jedes zehnte Pils aus Kreuztal. Das berühmte Felsquellwasser stammt übrigens aus der Krombacher Felsenquelle als Teil des Rothaargebirges, welche mit knapp 50 Brunnen angezapft wird.

Zum Kellerbier gibt es folgende Beschreibung, woran jedoch wohl stark gezweifelt werden dürfte:

„Die handwerkliche Kunst des Bierbrauens und die wohlgehüteten Rezepturen werden bei uns in Krombach von Generation zu Generation weitergegeben. So verfügen unsere Braumeister über einen reichhaltigen brauhandwerklichen Erfahrungsschatz. Mit ihrem gesamten Können, mit Hingabe und Leidenschaft führen sie nun mit dem naturtrüben Kellerbier eine alte Brautradition fort.“

Das Bier wurde bereits letztes Jahr erstmals gebraut, wurde jedoch nur im hauseigenen Ausschank angeboten.

Steckbrief

85_Krombacher Brautradition Kellerbier-Steckbrief

Bewertung

85_Krombacher Brautradition Kellerbier

  • Flaschendesign + Kronkorken

Im Vergleich zu den anderen beiden Bierspezialitäten der Konkurrenz (siehe 83. & 84.) ist das äußere Erscheinungsbild am wenigsten ansprechend. Wobei es für Krombacher schon recht gut ist. Aus Kronkorkensicht muss man der Brauerei ja zu Gute halten, dass sie regelmäßig neue herausbringen.

  • Aussehen

Recht schönes und trübes dunkelgold-orange Bernstein mit zu geringer Schaumbildung.

  • Geruch

Zugleich malzig und hopfig, ohne dass eine der beiden Seiten dominiert.

  • Geschmack

Malzig ohne viel Süße, bitter ohne viel Hopfen. Ansonsten stimmt zumindest, dass es ziemlich würzig ist. Auch die Vollmundigkeit ist für ein Bier diesen Typs ok. Die gute Spritzigkeit macht einen frischen Eindruck, während der Abgang trocken feinherb ist.

  • Fazit

Gerade im Vergleich zu den beiden vorherigen Bieren fällt das Krombacher Kellerbier negativ heraus – auch wenn es für ein Krombacher schon gut ist. Da man aber in fast allen Kategorien schlechter rangiert, springen in Summe „nur“ 10 Pkt. (2-) heraus. Ob das Bier in einer früheren handwerklicheren Version besser abgeschnitten hätte kann ich ja nicht mehr beurteilen.

85_Krombacher Brautradition Kellerbier-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.krombacher.de/UnsereBiere/KrombacherSpezialitaeten/.

Dazu gibt´s noch eine Nostalgie-Zeitung zum Bierjubiläum: https://www.krombacher.de/braukunst/reinheitsgebot/-pdf/Krombacher_Nostalgie.pdf.

Und hier der Blogeintrag eines Kollegen: https://bierblogg.de/2015/09/25/krombacher-kellerbier/.

Prost!

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August 3 2016

84. Beck’s Red Ale

Unabhängig vom Bierjubiläum hat Beck´s seit Kurzem diverse Spezialbiere im Aufgebot. Inspiriert von internationalen Biertypen gab es dort bisher ein Pale Ale, Amber Lager sowie ein Pils nach der alten Rezeptur von 1873.

Dies war nämlich das Gründungsjahr der Kaiser-Brauerei Beck & May o.H.G.. Der Name ist wohl im Zusammenhang der Gründungsphase des deutschen Reichs entstanden. Passenderweise zeichnete nur ein Jahr darauf der damalige Kronprinz und spätere (wenn auch nur kurzzeitige) zweite deutsche Kaiser Friedrich III. das Beck´s Bier mit einer internationalen landwirtschaftlichen Goldmedallie aus. Weitere wichtige Meilensteine in der Beck´s Geschichte waren die Einführung der Stahlfässer 1928 und die Eröffnung der ersten außerdeutschen Braustätten in Batavia (dem heutigen Jakarta) und Singapur 1931. Eine weitere Besonderheit von Beck´s ist der Umstand, dass man viele Jahre ausschließlich für den Exportmarkt hergestellt hat. 2002 wurde die Brauerei an die heutige AB-InBev verkauft. Damit gehört Beck´s der weltweit größten Braugruppe an. In Deutschland wird man jedoch weiterhin noch von der Radeberger-Gruppe ausgestochen.

Neben der allgemeinen Markenpräsenz ist Beck´s sicherlich durch die Marketing-Kampagne mit dem Segelschiff Alexander-von-Humboldt bekannt. Dabei sollte das Schiff die zwei zentralen Merkmale der Exportorientierung und der deutschlandweit ersten grünen Bierflaschen symbolisieren.

Bisher noch nicht probiert habe ich das Red Ale. Dieses soll an einem typisch irischen Bierstil angelehnt sein:

„Die leichte Süße und der vollmundige Malzgeschmack unterstreichen die unverwechselbare Note des roten Goldes.“

Steckbrief

84_Beck´s Red Ale-Steckbrief

Bewertung

84_Beck´s Red Ale

  • Flaschendesign + Kronkorken

Im Vergleich zum Warsteiner geradezu das Gegenteil. Aber nicht nur das Design ist hochmodern, auch die Etiketten sind hochwertig. Auch die notwendigen Bierinfos fehlen nicht.

  • Aussehen

Ein schönes trübes kastanien-rotbraun mit mäßigem aber dafür schön crème-farbenem Schaum.

  • Geruch

Sehr süßlich-karamellig und malzig. Auch eine geringe dunkle bittere Fruchtnote meine ich zu erahnen.

  • Geschmack

Auch wenn es als vollmundig propagiert wird und auch einen recht guten Körper hat, ist es erstaunlich süffig. Die Karamellmalznote setzt sich auch hier fort. Zwischendrin sind nur leichte Bitter- und Röstnoten. Im Abgang ist es unauffällig harmonisch.

  • Fazit

Auch das Beck´s überrascht. Auch wenn es länger gedauert hat, hat man in der Bremer Brauerei den Markt für Bierspezialitäten entdeckt und würde gut daran tun, daran festzuhalten. Auch wenn ich nicht beurteilen kann, inwiefern sich das Bier mit einem Original Irish Ale vergleichen lässt, schmeckt es mir persönlich ziemlich gut. In Summe gibt´s 12 Pkt. (2+).

84_Beck´s Red Ale-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.becks.de/#.

Prost!

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August 2 2016

83. Warsteiner Braumeister Edition

Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen die großen „Fernseh“-Biere vom Bierjubiläum auszuschließen, aber drei Biere haben dann doch mein Interesse geweckt – insbesondere, wenn sie einen Bezug zum Bierjubiläum haben.

Den Anfang macht das Jubiläumsbier der Edition Braumeister aus dem Hause Warstein im Sauerland. Früher einmal die größte Brauerei Deutschlands, rangiert die Warsteiner-Gruppe immerhin noch auf Rang 7. Bei einem Gesamtausstoß von etwa 4 Mio. hl entfallen 2,3 Mio. hl auf die Marke Warsteiner. Eine Besonderheit der Brauerei ist sicherlich die Tatsache, dass sie von einer 38-jährigen Frau geführt wird. Und zwar der Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Enkelin des Firmengründers Antonius Cramer.

Laut ratebeer handelt es beim Braumeister um ein Wiener Amber Lager, welches mit hellen und dunklen Gerstenmalze eingebraut wird. Der Name ist – wie zu vermuten war – dem ersten urkundlich erwähnten Braumeisters Fritz Peters gewidmet:

„Ein Bier zu Ehren des Reinheitsgebotes und
unseres 1. beurkundeten Braumeisters.
Der heute selten gewordene Vorgang der Kalthopfung verleiht unserer naturtrüben Bierspezialität seinen wunderbar fruchtigen Geschmack.
Die Kombination aus ausgewählten Spezialmalzen und Hallertauer Aromahopfen („Tradition“ & „Cascade“) ergeben ein vollmündig süffiges Bier mit einer intensiven Bernsteinfarbe.“

(…vollmündig süffig – jaja…)

Steckbrief

83_Warsteiner Braumeister Edition-Steckbrief

Bewertung

83_Warsteiner Braumeister Edition

  • Flaschendesign + Kronkorken

Also ich muss zugeben, dass ich wirklich sehr positiv überrascht bin. Bis auf die Darstellung des Braumeisters, welche sicher nicht jedermanns Sache ist, kann ich am Äußeren kaum etwas kritisieren. Selbst die so oft vermissten Infos fehlen diesmal nicht.

  • Aussehen

Ein orangenfarbiges Bernstein mit Trübung und mäßiger Schaumbildung.

  • Geruch

Hier fängt es nun an spannend zu werden. Denn ein derart süßlich-malziger Geruch ist mir bisher noch nicht unter die Nase gekommen. Dabei ist jedoch keine Karamellnote erkennbar, sondern eher eine leichte trockene Fruchtnote, welche u.U. von der Kalthopfung stammt.

  • Geschmack

Auch geschmacklich setzt sich die Überraschung fort. Wohl durch die Kombination aus hellem und dunklem Malz sowie der dazu kommenden Kalthopfung wird ein gar nicht mal so schlechter Geschmackseindruck erzeugt. Süßlich-malzig mit einer leichten Hopfenbittere und einem trockenen Abgang bei recht dumpfer Resenz, ist hier etwas zu schmecken, was mein Amateur-Gaumen nicht einordnen kann.

  • Fazit

„Damit hätte ich nicht gerechnet“ könnte man das Ganze zusammenfassen. Ein in der Tat spannendes Bier. Durch die Verknüpfung aus Kalthopfung (ohne Verwendung eines dominaten Hopfens) sowie hellem und dunklem Malz entsteht ein ganz neuer Geschmack. Und das obwohl das Bier doch nach einem altertümlichen Rezept hergestellt ist. Dass es nicht zur Bestnote gereicht hat liegt in der Hauptsache an meinem nicht ganz runden Gesamteindruck. Nichtsdestotrotz starke 13 Pkt. (1-) für die Braumeister Edition.

83_Warsteiner Braumeister Edition-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.warsteiner.de/unser-bier/braumeister/.

Prost!

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Juli 28 2016

82. Edelhopfen EXTRA

Meine Bierwoche endet mit einem ebenfalls „besonderen“ Bier. Denn schließlich ist das Edelhopfen Extra das erste kalorienreduzierte Bier des Bierjubiläums. Aus dem Hause Maisel ist es laut eigenen Angaben der Marktführer in diesem Segment. Das Edelhopfen unterscheidet sich zentral vom „normalen“ Pils durch folgende Merkmale:

  • 75% weniger verwertbare Kohlenhydrate
  • 30% weniger Kalorien
  • 12% weniger Alkohol

Im Vergleich zu anderen kalorienreduzierten Biervarianten hält sich hier also die Alkoholreduktion in Grenzen. Die Kalorienreduktion wird in erster Linie durch eine deutlich höhere Vergärung erreicht.

„Nicht umsonst ist es das meistgetrunkene energiereduzierte Pilsener Deutschlands. Dieser niedrige Kohlenhydratgehalt entspricht dem Qualitätsmerkmal „extra trocken“ und verleiht Edelhopfen die pilstypische, feinherbe Hopfennote. Ein Pilsner für alle, die ein trockenes Pils lieben – eben Edelhopfen EXTRA.“

Die Brauerei Gebrüder Maisel wartet übrigens noch mit diversen interessanten „Extras“ rund ums Bier auf. Im Rahmen der Bier-Erlebnis-Welt, bei der u.a Bierkutschen-Touren oder Bierseminare angeboten werden, versucht man Bayreuth als Heimat erlebbarer Bier- und Braukultur hervorzuheben.

Steckbrief

82_Edelhopfen Extra-Steckbrief

Bewertung

82_Edelhopfen Extra

  • Flaschendesign + Kronkorken

Da Light-Biere es so an sich haben optisch wenig ansprechend zu sein, kann man nicht zu viel erwarten. Bei entsprechend niedrigem Niveau sticht das Edelhopfen sogar positiv hervor.

  • Aussehen

Hellgold, recht klar und mit mäßiger Schaumbildung.

  • Geruch

Am Anfang typisch Light-Bier-artig, am Ende dann doch klassisch pilsig.

  • Geschmack

Süffig dünn und leicht mit einer moderaten Malznote und Bitterkeit, kann es mich nicht recht überzeugen. Nur der recht frische Eindruck und der versprochene trockene Abgang mögen mir gefallen.

  • Fazit

An einem kalorienreduzierten Bier ist grundsätzlich wenig auszusetzen. Allerdings halte ich das in Kombination mit einer deutlicheren Alkoholreduktion sinnvoller. Zumal bei normalen Bierkonsum weder die Kalorien noch die Kohlenhydrate stark ins Gewicht fallen. Denn der klassische Bierbauch kommt eben nicht primär durchs Bier, sondern durch den Appetit, den das Bier macht. Und da wird wahrscheinlich auch das „Diät“-Bier wenig ändern – obwohl es natürlich mit seiner Leichtigkeit wohl weniger Heißhunger hervorruft. Trotzdem bleibt für mich ein Light-Bier ohne deutliche Alkoholreduktion sinnfrei. Da das Bier an sich aber recht passabel ist gibt es immerhin noch 7 Pkt. (3-).

82_Edelhopfen Extra-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.maisel.com/unsere_biere/edelhopfen_extra_30.html.

Prost!

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Juli 27 2016

81. Borbecker Dampfbier

Das zweite „besondere“ Bier ist das Borbecker Dampfbier aus der Essener Familienbrauerei Stauder. Diese existiert seit 1867 und wird inzwischen in der 6. Generation geführt. Der Name Borbecker leitet sich vom Stadtteil Borbeck der Ruhrgebietsmetropole ab. Das Dampfbier selbst ist auf 1896 datiert.

Und damit kommen wir auch schon zur Frage: Was ist ein Dampfbier eigentlich? Wie aus der Bezeichnung bereits zu vermuten, wird der Gärvorgang unter vergleichsweise heißen Temperaturen durchgeführt, wodurch der Sud zu dampfen beginnt. Die höheren Temperaturen wurden aus Kostengründe gewählt, da so die Kohlensäure- und Alkoholentwicklung beschleunigt wurde. Eine andere Herkunft des Namens geht auf die gründerzeitliche erstmalige Verwendung von Dampfmaschinen in der Bierherstellung ab, wodurch hier ein besonders modernes und fortschrittliches Bier gekennzeichnet wurde. Im vorliegenden Fall würde ich auf letzteres tippen. Ein kurzer Auszug aus Wikipedia gibt mehr Auskunft über diesen skurrilen Biertyp:

„Dampfbier war im Rheinland, in Westfalen und Bayern bis Ende des 19. Jahrhunderts weit verbreitet und wurde wegen der kostengünstigen Brauweise als „Arme-Leute-Bier“ bezeichnet.

Zum Brauen wurde vorwiegend Gerste genutzt und nur wenig karamellisierter Malz wurde zugesetzt. Der Gärprozess wurde mit überschüssiger Hefe aus Weißbierbrauereien gestartet. Aus Kostengründen wurde meist selbstangebauter Hopfen („Hinterhofhopfen“) zugesetzt. Das Bier wurde nicht pasteurisiert und zur Verbesserung der Haltbarkeit in tiefgelegenen Kellern oder Felsenkellern gelagert. Der geringe Hopfengehalt führte zu einem phenolischen, mitunter leicht rauchigen Geschmack.“

Auch interessant an der Stauder-Brauerei ist die verlinkte Pachtbörse für zukünftige Gastronomen, die Ausgabe von Unternehmensanleihen an Privatkontrahenten sowie für mich vor allem die Kronkorkensammelaktion mit Treuegeschenken.

Steckbrief

81_Borbecker Dampfbier-Steckbrief

Bewertung

81_Borbecker Dampfbier

  • Flaschendesign + Kronkorken

Optisch insgesamt ansprechend, wenn auch ein wenig zu viel bling-bling. Natürlich wären auch hier mehr Infos besser als weniger, aber das ist ja normal.

  • Aussehen

Sehr klar und hell und mit mittelmäßiger Schaumbildung.

  • Geruch

Ein wenig malzig, ein wenig hopfig, ein wenig zitrusartig und tatsächlich auch irgendwie ziemlich industriell.

  • Geschmack

Auch hier hält es was es verspricht: Sehr mild und süffig, leicht bitter und malzig mit geringer Resenz und einem feinherben leicht trockenen Abgang.

  • Fazit

„Eine Rarität unter den Bieren“

So lautet es zumindest auf der Flasche. Wenn das Bier tatsächlich noch mit historischen Dampfmaschinen gebraut wurde, dann stimme ich dem selbstverständlich zu. Da das jedoch sehr wahrscheinlich nicht der Fall ist, reicht mir aber auch das besondere Brauverfahren, welches an eine Ruhrpott-Tradition anknüpft. Auch wenn der Geschmack eigentlich gefällt, reicht es jedoch nicht für mehr als 10 Pkt. (2-). Insgesamt hätte ich mir von Stauder auch einfach mehr Hintergrund-Informationen zum Dampfbier gewünscht.

81_Borbecker Dampfbier-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: https://stauder.de/unser-bier/borbecker-biere.html sowie http://dampfbier.de/dampfbier.html.

Prost!

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Juli 26 2016

80. Pinkus Speciál

Diese Woche stehen drei besondere Biere an. Besonders deshalb, weil jedes für sich gesehen ein Spezifikum repräsentiert. Beginnen möchte ich mit einem Bio-Bier. An dieser Stelle nicht das erste, aber dafür mit gesonderter Hervorhebung. Und mit Pinkus ist hierfür auch ein würdiger Vertreter gefunden. Schließlich ist es eine der größten und ältesten Bio-Bier-Marken Deutschlands. Dabei gilt es natürlich auch immer zwischen verschiedenen Bio-Labels zu unterscheiden. Zudem gilt es eigentlich auch zu berücksichtigen, dass sicher viele Betriebe auch sehr (sozial-)ökologisch brauen, ohne dies labeln zu lassen.

Das besondere an Pinkus ist der historische Umstand einzige verbliebene Altbierbrauerei aus Münster zu sein. 1816 gegründet besteht es inzwischen in der 6. Familiengeneration. Bereits 1978 wurde das erste „biologische“ Bier auf den Markt gebracht. Der Name Pinkus der Müller Brauerei leitet sich nach eigenen Angaben von dieser 1912 datierte Anekdote her:

„Auf einem nächtlichen Ausflug widmet sich Carl Müller zusammen mit zwei Mitschülern einem „Bullenkopp“, einem sechs Liter fassenden Krug Altbier. Nach fortgeschrittenem Genuß der Hausspezialität überkommt die vermutlich ausgesprochen lustige Gesellschaft ausgerechnet auf der Promenade kollektiv ein dringendes menschliches Bedürfnis, woraus sie stante pede einen sportlichen Wettkampf entwickelt:
Als Ausgangsposition gibt es auf der einen Seite ein kleines Mäuerchen, auf der anderen eine brennende Gaslaterne, eine NOCH brennende Gaslaterne… Der offizielle Titel des Gewinners verkürzt sich im Laufe der Zeit zu „Pinkus“. Der Bezeichnete lässt den Namen später sogar in seinen Pass eintragen, denn „Carl Müllers gibt’s so viele, Pinkus ist einmalig!“

Das Speiciál ist dabei inzwischen eines von knapp 20 Bieren aus der Bio-Brauerei. Gerne hätte ich aus das original Münstersche Altbier probiert. Aber wie es in konventionellen Getränkemärkten nun mal so ist, ist die Auswahl doch recht beschränkt.

Steckbrief

80_Pinkus Speciál-Steckbrief

Bewertung

80_Pinkus Speciál

  • Flaschendesign + Kronkorken

Sowohl Flasche als aus Kronkorken sind mir persönlich etwas zu verspielt. Allerdings kann ich dem Photo der historischen Altbierküche viel abgewinnen.

  • Aussehen

Ziemlich hell-gold-gelb mit passabler Schaumbildung und natürlicher leichter Trübung.

  • Geruch

Wie es sich für ein Bier Pilsener Brauart gehört riecht es natürlich recht hopfig. Aber auch Zitrus- und malzsüße Noten sind erkennbar.

  • Geschmack

Geschmacklich kann sich das Speciál meiner Meinung nach nicht besonders von der Pils-Konkurrenz abheben. Zeichnet sich aber durch einen klaren süffigen und leicht bitteren Antrunk aus. Der gering spritzige Abgang ist sanft herb.

  • Fazit

Ein Pils aus einer Altbierbrauerei – dafür aber Bio. Im Vergleich zur nicht-bio-Konkurrenz muss sich das Pinkus-Pils deshalb nicht verstecken, weil es nicht nur durch seine Zutaten, sondern durch die zum Glück fehlende (Fein-)Filtration sehr natürlich wirkt. Wer also eher auf Klasse, denn auf Masse setzt macht mit dem Speciál absolut nichts falsch. Mehr als 11 Pkt. (2) kann ich aber trotzdem nicht geben.

80_Pinkus Speciál-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.pinkus.de/brauerei/biervielfalt/special-1/.

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Juli 20 2016

79. Tucher Bajuvator

Wo in diesen Tagen der Sommer noch einmal kurz Einzug in heimische Gefilde hält, kommen bei mir wieder Erinnerungen an ein ganz besonders (verlängertes) Wochenende in Osnabrück hoch. Damals in der Studentenzeit hatten uns vier Freunde aus der Heimat besucht und für ein paar Tage das Feiern neu erfunden. Einer dieser vier hatte dabei versehentlich einen Kasten Tucher Bajuvator gekauft. Eigentlich sollte es ganz normales Weizen werden, so musste er sich irgendwie dadurch arbeiten… Dieses Missgeschick führte aber zu legendären Momenten, die wir alle sicher nie vergessen werden. Ein guter Grund also den Bajuvator auch ins Bierjubiläum mit aufzunehmen.

Einen weitereren Grund habe ich bei meinen heutigen Recherchen herausgefunden: Bereits 1303 wurde mit dem „Nürnberger Gerstengebot“ ein Pendant zum Reinheitsgebot ins Leben gerufen. Damit ist es eines der ältesten Reinheitsgebote überhaupt.

Viele Jahre später – genauer 1672 – wurde das Städtische Weizenbräuhaus gegründet. Die heutige Tucher-Brauerei geht dabei auf die Patrizierfamilie Tucher zurück:

„Fast ein halbes Jahrtausend lang prägte die Patrizierfamilie die Geschicke und den Ruf Nürnbergs entscheidend mit. […] Mit ihrer „Tucher’schen Handelsgesellschaft“ unterhielt die Familie im 15. Jahrhundert Beziehungen bis nach Afrika. Im Jahre 1815 wurde die Familie vom bayerischen König in den Adelsstand erhoben. […] Zwei entscheidende Faktoren brachte die ehrbare Kaufmannsfamilie zusammen: Nürnberger Brauhandwerk und Tucher’schen Qualitätsanspruch. Darauf gründet sich bis heute ein Wert, der unser Handeln bestimmt: Verlässlichkeit.“

Aber nicht nur die Geschichte ist ein Markenzeichen der Brauerei. Mit dem Zwei-Städte-Sudhaus wirbt sie zu Recht als Brauerei, die sich zugleich in Führt als auch Nürnberg befindet. Denn quer durch das Brauereigelände führt die Grenze dieser beiden eng miteinander verwobene Städte Mittelfrankens.

Zudem vertreibt Tucher auch sogenannte „Cool-KEGs“, welche innerhalb von 45 Minuten völlig mobil und autark frisch gekühltes Bier zaubern.

Und der Bajuvator? Naja, so schreibt Tucher zumindest selbst:

„Eine Spezialität die nicht nur zur Starkbierzeit schmeckt: kaffeefarbene Optik und eine besonders angenehme Vollmundigkeit mit dezenten Röstmalznoten.“

Ich hatte es zwar anders in Erinnerung, aber mal sehen wie es heute – nach gefühlten 500 Bieren später – macht.

Steckbrief

79_Tucher Bajuvator-Steckbrief

Bewertung

79_Tucher Bajuvator

  • Flaschendesign + Kronkorken

Auch wenn man sich sicher Mühe gegeben hat, aber wirklich gelungen ist das Design nicht. Es wirkt ziemlich altbacken und ist es vermutlich auch. Zur Ehrenrettung sei aber angemerkt, dass Tucher bei den klassischen Bieren Pils, Dunkel und Weizen bereits deutlich bessere Labels entwickelt haben, die sogar auch mit vielen tollen Infos aufwarten. An dieser Stelle hilft das aber (noch) nicht weiter.

  • Aussehen

Dunkel-rot-braun-kastanienfarbig mit hefetrüber Klarheit und mäßiger Schaumbildung.

  • Geruch

Sehr süß und malzig sowie karamellig und vor allem lakritzig. Hinzu kommt ein Hauch fruchtige Frische.

  • Geschmack

Würzig und besonders kräftig soll es sein. Das kann ich in der Tat auch unterstreichen, allerdings fehlt in der Beschreibung die bitter-süße lakritzige Note, welche das Ganze deutlich dominiert. Dieser herb-süße Eindruck setzt sich im öligen unspritzigen Abgang fort, welcher zumindest nicht mehr aufdringlich ist.

  • Fazit

Trotz meiner umfangreichen Bier-Erfahrung, welche ich im Laufe des Jahres bereits sammeln durfte, bin ich offensichtlich immer noch nicht empfänglich für derartige dunkle Starkbiere. Oder es ist tatsächlich so „mäßig“, wie ich es empfinde. Scheinbar kann man dieses Bier doch nur eiskalt genießen… Trotz positiver Bewertung der Historie und geographischen Besonderheit kann ich für dieses Bier nicht mehr als 5 Pkt. (4) geben, womit das Bierjubiläum ein neues Schlusslicht hat.

79_Tucher Bajuvator-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.tucher.de/unsere-biere/unser-sortiment/unsere-spezialitaeten/.

Prost!

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Juli 18 2016

78. Kapuziner Kellerweizen

Das heutige Bier entstammt auch noch meiner anfänglichen Einkaufstour im hiesigen Trink-Gut. Dabei war das Kapuziner alleine aufgrund seines unattraktiven Äußeren nie ein Kaufmagnet für mich. Doch mit dem neuen Erscheinungsbild wollte ich der Marke nochmals eine Chance geben. Eine Marke, die erst von der Kulmbacher Brauerei gegründet wurde und mit angeblicher Klosterbrauer-Kompetenz ausgestattet sei – wie genau wird nicht erklärt. Allerdings scheint sich die Website auch gerade im Umbau zu befinden. Der Name leitet sich aber vom Kapuziner-Orden ab. Ein Orden, der zum Franziskaner-Ordnen gehört. Neben Kapuziner vertreibt die Kulmbacher Brauerei auch Mönchshof und EKU.

„Unser Kellerweizen ist ein besonderer Genuss für anspruchsvolle Weizenbier-Kenner […] Auf den ursprünglichen Genuss. Zum Wohl“

Steckbrief

78_Kapuziner Kellerweizen-Steckbrief

Bewertung

78_Kapuziner Kellerweizen

  • Flaschendesign + Kronkorken

Vom Äußeren hat die Marke natürlich einen Sprung nach oben gemacht. Im Vergleich zur alten Markendarstellung deutlich ansprechender, auch wenn die Darstellung in die Irre führt, da sie auf eine Geschichte hindeutet, die es bei der Marke nicht gibt. Auch die Bügelflasche muss natürlich Abzüge geben, auch wenn sie ausnahmsweise ein Symbol des ursprünglichen Genusses ist.

  • Aussehen

Wie versprochen, tatsächlich (dunkel-)bernsteinfarben mit natürlicher Trübung und sehr guter Schaumbildung.

  • Geruch

Weizig-bananig, säuerlich-fruchtig, malzig und sehr hefig. Hinzu kommt eine merkwürdige Spüli-ähnliche Note.

  • Geschmack

Die Hefe setzt sich auch hier fort. Extrem weich im Antrunk, gibt es hier nur wenige herbe und kräuterige Noten und praktisch kein Hopfen. Eine leichte Spritzigkeit und einen kaum vorhandenen Abgang unterstreichen diesen irgendwie simplen Geschmackseindruck.

  • Fazit

Meine Erinnerung hat sich hier wohl nicht getäuscht. Oder ich bin einfach kein Weizenbier-Kenner. Aber insgesamt kann mich das Bier nicht wirklich überzeugen. Trotz äußerlicher Runderneuerung, die zu begrüßen ist, kann ich diesem sehr hefigen Geschmack nicht so viel abgewinnen. Trotzdem gibt´s in Summe noch solide 9 Pkt. (3+) für die Ursprünglichkeit.

78_Kapuziner Kellerweizen-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: http://kellerweizen.de/index2.php.

Prost!

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Juli 14 2016

77. Franziskaner Royal 2016

Als letztes Weißbier diese Woche geht das königliche von Franziskaner an den Start. Und auch hier mache ich mal eine Ausnahme und nehme ein Mitglied der weltweit größten Braugruppe AB InBev in den erlesenen Kreis der Bierjubiläums-Biere auf. Zu diesem Konzern gehört Franziskaner als Teil der Spaten-Franziskaner-Gruppe seit 2005. Gegründet wurde die Brauerei bereits 1363 und ist heute eine der großen Weißbiermarken. Allerdings wird seit Neuestem nicht mehr in der eigenen Brauerei produziert, sondern das Bier bei Löwenbräu bzw. Spaten gebraut. Auch das zeigt die negative Seite Teil des größten Bierunternehmens der Welt zu sein.

Das Royal wurde erstmals 2012 eingeführt und seitdem jährlich saisonal als Jahrgangsweißbier angeboten.

„Franziskaner Royal ist der stilvolle Begleiter für feine Speisen und eignet sich hervorragend bei feierlichen Anlässen.“

Alleine deshalb ist es ja schon hervorragend für das Bierjubiläum geeignet. Mal schaun, ob es auch über die selbst so hoch gelegte Latte springt.

Steckbrief

77_Franziskaner Royal-Steckbrief

Bewertung

77_Franziskaner Royal

  • Flaschendesign + Kronkorken

Natürlich ist das Royal auch optisch ein Hingucker und wirklich edel designed. Leider fehlen selbst bei diesem Premium-Produkt zu viele Bierinfos. Und auch das AB InBev-Logo macht das Ganze nicht schöner ;).

  • Aussehen

Im Vergleich eines der dunkleren Weißbiere. Ein dunkelgold-gelb-orange ergibt eine typische Bernstein-Farbe bei leichter Trübung. Der versprochene elfenbeinfarbene Schaum entpuppt sich eher als orange Créme-Farbe.

  • Geruch

Banane, Honigmelone, Aprikose, dunkle Beeren und Feigen wurden angekündigt. Nichts von all dem konnte ich zweifelsfrei identifizieren. Höchstens eine gewisse Bananen- und Beeren-Note ist erkennbar.

  • Geschmack

Die hier vorhergesagte leicht herbe Hopfennote, fruchtige Süße und eleganten Malztöne kann ich indes eindeutig unterstreichen. Vor allem die Fruchtsüße und das abgerundete Verhältnis zwischen Malz und Hopfen sind hervorragend. Der weiche und harmonische Abgang rundet das Geschmackserlebnis ab.

  • Fazit

Das königliche Bier des aktuellen Papstes kann sich zweifelsohne sehen lassen. Auch wenn das Design und der Geruch etwaszurück bleiben, ist das Royal seinen Namen wert. Insbesondere der sehr schön abgerundete Geschmack hat mich überzeugt. Deshalb auch hier wieder sehr gute 13 Pkt. (1-).

77_Franziskaner Royal-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: https://www.franziskaner-weissbier.de/unsere-biere/royal.

Prost!

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Juli 13 2016

76. Erdinger Urweisse

Nach dem gestrigen Ur-Weizen gibt es heute quasi das Original-Pendant aus Bayern. 1886 unter dem Namen Weisse Bräuhaus gegründet, kann zwar die Brauerei noch nicht auf eine viele Jahrhunderte währende Historie zurückblicken. Dafür ist mit der Urweisse wohl eines der älteren Weißbierrezepte auf dem Markt. Einen Markt, den die Erdinger Brauerei mit inzwischen 1,9 Mio. hl Ausstoß als Marktführer dominiert. Eigentlich ein K.O.-Kriterium für das Bierjubiläum, allerdings hoffe ich, dass der Geschmack des Bieres seinen Beitrag rechtfertigt. Schließlich habe ich es als eines der besten in Erinnerung.

Steckbrief

76_Erdinger Urweisse-Steckbrief

Bewertung

76_Erdinger Urweisse

  • Flaschendesign + Kronkorken

Als einzige Euro-Flasche im Erdinger-Sortiment werden natürlich schon mal Pluspunkte gesammelt. Aber auch das Label und das historisch anmutende Design kommt bei mir gut an. Besonders hervorzuheben ist die Nährwertangabe auf der Flasche. Im Netz finden sich zudem noch weitere Detailinfos.

  • Aussehen

Gold-gelb mit einem Hauch Orange, natürliche Trübung und eine ausgesprochen gute wenn auch nicht sehr haltbare Schaumbildung. Warum allerdings recht große Hefepartikel im Bier zu finden sind bleibt mir erst einmal ein Rätsel. Ob ich es falsch gelagert habe, oder ob es so muss, keine Ahnung. Mich jedenfalls stört es nicht weiter. Schließlich sollte Bier ein Naturprodukt sein.

  • Geruch

Eindeutig bananig-malzig, aber auch mit einer leichten bitteren und fruchtigen Hopfennote.

  • Geschmack

Auch hier eine klare bananig-karamellige Note. Die Hopfenbitterkeit kommt nur wenig durch. Es ist grundsätzlich süffig, aber im Antrunk auch ein wenig vollmundig. Die versprochene Gewürznelke kann ich aber nicht herausschmecken. Dafür ist es tatsächlich etwas spritziger als andere Weißbiere. Der Abgang ist relativ zurückhaltend.

  • Fazit

Insgesamt muss ich sagen, dass ich hinsichtlich meiner Erwartungshaltung nicht enttäuscht wurde. Auch wenn es nicht der ganz große Bier-Durchbruch ist, ist es definitiv eines der besseren Weißbiere. Und weil es auch typisch Weiß schmeckt, gibt es hier auch 13 Pkt. (1-).

76_Erdinger Urweisse-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: http://de.erdinger.de/biere/urweisse.html.

Prost!

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Juli 12 2016

75. Bolten Ur-Weizen

Heute geht es mit dem Bolten Ur-Weizen in eine kleine Reihe ausgewählter Weißbiere. Dabei ist das Bolten sicher kein klassisches Beispiel für diesen Bierstil, schließlich liegt die Bolten Brauerei in Korschenbroich am Niederrhein. Aber zum einen kann diese auf längste Tradition obergärigen Bierbrauens in der ganzen Region zurückblicken – mit Gründung in 1266 ist man schließlich älteste Altbierbrauerei der Welt. Zum Anderen wird auch die obergärige helle Brauart mit dem Wieß am Niederrhein bereits seit mehr als 100 Jahren praktiziert. Mit dem Ur-Weizen brachte Bolten jedoch das erste Hefeweizen vom Niederrhein auf dem deutschen Biermarkt. Als großer Fan der Biere der Privatbrauerei meiner Heimatregion bin ich besonders gespannt auf das rheinische Weißbier.

Steckbrief

75_Bolten Ur-Weizen-Steckbrief

Bewertung

75_Bolten Ur-Weizen

  • Flaschendesign + Kronkorken

Das Äußere der Bolten Flaschen finde ich seit jeher sehr ansprechend. Insbesondere die Farbwahl ist extrem gut gelungen. Mit ein wenig mehr Infos zum Bier und einer bauchigen Flasche wäre vielleicht sogar eine Bestbewertung gelungen. Der abgebildete Löwe geht übrigens aus dem früheren Namen Löwenbräu für die Brauerei hervor.

  • Aussehen

Hell-gold-gelb und naturtrüb ist die sehr sehr gute Schaumbildung hervorzuheben.

  • Geruch

Überraschenderweise hopfig-frisch, wenig malzig und auch nur geringe Bananenaromen.

  • Geschmack

Zumindest die Malzaromen kommen hier nun durch. Die Banane fehlt allerdings weiterhin. Relativ vollmundig habe ich irgendwie auch das Gefühl hier das Alt herauszuschmecken.

  • Fazit

Auch wenn das Weizen aus der Altbierbrauerei sicher nicht zu den besten seiner Art zählt, gilt es vor dieser Brauerei den Hut zu ziehen. Nur wenige können über Jahrhunderte bestehen bleiben und bis heute den großen Braugruppen Paroli bieten. Zudem wird in allen Bolten-Bieren ein eigener Hefestamm eingesetzt, der eine unverkennbare Geschmacksnote hinterlässt. Fairerweise gibt es daher satte 12 Pkt. (2+).

75_Bolten Ur-Weizen-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.bolten-brauerei.de/BOLTENs-UrWeizen.htm.

Prost!

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Juni 30 2016

73. Liebharts Bio Dunkel Landbier

Zum Abschluss der Mini-Dunkel-Reihe wird es höchst ökologisch. Dabei darf sich das dunkle Landbier von Liebhart als erstes rezensierte Bio-Bier einreihen. Die Privatbrauerei aus Detmold stellt daneben aber noch viele weitere Bio-Biere her. Zum Beispiel auch ein Pale Ale und ein Whiskey-Bier. Besonders interessant ist meiner Meinung nach aber ein anderes Bier aus der 2003 gegründeten Kleinbrauerei. Ein dunkles Reisbier (als weltweit erstes) wird neben zwei weiteren Bieren als glutenfreie Alternative angeboten. Das hätte ich natürlich auch gerne vorgestellt, aber diesmal begnüge ich mich mal mit dem dunklen Landbier. Ein…

„Landbier in seiner ursprünglichen Art: kräftig, süffig, würzig und geprägt durch dunkle Spezialmalze. Eine milde Hopfennote rundet das einmalige Geschmackserlebnis perfekt ab.“

Dann schaun ma also ma…

Steckbrief

73_Liebhart Bio Dunkel-Steckbrief

Bewertung

73_Liebhart Bio Dunkel

  • Flaschendesign + Kronkorken

Nicht nur aufgrund des fehlenden Kronkorkens kaum überzeugend. Insgesamt auch einfach zu unruhig und verspielt.

  • Aussehen

Von den drei Dunklen noch das roteste. Dazu noch etwas Bernstein und Kastanie. Im 3er-Vergleich noch mit der besten Schaumbildung.

  • Geruch

Hier ist zwar auch die Röstmalznote dominant. Dafür kommt aber auch ein klarer recht holziger Feldgeruch herüber, der einem ein wenig in die Produktion zurückversetzt.

  • Geschmack

Im Vergleich schmeckbar süßer und süffiger als die anderen beiden Kandidaten. Ebenso auch hier kaum Spritzigkeit und Abgang vorhanden.

  • Fazit

Mit einer ganz anderen Definition von Reinheit ist das Bio-Siegel selbstverständlich eine besondere Qualitätsbezeichnung. Und irgendwie habe ich auch das Gefühl diese Qualität zu schmecken. Auch wenn ich als persönliches Fazit sagen muss, dass Dunkle Biere nicht zu meinen Lieblingsbieren gehören, möchte ich die Herangehensweise und Arbeit der kleinen Privatbrauerei mit satten 12 Pkt. (2+) würdigen.

73_Liebhart Bio Dunkel-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.residenz-biere.de/de/bio-biere/bio-biere.html.

Prost!

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Juni 29 2016

72. Klosterbier Scheyern Export Dunkel

In der kleinen aber feinen Dunkelbier-Reihe wird heute wieder tief in die Geschichte eingetaucht. Denn bei der Klosterbrauerei Scheyern, handelt es sich um die drittälteste Brauerei Deutschlands. Bereits seit 1119 brauen hier Benediktiner-Mönche den leckeren Gerstensaft.

Das Kloster Scheyern, welches auf dem ehemaligen Stammsitz der Wittelsbacher errichtet ist, kann aber auch in der jüngeren Vergangenheit mit historischem aufwarten. Denn seit der Amtszeit von Papst em. Benedikt XVI. – welcher viele Male in das Benediktiner-Kloster einkehrte – ziert sein Papstwappen den Eingang zur Kirche. Diese wurde bereits 1980 von ebenselbigem zur päpstlichen Basilika erhoben.

Dank eines jungen Braumeisters wird seit 2006 wieder verstärkt in die Brauerei investiert. Seither wird auf regenerative Energien umgestellt und altbewährtes mit modernem kombiniert. Das Dunkel selbst wird jedoch (wahrscheinlich aufgrund der hohen Nachfrage) bei Tucher hergestellt.

Aber:

„Nunc est bibendum“

Steckbrief

72_Klosterbier Scheyern Dunkel-Steckbrief

Bewertung

72_Klosterbier Scheyern Dunkel

  • Flaschendesign + Kronkorken

Ein Flaschendesign, fast so wie ich es mir wünsche: Endlich mal ein Etikett, was authentisch historisch und stilvoll daherkommt. Leider fehlen wie so oft ein paar mehr Infos zum Bier. Aber ansonsten wirklich sehr vorbildlich

  • Aussehen

Wie zu sehen, eine Bronze-Bernstein-Kastanien-Farbe, wie ich es bezeichnen würde. Leicht trüb und mit einer ausnahmsweise guten Schaumbildung.

  • Geruch

Ähnlich wie beim Augustiner sehr röstmalzaromatisch, aber mit einer ganz leicht fruchtigen Note zu Beginn.

  • Geschmack

Wie versprochen tatsächlich leicht herb. Dazu recht würzig leicht bitter und natürlich wenig hopfig, und sehr röstmalzaromatisch.

  • Fazit

In fast allen Punkten besser als das Augustiner, rutscht das Dunkel aus dem Kloster Scheyern gerade so in den sehr guten Bereich. Besonders überzeugend ist neben der Bierqualität die authentische Historie. Deshalb: 13 Pkt. (1-).

72_Klosterbier Scheyern Dunkel-Bewertung

Weitere Infos zum Bier unter: http://www.klosterbrauerei-scheyern.de/unsere-biere/klosterbier-dunkel.html.

Weitere Infos zum Kloster unter: http://www.kloster-scheyern.de/willkommen.html.

Prost!

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Juni 28 2016

71. Augustiner Dunkel

Am heutigen Abend beginnt – als Gegenprogramm zu den vielen Hellen zuletzt – eine kleine Reihe an dunklen Bieren. Den Beginn macht das Dunkle aus dem Hause Augustiner. Von diesem Brauhaus eigentlich nur sehr gute Bierqualität gewohnt sind natürlich meine Erwartungen aber auch meine Vorfreude entsprechend groß.

Steckbrief

71_Augustiner Dunkel-Steckbrief

Bewertung

71_Augustiner Dunkel

  • Flaschendesign + Kronkorken

Auch wenn Augustiner grundsätzlich durchaus erfolgreich versucht urtümlich zu wirken, ist es irgendwie beim Dunkel etwas misslungen. Die Abbildung von alten Mönchen mag man, oder eben nicht. Aber insgesamt wirkt es schon sehr retro und ausgewogen. Dafür ist natürlich der Kronkorken prädestiniert für das Bierjubiläum, verweist er doch auf das Münchener Reinheitsgebot von 1487.

  • Aussehen

Eine recht schöne dunkle Kastanienfarbe mit Einschlag von rotem Bernstein. Eben mal was Anderes. Leider aber auch hier, mäßige Schaumbildung.

  • Geruch

Hier dominiert das Röstmalzaroma deutlich. Ein Hopfen- oder Fruchtgeruch ist kaum bis gar nicht wahrnehmbar.

  • Geschmack

Vielleicht liegt es an der Temperatur oder an meinen falschen Erwartungen, aber von einem Dunkel hätte ich mir irgendwie mehr Tiefgang, mehr Körper und mehr Vollmundigkeit erwartet. Vielmehr begegnet mir ein klarer, leicht bitterer aber immer noch röstmalziger Geschmack mit weiterhin wenigen Hopfennoten. Dumpf in der Spritzigkeit und leicht herb im Abgang komplettiert den Geschmackseindruck.

  • Fazit

Auch wenn man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen darf, erscheint mir das Dunkle von Augustiner im Vergleich zum Hellen nicht derart hochqualitativ spitzengruppenfähig. Nichtsdestotrotz ein sehr angenehmes Bier, was keinen schlechten Eindruck hinterlässt. Deshalb alles in allem runde 11 Pkt. (2).

71_Augustiner Dunkel-Bewertung

Weitere Infos unter: http://www.augustiner-braeu.de/unser-bier.html#.

Prost!

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Juni 15 2016

70. Kaiser Heinrich Urstoff

Zum Abschluss der hellen Reihe gibt es noch einmal etwas für die Geschichtsbücher. Denn wie der Titel schon erahnen lässt, ist das heutige Bier zu Ehren Kaiser Heinrichs (II.) gebraut. Der bayrische Herzog regierte im 11. Jahrhundert das Heilige Römische Reich und gründete 1007 das Bistum Bamberg. Fünf Jahre später stifteten sie auch den Bamberger Dom. 1000 Jahre später möchte die Brauerei Göller der alten Freyung aus dem Landkreis Bamberg (ca. 55.000 hl/anno) mit dem Urstoff an dieses Ereignis erinnern. Seien wir also gespannt, ob es sich auch in das Bierjubiläum-Geschichtsbuch als außerordentliches Bier einreiht.

Steckbrief

70_Kaiser Heinrich Urstoff-Steckbrief

Bewertung

70_Kaiser Heinrich Urstoff

  • Flaschendesign + Kronkorken

Wenn ich nur die Vorderseite betrachten und bewerten möge – eine glatte 1+. Das allgemein authentisch historische Äußere wird von dem Brauerei Siegel zur alten Freyung komplettiert, das Kaiser Heinrich und seine Frau mit dem Bamberger Dom zeigt. Leider fehlt es auf der Rückseite an der ein oder anderen Information. Außerdem hätte der Kronkorken individuell sein können (bspw. mit dem Brauerei-Siegel).

  • Aussehen

Für ein Helles sogar recht dunkel. Aber mit ordentlicher Schaumbildung.

  • Geruch

Der Geruch ist wirklich sehr gut. Die Kombination aus leichten Röstmalzen und Zitrus-Hopfen erinnert irgendwie an Getreide, das in alten Kellergewölben lagert.

  • Geschmack

Auch hier gibt es im Grund nicht viel auszusetzen. Die versprochene milde Würze kann ich bestätigen. Gepaart ist diese mit einer süßen und leicht rauchigen Malznote. Die angenehme Resenz endet in einem für ein Helles überdurchschnittlich herben Abgang.

  • Fazit

Ohne eine wirklich valide Typenbezeichnung herausgefunden zu haben, würde ich das Kaiser Heinrich Urstoff zwischen einem Hellen und einem Export ansiedeln. Von beiden Bierstilen nimmt es die charakteristischen Seiten mit. Würzig, wie ein Export, süffig wie ein Helles. Leider insgesamt aber einen Hauch zu unrund – deshalb auch in der Gesamtnote keine Bestwertung. Mit 13 Pkt. (1-) aber eines der besten Biere in meinem Jubiläumsjahr.

70_Kaiser Heinrich Urstoff-Bewertung

Weitere Infos unter: http://www.brauerei-goeller.de/aktuelles/2148.Neu_bei_Goeller_Kaiser_Heinrich_Urstoff.html.

Prost!

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Juni 14 2016

69. Chiemseer Hell

Nach dem gestrigen Sternla geht es heute mit einem noch kontroverseren Bier weiter. Denn das Chiemseer Hell aus Rosenheim ist vor Kurzem sogar beim Oberlandesgericht in München gelandet. Hintergrund ist eine Klage der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs, da sich Rosenheim bekanntermaßen nicht ganz direkt am Chiemsee befindet. Das Gericht stufte dabei tatsächlich den Markennamen als unzulässig ein. Die Produzenten des Bieres die Chiemgauer Brauhaus GmbH (Tochter der Auerbräu GmbH und somit Teil der Paulaner Gruppe) wollen zwar noch in die nächste Instanz gehen, aktuell gehe ich aber mal davon aus, dass ich heute ein Auslaufmodell testen werde.

Steckbrief

69_Chiemseer Hell-Steckbrief

Bewertung

69_Chiemseer Hell

  • Flaschendesign + Kronkorken

Auch wenn sich die Designer sicher viel Mühe gegeben haben mögen, bin ich einfach kein Fan solcher Malereidarstellungen. Auch beim Kronkorken hätte man sich etwas mehr Mühe geben können. Neben fehlenden Infos ist der restliche Eindruck aber ok.

  • Aussehen

Hellgold, klar und mit einer recht guten Schaumbildung reiht sich das Bier in die Hell-Reihe ein.

  • Geruch

Hier ist erst einmal von einem Hellen nicht viel zu merken, denn der Hopfen dominiert den Geruch deutlich. Auch wenn es ein wenig unpassend ist, ist es nicht unangenehm.

  • Geschmack

Insgesamt schmeckt das Bier sehr weich und süffig – fast schon zu geschmacklos. Von der Hopfennote im Geruch ist nicht mehr viel übrig geblieben, vielmehr ist es leicht malzaromatisch. Die geringe Spritzigkeit wird dabei von einem leicht herben Abgang begleitet.

  • Fazit

Ungeachtet des wohl unrechtmäßigen Markennamens (denn dieses Phänomen ist wohl wahrlich kein Einzelfall), ist das Chiemseer eines der besseren Hellen. Grundsätzlich ganz lecker, leider aber mit zu wenig Charakter. Trotzdem einen Hauch besser als das gestrige Sternla, deshalb 11 Pkt. (2).

69_Chiemseer Hell-Bewertung

Die Pressemeldung zum Urteil: http://www.sueddeutsche.de/bayern/urteil-das-chiemseer-bier-darf-nicht-mehr-so-heissen-1.2912699.

Prost!

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Juni 13 2016

68. Sternla Helles

Weiter geht es in der hellen Bier-Reihe: Heute: Das „Original“ Sternla Hell.

Nach der üblichen Internetrecherche zum Bier wurde ich erst bei Zweit- oder Drittquellen fündig. Entgegen der äußeren Erscheinung, ist das Sternla ein relativ neues Bier von der gleichnamigen Würzburger GmbH. Diese ist eine 100%ige Tochter der Würzburger Hofbräu GmbH, welche wiederum zu 100% der Kulmbacher Brauerei AG gehört. Und dort wird auch das Bier hergestellt. Der Name leitet sich vom Wappen der des alten Würzburger Hofbräu ab („Genießen unter einem guten Stern“). Auszeichnen soll das Bier vor allem seine besondere Milde. Alleine die Erkenntnisse aus dem weltweiten Netz lassen jedoch auch gewisse Widersprüche schließen. So gibt es bereits ein Sternla-Bier aus Bamberg, weshalb hier eigentlich schwerlich vom Original die Rede sein kann. Außerdem wird sich mal wieder der klassische Charakterisierungs-Fauxpas geleistet:

„Es begeistert durch seinen milden und dennoch vollmundigen Geschmack.“

Nichtsdestotrotz hat jeder seine Chance verdient und so will ich mal ran ans Werk.

Steckbrief

68_Sternla Helles-Steckbrief

Bewertung

68_Sternla Helles

  • Flaschendesign + Kronkorken

Rein vom äußeren Erscheinungsbild zu urteilen, kommt das Sternla schon mal sehr gut weg. Im Prinzip wurde hier relativ viel richtig gemacht: Flaschenform, wenig Schnick-Schnack, viel Retro und eine gute Farbenwahl. Allerdings ist dies natürlich vor dem Hintergrund der fehlenden Historie des Bieres leicht kritisch zu betrachten.

  • Aussehen

Wie oben ersichtlich doch eine recht gute Schaumbildung. Ansonsten üblich hell.

  • Geruch

Entgegen der Annahme hier nur auf Malznoten zu treffen, kann ich den Hopfen auch klar herausriechen. Auch eine gewisse Frische ist spürbar.

  • Geschmack

Hier wird es dann doch sehr deutlich: Das Bier ist schon sehr mild. Auch im Vergleich zu anderen Hellen ist es sehr karamellsüß. Eine Bitterkeit kann man so gut wie nicht herausschmecken. Eine ganz leichte herbe Note macht sich höchstens im Abgang breit, welcher aber auch eher süßlich und ein klein wenig ölig ist. Überrascht bin ich über die Tatsache, dass bei aller Süffigkeit, die das Bier mitbringt, tatsächlich auch noch ein relativ großer Körper vorhanden ist, welcher aber auch von einer dumpfen Resenz begünstigt wird.

  • Fazit

Sicherlich ist es schade mit dem Sternla kein authentisch historisches Bier vor mir zu haben – wo mich doch tatsächlich das Äußere zum Kauf hinleiten hat lassen. Auch der Umgang mit Biermarken und deren Auftreten ist zu kritisieren. Das Bier an sich jedoch ist sicher kein schlechtes. Nicht überragend aber durchaus solide, erhält es deshalb heute 10 Pkt. (2-).

68_Sternla Helles-Bewertung

Für weitere Infos zum Bier siehe http://www.sternlaschmeckt.de/schmeckt.html.

Prost!

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Juni 9 2016

66. Schwaben Bräu-Das Helle

Das zweite Helle in Reihe führt uns ins Schwabenland. Genauer gesagt in den Stuttgarter Stadtteil Vaihingen. Dort wird seit mindestens 1878 Bier gebraut. Damals war Vaihingen noch eigenständig und das Schwaben-Bräu hieß noch Bier-Brauerei Robert Leicht. Seitdem hat sich einiges getan. Während die ersten Jahrzehnte des Unternehmens recht entspannt dahin gingen, waren die letzten 20 Jahre von einigen Umbrüchen geprägt. Erst schloss man sich 1996 mit der Dinkelacker Brauerei zur Dinkelacker-Schwaben Bräu AG zusammen. 2003 erfolgte dann die Übernahme des Bier-Riesen InBev, da sich die Brauerei inzwischen in den Händen von Spaten-Franziskaner Bräu befand. Interessanterweise konnte man sich aber wieder aus den Fängen der Biergroßmacht befreien und wurde 2007 wieder eigenständig, indem Wolfgang Dinkelacker das Unternehmen aus dem InBev-Konzern herauskaufte. Heute stellt die Dinkelacker-Schwaben Bräu Biergemeinschaft eines von drei Brauereifestzelte auf der Canstatter Wasn, dem zweitgrößten Volksfest Deutschlands. Übrigens war Schwaben Bräu mit 1897 die erste Brauerei, die ihr Bier in LKW vertrieb.

Ob das Bier auch ein derartiges Hin-und-Her bietet werde ich gleich rausfinden. Die Beschreibung lässt schon mal Paradoxes vermuten:

„Darauf haben Bierliebhaber in unserer Region gewartet: ein süffig-vollmundiges Bier von ansprechender hellgoldener Farbe…“

Steckbrief

66_Schwaben Bräu-Das Helle-Steckbrief

Bewertung

66_Schwaben Bräu-Das Helle

  • Flaschendesign + Kronkorken

Auch hier kann es aufgrund der Bügelflasche natürlich keine Bestwertung geben. Auch der Schriftzug“süffig vollmundig“ gibt durch sein inneres Paradoxon Abzüge. Ansonsten aber eigentlich eine recht ansehnliche, wenn auch verspielte Flasche.

  • Aussehen

Für ein Helles schon recht hell und klar. Und auch hier eine leider etwas enttäuschende Schaumbildung.

  • Geruch

Klar sticht der malzige Geruch hervor. Allerdings macht mich eine merkwürdige Hopfennote stutzig, die prinzipiell nach Zitrusfrüchten riechen soll, allerdings eher dem Geruch von Spüli nah kommt.

  • Geschmack

Zum Glück setzt sich das nicht beim Geschmack fort. Dieser ist trocken malzig, recht  süffig, leicht würzig und ein wenig gehopft. Bei einem angenehmen Prickelfaktor bleibt eine ganz leicht herbe Note im Abgang erhalten.

  • Fazit

Auch wenn Das Helle im Geschmack eigentlich überzeugen kann, gibt es bei Geruch und Präsentation Abzüge, die keine gute Bewertung mehr zulassen. Insbesondere das süffig vollmunidge Missverständnis zeugt nicht gerade von Professionalität. Trotzdem sollten die 9 Pkt. (3+) durchaus akzeptabel sein.

66_Schwaben Bräu-Das Helle-Bewertung

Für weitere Infos zum Bier siehe https://www.schwabenbraeu.de/sortiment/.

Prost!

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Juni 8 2016

65. Allgäuer Büble-Bier Bayrisch Hell

Nach unserem Ostsee-Urlaub geht es an dieser Stelle weiter mit einer kleinen aber feinen Reihe heller Biere aus Süddeutschland.

Auf vielfachem Wunsch aus der Leserschaft beginne ich mit dem Hellen aus dem Allgäuer Brauhaus in Kempten. Während der Urspung des Brauereikonzerns zwar bis ins Jahr 1394 zurück reichen soll, beginnt die jüngere Geschichte mit der Gründung des Unternehmens aus den drei bis dato eigenständigen Brauereien der Aktienbrauerei Kempten, des Bürgerlichen Brauhauses und der Grünbaumbrauerei. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden schließlich alle verbliebenen Brauereien Kemptens aufgekauft. In den folgenden Jahrzehnten wurde der Konzentrationsprozess mit der Fusion etlicher weiterer regionaler Brauereien fortgesetzt. Das nun zentralisierte Brauunternehmen gehört seit 2003 zu 90% zur Radeberger Gruppe. Neben dem Büble-Bier produziert das Unternehmen u.a auch die Marken Altenmünster, Teutsch und Fürstabt.

Das Büble-Bier soll in den 1950ern entstanden sein. Die genaue Entstehungsgeschichte wird dabei nicht überliefert. Der Name leitet sich davon ab, dass zu dieser Zeit die Flaschenabfüllung noch nicht üblich war, sodass oftmals die Kinder zum Bierholen geschickt wurden. Diese nahmen dann kleinere Fässer mit nach Hause, wo das Bier gezapft werden konnte.

Da ich bereits mit den Weißbier und Export vom Allgäuer Brauhaus das Vergnügen hatte, bin ich frohen Mutes auch hier auf ein hochwertiges Bier zu treffen – auch trotz der sehr industrialisierten Produktion…

Steckbrief

65_Allgäuer Büble-Bier Bayrisch Hell-Steckbrief

Bewertung

65_Allgäuer Büble-Bier Bayrisch Hell

  • Flaschendesign + Kronkorken

Wie jede Bügelflasche, hat auch diese es schwer bei mir. Da ich nunmal auf Kronkorken stehe wird es hier keine Top-Bewertung geben. Ansonsten wurde hier relativ viel richtig gemacht. Auch wenn es wie so oft auch hier an einigen hilfreichen Informationen fehlt.

  • Aussehen

„Allgäuer Büble Bayrisch Hell verfügt über einen goldhellen Glanz. Seine sehr reine, leuchtende Klarheit umspielt ein dezent moussierendes Perlenspiel als Zeichen besonderer Spritzigkeit. Eine kompakte, schön gleichmäßige Schaumkrone rundet Allgäuer Büble Bayrisch Hell ab.“

… lautet die hausinterne Vorgabe. Die angepriesene Schaumkrone kann ich leider nicht bestätigen, sonst ist das äußere Erscheinungsbild einem Hellen würdig.

  • Geruch

Auch hier wie für eine Helles üblich der deutliche Malzeinschlag. Neben der Süße ist aber auch eine schöne Getreidenote zu riechen.

  • Geschmack

„Im Antrunk entwickelt sich zunächst eine angenehm weiche Hopfenbittere, gefolgt von einem bekömmlichen, fein prickelnden und zugleich sehr schlanken, milden Körper. Perfekte Harmonie im belebenden Ausklang zeichnet Allgäuer Büble Bayrisch Hell nachhaltig aus.“

In der Tat ist das helle Büble für ein solches recht würzig und hopfenbetont. Das beeinflusst zum Glück nicht die allgemeine Süffigkeit. Auch den milden Körper kann ich grundsätzlich bestätigen. Besonders die hohe Spritzigkeit gefällt mir. Leider ist es im Abgang recht blass.

  • Fazit

Ohne eigentlich zu kritisch wirken zu wollen, muss ich dem Bayrisch Hell einige Punkte Abzug geben. Als Bier selbst ist relativ wenig einzuwenden, sieht man von der doch leicht schmeckbaren Industrienote ab. Allerdings ist es mir für ein Helles zu würzig und wenig ausbalanciert. Will man jedoch genau dieses haben, da man weder mit Pils oder Export noch mit dem Hellen etwas anfangen kann, dann ist es wärmstens zu empfehlen. Für mich und für heute gibt aber „nur“ 10 Pkt. (2).

65_Allgäuer Büble-Bier Bayrisch Hell-Bewertung

Für weitere Infos zum Bier siehe http://www.allgaeuer-brauhaus.de/bueble-bier/?beer=bayrisch-hell.

Prost!

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Mai 25 2016

64. Steinfelder Klosterbier

Zum Abschluss meiner kleinen Eifel-Bier-Reihe wird es spirituell. Denn neben den Gemünder Spezialitäten hat die Brauerei seit vielen Jahren auch die Herstellung des Steinfelder Klosterbieres übernommen.

Das Steinfelder Kloster in der Nähe von Urft wurde bereits im Mittelalter erbaut und seit seiner Bestattung dem heiligen Hermann Joseph (von Steinfeld) gewidmet. Nach etwas längerer Vakanz in der jüngeren Vergangenheit, wurde das Kloster 1923 vom Salvatorianer-Orden neu besiedelt. Die 1881 gegründete Gesellschaft des Göttlichen Heilandes beruft sich in ihrer Spiritualität auf das Johannesevangelium:

„Das ist das ewige Leben: Dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den Du gesandt hast.“ (Joh 17,3.)

sowie auf ihren Gründervater Pater Jordan:

„Alles zur größeren Ehre Gottes und zum Heil der Seelen“

Auch wenn im Kloster früher auch Wein fermentiert wurde, war besonders für das alltägliche Wohl das Klosterbier sehr willkommen. Das im Vergleich zu den anderen Bieren der Reihe der Abwechslung halber mal dunkle Bier wird vom Kloster so beschreiben:

„Das Steinfelder Klosterbier – ein dunkles, untergäriges, unfiltriertes Qualitätsbier, mit kräftigem Geschmack, wird aus besten Eifeler Zutaten gebraut. Die Braugerste stammt aus der Region und wird vor Ort zu Braumalz verarbeitet. Zusammen mit dem hervorragenden Wasser der Eifel und streng nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 entsteht dieses süffige Bier in der Gemünder Brauerei, nach einem abgewandelten Rezept mit dem schon früher die Mönche in Steinfeld ihren Gerstentrunk herstellten „

Bleibt also abzuwarten, ob Gott dieses Bier auch gefallen würde. Ich versuche mich mal einer Antwort auf diese Frage zu nähern.

Steckbrief

64_Steinfelder Klosterbier-Steckbrief

Bewertung

64_Steinfelder Klosterbier

  • Flaschendesign + Kronkorken

Trotz, dass das Bier in der Gemünder Brauerei hergestellt wird, lässt das äußere Erscheinungsbild keinen Zweifel an der Herkunft des Bieres. Sowohl Farbgebung, als auch Anmutung, als auch die Verwendung des klösterlichen Ordenswappens auf Label und Kronkorken – welcher wie ich finde besonders gut gelungen ist – drücken die Verbindung zum Steinfelder Kloster aus.

  • Aussehen

Wie schon beschrieben, mal ein dunkles Bier. Die bernsteinbronzene und klare Farbe wird nur durch eine recht schlechte Schaumbildung getrübt.

  • Geruch

Wie für ein dunkles üblich riecht es sehr malzsüß. Nur eine gewisse nicht näher definierbare Fruchtnote ergänzt den Eindruck.

  • Geschmack

Tatsächlich ist dieses Klosterbier süffig. Allerdings könnte man bei der Würze, der leichten Herbe und Rauchigkeit den Eindruck bekommen es mit einem vollmundigen Bier zu tun zu haben. Bei einem guten Prickelfaktor ist der Abgang feinherb und trocken.

  • Fazit

Zusammengefasst kann man sagen, dass das Steinfelder Klosterbier zwar nicht göttlich ist, aber sicher dem Herrn gefallen würde. In jeder Kategorie im guten Bereich, gibt es auch in Summe eine glatte 2 (11 Pkt.).

64_Steinfelder Klosterbier-Bewertung

Bei all dem gilt es jedoch immer zu beachten:

„Wenn Sie also das gute Steinfelder Klosterbier trinken, denken Sie daran: Es soll Ihnen Freude bereiten und seien Sie dankbar für das, was uns der Herrgott durch die Natur geschenkt hat.“

Für weitere Infos zum Bier siehe http://gemuender-brauerei.de/index.php/unsere-biere/steinfelder-klosterbier.

Weiter Infos zum Salvatorianer Kloster Steinfeld unter http://www.kloster-steinfeld.de/de/Willkommen.

Prost!

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Mai 24 2016

63. Gemünder Spezial

Das 4. Bier der Eifel-Reihe lässt sich kaum von den bisherigen unterscheiden. Ebenfalls hell, untergärig, offene Gärung und mit 5,1%. Umso mehr bin ich gespannt, wie es sich von den anderen abheben kann. Das nicht weiter einem Bierstil zugeordnete Spezial wird wie folgt beschrieben:

„Helle, untergärige Bierspezialität, vollmundig, weich und würzig, mit angenehm abgerundeter feiner Bittere. Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516 in offener Gärung.“

Also, dann mal ran ans Bier.

Steckbrief

63_Gemünder Spezial-Steckbrief

Bewertung

63_Gemünder Spezial

  • Flaschendesign + Kronkorken

Die erste Abweichung gleich beim Flaschendesign: Dieses hebt sich nämlich deutlich von den anderen Bieren der Brauerei ab, während der Kronkorken jedoch identisch ist. Ich könnte schwer sagen, welches Design mir besser gefallen würde, wohl eher aber dieses hier.

  • Aussehen

Ähnlich wie die anderen Biere der Reihe, nur etwas dunkel gold-gelber und mit mäßiger Schaumbildung.

  • Geruch

Der Geruch ist klar von einer bitteren Hopfennote geprägt. Außerdem sind noch wenige klare Kräuteraromen riechbar. Vom Malz ist hingegen wenig zu riechen. Interessanterweise kommt mir auch ein merkwürdiger Klebstoff-Geruch in die Nase. Das kann aber auch nur eine situative Verirrung sein.

  • Geschmack

Auch im Geschmack hebt sich das Spezial etwas ab. Grundsätzlich ist zwar die würzige Note auch hier schmeckbar, aber deutlich dominanter als bei den anderen Bieren. Außerdem wirkt es vollmundiger und weniger sauer. Wie schon im Geruch ist auch hier die Bitterkeit der Malzsüße klar überlegen. Bei geringem Prickelfaktor bleibt die herbe Note auch im Abgang erhalten.

  • Fazit

„Das kernig-köstliche Bier aus der Eifel“ heißt es auf dem Etikett. Das würde ich zwar grundsätzlich auch unterschreiben, allerdings will bei mir der Funken nicht überspringen. Irgendwie habe ich das Gefühl hier weder Fisch (Helles) noch Fleisch (Export) vor mir zu haben. Deshalb reicht es auch „nur“ zu einer guten 3+ (9 Pkt.).

63_Gemünder Spezial-Bewertung

Für weitere Infos siehe http://gemuender-brauerei.de/index.php/unsere-biere/ur-gemuender-obergaerig.

Prost!

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Mai 19 2016

62. Ur-Gemünder Obergärig

Nummer 3 der Eifel-Bier-Reihe ist ein besonderes Bier. Besonders deshalb, weil es eines der wenigen Biere außerhalb Kölns ist, welches nach Kölscher Brauart gebraut wurde, aber aufgrund der Kölsch-Konvention nicht Kölsch genannt werden darf. Deshalb wird es wie folgt beschrieben:

„Helle, obergärige Bierspezialität mit einen kernig, würzigen, typisch obergärigen Geschmack, mit angenehmen milden Hopfenaromen, gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516.“

Was auch immer ein typisch obergäriger Geschmack ist (wenn ich da an Alt und Hefeweizen denke), will ich dann mal genauer unter den Gaumen nehmen.

Steckbrief

62_Ur-Gemünder Obergärig-Steckbrief

Bewertung

62_Ur-Gemünder Obergärig

  • Flaschendesign + Kronkorken

Auch hier keine weiteren Anmerkungen zu 60..

  • Aussehen

Im Vergleich zu 60. und 61. leider etwas weniger Schaumbildung und -haltbarkeit, aber ansonsten viel Ähnlichkeit.

  • Geruch

Selbst nach mehrfachen Versuchen ist das Ur-Gemünder wahrlich kein „Geruchsmonster“. Die geringe Geruchsentwicklung ist wenn, dann eher säuerlich-hopfenbitter.

  • Geschmack

Der Geschmack ist klar, malzig, süß-herb und tatsächlich auch würzig. Leicht prickelnd gibt es dann noch einen klassisch feinherben Abgang.

  • Fazit

Was auch immer kernig in Bezug auf dieses Bier bedeuten soll, hier trifft es bestimmt nicht zu. Allerdings ist auch hier die Gemünder Brauart herauszuschmecken, zwar nicht ganz so lecker wie bei den beiden Vergleichsbieren, aber immer noch passabel (insbesondere für eine Privatbrauerei). Trotz der schlechten Geruchswertung gibt es deshalb (incl. eines Regionalbonus) immerhin noch gute 10 Pkt. (2-).

62_Ur-Gemünder Obergärig-Bewertung

Für weitere Infos siehe http://gemuender-brauerei.de/index.php/unsere-biere/ur-gemuender-obergaerig.

Prost!

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